zur Landkreiskarte          ausführl.Beschreibg       Kirchen i.d.Gem.Bergkirchen


Pfarrkirche St. Johannes Baptist in BERGKIRCHEN

mehr über Johannes d.Täufer..
85232 Bergkirchen, Johann-Michael-Fischer-Straße
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die Pfarrkirche St. Johann Baptist liegt in beherrschender Lage über dem Ampermoos und dem Ort.

Kirche und Ortschaft Bergkirchen wurden im Jahr 814 als "Percchiricha" erstmals urkundlich erwähnt. In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist sie als "Perchkirchen", in der Sunderndorferschen Matrikel als "Berkirchn" aufgeführt.

1560 wurde eine Kirche im gotischen Stil erbaut, die im 30jährigen Krieg schwer beschädigt wurde und im Jahr 1726 teilweise einstürzte.

Die heutige Kirche wurde 1731-1733 von dem berühmten Baumeister Johann Michael Fischer auf den Resten dieser spätgotischen Kirche errichtet. Sie ist ein achteckiger Zentralbau, d.h. ein Rechteck mit stark abgeschrägten Ecken und damit eine künstlerische Rarität im Landkreis.

Fischer knüpfte mit diesem Kirchenbau an frühere Taufkirche an. Auch Taufbecken, wie das in der Jobkapelle, haben oft eine achteckige Form. Die Zahl "8" hat als Hintergrund die sieben Schöpfungstage und als achten Tag den Tag der Taufe als "Neuschöpfung durch Jesus Christus".
Mehr über Fischer....

Ecktürmchen

Der Turm, der seine heutige Gestalt 1560 erhielt, hat unten noch romanische und bis in die Höhe der Uhr noch gotische Teile.

Innenausstattung

Die Kirche wurde im Anschluss an den Neubau 1731/34 einheitlich im Rokokostil ausgestattet. Sie besitzt sechs Altäre.

Besonders prächtig ist der Hochaltar, in dessen Mitte sich eine 1937 geschnitzte Muttergottesstatue befindet.
Der linke Seitenaltar ist dem hl. Sebastian, der rechte Seitenaltar dem Johannes Nepomuk geweiht.
Von besonderer künstlerischer Bedeutung sind
- der Kreuzaltar an der Nordwand mit geschnitzter Kreuzigungsgruppe von Bartholomäus Schuhpaur und
- der Altar in der Jobkapelle mit dem berühmten Job-Bild des Dachauer Malers Johann Wilhelm Holzmayr um 1650, in dem vor
  dem Hintergrund des brennenden Schlosses Lauterbach neben dem alttestamentlichen Dulder Job der kurfürstliche Hofrat
  und Truchseß Georg Christoph von Hundt und seine beiden Gemahlinnen abgebildet sind.
Der sechste Altar ist der Zelebrationsaltar (Volksaltar).

KirchenbänkeNepomukbild Christophorus Nepomukbild Hochaltaraufsatz: DreifaltigkeitSt.Raphael St. AnnaSt.MichaelDeckenfreskoKirchenbänke
Per Mouseklick zur jeweiligen Beschreibung

Bergkirchen ist eine Johanneskirche. Patron ist Johannes der Täufer, der vor allem in den Deckengemälden dargestellt wird. Deneben enthält sie Bilder bzw. Figuren von vier weiteren Heiligen mit dem Namen Johannes:
a) Johnnes Nepomuk,   b) Apostel Johannes,   c) Johannes Sarcander und   d) Johannes Rusea.

Heiligenfiguren und Gemälde
Auch bei den Figuren und den Gemälden hebt sich die Kirche von den Gotteshäusern der Umgebung ab:

- St.Christophorus mit Stock und Jesuskind (1760)
- St.Dismas, der gute Schächer am Kreuz, mit einem Kreuz aus Rundhölzern im Arm (1760)
- St.Anna und St.Joachim (1760)
- Erzengel Michael mit Flammenschwert und Seelenwaage (1760)
- Erzengel Raphael mit Wanderstock und Fisch (1760)
- St.Sebastian ist, von Pfeilen durchbohrt, an einem Baumstamm gebunden (Gemälde -1731)
- St. Florian mit Wasserschaff und Haus (1735)
- St. Donatus mit Blitzen in der Hand (1735)
- ein Geißelheiland (1735)
- St. Johannes Nepomuk in himmlischer Glorie (Gemälde -1760)
- St. Johannes Sarcander aus Mähren. Der Heilige erlitt wegen des Beichtgeheimnisses den Martertod (1740)
- St. Johannes Rusea aus der Schweiz. Er wurde 1618 wegen seines "Glaubenseifers" zu Tode gefoltert (1740)
- Zwölf Apostel, Maria und Jesus (Gemälde von Johann Friedrich Scheffler aus München (1737)
- St.Johannes der Täufer mit Kreuzstab (18.Jh)
- St. Leonhard mit Abtsstab, aber ohne die sonst üblichen Ketten (18.Jh)
- St. Katharina von Siena als Ordensfrau mit Buch (18.Jh)
- Christus auf der Rast (18.Jh)
- St. Franz Xaver, der ein Kruzifix hochhält (18.Jh)
- St. Nikolaus von Tolentino im Mönchsgewand mit Bibel in der Hand (18.Jh)
- St. Maria, Johannes und Magdalena unter dem Kreuz

Die Kirche gehört seit 1.November 1984 zum "Schutzwürdigen Kulturgut" im Sinne des Artikels 1 der entspr. Haager Konvention.

Seit 1976 bildet Bergkirchen mit der Pfarrei Kreuzholzhausen einen Pfarrverband. 2010 kamen auch die Pfarreien Schwabhausen und Oberroth dazu.

Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...

Der Arbeitskreis Hörpfade hat über die Kirche St.Johannes Bapt. einen 2-minütigen Bericht erstellt. Wenn Sie ihn hören möchten, klicken Sie hier...


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte:  Erste Kirche 9.Jh  Matrikel 1315  Matrikel 1524  Kirchenbau 1560  Visitation 1560
 30jähriger Krieg  Neubau 1734  Matrikel 1738  Beschreibg 1874  Bittgänge
   Bruderschaften    Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben
 Einrichtung:  Altarraum  Baubeschreibung  Beichtkapelle   Choraltar  Chorgestühl
 Deckenfresken-1  Deckenfresken-2  Empore  Gemälde  Heiliges Grab
 Epitaphe  Ewig-Licht   Kirchenbänke  Kirchenschiff   Kreuzaltar
 Jobkapelle  Kanzel  Kreuzweg  Krippe  Orgel
 Pfarrerliste  Pfarrhof  Reliquien  Sakristei  Seitenaltäre
 Tabernakel  Vortragekreuze  Zelebrationsaltar  Gottesdienstordnung  

Bergkirchen dürfte zu den ältesten Siedlungsgebieten des Landkreises gehören. Hier hat man schon Funde aus der Jungsteinzeit (2800-2100 v.Chr.), aus der Laténezeit (450 v. Chr.-Christi Geburt) und aus der Römerzeit (100-450) gemacht. 49)

Geschichte der Kirche


Anfangsjahre - 9.Jh.

Die Pfarrei St. Johannes Bapt. scheint eine der Urpfarreien des Dachauer Landes gewesen zu sein. Schon 814 war eine Kirche vorhanden, als Bischof Hitto von Freising in Bergkirchen einen Versammlungstag abhielt. Diese Tagungen hatten den Zweck, die Geistlichkeit der umliegenden Kirchen zusammenzurufen und seelsorgerische Aufgaben zu besprechen. Eine Urkunde berichtet uns von den Auseinandersetzungen um Ansprüche an der Kirche von Odelzhausen. Dr. Walter Kick aus Dachau hat diese Urkunde übersetzt; wenn Sie das Original und die Übersetzung lesen möchten, klicken hier...
Die Tagungsorte waren damals wichtige Pfarrsitze. Nach alter Überlieferung soll Bischof Hitto übrigens direkt im Anschluss an die Tagung in Bergkirchen nach Puchschlagen gereist sein und dort die Kirche geweiht haben.

Bergkirchen war wohl eine Taufkirche. Darauf weist nicht nur das Alter, sondern auch das Patronat der Kirche hin. Kirchenpatron Johannes Baptist hatte Jesus am Jordan getauft.
Das Gotteshaus dürfte auch groß gewesen sein, da es nach einer Beschreibung aus dem Jahr 842 (Freisinger Traditionen Nr.652) drei Altäre besaß. Des weiteren waren vorhanden: ein vergoldeter Radleuchter für die Beleuchtung des Kirchenraumes, ein vergoldetes Messingkreuz, 1 Missale (Messbuch), 1 Messgewand, zwei Kelche (mit Patenen), der eine aus Messing, der andere vergoldet. Im Turm hingen zwei Glocken, eine eherne und eine eiserne.
Zur Verwaltung des Bußsakraments gehörte das Poenitentiale, ein Verzeichnis von genau festgelegten Bußwerken für die jeweils gebeichteten Sünden.
Auch der Pfarrhof, ein Wohnhaus mit drei Scheunen, wird detailliert beschrieben: vom Pflug bis zur Sense, von den Bienenhäusern bis zu den Bierfässern, von den Rindern bis zu den Gänsen wird alles Gut registriert. Sechs Knechte und drei Mägde bearbeiteten damals den Pfarrbauernhof mit 12 Kühen, 7 Ochsen und 5 Jungrindern, dazu 26 Schweine, 2 Schafe. Dazu kamen noch hörige Bauern, die Nebenhöfe (mit 10 Dienstboten) bewirtschafteten und drei Tage in der Woche für den Pfarrhof arbeiten mussten. Ihre Frauen hatten die Kleider für die Priester zu nähen. Zu den Einnahmen des Pfarrers gehörten auch Zehentleistungen aus neun Dörfern.

Für das hohe Alter der Kirche spricht noch die jahrhundertelange Zugehörigkeit der Gröbmühle zur Pfarrei Bergkirchen, die nur dadurch zu erklären ist, dass die Mühle älter ist als die nahe gelegene Pfarrkirche St.Jakob in Dachau und deshalb zur damals schon bestehenden Pfarrei Bergkirchen kam. Wegen des hohen Zehents, den eine Mühle einbrachte, entließ der Bergkirchner Pfarrer die Mühle erst am 12.August 1838 aus der Pfarrei.

Glaubensleben um 814
Wie wenig zu Beginn des 9.Jh. der neue Glaube theologisch untermauert und mehr formelhaft geprägt war, zeigt eine Predigt im Rahmen einer Tauffeier aus dem Jahr 805, die in Freising niedergeschrieben wurde. Die "Exhortatio ad plebem christianam" (=Mahnung an das christliche Volk) forderte die Gemeinde und besonders die Taufpaten auf, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser selbst zu lernen und dann die Kinder darin zu unterrichten. Das Glaubenswissen bestand damals aus wenigen Formeln, die aber mit großem Nachdruck gefordert und für deren Unterweisung die Laien hauptverantwortlich gemacht wurden.
Wenn Sie die Predigt lesen möchten, klicken Sie hier...

Konradinische Matrikel von 1315 03)
In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist Bergkirchen als Dekanatssitz beschrieben, d.h., der Bergkirchener Pfarrherr Deinhard von Seevelt, war Dekan (das war auch schon 1153 unter Dekan Altmanus so). Das später in "Dekanat Dachau" umbenannte Dekanat umfasste 13 Pfarreien. An erster Stelle Bergkirchen mit den Filialen Deutenhausen, Bachern, .... und Breitenau ["primo in Perchirchen soluit X Pfund, habet IIII filias: Tävtenhausen,Pacharn.... et Praitenawe cum sepulturis"]. Die nicht genannte Filiale ist Feldgeding.

Jahrtag von 1330
Um 1330 stiftete der frühere Pfarrer von Bergkirchen und spätere Pfarrer von St.Peter in München, Conrad Schütz, einen "ewigen Jahrtag zum St.Johannes-Gotteshaus nach Bergkirchen". Dafür kaufte er ein Gut, den Smallahof in Facha (heute Mangbauer). Der jeweilige Pächter dieses Hofes hatte Abgaben an die Pfarrei Bergkirchen zu leisten, die zweckgebunden der Finanzierung der Jahrtage dienten.



Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 03)
Die Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 beschreibt die Kirche unter dem Namen "Berkirchn" mit den Filialen s.Nicolai in Deuttenhausen, s.Jacobi in Bachern et s.Bartholomaei in Braittenau cum sepulturis, also mit Friedhöfen. Dazu kamen noch die "capellas s.Augustini in Veltgeding et s.Leonhardi in arce (Schloss) Eiselsriedt".
Die Pfarrei hatte damals rd. 350 Communicantes, das heißt, Personen, die schon zur Kommunion gehen konnten. Das Präsentationsrecht (=Recht, den Pfarrer auszusuchen) stand dem Bischof zu (de collatione Reverendissimi Frisingensis).Offiziell war die Pfarrstelle (mit ihren Einkünften) dem Wolfgang Berndorffer übertragen; die Seelsorge versah aber Vikar Georgius Hainrich-man, dem noch ein Cooperator (Kaplan) zur Seite stand, gegen freie Kost und Unterkunft (in der Kammer neben dem Getreidespeicher) sowie jährl.16 Gulden, die ihm aus den Gebühreneinnahmen für seine Tätigkeit zustanden.

Diese Arbeitsteilung zwischen Pfarrherrn und Vikar war schon mehrere Jahr-hunderte alt und hatte früher wegen allzu niedriger Bezahlung der Vikare zur bitteren Armut des einfachen Klerus geführt. Erst ein Beschluss der bayer. Provinzialsynode von 1418, die Vikare müssten ein anständiges Einkommen erhalten, hat die Ungleichheit im Einkommen etwas abgemildert. Mehrfachbesetzungen (Pfründehäufungen) waren die Regel. Ein Vikar durfte aber seit 1418 nur noch eine Pfarrei seelsorgerisch betreuen; auch das war bis dahin möglich und wegen des Hungerlohns der Vikare nötig.

Das Pfarrhaus in Bergkirchen und die Ökonomiegebäude waren in keinem guten baulichen Zustand. Sie bedürfen einer Renovierung, heißt es in der Matrikel.


Balkon in der Südwest-Ecke


Gotische Kirche von 1560
1560 wurde unter Pfarrer Mezger eine neue Kirche im gotischen Stil erbaut. Dabei hat man den unteren Teil des Turms aus dem romanischen Vorgängerbau übernommen. Man nimmt an, dass der gotische Bau keine Decke hatte, der Kirchenraum also bis unter das Dach reichte.

1590 erweiterte man das Gotteshaus durch einen Anbau in südwestlicher Richtung, die so genannte Lutherkapelle. Der Name könnte daher stammen, dass ein Pfarrer nach der Reformation diejenigen Christen, die der lutherischen Lehre zugeneigt waren, in diesen Raum verwies oder aber auch, dass ein ökumenisch eingestellter Pfarrer den Lutheranern darin die Feier des Gottes-dienstes erlaubte. Die Gläubigen der späteren Zeit waren über den Raum nicht glücklich, weil sie von dort aus keine Sicht zum Hochaltar hatten.

Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über Bergkirchen heißt es, der Pfarrer heiße Wolfgang Westermayer; er sei seit 20 Jahren Priester, davon 4 1/2 Jahre in Bergkirchen. Er wisse genügend über den katholischen Glauben, den er auch lebe und predige (obgleich im Pfarrhaus lutherische Schriften gefunden wurden). Weniger gut kam der Kaplan,der Cooperator weg: ihn bezeichneten die Prüfer als ungeschickt und ungelehrt. Die Befragung zum Zölibat ergab, dass der Pfarrer mit der Köchin 12 Kinder hatte, von denen noch 5 am Leben waren. Die Köchin war zwei Wochen vor der Visitation verstorben. Die Zahl der Gläubigen betrug damals 400; sie hatte sich somit seit 1524 um 50 erhöht. Alle waren gut katholisch, niemand des lutherischen Glaubens verdächtig.
Das Kirchengebäude wies keine Mängel auf; lediglich die geringe Ausmalung wurde kritisiert ["wenig gmäl in der kirchen"]. Dies kann aber auch daran gelegen haben, dass die Kirche erst kurz vor der Visitation erbaut worden war. Der Pfarrhof wird dagegen als "paufellig" bezeichnet. Wenn Sie an weiteren Details der Visitation interessiert sind, klicken Sie hier...


Bau der Jobkapelle 1630
Schon zwei Jahre vor dem Einfall der Schweden in Bayern, im Jahr 1630, wurde mit dem Bauvorhaben "Jobkapelle" begonnen, die an der Stelle der bisherigen Sakristei errichtet werden sollte und später auch errichtet wurde. Damals war der Bauplan ("Visier") schon erstellt, der verstorbene Pfarrer hatte 5000 Steine beschafft und Geld für die Beschaffung des Altars gesammelt und gestiftet. In einem Verzeichnis hat man aufgelistet, was an nächsten Baumaßnahmen und Anschaffungen anstand.
Dazu zählten:
- das Aufrichten des Altars in der Jobkapelle, den der verstorbene Pfarrer Schlaich gestiftet hatte,
- sechs "Rundel" für die "6 schlechten Schrämen" machen, "damit die Khürchen liechter und lifftiger wird",
- die Anschaffung eines "sauber Leinen Altar Tuechs", ainer Amppel (Ewig Licht), aines Zinens Gießfäßl
  und eines "khupfern handtpeckh" (Handwaschbecken).
Tatsächlich konnte wegen der Wirrnisse des Krieges erst 1641 mit dem Bau begonnen werden, nachdem man die Sakristei nach Norden verlegt hatte. Finanziert wurde die Kapelle zum Teil durch die Hinterlassenschaft des Dachauer Gerichtsschreibers, der den von Alexius Pader gestalteten Stuckmarmoraltar in der neuen Kapelle stiftete (dieser Altar steht inzwischen in der Filialkirche von Oberbachern). Das Altarblatt dieses Altars, das 1732 in den noch heute vorhandenen Nachfolgeraltar übernommen wurde, ist der kostbarste Kunstbesitz der Pfarrei. Es stammt vom Dachauer Johann Wilhelm Holzmair, einem besten bayerischen Maler seiner Zeit.


Auszug aus einer Landkarte
von Finkh aus dem Jahr 1655
Bergkirchen = Pörkirchn
        Dreißigjähriger Krieg
Der Dreißigjährige Krieg, der bei uns zwischen 1632 und 1648 wütete, hatte nicht nur Raub, Mord, Hunger, Krankheiten und Pest gebracht, sondern auch einen massiven Sittenverfall, der sogar vor den Pfarrern nicht Halt machte. So ist vom damaligen Pfarrer Leiss bekannt, dass er während seiner vierjährigen Amtszeit einen unehrbaren Lebenswandel führte, sich häufig in München aufhielt und öffentliches Ärgernis erregte. Kurz bevor ein Amtsenthebungsverfahren zum Abschluss kam, starb der Pfarrer und hinterließ viele Schulden. Ein Grabstein von ihm ist nicht erhalten. Auch sein Nachfolger war im Übrigen nicht besser.

1640, noch im Krieg, wurde die Pfarrei dem Dachauer Pfarrer Kaspar Kölbl übertragen. Welch angesehene Pfarrei Bergkirchen damals gewesen sein muss, geht auch daraus hervor, dass der Dachauer Pfarrer nach Bergkirchen ging, obwohl auch hier die wirtschaftlichen Verhältnisse kriegsbedingt schlecht waren. Doch der Pfarrer von Bergkirchen hatte durch die reichen Besitztümer der Kirche ein Jahreseinkommen von rund 2000 Gulden, während sein Amtskollege in Dachau mit etwas mehr als 600 Gulden auskommen musste.
Gleich beim Amtsantritt erstellte Kölbl ein Inventar, das die ärmliche Kirchenausstattung deutlich macht: Es waren nur noch ein Kelch, einige alte, schleißige Messgewänder und ein "unansehnliches Kapsel für den Versehgang" vorhanden. Dazu eine Monstranz aus Holz mit einer "seltsam und gefährlich Form"(?). Drei Altäre waren durch die Soldaten entweiht worden. Das Dach des Turmes und der Kirche war äußerst schadhaft. Die Zahl der Pfarrmitglieder war von 1000 Kommunikanten (im Jahr 1632) auf 400 (1641) zurückgegangen. Viele Felder wurden nicht mehr bestellt; damit hatte die Kirche auch kaum mehr Einnahmen. Der Zehent ging, wie die Bevölkerung, zurück; der Betrag sank von 2000 auf 700 Gulden. Die Kirchenrechnung für 1640 zeigt in einer kleinen Notiz ebenfalls, wie weit es gekommen war: "Für ain erkhauffte Prütschen in der Kürchen, daß man die hundt hinaußtreibt - 15 kr".
Hunde liefen also in der Kirche herum.
1648, kurz vor Ende des Krieges, als die Schweden auf dem Rückzug wieder durch Bergkirchen kamen, wurde der Pfarrhof samt Stall niedergebrannt. Dabei gingen alle Pfarrbücher verloren. Erhalten sind lediglich noch Teile der Kirchenrechnungen, die beim Landgericht Dachau die Kriege überstanden haben. Darin heißt es: "Weill weegen des feindts einfahl (=Einfall) kein rothes Mesßgewandt mehr da gewesst, und am Antependio (=Altarvorderseite) der rothe plinde Damaschg (=Damastvorhang) herauß geschnitten worden, hat Herr Dechant bey Hannß Jacoben Koch wider zu der gleichen lt.Zetl (= Beleg) ausgenommen: 22.19.4 (=22 Gulden, 19 Kreuzer, 4 Heller). Davon dem wolf hofer, Schneider von Etzenhausen Zemachen (= für das Nähen)".

Bruderschaften
Bruderschaften sind kirchlich errichtete Körperschaften, die je nach Ausrichtung allen Personen oder nur verschiedenen Personenkreisen (Zunftbruderschaften) offenstehen. Die theologische Wurzel bildet die Vorstellung von der Gemeinschaft der Kirche, zu der auch die Verstorbenen gehören (Corpus Christi Mysticum). Ein Hauptanliegen ist das religiöse Totengedenken. Dazu treten weitere Ziele (Caritas, Förderung individueller Frömmigkeit). Bruderschaften stehen unter dem Patronat eines Heiligen oder einer Heilstatsache (wied z.B. die Verehrung des eucharistischen Sakraments). Marianische Bruderschaften beziehen sich auf unterschiedliche Marienfeste oder Gnadenbilder oder treten auch als Rosenkranz- und Skapulierbruderschaften auf.

Eine Wurzel des Bruderschaftswesens dürften die frühmittelalterlichen Gebetsverbrüderungen sein. Bruderschaften sind im Raum des heutigen Bayerns seit dem Spätmittelalter belegt, überwiegend jedoch im 15. Jahrhundert. Nach einem Einbruch im 16. Jahrhundert erlebte das Bruderschaftswesen in der Barockzeit eine neue Blüte. Die durch die Gegenreformation eingeleitete Erneuerung des religiösen Lebens führte zur Gründung zahlreicher neuer Bruderschaften. Gegenüber dem Mittelalter, in dem oft auch soziale Leistungen gefordert wurden, bezogen sich die Verpflichtungen, die die Mitglieder der Bruderschaften eingingen, in der Barockzeit fast ausschließlich auf geistliche Tätigkeiten. Im 19. Jahrhundert erhielten Bruderschaften durch das katholische Vereinswesen (Marianische Kongregation, Dritter Orden, Missionsverein, Kolpinsverein) eine neuartige Konkurrenz. Die meisten erloschen im Laufe des 20. Jahrhunderts ohne formelle Auflösung. 63)

Nach Bergkirchen kamen die Bruderschaften erst nach dem Dreißigjährigen Krieg. Hier entstand 1674 die Bruderschaft des Heiligsten Altarsakraments, die sog. Corpus Christi Bruderschaft. Zweck war die Förderung der Ewigen Anbetung des allerheiligsten Altarsakraments. Zeremonieller Höhepunkt im Kirchenjahr war natürlich die Fronleichnamsprozession. Pfarrer Lechner gab aus eigenen Mitteln 400 Gulden zum Stiftungsvermögen dazu (eine sehr hohe Summe). 1715 betrug das Vermögen 500 Gulden. Die Mitglieder kamen aus allen Kreisen der Bevölkerung "von nah und fern" wie es heißt, von Kleinberghofen bis Maisach. 1725 wurde ein sog. Bruderschaftsmagistrat errichtet, dessen Präfekt, der Hochedle Johann Geissler, Herr auf Geiselbullach wurde. Als Beyhelfer oder Assistenten fungierten die Pfarrer von Mitterndorf, Kreuzholzhausen und Oberroth. 1738 wurde die Bruderschaft erneuert. Ihre Festtage waren der Dreikönigstag (Titularfest), der Fronleichnams-Sonntag sowie der Sonntag nach Michaeli (29.9.).


Reparatur 1695

Wegen der im Jahr 1640 festgehaltenen Schäden führte man 1695 Dachreparaturen durch, sanierte den Turm und stockte ihn bis zur heutigen Höhe auf. Der Zimmerer Philipp Egid Fischer, der Vater von Andreas Fischer, reparierte den Glockenstuhl 69).
Beteiligt war auch der Dachauer Maurermeister Benedikt Göttschl (nach Max Gruber im Jahr 1693), der zugleich einen Überschlag zum Bau der Jobkapelle erstellte 67) .

Von 1701 bis 1714 litt die Bayer.Bevölkerung unter dem Spanischen Erbfolgekrieg. Zur Bestreitung der Kosten mussten die Pfarreien eine Art Sondersteuer entrichten. Der Gesamtbetrag belief sich für alle Pfarreien im Landgericht Dachau auf 1000 Gulden. Davon entfielen auf Bergkirchen 30 Gulden. Im Verlauf des Krieges sollen Engländer und Holländer in Bergkirchen und den Dörfern der Umgebung "furchtbar gehaust" haben. Auch der Pfarrhof in Bergkirchen sowie der Zehentstadel in Deutenhausen wurden geplündert. Schon 1705 erstellte der Zimmermeister Eusebius Helfetsrieder aus Dachau einen Plan mit Überschlag (=Kostenvoranschlag) zum Neubau des Pfarrhofes, des Getreidestadels, des Rossstalls und des Wagenschuppens. Er schätzte die Kosten auf den hohen Betrag von 1074 Gulden.
1726 machte der kurfürstliche Hofsteinmetzmeister und Baumeister Johann Georg Gött einen Riß (Plan) für einen Kirchenneubau (für einen Lohn von 6 Gulden) 67) . Doch der Neubau wurde verschoben; u. a. wohl auch, weil 1727 der Pfarrhof nochmals gebrandschatzt wurde und zwar von den (eigentlich verbündeten !) Österreichern, die auf dem Weg zum Englisch-Spanischen Krieg (1727-1729) durch Bayern zogen. 60)

Neubau 1731-34 (heutige Kirche)

Lange hat die 1590 erbaute gotische Kirche nicht gehalten. Wenn man aber bedenkt, dass das Dach von mindestens 1640 bis 1695 schadhaft war, ist die kurze Lebensdauer erklärbar. Jedenfalls riss im Jahre 1726 ein starker Sturm die westliche Giebel-mauer der Kirche ein. Die Lücke wurde mit Brettern notdürftig geflickt. Der Schaden muss beträchtlich gewesen sein, denn aus der Kirchenrechnung ist bekannt, dass allein der Glaser Georg Älbl (1675-1752) für Reparaturarbeiten den hohen Betrag von 212 Gulden erhielt 24) . Der Zimmerer Joseph
Falter erstellte 1726 einen Überschlag (= Kostenvoranschlag) zum Neubau einer Kirche; er schätzte die Kosten auf 741 Gulden und 15 Kreuzer 69).
Ein weiterer Sturm am 2.Januar 1727 legte den Verschlag mitsamt einem weiteren Mauerstück um, worauf der damalige Pfarrer Johann Scheffler sich sofort um die Genehmigung eines Neubaus der Kirche bemühte. Der kurfürstliche Baumeister Georg Götz erstellte einen Bauplan. Der Bischof stimmte zu, das Landgericht Dachau (heute vergleichbar mit dem Landratsamt/ Bauamt) lehnte ab. Ende 1729 richtete die ganze Pfarrgemeinde eine Bittschrift an den Bischof, in der sie schilderte, dass die Kirchenbesucher "mit Herzschlottern in die Kirche gingen, stets des Einsturzes gewärtig". Im Winter müssten sie sogar auf Schnee knien, weil das Dach offen sei. Am Ostersonntag 1731 (= 25.März) stürzte während des Hochamts Mauerwerk in den Kirchenraum, sodass die Gläubigen "fluchtartig aus den Betstühlen und der Kirche geflohen" seien und niemand sich mehr traute, "bei dem behörig heilig Deinstgotts allda bey zu sein". Jetzt musste die Kirche gesperrt werden. Am 10.Juli 1731 erteilte die Behörde die Baugenehmigung.


Finanzierung

Da ihm der von Georg Götz erstellte Bauplan nicht gefiel, hatte Pfarrer Scheffler schon vor 7 Wochen der Genehmigung, nämlich am 21. Mai 1731, einen Bauvertrag mit dem später berühmt gewordenen Baumeister Johann Michael Fischer geschlossen (Fischer soll insgesamt 32 Kirchen und 23 Klöster gebaut haben, so steht es jedenfalls auf einer Gedenktafel an der Münchner Liebfrauenkirche). Sofort wurde die alte Kirche bis auf den Turm und einen Teil der Ostmauer abgebrochen und mit den Bauarbeiten begonnen. Die Gesamtarbeiten dauerten nicht einmal drei Jahre und waren im Februar 1734 beendet. Um eine gewünschte Erweiterung des Kirchenraumes zu erreichen, konnte Fischer wegen des abfallenden Hügelgeländes im Osten und Westen nur in die Breite gehen. Er umgab einen rechteckigen Kernraum mit Nischen in den abgeschrägten Ecken und schuf damit einen achteckigen Zentralbau. Fischer erhielt für seine (und seiner Leute) Arbeit 681 Gulden; das entspräche heute (2010) in etwa 170.000 Euro, wenn man den Wert der Löhne von damals und heute berücksichtigt. Der gesamte Bau kostete 4.635 Gulden. Die höchsten Ausgaben (1400 Gulden) mussten für die Maurer- und Zimmererarbeiten geleistet werden. Dabei hatten die Handwerker einen Tageslohn von 20 Kreuzern, die Taglöhner von 12 Kreuzern (1 Gulden = 60 Kreuzer).


Bauausführung 60)
Die Bauausführung übernahmen Gregor Glonner (ca.1680-1745) und Zimmerer Joseph
Falter, die schon 1726 nach dem ersten Sturm einen Plan für einen Neubau erstellt hatten. Dieser Plan war aber vom Landgericht Dachau nicht genehmigt worden. Der Pfarrer sah sich wohl wegen dieser Vorleistung von Glonner im Zugzwang. So durfte Glonner beim Neubau als Fischers Stellvertreter fungieren und sogar seinen eigenen Palier (Bauleiter) Johann Lettner mitbringen (nach Max Gruber: Palier Hans Winterholler 1732). Das war ungewöhnlich, denn Fischer arbeitete sonst nur mit den Bauleitern seines Vertrauens zusammen. Lange hielt die Konstellation auch nicht: Bald schon ersetzte Fischer den Palier Glonners durch seinen eigenen Bauleiter Melchior Streicher (+1772) aus Müchnen-Au 67), der auch bei späteren Kirchenbauten Fischers mitwirkte. Aus den Kirchenrechnungen ist bekannt, dass an den späteren Baumaßnahmen in den Jahren 1734-36 auch der herrschaftliche Maurermeister Johann Wagner (+1771) aus Eisolzried/Deutenhausen und der Zimmerer Joseph Merzer 69) beteiligt waren.

Baumaterial war damals sehr teuer. Die Längsmauern der Kirche bestehen deshalb nur aus einer Ziegelsteinbreite. So dünne Mauern waren nur möglich, weil das Gewölbe nicht aus Stein, sondern aus einer verputzten Holzkonstruktion bestand.
Das Holz für den Neubau stammte vorwiegend aus den Wäldern um Puchschlagen. Es wurde kostenlos von den Bauern heran-geführt, wie überhaupt die Bewohner der ganzen Pfarrei fleißig Fuhr- und Spanndienste leisteten. In einem zeitgenössischen Bericht heißt es:
  "Nachem das ganz ruinose Mutter Gotteshaus S.Johannis Bapt.von Bergkirchen nägst Dachau so 1731 von Grund aus abgebrochen worden, hat man den Neu Pau dises Gottshauses gleich das Jahr noch so weit gebracht, daß solcher nit nur allein unter die Dachung gebracht, sondern auch nach gemainer Maurerart zum Verputz kommen ist"

Schon nach sechs Monaten setzte Zimmermeister Falter den Dachstuhl auf, der später mit Lärchenschindeln gedeckt wurde. Vielleicht war es dieser Geschwindigkeit geschuldet, dass das Dach schon sieben Jahre (andere Quelle: 18 Jahre) später erhebliche Schäden aufwies und repariert werden musste. Allerdings dürfte das Dach des Jahres 1731 eine andere Form als heute gehabt haben, denn im Schadensbericht von 1738 wird davon gesprochen, dass es zu flach sei und weder Wasser noch Schnee richtig abführe. Vielleicht wurde der Dachstuhl schon bei der ersten Reparatur, vielleicht auch später, auf die heutige, sehr steile Dachform abgeändert.

Die Pflastersteine stammten aus der Gegend bei Vohburg an der Donau.
Der Dachauer Glaser Georg Älbl (1675-1752) erhielt für Arbeiten an Fenstern in der Kirche und im Pfarrhof den hohen Betrag von 300 Gulden.
1733/34 errichteten Deutenhausener Maurer das Vorhaus und den westlichen Anbau. Das Portal verlegte der Pfarrer ohne Absprache mit Fischer an die Südseite.

Den mittelalterlichen Turm, der kurz vor dem Neubau aufgestockt worden war, ließ man stehen. Für eine damals zeitgemäße Zwiebelhaube fehlte das Geld. So trägt der Turm -wie viele Kirchtürme im Dachauer Land- ein Satteldach, gedeckt mit Ziegeln des Bautyps "Mönch und Nonne".

Innenausbau


In den hellen Kirchenraum fiel früher noch mehr Licht. An der Stelle des Hochaltars war zunächst ein weiteres Fenster eingebaut worden. Das wurde aber 35 Jahre später, beim Einbau des Hochaltars (1770) zugemauert.
Das Chorgestühl aus Eichenholz stiftete die Gemeinde Bergkirchen. Sie wurden erstellt von Franz Anton Pfeil und dem Kistler Wexlberger aus Lauterbach. Pfeil und Wexlberger fertigten auch zwei Beichstühle vier Sakristeischränke, die Eingangstüre, zwei Seitentüren sowie das Oratoriumsfenster mit zwei Laden. 69)
Als Decke über dem Altarraum errichtete man ein echtes Gewölbe aus Stein. Für die Decke über dem Kirchenschiff wählte man eine verputzte Holzlattenkonstruktion. Sie hatte den Vorteil, dass man mit wenig Geld auch komplexe Grundrisse überwölben konnte. Der Nachteil war die geringere Haltbarkeit (die Decke hielt denn auch nur 150 Jahre).
Die Stuckaturarbeiten im Chorgewölbe übernahm von 1732 bis zu seinem Tode im Jahr 1734 Max Härtl, der Stiefsohn von Benedikt Heiß, zusammen mit Ignaz Fritz und dem Bergkirchner Augustin Pältl (Pältl war auch in den Kirchen von Fahrenzhausen und Oberbachern tätig). Die übrige Stuckausstattung mit Kanzel und Jobaltar schufen Martin Hörmannstorffer, der Palier von J.B.Zimmermann, Alexander Pader, der Großneffe Konstantin Paders und wiederum Aug. Pältl.
Die Ausmalung der Decken wurden Johann Zickh aus München für den Betrag von 300 Gulden übergeben.
Für das Vergolden der Altäre erhielt der Lauterbacher Maler Franz Mayer 138 Gulden.

Und nach dem Ende der Bauarbeiten ließ man sich vom Münchner Zeichner (Staminz ?) einen Kirchenriß (=Aufriss) erstellen und entlohnte ihn dafür mit "einem Maxdor" 67) , das ist eine Goldmünze im Wert von "zwey Goldgulden" (18 Karat 16 Gr.) Benannt ist die Münze nach den Bayern-Kurfürsten Max Emanuel und Max Josef.


Schmidt'sche Matrikel von 1738/40
03)
Fünf Jahre nach dem Neubau beschrieb Kanonikus Schmidt aus Freising in seiner Matrikel von 1738/40 die Kirche als besonders prächtig im Vergleich zu den übrigen Kirchen des ländlichen Umfelds. Die Communicantes hatten sich seit 1524 von 350 auf 750 mehr als verdoppelt. In der Kirche standen auch damals fünf Altäre: der Hochaltar war dem hl.Johannes geweiht; die Seitenaltäre hatten wie heute die Heiligen Sebastian und Nepomuk als Patron; der Kreuzaltar war noch nicht geweiht; der Jakobus-Altar stand in der Job-Kapelle. Im Turm hingen vier Glocken. Das Vermögen des Pfarr-Gotteshauses jedoch wurde als "wegen des Neupaus ganz erschöpfet" beschrieben und die Zukunft nicht rosig dargestellt: "und wirdet mehrer Schulden hinaus haben". Das Besetzungsrecht (für neue Pfarrer) wechselte monatlich zwischen dem Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten. Bergkirchen war also eine Monatspfarrei; das bedeutete, dass der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen konnte, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten (ungeraden Monaten) wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog.

Am 14.Juni 1739 stürzte aus uns nicht mehr bekannten Gründen eine Glocke vom Kirchturm herunter und erschlug ein 12jähriges Mädchen, Monika Hueber aus Kinaden. Das Kind erhielt noch die letzte Ölung und wurde tags darauf in Bergkirchen bestattet. Da Kinaden aber zur Pfarrei Pellheim gehörte, gab es wegen dieser Beerdigung Auseinandersetzungen mit dem Pellheimer Pfarrer.

1775: Ausbesserungen durch Zimmermeister Melchior Hechensteiner (+1796) aus Dachau 69) 70)

60 Jahre später, zur Zeit der Säkularisation um 1803, war die wirtschaftliche Situation der Pfarrei aber schon wieder prächtig. Sie war die reichste und einträglichste Pfarrei des Dekanats Dachau. Die Einnahmen betrugen jährlich 2000 Gulden, dreimal so viel wie bei St.Jakob in Dachau (600).



Pfarrei-Ausschreibung 1821 01)
Im Jahr 1821 starb Pfarrer Josef A. Atterer. Da das Besetzungsrecht beim Landesherrn lag, schrieb der König die Pfarrei im Königlich-bayerischen Intelligenzblatt für den Isarkreis aus, um die Bedingungen für eine Bewerbung für die Pfarrerstelle festzulegen:

 

(Die Erledigung der Pfarrey Bergkirchen betreffend)
Im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern
Durch den Tod des letzten Besitzers, kam die Pfarrey Bergkirchen in Erledigung. Selbe liegt in der erzbischöflichen Diözese München-Freysing, im Dekanate Dachau im Landgerichte Dachau.
Bey einem Umfange von 4 1/2 Stunden, enthält sie 4 Filialen, 2 Capellen, eine Schule und 897 Seelen, welche von dem Pfarrer, einem Hülfspriester und Provisor versehen werden.
Die Rente des Pfarrers besteht nach der geprüften Fassion in 3509 fl. 43 1/2 kr.
Die Lasten in 1115 fl. 22 1/4 kr. unter denen nals besondere Abgabe ein Absent von 150 fl. zum Königl. Rentamte befindet.
München, den 30.October 1821
Königlich-Baierische Regierung des Isarkreises, Kammer des Innern, v.Widder, Präsident

(Die Erledigung der Pfarrey Bergkirchen betreffend)
Im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern
Nachträglich zur Erledigungs-Ausschreibung der Pfarrey Bergkirchen, im Königl. landgerichte Dachau, wird hiermit bekannt gemacht, daß auf dieser Pfarrey ein Bauschillings-Capital hafte, welches zur Zeit noch 800 fl. beträgt, und vermöge allerhöchster Entschließung vom 8.März 1817, mit 50 fl. jährlichen Fristen ausgesessen werden muß.
München, den 4.December 1821
Königlich-Baierische Regierung des Isarkreises, Kammer des Innern, v.Widder, Präsident,
v. Hofstetten, Director.

 

Die Pfarrei erhielt übrigens Pfarrer Josef Huber.


Beschreibung 1874 04)
Um das Jahr 1870 erstellte der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising und veröffentlichte sie 1874 als Buch .
Über die Pfarrei Bergkirchen schreibt er, sie habe 1061 Seelen in 176 Häusern, davon lebten 203 (in 31 Häusern) im Dorf Bergkirchen selbst. Der Umfang der Pfarrei betrage 6 geometrische Stunden. Die Pfarrkirche sei "ziemlich modern italienisch, nach welscher Art schön gebaut". Im Sattelthurm hingen vier Glocken, "die größte vom Jahr 1869, die anderen ohne Bedeutung". In der Kirche stünden vier Altäre, auf der Empore eine Orgel mit 12 Registern. Am Vorabend vor Christi Himmelfahrt wallfahrteten die Pfarrangehörigen in Begleitung des Cooperators nach Andechs.
Das Pfarrwidum, der Bauernhof des Pfarrers, umfasse bei einem Bodenbonitätswert von 13 insgesamt 112 Tagwerk (= 37 ha), davon 81 Tagwerk Äcker, 24 Tagwerk Wiesen, 4 Tagwerk Moosgrund und 2 Tagwerk Haus und Garten. Das geräumige Pfarrhaus sei 1853 erbaut. Darin wohne neben dem Pfarrer noch ein Cooperator. Die Ökonomiegebäude seien dagegen alt. Das Kirchen-vermögen betrage 17.526 Gulden.


Einbruch in der Pfarrkirche 1879 05)
Ende Mai 1879 wurde in die Kirche eingebrochen. Dabei wurden folgende Gegenstände geraubt:
Ziborium, Monstranz, Kelch, Krone eines Jesuskindes, Tauf- und Provisur-Gefäße, echte Gold- und Silberborten, die die Diebe von verschiedenen Kirchengewändern abgetrennt haben. Die Gefäße waren meistens aus Kupfer und vergoldet oder versilbert. Der Wert der geraubten Gegenstände bezifferte sich auf einige Hundert Mark.

Altarumbau 1880
Aus den Aufzeichnungen von Pfarrer Oberlinner (1936-1949) lässt sich der Altarumbau von 1880 teilweise rekonstruieren. Jedenfalls klagte Oberlinner darüber, dass der Altar damals (1880) eine "trostlose Verschandelung" erfahren habe. Der Restaurator, ein Kirchenmaler aus Freising, habe der Kirchenverwaltung eingeredet, die Muttergottes im Mittelteil des Choraltars sei im Hinblick auf das Johannes-Patrozinium der Kirche fehl am Platz und sollte durch ein großes Johannesbild ersetzt werden, das er malen werde.
Dieses dann auch gelieferte Bild habe, so Pfarrer Oberlinner 60 Jahre später, den schönen Altaraufbau des 18.Jh. förmlich auseinander geschoben. Die wertvolle Madonnenfigur sei spurlos verschwunden. Der Altar wurde rostbraun angestrichen.

Gut ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 1936, sollte der Hochaltar wieder ein Marienaltar werden. Domkapitular Hartig vermittelte einen Kontakt zu Bildhauer Karl Schratt aus München, der 1937/38 aus Lindenholz eine neue Muttergottesfigur mit Baldachin schnitzte (heute noch vorhanden). Damit die Kirche weiterhin ihren Bezug zum Patron Johannes Baptist behält, brachte man an der Decke des Altarraums ein Gemälde "Johannes tauft Jesus" an. Maler war der junge Sigmund Neumeier aus Garching.

Die Kirche im 20.Jh.

1913  wurde die Turmuhr erneuert
1914
 erhielt die Pfarrkirche eine elektrische Beleuchtung. "Das hehre Gotteshaus erstrahlte in
         einem Lichtermeere" schrieb der Amperbote am 14.03.1914. 10)
         Wenn Sie den gesamten Bericht über die Elektrifizierung lesen möchten, klicken sie hier...
1922
  erhielt die Kirche eine Doppelempore um 55.000 RM und eine große Orgel von der Fa. Albin
         Moser mit 15 Registern um 85.000 RM.
1923  kamen zwei neue Glocken (13 Zentner und 9 Zentner), drei Jahre später eine weitere Glocke
         mit 23 Zentnern dazu. Im gleichen Jahr brannte es in der Sakristei. Ein Funke aus dem
         Rauchfass hatte Messgewänder entzündet. Der Schaden belief sich auf 300.000 RM.
         Doch damals hatte die große Inflation schon den Geldwert absinken lassen... mehr dazu...  


Kirche um 1927
(zur Vergrößerung klicken)

1926  Renovierung der Friedhofsmauer (bezahlt von der Gemeinde), Weißeln der Kirche außen
1937
 Renovierung zur 200-Jahr-Feier. Dazu gibt es interessante Einblicke aus dem Tagebuch von Pfarrer Oberlinner mehr dazu...

1951  Erneuerung der Bedachung des Kirchturms (Firma arbeitete ohne Gerüst, mit einem Fahrstuhl) 61)
1976  Ausbesserung des Dachstuhls, Stützung des Gewölbes durch Betonanker, Anstrich der Außenfassade mit rosa Farbe
         Kosten: 580.000 DM
1978  wurde an der Stelle der früheren landwirtschaftlichen Gebäude des Pfarrhofs ein neues Pfarrheim errichtet und
         im Juni 1979 feierlich seiner Bestimmung übergeben.
1984  Beginn der großen Innenrenovierung. Kirche wird bis auf die Altäre vollständig ausgeräumt und bis zur Höhe von 2 Meter
         Höhe der Putz abgeschlagen. Die Kirchenmalerfirma Wimmer aus München restaurierte die Gemälde. Kosten: 400.000 DM
1992  Einweihung des neuen Gemeindefriedhofs am westlichen Ortsrand von Bergkirchen


Volksmission
Im Oktober 1934 wurde von drei Missionspatres eine Volksmission durchgeführt. Sie bestand aus vielen Gottesdiensten und sonstigen geistlichen Veranstaltungen. So wurde am Sonntag Vormittag ein Hochamt mit Predigt abgehalten, am Nachmittag fand "eine ergreifende Totenfeier mit Ansprache und Gräberbesuch" statt. 61)
Weitere Missionen mit Oblaten-Patres aus München sind aus den Jahren 1948 und aus dem Jahr 1978 bekannt.


Bittgänge
Pfarrer Froschmaier verfasste 1771 ein "Diarium Funktionum Ecclesiasticarum", also ein Buch über Ereignisse im Kirchenjahr, in dem u.a. auch die Bittgänge und Wallfahrten verzeichnet sind. Ich habe alle Bittgänge der Bergkirchner (nach Einsbach, Deutenhausen, Puchschlagen, Kreuzholzhausen, Andechs (seit 1630), Geiselbullach, München, Mitterndorf, Straßbach und Feldgeding) mit zusätzlichen Erläuterungen auf einer gesonderten Seite zusammengefasst.
Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie hier...



Biberecker Speisenweihe
Interessant ist die Geschichte über die Biberecker Speisenweihe. Pfarrer Froschheim (1737-1779) berichtet, der Kooperator habe am Ostermontag auf seinem Weg von Bergkirchen nach Deutenhausen einen Umweg über Bibereck gemacht, um in der dortigen Kapelle (!) das von den dortigen Bauern bereit gehaltene Fleisch und Eier zu weihen. Dazu sei der Kooperator aber nicht verpflichtet gewesen; es habe sich um eine reine Gefälligkeit gehandelt. Und als der Kooperator den Umweg nicht mehr machen wollte, brachten die Bauern die Speisen nicht etwa zur Weihe in die nahe Kirche von Deutenhausen, sondern legten sie am Morgen bei Sonnenaufgang unter freiem Himmel ins Gras und ließen sie von den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne "weihen". Sie verträten die Auffassung, die Ostersonne ersetze voll den Segen des Kooperators, schrieb Froschheim.

Kriegsende 1945 61)
Beim Einmarsch der Amerikanischen Armee in den Nachmittagsstunden des 29.April 1945 erhielt Bergkirchen mehrere Artillerie-treffer. Eine Granate traf den Kirchturm, dessen Dach zu einem Drittel zerstört wurde; die Amerikaner mutmaßten, dass im Turm ein Beobachtungsposten installiert sei. Auch das Dach der Kirche erhielt drei leichte Treffer, die das Gewölbe im Inneren beschädigten. Ein weiteres Geschoss riss ein 1,5 Meter großes Loch in die Nordmauer. Das Innere war von Steinen und Staub übersät. Ein Granatsplitter steckt noch immer im Mittelfeld des Kanzelkorbes. Die Artillerie der Amerikaner traf auch Nebengebäude des Pfarrhofs.

Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft, teils auf die Gemeinde, die Pfarrei oder die Filialkirchengemeinde. Im Jahr
1847: hatte die Pfarrei Bergkirchen 916 Gläubige (jährl.Einnahmen: 2590 Gulden) 02)
1868: Gemeinde mit 307 Einwohnern u. 102 Gebäuden,
         Ortschaft Bergkirchen: 199 Einw /67 Gebäuden, (Bibereck: 66/22;   Facha: 41/13) 59)
.
1874: Ortschaft mit  203 Einwohnern
1933: Gemeinde mit  389 Einwohnern
1939:
Ortschaft mit  362 Einwohnern (Eisolzr.543, Feldged.234, Günding 853, Kreuzholzhs 206, Lauterb.310, Oberb.417) 61)
1950: Ortschaft mit  568 Einwohnern.(Eisolzr.725, Feldged.388, Günding 1372, Kreuzholzhs 315, Lauterb.526, Oberb.665) 61)


Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit den Kirchengebäuden, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Primizfeiern, Priesterjubiläen, Installationen, Volksmissionen, Wallfahrten und sogar Kriminalfällen.
Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...
Von einem Kirchenchorstreik um 1900 berichtet die frühere Lehrerin Hartlmaier in ihren Lebenserinnerungen. ...mehr dazu....


Seit 1978 bildet Bergkirchen mit der Pfarrei Kreuzholzhausen einen Pfarrverband. 2010 kamen auch die Pfarreien Schwabhausen und Oberroth dazu.


Baubeschreibung

Die Pfarrkirche St. Johann Baptist ist auf einem Hügel 35 m über dem Ampermoos erbaut. Sie beherrscht das Ortsbild von Bergkirchen und ist in der Landschaft westlich von Dachau weithin sichtbar.
Das Gotteshaus ist von einem ummauerten Friedhof umgeben. In Unterlagen ist zu lesen, dass dieser Friedhof 1693 erweitert und 1732 mit einer neuen Friedhofsmauer aus 22.000 Mauersteinen umgeben wurde. Allerdings hielt diese Mauer nur 33 Jahre; im Jahr 1775 stürzt sie ein und wurde zwei Jahre später wieder neu aufgebaut. Der heutige Betonmantel um die Mauer stammt aus dem Jahr 1926.

<< Ansicht 2004

Das schiefergedeckte Kirchenschiff ist ein Zentralbau mit achteckigem Grundriss (Zahlensymbol für Täuferkirche, wie bei Taufsteinformen). Wie der Zentralraum und der Chor sind auch die niederen Anbauten, Sakristei und Kapellen, beiderseits des Chores und südlich des Turmes innerhalb der Gesamtrechtecksform als eigene Baukörper mit eigenem Dach ablesbar.

Fischer knüpfte damit an die Architektur der früheren Taufkirchen an. Auch Taufbecken, wie das in der Jobkapelle, haben oft eine achteckige Form. Die Zahl 8 hat als Hintergrund die 7 Schöpfungstage und als achten Tag den Tag der Taufe als "Neuschöpfung durch Jesus Christus".
Nach Georg Dehio (siehe Quellen) ist der Langhauskomplex zwar überzeu-gend; er gehe aber mit dem schlanken, durch Blenden und Rundbogenfriese fein gegliederten Turm nicht gut zusammen.
Das ist nicht verwunderlich, stammen doch Turm und Kirche aus verschiedenen Jahrhunderten mit unterschiedlichen Baustilen.

Wie auf dem nebenstehenden Grundriss gut zu erkennen ist, sind die Längsmauern der Kirche sehr dünn; sie bestehen nur aus ei-ner Ziegelsteinbreite. Schon 1738 klagte man, "daß wan man nur eine Glokhen leithet, das ganze Kirchengepeu zimblich wackhlet". 60) Man nimmt an, dass deshalb die Decke des Hauptraums (Kirchenschiffs) nur aus einer verputzten Lattenkonstruktion errichtet wurde. Die dünnen Seitenmauern hätten dem Schub eines Steingewölbes nicht standgehalten.

An diesen Hauptraum schließt sich östlich der Chor/Altarraum mit fast halbkreisförmigem Grundriss an.
Die Sakristei steht an der Nordseite des Chores, die Jobkapelle gegenüber.
Die Fenster sind korbbogig gestaltet, wobei das südliche Hauptfenster durch seine ungewöhnliche Größe den lichtdurchfluteten Innenraum dominiert.
Der südwestliche Anbau, die Beichtkapelle hat vier Rechteckfenster.



Epitaphe (Grabplatten)
In die Kirchenwände sind innen und außen viele Epitaphe eingemauert. Die Grabplatten, die sich heute an der Außenseite der Kirche befinden, waren ursprünglich im Kircheninneren angebracht und wurden erst beim Neubau der Kirche im 18. Jh. nach außen versetzt. Bei der Renovierung 1984 kamen die ältesten zwei von ihnen aber wieder in die Kirche, um sie vor dem völligen Verfall zu retten: die des Ritters Ulrich Stätzlinger von Eysolzried (1471) und die der Margaretha von Eisolzried von 1308, die mit über 700 Jahren zudem die älteste Grabplatte im Dachauer Land ist.

Epitaphe außen an der Ostseite

1560
1590
1616
1630
1639
1678
1751
1703
1866
1560
Epitaph für Pfarrer Erhard Meczger, 19.3.1560. Kalksandstein verwittert (169 x 83).
Ein Priester kniet vor Christus, der ihn segnet. Darunter ein Totenschädel als Zeichen der Ermahnung zur Buße und Anruf der Ewigkeit (Vanitassymbol). Es ist der älteste Priestergrabstein in Bergkirchen. Pfarrer und Dekan Erhard Meczer, soll nach der Reformation eine Zeit lang der lutherischen Lehre angehangen haben. Bei seinem Tod wurde sogar eine Lutherbibel in seinem Nachlass gefunden. Auch hinsichtlich des Zölibats soll sein Lebens-wandel nicht einwandfrei gewesen sein. Während seiner Zeit als Pfarrer dürfte er die Kirche neu erbaut oder doch von Grund auf erneuert haben. Denn in den Visitationsakten von 1560 heißt es, die Kirche sei neu erbaut. Das hat auch viel Geld gekostet: sein Nachfolger musste eine Hofstatt in Esting und ein Zinseinkommen zur Schuldentilgung verkaufen.
Unleserlich, Rotmarmor, unten Wappen in Dreipaß (60 x 53 cm)
Vielleicht für Wolfgang Ostermaier, der ab 1561 Pfarrer in Bergkirchen war.
1590
Epitaph für Pfarrer Andreas Höglmiller, gest. 23.9.1590, Rotmarmor, oben Kelch mit Hostie (82 x 39 cm)
"cuius anima Deo vivat! dessen Seele in Gott weiterleben möge.
1616
Epitaph für Pfarrer Martin Thurner, 26.7.1616, Rotmarmor,
Priesterrelief (im Halbprofil mit Bart) mit Kelch und Hostie (149 x 72 cm).
Martin Thurner war von 1590-1616 Pfarrer in Bergkirchen.
Er war unter seinem Vorgänger Andreas Höglmüller bereits "Gesellpriester" (=Kaplan) und ist so der erste nament-lich bekannte Cooperator Bergkirchens. Er erbaute als Pfarrer den Pfarrhof neu und erhielt dafür einen Jahrtag mit drei Messämtern; diese wurden aber 100 Jahre später, nachdem im spanischen Erbfolgekrieg (1704-14) das Pfarrhaus niedergebrannt worden war, auf ein Requiem reduziert. Pfarrer Thurner hatte 1601 mit der Führung von Matrikelbüchern (Taufen, Hochzeiten, Todesfälle) begonnen. Diese Bücher sind aber im Dreißigjährigen Krieg durch den Brand des Pfarrhofs verlorengegangen (keine Urkunde vor 1648).
1630

Epitaph für Pfarrer und Dekan Mathias Schlaich, 1630, Rotmarmor, bärtiger Priester mit Kelch (106 x 70 cm).
14 Jahre Pfarrer in Bergkirchen. Um die Pfarrerstelle hatte es 1616 Auseinandersetzungen gegeben. Ursprünglich sollte sie der bisherige Cooperator Reiffenstul bekommen, doch sie wurde schließlich dem Pfarrer von Heberts-hausen Matthias Schlaich verliehen. Er war 33 Jahre lang Priester, 30 Jahre lang Pfarrer, davon 14 Jahre in Bergkirchen und 8 Jahre Dekan.

1639
Epitaph für Pfarrer Christoph Mittermayr, 12.1 0.1639, Rotmarmor (51 x 54 cm).
Wie schon sein Vorgänger Caspar Leiss, der kein Epitaph erhielt, hat auch Christoph Mittermayr keinen vorbildlichen Lebenswandel geführt. Er war sehr arm, was im Dreißigjährigen Krieg nicht verwunderlich war; aber er konnte auch nicht wirtschaften. Deshalb musste er den Pfarrhof 1637 verpachten.
1678
Epitaph für Pfarrer Johannes Stein, 12.5.1678, Rotmarmor, bärtiger Priester mit Kelch (82 x 56 cm).
5 Jahre Pfarrer in Bergkirchen. Johannes Stein war vorher Pfarrer in Eitting bei Erding. Er war bei Amtsantritt schon sehr alt und wurde von einem schweren Augenleiden geplagt. Nach 5jähriger Tätigkeit erblindete er und musste resignieren. Er übergab die Pfarrei seinem Vetter Joh.Lechner und lebte noch 11 Jahre zurückgezogen im Bergkirchner Pfarrhaus. In seiner Amtszeit entstanden die Kirchenbücher neu.
1703
Epitaph für Pfarrer Johann Lechner, 13.8.1703, Rotmarmor (182 x 91 cm). 36 Jahre Pfarrer in Bergkirchen.
Lechner war vor seiner Berufung zum Pfarrer schon Kooperator in Bergkirchen. Er war Magister der Theologie und Philosophie, auch Kammerer des Dekanats Dachau. Unter seiner Amtszeit wurde die Corpus-Christi-Bruderschaft gegründet. Auf seinem Stein stehen die Worte: Exemplo verboque potens vereque Johannes - ein wahrer Johannes, gleich seinem Namenspatron.
1751
Epitaph für Pfarrer Johann Georg Scheffler, res. 1.1.1738, Rotmarmor, unten Wappen (127 x 60 cm).
Pfarrer von 1703 bis 1738. Gestorben 1751. Johann G.Scheffler war Sohn eines bischöflichen Hofkammerherrn in Freising. Dort feierte er 1693 seine Primiz. Später war er Pfarrer in Hohenkammer. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit (1704) kamen im Rahmen des Span.Erbfolgekriegs Truppen der Engländer und Holländer, die die Gegend verheerten und den Pfarrhof mit den Stallungen und Scheunen niederbrannten. 23 Jahre später machten die Österreicher das Gleiche.
Scheffler war ein großer Bauherr. Unter seiner Leitung wurden die Kirchen in Bergkirchen und Oberbachern, sowie zweimal das Pfarrhaus aufgebaut. Persönlich war Scheffler aber ein "mürrischer, aufbrausender Charakter, der sich nicht scheute, in Tätlichkeiten auszuarten". Altersmüde resignierte er mit 69 Jahren zugunsten seines Cooperators Josef Rettenpöckh, bereute es aber kurze Zeit später und stritt sich mit seinem Nachfolger. Baron von Froschheim nutzte den Streit aus und erhielt die Bestätigung des Bischofs als neuer Pfarrer. Scheffler ging nach München und lebte dort noch 15 Jahre. Er starb am 18.7.1751 im Alter von 84 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er an der Epistelseite (Nordseite) des Hochaltars in Bergkirchen.
1866
Epitaph für Pfarrer Joseph Dietmaier, Kalksandstein, neugotisch mit Kelch (147 x 42 cm).
Josef Dietmaier war von 1843 bis 1866 Pfarrer in Bergkirchen. Er war gebürtiger Schwabe aus Zusamaltheim. Er wurde am 4. Febr.1843, mit 36 Jahren, in der Pfarrei Bergkirchen investiert. 1846 hat man ihm das Amt als Dekan übertragen. Er war auch im politischen Leben sehr rührig und vertrat als Abgeordneter des Bayerischen Landtags die Interessen des Dachauer Landes und die des geistlichen Standes. Unter ihm wurde der Pfarrhof in Bergkirchen neu erbaut. Dietmaier starb am 5.Aug.1866. Von ihm gibt es noch ein Bild »

Joseph Dietmaier


Epitaphe außen an der Südseite

Vor der Kirche wurde 1952 ein Grab für die verstorbenen Priester der Pfarrei angelegt und mit einem schön geschmiedeten Grabkreuz des Priesters Baron v.Froschheim, gest.1779 und zwei Schriftplatten mit den Namen der Geistlichen geschmückt. Für Baron v.Froschheim wurde kein Epitaph angebracht. Er war wohl eine schillernde Person unter den Bergkirchner Pfarrern.

 Priester-
Grabkreuz
"Der seltsamste Pfarrherr von Bergkirchen" schreibt Josef Burkhart in seiner Chronik. Der etwas großspurig auftretende v.Froschheim war beim Bischof nicht beliebt, weil er einen anstößigen Lebenswandel pflegte, mit Geld nicht umgehen konnte, den Religionsunterricht ausfallen ließ und die Messe in einer Viertelstunde hielt. Er war aber bei der Bevölkerung beliebt, die ihn nach einer Suspendierung durch Eingaben an den Bischof in die Pfarrei zurückholten.

1846
Kalksandstein (87 x 50 cm)
Text: "Joseph Schön, Pflegekind des Gutsbesitzers Sabbadini zu Geiselbullach. Gebohren in Köln am Rhein, den 16ten November 1835, gestorben den 25ten Mai 1846. Alter 10 J 6 Mon 9 Tage. So sey den Gott zurückgege-ben, Der dich, du gutes Kind uns gab, Dein Tod is Übergang in's Leben, Und frühes Heil dein frühes Grab. Du kanntest kaum der Erden Freuden. Fühltest kaum derselben Leiden. Schon früher trug dich in der Brüder Chor. Ein Friedens Engel froh empor " R.I.P

1732
Benno Kerner, 18.3.1732,
Kooperator,
Kalksandstein
(29 x 30 cm)
Barbara von Hetzendorf
(Hözendorf)
3.12.1793
Kalksandstein
(43 x 43 cm)

1793

1682
Maria Katharina Präun, 30.8.1682,
Kalksandstein
(56 x 42 cm).
Mathias Frickh, 31.1.1741,
Kalksandstein, unten Wappen
(73 x 49 cm).
38 Jahre Kooperator.

1793

Epitaphe innen

1308
Margaretha von Eisolzried, 1308,
Auf einem Kleeblattbogen stehendes Kreuz,
in Ritztechnik, verwittert (180 x 78 cm)
ältester Grabstein des Landkreises
Ulrich Stazinger von Eisolzried 1471, Rotmarmor, Ritter in spätgotischem Harnisch, zwei Wappen
(208 x 104 cm)

1471

1793
Kalksandstein, mit klassizistischem Kelchrelief (64 x 33,5 cm).
Text: Hier erwartet die Auferstehung der Hochw.Wohlgeb. Herr Franz Karl von Hetzendorf (Hözendorf), Doct. Frei(er) wirkl.geistl.Rath. Dann 14 Jahr Pfarrer in Bergkirchen. Er starb 1793 den 30.Nov. im 55.Jahre seines Alters".
Es ist das einzige Epitaph für einen Bergkirchner Priester, das im Innern angebracht ist. Von Hetzendorf war auch der letzte Priester, der in der Kirche seine letzte Ruhe fand. Am Tage des Begräbnisses starb übrigens seine Schwester Barbara, deren Epitaph außen in die Südseite eingemauert ist.

Friedhof

Im Pfarrfriedhof von Bergkirchen (Pfarrhausseite) ist das große Gedenkkreuz erwähnenswert, das 1949
von Leobschützer Heimatvertriebenen (Oberschlesien) zur Erinnerung an ihre Toten errichtet wurde.

 
Leobschützer
Gedenkkreuz

Der Grund für die Errichtung des Kreuzes dürfte auch darin gelegen haben, dass Bergkirchen nach dem 2.Weltkrieg Ziel einer kleinen temporären Wallfahrt von Vertriebenen aus Schlesien war. Wie die berühmteste Wallfahrtsstätte in der alten Heimat, die Annaberg-kirche, liegt Bergkirchen in beherrschender Lage auf einer Anhöhe. Zudem ist St.Anna in Bergkirchen mit einer Figur auf dem
  Hochaltar prominent vertreten. 1947 wird von einigen hundert Teilnehmern am 1.August, sechsTage nach dem Annafest, berichtet. Die Wallfahrt bestand drei Jahre lang.


K
irchturm

Der 35 m hohe Sattelturm an der Westseite stammt noch vom spätgotischen Vorgängerbau von 1560. Er besitzt in seinem Erdgeschoss Tuffquader eines vermutlich noch älteren Baues, vielleicht aus der Zeit um 1400. Im jetzigen Mittelfeld sind Zahnschnittfriese und über Blendnischen Zickzackfriese angebracht. Der obere Teil ist barock verändert.

Hinter den doppelten Schallöffnungen hängen vier/fünf Glocken. Sie wurden in der Fa. Anton Bachmair, später Karl Czudnochowski in Erding bzw. in der Glockengießerei Maria Laach (2013) gegossen.

Kirchturm 35 m

Jahr
Gewicht
Ton
Jahr  
Gewicht
Ton
Patronat
350 kg
b'
1948 
530
g'
St.Maria
1400 kg
d'
1949  
700
f'
St.Sebastian
2013  
Joh.Täufer

Die früheren Glocken, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg (Jan.1942 drei von vier Glocken) 61) zum Einschmelzen abgeliefert werden mussten, waren 1830, 1869, 1883, 1902, 1923 (2 Glocken, 9 u.13 Ztr. 12)) und 1926 (eine Glocke, 23 Ztr., Gießerei Strasser in Landsberg, 4.000 Mark) gegossen worden.
Über die Glockenweihen in den Jahren 1902 und 1962 gibt es Zeitungsberichte; wenn Sie sie lesen möchten, klicken Sie auf die Jahreszahlen. 06), 06)
Im Jahr 2013 hat man eine neue Glocke angeschafft und Ende August 2013 geweiht: die sog. Jubiläumsglocke, die auf die 1200-Jahrfeier (814-2014) hinweist. Dieser Text steht auch auf dem Glockenmantel; dazu trägt die Glocke noch das Bild des Kirchenpatrons Joh.Täufer.


Glockenweihe 1902

Im gleichen Jahr (1913) wurde die Kirchturmuhr nach 100-jährigem Dienst auf Kosten der Gemeinde Bergkirchen ersetzt. August Hemberger aus Erling lieferte eine neue Uhr, die "auf dem Stand der neuesten (Elektro-)Technik war". 61), 66)
Über die Neuanschaffung wurde auch im Amperboten berichtet; wenn sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...

Die 1913 ausgemusterte Uhr aus der Zeit Napoleons ist in einem Schrank mit Glastüre im Turm aufbewahrt. Die Uhr, die man noch per Hand über Gewichte aufziehen musste, wurde in einem Zeitungsbericht des Jahres 1913 als "über 100 Jahre alt" bezeichnet.

Der Eingang zur Kirche liegt an der Südseite des Schiffes, überdeckt von einem Vorhaus. Hier steht an der linken Seite eine Pieta aus geflecktem Rotmarmor über den Kriegergedächtnis-Tafeln von 1920 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
      
Pieta und Missionskreuz
Auf der Ostseite des Vorhauses hängt ein Missionskreuz aus der 1.Hälfte des 18. Jh. mit wundenübersätem Korpus. Das Kreuz war wohl anlässlich einer Volksmission aufgestellt worden.


R
estaurierungen

1730  haben Gregor Glonner und Augustin Pältl für 5 fl 18 Kr das Dach repariert
1913  wurde die Kirchturmuhr erneuert
1914  bekam die Kirche einen Stromanschluss
1920/21 wurde eine zweite Empore eingebaut und eine neue Orgel installiert. Darüber gibt es einen Zeitungsbericht
1926  Renovierung der Friedhofsmauern

1937  Renovierung vor der 200-Jahr-Feier: Altäre und Figuren erhielten neuen Glanz, der
         Hochaltar eine neue Marienstatue, die ein überdimensionales Gemälde einer Szene mit
         Johannes dem Täufer ersetzte und durch Bischof Schauer von München geweiht wurde.
1949  Renovierung der nördlichen Zugangstreppe (620 DM)
1958  wurde der südliche Aufgang zur Kirche als Treppenaufgang neu angelegt (Architekt Max
         Gruber, Maurermeister Thomas Feicht).
1977  Außenrestaurierung; 1984 - Innenrestaurierung
2007  wurden die Friedhofsmauer, das Leichenhaus und das Vorhaus saniert sowie der
         Aufgang zur Kirche neu gestaltet (Bild rechts).


neuer Aufgang zur Kirche

2013  wurde die Kirche voll eingerüstet (eingehaust), um dort Renovierungsarbeiten vornehmen zu können. Das Kirchendach wurde mit schwarzem Schiefer gedeckt. Beim Anstrich der Außenwände griff man, so Pfarradministrator Hack, "nach alten Vorlagen auf Blau-Weiß zurück". Das waren jedenfalls die Farben, in denen die Kirche 1910 beschrieben wurde.
Der Kirchturm wurde saniert, die Glocken hat man anders aufgehängt, damit sich die Schwingun-gen neutralisieren. Eine neue Glocke, die sog. Jubiläumsglocke wurde in Maria Laach gegossen und nach der Weihe am 28.Juli auf den Turm hinaufgezogen. Die Glocke ist dem Kirchenpatron, St.Johannes Baptist geweiht. Zudem hat man die Heizung ans Fernwärmenetz angeschlossen. Ein Personenaufzug zum oberen Friedhof wurde installiert (Fa.Butz&Neumair), um den Gehbehinderten einen bequemen Zugang zu ermöglichen. Dazu kamen Umbauten im Pfarrhof.

. während der Renovierung 2013


Innenausstattung


A
ltarraum

Der querovale Altarraum oder Chorraum wird von einem böhmischen Gewölbe mit Bandelwerkstuck überdeckt. Stuckateure waren die Dachauer Maximilian Härtl (1696-1734) und seine Gesellen Augustin Pältl und Ignatz Fritz. Den Stuck über dem Altar trugen Martin Hörmannstorfer und Alexius Bader(Pader) auf. Hörmannstorfer war auch in der Klosterkirche Andechs tätig (1756) 62)

Die Wandgliederung besteht aus Pilastern und Gesims; die Nischen links und rechts mit den Türen zur Sakristei und Jobkapelle sind von Säulenpaaren gerahmt. Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform.


D
eckengemälde im Altarraum

Das Deckengemälde im Altarraum stammt aus dem Jahr 1937 und stellt die Taufe Christi am Jordan dar. Maler war Richard Holzner (1883-1958) aus München.

Um das zentrale Bild sind in vier kleineren ovalen Gemälde die Patrone der ursprünglich vier Filialkirchen von Bergkirchen dargestellt.

 

  

Patrone der Filialkirchen:

(nordost)   hl. Augustinus (Feldgeding)   (nordwest) hl. Jakobus (Oberbachern) (südwest)  hl. Bartholomäus (Breitenau) (südost)    hl. Nikolaus (Deutenhausen)

Die restliche Fläche der Altarraumdecke ist viel Ornamentmalerei geschmückt.



Hochaltar
/ Choraltar

Der Hochaltar ist um 1760 entstanden und kam 10 Jahre später nach Bergkirchen. Den früheren Altar hat man nach Oberbachern abgegeben.

Choraltar 2014
Der Altar wurde wahrscheinlich vom Dachauer Bildhauer Franz Paul Arnoldt (1724-1788), auch Franz de Paula Arnoldt genannt, geschaffen 16) . Sein Sohn Augustin (1759-1834) 44) fertigte im Jahr 1792 dazu zwei Säulen und schnitzte die Tabernakelengel. Die Fassung des Altars in Weiß und Gold übernahm 1792 der kurf.privilegierte Fassmaler aus Ammergau, Anton Held. Der Altar war ursprünglich nicht für Bergkirchen bestimmt, weil bei seiner Aufstellung das östliche Chorfenster zugemauert werden musste.
Im Jahr 1791 war der Altar mit 14 lebensgroßen Heiligen- und Engelsfiguren beschrieben. 1812 standen z.B. noch Figuren von Johannes d. Täufer und von Johannes Evangelist am Altar. Wie der Altar 1907 ausgesehen hat, erfahren Sie, wenn Sie auf das Bild rechts klicken.

Choraltar 1907
  Hinweis: Die Bezeichnung Fassmaler hat nichts mit Fässern zu tun; Fassmalerei ist vielmehr das farbige "Fassen" = Bemalen bzw. Vergolden von Stein- und Holzplastiken, um sie zu schmücken und zu konservieren. Das Holz wird vor dem Fassen mit Gips- oder Kreidegrundierung oder mit Leinwand überzogen, gelegentlich auch direkt mit Ölfarbe bemalt. Bis zum Beginn der Spätgotik wurden die Skulpturen von den Bildhauern meist selbst gefasst. Später, bis einschließlich des Rokokos, waren spezielle Fassmaler tätig. Danach übernahmen wieder die Bildhauer das Fassen. Die Fassmaler waren hochgeachtete Künstler. Aus alten Rechnungen ist zu ersehen, dass sie höhere Beträge erhielten als die Bildhauer; der Grund dafür dürfte  aber auch auf das von den Fassmalern zugekaufte, oft kostspielige Material zurückzuführen sein.

Der Retabelaufbau des Choraltars ist vom Altartisch nach hinten an die Wand gerückt, sodass man den Altartisch umrunden kann. Es ist ein breiter, durch zwei Ecksäulen eingerahmter Aufbau, der die in vier Ebenen postierten Skulpturen zur Geltung bringt:

Altaraufsatz
Im Aufsatz des Altars ist die Heiligste Dreifaltigkeit abgebildet: Rechts Gottvater als alter, bärtiger Mann mit der Welten-kugel. Christus wird symbolisiert durch das Kreuz. Darüber der Hl. Geist in Gestalt einer Taube, umgeben von zehn Englein.

    
St.Michael  -  Hl.Dreifaltigkeit  -  St.Raphael
Flankiert werden die Dreifaltigkeitsfiguren von den beiden auf den Voluten sitzenden Erzengeln Michael (links) und Raphael (rechts).
Michael schwingt mit der Linken das Flam-menschwert (mit dem er Luzifer schon vor der Schöpfung aus dem Himmel vertrieben hat) und hält in der Rechten eine Waage.
Flammenschwert ist die Bezeichnung für ein Schwert, dessen Klinge gewellte (geflammte) Schneiden hat. Nach der Legende hält Michael beim Jüngsten Gericht die Seelenwaage, auf der die guten und die bösen Taten der verstorbenen Seelen abgewogen werden und geleitet die Seligen ins Paradies.
Raphael
, auf der anderen Seite des Aufsatzes, hält einen Wanderstock und einen Fisch in der Hand. Dieser Erzengel war nach dem apokryphen alttestamentlichen Buch Tobit der Begleiter des Tobias auf Suche nach einem Fisch, mit dessen Gallenblase der Vater des Tobias von einer Krankheit geheilt werden sollte.
  Hinweis: Wenn es eine Hierarchie bei den Engeln geben sollte, stünden Erzengel an vorletzter Stelle der neun Ebenen, weil sie vorwiegend mit menschlichen Angelegenheiten zu tun haben. In der Bibel finden die Erzengel  Gabriel,  Michael und  Raphael, in den Apokryphen auch der Erzengel Uriel Erwähnung. Gabriel wird meist mit einer weißen Lilie, Michael mit einem Flammenschwert,  Raphael mit Reisetasche dargestellt. Uriel verfügt über keine speziellen Attribute. 
Mittelteil des Choraltars
In der Mitte des Altars befand sich unter dem Baldachin ursprünglich:
- ab 1734 wohl eine Johannesstatue, - ab 1880 ein großes Bild mit
   St.Johannes als Bußprediger vor
   Zuhörern
- seit 1937
die neu geschnitzte
   Muttergottesstatue im Strahlen- 
  kranz (Bildhauer Nikolaus
Schratt
  aus München) abgelöst wurde   (Weihe am 12.9.1937, bei der 200-
   Jahr-Feier der Fischer-Kirche).
       
Guter Schächer Dismas - Muttergottes -   St.Christophorus

Noch aus der Rokokozeit um 1760 stammen die Assistenzfiguren,
- der hl. Christophorus (rechts) mit
  Wanderstab und Jesuskind und
- der hl.Dismas (der gute Schächer
   am Kreuz) mit einem Kreuz aus   Rundhölzern im Arm.

Die Figuren befinden aber erst seit der Zeit um 1925 am Altar. Vorher stan-den dort Figuren der Muttergottes und von St.Josef.

 

Hinweise: Christophorus ist eine Legendengestalt, die seit 1969 im aktuellen Heiligenkalender nicht mehr enthalten ist. Christophorus wird in der Kunst meist mit einem Kind auf dem Arm und einem Baumstamm in der Hand abgebildet. Der Legende nach suchte er unter seinem früheren Namen Reprobus (spätere Legenden: Offerus) den mächtigsten Herrscher der Welt um ihm zu dienen. Doch bald bemerkte er, dass der König den Teufel fürchtete und der Teufel Christus. Deshalb diente er auf Anraten eines Einsiedlers Christus, indem er seine Riesenkräfte sozial einsetzte und Leute über einen gefährlichen Fluß trug. Eines Tages transportierte der Heilige einen kleinen Knaben, der mit jedem Schritt an Gewicht zunahm, sodass Reprobus zu ertrinken fürchtete. Da erkannte er, dass er Christus trug. Reprobus wurde von Jesus auf den Namen Christophorus (Christusträger) getauft, und der als Stütze verwendete Baumstamm begann zu grünen. Christophorus gilt als Patron der Reisenden, Pilger, Fuhrleute und Schiffer sowie seit etwa 1900 auch der Kraftfahrer. Die Volksfrömmigkeit besagte, wer ein Bild oder eine Figur von St.Christophorus erblickt, wird an diesem Tag nicht von einem plötzlichen Tod überrascht. Gedenktag: 25. Juli
Dismas war der Legende nach der reuige Schächer zur Rechten Christi, dem bei der Kreuzigung die Verheißung zuteil wurde: "Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." (Lk 23, 43). Apokryphe Legenden bringen ihn als den Räuber, der der Heiligen Familie bei der Flucht nach Ägypten (Mt 2, 13 - 15) den Weg zeigte und sie in das Räuberhaus aufnahm. Außer in den Kreuzigungsdarstellungen erscheint er unter den ersten Erlösten der Vorhölle. Das Fest von Dismas wird am 25.März gefeiert. Er ist Patron der Fuhrleute und der zum Tod Verurteilten.

 
St.Anna
Links und rechts unter der Muttergottesfigur stehen die Eltern von Maria bzw. Großeltern Jesu, die Heiligen Anna und Joachim. Sie sollen 1760 von Johann Baptist Straub aus München (1704-1784) geschnitzt worden sein (so Max Gruber 1985); sie sollen " den Werken von Straub ähneln", urteilte Dr.Lothar Altmann schon etwas vorsichtiger im Jahr 2007. ...mehr über Joh.Bapt.Straub...

Hinweis: In der Bibel sind die Namen Anna und Joachim nicht genannt. Nur das nicht zu den biblischen Schriften gehörende Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh bezeichnet Anna und Joachim als Eltern Marias. Im 5. und 6. Jh. wurden ihre Namen in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna. Gemeinsamer Gedenktag: 26.Juli

St.Joachim
Tabernakel am Choraltar
Besonders reich verziert ist auch der Tabernakel mit Putten von Lorenz Luidl (um 1700), neben dem Reliquienschreine in die Predella eingelassen sind. Figuren der Schnitzerfamilie Luidl aus Landsberg u.Mering stehen auch in den Kirchen von Dachau/St.Jakob, Egenburg, Feldgeding, Lauterbach, Sittenbach, Rudelzhofen und Prittlbach.
Der Tabernakel in Bergkirchen besteht größtenteils aus marmoriertem Holz. Der Mittelteil ist zweigeschossig.


Tabernakel mit Reliquienschreinen
Die untere Flügeltüre besteht aus Messing-blech (um 1937).
Die obere, rundbogige Tabernakeltüre ist mit einem Kreuz und der Darstellung von zwei armen Seelen im Fegefeuer geschmückt (2. Hälfte 18. Jh).
Die Engelsfiguren, die zu beiden Seiten des Tabernakels angebracht sind, stellen nicht nur eine Verzierung dar; sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israe-liten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei Engeln (Cherubim) eingerahmt; sie mussten aus Gold bestehen (Ex, 37,7-9).
  Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-1563) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-1965) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.
Reliquienschreine

Reliquie
Flankiert wird der Tabernakel von Reliquienschreinen aus dem 18.Jh.
Die Reliquien sind von sog. Klosterarbeiten eingefasst und verziert. Sie enthalten neben den Reliquien, (Halb)Edelsteine, Wachsarbeiten, farbige Steine, vergoldete Rocailleschnitzereien sowie ornamentalen Schmuck aus Silberblech und Filigranarbeiten aus Gold- und Silberfäden. Auf kleinen Pergamentsstreifen (Cedulae) sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen, verzeichnet. Beiderseits knien Anbetungsengel (aus Holz, versilbert und teilver-goldet); als Mittelaufsatz ein dornengekröntes Herz mit Kreuz.

Cedulae

Die Reliquienschreine dürften erst seit 1936 in dieser Form den Altar zieren. Darauf lässt ein Bericht von Pfarrer Oberlinner aus dem Jahr 1936 schließen. Er schreibt, man habe bei der Kirchenrenovierung in den Seitenteilen des früheren Tabernakels Reliquien entdeckt. Daraus schließe er, dass "ursprünglich Reliquientafeln beiderseits des Tabernakels angebracht" waren. Vor 1936 gab es folglich solche noch nicht. Und die Erkenntnis, dass lange vor 1936 Reliquien den Tabernakel geschmückt hatten, gab ihm "Anlass, auf Reliquienerwerb auszugehen". Oberlinner schreibt weiter:
  "Im Pfarrhof Mitterndorf entdeckte ich auf dem Dachboden solche. Pfarrer Eicher überlässt sie mir gütigst. Ebenso finde ich zwei allerliebste Barockengel, die ich um 50 Mark erwerben kann, zur reicheren Ausstattung des Hochaltars. Ein zweites Mal begebe ich mich auf Reliquiensuche zu Exzellenz Weihbischof Dr.Schauer nach München. Von ihm erhalte ich die wertvollsten, zum Teil in Silber. So können die wertlosen Reliefgruppen aus 'Kunstanstalt' stammend ausrangiert werden, worüber Professor Vorans glücklich ist. 61)

Das Antependium des Choraltars ist geschweift und mit rosa marmoriertem Holz verkleidet. Geschmückt ist es mit vergoldeten Ornamentleisten.


E
wig-Licht-Ampel

An der Nordseite des Altarraums hängt die spätklassizistische Ewig-Licht-Ampel. Sie besteht aus aus versilbertem Messingblech mit den Signaturen "Schienaher /Meister von Dellhimben./ 1834 Georg Hartman." Das Muster ist eine Treibarbeit. Treibarbeit bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde.

Ewig-Licht-Ampel
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.



C
horgestühl

Hinter dem prächtigen Chorbogens ist auf beiden Seiten des Altarraums ein Chorgestühl aus dem 18. Jh. eingebaut. Es besitzt eine aufklappbare Seite sowie ein Dorsale (Rückwand) aus Holz.


Z
elebrationsaltar und Ambo


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar (Volksaltar) besteht aus rosa und weiß marmoriertem Holz. Er ist durch eine Felderung aus vergoldeten Holzleisten gegliedert. Sockel und Altarplatte sind durch Hohlkehlen optisch abgegrenzt. Der Zelebrationsaltar wurde in den 1980er Jahren aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils. Letztendlich bedeutet er eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
Passend zum Altar in Material und Stil steht der mit einem Kreuz geschmückte Ambo neben dem Altar. "Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacro-sanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.

Ambo
  Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.


Zentralbau /Kirchenschiff

Das Kirchenschiff besitzt ein gedrücktes Tonnengewölbe. Es ist aber kein echtes Gewölbe aus Stein; schon 1735 hat man aus finanziellen Gründen eine verputzte Holzlattenkonstruktion gewählt, auf die Stuck aufgebracht wurde. Vorteil dieser Konstruktio-nen ist, dass man mit ihnen auch komplexe Grundrisse überwölben kann. Die Nachteile liegen in der Anfälligkeit für Fäulnis und Feuer. So war das Gewölbe nach 150 Jahren baufällig geworden; 1884 musste es saniert werden. Dabei schlug man den Stuck und den Verputz mitsamt dem Deckenbild des Freisinger Hofmalers Johannes Zick (1702-1762) ab und ersetzte es durch ein Rabitzgewölbe. 60)
Das Kirchenschiff wird durch zwei große Fenster erhellt.


Deckenfresken

Das Deckenfresko im Langhaus stammt -ebenso wie das Fresko im Altarraum- von Johannes Holzner aus München, der es im Herbst 1945 gemalt hat. Der Entwurf wurde von Holzner schon im Rahmen der großen Renovierung von 1937 erstellt, doch damals fehlte das Geld für die Realisierung.

Geburt v.Johannes dem Täufer
 Im Hauptgewölbe sieht man die Geburt des hl. Johannes des Täufers. Das Kind Johannes wird von sorgenden Frauen eben ins Bad gebracht. Die Mutter Elisabeth, noch im Wochenbett liegend, verfolgt besorgt, ob die Helferinnen sacht genug mit dem Kind umgehen. Daneben sitzt der stumme Vater Zacharias mit der Tafel: Johannes soll er heißen. Dieses Geschehen wird im Lukasevangelium (Luk.1,60) beschrieben.

Enthauptung
Zu beiden Seiten des großen Gemäldes werden in kleineren, monochromen (einfarbigen) Bildern
dargestellt:
— die Predigt des Johannes in der Wüste (Johannes mit Schülern am Jordan; im Hintergrund
    kommt Jesus) und
— die Enthauptung des Kirchenpatrons (der Henker holt zum Schwertstreich aus; im Hinter-
    grund wartet schon die Salome mit der Schüssel, um das Haupt in Empfang zu nehmen)

Predigt in der Wüste



S
eitenaltäre

Die Seitenaltäre sind, wie bei Oktogonen üblich, schräg an die Wand gestellt. Sie sind in großen, stuckierten Nischen untergebracht, die von je einer glatten Säule flankiert sind. Die Antependien der Altäre besitzen schräge Seiten und sind von marmoriertem Holz umgeben. Darauf vergoldete Ornamentleisten. Die Altäre dürften um die Zeit von 1745/46 entstanden sein.


Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht.

Sein vom Dachauer Maler (und Bürgermeister) Johann Georg Hörmann (1672-1749) im Jahr 1731 geschaffenes Bild stellt das Martyrium des Heiligen dar:

St.Sebastian
Sebastian hängt, von Pfeilen durchbohrt, an einem Baumstamm. Frauen, die ihn eigentlich für das Begräbnis vorbereiten wollten, entdecken, dass Sebastian noch lebt und kümmern sich um den Schwerverletzten. Darunter ist auch die rechts im Bild dargestellte hl. Irene, die Witwe des Märtyrers Kastulus, die ihn danach gesund pflegen wird.
Im Hintergrund sieht man die Soldaten, die auf Sebastian geschossen haben, ihn für tot halten und abziehen.
  Hinweis: Sebastian ist eine legendäre Person. Er soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschos-sen. Er erholte sich aber -wie oben dargestellt- durch die Pflege von St.Irene, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewen-det worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Gedenktag: 20.Januar
Assistenzfiguren
   
St.Florian
Die Assistenzfiguren stellen die Heiligen Florian (mit Wasserschaff und Haus) und Donatus (mit Blitzen in der Hand) dar. Sie stammen aus dem Jahr 1735 (andere Quelle: 1745), wurden also für die neue Kirche geschnitzt.
Der hl.Florian wurde in Bergkirchen hochverehrt; an seinem Fest (4.Mai) hat man im Pfarrhof einen Feiertag gehalten.
Die Donatusfigur soll vom damaligen Kooperator Peter Donat Gruber (dem späteren Pfarrer von Dachau) gestiftet worden sein.

Hinweise: St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Er war in St.Pölten in Oberösterreich stationiert. Nachdem der Christ geworden war, trat er aus der Armee aus. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und

St.Donatus
  nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. Florian ist der
erste österreichische Märtyrer und Heilige. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben; aber erst im 15. Jh setzte sich diese Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung als Schutzpatron vor Feuersgefahr begründet. Festtag: 4. Mai
St.Donatus, dessen Name der Geschenkte (latein.) bedeutet, ist ein Katakombenheiliger. Seine Gebeine kamen 1652 als Schenkung an das Jesuitenkolleg von Münstereifel. Als die Reliquien übertragen wurden, ver-wandelte sich strömender Regen in strahlenden Sonnenschein. In Euskirchen wurde der von einem Blitz getrof-fene Pater durch Anrufen des Donatus geheilt. Donatus gilt seither als Wetterheiliger. Attribute: Messer, Palme, becherartiges Gefäß, Blitze. Er ist Patron der Bäcker und hilft gegen Unwetter und Feuersbrunst.
Festtag: 30.Juni

Auf dem linken Seitenaltar steht in einem reich verzierten Rokokoschrein mit vergoldetem Schnitzwerk
hinter einer Glastüre die Kopie des Geißelheilands in der Wieskirche
. Der verwundete Jesus steht -nur mit einem Lendentuch bekleidet- vor einer Steinsäule, an die er mit Ketten gefesselt ist (um 1760). Aus dem oberen Schnitzwerk blicken zwei Putten auf Jesus herab.
  Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte erst 100 Jahre später nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Bergkirchen.


Geißelheiland


Rechter Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar ist ein "Johannesaltar" mit Darstellungen von drei Heiligen des Namens Johannes. In der Mitte, im Altarblatt, ist Johannes Nepomuk  in himmlischer Glorie zu sehen, auf Wolken liegend, von Engeln gestützt.
Auch dieses Bild wurde von Joh.Georg Hörmann 1731 gemalt. Einer der Engel hält den Märtyrerkranz in Händen, ein anderer ein offenes Buch mit dem Text: "Lex clementiae, in linqua eius".


Joh.Nepomuk
Auf der rechten Seite ist unter den Wolken die Brücke über die Moldau zu sehen, an der Nepomuk im Fluss ertränkt worden sein soll.  Der unterste Teil des Bildes wird durch einen Text eingenommen, der sich wohl auf die Heiligsprechung des Nepomuk im Jahr 1729, also kurz vor dem Bau der Kirche, bezieht:
   "S.Ioannes Nepomucenus Martyr Thaumaturgus
    Iuxta effigiem quam sub festivis sacra Apotheos-
    cos Solemnys 1727 in triumphali Labaro Roma
    ..dein Praga proposuit." Festtag Nepomuk:16.Mai
  Das Bild trägt das Wappen des Bergkirchner Pfarrers von Froschheim (1738-79) sowie die Jahreszahl 1745. Die Signatur des Künstlers ist aber leider nicht mehr lesbar.

Die beiden um 1740 geschnitzte Assistenzfiguren auf diesem Altar sind in Kirchen des Landkreises Dachau sehr selten:
Es handelt sich um zwei Heilige mit dem Namen Johannes: Johannes Sarcander und Johannes Rusea.


St. Rusea

Rechts vom Altarblatt steht Johannes Rusea aus der Schweiz. 
Er war Pfarrer in Graubünden. Dort wurde er 1618 -im 80.Lebensjahr- wegen seines "Glaubenseifers erbärmlich zu Tode gefoltert". Er gilt als Patron der unschuldig Verfolgten.
Hier erspart ein Blick auf den Sockel den Nachschlag in einem Heiligenlexikon:
"Venerabilis Ioannes Nicolaus Rusea, M. einstens weltpriester, Pfaraer, v. Erzpriester zu sonders in graubindterland wurde von den ketzeren zu Tusis wegen seinen glaubens Eyfer, in den 80.jahr seines alters, den 23.aug: 1618 erbärmlich zu todt gefoltert, deßen heiligkeit gott mit villen Zeichen bekreftiget, ist ein sonderbahrer beschüzer, der unschuldig verfolgten. Ex Voto 1746".


Textkartusche



St.Sarcander
Links vom Altarblatt steht auf einem goldenen Sockel die Figur von Johannes Sarcander aus Mähren. In den Sockel ist stichpunktartig die Lebensgeschichte des Heiligen eingraviert:
"Venerabilis Ioanes Sarcander M. ware weltpriester, dechant u. pfarrer zu holleschau in Mähren wurde den 17. Merz 1620 von denen kezern zu Olmiz weillen er ihnen die ihm gebeichte Sünden nit offenbaren wolte, grausambt biß auf den todt gemarteret, leichtet jezt mit wunderwerckhen und ist ein sonderbahrer Patron in aller not und widerwertigkeit. EX Voto 1746".

Textkartusche
Hinweis: Der selige Johann Sarcander wurde am 20.Dez.1576 in Skotschau bei Teschen geboren,
studierte in Olmütz, Prag und Graz Theologie. Er wurde zunächst aber kein Priester, sondern heiratete 1606.
Nach dem frühen Tod seiner Frau schon ein Jahr nach der Hochzeit wandte er sich wieder dem geistlichen Beruf zu, wurde 1609 zum Priester geweiht und wirkte "in eifrigem aber unstetem Einsatz" für die Gegenreformation in Mähren. 1616 wurde er Pfarrer in Holleschau (in Rumeltshausenauf einem Bild an der Emporenbrüstung 'Hossenshoffen' genannt) und war mit dem kath.Landeshauptmann Lobkowitz befreundet. 1620 wurde er während der Revolution der Stände gegen Kaiser Ferdinand (begonnen mit dem Prager Fenstersturz 1618) vor ein Gericht der Aufständischen gestellt, gefoltert, und - weil er seine politischen Freunde nicht verraten hat- hingerichtet. 1860 wurde er selig gesprochen.


Kreuzaltar

An der Nordwand des Zentralbaues steht ein Kreuzaltar aus der Erbauungszeit um 1736/37. Besonders beeindruckend ist die geschnitzte Kreuzigungsgruppe von Bartholomäus und Johann Georg Schuhpaur. Der den Altar umgebende Stuckrahmen stammt von den Künstlern Pader, Hörmannstorffer und Pältl (1736).
Mittelpunkt des Altars war die Verehrung des heiligen Blutes, das aus den Wundmalen des Gekreuzigten strömt und von Engeln mit Kelchen aufgefangen wird.
Unter dem Kreuz stehen die Muttergottes, Maria Magdalena und der Apostel Johannes. Maria und Johannes heben ihren Kopf und blicken zum Gekreuzigten empor, sodass ihre Gesichter von unten kaum zu sehen sind.  
  Hinweis: Jesus am Kreuz am Kreuzaltar hat die Seitenwunde -wie in den meisten Kirchen üblich- auf der rechten Seite. Die Lage der Seitenwunde wird in der Bibel nicht beschrieben. Bei Johannes (19,34) heißt es nur, "einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer". Da das Öffnen der Seite aber den Zweck hatte, zu prüfen, ob Jesus schon tot war, muss es sich um seine linke Seite gehandelt haben. Nach dem Tod eines Menschen sammelt sich im Herzen Blut und Wasser. Das herauslaufende Wasser war somit das Zeichen für den eingetretenen Tod. Die häufige Darstellung der Stichwunde auf der rechten Seite liegt in der mittelalterlichen Deutung begründet, dass es nur die rechte, die gute Seite sein konnte, durch die Blut und Wasser als Vorausdeutung auf die Sakramente der Eucharistie und der Taufe auf die Menschheit herabströmte.

 
Kanzel


Kanzel

An der Nordseite zwischen Kreuzaltar und dem linken Seitenaltar ist die große barocke Kanzel aus Rotmarmor angebracht. Sie wurde von Martin Hörmannstorfer zusammen mit Alexius Pader, dem Großneffen von Konstantin Pader gestaltet. Nach anderer Quelle soll die Kanzel aus der Pfarrkirche von Tödtenried stammen. Dann hätten Hörmannstorffer/Pader sie nur überarbeitet.

Der Kanzelkorb ist mit Leerkartuschen verziert. Der Schalldeckel ist als Baldachin mit vielen Quasten gestaltet, an der Unterseite eine Heilig-Geist-Taube, die Oberseite mit einer Ziervase geschmückt. Die Kanzel Die Kanzel ist von der Sakristei aus begehbar.
Beim Einmarsch der Amerikaner am Ende des 2.Weltkriegs (29.4.1945) haben einige Granatsplitter auch die Kirche getroffen. Ein Splitter ist heute noch an der Vorderseite des Kanzelkorbes zu sehen.


Granatsplitter
  Hinweis: Der Hl.Geist wird seit dem Konzil von Nicäa (325) als Taube gezeigt. Papst Benedikt XIV
verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte (abkanzeln). Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962/65 werden sie nicht mehr benutzt.

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Kirchenbänke

Die meisten Kirchenbänke im Langhaus wurden in den Jahren 1735/37 angefertigt:
— die kunstvollen Wangen von Simon und Nikolaus Prugger aus Eichenholz, das aus den Wäldern um Puchschlagen
    gewonnen wurde
— die Bänke selbst von den Schreinern F. A. Pfeil aus Lauterbach und Martin Wexlberger.
Je 13 Bankreihen stehen seitlich des kreuzförmigen Mittelganges. In den Nischen weitere Bänke (Erdgeschoss sechs, Obergeschoss sechs), auf der unteren Empore sechs bzw.fünf Reihen.

Das Akanthus-Muster der geschnitzten Kirchenstuhlwangen entspricht dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 auch in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Arnzell, Aufhausen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf, Ottmarshart, Pasenbach, Pipinsried, Sigmertshausen, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen und in Westerndorf verwendet. Wenn Sie die Muster vergleichen wollen, klicken Sie hier....


Kirchenbank-
Wange
  Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.



Kreuzwegbilder und Apostelleuchter
Die Kreuzwegbilder hängen hoch über den Türen an den Seitenwänden. Die Ölgemälde (auf Leinwanduntergrund) in vergoldeten Holzrahmen könnten von Johann Benedikt Specht oder Speth stammen, der von Wengen im Allgäu nach Dachau gekommen war und hier bis zu seinem Tode 1780 gelebt hat.
Über das Alter der Apostelleuchter u.-kreuze (auf Blech mit vergoldeten Blattornamenten) gibt es verschiedene Meinungen.
— Einige glauben, sie stammten sie noch aus der Erbauungszeit um 1736 und seien von Bartholomäus Schuhpaur und seinem Sohn
   Johann Georg angefertigt worden.
— Andere sind der Auffassung, sie seien 1841 von A.Müller aus München geschaffen worden; dies soll sich aus den Akten des    Staatsarchivs München ergeben (LRA 129395).
     


Vortragekreuze

An den Kirchenbänken sind vier Vortragekreuze bzw. Kreuzstangen befestigt.

Am größten Kreuz, gegenüber dem Eingang, hängt ein 85 cm großer Korpus, der statt einer Dornenkrone eine Königskrone trägt (18.Jh).


Großes
Vortragekreuz

Hinweis: Die Dornenkrönung im Rahmen der Verspottung Jesu ist in den Evangelien genannt (z.B. Mtt 27, 28-30). Ob Jesus auch am Kreuz die Dornen-krone getragen hat, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Dies wird aber in den Apokryphen erwähnt. In der Kunst ist des Öfteren die Dornenkrone durch die Königskrone ersetzt. Damit soll auf die Überwindung der Sünde (=Dornen) durch Christus hingewiesen werden.

Daneben sind noch vorhanden:


eine schwarze Kreuzstange aus dem 20. Jh.

 


Vortragekreuz
für Beerdigungen

eine Kreuzstange mit Totenkopf aus dem 19.Jh. (siehe Bild links). Die Kreuzbalkenenden sind wie Lilienblüten gestaltet. Lilien und Kreuz symbolisieren Schöpfung und Erlösung.
Die Kreuzstange wird bei Beerdigungen verwendet. Sie macht die vom Priester gesprochenen Worte sinn-fälliger:
"Jesus geht uns voraus - wir werden ihn sehen" sowie "Das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus sei aufgerichtet über deinem Grab".

  Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh.

Orgel und Empore

Die auf Säulen ruhende Doppelempore ragt weit in Kirchenraum hinein.
Bis zur Renovierung 1920/22 hatte die Kirche nur eine einfache Empore. Diese wurde dann mit ihren Rotmarmorsäulen höher gesetzt und darunter eine neue, größere gebaut, um mehr Sitzplätze für die Kirchgänger zu schaffen. Ein Foto des ursprünglichen Zustandes befindet sich im Staatsarchiv München.

Die Orgel (Pfeifen und Spieltisch) stammt aus dem Jahr 1921. Sie wurde von Orgelbauer Albert Moser aus München mit mechanischer Schleiflade, zwei Manualen und 15 Registern ausgestattet. Die Kosten beliefen sich auf 85.000 RM. Einen Zeitungsbericht über das erste Orgelkonzert am 8.1.1922 können sie hier lesen...

Im Jahr 1972 wurde die Orgel von Anton Staller aus Grafing überarbeitet. Sie hat nun bei 2 Manualen 12 Register.


Orgelprospekt v.1777

Der Orgelprospekt stammt großenteils noch von der Vorgängerorgel, die in der Rokokozeit, 1777, von der Dachauer Firma Philipp Rädler und Sohn gebaut und im Jahr 1835 renoviert wurde.
In Bergkirchen steht übrigens der einzige Orgelpros-pekt von Philipp Rädler, der sich bis heute erhalten hat.
Der Orgelbauer Rädler war 1751 aus Österreich nach Dachau gekommen und lebte dort bis 1785. Auch sein Sohn Philipp und sein Enkel Anton wurden Orgelbauer.

 
Allgemeines zur Orgel.
Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Allerdings stand das Bistum Freising schon im 9.Jh wegen seines Orgelbaues in hohem Ansehen. Papst Johannes VIII. (872-882) hatte sich 873 brieflich an den Freisinger Bischof Anno gewandt und ihn gebeten, er möge ihm ein gutes Instrument und einen Mann schicken, der die Orgel spielen und die Kunst der Musik zu lehren verstünde. Wo diese Orgeln in Freising standen (Kloster, Bischofshaus oder Kirche) ist nicht bekannt. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.
Über der Orgel ist an der Decke ein Stuckmedaillon im Rokokostil angebracht.
  
Orgel im Stuckmedaillon
Es stellt -von Wolken umkränzt- eine stilisierte Orgel dar, die von einer Frau (möglw. der hl.Cäcilia) gespielt wird. Sieben Putten umschweben das Instrument.


Das Weihwasserbecken aus Rotmarmor am Südeingang des Zentralbaues stammt aus dem 18. Jh..



Pfarrherren-Liste


In der Nähe des Eingangs hängt eine Holztafel in Vierpassform mit den Namen der Pfarrer von Bergkirchen ab dem Jahr 1153 (mit einigen zeitlichen Lücken).

Die Auflistung trägt die Überschrift: "Pfarrherren der bereits 814 genannten Pfarrei Bergkirchen". Wenn Sie daran interessiert sind, bitte hier klicken....

 

Gemälde

Im Altarraum hängt an der linken Seite noch ein inniges Muttergottesbild. Es handelt sich um ein Ölbild auf Leinwand, das von Johann Friedrich Scheffler (1697-1750) 65) im Jahr 1738 gemalt wurde. Neben Maria und dem Kind sind ein Teller und ein Löffel abgebildet. Es scheint, als hätte Maria soeben das Kind gefüttert, das schlafend im Arm Mariens liegt. Das Bild hat die Maße 103 x 88 cm.

Im Westen des Kirchenschiffs hängt an der Nordseite ein süßliches Herz-Jesu-Bild im Neurokokorahmen (1935). Das Herz Jesu soll Symbol für die Erlöserliebe Christi sein.


Muttergottesbild

Herz-Jesu-Bild
Hinweis: Die Anfänge der Verehrung des Herzens Jesu finden sich schon im 13. und 14. Jh. Bei den Gläubigen wurde die Herz-Jesu-Verehrung aber erst durch die Visionen der Margaretha Maria Alacoque (†1690) populär: Ihr war Christus erschienen, auf sein Herz deutend, was als sein Verlangen nach der Einführung eines diesbezüg-lichen Festes verstanden wurde. Gefeiert wurde es am dritten Freitag nach Pfingsten. 1765 wurde es durch Papst Clemens XIII. (Papst von 1758 bis 1769) anerkannt und 1856 unter Pius IX. (Papst von 1846 bis 1878) für die Kirche sogar vorgeschrieben. Heute stößt es auf nur noch geringe Akzeptanz. Dazu haben sicher die süßlichen Darstellungen Jesu wie auf dem Bild in Bergkirchen beigetragen.


Die Kirche besitzt neben der Sakristei noch zwei weitere Anbauten:
- Im Südwesten eine kleine Kapelle mit dem Beichtstuhl,
- im Südosten die Jobkapelle.


Beichtkapelle

Die Beichtkapelle liegt hinter der prächtig gestalteten Nische südlich der Empore. In ihr steht an der Rückwand ein barocker, Beichtstuhl aus Eichenholz, den der Kistler Sebastian Wagner (1699-1751 ?) aus Deutenhausen 1738 für die Jobkapelle fertigte.

Beichtstuhl v.1738
Zwei weitere Beichtstühle in der Kirche wurden zur gleichen Zeit von den Lauterbacher Kistlern Pfeil und Wexlberger erstellt.


 
Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seiten-teilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.
Apostelzyklus
Die Seitenwände der Beichtkapelle und die Rückwand des Langhauses sind mit Bildern von 11 Aposteln  sowie von Christus und Maria in ovalem Rahmen (wieder von Johann Friedrich Scheffler aus München) aus dem Jahr 1737 geschmückt. Die Apostel werden mit ihren Attributen dargestellt. Alle sind barfuß, außer Jakobus d.Ältere, dessen Füße wegen des Bezugs zur Jakobus-wallfahrt in Wanderschuhen stecken. Alle tragen einen Bart, Symbol für Alter, Weisheit und Würde sowie für Männlichkeit und Stärke. Erfolgreiche Männer wurden früher immer mit starkem Bartwuchs dargestellt, auch wenn dies in Wirklichkeit nicht zutraf.
Lediglich der Apostel Johannes ist bartlos; damit wird die Jugend des Apostels betont.
Die Bilder haben einen geschweiften Rahmen und sind 110 x 66 cm groß
.
Auf alten Aufnahmen aus der Zeit um 1900/1927 ist zu sehen, dass die Bilder im gesamten Kirchenschiff verteilt (bis zum Chorbogen) über den Kreuzwegbildern hingen.
  Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias kam nach dem Tod von Judas hinzu; Paulus erhielt die Apostelwürde im Jahr 258 zuerkannt. In Bergkirchen fehlen die Bilder von Matthäus und Matthias.


Andreas

Bartholomäus
Jakob d.Ä.

Jakob d.J.

Johannes

Paulus

Petrus
Philippus

Simon

Thaddäus

Thomas

Andreas (mit Andreaskreuz und langem Bart) war der Bruder des Petrus, wie dieser von Beruf Fischer (Joh 1, 14) . Er wurde vom röm.Statthalter Ägeas an ein X-förmiges Kreuz gebunden, an dem er nach zwei Tagen, an denen er weiter predigte, verstarb.
Bartholomäus (mit Messer) wurde zu einem besonders grausamen Tod verurteilt: zuerst wurde ihm die Haut abgezogen, danach wurde er gekreuzigt. Deshalb wird er meist mit einem Messer dargestellt.
Jakobus d.Ältere (mit Pilgerstab u. Schuhen an den Füßen). Jakobus war der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12, 1-2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens strandete. Dort wurde er begraben. Die Wallfahrt zum Apostelgrab in Santiago de Compostela wurde eine der größten des Abendlandes. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war.
Jakobus d.Jüngere (mit Walkerstange). In der kirchlichen Tradition werden die Lebensdaten von zwei Heiligen mit Namen Jakobus zu einer Vita vermischt. Jakobus der Jüngere, der Sohn des Alphäus war Apostel. Über seinen weiteren Werdegang nach Christi Himmelfahrt ist nichts bekannt. Vielleicht war das der Grund, ihm das Martyrium zuzuschreiben, das Jakobus, der "Bruder des Herrn" und spätere Bischof von Jerusalem erleiden musste. Der wurde im Jahr 62 von der Mauer Jerusalems gestürzt und mit einer Walkerstange (für die Filz-Herstellung) erschlagen.
Johannes (mit einem Kelch). Der Kelch weist auf einen Giftanschlag hin, der auf Johannes verübt worden sein soll. Dabei sei das Gift in Form einer Schlange aus dem Kelch gekrochen, sodass Johannes überlebte. Allerdings wird diese Legende vom Evangelisten Johannes erzählt. Früher glaubte man, dass der Apostel und der Evangelist eine Person gewesen sei.
Paulus (mit Schwert) verfolgte zunächst mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er durch eine  Erscheinung Christi bekehrt und war danach einer der eifrigsten Missionare.
Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Nach eher unwahrscheinlichen Legenden starb Paulus im Jahr 67 als Märtyrer unter Kaiser Nero durch das Schwert. Ihm wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde verliehen.
Petrus
(mit den Himmelsschlüsseln) steht am Hochaltar. Er ist -wie in den meisten Petrusdarstellungen seit dem 4.Jahrhundert - mit rundem Kopf und grauem, krausen Haarkranz sowie Bart abgebildet. Dieser sog.Himmelsschlüssel haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel".
Philippus
(mit einem Kreuzstab). Philippus wurde, ebenso wie das Brüderpaar Andreas und Petrus, von Jesus in Bethsaida zum Jünger berufen. Er wird mehrmals in der Bibel erwähnt (bei der Brotvermehrung-Joh 6, 5-7 und beim Abendmahl-Joh 14, 8-9).
Nach der Legende predigte Philippus 20 Jahre lang in Skythien. Dort wirkte er Wunder, vertrieb einen Drachen, erweckte Tote und heilte Kranke. Philippus soll am Kreuz gestorben sein. Deshalb wird er mit einem Kreuzstab dargestellt.
Simon (mit einer Säge). Simon trägt den Beiname "Zelotes", deutsch "der Eiferer" - weil er der politisch radikalen Bewegung der Zeloten angehörte, die gewaltsam die römischen Fremdherrscher aus Israel vertreiben wollte. Das Neue Testament nennt ihn in Aufzählungen der 12 Jünger (Mk 3, 18); besondere Erwähnung findet er hier sonst nicht.  Nach der Legenda Aurea wirkte Simon in Syrien und Persien und erlitt dort durch Zersägen seines Körpers den Martertod.
Judas Thaddäus
(mit einer Keule) ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat. Judas Thaddäus wird im Neuen Testament nur einmal erwähnt (Joh 14, 22) und zwar mit der Frage, warum Jesus seine Abschiedsrede exklusiv den Jüngern und nicht der ganzen Welt offenbare. Später wirkte Judas in Babylon. Dort forderte er mit Wundertaten die örtlichen Zauberer heraus, die Judas mit einer Keule erschlagen ließen.
Thomas (mit Spieß). Thomas wurde berühmt durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, handgreiflich die Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: "Mein Herr und mein Gott!". Später hat er in Indien missioniert. In Madras wurde er von feindlich Gesinnten mit einer Lanze ermordet. Die Thomas-Christen in Indien sehen ihn als Gründer ihres Bekenntnisses an.


Christus

  Maria
Auch das Christusbild und das Marienbild gehören zu diesem Zyklus und stammt vom selben Künstler. Christus hält in einer Hand die mit einem Kreuz geschmückte Weltkugel; die andere Hand hebt er dem Betrachter gegenüber segnend empor. Maria ist in das traditionelle blau-rote Gewand gekleidet.

 


J
obkapelle


Taufsteinfigur
Die Jobkapelle (benannt nach dem Dulder Job aus dem Alten Testament) wurde 1630 noch unter Pfarrer Schlaich (1616-1630) erbaut bzw.geplant. Schlaich stiftete die dafür benötigten 6500 Steine (nach der Kirchenrechnung nur 5000 Steine).
In der Kapelle südlich des Altarraums befindet sich seit 1966 noch der fast einen Meter hohe gotische Taufstein aus Rotmarmor (15. Jh). Auf dem hölzernem Aufsatz steht eine einfache, bäuerliche Schnitzfigur von Johannes dem Täufer aus dem 18.Jh. Früher glaubte man, der Taufstein stamme noch aus romanischer Zeit (12.Jh). Dies scheint aber nicht zuzutreffen. Bis 1966 stand er unter der Kanzel im Kirchenschiff.

Jobaltar

Über das Dachauer Land hinaus bekannt ist der 1737 von Alexius Bader/Pader und Martin Hörmannstorffer erstellte Jobaltar mit dem berühmten Jobbild. Assistenzfiguren aus dem 18.Jh sind die Heiligen St. Leonhard (mit Abtsstab, aber ohne die sonst üblichen Ketten) und St.Katharina von Siena (als Ordensfrau mit Buch).

Der erste Jobaltar aus dem Jahr 1630 wurde von Pfarrer Scheffler beim Neubau der Kirche in Bergkirchen 1731 in die Filialkirche von Oberbachern gebracht.

Das Altarbild ist das wertvollste Stück der ganzen Kirche: Es wurde von dem  Dachauer Maler Johann Wilhelm Holzmayr (1650 sign.) gefertigt und war schon Mittelpunkt des Vorgängeraltars.
Links unten auf dem Bild ist der alttestamentliche Dulder Job dargestellt, umgeben von Frau und Freunden. Job ist von Geschwüren bedeckt. Im Hintergrund des Gemäldes zeigen Szenen, wie seine Viehherden geraubt werden. Seine Kinder kommen im Haus seines ältesten Sohnes bei der Zerstörung um. Drei Freunde Jobs hören von all dem Unglück und eilen zu ihm, ein jeder von seinem Heimatort aus: Eliphas der Tanamit, Bildad der Schuchit und Zophar der Naamit. Sie stehen mit ihren pelzverbrämten Mützen (die übrigens besonders sorgfältig und meisterhaft gemalt sind) auf unserem Bild hinter ihm und geben ihm gute Ratschläge.

Gräfin von Sandiszell
Im Mittelgrund des Bildes laufen die Knechte herzu, um die einzelnen Unglücksfälle zu melden. Zu beiden Seiten von Job der Stifter des Gemäldes, der kurfürstlichen Hofrat und  Truchseß Georg Christoph von Hundt mit seiner zweiten Gemahlin Anna Sidonie von Seiboltsdorf, die er 1650 geheiratet hatte.

Hinter dem Holzzaun schaut seine erste Gemahlin, die Gräfin von Sandiszell (Bild links) herüber. Die Gestik gleicht der scheidenden Eurydike auf einer altgriechischen Stele (Grabmal). Die aus dem geöffneten Fenster lehnende Person über der Personengruppe war damals eine beliebte Darstellungsart, die auch der Zeitge-nosse Rembrandt schätzte. Im Hintergrund ist ein brennendes Schloss zu sehen, das große Ähnlichkeit mit dem Schloss Lauterbach hat. Dieses Schloss war noch am Ende des 30-jährigen Krieges, 1648, von den Schweden beim Rückzug gebrandschatzt worden.
Katharina von SienaJesus auf der Rast (normalerweise am linken Seitenaltar)St.LeonhardAusschnittvergrößerung: Job und StifterBildausschnitt: das brennende Schloss Lauterbach
Altar in der Jobkapelle
Vergrößerung von Details (Figuren Bildausschnitte)
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Das Bild wird wohl erst um 1650 gemalt worden sein. Es verknüpft als anachronistisches Bild die Schicksale von Hundt und Hiob. Der Graf von Hundt, dem das Lauterbacher und auch das Eisolzrieder Schloss gehörten, verglich sich mit Hiob, der alles verloren hatte und dennoch auf Gott vertraute. Das Gesicht auf dem Bild gleicht wohl dem seinen. Die Personen auf dem Bild tragen die höfische Tracht des 17.Jh. Im Vordergrund des Gemäldes sitzt, wie bei vielen Bildern, die von den Grafen Hundt in Auftrag gegeben worden sind, ein kleiner weißer Hund.

Der Maler des Bildes Johann Wilhelm Holzmayr (1630-1660) war ein Sohn des Dachauer Hofgärtners Hans Holzmair, dessen Grabstein (von 1618) an der Südwand der Dachauer St.Jakobskirche noch erhalten ist. Die Holzmayrs waren eine Künstlerfamilie, deren bedeutendster Spross der Maler des Jobbildes war; einer der hervorragendsten und originellsten bayerischen Künstler seiner Zeit. Allerdings sind von ihm nur noch zwei signierte Bilder (daneben noch ein Bild im Marienmünster von Ingolstadt) erhalten.
... mehr über die Familie Holzmayr

"Christus auf der Rast"

In der Predella ist in einem tabernakelähnlichen Schrein aus der Barockzeit eine Figur des Christus auf der Rast (wie in Friedberg-Hergottsruh) zu sehen. Sie stellt Jesus dar, der nach dem Kreuzweg, kurz vor seiner Kreuzigung auf einem Stein oder dem Kreuz sitzt, seinen Ellbogen an den Schenkeln aufstützt und das Kinn bzw. eine Wange mit einer Hand hält. Eine uralte Geste der Klage. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott".


Jesus auf der Rast
Figuren von "Christus auf der Rast" sind nicht selten in den Kirchen des Landkreises Dachau. Ähnliche Figuren stehen auch in Asbach, Biberbach, Haimhausen, Kleininzemoos, Kollbach, Röhrmoos, Rumeltshausen, Schönbrunn und Westerholzhausen.
Hinweis: Die Darstellung Christus auf der Rast geht
zurück auf die heimlichen Leiden Christi. Das sind
Schilderungen und bildliche Darstellungen von
Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den


Evangelien erwähnt werden. Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt. Zu
diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker,von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast.

An den Wänden der Jobkapelle stehen weitere Skulpturen aus dem 18. Jh. auf Konsolen:

Franz Xaver
der hl. Franz Xaver, der ein Kruzifix hochhält.
Hinweis: Franz Xaver war ein Zeitgenos-se von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen
den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an
den Eifer, mit dem er die Botschaft
vom Gekreuzigten verkündete.
Fest: 3.Dez.
  der hl. Nikolaus von Tolentino im Mönchsgewand mit Bibel in der Hand. Hinweis: Der bei uns wenig bekannte Heilige lebte von 1245 bis 1305 in Ita-lien. Er gehörte dem Augustinerorden an und war ein bekannter und belieb-ter Prediger in Tolentino. Den Namen Nikolaus erhielt er, weil seine Eltern wegen früherer Kinderlosigkeit eine Wallfahrt zu St.Nikolaus von Myra in Kleinasien unternommen haben.
Fest: 10.Sept.

Nikolaus von
Tolentino



Sakristei

Die zur Sakristei führende Türe besteht aus zwei Flügeln und besitzt noch die alten Beschläge des 18. Jh. und ein Türschloss aus dem 19. Jh.
In der Sakristei hängt an der Wand ein Wasser-fässchen, auch Lavabo genannt (lat.= ich werde waschen). Im ihm wurde früher, als es noch keine Wasserleitung zur Kirche gab, das für die Messe benötigte Wasser aufbewahrt.

Wasserfass
Das Fässchen ist eine Besonderheit; solche Wasser-behälter sind mir im Landkreis Dachau nur noch aus Deutenhausen (einer Filialkirche von Bergkirchen) und aus Rumeltshausen bekannt.

Nicht mehr in der Sakristei, sondern in der Bücherei steht ein ehemaliger Sakristeischrank, den der Kistlermeister Johann Georg Greisl aus Glonburg im Jahr 1756 für die Schlosskapelle angefertigt hatte. Der zweiflügelige Schrank mit sieben Schubläden besitzt noch die alten ziselierten Beschlägen mit Schloss.



Krippe

An Weihnachten ist am linken Seitenaltar die Krippe aufgestellt.
Wenn Sie sich für Krippen in den Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier...

Krippe


Heiliges Grab

Am Karfreitag und Karsamstag wird vor dem Zelebrationsaltar ein kleines Heiliges Grab aufgebaut. Dort liegt inmitten von Blumenschmuck die 122 cm lange Figur des Heilig-Grab-Christus aus dem 18. Jh.

Hinweis: Der Brauch des Hl.Grabes stammt aus der Barockzeit.
Die ersten Heiligen Gräber entstanden durch Wallfahrer, die aus dem Heiligen Land zurückkehrten und Nachbildungen des historischen Grabes errichteten. Eine Hochblüte erlebte der Brauch in der durch das Konzil von Trient (1545-63) eingeleiteten Gegenreformation. Die Jesuiten sahen im Heili-gen Grab ein "spectaculum sacrum", ein heiliges Schauspiel, das für die Gläubigen das Heilsgeschehen eindrucksvoll veran-schaulichte.


Heiliges Grab

Spectacula sacra waren in der ganzen Barockzeit ein beliebtes Mittel der Glaubensverkündigung.
Die Kulissen der heiligen Gräber wurden im Laufe der Zeit immer größer. Es ent-standen fantastische Scheinarchitek-turen mit biblischen Landschaften, mit Engeln und Wachsoldaten; im Zentrum Felsengrotten, in die man eine Figur von Christi Leichnam legte. In manchen Pfarreien standen fromme Bürger, als römische Soldaten oder als Engel ver-kleidet, am Grab.In der Zeit der Auf-klärung und der Säkularisation (ca. 1780-1820) wurde das spectaculum sacrum verboten. Doch staatliche
Verbote haben in Glaubenssachen meist keine große Wirkung. Ab der Mitte des 19.Jh. lebte der Brauch wieder auf und führte zu einem neuen Höhepunkt; die Pfarreien wetteiferten miteinander in der prunkvollen Ausgestaltung.

Erst nach dem 2.Vatikanischen Konzil (1962-65) kam der Brauch zum Erliegen, weil er nicht mehr zur neuen Liturgie der Kartage passte. Leider wurden damals viele der Kulissen verbrannt oder entsorgt. Denn in den letzten Jahren werden in den vielen Kirchen wieder Heilige Gräber aufgestellt. Wenn auch die kunsthistorischen Gründe für die Renaissance des Brauchs überwiegen, so kommen doch am Karfreitagabend und Karsamstag Vormittag viele Gläubige in die Kirche, um sich in dieser, alle Sinne berührenden Umgebung, in das Leiden und Sterben Christi zu vertiefen. Der Besuch der Heiligen Gräber gehört für viele Menschen zu den schönsten Kindheitserinnerungen.

Wenn Sie sich die übrigen "Heiligen Gräber" in den Kirchen des Landkreises anschauen wollen, klicken Sie hier....

Mobiler Altar

Seit 2015 besitzt die Pfarrei einen zerlegbaren, mobilen Altar, der vor allem bei Messen im Freien zum Einsatz kommt.
Die Bergkirchener Schreiner Joseph Pfeil hat ihn angefertigt und gestiftet. Der Altar entspricht in der Größe den Zelebrations-altären in den Kirchen. Er wirkt sehr stabil. in die Altarplatte sind seitlich Grifflöcher eingearbeitet, damit er auch im zusammen-gebauten Zustand transportiert und versetzt werden kann. Pfarrer Hack hat den Altar bei seinem ersten Einsatz, beim Gottes-dienst am Bergkirchner See im Juli/August 2015 gesegnet. 58) .



Pfarrhof

Pfarrhaus v. 1853
Der Pfarrhof steht neben der Kirche. Die Beschreibung von 1948 klingt wie ein Verkaufsinserat: "Schöne ruhige einsame Lage auf dem Berge neben der Kirche. Wundervoller Blick über die Ebene gegen Süden. Den Abhang hinunter ein freundlicher Garten mit ziemlich guten Obstbäumen besetzt".

Ein Pfarrhaus gibt es wahrscheinlich ebenso lange, wie die Pfarrei. Die erste historische Angabe über den Pfarrhof in Bergkirchen stammt schon aus dem Jahr 842. Vom Pflug bis zur Sense, von den Bienenhäusern bis zu den Bierfässern, von den Rindern bis zu den Gänsen wurde alles aufgelistet. Sechs Knechte und drei Mägde arbeiteten damals auf dem Pfarrhof. Dazu kamen noch hörige Bauern, die Nebenhöfe bewirtschaften und die drei Tage in der Woche auf dem Pfarrhof arbeiten mussten. Ihre Frauen hatten die Kleider für die Priester zu nähen. Zu den Einnahmen des Pfarrers gehörten auch Zehentleistungen aus neun Dörfern.

- 1524
In der Sunderndorferschen Matrikel von 1524 heißt es, das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude bedürften einer Renovierung.
- 1560
Offensichtlich hat man sich damit Zeit gelassen, denn um 1560 wird er immer noch als baufällig bezeichnet.
- 1600
Erst um 1600 wurde durch Pfarrer Martin Thurner ein neues Pfarrhaus gebaut. Das stand übrigens nicht am heutigen Platz, sondern etwas weiter unten am Berg (im jetzigen Pfarrgarten). Auf der Bergkuppe befanden sich die Ökonomiegebäude.
- 1648
Dieser Pfarrhof wurde 1648, am Ende des Dreißigjährigen Kriegs, von den Schweden niedergebrannt.
- 1668
fiel noch der "Gsöllkasten", die Behausung des Kaplans, dem Feuer anheim (am 8.4.1668).

Pfarrhaus
- 1703 In diesem Jahr hat man Pfarrhof und Stadel neu aufgebaut; maßgeblich mit den Zimmermeistern
Melchior Burghart (1675-1754) aus Günding 22) 69) und Eusebius
Helfetsrieder 69) aus Dachau (der am 25.5.1708 ganz tragisch durch einen Sturz vom Kirchendach in Mitterndorf starb).
- 1704
Doch schon 1704, im Spanischen Erbfolgekrieg haben holländischen Soldaten das Werk wieder zunichte gemacht.
- 1705
Schon kurz danach, 1705 erstellte der Zimmermeister Eusebius Helfetsrieder aus Dachau einen Plan mit Überschlag
(= Kostenvoranschlag) zum Neubau des Pfarrhofes, des Getreidestadels, des Rossstalls und des Wagenschuppens. Er schätzte die Kosten auf den hohen Betrag von 1074 Gulden.
- 1706 1706 wurde der Pfarrhof wieder aufgebaut und zwar an der Stelle, an der er heute noch steht.

Auch dieses Gebäude wurde niedergebrannt und zwar von den österreichischen Soldaten. Pfarrer Scheffler (1703-1737) baute ihn wieder auf.
- 1853
Die nächste Nachricht stammt aus dem Jahr 1853, als Pfarrer und Dekan (und Landtagsabgeordneter)
Josef Dietmaier den Pfarrhof neu errichtete. Es ist der heutige Bau. Das Gesinde wohnte in einem eigenen Haus, das östlich des Pfarrhofs, etwas unterhalb, errichtet worden war.

Über die Größe des Pfarr-Bauernhofs (Widum) sind Angaben aus den Jahren 842, 1677, 1748 und 1825 vorhanden.
-   842 besaß der Pfarr-Bauernhof 3 Scheunen, 12 Stück Zugvieh, 7 Rinder, 26 Schweine und 20 Bienenstöcke.
          Zum Hof gehörten auch noch neun Leibeigene.
- 1667 hatte er 12 Juchart (4 ha) Äcker, 7 zweimädige Wiesen sowie 12 Tagwerk Mooswiesen, die wegen
           Hochwassers der Amper in manchen Jahren aber nicht gemäht werden konnten.
- 1748 war die Grundfläche auf 33 ha angewachsen mit 5 Pferden, 22 Kühen und 23 Schweinen, 4 Schafen
- 1825 waren es bei gleicher Fläche ein ähnlicher Viehbestand (mit 6 Pferden, 22 Rindern, 15 Schafen und 8 Schweinen).

- 1890 um diese Zeit muss das Pfarrhaus repariert worden sein 61)
- 1950 wurde das Pfarrhaus einer gründlichen Reparatur (Dach, Emporensäule) unterzogen. Die Maurer- u. Zimmererarbeiten'             erledigte Maurermeister Straßer von Eisolzried, die Spenglerarbeiten Max Bach aus Deutenhausen.



Die Kirche wurde 1984 in die Liste der "Schutzwürdigen Kulturgüter" nach der Haager Konvention aufgenommen.


Der Arbeitskreis Hörpfade hat über die Kirche St.Johannes Bapt. einen 2-minütigen Bericht erstellt. Wenn Sie ihn hören möchten, klicken Sie hier...

Hans Schertl



Quellen:
01) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis-1821 (Pfarreiausschreibung)
02) Georg Friedrich Kramer, Statistik des Regierungsbezirks von Oberbayern, Pfarreien, 1847
03) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
04) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
05) Amperbote vom 24.05.1879 (Einbruch)
06) Amperbote vom 14.06.1902 (Glockenweihe),
07) Amperbote vom 07.12.1904,
08) Amperbote vom 29.10.1904
09) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, Band I, 1905/1967 (652,842, 611, 652, 1058, 1161, 1191)
10) Amperbote vom 14.03.1914 (Elektrifizierung)
11) Josef Oberlinner, Tagebucheintragungen 1937 (Renovierung 1937)
12) Josef Burkhart, Chronik von Bergkirchen, 1948 (Glocken 1923, Speisenweihe Bibereck S.54, Pfarrhof S.52)
13) Dachauer Nachrichten vom 27.04.1962 (Glockenweihe), vom 16.7.1966 (Jobkapelle),
14) Max Gruber, Stuck im Dachauer Land, Amperland 1966/1 (Stukkateure 1734)
15) Max Gruber, Zwei Kirchen Johann Michael Fischers im Kreis Dachau, Amperland 1965/2
16) Max Gruber, Die Dachauer Bildhauerfamilie Arnoldt, Amperland 1965 (Bildhauer Franz Arnoldt)
17) Max Gruber in Dachauer Nachrichten vom 26.02.1965 (Einkünfte Pfarrer im 30jährigen Krieg)
18) Widmann, Kunstreiseführer "Von München zur Donau", 1966
19) Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
20) Max Gruber, Die Künstlerfamilie Holzmair, Amperland 1969 (Joh.Adam Holzm)
21) Dr.Georg R.Schroubek, Neue Gnadenstätten, Amperland 1969
22) Zimmermeister Melchior Burghart (Purckhardt) wurde am 2.1.1675 in Günding als Sohn des Zimmermeisters Georg
         Burghart geboren. Er heiratete 170 Rosina Hazl, Tochter des Zimmmeisters Georg Hazl aus Bergkirchen. 1703 wirkte er
         beim Bau des Pfarrhofs und Stadels in Bergkirchen mit. Burghart arbeitete auch an den Kirchen in Feldgeding (1712),
         Pellheim (1719), Mitterndorf (1730,1733). Er starb am 20.6.1754 im Alter von 79 Jahren.
23) Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
24) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Glaser, Amperland 1984 (Glaser Älbl)
25) Max Gruber, Die Kistlerfamilie Prugger in Dachau, Amperland 1975/1
26) Max Gruber, Werkverzeichnisse der Dachauer Maler Johann und Johann Georg Hörmann, Amperland 1980/4
27) Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
28) Gerhard Boos, Durch seine Wunden sind wir geheilt, 1985
29) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Wallfahrt Andechs)
30) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
31) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums Mch u. Freising,1986 (Kirchen-u.Pfarrhofbeschreibung 842, Orgel 873, Exhortatio)
32) Max Gruber, Im Amperland tätige Bildhauer, Amperland 1987/1
33) Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
34) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
35) Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes 1991
36) Maria Thanbichler in der Schriftenreihe, "Die Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen"
37) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (1630, 1640)
38) Unser Dachauer Land, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom Juni 1998 (Rohbau 1731)
39) Kleiner Kunstführer, Bergkirchen, Verlag Schnell & Steiner, 1999
40) Lexikon für Theologie und Kirche, (LThK), 2001
41) Münchner Merkur/Dachauer Nachrichten vom August 2001                      
42) Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
43) Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
44) Kiening, Genealogie (Franz Arnoldt)
45) Sarah Khan, Diversa diversis: mittelalterliche Standespredigten und ihre Visualisierung, 2007
46)
Münchner Merkur/Dachauer Nachrichten vom 25.10.2007
47) Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011
48) Münchner Merkur/Dachauer Nachrichten vom 29./30.12.2012 (Renovierung 13),
49) Klaus R.Witschel, Vor-u.frühgeschichtl.Siedlungsspuren im Umland von Röhrmoos,Röhrm.Heimatblätter 2013 (Laténezeit)
50) Münchner Merkur/Dachauer Nachrichten vom 24./25.8.2013 (Renovierung 37)
51) Dachauer Kurier v. Aug.2013 (Glockenweihe 13)
52) Mitteilungen aus der Gemeinde Bergkirchen Juli 2014, Beilage DN, (Granatsplitter)
53) Hubert Eberl, Vortrag "Bergkirchen im 19.u.20.Jh.", 5.11.2014 (Gesindehaus, 1913)
54) Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgesch. 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)

55) Münchner Kirchenzeitung vom 25.3.2015 (Historik Hl.Grab)
56) Pfarrei-Laberweinting.de/ (Schauerfreitag)
57) Ingrid Koch /Inge Bortenschlage, Echte Wallfahrer werden immer weniger, Dachauer Nachr.v. 2.6.2015 (Wallfahrt u. 1630)
58) Dachauer Nachrichten vom 10.8.2015 (Mobiler Altar)
59) Heyberger,Schmitt,Wachter, Topografisch-statistisches Handbuch des Konigreichs Bayern von 1868 (Statistik)
60) Bernhard Schütz, Bergkirchen und die kirchlichen Zentralbauten des Joh. Michael Fischer, Ortschronik 2014, S.35-49
61) Eberl/Hartl, Die Ortsgeschichte Bergkirchens bis zur Gegenwart, Ortschronik 2014, S. 63-257
62) Pursche Jürgen (Hrsg), Stuck des 17.und 18.Jahrhunderts, ICMOS, Hefte des Deutschen Nationalkomitees, 2008
63) Walter Pötzl, Bruderschaften, in: Historisches Lexikon Bayerns, Zugriff: 15.04.2013
64) Amperbote vom 16.5.1877 (Wallfahrt 1877)
65) Dr.G.K.Nagler, Neues allgemeines Künstler-Lexicon, Band 9
66) Amperbote vom 1.11.1913
67) Max Gruber, Für Dachau und Umgebung bis 1800 tätige Architekten, Bau-u.Maurermeister, Amperland. 1982 /3
         (Göttschl, Lettner, Staminz, Wagner, Winterholler)
68) Max Gruber, Kistler, Schreiner u.Drechsler aus dem Amperland, Amp.1975-S.91 (Wexlberger, Pfeil, Wagner)
69)
Max Gruber, Bis 1800 im Amperland tätige Zimmermeister,Amp.1986 (Burghart, Falter, Fischer, Hechensteiner,
          Helfetsrieder, Merzer
)
70)
Der Zimmermeister Melchior Hechensteiner stammte aus Gmund am Tegernsee. Er zog nach Dachau, erwarb aber kein
         
Bürgerrecht. Am 16.8.1762 heiratete er die Witwe des Brunn- und Zimmermeisters Joseph Hagn und und erheiratete
         sich damit auch den Doppel-Betrieb des zwei Monate voher verstorbenen Kollegen. Von seinen Arbeiten sind bekannt:
         1775 Ausbesserungen in Bergkirchen, 1787 in Aubing, 1789 in Frauenberg, 1790 Dachau/Kastenamt, 1790 Emmering
         und 1794 Hebertshausen (Überschlag/Kostenvoranschlag und Plan für den Pfarrpferdestall und die Remise).
         Hechensteiner starb am 19.10.1796.


106 Bilder: Horst Lachmann (4), Hubert Eberl (4), Gerhard Hartl (1), Hans Schertl (97)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

22.5.2016

Pfarrherren-Liste

In der Nähe des Eingangs hängt seit kurzem eine Holztafel in Vierpassform mit den Namen der Pfarrherren von Bergkirchen.
Sie trägt die Überschrift: Pfarrherren der bereits 814 genannten Pfarrei Bergkirchen.
Wenn Sie mehr über die einzelnen Pfarrer erfahren wollen, klicken Sie auf die Namen in blauer Schrift.

um 1153-60
1737-1779
-1343
1779-1793
um 1420
1794-1821
um 1430
1822-1842
um 1464
1843-1866
um 1505
1866-1886
um 1524
1886-1904
1525-1560
1904-1908
1560-1580
1908-1918
1580-1590
1920-1936
1590-1616
1921-1929
1616-1630
1936-1949
1630-1634
Georg Albert
1950-1964
1634-1639
Jos.Eggendinger
1964-1993
1639-1661
Egid Schierer
1993-2006
1662-1667
Walter Csar
2006-2011
1667-1703
Albert Hack    seit 2011
1703-1737
Er ließ 1731-1737 durch J.Mich.Fischer das jetzige Gotteshaus St.Johannes BTs.erbauen
   


Neue Kirchenglocken für Bergkirchen
Amperbote vom 14.06.1902

Die für die Pfarrkirche von Bergkirchen in Erding gegossenen drei neuen Glocken wurden heute durch das prachtvoll gezierte Fuhrwerk des Herrn Kunstmühlenbesitzers, Nikolaus Umkehrer, zu Bergkirchen von München abgeholt und beim Gasthaus "Zum Münchner Kindl" von ca. 50 schmucken Reitern und ca. 30 Radfahrern, welche sämtlich ihre Fahrräder geschmackvoll geziert hatten, feierlich empfangen. Vor einigen Tagen wurden diese neuen Glocken im Dom zu München durch den hochwürdigen Domprobst Lechner geweiht. Sie haben ein Gewicht von 2000 kg. Die große Glocke ca. 900 kg schwer, (1,33 m Durchmesser ) trägt die Widmung: "Gestiftet von der Pfarrgemeinde Bergkirchen unter dem Pfarrer Gröschl 1902". Die Pfarrgemeinde Bergkirchen ist hocherfreut über dieses neue Geläut, welches am kommenden Dienstag das erste Mal ertönen soll.

Glockenweihe 1902
zur Vergrößerung klicken
(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)

Elektrische Beleuchtung in der Pfarrkirche
Amperbote vom 14.03.1914

Die hiesige Pfarrkirche, die mit ihrem gotischen Turme im ganzen Ampertale sichtbar ist, hat dank des unermüdlichen Bestrebens des HH. Pfarrers Stoll eine der Neuzeit entsprechende Bereicherung durch Einrichtung der elektrischen Beleuchtung erfahren. Am Freitag abends, während einer Fastenandacht, zu welcher sich sehr viele Pfarrangehörige einfanden, erstrahlte in Wahrheit das hehre Gotteshaus in einem Lichtermeere. Der entfernteste Winkel wurde von den Lichtwellen durchflutet, sodass in Zukunft kein Auge mehr von dem flackernden Kerzenlicht zu leiden haben wird. Es besteht jetzt nur noch der eine Wunsch, dass weitere edle Streben des HH. Pfarrers - die zur Ehre Gottes notwendigen baulichen Veränderungen auszuführen - von Erfolg gekrönt sein mögen.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)

Die Renovierung der Pfarrkirche Bergkirchen 1937
Wie es dazu kam!

Als Josef Oberlinner am 6.August 1936 als neuer Pfarrer erstmals seine neue Pfarrkirche sah, war , so schrieb er selbst, "der Eindruck ein niederdrückender". Das Pfarrhaus sei jahrelang vernachlässigt gewesen und habe vieler Reparaturen bedurft. Und weiter: "Die Pfarrkirche, das letzte Mal in den 80er Jahren unselig restauriert, Tapetenmanier -verstaubt und verschmutzt- tote Wandfarben - ein miserables Deckenbild. Eine schlechte Kopie Murillo - Immaculata. Nur eine Erkenntnis: Aus dieser Kirche kann man etws machen- das gab den Ausschlag zur Eingabe um die Pfarrei. Es war ja ein Werk Johann Michael Fischers".

Eberl/Hartl, Die Ortsgeschichte Bergkirchens bis zur Gegenwart, Ortschronik 2014, S. 63-


Die Pfarrkirche Bergkirchen feierte am 12.Sept. 1937 ihr 200-jähriges Bestehen. Der damalige Pfarrer Oberlinner war der Auffassung, das sei ein guter Anlass, die Kirche vorher zu renovieren und auf Hochglanz zu bringen. Von staatlicher Seite war im Dritten Reich keine große Hilfe zu erwarten. Die Kosten mussten zum großen Teil die Gläubigen selbst tragen. Insbesondere die großen, vermögenden Bauern waren hier gefragt. Über diese Vorgespräche, die die Stimmung für die Renovierung in der Gemeinde auszuloten versuchten, berichtet das Tagebuch von Pfarrer Oberlinner, das Frau Bortenschlager beim Ausräumen des Pfarrhofs im Frühjahr 2013 gefunden hat, folgendes:

"Ein Vierteljahr des Beobachtens war vergangen. Dann erfolgte das erste Vortasten über die Möglichkeit einer Restaurierung, über die Stimmung in der Pfarrgemeinde für oder gegen das Werk. Eine erste Aussprache erfolgte im November 1936 mit dem Plabstbauer Simon Schwarz. Auf meine erste Anregung hin lautete sein Urteil: ‚Herr Pfarrer, das wird kaum gehen! Wir haben heuer eine schlechte Ernte gehabt und übrigens die Kirche wird sicher an die 20000 Mark kosten. Das können wir nicht aufbringen!‘ Ich korrigierte diese Ansicht und sagte ihm, dass wohl nur, nach einem bereits eingelaufenen Kostenvoranschlag der Fa. Eixenberger München, ein Betrag von 10 – 12000 Mark in Frage komme. Darauf ein erleichterndes Aufatmen! ‘Ja, dann kanns schon gehen!’ Klipp und klar lege ich ihm dann auseinander: ‘Es geht nur, wenn die Großbauern auch groß geben! Wenn ein Großbauer je einen Seitenaltar nimmt und zwei oder drei miteinander den Hochaltar, dann kann man anfangen’ ‘Ja, den nehm dann ich!’ sagte der Plabst. Ich bin aufs Höchste überrascht. So leicht hatte ich es mir doch nicht vorgestellt!
Am nächsten Tag geht der Plabst gleich herum mit mir zu ein paar anderen Großbauern: Heitmeier, Scharl, Mangmutter aus Facha den Hackerbauer Haas nehme ich mir selbst vor und innerhalb von acht Tagen waren an 8.000.Mark beisammen. Damit war die Sache gewonnen! Der Start war gelungen. Freilich waren da und dort auch ‘Nachhilfen’ notwendig. Als ich den Hacker für die Sache gewinnen musste und ihm sagte, dass er den JohannesNepomukAltar, Namenspatron, nehmen und dafür einen Tausender opfern möchte, da entfuhr es ihm: 'Hoho so viel!’ – 'Ja, so viel’, musste ich ihm bedeuten und er sah es ein. Als ich und der Plabst den Scharl ‘erobern’ mussten, da stießen wir auch zuerst auf Bedenken, aber die unvergleichlich gute Scharlbäuerin [Magdalena Märkl] sekundierte uns lebhaft gegen ihren Bauern und so gewannen wir auch hier das Spiel! Der liebe Herrgott segnete sichtlich unser Bemühen um sein heiliges Haus. Am 18. November traf ein zweiter Kostenvoranschlag ein und so einer nach dem anderen. Ich kannte Eixenberger von Puch her und er kam auf meinen Vorschlag hin zum Zug. Inzwischen gingen die vorbereitenden Schreiben und Gesuche an Landratsamt, Regierung, Erzb. Ordinariat und Landesamt für Denkmalspflege. Die Erzb. Finanzkammer bzw. der Diözesansteuerverband wurde mit einem Gesuch um Zuschusss angegangen".

Recherchiert von Inge Bortenschlager u. Hubert Eberl

 

Neue Glocke für Bergkirchen 1962

A. Spendenaufruf des Pfarrers

An alle Bergkirchner Familien !
Das Weihnachtsgeschenk eines Pfarrkindes von DM 5 000.-- als Spende für die vollendung des Geläutes unserer Pfarrkirche hat große  Ü b e r r a s c h u n g ausgelöst. Uns allen, auch den filialen, ist es hohe Verpflichtung, den Wunsch des hochedlen Stifters erfüllen zu helfen. Jede Familie möge durch eine namhafte Spende - je nach Vermögen - dazu beitragen.

Die Kosten:
Bronce-Glocke 28 Ztr. Durchmesser 135 cm                         9 444.-- DM
dazu 4 komplette Armaturen, bestehend aus eisernem Joch
mit Stahlzapfen, Pendelkugellager, Bänder und Stäbe, Klöppel
mit Ledereinlage usw.
                                                      1 490.-- DM
Inschrift und Bildwerk auf der Glocke                                       38.-- DM
Montage                                                                           280.-- DM
Transport                                                                           90.-- DM
                                                                                  --------------
                                                                                  11 342.-- DM

dazu:
Elektrisches Glockengeläut "concordia super"
Schaltapparat zur selbständigen Ein- und Ausschaltung
der Tagesläutglocken                                                        4 694.-- DM
Elektrische Installation, Leitungen, Material                              500.-- DM
                                                                                  --------------
                                                      Gesamtkosten: DM    16 536.-- DM

Als größte Glocke der Pfarrkirche soll sie eine Christkönigsglocke sein mit der Unterschrift:
Christus, König des Friedens,
Von Dir erbitt ich hienieden
für alle Menschen den Frieden !
                                              Euer Pfarrer Albert

 

B. Glockenweihe
     Bericht der Dachauer Nachrichten vom 27.04.1962

28 Zentner schwere Glocke hochgezogen - Mauerdurchbruch vorgenommen

Bergkirchen - Am Mittwoch wurde die neue Glocke, die am Ostermontag durch Domkapitular Prälat Delagera geweiht worden war, hochgezogen und in den Turm gebracht. Es war keine leichte Arbeit, die 28 Zentner schwere Glocke in die luftige Höhe zu bringen. Der Turm ist 35 Meter hoch und befindet sich mit der Kirche auf einer Anhöhe, die wieder 35 Meter über dem Tal der Maisach liegt. Es musste unter der Spitze des Turms eigens ein Mauerdurchbruch vorgenommen werden, um die Glocke in das Innere zu bringen. Auch standen beim Hochziehen verschiedene elektrische Leitungen im Wege, die erst abgestellt, umgeleitet und abmontiert werden mussten. Pfarrer Albert, der sich so eifrig für die Vervollständigung des Geläutes eingesetzt hatte, war auch beim Hochziehen dabei. Man musste besondere Vorsicht anwenden, damit nicht das äußere Mauerwerk oder die neue Glocke beschädigt wurden. An der Außenmauer der Kirche sind noch die Einwirkungen zu sehen, die sie in den letzten Kriegstagen abbekommen hatte. Die Amerikaner vermuteten hier einen Beobachtungsposten der SS und nahmen sie unter Artilleriebeschuss. Eine Granate durchschlug dabei die Mauer und richtete im Innern der Kirche erhebliche Zerstörungen an. Heute noch steckt ein Granatsplitter in der Kanzelumrahmung. Das Dach der Kirche wurde bei diesem Beschuss in den letzten Kriegstagen 1945 besonders schwer beschädigt und konnte erst Monate später wieder ausgebessert und in Ordnung gebracht werden. Der Kirchturm wurde übrigens nicht als Beobachtungsposten benützt, obwohl diese Vermutung naheliegend war, denn weit reicht hier der Blick, bis nach Fürstenfeldbruck, Gröbenzell, Pasing, Dachau und München. Die Kirche wird schon im Jahr 834 in einem Bericht von Bischof Ärchambert von München-Freising erwähnt. Sie wurde damals als eine Basilika bezeichnet, sie war demnach schon ein Steinbau. Mit der Kirche auf dem Petersberg zählt sie zu den ältesten des Landkreises Dachau. Ihre wesentliche Umgestaltung erhielt sie in den Jahren 1730 bis 1737, wo sie durch den Kirchenbauer Johann Fischer in einen Barockbau umgewandelt wurde. Sie ist damit ein architektonisches Kleinod geworden, das viel zu wenig bekannt ist. Dies mag daran liegen, dass sich die Kirche etwas abseits der großen Verkehrsstraßen befindet. Immer aber freuen sich die auswärtigen Besucher, wenn sie den Hang erklommen haben und das Gotteshaus betreten, über die Schönheit der Innenarchitektur, die sich ihnen darbietet.
Elektrisch betrieben
Der Turm der Kirche stammt noch aus dem Jahr 1460, er wurde 1695 lediglich aufgestockt. Nun musste erst über eine künstliche Öffnung die Glocke, die immerhin einen Durchmesser von 1,33 Meter aufweist, in sein Inneres gebracht werden. Dort vervollständigt sie mit den drei anderen Glocken das Geläut von Bergkirchen, es wird elektrisch betrieben Selbständig läuten die Glocken, am Morgen, Mittag und Abend zum Gebet und zur hl. Messe muss nicht mehr an einem Strick gezogen werden. Am ersten Sonntag im Monat Mai wird die neue Glocke erstmals ertönen und die Gläubigen der Pfarrei zum Gottesdienst rufen. Die Pfarrgemeinde umfasst mit den Ortschaften Bergkirchen, Deutenhausen, Eisolzried, Feldgeding, Ober- und Unterbachern sowie Breitenau insgesamt 1400 Seelen. Es ist ein weites Gebiet, das hier von Pfarrer Albert betreut wird. Gern sind aber auch die Gläubigen oben bei der Kirche, die einen weiten Blick in die Umgebung erlaubt. Dabei wurde auch schon die Anregung gegeben, ob man es nicht ermöglichen könnte, dass auch sie, wie so viele andere Kirchen, in den Städten, bei Nacht von einem Scheinwerfer angestrahlt würde. Die Pfarrei freilich kann die Stromkosten nicht allein tragen. Aber gerade diese Kirche würde, so dicht bei der Autobahn München-Augsburg, sehr eindrucksvoll wirken.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)

Die Familie des Malers Johann Wilhelm Holzmair 20)

Johann Wilhelm Holzmair, der Maler des berühmten Altarblatts in der Jobkapelle, entstammt der Künstlerfamilie Holzmair aus Dachau.

Stammvater scheint Hans Holzmair zu sein, der um 1583/1604 zu Dachau in der Klosterstraße 5 (alt Nr. 13) wohnte und 1618 als Dachauer Hofgärtner starb. Er war der Vetter des aus Lothringen stammenden Hofgärtners Herzog Albrechts, Peter Mann (1578). Seine Grabplatte befindet sich an der Südseite der Dachauer St. Jakobskirche.

Ein anderer Hans Holzmair war jedenfalls zwischen 1591 und 1620 Mitglied der Münchener Malergilde. 1580 malte er die Katharinenkapelle der Münchener Residenz aus. Aus dem Jahr 1620 ist ein Bild der Himmelfahrt Mariae von ihm bekannt, das das Klerikalseminar zu Freising besitzt. Er wird wahrscheinlich mit Johann Matthias Holzmair identisch sein.

Ein Sohn des Dachauer Hans Holzmair ist Thomas, der 1621 als Meister der Münchner Malerzunft und 1654 als kurfürstlicher Hofmaler und Stukkator genannt wird. Von ihm ist ein gutes Dutzend Arbeiten bekannt, darunter die Stuckarbeiten in Gopperts-hofen /Gemeinde Hebertshausen. Er starb um 1657; seine Witwe Elisabeth nach 1662.
Drei ihrer Söhne sind als Maler bekannt:
- Johann Adam lieferte 1658 für Unterlappach ein Visier (Plan) für den Seitenaltar und dessen Fassung um 180 Gulden sowie
  1668 für Viehbach die Seitenaltarfassung für 67 Gulden.
- Johann Marin lebte in Dachau im Haus Augsburgerstraße Nr. 2 (alt Nr. 3). Er wird 1661 als Sohn des Thomas und als Bruder
   des Malers genannt, der ein Allerheiligenbild für Tegernsee gemalt hatte, wofür der 63 Gulden erhielt.
- Dieser Bruder ist allem Anschein nach unser Johann Wilhelm Holzmair, der um 1660 in München gestorben sein soll
   und dessen beide noch bekannten Altarbilder (hier und in Ingolstadt) eine Zierde jeder großen Galerie wären.

Quelle: Max Gruber, Dachauer Nachrichten vom 16.07.1966.

 

Exhortatio ad plebem christianam
(Predigt zu einer Tauffeier in Freising im Jahr 805)

"Hört, liebe Söhne, die Glaubensregel (= Glaubensbekenntnis), die ihr im Herzen behalten müsst, da ihr den christlichen Namen empfangen habt. Sie ist das Kennzeichen eueren christlichen Glaubens, vom Herrn eingegeben und von den Aposteln aufgestellt. Der Worte sind es nur wenige, aber sie umfassen große Geheimnisse. Der Heilige Geist hat nämlich den heiligen Aposteln als Lehrer der Kirche diese Worte in solcher Kürze diktiert, damit alle Christen verstehen und im Gedächtnis behalten können, was sie glauben und jederzeit bekennen müssen Denn wie wollte sich einer einen Christen nennen, der die wenigen Worte des Glaubensbekenntnisses, durch die er gerettet werden soll, und das Herrengebet, das der Herr selbst geboten hat, nicht lernen und im Gedächtnis behalten wollte? Oder wie in möchte jemand für einen anderen den Glauben verbürgen und versprechen, der diesen Glauben gar nicht kennt? Darum müsst ihr Kenntnis haben, meine Kinder. Denn solange einer von euch seinem Kind, das er aus der Taufe gehoben hat, dieses Glaubensbekenntnis nicht verständlich gelehrt hat, bleibt er an seinem Glaubensversprechen schuldig. Und wer es versäumt hat, sein Kind zu unterrichten, muss am Tag des Gerichtes Rechenschaft darüber ablegen. Nun also soll jeder, der ein Christ sein will, das Glaubensbekenntnis und das Gebet des Herrn möglichst rasch lernen, und jene, die er aus der Taufe hebt, darin unterrichten, damit er nicht vor dem Gericht Christi dafür zu Rechenschaft gezogen werden muss; denn das ist Gottes Gebot, das ist unser Heil und das ist unseres Herren Auftrag; sonst können wir für unsere Sünden nicht Vergebung erlangen."

weiter zu...

Bittgänge der Bergkirchner Kirchenchorstreik
um 1900

Visitationsbericht
1560

Text der frühesten
Urkunde 2.Oktober 814
Alte Zeitungsberichte
aus dem Pfarrleben