zur Landkreiskarte                ausführl.Beschreibg                 Kirchen i.d.Gem.Hebertshausen

Pfarrkirche St. Peter in AMPERMOCHING

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentürmehr über St.PetrusTurm

Für Navi-N
utzer: 85241 Hebertshausen, Kirchenstraße 2
Lage der Kirche auf der Landkarte ..
.


K
urzbeschreibung

Ampermoching ist einer der am frühesten urkundlich erwähnten Orte Südbayerns (748). Als Siedlungsgebiet ist es aber noch viel älter:
bei Grabungen im Jahr 2011 entdeckte man keltische Siedlungsreste aus der Laténezeit (5. bis 1.Jh. vor Christus).

Die Pfarrkirche St. Peter wird urkundlich erstmals im Jahr 1315 in der Konradinischen Matrikel mit den Filialkirchen Unterweilbach und Sulzrain erwähnt. 

Aber eine Kirche bzw. eine Kapelle dürfte in Ampermoching wohl schon vor der 1.Jahrtausendwende gestanden haben.

Vom jetzigen Bau stammen der Chor und der Turm aus dem Ende des 15. Jh. Der unterste Teil des Langhauses könnte sogar noch älter sein. Man nimmt an, dass die Mauern in der 1.Hälfte des 13. Jh., also in der Stilepoche der Romanik, errichtet wurden.

Der gotische Chor mit Dreiseitabschluss ist nur wenig eingezogen.

Der 26 m hohe, frei stehende Turm gewinnt eine besondere Bedeutung durch seine Stabwerkgliederung, durch die er sich aus dem Durchschnitt der Dorfkirchen im Landkreis heraushebt.
In ihm hängen 4 Glocken aus dem Jahr 1950. Bis zur Mitte des 20.Jh. war auch noch eine sehr alte Glocke vorhanden, die 1560 in der Münchner Glockengießerei Wolfgang Steger & Sohn hergestellt worden war. Diese Glocke wurde verkauft, weil ihr Ton nicht zu den neu angeschafften Glocken passte.

Das Langhaus wurde 1839/40 nach Westen verlängert.

Innenausstattung

Der Chor besitzt ein schönes gotisches Netzgewölbe, das wohl noch aus der Zeit der Erbauung (15.Jh.) stammt.

Das Deckenfresko im Kirchenschiff mit dem Thema: "Christus übergibt Petrus die Schlüssel" schuf im Jahre 1953 der Dachauer Künstler Richard Huber.

ApostelleuchterTabernakelzur Beschreibung der Seitenaltärezur Beschreibung der Kanzelzur Beschreibung des Kanzelkreuzeszur Beschreibung der Mater dolorosazur Beschreibung der Kreuzwegstationenzur Beschreibung des Netzgewölbes im Chorzur Beschreibung des Josefbildeszur Beschreibung des Taufsteinszur Beschreibung des Choraltars
per Mouseklick zu den jeweiligen Beschreibungen

noch größere Aufnahme (von der Empore aus) ..   

Die Einrichtung stammt größtenteils aus der Zeit um 1670, als die Kirche -schon wenige Jahre nach dem 30jährigen Krieg- im Stil des Frühbarock neu ausgestattet wurde.
Besonders prächtig ist der Hochaltar, dessen vier Säulen mit Weinlaub berankt sind. Dazwischen thront eine künstlerisch hervorragende Figur des heiligen Petrus, des Patrons der Kirche.

Die großen Assistenzfiguren auf dem Choraltar stellen die Heiligen Antonius von Padua und Franziskus dar.

Die Seitenaltäre haben keine Altaraufbauten mehr (Retabel). 1931 hat man die neugotischen Retabel von 1868 durch zeitgenössische ersetzt, die "besser zum Hochaltar passen". Inzwischen wurden aber auch sie entfernt.
An die Stelle der Retabel hat man zwei große Heiligenfiguren (Josef mit Jesuskind und eine Muttergottes mit Kind) gestellt.

Der Taufstein aus Rotmarmor, der im 18.Jh. entstand, wird von einer Täufergruppe gekrönt.

Die prächtige barocke Kanzel, stammt aus der Zeit um 1670.

In der Nähe der Empore hängen an der Süd- und der Nordwand zwei große Bilder mit Darstellungen des hl.Antonius v.Padua und die Anbetung der Weisen (um 1700).

Unter der Empore, an der Rückwand, steht in einer Nische eine Kreuzigungsgruppe mit den ältesten Figuren der Kirche. Sie kamen vielleicht schon mit dem Bau der gotischen Kirche (15.Jh.) hierher.

Die Orgel  mit 10 Registern (System Kegellade mit mechanischer Traktur und freiem Spieltisch) und zwei Manualen baute der Münchner Orgelbaumeister Franz Borgias Maerz im Jahr 1882 ein.

Die Kreuzwegstationsbilder stammen vom Maler Michael P.Weingartner aus Pfaffenhofen/Ilm, der sie 1956 schuf.

Die Pfarrei Ampermoching bildete ab 1989 zusammen mit Hebertshausen einen Pfarrverband mit Sitz in Hebertshausen.
2012 wurde ein größeren Pfarrverband gegründet, dem nun auch die Pfarreien Röhrmoos und Großinzemoos angehören.

 

Was noch interessiert...

Der Pfarrverband Hebertshausen-Röhrmoos, zu dem die Pfarrei Ampermoching seit 2012 gehört, hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können. Klicken Sie hier....

Ampermoching liegt am sog. Dachauer Jakobsweg, den Dachau-Agil mit dem europäischen Jakobswegzeichen ausgeschildert hat. Die Karte mit dem Verlauf des Weges finden Sie hier...

Die Wege der Jakobspilger sind ein System von ausgeschilderten und in Führern beschriebenen Pilgerwegen, die von vielen Ausgangspunkten kommend, quer durch Europa bis nach Pamplona und von dort in einer Route nach Santiago de Compostela führen. Sie orientieren sich in der Regel an den historisch nachweisbaren Routen mittelalterlicher Jakobspilger.

Alte Zeitungsberichte über das pfarrliche Leben in Ampermoching können Sie hier lesen ...



Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

 Geschichte:  Matrikel 1315  Matrikel 1524  Visitation 1560  Matrikel 1740 Erweiterung 1838
 Beschreibung 1874  Umbau 1931  Ende des 2.Weltkriegs
       Hippolytkapelle Chronologie

 
Einrichtung:
 Altarraum  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Beichtstuhl  Bilder im Kirchenschiff
 Choraltar  Chorgestühl  Deckenfresken  Empore  Ewig-Licht-Ampel
 Glocken  frühere Glocken  Heiliges Grab  Kanzel  
 Kanzelkreuz  Kirchenbänke  Kommunionbank  Kreuzweg  Kreuzigungsgruppe
 Mariensäule  Orgel  Oratorium  Raummaße
 Sakristei  Seitenaltäre  Taufstein  Tabernakel  Turm
 Vortragekreuze  Zelebrationsaltar    
 Pfarrei: 
  Statistik Wallfahrten/Kreuzgänge
   Bruderschaften  Pfarrhof  Pfarrerliste  

Ortsgeschichte

Wann Ampermoching entstand, ist nicht bekannt. Aber bei Grabungen im Jahr 2011 hat man keltische Siedlungsreste (mindestens drei Anwesen) aus der Laténezeit (5. bis 1.Jahrhundert vor Christus) entdeckt. Ampermoching gehört zu den ältesten Orten Südbayerns.

Der Ort ist auch die "am frühesten urkundlich bezeugte Siedlung im Landkreis Dachau", ja sogar in der Diözese Freising. Diese erste Erwähnung, in einer Urkunde des Bistums Freising, datiert vom Jahre 748. Es ist die zweitälteste Urkunde in der Sammlung "Freisinger Traditionen". Das Schriftstück berichtet davon, dass im Gerichtsort Amper-moching ein gewisser Amilo seinen Besitz in Wolfertshausen dem Bistum Freising schenkte. Herzog Tassilo bestätigte die Schenkung mit eigener Hand, war also selbst in Ampermoching anwesend. Dies spricht für eine hohe Bedeutung des Ortes und seines Edelgeschlechts der Familie Fagana. Wenn Sie die Schenkungsurkunde und den transkribierten Text lesen möchen, klicken Sie hier...

Auch die Schenkungsurkunde eines Klerikers aus Inzemoos vom 11. April 816 und die Urkunde über die Übergabe von fünf Unfreien durch die Matrone Engilfrit vom 15.März 825 wurden in Ampermoching ausgestellt.


Ausschnitt aus der Karte des
Freisinger Geografen
Georg Philipp Finckh von 1655
Ampermoching = Moching

Später, wohl im 12.Jh., kam Ampermoching zu den Wittelsbachern: Sie begannen damals ihren -nicht immer nur mit fairen Mitteln bestrittenen- Aufstieg, der sie bis zum Königshaus führen sollte.

Um 1500 herum war Ampermoching mit 40 Höfen eine der größten Siedlung im Dachauer Land (Vierkirchen 28, Haimhausen 25, Hebertshausen 23, Odelzhausen 18, Röhrmoos 17 Höfe). Den 30-jährigen Krieg haben aber nur 27 Höfe überlebt.

Als 1818 in Bayern aus den 1808 eingeführten Steuerdistrikten die politischen Gemeinden gegründet wurden, entstand Ampermoching durch eine Teilung des Steuerdistrikts Schönbrunn in die beiden Gemeinden Ampermoching und Schönbrunn 41).

Die Pfarrer von Ampermoching waren Dekane oder Kämmerer des Pfarrkapitels Dachau. (Pfarrerliste siehe hier...)

Pfarrverband
Die Pfarrei Ampermoching bildete ab 1989 zusammen mit Hebertshausen einen Pfarrverband mit Sitz in Hebertshausen.
2012 gründete man wegen des Priestermangels im Erzbistum einen größeren Pfarrverband, dem nun auch die Pfarreien Röhrmoos und Großinzemoos angehören.


Geschichte der Pfarrei und derKirche

Matrikel 1315  03)
Eine Kirche dürfte es in Ampermoching wohl schon vor der ersten Jahrtausendwende gegeben haben; urkundlich wird sie aber erst 1315 in der Konradinischen Matrikel als Pfarrkirche mit den Filialkirchen Unterweilbach und Sulzrain erwähnt.
Auch im zweiten Herzogsurbar (=Güterbeschreibung) der Wittelsbacher von 1330/40 wird in Ampermoching eine Widumsvogtei erwähnt; die Pfarrei Ampermoching besaß also Güter (=Widum), die unter der Aufsicht eines herzoglichen Vogts (=Verwalter) stand. 1344 stiftete Kaiser Ludwig der Bayer aus seinem Besitz zum Unterhalt des Gotteshauses eine Hube, also einen halben Hof (beim Riedmaier). In dieser Urkunde ist der derzeit älteste nachweisbare Pfarrer, Hanns der Prunner, erwähnt. Seither sind 44 Pfarrherrn namentlich bekannt, die fast die gesamte vergangene Zeit abdecken. Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte sich das Widum, der Pfarrbesitz, durch Jahrtagsstiftungen, Grundkäufe und die Verteilung von Gemeindegründen bis zu einer Größe von 180 Tagwerk (= 60 ha).

Pfarrerliste

Dass das Vermögen der Kirche erhalten blieb, war Aufgabe der Kirchenpfleger. Der Heimatforscher Georg Werner weist in seinem Aufsatz "Zur Geschichte der Pfarrei" 37) auf deren große Bedeutung hin. Denn im Mittelalter gab es zwar schon die Pflicht zum Zölibat, doch kaum ein Pfarrer lebte tatsächlich allein. Die meisten hatten sogar Kinder, die gut versorgt werden mussten. Dass dafür nicht Kirchenvermögen herangezogen wurde, sorgten die Kirchenpfleger, auch Kirchpröpste oder Zechpröpste genannt. So verklagte im Jahr 1361 der Ampermochinger Kirchpropst Ulrich Unpau seinen Pfarrer Chonradt beim Landrichter von Dachau, Chonnradt von Freyberg, weil der Priester sich am Kirchenvermögen vergriffen hatte. Der Streit endete mit einem Vergleich: die als Kellnerin bezeichnete "Adlhait die Tenggin" bekam ein Leibgeding auf Lebenszeit, musste dafür alljährlich am Michaelitag sechs Münchner Pfennig zahlen.

Matrikel 1524 03)
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 ist die Pfarrei unter dem Namen "s.Petri in Moching" enthalten. Das Präsentations-recht (= Recht, den Pfarrer auszusuchen) stand dem Bischof zu (de collatione Reverendissimi Frisingensis). Pfarrherr war damals Michael Adler aus München; die Seelsorge vor Ort wurde von Vikar Joannes Herl wahrgenommen. Wie schon im Jahr 1315 hatte die Pfarrei auch 1524 die beiden Filialkirchen "B.Virginis in Weilbach" mit Friedhof und "S.Nicolai in Sulzrain" ohne Friedhof. Daneben bestand in Weilbach ein Benefizium; der Benefiziat (und Schlosskaplan) war Mathias Schuhl. Das Besetzungsrecht für das Benefizium lag bei dem Münchner Bürger Schulder. Die Zahl der Gläubigen in der Pfarrei (Communicantes 32) ) betrug 270; das war eine durchschnittlich große Pfarrei. Der Bericht schließt mit der Aussage, dass der Pfarrhof renovierungsbedürftig sei.

Visitationsbericht von 1560 29)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über Ampermoching heißt es, Pfarrer sei seit 29 Jahren Sebastian Deckhel. Er sei dem katholischen Glauben in jeder Hinsicht treu geblieben. Da er schon ein ziemlich hohes Alter erreicht habe, sei er "eines ärgerlichen Lebens unverdächtig". Das Pfarrhaus war damals schon recht schön. "Pfarrer hat ain ziembliche feine residentz", heißt es im Protokoll. Die Pfarrei habe 330 Gläubige; alle seien gut katholisch und keine Anhänger der "sectischen Religion". Die Kirche wird als "nit paufellig" beschrieben; sie bedürfe aber eines neuen Dachs.
Wenn Sie an weiteren Details der Visitation interessiert sind, klicken Sie hier...


Dreißigjähriger Krieg
In welchem Ausmaß die Kirche im 30jährigen Krieg Schaden genommen hat, ist mir nicht bekannt. Sicher ist, dass die Schweden den Pfarrhof niedergebrannt haben. Nach Josef Scheidl ist auch die Zahl der Häuser im Ort von 51 im Jahr 1631 auf 27 (1649) zurückgegangen; übrigens der einzige Rückgang im Zeitraum von 1445 bis 1800. Die Zerstörungen im Dorf waren also erheblich.

Immerhin scheint das Vermögen der Kirche St.Peter durch den Krieg nicht so stark vermindert worden zu sein, wie bei den anderen Kirchen. 1661, dreizehn Jahre nach dem Kriegsende, hat der Freisinger Bischof die Besitz- u.Einkommensverhältnisse der Pfarreien geprüft. Nur fünf Kirchen des Amtes Dachau wurden als vermögend eingestuft (und mussten eine Bausteuer für das abgebrannte Reformatenkloster in Freising bezahlen). Dazu zählten neben den Kirchen von Prittlbach und Biberbach mit je 10 fl (Steuer) und Fahrenzhausen 12 fl. auch Etzenhausen und Ampermoching mit je 15 fl.
54)

Ausstattung der Kirche 1656
Wie dem Inventarbuch vom Jahre 1656 zu entnehmen ist, waren an sakralen Gegenständen vorhanden:
- ein silberner, vergoldeter Kelch samt einer Patene aus gleichem Material,
- ein kupfernes Ciborium, darin enthalten eine silberne Büchse,
- eine alte Monstranz aus Messing, darin enthalten ein silberner, vergoldetes Lunar (Sockel für Hostie),
- ein Rauchfass aus Messing,
- ein Taufstein samt kupfernem Taufkessel sowie eine kupferne Taufschüssel,
- ein kupferner Weihwasserkessel,
- eine Wandglocke aus Messing und
- zwei Turm-Glocken.


Bruderschaften

1. Rosenkranzbruderschaft

Am 21.7.1628 wurde in der Gottesackerkapelle St.Hypolith/Hippolyt eine Bruderschaft vom hl.Rosenkranz gegründet, eingeführt "vom churfürstlichen Rathe und Landschafts-Verordneten Baron Dr.Heinrich Schobinger". Die Gründung wurde am 16.11.1628 oberhirtlich -durch den Freisinger Fürstbischof Veit Adam von Gepeckh (1618-1651)- bestätigt.
Der Bruderschaftsaltar wanderte schon kurze Zeit später, noch 1628, von der Hippolyt-Kapelle in die Pfarrkirche. Grund für die Verlegung war wohl die gewünschte Einverleibung des beträcht-lichen Bruderschaftsvermögens in den Pfarrkirchenfond. Die gelang allerdings erst nach dem Jahr 1755.



Gebet der Rosenkranzbruderschaft
Am Bruderschaftsaltar in der Pfarrkirche wurden -so die Schmidtschen Matrikel von 1739- an bestimmten
Tagen Gottesdienste für die Bruderschaft abgehalten: Am Kirchweihfest (Erster Sonntag im August), am Patroziniumstag (13. August), an den Festtagen des heiligen Leonhard (06. November) und des heiligen Sylvesters (31. Dezember). 54)

Nach einem Rückgang der Zahl der Bruderschaftsmitglieder in der Zeit der Aufklärung (Ende des 18.Jh.) erholte sich die Bruderschaft in der Zeit der wiedererwachenden Religiosität gegen Mitte des 19.Jh. Mit Gutheißung des Ordinariats vom 13. Mai 1839 (Nr. 1696) wurden ein neues Bruderschaftsbuch eingerichtet und 75 Mitglieder aufgenommen. Neben dem Bruderschafts-buch waren in der Pfarrkirche im Jahr 1840 noch 16 auf Leinwand aufgemalte Bruderschaftstafeln vorhanden. Die Bruderschaft-Gottesdienste wurden wieder gehalten und sogar um Rosenkranz- und andere marianische Andachten erweitert. Die Bruderschaft bestand noch im Jahr 2018; damals hatte sie nach Angaben von Georg Werner 54) noch 129 Mitglieder.

2. Bruderschaft zum kostbaren Blute Jesu Christi 54) Die Bruderschaft zum kostbaren Blute Jesu Christi wurde erstmals 1845 bei der Klosterkirche St.Jakob am Anger in München gegründet. Sie kam über die Pfarrei Dachau nach Ampermoching, wo ab 1847 der Rosenkranz zu Ehren des kostbaren Blute Jesu eingeführt wurde.
Auf Anregung von Frau Anna Steinl, Bauerswitwe beim Straßer in Sulzrain, haben Gläubige in der Umgebung für ein Stiftungs-kapital gesammelt. Als das Kapital in Höhe von 100 fl aufgebracht war, erfolgte die oberhirtliche Confirmationsurkunde über die Jahrtagsstiftung für die Bruderschaftsmitglieder am 1. Juni 1855. Nun wurde alljährlich an einem Sonntag im Juli ein Jahrtagsamt mit Libera gehalten und dabei der im abgelaufenen Jahr verstorbenen Mitgliedern gedacht.
Beim Eintritt erhält jedes Mitglied eine Urkunde, die nach dem Tode eingeschickt wird, damit das Ableben eines Mitglieds den übrigen bekannt gemacht und das sog. Aussetzungsgebet verrichtet werden kann.
Auf dem Mitgliedsausweis waren die Vorteile der Mitgliedschaft zusammengefasst:

  "1. Für die Mitglieder dieses Messenbundes läßt die Generalprokuratur der Kongregation vom Kostbarsten Blut jährlich
     4000 hl.Messen lesen
 2. Die lebenden Mitglieder sind zugleich eingeschrieben in die Bruderschaft v.Kostbarsten Blute und haben dadurch      besonderen Anteil an allen guten Werken und Bußübungen aller Kongretationen und Orden beiderlei Geschlechts.
 3. Überdies können die Mitglieder dieser Bruderschaft viele andere geistliche Vorteile, vollkommene und     unvollkommene Ablässe gewinnen."
Diese Bruderschaft soll nach Angaben von Georg Werner noch bis etwa 1990 bestanden haben.


3. Bruderschaft zur immerwährenden Anbetung d.Allerheiligsten
Früher existierte auch diese Bruderschaft, die aber schon 1870 erloschen war.
Kurz vorher, im Jahr 1864, hat man sich in München aus den Mitteln der Bruderschaft noch einen neuen Traghimmel mit dem Symbol des Heiligen Geistes gekauft (für 447 fl.) 54)
.

Pfarrhofbau 1725
Der im 30jährigen Krieg niedergebrannte Pfarrhof wurde aus Kostengründen nur als Holzbau wiedererrichtet. Wohl in schlechter Bauqualität, denn er war 75 Jahre später schon wieder verfault und wurmstichig.
Deshalb musste 1724 bis 1728 ein neuer Pfarrhof erbaut werden. Den Entwurf dazu erstellte der Münchner Hofbaumeister Johann Bapt.
Gunezrhainer, der auch den Bau überwachte. Die Kosten dafür beliefen sich auf 4.400 Gulden. Diesen hohen Betrag erfahren wir aus den Kirchenrechnungen der Pfarrei Bergkirchen. Denn Ampermoching erhielt zu den Baukosten ein zinsloses Darlehen des Landgerichts Dachau. Dazu mussten alle übrigen Pfarreien beitragen.

In der ersten Hälfte des 18.Jh. waren die Glaser Georg Älbl und Martin Weber des Öfteren in der Kirche beschäftigt.
1728 mussten nach einem Hagelschlag 98 Gläser ausgebessert werden. 1733 hatte der Wind ein Rundfenster "zerrissen", wie es heißt. 1749 war die Reparatur zweier Fenster notwendig, die "von Gesindel eingeschlagen" worden waren. Dazwischen lagen noch mehrere Glasreparaturen ohne besondere Begründung in der Kirchenrechnung.

Umbau 1737-39 54)
Im Jahr 1737 gab es -nach den Eintragungen in der Kirchenrechnung- eine größere Reparatur der Kirche.
Zunächst erstellten die Dachauer Handwerker, Schloßmaurer Gregor Glonner und Zimmermeister Franz Helffertsrieder, ein Gutachten und einen Kostenvoranschlag. Zu reparieren waren: der "ganz ruinöse" Kirchturm, das Kirchendach, die Kirchendecke und die Friedhofsmauer.
Der erste Schritt der Baumaßnahme war die Beschaffung des Materials:
- Bauholz (22 Baumstämme) lieferten der Dachauer Sagmeister Alexander Mayr und ein Herr Köglmüller aus München
- das Zimmerholz zur Neuanfertigung der weißen Decke kam vom Mochinger Bauer Marx Hueber und dem Riederbauer Joseph
   Sedlmayr in Durchsamsried
- die Ziegelsteine lieferte der Huber in Schönbrunn
- 700 Hacken und 500 Preiß für das Dach kaufte man vom Dachauer Ziegler Martin Schmidt zum Preis von 8 fl 24 kr.
- das erforderliche Eisen (148 Pfund) und die 4500 Bretter- und Bodennägel lieferte der Dachauer Kramer Franz Schwaiger
   zum Preis 24 fl 33 kr.
- für die hölzernen Dachrinnen stiftete der Bauer Joseph Sedlmayr aus Durchsamsried "eine mittlere Eiche".
Die Arbeiten wurden vom Mochinger Schmied Caspar Dexl, vom Zimmermeister Franz Helffertsrieder (30 fl 41 kr.) und vom Dachauer Schloßmaurer Gregor Glonner (143 fl 43 kr.) von Juni bis Oktober 1737 ausgeführt. Servicearbeiten erledigte der Wirt Franz Schäffler von Moching, der für "Fuhren, eigene Gänge und für Zehrung 6 fl 54 kr" erhielt.

Auch den Choraltar hat man renoviert. Dazu wurde er in Ampermoching abgebaut und nach Dachau zum Maler und Renovierer geschafft; die Helfer erhielten dafür eine Brotzeit. Das wird in der Kirchenrechnung mit folgenden Worten beschrieben: "Bey abtragung des Choraltars umb selben zu renovieren dem Maller uf Dachau zuegefiert werden khönnen und welcher renovation uf das Jahr die Verrechnung beschicht, haben 6 Mann einen halben Tag darmit zu thuen gehabt, denen dan für ihre Mühe bey aldaigen Würth ein Trunkh angeschafft und selben für abgegebenes Bier und Brodt bezalt wordten 1fl. 46 kr.").
Auch die Fenster mussten erneuert werden. Das erledigte der Dachauer Glaser Georg Älbl für 2 fl 25 kr.
Ein neuer Tabernakel wurde von Niclas Prugger gefertigt (40 fl.), und von Franz Mayr vergoldet (45 fl.)

Matrikel 1740  03)
In der Zeit um 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'sche Matrikel. Über Ampermoching berichtete er: Das Präsentationsrecht (=Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle) wechselte monatlich zwischen dem Freisinger Bischof und dem bayerischen Kurfürsten. Diese Regelung umschrieb man mit dem Begriff Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten=ungeraden Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog (Das blieb so bis zur Säkularisation. 1803 übernahm der bayer.König das Besetzungsrecht voll, bis es durch das Konkordat 1817 wieder durch die Regelung der Monatspfarrei und ab 1830 der Wechselpfarrei ersetzt wurde).

Der Pfarrer besaß neben dem Pfarrhof (mit landwirtschaftlichem Betrieb) in Ampermoching auch ein kleines Gütl in Sulzrain. Das Pfarrhaus war in gutem baulichen Zustand und von großer Zier, doch die Hofgebäude waren reparaturbedürftig. Die Zahl der Gläubigen hatte in den 200 Jahren trotz der Verluste im 30jährigen Krieg kräftig zugelegt. Mit 514 Communicantes 32) hatte sich die Zahl der Seelen -wie auch in anderen Pfarreien im Dachauer Land- seit 1524 mehr als verdoppelt. Möglicherweise hatte man aber 1560 eine andere Definition des Begriffs Communicantes verwendet.
Die Pfarrkirche, so schreibt Schmidt, hebe sich aus dem Kreis der übrigen Landkirchen hervor. Die Kirche hatte auch damals drei Altäre: Der Hochaltar mit Tabernakel war dem Apostel Petrus geweiht. Einer der Seitenaltäre war dem Rosenkranzfest gewidmet. An ihm feierte die 1628 gegründete Rosenkranzbruderschaft ihre Gottesdienste. Der andere Seitenaltar hatte Johannes d.Täufer als Patron. Das Kirchweihfest wurde am Sonntag vor dem Fest der Heiligen Simon und Judas (28. Oktober) gefeiert. Eigens erwähnt wird, dass in der Kirche Taufstein und die Heiligen Öle und in der Sakristei genügend Messgewänder vorhanden waren. Um die Kirche lag der Friedhof mit Grabstätten und Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer und der Hofmarksherr von Schönbrunn; das war damals der bayerische Kanzler Baron Franz Xaver v.Unertl. Das Vermögen der Kirche betrug 2000 Gulden. Das war für damalige Zeiten ein sehr hoher Betrag.


Kirchenerweiterung 1838/41 54)
In der Zeit um 1840 wurde das Kirchenschiff in wesentlichen Teilen neu gebaut und dabei erweitert.
Die Kirche bot damals 284 Personen Platz, stellte die königliche Bauinspektion München II im Jahr 1836 fest: "Im Schiff der Kirche finden 171 Personen Platz. Die beiden Seitenstühle im Chor umfassen 19 Plätze, die Kinderbänke 48, das Oratorium sechs und die Empore 40 Plätze, so daß die Kirche 284 Personen fassen kann". Das war bei 650 Gläubigen eindeutig zu wenig, weil damals die weitaus überwiegende Mehrheit die Gottesdienste besuchte.
Schon 1835 sollen sich, so Pfarrer Angerpointner in einem Schreiben an das für die Genehmigung der Baumaßnahme zuständige Landgericht Dachau vom 19.6.1835, Bewohner aus Ampermoching an den Pfarrer gewandt und einen Anbau gefordert haben.
Sie bemängelten, dass die Pfarrkirche (in der Sitzplatzzahl) zu beschränkt sei und wiesen darauf hin, dass dem "durch einen Anbau am Hinterteil der Kirche" abgeholfen werden könne. Die Beengtheit ergebe sich vorwiegend im Sommer, wo in Unterweilbach keine Frühmesse gehalten werde und die ganze Pfarrgemeinde hier zusammenkomme, ebenso an Monats-Sonntagen, an Frauenfesten und großen Leichengottesdiensten. Die Bewohner hätten versprochen, schrieb der Pfarrer, alle Hand- und Spanndienste zu leisten, allen Sand unentgeltlich herbeizuschaffen und außerdem die notwendige Bausumme unverzinslich vorzuschießen.

Das Landgericht Dachau schickte den Maurermeister Hergl aus Dachau nach Ampermoching und dieser berichtete am 29. Oktober 1835 dem Landgericht: "Was die Größe (der Kirche) betrifft, ist solche so klein, daß sie nicht 400 Menschen fassen kann. Die wohlfeiste Art, diese Kirche zu vergrößern, wäre, daß selbe gegen die westliche Seite zu um 25 Zoll verlängert würde, wodurch ein Raum von 700 Quadratzoll Vergrößerung entsteht." Damals betrug die Seelenzahl in der Pfarrei circa 650 Personen, darunter 91 Ehepaare, von denen 70 gar keinen Kirchenstuhl haben, die Zahl der Kommunizierenden 518, die der Nichtkommunizierenden 127. Deshalb wurde ein Fassungsvermögen der Kirche von 600 Personen veranschlagt.

Die Bauinspektion stellte fest, dass dem Raummangel durch eine Erweiterung der Empore allein nicht abgeholfen werden könne. Es müsse eine rückwärtige Verlängerung stattfinden, wodurch ein Raum von 650 Quadratfuß gewonnen werde, der Raum für 90 bis 95 Personen schaffe. Wenn gleichzeitig die beiden Emporen rückwärtig verlängert würden, schaffe die Vergrößerung einen Raum für insg. 570 bis 580 Menschen.
Der Anbau wurde genehmigt. Die Bewohner leisteten die versprochenen Hand- und Spanndienste, spendeten 200 Gulden und gewährten 2500 Gulden zinslose Darlehen. Auch der Pfarrer selbst leistete einen beachtlichen Zuschuss von 300 Gulden aus seinem Privatvermögen.

Aus den Kirchenrechnungen ergibt sich, dass rd. 27.000 Ziegelsteine verbaut wurden. Die Arbeiten wurden von der Baufirma Hergl aus Dachau in der Zeit vom 7.Mai bis 3.August 1838 erledigt (591 Gulden), die Zimmererarbeiten bis 15.September 1838 von Andreas Höß (226 fl.). Daneben erscheinen folgende Handwerker in der Kirchenrechnung:
     Kistler Geum (235 fl.), Glaser Mannhardt, Glaser Zaberkow, Drechsler Pals, Siebler Jäger, Schlosser Heidenberger (100 fl),
     Schlosser Wittmann (150 fl), Maler Huber (348 fl), Orgelbauer Moser und der Schmied von Ampermoching.
Insgesamt betrugen die Kosten 2.530 Gulden.
Die alten, oben und unten gerundeten Kirchenfenster hat man unten ausgehauen und oben zugespitzt und mit gotischen Vorsprüngen und Verzierungen versehen, um Gleichheit mit den neuen (im Anbau) herzustellen.
Die Orgel musste abgebaut und wieder aufgestellt werden. Dies hat man mit einer Reparatur verbunden. Der Orgelbauer Peter Moser erhielt dafür 94 fl.
Beide Emporen waren äußerst schadhaft und die Stiegen an der Wandseite verfault. Da die neue Wandstärke um 1,5 Zoll geringer ausfiel, musste die Empore um drei Schuh verlängert werden. Die Stiegen hat man ganz neu gemacht und gestrichen.

Eine Rüge kam von der Bauinspektion:
Im Rahmen der Erweiterung habe man auch "eigenmächtig nicht im Kostenanschlag vorgesehene Reparaturen vorgenommen":
- auf den Emporen wurden neue Brüstungen erstellt,
- statt 14 wurden 19 Kirchenstühle gefertigt,
- vier alte große Fenster wurden ganz umgeglast,
- in der obersten Empore wurde eine Weißdecke hergestellt und
- über der Kanzel sowie in der Mitte des Plafonds wurden bedeutende Stellen der Weißdecke gefertigt.
Die "eigenwillig" veranlassten Baumaßnahmen wurden zwar nachträglich genehmigt, doch die Kammer des Innern fügte der Genehmigung folgende Beanstandung an:
  "... jedoch nicht ohne ernstes Mißfallen über das vorschriftswidrige Verfahren, welches sich die Kirchenverwal-tung erlauben zu dürfen geglaubt hat, ein Verfahren, das unter allen Umständen von Rechtfertigungsgründen solche entblößigt ist, daß es selbst in der Voraussetzung dringender Notwendigkeit der fraglichen Bauten irgend-eine Entschuldigung nicht zu finden vermag. Der beteiligten Kirchenverwaltung ist dieses mit dem Beifügen zu eröffnen, daß sie und ihre Mitglieder im Falle der Wiederholung solche Eigenmächtigkeit unnachsichtlich zur äußersten Verantwortung würde gezogen werden".
Die im Rahmen der Erweiterung angefallenen Kosten betrugen insgesamt 3.343 fl. Davon entfielen immerhin 814 Gulden (24%) auf die nicht genehmigten Baumaßnahmen.

Beschreibung 1874 05)
Kirche und Pfarrei Ampermoching sind auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und -nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg Westermayer als Buch veröffentlichten. Diese bisher umfangreichste Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts- und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der Pfarrämter.

Über die Pfarrei Ampermoching schreibt er, sie habe 707 Seelen in 99 Häusern und einen Umfang von 3 1/2 (Geh-)Stunden.
Die Pfarrkirche sei geräumig. Im Sattel-Thurm hingen "vier Glocken, wovon nur eine älter, aber ohne (kunsthistorische) Bedeutung sei". Im Inneren befänden sich drei Altäre; auf der Empore stehe eine Orgel mit 6 Registern. Baupflicht an der Kirche habe die Pfarrei, am Friedhof die Gemeinde. Pfarrer sei Joh. Stanislaus Todtweiller. Das Pfarrhaus sei groß und schön. Das Widum, die zum Pfarrhof gehörende Grundfläche, umfasse 173 Tagwerk der Bonität 7. Die Ökonomiegebäude waren 1864 abgebrannt und wurden erst 1878 wieder aufgebaut.


Beschreibung 1895 06
Die Ampermochinger Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben.
45) Im Bericht heißt es:
  "Kirche: Gothisch aus der Spätzeit des 15.Jh. 1839 verlängert, 1868 restauriert. Einschiffig.
- Der Chor ist wenig eingezogen, er umfasst zwei Langjoche und schließt in drei Seiten eines Achtecks.
- Thurm und Sakristei an der Nordseite des Chores.
- Langhaus flach gedeckt. Der Chor gewölbt.
- Die Wände sind durch rechteckige Pfeiler mit ausgekehlten Ecken und vorgelegten Diensten gegliedert.Erstere    nehmen die spitzen Schildbögen, letztere die Gewölberippen auf.
- Pfeiler und Dienste sind 1868 in ihrem unteren Teil abgeschlagen worden, um Raum für die Chorstühle zu
   gewinnen. Netzgewölbe mit schlanken, hochprofilierten Rippen ohne Schlusssteine.
- Hochaltar und Kanzel um 1670.
- Das Aeussere ist durch Lisenen gegliedert,
- der Kaffsims um den unteren Rand der Fenster gekröpft.
- Der Sattelthurm ist in seinen unteren Geschossen mit allerlei Stabwerk spielend dekorirt.
- Auf dem Hochaltar die lebensgrosse sitzende Holzfigur des hl.Petrus, eine sehr flotte Arbeit um 1670.
- Ein hervorragendes Kunstwerk ist die lebensgrosse bemalte Holzfigur der schmerzhaften Maria von einer
   Kreuzigungsgruppe. Maria steht, den Kopf seitwärts neigend, mit gesenktem Blick; die Hände vor der Brust
   zusammenpressend, ringt sie in tiefem Schmerz, aber es ist nicht der Schmerz der Verzweifelung, sondern
   der Ergebung in dien Willen Gottes. Durch die feierlicher Ruhe, welche die innere Erregung beherrscht, ist
   die Figur warhaft erhaben. Leider fehlt dem Mantelwurf ein grosser Zug. Um 1500. Der linke Fuss ist restaurirt. Vgl. B.Riehl in der Zeitschrift d.bayer. Kunstgewerbevereins 1890."


Innenrenovierung 1931
54)
1931 wurde die Innenausstattung von Josef Zimmermann/ Allach für 8.701 Mark gereinigt und instand gesetzt. Die Arbeiten im Einzelnen:
- Abbau der neugotischen Seitenaltäre und Einbau neuer Altäre, die dem Hochaltar angepasst sind
- Holzverkleidung an der Wand, um die Kälte in der Winterzeit abzuhalten
- Ausweißen der Kirche und Reparatur der Kirchenstühle durch den Dachauer Maler Albin Huber (Sohn von Anton Huber jun.)
   für 2 148 Mark
- Streichen der Decke des Chorraums mit einem hellgrün-grauen und der Stabeinfassung mit einem mittelroten Anstrich
- Der neugotische, unpassende Taufsteindeckel wurde durch einen einfachen ersetzt.
- Entfeuchtung der Kirche nach einem Patent der Gebrüder Rank in München: Mauerschemelsteine werden um die freigelegten
  Grundmauern gelegt und ein vergitterter Luftschacht wird geschaffen.
- Tafeln mit den Namen der im 1. Weltkrieg gefallenen und vermissten Soldaten befestigt
- Entfernung der vier Buntglasfenster und Ersetzen durch helle Sechseckverbleiung (Syrius Eberle). Ein Kirchenfenster stiftete
   der damalige Mesner Wolf ("Beim Schusterlenz")
- Neue schmiedeeiserene Apostelleuchter vom Mochinger Schmiedemeister Simon Geidl
- Einbau eines massiven Eisengitters, das die Öffnung der Kirche den ganzen Tag über erlaubt und vor Diebstahl schützt



Ende des 2.Weltkriegs 1945
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bat das Ordinariat die Pfarrer, über die letzten Monate des Krieges und den Einmarsch der Amerikaner in das Gebiet ihrer Pfarreien zu berichten. Die Berichte enthielten Aussagen zu Schäden an Kirchen und Pfarrhäusern durch Fliegerbomben, beim Einmarsch der Amerikaner und durch die (erlaubten) Plünderungen der Gefangenen nach ihrer Befreiung sowie über die Probleme der Seelsorge in den Kriegsjahren.
So schrieb Pfarrer Franz Xaver Dobler, der Einmarsch der Amerikaner am 29. April während eines von nur drei oder vier alten Frauen besuchten Gottesdienstes, sei "ortsüblich gewesen, ohne Widerstand und Kampf, ohne Tote und Verwundete". Nur in Durchsamsried habe es Widerstand von SS-Leuten gegeben, die sich hier verschanzt und auf die vorbeifahrenden Amerikaner geschossen hatten.
Pfarrer Dobler war am Ende des Krieges wegen eines Bombentreffers in einem Hof der Nachbarschaft zum Pfarrhaus besorgt. Zum einen, weil Kirche und Pfarrhaus einige geringe Dach- und Fensterschäden erlitten, zum anderen aber auch deshalb, weil im Pfarrhaus und Pfarrstadel große Bestände der Staatsbibliothek und des Erzbischöflichen Ordinariats ausgelagert waren; außerdem kostbare Kunstschätze aus Münchner Kirchen (St.Peter, Heiliggeistkirche und Dom), darunter die überlebensgroßen Apostelfiguren von Erasmus Grasser, die heute wieder in der Peterskirche zu sehen sind.
In den ersten Nachkriegstagen kam es auch in Ampermoching zu Plünderungen durch befreite KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter. Die Kirche wurde verschont, lediglich aus dem Pfarrhaus wurden der Bestand an Messwein (rd. 20 Flaschen) und Lebensmittel mitgenommen.

Renovierung 1953
Kurz nach dem 2.Weltkrieg wurde die Kirche erheblich umgestaltet und ihr dabei im Wesentlichen das heutige Aussehen verliehen. Die Gesamtkosten betrugen 35 000 DM, die zum Teil von den Grundstückseigentümern durch eine Kirchenumlage von 2,00 DM pro Tagwerk finanziert wurden. Die Baumaßnahmen im Einzelnen:
- Dachreparatur (Dachstuhl und Ziegelbedachung)
- Orgelreparatur durch Orgelbaumeister Hermann Appel/Wemding für 1024 DM (elektrischer Blasbalgantriebs)
- sechs neue Kirchenfenster durch den Dachauer Glasermeister Wilhelm Eberle, außerdem arbeitete er drei Fenster um (1170)
- Ersatz der beiden Beichtstühle aus dem Jahr 1868 und Verlagerung von den Mauernischen beidseits des Hochaltars an den
   Westgiebel (durch den Deutenhofer Schreinermeister Blasius Berner für 2.240 DM)
- Das Kirchenportal an der Nordseite wurde wegen der ständigen Zugluft vermauert. An gleicher Stelle wurde eine Blendmauer
   für das Aufstellen des Weihnachtskripperls errichtet.
- Abschlagen des Deckenputzes und Aufbringen eines neuen Rabitzputzes
- Neues Deckengemälde durch den Dachauer Maler Richard Huber (für 3 500 DM). Thema: Übergabe der Himmelsschlüssel an
   Petrus. Am Bildrand hat sich der Maler selbst verewigt.
- Reinigung und Vergoldung des Hochaltars, der Kanzel und der beiden Kreuzigungsgruppen durch Richard Huber
- Kürzung des Tabernakels, um die Petrusfigur am Choraltar wieder voll zur Geltung zu bringen
- Altarsäulen vom Ölanstrich befreit und wieder marmoriert
- Verlagerung des Kommuniongitters um 3 Meter zum Kirchenschiff hin
- Entfernung der 1868 aufgetragenen Ölfarbe von Chorgestühl, Empore und Presbyterium

Hagelschlag 1961
1961 wurde eine umfangreiche Außenrenovierung durchgeführt. Die Finanzierung der Kosten von 34.100 DM sollte per Kirchenverwaltungsbeschluss durch eine Umlage auf die Grundstücksflächen erfolgen. Nach einem Bericht von Pfarrer Wilhelm war dies nur teilweise möglich, weil am 22. Juni 1961 ein Hagelschlag laut amtlicher Überprüfung 70 bis 100 % der Feldfrüchte vernichtete. Zudem seien die Gläubigen in den vergangenen zwölf Jahren schon schwer für Kirche und Pfarrhof mit Umlagen herangezogen worden. Deshalb wurde nur ein Betrag von
5 DM pro Tagwerk festgelegt.


Baumaßnahmen, Renovierungen, Anschaffungen, Berichte   54)

Zeitlich nicht eindeutig zuordenbar ist die Vergrößerung der fünf Fenster im Chor, die dabei ihr gotisches Maßwerk verloren. Außerdem wurden die drei Fenster auf der Nordseite im Langhaus neu ausgebrochen. Zudem hat man die gotische Täfeldecke entfernt. Des Weiteren war eine Märbellierung der Langhausdecke beabsichtigt, das ist die Bemalung einer Holzdecke mit Marmormuster. Dies scheint jedoch nicht verwirklicht worden zu sein; denn 1737 hat man eine Weißdecke repariert.

1315
Erste schriftliche Erwähnung der Kirche in der Konradinische Matrikel
1340
Erste schriftliche Erwähnung des Pfarrhofs im zweiten Herzogsurbar
1524
Kurzbeschreibung in der Sunderndorferschen Matrikel
1530
Gotische Kreuzigungsgruppe (derzeit ganz hinten aufgestellt) angeschafft
1560
- Glocke der Münchner Glockengießerei Wolfgang Steger & Sohn für Ampermoching erworben
- Beschreibung der Pfarrei im Visitationsbericht
1630
wurde der rechte Seitenaltar erneuert, weil er angebrannt war.
1632
Pfarrhof und Ökonomiegebäude von den Schweden abgebrannt
1640
musste das Dach neu gedeckt und ein neues Friedhofstor erstellt werden
1650
Kauf eines kupfernen Ölkruges (5 fl 40 kr)
1654
Neuer Schlüssel für den Opferstock von Schlosser Rudolph Otter aus Dachau
1664
neue Glocke von Gießer Bernhard Ernst
1670
neuer Hochaltar
1690
Umhängen der Glocken
1692
Neue Kanzel von Franz Prugger, Dachau, Kistler für 50 fl.
1694
- Anbringen hölzerner Dachrinnen und die Errichtung eines Vorhäusls mit drei Türl durch den Mochinger Zimmermeister   Anton Pürckh.
- Der Dachauer Maler Hanß Georg Hörmann erhielt für das Gemälde von vier Wolken samt Gottvater 5 fl.
1696
eine Glocke nach Dachau zur Reparatur transportiert
1698
Reparatur des Kirchenpflasters.
1699
- Ausbesserung der Friedhofsmauer durch den Vierkirchner Maurermeister Georg Weigl
- Kauf eines Missales (= Messbuch) von Johann Jäcklin, Hofbuchdrucker, München um 5 Gulden
1702

Zwei "große und starke Kirchentüren" (Höhe sieben Schuh und sechs Zoll, Breite vier Schuh) durch den Dachauer Kistler Martin Prugger für 4 fl 35 erstellt. Eine Tür war aus Eichenholz, die andere Tür aus starkem doppelten Fichtenholz. Die Türöffnungen mussten in die Turmmauern gebrochen wurden.
Finanziert wurden die Türen von der Rosenkranzbruderschaft.

1706
nicht spezifizierte Reparatur der Kirche (Kosten 13 fl.). Ebenfalls bezahlt durch die Bruderschaft.
1708
Ausbessern des "Unschuldigen Häusls"
1711
Renovierung des Sakristeidaches durch den Dachauer Maurer Wolf Krompter
1712
- die Neuanfertigung von vier Fenstern durch den Dachauer Glaser Georg Älbl 1712
- Ausweißung des Gotteshauses (Kosten 29 fl.)
1715
Auspflasterung des Chors und der Kirche mit 500 Steinen
1716
Reparatur des verbrannten Johannesaltars durch Simon Prugger, Dachau (Kosten: 13 fl.)
1717
oder 1718 wurde in die Kirche eingebrochen, der Opferstock ausgeräumt und Monstranz, Ziborium und Kelch geraubt.
1718

Große Reparatur Teil I.
- neues Friedhofstor um 2 fl 6 kr. durch den Mochinger Zimmermeister Eusebi Mayr
- Innenraum ausgeweißelt
- Ausbesserung des Totenkerkers und des Pflasters. Schon 1715 waren 500 weiße Pflastersteine (für 47 fl 30 kr.)   gekauft worden; Bauer Wenzeslaus Hütt aus Durchsamsried lieferte 200 Mauersteine für 1 fl.
  Die Maurer (Lohn 20 kr.am Tag) und Handlanger (13 kr.) waren 38 Tage beschäftigt.
- Der Dachauer Schlosser Georg Spizer fertigte ein eisernes Gatter für den Totenkerker um 10 fl.
- neuer Johannesaltar mit Darstellung der Enthauptung durch Hofbildhauer Andre Faistenberger, Mch, um 55 Gulden

1719
Anfertigung eines neuen Johannesaltars durch David Zankl, Unterweilbachfür 49 fl. nach erneutem Brand
1720

Große Reparatur Teil II. durch den Münchner Stadtmaurermeister Georg Ettenhouer.
- Der Totenkerker samt dem Vorhäusl und das Portal wurden abgetragen, die Kirchentür zugemauert.
- Am hinteren Teil der Kirche wurde ein neues Portal ausgebrochen und ein neues Seelhäusl aufgemauert.
- Die Arbeiten kosteten 42 fl 31 kr. Der Handwerkstaglohn betrug jetzt für den Maurerpolier 24 kr, für den
   Maurergesellen 22 kr und für den Tagwerker 13 kr.
   Bauer Wenzeslaus Hütt aus Durchsamsried lieferte für 21 fl 30 kr. die erforderlichen 4.300 Mauersteine
- neue Stiegen auf die Empore
- zehn neue "Weiberstendt" = Kirchenstühle durch Michael Prugger (10 fl.30 kr.)

1721
Emporenbrüstungen vom Dachauer Kistler Hans Georg Prugger jede 26 Schuh lang und ein Schuh hoch mit acht gewundenen Säulen samt den dazugehörigen geschnittenen Capitellen aus Fichtenholz zum Preis von 46 fl.
1724
Pfarrhofbau
1728
Behebung von Hagelschäden. 98 neue Fensterscheiben durch den Dachauer Glaser Martin Wöber (98 kr.)
1733
Behebung von Sturmschäden. Erneuerung des vom Wind zerrissenen Rundfensters und Reparatur des vom "großen Wind und Regenschauer" abgehobenen Vorhäusls durch den Mochinger Maurer Mathias Pürckh.
1737
Großer Umbau (mehr darüber siehe hier...)
1738
Anfertigung eines neues Crucifixes samt Postament durch Bildhauer Bartlme Schuechpaur, Dachau
1740
- Ergänzung der Figuren auf dem Choraltar durch Bartlme Schuechpaur: Jesuskind bei der Antoniusfigur und ein Crucifix
   bei der Franz-Xaver-Figur (3 fl.25 kr.)
- Vergoldung u.Versilberung der Figuren Petrus, Franz Xaver u.Antonius auf dem Choraltar durch Franz Mayr (100 fl.)
1749
- Neues heiliges Grab durch Niclas Prugger, Kistler, Dachau (13 fl 45 kr)
- Fassung des heiligen Grabes durch Franz Mayr, Dachau einschl.Lieferung von 14 Kugeln (30 fl.)
- Reparatur der Kanzel durch Niclas Prugger (2 fl 18 kr)
- Bildhauerarbeiten an der Kanzel durch Bartlme Schuechpaur (32 fl 45 kr)
- Fassung der Kanzel durch Franz Mayr, Dachau (105 fl.)
1750
Neue Monstranz wegen Aufbruchs des Tabernakels und Diebstahl der Monstranz (118 fl 31 kr)
1753
Ausbesserung der Fenster durch den Haimhauser Glaser Paul Daller.
1777
Reparatur des Pfarrhofs
1813
Beschaffung einer dritten Glocke
1820
Renovierung der Kirchendecke nach "mehreren Jahren des Einregnens".Es waren schon Anwurftrümmer heruntergefallen
Sanierung des Mauerwerks hinter den Kirchenstühlen (Saliterbefall) Kosten: 187 fl 41 kr.
1821
Reparatur des Pfarrhofs
1822
Reparatur der Orgel durch Orgelbauer Gregor Deiß aus München für 95 fl.
1823
- 1824: Weitere Dachreparaturen durch Dachauer Maurer Xaver Steinlechner u. den Haimhauser Schlosser Platschko
  - Anschaffung eines Himmels für Prozessionen für 107 fl. (!) und
- eines roten Messgewands, weil die Erben des verstorbenen Pfarrers Bonin das alte Gewand mitgenommen hatten
1829
Kirchenglocke mit einem Gewicht von 406 Pfund zersprungen
1831
- Neue Glocke von Glockengießer Regnault mit einem Gewicht von 545,5 Pfund gekauft (287 fl 25 kr)
- Versilberung von Ampel, Rauchfass und Schiff durch Gürtler Schwaighart Dachau (11 fl.)
1832
Anfertigung neuer Messkleider durch Ornatschneidermeister Peter Dürr, München (165 fl )
1833
Kauf einer neuen Kirchenfahne von der Fa. Hermann, Landshut (32 fl.)
1834
Erster Blitzableiter auf der Kirche
1838
-1841: Langhauserweiterung mehr dazu siehe hier...
1853
- Erneuerung des Hochaltars und der Kanzel durch den Dachauer Maler Anton Huber (611 fl.)
- vier neue und sechs alte Altarleuchter sowie drei Canontafeln durch Gürtlermeister Wenzeslaus Schwinghart   versilbert (30 fl.)
1855
Reparatur des Pfarrhofs
1860
Stadelbrand im Widum
1862
-1863: umfassende Innen- und Außenrenovierung. Dachsanierung (mit 12.000 Dachplatten), Verputzung der Westseite des Turmes und der Schießmauer der Kirche, Ausweißen der restlichen Seiten des Turmes und der Kirche, der Sakristei und des Kircheninneren. Daneben wurde das Pflaster ausgebessert. Leitung: Zimmermeister Schmid von Indersdorf.
1863
- Glocke von 1664 (272 kg) nach Prittlbach verkauft (um 400 Gulden).
- Neue Glocken von Glockengießer Friedrich Gössner aus München gekauft.
Sie waren 1173 kg (Bennoglocke)796 kg
  (Petrusglocke) und 168 kg schwer. Kosten je kg 2 Gulden.
- Verstärkung des Glockenstuhls (59 fl.).
- Neue Turmuhr, gekauft von Johann Mannhardt, München (706 fl 47 kr.).
1866
Heiliges Grab von Maler Krafft, Pfaffenhofen, um 420 fl
1868
- Renovierung nach dem Brand des Nachbaranwesens
- neue Seitenaltäre, Orgelprospekt und 2 Beichtstühle von Joh.Bapt. Wirth, München
- neue Kreuzwegstationen von Rick
- neue Beichtstühle
- neue Fenstergemälde
- Orgelreparatur
- Chorgestühl, Empore und Presbyterium mit Ölfarbe gestrichen (1953 wieder abgenommen)
1874
Beschreibung der Pfarrei durch Dombenefiziat Mayer
1878
- Kirchenraum geweißelt
- Chorgewölbe erhält blauen Anstrich mit Sternen (500 Mark: von Böckbauernaustragsbäurin Maria Scharl)
1880
Neue Eingangstüre aus Eichenholz für 500 Mark
1881
- 6 geschnitzte u. vergoldete Leuchter von der "Decorationsmalerei & Vergolderei Gebrüder Kraft" in Freising (180 M.)
   gestiftet von: Riederbäurin, Böckbäurin, Michlbäurin und Kaltmüllerin.
- Raum über Sakristei als Paramentenzimmer ausgebaut (178 Mark)
1882
neue Orgel durch Franz Borgias Maerz zum Preis von 3 600 Mark.
1884
Verkauf der alten Moser-Orgel von 1836 an die Filialkirche Mühldorf bei Hohenkammer um 125 Mark
1889
Die vorhandene Hacken- und Preisdachung wird durch eine doppelte Ziegeldachung aus Kolbermoorer Falzziegeln ersetzt u. anstelle der hölzernen eine Dachrinne aus verbleitem Eisenblech montiert (Zimmerer Wiesböck) Kosten 1226 Mark.
1892
Neues Heiliges Grab durch Ludwig Hitzinger aus Endorf
1895
Außenrenovierung des Turms um 300 Mark
1903
- Renovierung der Sakristeidecke; Austausch der Holzdecke durch ein Schienengewölbe
- Holzziegel des Turmdaches fallen herab u. zertrümmern Kolbermoorer Falzziegel auf dem Presbyteriumsdach   
  (Schaden: 450 M)
1911
Stromanschluss der Kirche (Kosten 576 Mark) Die Kilowattstunde kostete 54 Pfennig.
1912
Einbau einer Ventilationsanlage, weil sich nur 1 Fenster öffnen ließ. Vorher versagte die Orgel; zudem war die Luft auf den Emporen schlecht. Kosten 224 Mark
1917
Ablieferung von zwei Glocken zu Kriegszwecken
1925
Gründung des Kirchenrenovierungsvereins
1926
Anschaffung einer Kommunionbank um 256 Mark, sowie eines Prozessionstisches um 178,00 Mark
1927
Orgelreparatur um 470,00 Mark durch Albert Moser, München
1931
Renovierung der Kirche für 8.701 Mark: Reinigung u.Instandsetzung der Ausstattung durch Josef Zimmermann/ Allach
Näheres dazu erfahren Sie hier...
1933
Außenrenovierung des Kirchturms. Putz, Moos,Dach aus Mönch/Nonnen-Ziegel. Einbau Ausstiegsfenster in das Dach.
1942
Ablieferung von 3 Glocken für Kriegszwecke
1943
Ablieferung von Gegenständen aus Kupfer, Zinn, Blei, Nickel, Bronze,Messing (z.B. Kerzenleuchter, Rauchfässer usw.)
1950
vier neue Glocken von Czudnochowsky Erdweg, Kaufpreis 15.314 DM
Orgelreparatur durch Orgelbaumeister Hermann Appel aus Wemding für 1024 DM (elektrisch angetriebener Blasebalg)
1950
-1953 Große Veränderung des Inneren:
Näheres dazu erfahren Sie hier...
1953
Brand im Bereich des Treppenaufganges zur Empore. Neuer Beichstuhl verbrannt und Empore beschädigt
1956
Glocke von 1560 an das Herz-Jesu-Kloster in München, Buttermelcherstraße, verkauft.
Neuer Glockenstuhl in Eisenkonstruktion für vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von 3 200 kg von der Firma Georg Adam/Markt Schwaben gefertigt. Einbau einer elektrischen Läuteanlage. Gesamtkosten 8685 DM
1961
gründliche Außenrenovierung um 34 100 DM. (Lisenen um Fenster u. am Turm, Fassadenanstrich; Neueindeckung des Turms mit Mönch- und Nonnenplatten, Anschluss der Läuteanlage an die Kirchturmuhr,
1976
Einbau einer vollelektrische Turmuhrenanlage für 7837 DM. Die Gemeinde Hebertshausen gewährte dazu einen Zuschuss in Höhe von 50 %.
1998
Ausbesserungen am Deckenputz, weißer Anstrich der Kirchenschiffwände
1999
-2000: Neubau des Pfarrhofs und des Pfarrheims


Bittgänge und Wallfahrten der Ampermochinger
Im 18.Jh unternahmen die Ampermochinger alljährlich mehrere Bittgänge (Creuzgäng), die in die kleinen Wallfahrtskirchen der Umgebung führten. Die meisten waren in maximal 2 Stunden Gehzeit zu erreichen; für Taxa, das 25 km entfernt liegt, brauchte man schon zwei Tage.
Schon immer zogen die Ampermochinger nach Inhausen, Neufahrn und Straßbach. Dazu kamen in den Jahren bis 1700 Mitterndorf, Pellheim und Taxa, später noch Eching. Wir erfahren das aus den Kirchenrechnungen, weil die Sänger und Fahnenträger in der Regel eine kleine Vergütung für ihre Dienste bei der Wallfahrt erhielten.
Wallfahrten waren für die Wallfahrtsorte wirtschaftlich sehr lohnend; für die Ampermochinger Bauern waren sie aber auch belastend, denn sie führten zu Arbeitsausfällen ihres Dienstpersonals. Wallfahrten waren eine Art von Urlaub. Die Dienstherren mussten nach altem Brauch auch etliche Kreuzer Zehrgeld für die Verköstigung (eine Art Urlaubsgeld) zur Verfügung stellen.
Über die Zielorte der Wallfahrten/Bittgänge/Kreuzgänge erfahren Sie mehr, wenn Sie hier klicken...




Statistik
Zur Größe der Ortschaft u. Pfarrei Ampermoching im 19.Jh. ist in alten Handbüchern folgendes zu finden:

Pfarrei Ampermoching

1524: Pfarrei mit 270 Communicantes (Gläubige nach
         der Erstkommunion) 32)
1560:
Pfarrei mit 330 Gläubigen
1740: Pfarrei mit 514 Communicantes
1820:
Pfarrei mit 605 Gläubigen 54)
          
 (100 Familien, 208 Erwachsene, 397 Kinder)
1826:
Pfarrei mit 607 Seelen 47)
1838: Pfarrei mit 650 Seelen, darunter 91 Ehepaare,
         von denen 70 gar keinen Kirchenstuhl haben 54)

1847: Pfarrei mit 685 Seelen; Pfarr-Einkünften von
         1000 Gulden; Präsentationsrecht König 02)  
1850: Pfarrei mit 711 Seelen 49)
1868: Pfarrei mit 701 Seelen 49)
1874 : Pfarrei mit 707 Seelen in 99 Häusern

Gemeinde Ampermoching

1840: Gem. mit 386 Einwohnern 52)
1880
: Gem. mit 490 Einwohnern 52)
1900
: Gem. mit 507 Einwohnern 52)
1910
: Gem. mit 597 Einwohnern 52)
1925
: Gem. mit 599 Einwohnern 52)
1939: Gem. mit 535 Einwohnern 52)
1819:
Ortschaft mit 100 Familien und 605 Personen 46)
1933:
Gemeinde mit  546 Einwohnern   45)
1939:
Gemeinde mit  533 Einwohnern 45)

Ortschaft Ampermoching

1475: Ortschaft mit 36 Häusern
1480:
Ortschaft mit 39 Häusern

1500:
Ortschaft mit 40 Häusern
1550:
Ortschaft mit 43 Häusern
1587:
Ortschaft mit 46 Häusern
1600:
Ortschaft mit 48 Häusern
1631:
Ortschaft mit 51 Häusern
1649:
Ortschaft mit 27 Häusern
1666:
Ortschaft mit 37 Häusern
1689:
Ortschaft mit 38 Häusern
1700:
Ortschaft mit 39 Häusern
1721:
Ortschaft mit 41 Häusern
1752:
Ortschaft mit 46 Häusern
1771:
Ortschaft mit 48 Häusern
1794:
Ortschaft mit 51 Häusern
1820:
Ortschaft mit 605 Gläubigen
54)
          
 (56 Familien, 119 Erwachsene, 169 Kinder)
1831:
Ampermoching mit 54 Häusern, 292 Einwohnern und einer
          Brücke. Gleiche Daten gelten auch für das Jahr 1840   01)
1852: Ampermoching mit 76 Familien und 383 Seelen 04)
1868: Ampermoching mit 72 Gebäuden, 318 Einwohnern, Kirche
          und Brücke  50)

1998: Ortschaft mit 1097 Einwohnern

Volksmissionen
1891 Vom 19. bis 26. April 1891 wurde in Ampermoching eine Volksmission durchgeführt. In einem Zeitungsbericht darüber heißt es, "die Volksmission lockte eine große Anzahl von Gläubigen nach dem Gotteshaus, um den herrlichen Predigten der hochwürdigen Missionspatres zu lauschen. Von allen Seiten des Bezirks strömten Andächtige herbei und die dortige Pfarrkirche dürfte selten eine solche Masse Besucher aufgenommen haben, wie sie jene Predigt anzog. Der ungemein große Erfolg der Mission, die Anziehungskraft derselben auf die ganze Umgebung wirft einen hocherfreulichen Lichtstrahl in den breiten und tiefen Schatten des Realismus unserer Zeit". Während der Zeit der Mission war jeglicher Wandergewerbebetrieb (Hausierer) in Ampermoching behördlich verboten. Missionsgegenstände durften nur von ortsansässigen Gewerbetreibenden verkauft werden; fremden Händlern und Firmanten war dies ausdrücklich nicht gestattet.
1920 Volksmissionen fanden durchschnittlich alle 10 Jahre statt. Nach 1910 sollte auch 1920 missioniert werden. Doch die Maul-und Klauenseuche verhinderte dies. Wenn Sie einen Zeitungsbericht darüber lesen möchten, klicken Sie hier...
1933

Der Volksmission am 16.3.1933 hat man als Leitgedanken die Worte des Domkapitulars Dr. Josef Amberger aus dem Jahr 1869 vorangestellt:
  "Was immer gleichförmig sich bewegt, macht auf die Gemeinde weniger Eindruck. Das Volk wird gleichgültig, minder empfänglich, lau und kalt. Manche Gemeinde ist, sei es in den einzelnen Gliedern, sei es im Ganzen, so verkommen und verhärtet, dass es dem Seelsorger auf dem gewöhnlichen Weg fast unmöglich ist, den hartgetretenen Boden aufzulockern. Daher ist schon in gewöhnlichen Zeiten ein außerordentlicher Dienst im Pastoralamt eine Notwendigkeit; zumal aber in Zeiten, wo auch die Feinde des Heiles in außerordentlicher Zahl und Weise mit außerordentlichen Mitteln auftreten, wo so viele vom Altar aus nicht mehr erreichbar sind. Diesen außerordentlichen Dienst im Pastoralamt überhaupt und im engen Sinn den außerordentlichen Dienst im Lehramt kann man die Innere Mission nennen. Wie die äußere Mission der Kirche neue Mitglieder gewinnt, so soll die Innere Mission ihre durch die Sünde toten Mitglieder wieder als lebendige Glieder dem Leib Christi einfügen. Diese ist das hauptsächliche, vielleicht das einzige Mittel, den Glauben, die Frömmigkeit, die religiöse Übung in den altersreifen Schichten wieder zu erwecken. Obenan stehen die Volksmissionen, welche so Erstaunliches wirken."


Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben von Ampermoching berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Primizfeiern, Priesterjubiläen, Wallfahrten und sogar Kriminalfällen.
Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...




Baubeschreibung der Kirche

Die heutige Pfarrkirche Sankt Peter ist ein 32 m langer und 8 m breiter verputzter Backsteinbau. Sie besteht aus einem einschiffigen, flachgedeckten Langhaus, einem wenig eingezogenen, gewölbten Chor und einem Turm im nördlichen Chorwinkel. Der Kirchenbau ist in zwei Meter Höhe mit einem Kaffgesims und von vertikalen Entlüftungsschächten umgeben 26)

Der Chorraum wurde im  15.Jh, der Turm im 16.Jh. gebaut. Das Kirchenschiff stammt im vorderen Teil sogar noch aus dem 13.Jh.; um 1840 wurde es wegen der Zunahme der Bevölkerung nach Westen verlängert; dadurch haben sich die Proportionen zum Schlechteren verändert. Eine sehr auffällige ornamentale Bemalung des späten 19. Jahrhunderts wurde 1953 wieder entfernt.
Bei der Restaurierung um 1961 wurde die Bausubstanz der Kirche überprüft. Dabei stellt sich heraus, dass die vorhandenen Backsteine im Wesentlichen das gleiche Format (32 x 15, 5 x 6,5 cm) haben und auch in ihrer Oberflächenbeschaffenheit und Konsistenz keine charakteristischen Unterschiede aufweisen. An den Nahtstellen zwischen Chor und Langhaus ist anhand der Mauerungstechnik festzustellen, dass das Langhaus vor dem Chorraum gebaut wurde. Die Baumeister des 15.Jh haben sich alle Mühe gegeben, das neue Material an das vorhandene Material anzupassen. Der Chorraum bzw. Presbyterium ist innen 15 cm breiter als das Kirchenschiff; vielleicht ist auch nur die Wandstärke des Mauerwerks am Chor um 7,5 cm geringer.


Das Dach der Kirche war der Bauteil, der im Laufe der Jahrhunderte am häufigsten repariert werden musste. In den Archiven werden die Jahre 1640, 1694, 1720, 1737, 1820, 1823, 1824, 1838, 1863. Im Jahr 1889 hatte man die vorhandene Hacken- und Preisdachung durch eine doppelte Ziegeldachung (Kolbermoorer Falzziegel) ersetzt und anstelle der hölzernen eine Dachrinne aus verbleitem Eisenblech montiert. 54) 1903 stürzten die Holzziegel vom Turmdach herunter auf das Dach des Chores herunter und zertrümmerten einen Teil der Kolbermoorer Falzziegel. Um Wiederholungen zu vermeiden, wurde ein Schutzfanggitter angebracht. (Kosten 450.Mark) 54)

Turm

Der 26,5 m hohe Turm stammt aus dem 16. Jh. Er ist mit der Kirche nicht verbunden, sondern steht ohne konstruktiven Zusammenhang daneben. Markantes Zeichen sind die Treppengiebel mit jeweils 10 Zinnen an den beiden Seiten des Satteldaches, die oben von einem Steinkreuz gekrönt sind. Er ist mindestens seit 1933 mit Mönch-Nonnen-Ziegeln gedeckt.
Im Erdgeschoß des Turmes sind Solnhofer Platten im Rosenspitzmuster verlegt. Eine gemauerte Wendeltreppe führt nach oben; ihre Stufen sind mit Holz belegt. 26)
Einen Blitzableiter gibt es schon seit 1834; Ampermoching gehört zu den ersten Kirchen mit Blitzschutz im Dachauer Land.
Gegen die Blitzableiter, diese "Ketzerstangen", gab es damals auch theologische Bedenken: "Alle Blitze und Schläge hat der Herr abgemessen", hieß es, "kein einziger fällt anders, als ihn die ewige Vorsicht bestimmt". 56)

Der Turm wird durch Deutsche Bänder (das sind vertieft übereck eingesetzte Ziegel, die ein Zickzack-Muster erzeugen) in fünf Felder geteilt.

Seine besondere künstlerische Bedeutung bekommt er durch seine auffällige Stabwerk-gliederung in den unteren drei Geschossen. Es handelt sich um ein geometrisches Ornament, eine Art halbrunder Arkadenbögen, die von stabartigen Quadraten überquert sind.
Diese Stabwerkgliederung hebt die Kirche aus dem Durchschnitt der Landkirchen des Dachauer Kreises heraus. Als das vierte Turmgeschoss schon begonnen war, wurde der Plan geändertund der Turm in klaren, einfachen Formen weitergeführt.

Stabwerk-Ornamente
am Turm
   

Eine Kirchturmuhr gibt es mindestens seit 1700. Die heutige vollelektrische Turmuhrenanlage wurde 1976 eingebaut (für 7837 DM). Sie ersetzte die Turmuhr, die gegen 1863 von der Münchner Firma Johann Mannhardt eingebaut worden war. Das Uhrwerk bestand damals aus langem Pendel, schwerer Linse, Regulierklappe, Aufzugkurbel und Schlüssel. Das eiserne Ziffernblatt hatte einen Durchmesser von vier Fuß (1,20 m). Die Uhr kostete samt Zubehör und einschließlich der notwendigen Handwerkerarbeiten 706 fl 47 kr. Davon abgezogen wurde der Erlös für die alte Uhr in Höhe von 27 fl. 54)
Erhalten hat sich (von der barocken Uhr ?) ein schmiedeeiserner Pendel, der heute neben dem Uhrwerk abgestellt ist. 26)
Aus dem Jahr 1859 hat sich noch eine Vereinbarung über das Aufziehen der Kirchenuhr erhalten. Die dafür zuständige politische Gemeinde Ampermoching bezahlte dem Mesner zusätzlich zu den 32 Gulden aus der pfarrlichen Tätigkeit (Mesner, Orgelspieler, Kirchenwäsche) jährlich 3 Gulden. 54)


Glocken 54)

In der mit acht hohen Schallfenstern umgebenen Glockenstube hängen vier Glocken, die 1950 bei Karl Czudnochowky in Erding gegossen wurden. Es handelt sich nicht um Bronzeglocken (weil Bronze nach dem Krieg nicht zu erhalten war) sondern um Euphonglocken. Euphon ist eine Kupfer-Zink-Legierung ohne Zinn, das damals ebenfalls Mangelware war. Czudnochowky war der einzige Glockengießer, der mit Euphon goss. Seine Glocken sind in allen Erdteilen zu finden. In einem Gutachten vom 27. Mai 1950 schrieb Prof. Berberich: "Es ist also zweifellos das Beste in Ampermoching, was an Euphonglocken denkbar ist ... Aber dass der starke, gleichmäßig summende Unterton manche Bronzeglocke übertrifft, ist auch kein Zweifel."
Der Metallpreis für die Ampermochinger Glocken belief sich auf 2,30 DM pro kg, die Herstellkosten betrugen DM 2,20 pro kg. Das ergab einen Gesamtpreis von 16.114 DM, wobei noch ein Nachlass von 800,00 DM eingeräumt wurde. Am 29.Mai 1950 (Pfingstmontag) wurden die vier Glocken für Ampermoching und je eine weitere Glocke für Mariabrunn und Sulzrain von Prälat Friedrich Pfanzelt geweiht. Ihm assistierten die Pfarrer von Ampermoching (Alfons Wilhelm) und von Haimhausen sowie die Benefiziaten von Unterweilbach (Albert Steigenberger) und von Mariabrunn (Joseph Schleich).

Patron
Gewicht
Ton
Inschriften Übersetzung
St.Petrus
1250 kg
d
Vorderseite: Christus vincit-Christus regnat-
    Christus imperat! Anno Sancto 1950
    In honorem sancti Petri Ap.
Rückseite: in omnem terram exit sonus eorum!

V: Christus siegt-Christus regiert-Christus herrscht!
    Im heiligen Jahr 1950
    Zu Ehren des heiligen Apostels Petrus
R: Ihr Klang gehe in die ganze Welt hinaus

St.Josef
918 kg
e
V: St. Josef, protector noster in terris!
    Anno Sancto 1950
    Intercessor sis noster in Coelis!
R: Ab improvisa morte, libera nos Domine!
V: Heiliger Josef, unser Schützer auf der Welt!
    Im heiligen Jahr 1950
    Sei du unser Vermittler im Himmel!
R: Vor unvorhergesehenem Tod, befreie uns Herr!
St.Maria
624 kg
fis
V: Nos cum prole pia, benedicat virgo Maria!
    Anno Sancto 1950
    In honorem Beatae Mariae Virginis!
R: Cantate Domino canticum novum!
V: Jungfrau Maria segne uns mit unseren frommen
    Nachkommen! Im heiligen Jahr 1950
    Zu Ehren der glückseligen Jungfrau Maria!
R: Singt dem Herrn ein neues Lied!
St.Florian
350 kg
a
V: Vivos voco- mortuos plango-fulgura frango!     In honorem sancti Floriani!
    Anno Sancto 1950
R:A fulgure et tempestate, libera nos Domine!
V: Ich rufe die Lebenden- ich betrauere die Toten-
    ich breche die Blitze! Zu Ehren des heiligen Florian.
    Im heiligen Jahr 1950
R: Vor Blitz und Unwetter, befreie uns Herr!
1956 hat die Firma Georg Adam/Markt Schwaben einen neuen Glockenstuhl in Eisenkonstruktion eingebaut, der vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3 200 kg tragen kann. Außerdem bekam die Kirche ein elektrisches Läutwerk, das zunächst aber per Hand eingeschaltet werden musste; erst 1961 hat man es an die Kirchturmuhr angeschlossen und so das Gebet-Läuten automatisiert.

Frühere Glocken
:
Ampermoching besaß bis vor wenigen Jahren eine der ältesten Glocken des Dachauer Landes. Sie war 1560 in der Münchner Glockengießerei Wolfgang Steger & Sohn gegossen worden und hatte wegen ihres hohen Alters die Ablieferungspflicht der beiden Weltkriege überstanden. Weil sie klangmäßig nicht zu den neuen Glocken von 1950 passte, wurde sie 1956 an das Herz-Jesu-Kloster in München, Buttermelcherstraße, verkauft.
54)
Mehr Infos über die früheren Glocken (und die Ablieferungen in den Weltkriegen) von 1664 bis 1943 finden sie hier...

Chorraum/Altarraum

Der nicht eingezogene, sogar um 15 cm breitere, Chorraum mit 3/8- Schluss besitzt eine Tiefe von zwei Achsen.
Die Innenmaße des Chors betragen:
     Länge: 9,65 m, Breite: 7,68 cm,
     Höhe: 7, 95 cm.
Er wurde um die Wende des 15. Jh. mit zunächst vier kleinen Maßwerkfenstern errichtet. Zu Beginn hatte die Nordseite noch kein Fenster; dieses wurde später aus dem Mauerwerk herausgebrochen.


Netzgewölbe im Chor
hier klicken

Die fünf Chorfenster verloren ihr Maßwerk jedoch bei der Vergrößerung in den Jahren zwischen 1630 und 1737. Maßwerk war eine im Mittelalter meist "Messwerk" genannte, beliebte gotische Dekorform. Es wird auch Kreisbogenornamentik genannt, weil die Ornamentik mit Zirkel, Lineal und Winkelmaß gemessen, d. h. gestaltet wurde.

Der Chorraum wird von einem schönen gotischen Netzgewölbe überdeckt, das wohl noch aus der Zeit der Erbauung (15.Jh.) stammt. "Das sich selbst tragende Gewölbe fasziniert bis heute jeden Betrachter. Seine Elemente müssten herabstürzen und werden doch durch ein geniales System der Kräfteableitung zusammengehalten. Das Gewölbe ist nicht nur eine technische Hochleistung, sondern vermittelt, mehr als eine Flache Decke es vermag, Schutz und Geborgenheit", schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. 60)

Kirchenschiff
Auch am Kirchenschiff wurden die heutigen Fenster im Zuge ihrer Vergrößerung im 17.oder 18.Jh aus der alten Bausubstanz herausgebrochen, d.h., das Kirchenschiff hatte -wohl wie der Altarraum- ursprünglich erheblich kleinere Fenster.
Das Langhaus stammt in seinem westlichen Teil, wie oben erwähnt, weitgehend aus dem Jahr 1838/41 als nach dem Plan des Dachauer Maurermeisters Hergl ein Anbau entstand
26). eine Dabei verbaute man 27.000 Ziegelsteine.
Das Kirchenschiff hat nun eine Länge von 22 m, bei einer Breite von 7,53 m und einer Höhe von 8,13 m.  

Interdiktstüre

Eine Erinnerung an frühere Jahrhunderte ist die jetzt vermauerte rundbogige Tür (1,85 x 62 cm) auf der Nordseite, die bei der Außenrenovierung 1961 unter dem Putz entdeckt worden ist. Sie war in Höhe der früheren Empore angebracht, also in drei Metern Höhe und einige Meter vor der heutigen Empore. Da es an dieser Stelle nie einen Anbau oder eine Außentreppe gegeben hat (wie am vorhandenen Mauerwerk festgestellt werden kann), wird vermutet, dass es sich dabei um eine Interdiktstüre gehandelt hat. Ein Interdikt (Bann) war im Mittelalter eine kirchliche Strafmaßnahme, die in der Regel vom Papst oder vom Bischof gegenüber dem Herzog ausgesprochen wurde. Das war in der Praxis schwerwiegend, denn es bedeutete eine Schließung der Gotteshäuser, die Einstellung der Gottesdienstes, das Verstummen der Kirchenglocken und das Versagen der Sakramente sowie des kirchlichen Begräbnisses im gesamten herzoglichen Gebiet. 30)
Das Interdikt wurde gegen den Bischof von Freising erlassen, weil der sich z.B. im Streit zwischen Kaiser und Papst auf die kaiserliche Seite gestellt hatte. Deshalb galt das Interdikt für alle Kirchen des Bistums. Da der bayerische Herzog und der Freisinger Bischof meist gegeneinander standen und Ampermoching im Gebiet sowohl des bayerischen Herzogs als auch im Bistum München u.Freising lag, waren hier Interdikte vom 12.bis 14.Jh. keine Seltenheit. Es traf in der Regel Unschuldige und war darauf angelegt, in breiten Schichten des Volkes und des niederen Klerus Verärgerung über den Herzog oder Bischof hervorzurufen und ihn so zum politischen Kurswechsel zu zwingen. Die seelsorgerische Betreuung der Bevölkerung und die Disziplin des Klerus litt darunter erheblich.
Nicht immer wurde das Interdikt streng eingehalten, manchmal wurden auch Ausnahmen gewährt oder Schlupflöcher eröffnet. So war es oft es möglich, auch während eines Interdikts auf einer Empore Messe zu lesen, wenn der Zelebrant den Emporen-Altar erreichen konnte, ohne die Kirche sonst zu betreten. Solche evtl. nur über Leitern erreichbare Pforten dienten also der Umgehung der Interdikte. Die Reste einer solchen "Umgehungs-Türe" in Ampermoching sind einmalig im Landkreis Dachau.

Sakristei

Sakristei

Die doppelgeschossige Sakristei (mit einem Pultdach) ist an der Nordseite angebaut. Sie war zunächst eingeschossig; erst im Jahr 1882 wurde sie vom Dachauer Maurermeister Josef Reichl aufgestockt 26).
1903 hat man die Sakristeidecke erneuert. Die alte, aus Holz bestehende Decke war morsch geworden und wurde durch ein Schienengewölbe ersetzt, um die Feuergefahr zu vermindern. Außerdem hat man die Decke verstärkt, weil im sog. Paramentenzimmer oberhalb der Sakristei schwere Schränke für die Messgewänder aufgestellt wurden.

mehr zum Inneren der Sakristei finden Sie hier...


Kruzifix an der Außenwand

An der Ostseite der Kirche, neben dem Sakristeieingang, hängt ein mit Kupferblech überdachtes Kruzifix über den Steintafeln des Kriegerdenkmals für die Gefallenen und Vermissten in den beiden Weltkriegen. Die Tafeln des Kriegerdenkmals wurden 1983 vom Hebertshausener Steinmetz Jochen Bahnmüller gestaltet. An dieser Stelle gedenkt die Pfarrgemeinde Ampermoching an Allerheiligen aller Toten.

Unterhalb des Kruzifixes ist ein Trog aufgestellt, der mit Blumen bepflanzt ist. 54)

Hinweis: Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog.Viernageltypus. Die Beine liegen nebeneinander am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt, zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernageltypus". Diese Darstellung war in den ersten 1200 Jahren des Christentums üblich. Seit der Gotik werden die Beine des Gekreuzigten auf Darstellungen im Allgemeinen nicht mehr nebeneinander, sondern übereinandergeschlagen wiedergegeben. Die Füße sind dann nur mit einem Nagel am Kreuz befestigt, daher heißt diese Gestaltungsweise "Dreinageltypus".

Portal
Türen hat es am Gotteshaus immer gegeben. Der erste schriftliche Hinweis in den Krchenrechnungen stammt aus dem Jahr 1702. Damals erstellte der Dachauer Kistler Martin Prugger zwei "große und starke Kirchentüren" (Höhe sieben Schuh und sechs Zoll, Breite vier Schuh) für 4 fl 35 kr. Eine Tür war aus Eichenholz, die andere Tür aus starkem doppelten Fichtenholz. Finanziert wurden die Türen von der Rosenkranzbruderschaft. 54)
Der spitzbogige Eingang zu Kirche liegt seit 1839 als die Kirche erweitert wurde, an der Südseite, vor der Empore. Der Nordeingang gegenüber ist zugemauert. 26) Die Kirche hatte, wie am Mauerwerk nachgewiesen werden kann, früher nacheinander zwei weitere Eingänge, alle an der Südseite.

Portal

Die heutige Eichentüre wurde 1881 gezimmert 26). Zwar hatte man bei der Langhausverlängerung
1840 eine neue Türe gefertigt, für die allein vier Eichen (im Wert von 20 Gulden) verwendet wurden. Doch einem Bericht des königlichen Landbauamtes München vom 5. Februar 1880 zufolge war ".... die bestehende ruinöse Thüre in schlechter Renaissance in der Thüröffnung mit Spitzbogenanlage recht wohl zur Entfernung eignet." Als Ersatz erhielt die Kirche die heutige eicherne Tür im neugotischen Stil. 54)

Vorhaus
Das erste Vorhaus dürfte im Jahr 1694 errichtet worden sein. Jedenfalls sind die Ausgaben dafür in der Kirchenrechnung dieses Jahres vermerkt. Im Jahr 1720 wurden der Eingang, das Beinhaus und das Vorhaus von Stadtmaurermeister Georg Ettenhouer nach hinten verlegt.

Epiaphe
In den Kirchenboden und in die Außenmauer waren noch 1982 einige Epitaphe/Grabdenkmäler eingelassen: 26).

(nordöstlich des Choraltares, Fußboden)
Epitaph (teilweise unleserlich) Ia... Hubin (Schubin ?) Churfrstl ...maister in Landtshuet, 9.11.1710, Kalksandstein mit Wappen (42,5 x 45 cm).
(An der südöstlichen Seite des Choraltares) Wolfgang Göttling, 1738, quadratische Solnhofer Platte (34 cm), gebrochen und abgesplittert, unten Kelch mit Hostie. (Chor, Südseite außen)
Dr. theol. Joseph Bonisl (Bonin ?), Canonicus in St.Wolfgang, 19.12.1808, Rotmarmor (68 x 49)
Eine weitere Grabplatte an der Südwand neben dem Eingangsportal erinnert an die Familie Reischl (Huberbauern)
 
 

Vor Feuersbrünsten blieb die Kirche verschont. Ein Kirchenbrand konnte 1718 dank des Eingreifens eines vorbeigehenden Bettelweibes gerade noch verhindert werden. Auch bei dem Brand des Nachbaranwesens 1866 konnte das Feuer abgewehrt werden.


Kirche im Jahr 1903

Wenn Sie sehen möchten, wie die Kirche im Jahr 1903 und vor 1953 ausgestattet war, klicken Sie auf die Bildchen links und rechts. Auf den Bildern sind noch deutlich die neugotischen Seitenaltäre zu sehen, die schräg in die Ecke vor dem Chorbogen gestellt worden waren, damit sie den Blick der Gläubigen auf den Choraltar nicht behindern. An den Wänden hängen die alten Kreuzwegbilder.


  Kirche vor 1953

Innenausstattung

Innenmaße des Kirchenbaus:
—  Länge des Kirche 31,65 m (davon Kirchenschiff: 22 m ; Altarraum: >9,65 m)
—  Breite der Kirche: Kirchenschiff: 8,13 m
; Altarraum: 7,68 m
—  Höhe: Kirchenschiff: 7,53 m; Altarraum: 7, 95 m


Der Großteil der Einrichtung stammt aus der Zeit um 1670, soweit Teile davon nicht bei der großen Renovierung von 1953 ergänzt wurden. Als Bodenbelag dienen Solnhofer Platten wandparallel verlegt 26).


Altarraum

     
Gewölbe-Konsole
mit Wappenschild

Der um eine Stufe erhöhte Altarraum ist mit einem Netzgewölbe ohne Schlusssteine überdeckt, d.h., die Rippen überziehen das Gewölbe netzförmig, ohne auf die Einteilung der Joche abzustellen. Die Vielzahl der schlanken, hohlprofilierten Rippen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein durch die Statik bedingt, sondern dient auch der Zierde. Das Gewölbe endet auf sog. Diensten (Halb- oder Dreiviertel-säulen), die nach einem Bericht des Landesdenkmalamts vom 27.10.1952 im Jahr 1868 aber "in barbarischer Weise abgeschlagen wurden, um ein überdimensionales Chorgestühl unterzubringen". Inzwischen sind sie wieder restauriert. An der Vorderseite des Kapitells der Dreiviertelsäule ist ein unbemaltes Wappenschild zu sehen.

1867 klagte der Dachauer Maurermeister Hergl darüber, "dass einstens im Chor des Hochaltars die Lessiven (= Rippengewölbe) weggehauen wurden, diese der gotischen Konstruktion fehlen und deshalb sich störend auf das Auge auswirken. 1878 erhielt das Gewölbe im Chorraum einen blauen Anstrich, der von goldenen Sternen durchbrochen war. Die Decke des Schiffes wurde mit Emblemen versehen. Die Gestaltung übernahm der Dachauer Maler Huber. Die Kosten in Höhe von 500,00 Mark übernahm die Böckbauern-Austragsbäurin Maria Scharl. 54)


Hochaltar / Choraltar

Bei dem in Schwarz und Gold gehaltenen frühbarocken Hochaltar handelt es sich um ein Ädikularetabel (Altaraufbau mit Mittelnische) aus der Zeit um 1670 26). Er wurde 1853 vom Dachauer Maler Anton Huber für 611 fl. (einschl.Kanzel) überholt. 54)
Schon wenige Jahre später, 1867, gefiel der Altar nicht mehr. Die Kirchenverwaltung beschrieb ihn als "Renaissancestil ohne künstlerische Ausführung". Allerdings sollte er nicht sofort, sondern erst "zu einem späteren Zeitpunkt durch einen gotischen Altar ersetzt werden, da er erst vor zehn Jahren um 800 fl restauriert" wurde.
54)

Der Altar besitzt vier mit stilisiertem Weinlaub umrankte Wendelsäulen aus Holz, die schwarz-gold-gefasst sind; zwei davon beiderseits der Mittelnische, zwei im Altaraufsatz. Die Säulen tragen ein verkröpftes Gesims mit geflügeltem Engelskopf. Auf dem Gesims sitzt der Altaraufsatz mit Sprenggiebeln und Engeln.

Altaraufsatz

Mittelpunkt des Altaraufsatzes ist ein Relief von Gottvater. Es ist in einer ovalen, von vergoldetem Blattwerkrahmen umgebenen Nische dargestellt und von zwei weinumrankten Säulchen begrenzt.
Gottvater sitzt als alter Mann auf Wolken und breitet seine Hände aus. Sein Haupt ist mit dem nur ihm vorbehaltenen Heiligenschein des Dreiecks umgeben.


Aufsatz des Choraltars

Flankiert wird Gottvater von zwei Engeln, die -ebenfalls mit ausgebreiteten Händen- auf den Sprenggiebeln sitzen.
Gekrönt wird der Hochaltar von einem Strahlenkranz mit dem Jesusmonogramm IHS auf einem Sockel.

  Hinweis: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
Mittelteil
Zentrale Figur in der großen Mittelnische mit blauem Hintergrund ist eine überle-bensgroße Figur des thronenden St.Petrus im Papstgewand (1670)  26).
Die teilvergoldete Holzfigur wurde von einem Passauer Künstler geschaffen und mit dessen Wappen und Signum verse-hen. Petrus, mit dem für ihn typischen Vollbart, sitzt hoheitsvoll auf dem Thron. Auf seinem Haupt die dreistöckige Papstkrone (Tiara).
      
Himmelsschlüssel - Patron St.Petrus - Papstkreuz      
Seine linke Hand hält die Bibel, seine Rechte hat er segnend erhoben.
Petrus trägt eine Art Messgewand (Pluviale), das mit farbigen Steinen besetzt ist.
Sechs Engel unterschiedlicher Größe umschweben ihn; die beiden größten neben ihm halten die Himmels-schlüssel (einen versilberten und einen vergoldeten) sowie das Papstkreuz mit den drei Querbalken.
  Hinweise: Die drei Querbalken des Papstkreuzes symbolisieren die drei päpstlichen Gewalten: die Priester-, Hirten- und Lehrgewalt.
Die Tiara, die dreifache Krone des Papstes, entstand aus der phrygischen Zipfelmütze des iranischen Hofzeremoniells des 5.Jh.v.Chr. In den ersten Jh. des Christentums waren Papst und Klerus barhäuptig. Die Tiara wurde erstmals im 8.Jh erwähnt. Ihre heutige Form stammt aus dem 14.Jh. Es gibt mehrere Deutungen für die dreifache Krone: Die eine besagt, sie sei das Gegenstück zu den weltlichen drei Kronen des Kaisers (Königskrone von Aachen, Krone der Langobarden und die Kaiserkrone von Rom). Eine andere Deutung weist auf das dreifache päpstliche Amt hin: lehren, lenken und heiligen. Wieder eine andere bezieht die Tiara auf die drei Reiche der Kirche: Die streitende Kirche auf Erden, die leidende Kirche im Fegefeuer, die triumphierende Kirche im Himmel. Schließlich werden die drei Kronen auch als Symbol der Dreieinigkeit Gottes gesehen. Früher wurde dem neugewählten Papst die Tiara mit den Worten überreicht: "Empfange die dreifach gekrönte Tiara und wisse, dass Du der Vater der Fürsten und Könige, der Lenker des Erdkreises und der Vikar Jesu Christi, unseres Erlösers, auf Erden bist". Seit 1964 trägt der Papst keine Tiara mehr. Paul VI. schenkte seine Krone den amerikanischen Katholiken als Dank für die großherzigen Spenden zugunsten der Armen in der Welt.
Die sog. Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.
Assistenzfiguren
 
St.Antonius

Unter Muschelkalotten stehen als Assistenzfiguren am Hochaltar, die Heiligen Franziskus mit einem Kruzifix in der Hand und Antonius von Padua mit dem Jesuskind auf dem Buch. Die Figuren sind so alt wie der Altar; sie wurden um 1670 26) geschnitzt.

Das Kreuz in den Händen von Franziskus stammt von Bartholomäus Schuhpaur, der es 1740 schnitzte. Welchen Franziskus (Franz Xaver oder Franz von Assisi) diese Figur darstellt, ist umstritten. Beide werden mit einem Kreuz dargestellt. Wqhrscheinlich ist es aber Franz v.Assisi, der Ordensgründer der Franziskaner. Franziskus und Antonius waren beide zur gleichen Zeit Franziskanermönche.


St.Franziskus

 

 

Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker
(Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte

Tabernakel
Der zweitürige Tabernakel stammt aus der 1.Hälfte des 18.Jh. 26)
. Er ist mit Blumenornamenten, einem Engelskopf und mit Goldbrokatmustern verziert und wird von Volutenpilastern eingegrenzt.
Der 130 cm hohe Tabernakel wurde vom Dachauer Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (andere Quelle: Niclas Prugger für 40 fl. 54)) im Jahre 1738 geschaffen ("statt des alt ganz wurmstichig und ruionsen Tabernaculs") und vom Maler Franz Mayr (1707-1752) für 45 fl. mit "guetten feinen Goldt vergoldtet".

Das 81,5 cm hohe 26) Tabernakelkreuz aus der Mitte des 18.Jh. besteht aus einem Holzkern, der mit Silberblech überzogen ist. Die Kreuzbalkenenden sind mit je einem roten Stein besetzt. Der Korpus ist gegossen


Tabernakel
geschlossen



Tabernakel
offen

Die Innenseiten sind mit Anbetungsengeln bemalt, die der Schöpfer des Deckengemäldes, der Dachauer Künstler Richard Huber (1902-1982) um das Jahr 1950 geschaffen hat.
Der Tabernakel war zwischenzeitlich stark erhöht worden. Bei der Renovierung 1953 hat man den unteren  Teil entfernt, um die Beeinträchtigung der übrigen Altarelemente rückgängig zu machen.

1718 wurde die Kirche beraubt; dabei haben die Diebe auch Monstranz, Ziborium und Kelch ge-stohlen 54). 1750 wurde der Tabernakel erneut aufgebrochen und die darin stehende Monstranz geraubt. Die neue Monstranz kostete 118 fl.

Das Antependium des Altars ist geschweift und in braun-roten Farbtönen marmoriert (Holz mit Marmormaserung bemalt). Aus den Kirchenrechnungen ist bekannt, dass 1740 der Altar mit den Figuren von Franz Mayr neu bemalt und vergoldet wurde:
  Originaltext: "Franz Mayr, Mahler in Dachau, hat die auf dem Choraltar stehente Bildtnus des Heyl.Petri, heyl. Xaveri und Antoni von Padua ganz neu mit guetten Goldt, Silber und farben gefasst, auch die 4 Saulen ganz Neu versilbert und hochblau casiert, das hierumb Gewundtne Laub ebenfalhs mit guetten fein Goldt vergoldtet, nitweniger die Bildtnus Gott Vatter und 8 grosse Engl ausgebessert und das Goldt geputzt, das ybrige aber alles versilbert und restlich die ganze Architectur auf Stain arth von Öelfarben gemählen, wofür bezahlt wordten 100 fl. ".

                      Beichtstuhl

Hinter dem Choraltar ist ein zweitüriger Beichtstuhl in die östliche Wand eingelassen.
Es dürfte sich bei ihm nicht mehr um den Beichtstuhl handeln, den der Dachauer Kistler Matthias Clumayr im Jahr 1699 aus Fichtenholz mit Eichenfunier erstellt hat.
Weitere zweitürige Beichtstühle mit schmiedeeisernen Beschlägen sind beiderseits der Kreuzigungsgruppe an der Westwand unter der Empore untergebracht. Sie wurden 1953 vom Deutenhofer Schreinermeister Blasius Berner für 2.240 DM geschaffen. Die alten Beichtstühle standen bis 1953 in Nischen neben dem Hochaltar, was nach Ansicht des Restaurators von 1953, Dr. Gebhard, "hinsichtlich der Formgebung (des Altarraums) sehr unerfreulich" war 26)
. Deshalb hat er die neuen Beichtstühle nach hinten verlegt.
Bei einem Brand im Bereich des Treppenaufgangs zur Empore im Jahr 1953 wurde einer der neuen Beichtstühle so beschädigt, dass er neu angefertigt werden musste. 54)


Beichtstuhl

Einen Beichtstuhl gab es in Ampermoching schon im 17.Jh. Nach der Kirchenrechnung hat der bekannte Kistler Franz Prugger (1638-1736) aus Dachau 1699 für fünf Gulden einen Beichtstuhl gezimmert; 1720 wurden von Philipp Royll aus München "die beiden vorhandenen Beichtstühle gefasst". 1867 erstellte der Bildhauer Joh.Bapt.
Wirth aus München zwei neue Beichtstühle 54).
  Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.


Chorgestühl

Das Chorgestühl füllt beide Seiten des Altar-raums der Länge nach aus. Es ist durch Felder-einteilung und durch kleine Pilastervorlagen gegliedert und wurde wohl 1867 aufgestellt. Denn in einem Bericht aus dieser Zeit heißt es:
"Die Seitenchorstühle sowie die Füllungen der Emporkirche und des Musikchores sind blau und rot angestrichen und besitzen keinerlei Zierlichkeit".

Chorgestühl

Damals wurden die aus der Mauer hervor-springenden Teile der Pfeiler, auf denen das Gewölbe ruht, abgeschlagen (inzwischen wieder rückgängig gemacht).

Das Chorgestühl auf der Südseite war früher für die großen Bauern der Pfarrei reserviert, die viel für die Kirche gespendet hatten.

 

Fenster

Die spitzbogigen Fenster besitzen getöntes Antikglas in Sechseckverbleiung, gestiftet von Mesner Johann Wolf, ausgeführt von Syrius Eberle, Dachau 1931 26). Sie wurden 1950 durch Wilhelm Eberle/Dachau erneuert. 54)
Beim westlichen Joch in Höhe der oberen Empore sind beidseits Rundfenster eingebaut.

Früher waren die Fenster mit Glasmalereien versehen. 54)
1868 hatte Glasmaler Carl Biller, München, die beiden Kirchenfensterbilder im Chor mit Darstellung der heiligen Maria mit dem Jesuskind und des heiligen Petrus erstellt.
Im Chorraum wurden (aufgrund von Stiftungen) zwei weitere Fenster mit Glasgemälden versehen:
- Das Bild mit Johannes Evangelist stiftete Anna Maria Sedlmayr, Bäuerin in Durchsamsried zum Andenken an ihren verstorbenen
   Ehemann (für 325 fl aus der Hofglasmalerei Zeller in München)
- das Michaelsbild der Huberbauer Michael Reischl (für 425 fl, von Steiner und Neumayer in München).
Ebenfalls 1868 wurden die sieben Fenster im Schiff der Kirche mit farbigen Tapetenmustern ausgestattet (für ca.700 fl.); die drei Fenster auf der Nordseite stammen von der Hofglasmalerei Zeller in München.
- Zwei der Südfenster stiftete Matthias Mayr, lediger Schuhbauernsohn von Biberbach,
- je eines Anton Lipp, "lediger Inwohner von Sulzrain" und
- Maria Westermair, Hörlbäurin von Sulzrain.
1931 hat Syrius Eberle aus Dachau die vier alten, die Kirche verdunkelnden Buntglasfenster entfernt und durch helles Glas in Sechseckverbleiung ersetzt. Ein Kirchenfenster stiftete der damalige Mesner Wolf, der das Anwesen "Beim Schusterlenz" bewirtschaftete.


Sakristei

In der Sakristei werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften aufbewahrt. Hier ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig bzw. geweiht".


Sakristeiglocke
Die Sakristeiglocken in Ampermoching sollen noch aus der Barockzeit stammen. Sie befinden sich in einem schmiedeeisernen Gestell und werden mittels einer Stange mit gedrechseltem Holzgriff geläutet.
Hinweis: Die Chorglocken oder Sakristeiglocken zeigen das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes an. Sie werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.
.

In der Sakristei stehen zwei neugotische Figuren aus dem Ende des 19. Jh.

Eine ist eine Herz-Jesus-Figur aus Gips (Anfang des 20.Jh. 26)).


Herz-Jesu-Figur
Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII. (1758-1769) im Jahr 1765.

Die zweite Figur ist eine ein Meter hohe Statue des auferstandenen Christus. Die Figur hält in der Linken eine Siegesfahne und hebt die Rechte segnend.
Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die spitzig endende Fahne zur Ostersymbolik.


Auferstandener
Einer im Pfarrarchiv aufbewahrten Rechnung vom Juli 1880 ist zu entnehmen, dass der Freisinger Bildhauer Josef Erhart den Auferstehungschristus zum Preis von 90 Mark geliefert hat. Die Freisinger Deco-rationsmalerei & Vergolderei Gebrüder Kraft vergol-dete den Mantel. 54)
  Hinweis: Der Figurentypus des Salvator Mundi/Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis bezeichnet. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärmde-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.


Oratorium
An der Nordseite der Kirche ist über der Sakristei ein Oratorium angebaut. Es ist durch ein vielsprossiges Fenster mit Spitzbogen mit dem Altarraum verbunden. Hier konnten früher adelige Herren der Messe beiwohnen, ohne vom einfachen Volk gesehen zu werden.

Oratorium


Taufstein

Der rotmarmorne Taufstein mit einem neuen Kupfer-deckel mit Kreuz entstand wohl im 18.Jh und ist im barocken Stil gehalten. 1931 wurde der neugotische, unpassend empfundene Taufsteindeckel durch einen einfachen ersetzt. 54)

 
Taufstein 18.Jh

Der Taufstein steht an der südlichen Chorbogenlaibung und ist etwas in das Mauerwerk hineingesetzt. Sein fast meterhoher Schaft hat eine balusterartige Form; das Becken ist rund und besitzt einen Durchmesser von rd. 57 cm.


Taufsteinfiguren
Die aus Holz geschnitzte und polychrom (mehrfarbig) gefasste Täufergruppe steht nicht (mehr) auf dem Taufsteindeckel, sondern auf einem Postament oberhalb des Taufsteins. Johannes der Täufer hält in einer Hand den Kreuzstab, mit der anderen Hand gießt er Wasser über das Haupt des vor ihm knienden Jesus. Nach Ansicht von Kunstkennern wurde die Figurengruppe im 19.Jh. 26) geschnitzt.

Aus den Kirchenrechnungen ist zu erfahren, dass Täuferfiguren schon 1737 in Ampermoching vorhanden waren. Der berühmte Dachauer Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) hatte damals eine neue Figurengruppe für den Taufstein geschnitzt, die von Franz Mayr (1707-1752) bemalt wurde. Sie ist wohl nicht mehr erhalten.
Interessant an der derzeitigen Gruppe ist, dass Jesus Kreuz und Taufschale in einer Hand hält, während die andere Hand leer ist. Diese Kombination widerspricht jeglicher Lebenserfahrung. Im Jahr 2005 lag das Kreuz noch in der freien Hand, wie dieses Bild zeigt....

Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. In der Regel ist es mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und  geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. 


Wenn Sie die Taufsteinfiguren in Ampermoching mit anderen Taufsteinfiguren in anderen Kirchen des Landkreises Dachau vergleichen wollen, klicken Sie hier...


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar ist ein einfacher Blocktisch aus der Zeit um 1970 26) .
Er findet inzwischen bei Klerus und Gläubigen keinen großen Gefallen mehr. Deshalb wird zur Zeit in der Pfarrei Ampermoching eine Spenden-aktion für die Beschaffung eines künstlerisch anspruchsvolleren Altars durchgeführt.

Die zwei Ministrantenglöckchen sind vierarmig, bestehen aus vergoldetem Messing und stammen aus dem 19.Jh. 26)


Zelebrationsaltar
Hinweis: Der Zelebrationsaltar ist eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. In der Anfangszeit des Christentums konnte zur Eucharistiefeier zunächst jeder beliebige Tisch dienen, doch bereits im 4. Jahrhundert wurde ein fester Altar in die Kirchen eingebaut. Er war frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rück-
wand mit hohen Altaraufbauten (Retabeln) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar. 47)


Ewig-Licht-Ampel

Vom Chorbogen herab hängt die Ewig-Licht-Ampel aus dem Ende des 19.Jh. 26)
Die drei Ketten, an denen die Ampel hängt, sind mit Kugeln verziert. Die Ampel besteht aus versilbertem Messingblech.
Die kirchlichen Vorschriften haben das Material für die Ewig-Licht-Ampeln zwar nicht explizit festgelegt; doch es sollte, so die Beschlüsse des Konzils von Trient (1545-1563), "der Würde der Kirche" entsprechen. Dies zielte in erster Linie auf das Material Silber, doch auch versilbertes Messing dürfte diese Voraussetzung noch erfüllt haben. 53)


Ewig-Licht-Ampel
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.



Kirchenschiff / Langhaus


Deckenfresko

Das Kirchenschiff ist mit einer Flachdecke (in der Art eines barocken Spiegelgewölbes) überzogen. Sie war über viele Jahre unbemalt. Möglicherweise seit 1840; denn damals wurde berichtet, von der Decke seien bereits Teile herabgefallen und das Deckengemälde sei so schadhaft gewesen, dass es sich beim Weißeln abgelöst habe. 54)

Erst im Jahre 1953 schuf der Dachauer Künstler Richard Huber (1902-1982) das Deckenfresko "Christus übergibt Petrus die Schlüssel". 26)
Es kostete 3500 DM 54)
Am Bildrand links unten hat sich der Maler selbst verewigt.

Jesus steht am Ufer des Sees Genezareth und überreicht dem vor ihm knienden Petrus zwei große Türschlüssel. Im Halbkreis herum stehen weitere Jünger und deuten mit Gebärden ihre Überraschung an.
Jesus überreicht Petrus die Himmelsschlüssel

Darüber im Himmel schweben zwei Engel und halten ein Spruchband mit dem Text: "Tibi dabo claves regnis coelorum" (dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben) in Händen.
St.Petrus hat -wie in den meisten Darstellungen dieses Heiligen seit dem 4.Jh. - einen runden Kopf, einen grauen, krausen Haarkranz und einen Bart.

Hinweis: Das Thema des Deckengemäldes wird in der bildenden Kunst auch donatio claves

  genannt. In der christlichen Symbolik repräsentiert der Schlüssel die Vollmacht, zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.



Seitenaltäre

Die Seitenaltäre haben keine Altaraufbauten (Retabel) mehr. Die neugotischen Altäre, die schräg in den Ecken standen, wurden im Jahr 1931 26) beseitigt. Heute sind lediglich die Antependien der früheren Altäre noch vorhanden.

Historik:
Im 18.Jh waren die barocken Seitenaltäre dem hl.Johannes d.Täufer und Maria im Rosenkranz (Bruderschaftsaltar) geweiht.

Um 1716 brannte es in der Kirche: eine Kerze habe den rechten Seitenaltar in Brand gesteckt, heißt es. Die weiteren Ausführungen zur Reparatur legen nahe, dass damals der rechte Seitenaltar der Johannesaltar war. Denn zunächst wollte man den Altar vom Dachauer Kistler Simon Prugger (1679-1769) wieder instand setzen lassen Doch diese Reparatur scheint nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein, weil 1718 Hofbildhauer Andre Faistenberger , Mch, einen neuen Altar mit Darstellung der Enthauptung um 55 Gulden erstellte. Auf diesem Altar soll kurze Zeit später noch einmal ein Feuer ausgebrochen sein, denn schon 1719 wird in der Kirchenrechnung unter den Ausgaben aufgeführt, dass David Zankl oder Zänkhl aus Unterweilbach für 49 Gulden "den erneuerten verbrannten St.Johannesaltar von Neuem verfertigt" hat. 54)
Diesen Altar hat der Dachauer Maler und spätere Bürgermeister Johann Georg Hörmann (1672-1749) noch 1719 um 42 fl. neu gefasst (= bemalt). Auf dem Altar standen neben Johannes d.T. auch Figuren der 14 Nothelfer. Für den Johannesaltar hat die Pfarrei somit in drei Jahren den hohen Betrag von 160 Gulden ausgegeben.
Nach dem Brand müssen die Altäre getauscht worden sein. Denn seitdem wird der rechte Seitenaltar als Marienaltar, zu Ehren des hl.Rosenkranzes und somit als Bruderschaftsaltar der Rosenkranzbruderschaft beschrieben.

Nach Alois Angerpointner 27)
hatte man den rechten Seitenaltar im Jahr 1728 aus der Hippolytkapelle hierher übertragen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die an die Kirchenmauer angebaute Hippolytkapelle die Hauskapelle der 1628 gegründeten Bruderschaft zum hl.Rosenkranz.

1840 wurden im Rahmen der Kirchenerweiterungsarbeiten auch die Seitenaltäre restauriert. Diese waren damals so schadhaft, dass sie beim Ausbessern durch den Kistler beinahe zerfielen und vom Maler neu gefasst werden mussten. 54)

1867 hat man den Zustand der Seitenaltäre wie folgt beschrieben:
     "Die beiden Seitenaltäre sind armselig, besonders der Marienaltar. Auf einer blau angestrichenen Bretterwand befindet sich
      eine circa drei Fuß hohe Marienfigur mit dem Jesuskind, das sich im Seiden- und Goldschmuck einer Dachauer Bäuerin dar-
      stellt."
      Deshalb erstellte der Bildhauer Joh.Bapt. Wirth, München neue Seitenaltäre mit vier Heiligen und zwei Engelsfiguren.

In der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts waren die Seitenaltäre von Wirth im Stil des Historismus (hier Neu-gotik) gestaltet. Die Retabel waren oben mit reichem Maßwerk geschmückt und mit Fialen (gotische Spitztürm-chen) gekrönt. Jeder Altar besaß drei Nischen, in denen
Figuren angebracht waren.

Seitenaltar links

Innenansicht vor 1953

Seitenaltar rechts
In der Mittelnische des linken Seitenaltars befand sich eine figürliche Auferstehungsszene,

in der Mittelnische des rechten Altars hing ein Kruzifix, unter dem eine Mater dolorosa-Figur stand.

Einen Eindruck vom Aussehen der Seitenaltäre vor dem 2.Weltkrieg können Sie gewinnen, wenn Sie die kleinen Bilder anklicken.

Nach der großen Innenrenovierung 1931 hat man die beiden neugotischen Seitenaltäre nicht mehr aufgestellt, weil sie mit dem barocken Hochaltar nicht harmonisierten. Die beiden neuen Seitenaltäre wurden in der Ausführung dem Barockstil des Hochaltars angepasst. 54)
Wann diese beiden neuen -künstlerisch wohl nicht sehr wertvollen- Seitenaltäre von 1931 entfernt wurden, ist mir nicht bekannt.

Heutige Seitenaltäre


St.Josef

Auf dem linken Altar steht vor einem Vorhang seit einigen Jahren eine Josephsfigur (19.Jh.), die früher in der Sakristei gelagert war. 26)   Sie zeigt den hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem linken Arm und einem grünenden Stab in der Rechten. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph lebte als Zimmermann in Nazareth.
Der grünende Stab weist auf eine Legende über die Brautwerbung Josephs hin. Demnach war Maria Tempeljungfrau in Jerusalem und sollte mit einem Mann verheiratet werden, der sie unberührt lassen würde ("Josephs-Ehe"). Jeder Bewerber sollte (als Gottes-urteil) einen Stab auf dem Altar des Tempels niederlegen; Josephs Stab grünte und blühte, zudem ließ sich eine Taube als Zeichen der göttlichen Bestätigung auf seinem Kopf nieder.

Am rechten Altar ist eine Holzfigur einer thronenden Muttergottes aus dem 19.Jh. 26) im neugotischen Stil zu sehen. Die gekrönte Maria sitzt auf einem breiten, schön verzierten und gepolsterten Hocker und präsentiert dem Betrachter ihren Sohn, der segnend auf ihrem rechten Schenkel steht.

 


Mater dolorosa

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Apostelkreuze

Zwischen den Kreuzwegbildern sind die Apostelkreuze an die Wand gemalt. Apostelkreuze sind von alters her von einem Kreis umgeben (Nimbuskreuz).
Die schmiedeeisernen Apostelleuchter wurden vom Mochinger Schmiedemeister Simon Geidl 1931 angefertigt und ersetz-ten ihre Vorgänger aus dem Jahr 1868 von Schlossermeister Biedermann, Mch

Diese Kreuze sind an den Stellen angebracht, an denen die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt worden ist.

Apostelkreuz

Die Apostelkreuze bilden
die Grundlage für die schmiedeeisernen Apostelleuchter, die in Ampermoching wohl im 20.Jh 26)
angefertigt wurden. Am Kirchweihfest oder bei anderen hohen Festen werden die Apostelkerzen angezündet.
Die Apostelleuchter und Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.

 

Kreuzwegbilder

An den Wänden der Kirche hängen die vierzehn Kreuzwegbilder (60 x 49 cm). Sie stammen vom Maler Michael P.Weingartner aus Pfaffenhofen/Ilm (1917-1996), der sie 1956 26) schuf.

Der Künstler hatte an der Kunstakademie in München studiert, u.a. bei Professor Schinnerer, der in Haimhausen lebte. Weingartner war in 250 Kirchen des bayerischen und österreichischen Raumes künstlerisch tätig. 34) Im Landkreis Dachau finden wir von ihm noch die Deckengemälde und Kreuzwegbilder in der Pfarrkirche von Haimhausen. Auch die Kreuzwegbilder, die von 1967 bis 2004 die Pfarrkirche von Röhrmoos schmückten, hatte er gemalt.


Kreuzwegbilder
von M.Weingartner

Frühere Kreuzwegstationsbilder:
Die ersten Kreuzwegstationen in den bayerischen Kirchen wurden um 1750 angebracht. Wann dies in Ampermoching der Fall war, ist mir nicht bekannt.
Spätestens 1813 hingen aber solche Bilder in der Kirche, wie der Inventarliste aus diesem Jahr zu entnehmen ist.
Diese waren 1840 so schadhaft, dass sie vom Kistler (!) ausgebessert werden mussten.
1867
erstellte der Historienmaler Anton Rick, Ebersberg, neue Kreuzwegbilder in Ölfarbe auf Eichenholz. Bildhauer Joh.Bapt. Wirth aus München machte dazu neue Rahmen aus Eichenholz.
54)

  Die bis 1953 vorhandenen Kreuzwegbilder in Ampermoching waren nach Ansicht des Bayerischen Landesamts für Denkmalspflege vom 27. Oktober 1952 "so schlecht, dass sie nicht mehr aufgehängt werden konnten. Bis zur Beschaffung eines künstlerisch tragbaren Kreuzweges sollten nur Kreuze allein angebracht werden".

Hinweis: Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus verurteilt
2. Station
Jesus nimmt das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene hilft Jesus d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht Jesus
das Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuze
             
8. Station
Jesus tröstet die
weinenden Frauen
9. Station
Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird vom
Kreuz abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier...


Kirchenbänke

Die Kirchenstühle (14 breite Reihen in der Mitte des Kirchenschiffs) stammen im Wesentlichen aus dem Jahr 1953. Allerdings wurden bei elf Reihen die reich geschnitzten barocken Wangen aus der Zeit um 1700 /1720 wieder verwendet. Sie sind außergewöhnlich reich verziert.

   
Kirchenbänke
Drei Reihen, die unter dem Verlängerungsteil des Kirchenschiffs stehen, haben spätklassizisti-sche Wangen aus dem Jahr 1841.
Die Kniebretter werden - wie in so vielen älteren katholischen Kirchen -den anatomischen Anforderungen von knienden Menschen nicht gerecht.
Wenn Sie Kirchenbankwangen in den Kirchen des Dachauer Landes vergleichen möchten, klicken Sie hier ...
Auszug aus den Kirchenrechnungen:
Im Jahr 1720 hatte der Dachauer Kistler Michael Prugger (1648-1728) zehn Kirchenstühle für die hintere linke Seite ("10 neue Weiberstendt von Eichen und Fichtenholz") und ein Jahr später 4 weitere Kirchenbänke ("4 neugemachte Pettstiel sambt Setzpenkh") gefertigt. Damals befand sich der Gang in der Mitte der Kirche, die Bänke reichten bis zur Wand. Diese Sitzbänke wurden 1820 vom Kistler Otteneder aus Unterweilbach um Gotteslohn repariert ("wegen fehlender Barschaft konnte ihm nichts bezahlt werden").
1837 wurden 14 neue Kirchenstühle erworben
1841 lieferte Martin Guem aus Dachau im Zuge des Langhausneubaus neue 19 Bänke mit spätklassizistischen Wangen. Von den Wangen sind -wie erwähnt- noch drei erhalten. Das Holz dafür stammte vom Anton Sedlmayr aus Durchsamsried; er spendete 4 Eichen mit einer Länge von 16 bis 22 Fuß (rd. 5 bis 6,5 Metern).
1867
erhielten die Betstühle, die teils aus Eichenholz, teils aus weichem Holz gefertigt und durch Wachsstockbrennen, besonders bei Seelengottesdiensten, beschädigt waren, einen eichenförmigen Ölanstrich und wurden mit einer Vorrichtung zum Wachsstockbrennen versehen. 54)

1931 führte der Dachauer Malermeister Albin Huber die Instandsetzung der Kirchenstühle für 2 148,00 Mark aus.

  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler.


Kanzel


Kanzel

Die prächtige Kanzel, stammt aus der Zeit um 1690. Jedenfalls hat der Dachauer Kistler Franz Prugger (1638-1736) im Jahr 1692 für eine neue Kanzel aus Eiche 50 Gulden erhalten.

Die Kanzel besitzt einen Kanzelkorb mit abgeschrägten Ecken, eine Rückwand (Dorsale) mit einer Tür in Form eines marmorierten Feldes im barocken Rahmen und einen großen, mehrstöckigen Schalldeckel in Baldachinform. Die Unterseite des Schalldeckels ziert eine Heilig-Geist-Taube.
Darüber die Quasten des Baldachins und oberhalb vergoldete Blumengirlanden an einem Schemel-artigen Aufsatz. Gekrönt wird der Schalldeckel mit einem vergoldeten IHS-Zeichen.

Die Kanzel ist über das obere Stockwerk der Sakristei aus zu erreichen.

1749 wurde die Kanzel restauriert. Der Kistler Simon Prugger (1679-1769) hat "die alte Canzl abgebrochen, ville Leisten gemacht und (die Kanzel) widerumben aufgesetzt", der Dachauer Maler Franz Mayr (1707-1752) die "Canzl sauber gemahlen", also neu bemalt. Er erhielt dafür den hohen Betrag von 105 Gulden; darin enthalten war auch der Preis für die teure Farbe und für das Blattgold.

1853 hat der Dachauer Maler Anton Huber die Kanzel überholt. 54)

Am Kanzelkorb sind drei Bilder aus dem Leben des heiligen Petrus zu sehen:
- der reiche Fischzug (Joh.21,1-19)
- Jesus als der Gute Hirte
  überreicht  Petrus den Hirtenstab,
- Befreiung des hl. Petrus aus dem
   Gefängnis (Apo. 12, 1-19).

    
Der reiche Fischzug     -      der gute Hirte      -      Petri Befreiung     
Diese Bilder wurden erst bei der Renovierung im Jahr 1953 angebracht. Dabei hat man die Bemalung des Kanzelkorbs "passend zum Altar gestimmt", wie es in einem Renovierungs-bericht heißt. Deshalb sind die Bilder durch kleine Wendel-säulchen getrennt.
  Hinweis: Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt. .18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.


Kanzelkreuz
Das Kanzelkreuz an der der Kanzel gegenüberliegenden Wand stammt ebenfalls aus der Zeit um 1670.
Es ist ein Dreinageltypus. Das vergoldete Lendentuch Jesu flattert im Wind; eine typische Darstellung des Barock.

Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Kanzelkreuz
Unter dem Kreuz steht die Figur der Mater dolorosa, der um ihren Sohn trauernden Mutter.
Maria ist als relativ junge Frau dargestellt, mit vergoldetem Gewand und versilbertem Kopftuch. Bei dieser Figur fehlt das sonst übliche Schwert in der Brust, das an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempels erinnert: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".

Mater dolorosa



Bilder und Figuren an den Langhauswänden

In der Nähe der Empore hängen an der Süd- und der Nordwand zwei große Bilder. Sie könnten der Größe (1,73 x 1,04 m) und der Form nach auch frühere Altarblätter sein.

Das rechte Bild ist mit Ölfarbe auf Leinwanduntergrund gemalt und in einen goldfarbenem Rahmen, 18.Jh. 26)) gespannt. Es zeigt den hl. Antonius mit Jesuskind und Maria (wohl übermalt 26)). Antonius trägt das Kind, das mit dem linken Fuß auf einem aufgeschlagenen Buch steht. Maria hält in ihrer rechten Hand eine Schrifttafel mit folgendem Text:


St.Antonius
mit dem Jesuskind

Responsorium:

Wer Wunder sucht und Zeichen will
Bei Sanct Antoni findt er viel.

Der Tod der Irzthumm, Aussatz, Not
Der Teufel selbst samt seiner Rott.
Weicht ab von dannen gar geschwind
Wo er Antoni Fürbitt findt.

Die Kranken werden auch zur Stund
da sie ihn bitten, frisch und gesund.

 

Das Meer wird still, die Eisenband
erbrechen sieh ohn alle Hand.
Verlornes Glid, verlornes Gut
er vielen wieder bringen tut.

Die Gfahr hört auf, die Not vergeht,
sein Lob in Padua ewig bsteht.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn,
dem heiligen Geist im höchsten Thron.

O heiliger Antoni, edler Beichtiger, bitte für mich
Dass ich der Verheißung Christi würdig werde
durch dich.




Anbetung der Weisen aus dem Morgenland
Das linke Bild ist etwas älter (um 1700 26)) und stellt die Anbetung der Weisen an der Krippe dar.
Maria im traditionellen rot-blauen Gewand sitzt auf der Treppe eines von Säulen gestützten Stalls. Sie hält das in Windeln gewickelte Kind im Arm und nimmt mit der rechten Hand das Geschenk des vor ihr knienden ersten Weisen entgegen. Hinter Maria betrachtet Josef die Szene. Im linken Bildteil warten die übrigen Weisen, mit Kronen auf den Häuptern und Geschenken in den Händen, bis sie an der Reihe sind. Im Vordergrund stehen zwei Personen, perspektivisch verkleinert, bei denen es sich um die Stifter dieses Bildes (und möglicher anderer Einrichtungsgegenstände) handeln dürfte. Das ebenfalls mit Ölfarbe auf Leinwanduntergrund gemalte Bild im vergoldeten Holzrahmen ist 176 x 108 cm groß
26).

Hinweis: In der Bildenden Kunst wird diese bewusste Größenverzerrung Bedeutungsperspektive genannt. Die Größe der Personen ist auf die Bedeutung und nicht auf die Entfernung zum Betrachter bezogen. Je größer die Person, desto höher der Rang. Die Stifter dieses Bildes messen sich geringere Bedeutung als den übrigen abgebildeten heiligen Personen zu.


St.Antonius
In einer Nische an der hinteren Nordseite, dem Eingang gegenüber, steht eine Statue des hl.Antonius aus dem beginnenden 20.Jh. 26)

Es ist in der Kirche die dritte Dar-stellung dieses beim Volk ungemein beliebten Heiligen, dem großen Helfer beim Suchen nach verlorenen Dingen.
 

In der Weihnachtszeit wird die Figur des hl.Antonius (in den Beichtstuhl) ausgelagert und in der dann freien Nische eine Weih-nachtskrippe von Klaus Wallner aufgebaut.
Sie besticht vor allem durch die große Wur-zel, die den sonst üblichen Stall ersetzt, sowie durch das aus Rinde gebildete Hochgebirge mit Kapelle.


Krippe
   

  Eine Zusammenstellung von Weihnachtskrippen in den Kirchen des Dachauer Landes können Sie sich hier anschauen ...



Kreuzigungsgruppe

Unter der Empore, an der Rückwand, ist -durch ein zweiflügeliges schmiedeeisernes Gitter gesichert- in einer Nische eine Kreuzigungsgruppe angebracht.
Das Kruzifix mit den dreipassförmigen Kreuzbalkenenden entstand um 1700 26)
, die beiden Begleitfiguren Maria und der Lieblingsjünger Jesu, der hl. Johannes um 1530 06) .
Die Dornenkrone ist Jesus nicht in das Gesicht gedrückt, sondern scheint über dem Haupt zu schweben.

Es sind die ältesten Figuren der Kirche und beeindrucken den Betrachter durch ihre große Ausdruckskraft. Bezold/Riel (Kunstdenkmale des Königreichs Bayern) 06) vertreten die Auffassung, dass "diese Figuren zum Allerbesten gehören, was in Oberbayern aus dieser Zeit auf uns gekommen ist". Dort wird auch die Marienfigur eingehend beschrieben:
  "Ein hervorragendes Kunstwerk ist die lebensgrosse
  bemalte Holzfigur der schmerzhaften Maria von einer
  Kreuzigungsgruppe. Maria steht, den Kopf seitwärts
  neigend, mit gesenktem Blick; die Hände vor der Brust
  zusammenpressend, ringt sie in tiefem Schmerz,
  aber es ist nicht der Schmerz der Verzweifelung,
  sondern der Ergebung in den Willen Gottes. Durch
  die feierlicher Ruhe, welche die innere Erregung
  beherrscht, ist die Figur warhaft erhaben.
  Leider fehlt dem Mantelwurf ein grosser Zug.
  Um 1500.
  Der linke Fuss ist restaurirt"
06)

1953 wurden die Figuren neu gefasst und vergoldet.
54)

Früher hing die Gruppe in der Totenkeuche; dies berichtet die Inventarliste aus dem Jahr 1828. Die Totenkeuche ist ein anderes Wort für Beinhaus.


Kreuzigungsgruppe 1530
Vergrößerung der Figuren per Mouseklickder GekreuzigteApostel Johannes


Hinweise: Die Dornenkrönung im Rahmen der Verspottung Jesu ist in den Evangelien genannt (z.B. Mt. 27, 28-30). Ob Jesus auch am Kreuz die Dornenkrone getragen hat, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Dies wird aber in den Apokryphen erwähnt. Die hl.Birgitta, die Patronin Altomünsters hat in ihren Offenbarungen geschrieben, die Dornenkrone sei Jesus nach dem Anheften an das Kreuz (wieder) aufgesetzt worden.
In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu, durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
   

Vortragekreuze

An den Kirchenbänken sind zwei Prozessionskreuze (Vortragekreuze) befestigt.

- Eines, dessen Stange schwarz-weiß bemalt ist, wird vor allem bei Beerdigungen verwendet. Der Corpus Jesu ist 34 cm hoch.
   Das Kreuz stammt aus dem 19.Jh. 26)


- Das zweite ist vergoldet und wird bei Prozessionen vorangetragen. Es sitzt auf einer rot/weiß gestrichenen Stange und
   stammt aus dem 18. Jh.
26). Der Corpus besteht aus Holz und ist fleischfarben gefasst.

Vortragekreuz
Beerdigung
Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg.

Vortragekreuz
Prozession

 


Kommunionbank

Kommunionbank

An der nordwestlichen Wand des Kirchenschiffs ist die frühere Kommunionbank abgestellt. Sie besteht ganz aus Naturholz und wird aus gedrechselten Balustern gebildet. Die Bank wurde 1926 um 256 Mark angeschafft, finanziert aus Mitteln des ein Jahr vorher gegründeten Kirchenrenovierungsvereins. 1953 hat man sie um 3 Meter zurückversetzt 54) und später an die Seite gestellt.

                                             Hinweis: Die Kommunionbänke entwickelten sich aus den Cancelli (lat.Gitter), den Altarschranken altchristlicher Kirchen, die den Gemeinderaum, d. h. das Kirchenschiff, vom Altarraum trennten. An diese Kommunionbank knieten sich früher die Gläubigen, die kommunizieren wollten. Der Priester reichte von der dem Altarraum zugewandten Seite der Kommunionbank die Hostie aus dem Kelch. Ein Ministrant hielt unter das Kinn des Gläubigen die Patene, um ein Herunterfallen der Hostie zu vermeiden. Im Rahmen der Liturgiereform um 1970 wurde die Kommunionbank in den meisten Kirchen abgebaut, um so eine Einheit zwischen dem Priester und der Gemeinde zu schaffen. Zudem ist nach herrschender Auffassung der Altar auch Tisch des österlichen Mahles; von ihm empfangen die Gläubigen die Kommunion. 21)


Empore und Orgel

Ampermoching hat eine tief Doppelempore (aus der Zeit um 1840 26)), die von zweimal vier Holzsäulen gestützt wird. Während die obere Empore für den Organisten und den Kirchenchor reserviert ist, nehmen im unteren Teil vor allem die Männer Platz. Beide Emporen sind sehr niedrig; deshalb gab es bei der Aufstellung der Orgel Probleme. In diesem Zusammenhang kam es zu einer Veränderung der Musikempore, den der Dachauer Maurermeister Reischl vornahm 54). 1922 wurde die Empore nach einem Plan von Architekt Steidle nach Osten (= nach vorne) erweitert. 26)
Die heutigen Kirchenbänke auf der unteren Empore (zweimal fünf Reihen) stammen aus der Mitte der Zeit um 1840 26).
Aber es gab natürlich auch schon vorher Bänke. Im Jahr 1720 hatten die Zimmerleute Anton Pürckh und Martin Hueber neue Sitze für die obere und untere Empore angefertigt.

Empore
Früher dürften wohl zwei Treppen zur Empore hinauf geführt haben. Denn in der Kirchenrechnung von 1720 heißt es: "Mit Erlaubnis der Hofmarksherrschaft wurde eine Stiege entfernt um Platz für Weiberständ (Kirchenbänke auf der linken Seite) zu schaffen.
  Bei der Verlängerung der Kirche 1840 hat man festgestellt, dass beide Emporen äußerst schadhaft und beide Stiegen an der Wandseite verfault waren. Da die neue Wandstärke des Verlängerungsteils um 1,5 Zoll geringer ausfiel, mussten die Empore um drei Schuh verlängert und die Stiegen ganz neu gemacht werden. Dabei ging man über die genehmigten Arbeiten hinaus und machte auch die Emporenbrüstungen neu.

O
rgel


Die Orgel  mit zwei Manualen, 10 Registern und einem selbstständigen Pedal (System Kegellade mit mechanischer Traktur und freiem Spieltisch) baute der Münchner Orgelbaumeister Franz Borgias Maerz 1882 ein 26).
Mehr über den Orgelbauer Maerz...


Orgelgehäuse

Sie können auch einen zeitgenössischen Bericht des Amperboten über die Aufstellung im Jahr 1882 lesen; klicken Sie hier...
Renovierungen der Orgel von 1882:
1927 um 470 Mark durch Albert Moser/München,
1950 um 1024 DM durch Hermann Appel/Wemding
       (elektrischer Blasebalgantrieb) 54)

  Die Orgel besitzt nach Brenninger Stand 1976 22) folgende Disposition:
I. Manual: (C-g''')  Principal 8', Gamba 8', Gedeckt 8',Octav 4', Mixtur 4f 2 2/3,     
II. Manual: (C-g''') Salicional 8', Flöte 8', Rohrflöte 4'
Pedal: (C-f'):        Subbass 16', Oktavbass 8',
Koppeln:
              I-P,
Der Orgelprospekt hat keine künstlerische Qualität. "Das unerfreuliche Orgelgehäuse wäre am besten ganz zu beseitigen und durch einen freien Prospekt zu ersetzen", schlug man 1953 vor. Doch dieser Wunsch wurde nicht erfüllt.

Frühere Orgeln
- 1838
   Die Maerz-Orgel von 1882 ersetzte ein von Peter Moser im Jahr 1838 eingebautes Werk mit einem Manual und sieben
   Registern (repariert 1868 vom Orgelbauer Müller aus Tuntenhausen. 54)

   Mehr über den Orgelbauer Moser...
   Die alte Orgel von 1838 wurde im Jahr 1884 an die Filialkirchenstiftung Mühldorf um 125 Mark veräußert und der Erlös zur    Finanzierung der Renovierung der 14 Kreuzwegstationen sowie für die Vergoldung der beiden neugotischen Seitenaltäre    verwendet.
54)
- um 1765:
   Einer Inventarliste aus dem Jahr 1814 ist zu entnehmen, dass damals eine Orgel mit 8 Registern und zwei Blasebälgen
   vorhanden war. Die Orgel war damals ca. 50 Jahre alt, wurde also um 1765 gebaut. Dieses Instrument hat man 1822 und
   1823 noch einmal von Orgelbauer Georg Deiß aus München für 95 Gulden reparieren lassen, bevor sie 15 Jahre später ersetzt    wurde.
  Hinweis: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.


Heiliges Grab

Alljährlich am Karfreitag Abend und am Karsamstag Vormittag wird am Hochaltar in Ampermoching ein einfaches Heiliges Grab gestaltet. Dazu wird die lebensgroße Figur eines Jesusleichnams (19.Jh. 26)) auf den Altartisch gelegt und mit Blumen-schmuck umgeben.Die Holzfigur besitzt eine Inkarnatfassung

Heiliges Grab
Dabei werden die Tabernakeltüren geöffnet, um anzuzeigen, dass Jesus tot ist.
Weitere Kulissen, wie sie früher einmal verwendet wurden, fehlen. Die Gläubigen sind in dieser Zeit zu Anbetungsstunden oder zur Meditation eingeladen. Nach einer Aussage des früheren Pfarrers Langenberger aus Dachau stammt der Brauch des Hl.Grabes aus der Barockzeit. Die Glaskugeln haben die gleiche
  Bedeutung wie die Ostereier: sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen, reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen fällt.

Aus dem Jahr 1749 ist bekannt, dass der berühmte Dachauer Maler Franz Mayr die Dekoration für das Hl.Grab neu gemalt und auch "14 Kugln beygeschafft" hat. Er erhielt dafür 30 Gulden. 55)

Im Jahre 1866 wurde ein neues Heiliges Grab vom Maler Krafft , Pfaffenhofen, um 420 fl angeschafft. Aber Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinde waren damit nicht zufrieden. Das Grab bestand -außer der Christusfigur und der Grabesgrotte- nur aus einer großen Leinwand, die nach zweimaligem Aufrichten und Abbauen schadhaft wurde.

Der Ärger über das Hl.Grab von Krafft führte dazu, dass man schon 1892 ein weiteres Hl.Grab angeschafft hat. Es wurde
gemäß einer im Pfarrarchiv aufbewahrten Quittung vom 31. Dezember 1892 von Ludwig Hitzinger aus Endorf (der 1874 die Feuerwehr Endorf gegründet hat) gefertigt. Auch dieses Grab bestand aus einer Leinwand, die mit roter Ölfarbe bemalt war. Die Verzierungen bestanden aus echtem Gold. Das Grab kostete 397 Mark. Davon wurden 154,95 Mark aus freiwilligen Beiträgen der einzelnen Familien aufgebracht. Die Höhe der Beiträge betrugen zwischen 25 Pfennig und 10 Mark. Dieses Hl.Grab wurde mit der Eisenbahn nach Röhrmoos transportiert und von dort abgeholt. 54)


Inzwischen gibt es im Landkreis Dachau wieder mehrere Kirchen, in denen ein Hl.Grab errichtet wird. Zum Beispiel in Altomünster, Dachau-Mariä-Himmelfahrt, Dachau-Heilig-Kreuz, Dachau-St.Jakob, Ebertshausen, Hirtlbach, Kloster Indersdorf, Weichs und Riedenzhofen. Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie hier...



Beinhaus (Karner)

Wie alle übrigen Kirchen hatte auch Ampermoching ein Beinhaus in unmittelbarer Nähe des Kirchengebäudes. Die erste Erwähnung ist in der Schmidtschen Matrikel von 1740 enthalten. 1828 wurde es als "Totenkeuche" bezeichnet, in der die wertvollen Kreuzigungsfiguren (jetzt unter der Empore) aufgestellt waren. Bei der Kirchenerweiterung 1840 hat man das Beinhaus abgetragen und neu aufgerichtet. 54) Dies spricht dafür, dass es vorher im Westen des Kirchenschiffs gestanden hatte; dort, wo die Bauarbeiten durchgeführt wurden.
Das Beinhaus in Ampermoching wird wohl ein zweigeschossiges Gebäude gewesen sein, in dessen Untergeschoss die Gebeine der schon vor langer Zeit Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu machen (Zweitbestattung). In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung niedrig und die Kindersterblichkeit hoch; 42 Prozent der Kinder starben im ersten Lebensjahr 57)
. Deshalb gab es damals im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Beerdigungen als heute. Friedhöfe waren damals immer um die Kirche herum angelegt und kaum erweiterungsfähig. Im Jahr 1058 beschränkte man die Grenzlinien der Friedhöfe auf 60 Schritte im Umkreis des Altars für Hauptkirchen und 30 Schritte für Kapellen. Weiter entfernt konnte man sich des Segens der im Altar ruhenden Reliquien und der Fürbitte des Heiligen nicht sicher sein.
Ab dem 12.Jh. 58) war es üblich, die Gräber schon nach 5 bis 10 Jahren wieder zu verwenden. Zudem gab es keine Familiengräber; der nächste Tote erhielt das frei werdende Grab. Beinhäuser waren besonders in Bayern, Österreich und Ungarn verbreitet; sie standen an katholischen und protestantischen Gotteshäusern. In den letzten hundert Jahren wurden die Karner abgerissen bzw. in Lourdeskapelle, Abstellräume oder Vorhäuser umgewandelt.


Mariensäule  54)

Vor der Kirche steht die am 26.4.1891 errichtete Mariensäule aus Sandstein mit voll vergoldeter, gekrön-ter Marienfigur. Maria ist als Immaculata dargestellt; auf ihrem Kopf sitzt eine Krone.
Auf dem Kapitell mit Darstellungen von Akanthusblättern Voluten und Mohnkapseln steht in einer Kartusche der Text: "Ich bin die Unbefleckt Empfängniß".
Die Säule wurde im Jahr 2002 restauriert, finanziert vom damaligen Bürgermeisters Johann Zigldrum.

Mariensäule


Am Fuß der Säule sind Erinnerungstafeln für die im Krieg der Jahre 1870/71 gefallenen Soldaten aus der Pfarrei angebracht.
Neben der Mariensäule wurde am 10.5.1896 anstelle einer 1871 gesetzten Eiche eine neue Friedenseiche gepflanzt mit dem Versprechen, in 25 Jahren wieder einen neuen Baum zu setzen, falls der Friede so lange anhält. Der nächste Krieg kam aber schon nach 18 Jahren. So ist der Baum stehen geblieben und hat nun schon ein stattliches Alter erreicht.

Jedes Jahr am Palmsonntag versammelt sich die Pfarrgemeinde an der Mariensäule, um von dort in einer Palmprozession in die Kirche zu ziehen. Jeweils am 1.Mai hält die Pfarrei an dieser Säule eine feierliche Maiandacht ab.
Beim Fronleichnamsumzug steht hier der vierte und letzte Prozessionsaltar.

Die Mariensäule steht unter Denkmalschutz. Sie ist in der Liste der Baudenkmäler in Hebertshausen als:
"Mariensäule aus Sandstein, mit Muttergottesfigur, errichtet 1890; an der Purtlhofer Straße" aufgeführt. 07) .



Pfarrhaus/Pfarrhof 
33), 38)

Interessant ist auch das alte barocke Pfarrhaus, das 1724 von Johann Baptist Gunezrhainer (1692-1763) für sehr viel Geld (4400 Gulden) erbaut wurde. Dabei hat Gunezrhainer, ein Schwager des berühmten Joh.Michael Fischer, selbst praktisch kostenlos gearbeitet (übrigens: die vielfach bewunderte Kirche von Fischer in Bergkirchen hat den gleichen Betrag gekostet).

Pfarrhof seit 2002

Die Renovierungen des Gebäudes seit 1724 haben ein Mehrfaches dieser exorbitanten Baukosten verschlungen.

In den Jahren 1999-2002 wurde das Pfarrhaus unter Leitung des Münchner Architekten Prof.Clemens Richarz generalsaniert. Dabei erhielt der Pfarrhof wieder sein früheres Walmdach.

Frühere Pfarrhofbauten 54)

Früher betrieben die Pfarrer die Ökonomie auf eigene Rechnung und mussten die Baumaßnahmen, was Pfarrhof und Ökonomiegebäude betraf, aus eigener Tasche bezahlen. Da die Pfarrer nicht zur öffentlichen Rechnungslegung verpflichtet waren, wurden nur wenige Unterlagen archiviert. Die jeweiligen Pfarrnachfolger hatten die Pflicht, die getätigten Investitionen ihrer Vorgänger abzulösen. Jeder Pfarrer musste aber als Entgelt für die Nutzung der Pfründe einen Teil seiner Investitionen abschreiben.

Pfarrhof im Mittelalter
Die erste indirekte Nachricht über den Ampermochinger Pfarrhof ist dem zweiten Herzogsurbar (= Güterbeschreibung) von 1330/40 der Wittelsbacher zu entnehmen. Dort ist von einem Widumsvogt in Ampermoching zu lesen; die Pfarrei besaß also Güter (= Widum), die unter der Aufsicht eines herzoglichen Vogts (= Verwalters) standen. 1344 stiftete Kaiser Ludwig der Bayer aus seinem Besitz zum Unterhalt des Gotteshauses eine Hube (= einen halben Hof). Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte sich das Widum, der Pfarrbesitz, durch Jahrtagsstiftungen, Grundkäufe und die Verteilung von Gemeindegründen bis zu einer Größe von 180 Tagwerk (= 60 ha). Der Pfarrer war somit einer der größten Ökonomen des Dorfes; schließlich musste er den Großteil seines Einkommens aus der Landwirtschaft beziehen.

Pfarrhof im 16.-17. Jahrhundert
Die erste Beschreibung des Pfarrhofs ist der Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 03) zu entnehmen. Darin ist zu lesen, dass der Pfarrhof renovierungsbedürftig war. Die Baumaßnahmen scheinen auch bald durchgeführt worden zu sein, denn bei der Visitation der Pfarrei im Jahr 1560 war das Pfarrhaus schon recht schön: "Pfarrer hat ain ziembliche feine residentz", heißt es im Protokoll. Damals hatte der Pfarrer ein Einkommen von 80 Gulden, die hauptsächlich aus dem landwirtschaftlichen Betrieb stammten. 29)
1612 wird der Pfarrhof im Extract des Steuerbuches als baufällig beschrieben. Die Bezeichnung "baufällig" bedeutete damals aber nur soviel wie heute "reparaturbedürftig".
1630 befanden sich der Pfarrhof und die Ökonomiegebäude in einem guten baulichen Zustand.
Im 30jährigen Krieg, wahrscheinlich 1632 beim ersten Einmarsch der Schweden, ist der Pfarrhof abgebrannt. Der Wiederaufbau erfolgte frühestens 1647, denn in einem Schreiben vom 14.Juni dieses Jahres an den Dachauer Landrichter wird der Pfarrhof noch als Brandstatt beschrieben. Aus Kostengründen wurde der Neubau aus Holz errichtet, mit Ausnahme des Küchenherdes, des Kamins und eines kleinen Kellers, die gemauert waren. Das Dach hat man mit Schindeln gedeckt. Der Bau kostete rd. 1000 Gulden, von denen 200 Gulden aus dem Erbe des 1646 verstorbenen Pfarrers Häuslmair/Heußenmair stammten.
Der Pfarrhof muss schon ein oberes Stockwerk besessen haben, da von den "oberen hinteren zwei Kammern" die Rede war. Auch einen neuen Backofen hat man für 110 fl. errichtet 54)


Um 1720 beschrieb der Ampermochinger Pfarrer Göttling den inzwischen wieder baufälligen Hof kurz vor seinem Abriss.
Danach war das Holzwerk des Pfarrhofs größtenteils wurmstichig und verfault. Beim Abriss wurde der größte Teil auf den "Dungerthaufen" (Misthaufen) geworfen. Das Wenige, das noch etwas besser war, verwendeten die Maurer, Zimmerleut und Handlanger zum Kochen und zu Heizzwecken. Für den Neubau waren nur einige Bretter, sechs kleine Fensterstöcke samt den Fenstern, zwei Stubentüren samt Schlössern, vier alte Türschlösser und eine geringe Anzahl Dachschindeln brauchbar. Die alten Bretter wurden als Stallböden verwendet, die alten Kreuzstöcke in den Getreidekasten des neuen Pfarrhofes eingebaut und die alten, bemalten Stubentüren samt Schlössern im neuen Pfarrhof aufbewahrt.

Pfarrhofbau 1724
Deshalb hat Pfarrer Wolfgang Göttling den heute noch bestehenden Pfarrhof aus Stein in den Jahren 1724 bis 1728 für die ungeheure Summe von 4.400 Gulden von Gunezrhainer erbauen lassen (um diesen Betrag hat Joh.Michael Fischer 10 Jahre später in Bergkirchen die heute noch bestehende Kirche errichtet).
Da Ampermoching diesen Betrag nicht aufbringen konnte, nahm man über die zuständige Kirchenbehörde des Kurfürstentums Darlehen auf. Diese Darlehen stammten aus dem Kirchenvermögen von Mch-Ramersdorf, Unterweilbach (jeweils 600 Gulden) und Schönbrunn (200 Gulden), aus dem Vermögen mehrerer Bruderschaften und aus einer Art Umlage für alle Kirchenverwaltungen im Gebiet des Landgerichts Dachau. Die Summe der zinslosen (!) Kredite betrugen 3.515 Gulden. Die Kreditgeber waren durch die Kirchenbehörde zu dieser Großtat gezwungen worden. Die Rückzahlung der Schulden, die ab 1729 mit 30 Gulden jährlich getilgt wurden, dauerte 150 Jahre. Zeitweise wurde dafür der Zehent von Lotzbach und Gänsstall verpfändet.

Planskizze Pfarrhof 1724
Das Pfarrhaus entsprach dem neuesten Stand der Haustechnik: Die Dacheindeckung mit Haken und Dachziegeln (Preißen), der Einbau einer Toilettenanlage im Haus, die Fenster und Türen aus Eichenholz und der Betrieb der Heizung durch sechs Kachelöfen (Plattenöfen) zeugten davon. Der hohe Dachaufbau diente als Getreidespeicher. Interessant ist der Passus im Bericht über die Aufrichtung des dreistöckigen Dachstuhls, nach dem die Kranichflaschenzüge und die erforderlichen Seile aus dem Schloss Schleißheim ausgeliehen wurden. Dass der Pfarrhof so groß gebaut und so wertvoll ausgestattet werden durfte, war sicher dem Münchner Hofbaumeister Gunezrhainer zu verdanken. Der sorgte wohl auch dafür, dass die nötigen Geldmittel zusammenkamen. Er selbst hat sich an dem Bau und seinen hohen Kosten nicht bereichert. Er erhielt nur 3 Gulden und 24 Kreuzer, wegen "der mit dem Pfarrer gepflogenen Freundschaft", wie Georg Werner schreibt.
Natürlich gab es auch Kritik an dem teueren Bau. Pfarrer Nebel beklagte 1825 die hohen Unterhaltskosten und den schlechten Zustand der Ökonomiegebäude:
  "Würde der Erbauer Göttling kein jedem Nachfolger so lästiges Haus aufgeführt, keine so ungeheuren Steinmaße verbraucht haben, so würde er mit dieser Summe Geldes nicht nur Haus, sondern auch Stallung und Stadl zu mauern und einzudecken im stand gewesen sein."

1740
sah der Kanonikus Schmidt das Pfarrhaus in gutem baulichen Zustand und "von großer Zier"; kein Wunder, war es doch erst 16 Jahre vorher neu errichtet worden.

Renovierung 1777
Aber schon 1777, 50 Jahre nach dem Neubau, musste der Pfarrhof von Zimmerer Joh.Georg Widtman aus Dachau und dem Schlossbaumeister Anton Glonner (der auch in Vierkirchen, Breitenau, Dachau-St.Jakob, Sulzrain und Rudelzhofen am Pfarrhof in Mitterndorf tätig war) repariert werden: "Das Pfarrhofdach wurde teilweise neu umgeschlagen, den im oberen und unteren Gang herunter gefallenen Teil der weißen Decken mit Gerüsten wieder hinaufgemacht, im Keller das verfaulte Seitengemäuer untermauert, neun Fensterstöcke eingeputzt und alles ausgeweißt". Die Kosten beliefen sich auf 761 fl. Es ist davon auszugehen, dass das Pfarrhaus damals ein Satteldach erhielt.

Beschreibung des Pfarrhofs im Jahr 1815
  "Im unteren Stockwerk befindet sich auf der einen Seite (eigen: links vom Eingang) des 11 Schuh breiten Fletzes die Baustube, 24,5 Schuh lang und breit, dann 11,5 Schuh hoch, mit Ziegelsteinen ausgepflastert, daneben eine große Küche, Speis, außerhalb derselben ein Brunnen, dann Keller. Auf der anderen Seite (eigen: rechts vom Eingang) eine Dienstbotenkammer, zwei heizbare Zimmer, die Stiege in den oberen Stock hinauf, hinter der Stiege der Gang in einen zweiten und dritten Keller und Abtritt. Im oberen Stock auf der einen Seite des Fletzes ein großes heizbares Zimmer, ein derlei kleines Kabinett und das wie die Baustube so große und hohe heizbare Tafelzimmer. Auf der anderen Seite befinden sich zwei heizbare und ein unheizbares Zimmer, dann ein Abtritt. Unter dem Dach befinden sich zwei Getreideaufschütte. Das Pfarrhaus, welches zwischen zwei kleinen Hausgärten steht, war ursprünglich mit einer hohen Mauer umgeben, welche aber vom verstorbenen Pfarrer Alois Bonin demoliert und dafür ein mit fichtenen Ständern errichteter Zaun hergestellt wurde, dem alle Tage der Einsturz droht. Dieses ungeheure Haus befindet sich in einem erbärmlichst baulichen Zustand und nach anliegendem Überschlag belaufen sich die Reparaturkosten, die demolierte Mauer, dann fünf bis sechs Fensterstöcke, die von Pfarrer Bonin zugemauert wurden, nicht mit eingerechnet, auf 3 181 fl 20 kr."


Renovierung 1821
Unter Pfarrer Alois Bonin (1777-1813) verfiel der Pfarrhof zusehends. Dabei schreibt er 1815 in der Pfarrchronik, er habe "in den 31 Jahren, die ich auch dieser Pfarrer bin, 930 fl. (Schulden) bezahlt und gewiß ebensoviel an Baureparationen verwendet. Welche Summe". Doch die hohen Reparaturausgaben hatten keinen Erfolg. Für weitere Baumaßnahmen fehlten die finanziellen Mittel: zum einen wurden infolge der napoleonischen Kriege die Steuern erhöht. Zum anderen wurden im Pfarrhof österreichische, französische und deutschen Soldaten einquartiert, für deren Versorgung und für den Unterhalt der Pferde der Pfarrer aufkommen musste. Pfarrer Bonin bezifferte die Quartierkosten auf 193 fl.
Der nächste Pfarrer Theodor Nebel (1814-1834) klagte: "Unter dem Dach befinden sich zwei Getreideaufschütte. Dieses ungeheure Haus befindet sich in einem erbärmlichen baulichen Zustand und nach anliegendem Überschlag belaufen sich die Reparaturkosten auf 3181 Gulden. Die Sache ist äußerst dringend, da sonst der Pfarrhof einer gänzlichen Vernichtung ausgesetzt und nicht mehr zu bewohnen ist. Ich flehe daher um allergnädigste Hilfe".
Die Umbauten, die von 1821-1826 durchgeführt wurden, waren umfassend. Sie veränderten den Grundriss im Erdgeschoss.
  1. Verlegung des Treppenaufganges so, wie er sich jetzt darstellt. Gemäß Zimmerleutekonto wurde eine ganz
    neue Stiege im Haus errichtet.
2. Zuputzen der Rundbogentür, die den ehemaligen Eingang zum Sommerzimmer des Pfarrers darstellte.
3. Erstellung eines neuen Zuganges zum Sommerzimmer. Das Sommerzimmer bleibt noch in der ursprünglichen
    Größe erhalten und wird erst in einem späteren Zeitpunkt entscheidend verändert.
4. Herstellung neuer Weißdecken im oberen Stockwerk.
5. Auffüllung und Neupflasterung aller Keller mit Erstellung einer neuen Kellerstiege.
6. Aufführung aller neu zu machenden Kamine.
7. Ein Fenster in der Speisekammer zugemauert, "um das Eindringen der Morgensonne und das Verderbnis der
    Eßwaren zu vermeiden"
8. Die Fenster im Erdgeschoss werden mit Eisenstangen vergittert, Fensterstöcke samt Läden neu erstellt.
9. Acht Öfen eingebaut, darunter zwei eiserne. Die Hafnerarbeiten für die acht Öfen führte Hafnermeister Ignatz
    Schwaiger von Indersdorf aus.
10.Aufmauerung der beiden Giebelmauern und Errichtung eines neuen Eingangs.
Insgesamt kostete die Reparatur 6.901 Gulden.

Renovierungen 1855 bis 2000
Bei der Renovierung 1821 unterliefen dem Zimmermeister Höß aus Dachau Planungsfehler (der Dachstuhl war im Verhältnis zum Mauerwerk zu schwer konstruiert). Das machte eine weitere Reparatur schon 34 Jahre später, 1855, notwendig. Dabei hat man den Dachstuhl wegen Wegfall des Zehents und damit geringerem Getreidespeicher-Bedarfs von drei Böden auf zwei zurückgebaut (Kosten: 2086 Gulden).

Stadelbrand 1860
Am 10.Juni 1860 brannte der Ökonomiestadel restlos ab. Dadurch wurden die Fensterstöcke und Fensterläden sowie einige Türen im Pfarrhaus in Mitleidenschaft gezogen. Pfarrer Angerpointer war über den Verlust seiner besten Einnahmequelle so betroffen, dass er sich 7 Wochen später, ab 30. Juli 1860 auf die Pfarrei Jesenwang versetzen ließ. Ein Wiederaufbau des Stadels erfolgte im Jahr 1884 für 10.800 fl. Doch bald danach verpachtete der neue Pfarrer alle Grundstücke. Der Pfarrstadel wurde übrigens 1972 abgebrochen und an seiner Stelle ein Garten und ein Kinderspielplatz angelegt. 2000 hat man an dieser Stelle das Pfarrheim errichtet.

Beschreibung 1874
In seiner Bistumsbeschreibung bezeichnete der Dombenefiziat Mayer 1874 das Pfarrhaus als "groß und schön". Kurz vorher, 1866 hatte man sogar ein Badezimmer eingebaut und die Wirksamkeit der Öfen durch neue, bis zum Ofen reichende Kamine (sog. russischer Kamine) verbessert. Der erste Blitzableiter von 1834 kostete 70 Gulden und musste 1890 erneuert werden.
1909 erhielt der Pfarrhof elektrische Beleuchtung.
1921 musste das Mauerwerk trockengelegt werden.
Bis zum Ende des Jahrhunderts hat man noch mehrere kleinere Reparaturen durchgeführt und die Inneneinrichtung modernisiert.

Renovierung 1960/61
Weitere Reparaturen wurden durch Pfarrer Wilhelm in den Jahren 1960 und 1961 durchgeführt:
Das schadhafte Dach wurde anstelle der handgeschlagenen Biberschwanzziegel mit neuen, schwarz engobierten Bibern gedeckt. Für einen Teil des Pfarrhofs fertigte der Biberbacher Schreinerbetrieb Pfeil neue Fensterrahmen, die die Fa. Eberle aus Dachau verglaste. Einige Zimmer erhielten Linoleumfußböden. Die erforderlichen Spengler- und Elektroarbeiten führen Georg Blümel, Dachau, und Josef Bieringer, Ampermoching, aus.
Pfarrer Wilhelm bezahlte rd. 85 % der Bausumme von 17 000 DM aus privaten Mitteln.

Pfarrhof 1821- 2002

Renovierung um 2000
Die letzte große Renovierung fand im Zeitraum 1995-2002 statt. Es begann 1995 mit einer Einzelmaßnahme, der Trockenlegung des Gebäudes. Dann folgten mehere Jahre der Planungsphase. Für den Pfarrhof war Professor Clemens Richarz und für das Pfarrheim Thomas Strunz, beide aus München, zuständig. Am 12.Nov. 1999 legte man im unteren Pfarrhofgang einen Grundstein mit der Aufschrift: "Alles hat seine Zeit".
Der Pfarrheimbau auf der Grundfläche des ehem. Pfarrstadels ging schneller über die Bühne. Am 5.11.2000 wurde das Pfarrheim durch den Regionalbischof Dr. Bernhard Haßlberger feierlich eingeweiht.

Die Arbeiten am Pfarrhaus, die fast einem Neubau glichen, begannen im Februar 2001. Im Erdgeschoss wurde die Raumeinteilung verändert, der Treppenaufgang in die Mitte des Hausganges verlegt und ein Pfarrbüro sowie ein Jugendraum eingerichtet. Im Obergeschoss hat man drei Wohnungen eingebaut. Das mit Titanblech gedeckte Dach wurde als Walmdach konstruiert, so wie es auf Zeichnungen des Jahres 1720 zu sehen ist. Der Dachstuhl ist freitragend; die Last wird auf die Außenmauern verteilt.

Mit einem großen Fest feierten die Ampermochinger am 07. Juli 2002 den Abschluss der Umbauarbeiten. Die Einsegnung nahm Bischof Haßlberger vor. Anwesend war auch Prälat Schneider, der in seiner Jugendzeit eine Beziehung zu Ampermoching hatte. "Nun steht der Pfarrhof", wie Georg Werner schreibt, "als ein den Raum beherrschendes Denkmal an zentraler Stelle und stellt zusammen mit der gotischen Kirche Sankt Peter, der im Frühjahr 2001 renovierten Mariensäule samt der 1890 gepflanzten Dorfeiche und dem ehemaligen Schulhaus unbestritten den Ortsmittelpunkt dar."


Pfarrwidum (Pfarrbauernhof)

Der Ampermochinger Pfarrer war einer der größten Bauern der Gegend. Nach einer im Pfarrarchiv vorliegenden undatierten Steuerratifikation des Pfarrers Bonin umfasst das Pfarrwidum zu Beginn des 19. Jahrhunderts 32 Äcker, 14 Wiesen, zwei Waldgrundstücke, einen Anger und den Pfarrhof mit Garten mit einer Gesamtfläche von 177,40 Tagwerk (ca. 60 ha), von dem der Pfarrer 71 Tagwerk (24 ha) selbst bewirtschaftete. Ab 1863 wurden größere Teile, ab 1890 die gesamte Ökonomie verpachtet.

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Der Pfarrverband Röhrmoos/Hebertshausen, zu dem Ampermoching gehört, hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können. Klicken Sie hier....

Hans Schertl

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Urkunde von 748 alte Zeitungsberichte über die Pfarrei Amperm. ...
Visitationsbericht von 1560
Pfarrerliste  

Quellen :
01) Eisenmann-Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 1831 (Statistik)
02) Georg Friedr.Kramer, Pfarreien-Statistik des Regierungsbezirks von Oberbayern, 1847 (Statistik)
03) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
04) Pleickhard/Stumpf, Bayern ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches 1852 (Statistik)
05) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
06) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
07) Amperbote vom 8.7.1903 (Primiz)
08) Amperbote vom 25.07.1903 (Priesterjubiläum)
09) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.2, 357, 515, 538, 537-Nutzungsrecht, 668-Lotzbach,
                Nr. 978, 1070 )
10) Amperbote vom 24.05.1913 (Wallfahrt)
11) Amperbote vom vom 21.01. u.25.04.1914 (Pfarrherrnwechsel),
12) Amperbote vom vom 7.7.u.8.12.1915 (Primizfeiern),
13) Amperbote vom 18.05.1920 ( Volksmission)
14) Amperbote vom vom 26.7.1921 (Primiz von Pater Electus Reischl),
15) Amperbote vom vom 19.06.1924 (Einzug Pfr. Pschorr)
16) Josef Scheidl, Kreisheimatpfl. , Bevölkerungsentwicklung des altbayer.Landgerichts Dachau, in ZBLG3 (1930),S.384
17) Landesamt für Denkmalpflege, Bericht über die Pfarrkirche Ampermoching v.27.10.1952
18) Landesamt für Denkmalpflege, Bericht über die Ampermochinger Kirche 1961/62
19) Ampermoching - eine Perle am Fluß, ca.1962
20) Dachauer Nachrichten vom 3.7.1965 (Priesterjubiläum Pfr.Wilhelm), 23.01.1965 ( Pfr.Magobeko)
21) Prälat Dr. Werner Gross, Kirche und Denkmalpflege-Die Erneuerung der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Konzil
22) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
23) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
24) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Steger)
25) Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
26) Georg Brenninger, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1982
27) Alois Angerpointner, Pfarrgeschichte von Ampermoching, Amperland 1985, S.143
28) Friedrich Reischl, Das Vereinsleben in der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985/3 (Kriegerdenkmal)
29) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
30) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Interdiktstüre)
31) Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
32) Dr.Peter Pfister, Ausstellungskatalog Oberammergauer Passionsspiele 1999, S.27
  'Communicantes' waren Gläubige, die die Erstkommunion gefeiert hatten und zur Kommunion gehen durften. Wenn wir daraus die tatsächliche Zahl der Gläubigen herleiten wollen, müssen wir -so Peter Pfister- "noch etwa 15 bis 20 % für Kinder und Unzurechnungsfähige hinzuzählen".
33) Georg Werner in der Festschrift zum 1250. Ortsjubiliäum (nicht veröffentlicht)
34) Unser Dachauer Land, Beilage der Dachauer Nachrichten vom April 1998 (Weingartner)
35) Dachauer Nachrichten 22.6.98
36) Prof.Dr.Liebhart,1250 Jahre Ampermoching, Amperland 1999/1
37) Georg Werner, Zur Geschichte der Pfarrei und Kirche St.Peter zu Ampermoching, Amperland, 1999/4
38) Georg Werner, Zur Baugeschichte des Ampermochinger Pfarrhofs ab 1330, Broschüre 2001
39) Dachauer SZ vom 13./14.9.2003
40) Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
41) A.Hense/F.Sepp, Patronatsrecht (19./20. Jahrhundert), in: Historisches Lexikon Bayerns, Zugriff 2008 (1817)
42) Georg Werner, Ergänzungen zur Pfarr- und Kirchengeschichte Ampermochings, 2009
43) Dachauer Nachrichten 14.11.2011 (Keltensiedlung)
44) Hedy Esters u. Thomas Schlichenmayer, Nachkriegszeit in Ampermoching 1945-49, noch unveröffentlicht, 2013
45) Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik)
46) Josef Glas, Die ehem. Volksschule Ampermoching, S.10, ISBN, 978-3-00-052119-5, 2016 (Hippolytkapelle)
47) Dr Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetz Hochaltar)
48) Thomas Forstner, Priester in Zeiten des Umbruchs: Identität u. Lebenswelt des kath. Pfarrklerus in Obb (Pfr.Winklmeier)
49) Schematismus der Erzdiözese München und Freising, 5.Decanat Dachau, 1827-1876 (Pfarrer, Statistik)
50) Heyberger, Landes- und Volkskunde des Konigreichs Bayern, 1868, (Statistik)
51) Historischer Atlas v.Bayern, Die Landgerichte Dachau u. Kranzberg Bd.I, Hefte 11/12, Landkreis Dachau, 1952 (1818)
52) Herbert Bartel, Entwicklung und Struktur der heutigen Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
53) Sigrid Gensichen, Auratisierte Materie, in: Die Eremitage von Schloss Favorite Rastatt, 2018
54) Georg Werner, Ortschronik des Pfarrsprengels Ampermoching, 2018
55) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996
56) www.evangelische-zeitung.de/news-detail-home/nachricht/wie-die-jacobikirche-den-ersten-blitzableiter-bekam.html
57) Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Das Landgericht Dachau in der frühen Montgelaszeit, Amperland 1994 (Karner)
58) Prof.Dr.Manfred Heim, Von Ablass bis Zölibat: kleines Lexikon der Kirchengeschichte, 2008
59) Liste der_Baudenkmäler in Hebertshausen
60) Der gebaute Himmel, Monumente, Magazin für Denkmalkultur in Deutschland, Dez. 2018

84 Bilder: Pfarramt (2), Theresia Münzhuber (1), G.Werner (2), Manfred Daurer (1), Hans Schertl (78)


Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

 

9.3.2019



Pfarrerliste von Ampermoching

Die Reihe der bekannten Pfarrherren von Ampermoching beginnt im Jahr 1344, in der Regierungszeit von Kaiser Ludwig dem Bayern.
Im Mittelalter residierten die Pfarrherrn nur selten in der Pfarrei. Sie nutzten lediglich die Pfründe, die Erträgnisse der Pfarrei. Daraus musste sie aber einen Vicar (=Stellvertreter) bezahlen, der die Seelsorge übernahm. Diese Regelung wurde Ende des 16.Jh. abgeschafft.

Name
von-bis
um
<=früher    >= später
Name
von-bis
um
 Hans der Prunner
<1344>
 
 Dr.Aloisius Bonin
Exjesuit und Gymnasiallehrer
1777-1813
 Heinrich der Pfarrer 
<1345>
  9 Monate kein Pfarrer (Pfarrvacatur)  
 Hainrich der Prunner
 aus  Eurenspach, Dekan
<1349,1357>
 Theodor Nebel 49)
   vorher in Paunzhausen
  *6.1.1768 in Ingolstadt,
    Priesterweihe 7.9.1794

1814-1834
 Chonradt der Neuhauser
 <1361,1362>
 Mathias Angerpointner 49)
  (erweiterte die Kirche; später
   Pfarrer in Jesenwang u. Maisach
   *31.1.1805, Weihe: 15.8.1827 

1834-1860
 Herr Hanns, Dekan
<1397>
 Josef Anton Spiegl 49)
  *9.10.1818 in Dornbirn,
    Priesterweihe 27.7.1846
1860-1865
 Hannsen Wörder
<1414>
 Anton Kühner aus München 49)
   geb.29.6.1825, Weihe: 31.7.1841
1865-1870
    Hainzen, Vikar
1414
 Georg Stegschuster 49)
    geb.3.6.1816 in Herrschenhofen
     Priesterweihe: 2.7.1844
1870-1879
 Hannsen der Sächerl
zugleich Chorherr zu St. Andreas in Freising
<1416>
 Josef Thaller
1879-1890
 +Percholden d.Botteneckher  Vikar
<1416> 
 Ludwig Keller
1890-1896
 Georg Frey 54)
<1440> 
 Michael Hilger     Weihe: 1878

1896-1910
 Leonhard Puechler
 <1475-1481
 Johann Spötzl (danach Vierk.)    geb.9.6.1867in Mühlstätt/Pfaffenh.
   Weihe: 24.6.1892, gest.14.6.1938


1910-1914
 Michael Adler aus München
<1524>
 Maximilian Lederer
   Weihe: 1896
1914-1924
 Johannes Herl, Vikar
1524-28
 Clemens Pschorr
   bisher Expositus in Niederthann
   
gestorben 19.7.1929
        +Klemens Bohr , Benefiziat
1924-1929
 Sebastian Deckhel
 1531-1562
 Franz Xaver Dobler, Dekan
1929-1949
 Thomas Nottenstein
 1562-1571
 Alfons Wilhelm Ehrenbürger
 Priesterweihe: 4.7.1925
     +Josef Magobeko, Kaplan
1949-1965
 Bernhard Geltinger
<1571>
Pfarrertafel aus Stein
 Josef Winkelmeier 48)
   *am 30.06.1906 in Wolfratshausen
     Priesterweihe: 1938
     vorher Pfarrer in Gauting
     gest.7.7.1990
1965-1989
 Georg Echter (Eckher)
<1572-1583>
 
Pfarrverband Amperm.-Hebertsh.
    +David Schmidt, Vikar
  <1604
   Clemens Gumpendobler
1989-1992
 Johann Heußenmair, Dekan 
 1604-1646
   Elmar Panze
1992
 Bartholomäus Träxl
 1647-1661
 
 Pater Wilhelm Grupp
  (priesterlicher Leiter der Seelsorge)
1992-1993
 Petrus Hielscher     (Hicker,Hüter)
 1661-1684
   Albert E. Lang
       (*1953 in Palling
        derzeit in Töging am Inn
1993-1998
 Nikolaus Sigm. Reindl, Dekan      danach Kanoniker in Freising
 1684-1711
   Pater Arkadius Gierut, Kurat
1998-2000
 Georg Perhamer
 1711-1716
   Michael Grabowski
2000
 Dr.Martin Schubin/Schoberr
 danach Pfarrer in Weichs; †1738 i.Mainbg
 1716-1720
  Pater Josef Königer
  (priesterlicher Leiter der Seelsorge)
2000-2008
 Wolfg.Eberhard Göttling
 (Erbauer des Pfarrhofs)
 1720-1738
 
 Pfarrverband Röhrmoos- Hebertsh.
 Joh.Stanislaus Totdenveiler
 1738-1759
   Msg. Michael Bartmann
seit 2008
 Sebastian Tuechpöck
 1759-1772
     
 Franz X. Freiherr von Wampl,
     GeistlRat  vorher Planegg
 1772-1777
 
   
         


Hippolyt-Kapelle 46)

In Ampermoching stand -wohl über Jahrhunderte- im Friedhof, an der Stelle, an sich heute der Kindergarten befindet, eine 9,78 m lange und 6,27 m breite Kapelle, die dem hl.Hippolyt geweiht war. Sie dürfte auch als Friedhofskapelle gedient haben.

Hinweis: St.Hippolyt (der Name bedeutet "der Pferdebefreier") wurde um das Jahr 170 vermutlich im Osten des römischen Reiches geboren. Er studierte bei Irenäus von Lyon und wirkte ab etwa 192 als Priester. Hippolyt gilt als der wichtigste westliche Kirchenvater seiner Zeit. 217 wurde er in Rom strenger Gegenbischof des etwas liberaleren Calixt I. In der katholischen Kirche gilt er somit als erster Gegenpapst der Geschichte. Aus den erhaltenen Werken Hippolyts geht hervor, dass er dem konservativen Flügel der Kirche zuzuordnen war und in vielen Fragen eine sehr harte Haltung vertrat. Er starb im Jahr 235 auf Sardinien, wohin er verbannt worden war.
Die Legende berichtet, Hippolyt habe das Martyrium erlitten indem er bei lebendigem Leib von Pferden zerrissen wurde. Er wird deshalb (und wegen seines Namens) als Patron der Pferde verehrt.)

Die erste Nachricht von der Hippolytkapelle stammt aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg. Denn am 21.7.1628 wurde in der Kapelle St.Hypolith eine Bruderschaft vom hl.Rosenkranz gegründet, eingeführt "vom churfürstlichen Rathe und Landschafts-Verordneten Heinrich Schobinger". 1708 hat die Pfarrei für den Altar in der Kapelle einen neuen Altarstein gekauft. 54)
Die Hippolytkapelle blieb die Hauskapelle der Bruderschaft. Der der Muttergottes geweihte Altar wurde 1728 in die Pfarrkirche verbracht und dort als rechter Seitenaltar und Bruderschaftsaltar aufgestellt. 27)
Nach der Schmidt'schen Matrikel von 1739/40 wurden dort an bestimmten Tagen Gottesdienste für die Bruderschaft abgehalten: Am Kirchweihfest (Erster Sonntag im August), am Patroziniumstag (13. August), an den Festtagen des heiligen Leonhard (06. November) und des heiligen Sylvesters (31. Dezember). 54)

Die letzte Zustandsbeschreibung stammt aus einem Schreiben vom 29.März 1781 an das Ordinariat Freising, in dem der Ampermochinger Pfarrer Alois Bonin die Abrisspläne der staatlichen Herrschaft befürwortet. Er begründete dies damit, dass "die Kapelle dermal so ruinös sei, dass solche das ganze Jahr versperrt und der Gottesdienst ohne Gefahr nicht mehr vorgenommen werden" könne. Die Kapelle selbst sei mittelos und die Pfarrkirche St.Peter könne nicht helfen, da sie mehr Schulden als Ein-kommen hat. "Nun gedenkt die Ortsherrschaft Schönbrunn, wie ich selbst nicht unfüglich erachte, aus ermelter (=genannter) Kapelle ein Schulhaus gestalten zu lassen, nebst einer kleinen Wohnung für einen Eremiten, welcher "wirklich hie Schul haltet, aber bishero in einer entfernten Wohnung untergebracht" sei. Pfarrer Bonin bat um den Abbruch der Kapelle und fügte hinzu, dass er für das Bild des heiligen Hippolyt einen Platz in der Pfarrkirche ausfindig machen werde.

Um das Jahr 1800 wurde die Schule tatsächlich in die Kapelle verlegt und "in ein Schulhaus umgeschaffen". Es dürften einige Umbauten nötig geworden sein. Denn im Erdgeschoss waren eine Schulstube und eine kleine Küche für den Lehrer eingerichtet. In dem durch den Einzug einer Decke neu geschaffenen Obergeschoss befanden sich zwei Wohnräume für den Lehrer. Doch schon zehn Jahre später wurde die Schule als "für die zahlreiche Schuljugend ungesund, selbst für einen ledigen, geschweige denn für einen verehelichten Schullehrer zu klein" beschrieben.
1811 hat man die Schule in der Kapelle durch den Anbau eines neuen einstöckigen Schulzimmers ergänzt (Baumeister Anton Hergl 1759-1813 aus Dachau, Kosten: ca.800 Gulden). Sogar ein kleiner Stall für drei Kühe wurde errichtet, um das Einkommen des Lehrers zu verbessern. Das Gemüsegärtlein, so heißt es in einer 1832 verfassten Beschreibung des Schulhauses, "wurde aus einem Theil des Kirchhofs und Gemeindeplatz ausgemittelt".

Bis 1865 existierte die Schule in und um die frühere Hippolytkapelle. Bis zu 105 Schüler (im Schuljahr 1856/57) musste das kleine Gebäude fassen. Dann erst wurde das Mauerwerk der Kapelle mit den Anbauten abgetragen und eine neue Schule an gleicher Stelle gebaut (Kosten: 6550 fl. ).


Visitationsbericht von 1560
-in heutigem Deutsch-

Im Bericht über die Visitation der Pfarrei Moching (Ampermoching) heißt es über den Pfarrer: Sebastian Deckhel, aus Walsee gebürtig und zu Augsburg ordiniert (geweiht), versehe hier seit 29 Jahren die Seelsorge. Er halte es in allen religiösen Dingen, insbesondere beim Predigen, Sakrament reichen und den deutschen Gesängen mit dem katholischen Glauben. Jeden Sonntag und an Wochentagen feiere er den Gottesdienst; an den Feiertagen predige er auch. Die Jahrtage halte er fleißig. Da er schon ein ziemlich hohes Alter erreicht habe, sei er "eines ärgerlichen Lebens unverdächtig". Mit Rücksicht auf sein Lebensalter sei er auch nicht über sein Wissen in der katholischen Lehre examiniert worden.
"Hat kain gesellen (Kaplan) und kain wochenmeß" heißt es. Lediglich in (Unter)Weilbach sei ein "Frühmesser" (als Beneficiat) tätig. Das Pfarrhaus war damals schon recht schön. "Pfarrer hat ain ziembliche feine residentz", heißt es im Protokoll. Ein Mesnerhaus sei nicht vorhanden. Der "Meßner" (wohl ein Bauer, der im eigenen Haus wohnte) sei "vleissig".

Die Pfarrei habe 330 Gläubige; alle seien gut katholisch und keine Anhänger der "sectischen Religion". Sie hielten sich mit Opfer und anderen "pfärrlichen Rechten" zurück. Doch sie hätten ihn wegen des Zehents durch die Frau Lerchenfelderin sogar vor dem Landgericht Dachau verklagt. Er habe das weltliche Gericht abgelehnt und gefordert, ein geistliches Gericht möge über den Streit entscheiden. Doch der Landrichter zu Dachau habe einen Amtmann mit Ketten zum Pfarrhof Ampermoching geschickt; der habe ihm gedroht, er werde ihn als Gefangenen mitnehmen, wenn er nicht freiwillig komme. Darauf sei er in Dachau erschienen, habe dort eine Nacht im Amtshaus verbringen müssen und sei am nächsten Tag durch den Richter "übel abgevertigt" worden.
Die Einnahmen der Pfarrei betrügen 2 Gulden an Geld, Getreide im Wert von 18 Gulden, Wachs von 2 1/2 Pfund.

Die Kirche wird als "nit paufellig" beschrieben; sie bedürfe aber eines neuen Daches. Sie werde "sauber und catholisch gehalten". Im Inneren befänden sich drei Altäre. Zwei Kelche mit Corporal seien vorhanden, ein gueter und ein kupferner mit Vergoldung, des Weiteren eine Messingmonstranz, drei Messbücher, ein Liturgiebuch und fünf Messgewänder. Das Tauföl werde in einem Krug aufbewahrt.

 


Neue Orgel für die Pfarrkirche in Ampermoching
Amperbote vom 19.12.1882

Aus Ampermoching wird dem Amperboten geschrieben: Besonders für die Bewohner Dachaus, wo man mit dem Plan umgeht, ein neues Orgelwerk anzuschaffen, dürfte es von Interesse sein, zu vernehmen, dass Orgelbaumeister F. B. März in München, dem die Herstellung obiger Orgel zugedacht sein soll, im Lauf voriger Woche in der Pfarrkirche von Ampermoching eine neue Orgel mit 10 klingenden Stimmen zur Aufstellung gebracht hat, welche nach dem Urteil Sachverständiger als ein vorzügliches Werk bezeichnet werden muss. Die einzelnen Stimmen haben sämtlich, den ihnen eigentümlichen Klangcharakter und sprechen sehr gut an. Der Ton ist zart, weich und melodiös, kräftig und voll, je nach Zusammenstellung der Stimmen. Das volle Werk entfaltet eine Tonfülle, welche den Zuhörer überwältigt.
Herr März hatte bei Herstellung dieser Orgel große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Höhe des Musikchores ist nämlich nur 9 1/4 Fuss, so dass die Windlade nicht in der gewöhnlichen Höhe angebracht werden konnte, sondern am Fußboden, und die Mechanik teilweise noch im Fehlboden angebracht werden musste. Das ganze Pfeifenwerk steht somit nur 1 Fuß über dem Fußboden, weshalb der Prospekt, die vordere Ansicht der Orgel, nur mit kleineren blinden Pfeifen versehen ist. Der Güte des Werkes selbst tut dieses natürlich keinen Eintrag, wohl aber dem Ansehen desselben, so dass, wer dasselbe nach letzterem beurteilen wollte, sich sehr getäuscht fühlte, sobald die Stimmen zu sprechen beginnen. - Alle Teile sind genau nach dem Contrakt auf das Solideste ausgeführt und - "das Werk lobt den Meister"! Die Anschaffung geschah ganz aus Kirchenmitteln, so dass Privatwohltätigkeit nicht in Anspruch genommen wurde. Der beste Weg, wenn man ihn einschlagen kann und es sich um größere Anschaffungen handelt.

(Recherchiert von Hubert Eberl)

 



Urkunde vom 12. Februar 748
ausgestellt in Ampermoching
Amilo schenkt seinen Besitz zu Wolfertshausen



TRADITIO AMILONIS DE UUOLFPERHTESHUSUN.

Dum in dei nomine cogitante vel trac-

tante de anima mea seu de vita

futura, ut in quantitate apud pio
domino veniam merear accipere, idcirco

ego peccator Amilo rem propriam meam
quam genitor meus Uuolfperht mihi in here-

ditatem reliquid in loco quod dicitur Uuolfperhteshusir,


trado atque transfundo ad ecclesiam sancte
Marie semper virginis quae sita est

in publico loco nuncupante Frigisinga
in manus Joseph episcopi in presentia Oatiloni

ducis, ut Christo propitio habeat potestatem
ad salvandum et ad dominandum iam
non adfligendum sed ad meliorandum.

Si ego ipse aut aliquis de heredibus meis
vel quislibet opposita vel extranea

persona contra hanc donationem venire
aut eam frangere voluerit, inprimis
iram dei incurrat et ab omni loca sanctorum

ex communicatus vel extraneus appa-
reat et insuper una cum distringente

fisco auri libras III et argenti libras V
coactus exsolvat et quod repetit evin-

dicare non valeat, sed presens donatio
ista firma et stabilis permaneat stipula-
tione subnexa. Actum est hoc XII. die

mensis februarii in loco nuncupante
Machinga anno Oatiloni ducis.

Et post haec ego Tassilo dux Baioariorum
hanc epistulam confirmavi propria

manu. + Signum Amilonis qui hanc
traditionen fieri rogavit. + Signum Rathari.
+ Signuni Uuattini. + Signum Lintprandi  

+ Signum Hrodeo. + Signum Fridaberti. + Signum

Reginheri, + Signum Hroadolti. + Sigoum Fridrib.
† Signum Arbeo. + Signum Cundhari. + Signum

Cozrati. + Signum Goatfridi. Ego Benigaus
indignus presbiter rogatus et petitus seripsi et sub scripsi.



Frühere Glocken

Aus den Archivalien 54) ist zu den früheren Glocken (und zu den Ablieferungen in den Weltkriegen) aus der Zeit von 1560 bis 1943 folgendes bekannt:

1560
hatte die Münchner Glockengießerei Wolfgang Steger & Sohn eine 394 kg schwere Glocke für Ampermoching gegossen; diese Glocke überstand die Ablieferungen in den Weltkriegen, weil sie denkmalgeschützt war. 1950 hat man sie bei der Weihe der neuen Glocken abgenommen und bis 1956 beim Glockengießer Czudnochowsky in Erding eingelagert, weil ihr Ton nicht zu neu angeschafften Glocken passte. 1956 wurde die Glocke an das Herz-Jesu-Kloster in München, Buttermelcherstraße, verkauft. 54) Möglicherweise war es die Glocke, die nach der Kirchenrechnung 1696 nach Dachau zur Reparatur transportiert werden musste.
1664
Eine zweite historische Glocke, die 1664 (272 kg) von Bernhard Ernst gegossen wurde, hat man schon 1863 um 400 fl. nach Prittlbach verkauft.
1813
Lange Zeit hingen im Ampermochinger Kirchturm zwei Glocken. Das wissen wir aus Berichten der Jahre 1656, 1716 und 1740. Bis 1813 hat man eine dritte Glocke angeschafft; denn in diesem Jahr wurde davon gesprochen, dass man eine der drei Glocken (im Gewicht von 203 kg herabgenommen habe, weil sie als "unbrauchbar, verwertet" eingestuft wurde.
1831
Die unbrauchbare Glocke wurde erst im Jahr 1831 durch eine neue Glocke (273 kg) des Gießers Nikolaus Regnault aus München ersetzt (287 Gulden), wobei der Gießer das Material der zersprungenen Glocke mitverwendet hat. 54)
1863
hat man beim Münchner Glockengießer Friedrich Gössner drei neue Glocken erworben (Preis: je kg 2 fl.)
  1. Dreifaltigkeitsglocke, in der Abrechnung von 1863 Bennoglocke genannt, Gewicht 1173 kg, Durchmesser 120 cm, mit Relief     der Dreifaltigkeit und betender Familie, gestiftet von Michael u. Therese Reischl und deren Sohn Benno, Kosten 2.347 fl.
2. Petrusglocke, 796 kg, Tonlage g, Durchmesser 95/98 cm, Kosten 2.1591 fl. (Kollekte der Gemeinde)
3. Michaelsglocke 168 kg schwer, Tonlage e, Durchmesser 60 cm. Diese Glocke musste wegen des Klanges noch
    nachbearbeitet werden und wog letztendlich 142 kg; gestiftet von Anton Sedlmaier /Durchsamsried, Kosten 283 fl.
Von den vorhandenen beiden Glocken wurde die kleinere nach Prittlbach verkauft (s.o.); mit dem Kaufpreis von 400 gl. hat man die mittlere Glocke finanziert. Nachdem das Geläute im Turm untergebracht war, stellte sich heraus, dass die Glocken zu tief hingen. Die naheliegende Lösung, eine Aufweitung der Schalllöcher, hätte aber eine Schwächung des Turmes bedeutet. Deshalb entschloss man sich, einen neuen Glockenstuhl anzuschaffen, der gegenüber dem alten um drei Zoll angehoben werden musste. 54)

1917
Ablieferung von Glocken zum Einschmelzen für Kriegszwecke
Nach dem Glockenverzeichnis des Bezirksamts Dachau am 24. August 1918 musste Ampermoching zwei seiner vier Glocken abliefern, nämlich die zwei seiner 1863 gegossenen Glocken.
1923
1923 wurden die abgelieferten Glocken ersetzt. Die große Glocke finanzierte die Gemeinde, die sich das Geld aber durch Umlagen (pro Tagwerk 1000 Mark) von den Grundbesitzern zurückholten. Die Kosten für die kleine Glocke trugen die Pfarrangehörigen (davon 1/3 der Riaderbauer). Die Glocken wurden von der Fa. Bachmair in Erding gegossen; die größere mit einem Gewicht von 600 kg, Tonlage gis, Durchmesser 100 cm, die kleinere Floriansglocke mit einem Gewicht von 350 kg,    Tonlage h, Durchmesser 85 cm und Inschrift: "Erinnerung an den Weltkrieg".
Die Kosten betrugen 1.970.000 Mark. Die Glockenweihe fand am 10.4.1924 statt.
1942
Ablieferung von Glocken zum Einschmelzen für Kriegszwecke 54)
Auch im 2.Weltkrieg mussten Kirchenglocken aus Bronze abgeliefert werden. Diese Maßnahme wurde den Gläubigen in der Kirche per Kanzelerklärung des Kardinals Faulhaber vom 10.Dez.1941, die in jeder zu verlesen war, angekündigt:

  "Schon im März 1940 hat das Reichsministerium des Innern die Bronzeglocken für Zwecke der Kriegswirtschaft in Anspruch genommen. In den damals aufgestellten Richtlinien wurde erklärt, die Erfassung der kupferhaltigen Bronzeglocken sei unentbehrlich, um vorsorglich für die Kriegswirtschaft eine sofort greifbare Reserve an Metall zu schaffen. Bald darauf, im Mai 1940 wurde der Abbau der Bronzeglocken auf unbestimmte Zeit verschoben. Nunmehr aber sollen diese Glocken, die in unseren Gegenden Eigentum der Kirchenstiftung sind, nach dem Erlass des Reichswirtschafts-Ministeriums vom 7.November 1941 ohne Vorverhandlung mit den kirchlichen Behörden wirklich abgebaut und abgenommen werden. Abgesehen von jenen wenigen Glocken, die einen besonders hohen künstlerischen oder geschichtlichen Wert haben, darf in jeder Kirchengemeinde nur eine läutefähige Glocke verbleiben....."
Am 6.März 1942 wurden in Ampermoching drei der vier Glocken abgenommen. Es handelte sich um die 1860 gegossenen und 1863 gelieferten Dreifaltigkeits- und Petrusglocke sowie um die 1923 angeschaffte Floriansglocke. Die Glocken wurden nach Hamburg gebracht und tatsächlich eingeschmolzen.
1943
Wenig bekannt ist, dass damals auch weitere sakrale Gegenstände aus Kupfer, Zinn, Blei, Nickel und deren Legierungen (wie Bronze, Messing)" zur "weiteren Verstärkung der Rüstungsreserve" zum Einschmelzen abgeliefert werden mussten. Am 10. Februar 1943 gab Pfarrer Dobler auf Anforderung eine "Bestandsanzeige über die im Bereich der Kirchen vorhandenen Gegenstände" ab: vier große und vier kleine Altarleuchter, Entstehungszeit 1886, eine Ampel, Entstehungszeit unbekannt, und ein Rauchfass, Entstehungszeit 1907, alles aus Messing, Gesamtgewicht 14 kg und vier Hängeleuchter aus Bronze, Entstehungszeit 1890, Gesamtgewicht 1,5 kg. Die Ablieferung erfolgte am 21. Juni 1943 in Dachau an der Stadtpfarrkirche.
1950

hat die Pfarrei bei Karl Czudnochowky in Erding vier neue Glocken aus dem Werkstoff Euphon erworben. Mehr zu diese heute noch vorhandenen Glocken finden Sie weiter oben bei der Baubeschreibung unter der Überschrift Glocken...