zur Landkreiskarte     ausführl.Beschreibg        Kirchen i.d.Gem.Röhrmoos


Klosterkirche St. Josef in SCHÖNBRUNN


Kirche vom Marienplatz aus gesehen -in der Mitte die Mariensäule von 1724


Kurzbeschreibung

Der Ort Schönbrunn wurde urkundlich erstmals 798 als Prunnen erwähnt.
Das Schloss Schönbrunn, aus dem die Behindertenanstalt und das jetzige Franziskuswerk hervorgingen, war im 13. Jh schon vorhanden. Es ging durch viele Hände, bis es 1862 die Gräfin Butler-Clonebough aus Haimhausen zur Errichtung einer "Anstalt zur Aufnahme geistig und leiblich armer Individuen" erwarb.

Die erste Kirche wurde 1866 als Betsaal im Obergeschoss der Anstalt errichtet; 1880 hat man eine neue, größere Kirche gebaut.

Der heutige dreischiffige Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1922, der 1932 um acht Meter verlängert wurde.


Kopie: Kreuzigung -Matth. Grünewald

In den Jahren 1984/85 wurde die Kirche innen und außen völlig neu gestaltet. Die Entwürfe stammten von Arch.Zaglauer und Direktor Oster, die ausführenden Künstler waren Karl Huber, Martin Bormann, Regina Setzkamp-Rohrmüller und die Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal. 

Inneneinrichtung

Mittelpunkt des Altarraums ist das große Kruzifix, das von der Decke hängt.
Unter dem Kruzifix steht der aus einem behauenen Steinblock bestehende Altar. Er ist als Volksaltar konzipiert; der Priester steht hinter dem Altar mit dem Gesicht zu den Gläubigen. Das Antependium von Karl Huber und Martin Bormann zeigt das letzte Abendmahl. Es ist als Relief in den Stein gemeißelt und bemalt. Dargestellt sind Jesus und die 12 Apostel, die nebeneinander an der Tafel sitzen.
Auf der Frontseite des Ambos aus Stein sind die vier Evangelisten mit den Evangelienbüchern in der Hand abgebildet.
Der Tabernakel an Chorwand  ist mit zwei Lebensbäumen aus russischer Jade und 12 Edelsteinen geziert.

An den beiden Seitenwänden des Altarraums stehen Figuren von: Johannes Evangelist und des Kirchenpatrons St. Josef (links), sowie  Maria und Elisabeth v. Thüringen mit einem Krug in der Hand gegenüber. Elisabeth ist die Patronin der Ordensgemeinschaft der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung.

TabernakelMaria und ElisabethDas letzte AbendmahlSeitenkapelleFranziskus beim Empfang der WundmaleMariä VerkündigungAmboGottvaterfigurSalvator MundiKreuzwegbilderKruzifix
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An der Stirnseite des mit einer Holzdecke versehenen Kirchenschiffs (wo sonst die Seitenaltäre stehen), sind in großen Bildern Mariä Verkündigung und der hl. Franziskus (mit Wundmalen) dargestellt. 

An den Seitenwänden des Kirchenschiffs hängen links und rechts beeindruckende Kreuzwegreliefs. Sie bestehen aus zwei 2 Reliefgruppen, die jeweils die Darstellung von sieben Stationen zusammenfassen.

An der Südseite der Kirche befindet sich ein Mahnmal für die im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazis ermordeten Bewohner Schönbrunns.

In der Klosterkirche finden immer wieder große kirchenmusikalische Veranstaltungen statt. Auch viele Gottesdienst werden musikalisch in besonderer Weise gestaltet. In Schönbrunn sind mehrere Chöre und Singgruppen (darunter Kirchenchor, Chor Poverello, Schönbrunner Sänger, Schönbrunner Stubnmusi) sowie die Blaskapelle Schönbrunn beiheimatet.



7-Klöster-Weg

Schönbrunn ist auch eine der Stationen des 7-Klöster-Wegs, eines Radwegs, der die Standorte von sieben bestehenden oder ehemaligen Klöstern im Dachauer- und Wittelsbacher Land miteinander verbindet. Entlang der Radltour werden der historische Hintergrund, der Bezug zur Kunstgeschichte und zum Geistlichen Leben an jedem Klosterstandort ansprechend dargestellt. An vielen Klosterstandorten befinden sich heute noch neben geistlichen Einrichtungen Bildungshäuser, Orte sozialer Integration oder Museen.
Die Klöster sollen durch diesen Radweg wieder ins Bewusstsein gerufen und als Schatz des Dachauer Landes erfahrbar werden. Die Tour führt zu zahlreichen Wirtshäusern, Klostergaststätten, Cafes und Biergärten.

Die sieben Klöster sind:
1. Schönbrunn (Gem.Röhrmoos). Bestehendes Kloster der Assoziation der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung"
    im ehem. Schloss Schönbrunn. Große Behindertenanstalt.   ... mehr über Kloster Schönbrunn...
2. Weichs. Bestehender Schulorden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau im ehem. Schloss der Reichsfreiherren.
3. Indersdorf. Ehem. Augustinerkloster von 1126-1783. ... mehr über Kloster Indersdorf...
4. Petersberg (Gem.Erdweg). Ehem. Kloster von 1104-1123.   ... mehr über den Petersberg...
5. Altomünster. Birgittenkloster seit 1496, vorher Benediktinerinnenkloster, um 760 Eremitenzelle von St.Alto  ... mehr darüber...
6. Maria Birnbaum (Gem.Sielenbach). Deutscher Orden. Wallfahrtskirche erbaut 1659. ... mehr über Maria Birnbaum...
7. Taxa (Gem.Odelzhausen). Ehem. Kloster der Augustiner-Barfüßer von 1654-1802. mehr über Kloster Taxa...

Der Radweg ist rd. 100 km lang. Er ist in beide Richtungen mit dem 7-Kloster-Logo beschildert und kann so von jedem Kloster aus begonnen werden.


Jakobsweg
Schönbrunn liegt am sog. Dachauer Jakobsweg, den Dachau-Agil mit dem europäischen Jakobswegzeichen ausgeschildert hat. Die Karte mit dem Verlauf des Weges finden Sie hier...

Die Wege der Jakobspilger sind ein System von ausgeschilderten und in Führern beschriebenen Pilgerwegen, die von vielen Ausgangspunkten kommend, quer durch Europa bis nach Pamplona und von dort in einer Route nach Santiago de Compostela führen. Sie orientieren sich in der Regel an den historisch nachweisbaren Routen mittelalterlicher Jakobspilger.

 


 

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte          
 Ausstattung:  Altarraum  Ambo  Choraltar  Empore  Figuren im Schiff
   Heiliges Grab  Geißelheiland  Kirchenbau  Kirchenschiff  Kreuzweg
   Krippe  Euthanasiemahnmal  Orgel  Portal  Seitenkapelle
   Tabernakel        

Geschichte der Kirche


Schloss Schönbrunn um 1700

Die Ortschaft Schönbrunn wurde urkundlich erstmals 798 als Prunnen erwähnt.

Das Schloss Schönbrunn, aus dem die Behindertenanstalt und das jetzige Franziskuswerk hervorgingen, war im 13. Jh schon vorhanden. Es ging durch viele Hände, bis es 1862 von Gräfin Butler-Clonebough aus Haimhausen zur Errichtung einer "Anstalt zur Aufnahme geistig und leiblich armer Individuen" erworben wurde.

Mehr zur Geschichte der Anstalt finden sie hier...

Die erste Kirche wurde 1866 als Betsaal im 2. Stock (mit einem Spitztürmchen auf dem Dach) errichtet. Bald war die Kapelle zu klein. 1880 wurde wurde eine neue Kirche gebaut (im Bauplan als "Wäsche-Trockenhalle" bezeichnet). Der heutige Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1922 (Baumeister Vinzenz Götsch aus München) der 1932 um 8 Meter verlängerte wurde (Baumeister Paul Gedon).

Kirchenbau

Das Innere der Kirche und ihre Außenfassade wurden 1984/85 völlig neu gestaltet. Die Entwürfe stammten von Architekt Zaglauer und Direktor Oster; die ausführenden Künstler waren Karl Huber, Martin Bormann, Regina Setzkamp-Rohrmüller und die Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal. 
Es ist nun eine dreischiffige Kirche, wobei die schmalen Seitenschiffe nur dem Zugang zu den Bänken dienen. Der Funktion als Klosterkirche sind die das Kirchenschiff umlaufenden Emporen geschuldet. Sie sind für die Klosterschwestern reserviert und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Im oben offenen Turm hängen -wie in einem ital.Campanile- vier Glocken, von denen drei im Jahr 1955 von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen wurden. Eine ist dem Kirchenpatron St.Josef geweiht; sie erklingt im Grundton h.
Frühere Glocken
Aus der Pfarrchronik Röhrmoos ist bekannt, dass am 13. April 1949, Nachmittag um ½ 4 Uhr durch H.H. Prälat Friedrich Pfanzelt die Weihe von 4 neuen Glocken für die Anstaltskirche stattfand. Die kleine Glocke, die Elisabethglocke mit 8,5 Ztr. aus dem früheren Geläute, die von der Glockenabnahme im Kriege verschont geblieben war, übernahm Glockengießer Oberascher in München, der das neue Geläute gegossen hat.
Am 11.Mai 1942 hatte auch die damalige Anstaltskirche alle Glocken bis auf die kleinste zum Einschmelzen abliefern müssen. Es waren die St. Josefsglocke mit 28 Ztr., die Marienglocke mit 20 Ztr. und die Franziskusglocke mit 14 Ztr., die alle im Jahre 1932 gegossen worden waren.

Vor der Kirche ist ein kleiner Springbrunnenteich angelegt. Hinter einer Blumentrog sitzt als Statue aus Ton der Patron des Franziskanerordens, Franz von Assisi in meditativer Haltung. Seine rechte Hand ist segnend erhoben; in der Linken hält er einen Vogel.

 


Franz v.Assisi
vor der Kirche


Euthanasie-Mahnmal

Neues Mahnmal

Seit Jan. 2012 erinnert ein neues Mahnmal an die
546 Bewohner der Anstalt, die in der Zeit des Nationalsozialmus im Rahmen des Euthanasieprogramms ermordert wurden.
Das vom Benediktinermönch Thomas Hessler entworfene Mahnmal besitzt die Grundform eines Kreuzes; seine Umrisse sind als Baum mit Ästen, Dornen und Händen gestaltet.

Baumstamm mit Händen
Das Kreuz ist mit buntem Glas hinterlegt und beleuchtet; das Licht soll Zeichen für die Erlösung sein.


Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Unter dem Kreuz steht ein Tisch mit Kelch und Schale. Nach Aussage des Künstlers soll dieses Arragement an das Letzte Abendmahl erinnern, das Mahl des Verrats von Judas und das Mahl der Versöhnung.
Der Tisch sei das Zeichen für den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Er spiegle die Geschichte Schönbrunns in jener Zeit wider.


Tisch mit Schale

Auf die Glaswand hinter dem Kreuz sind die Vornamen der Ermordeten Bewohner geschrieben. Die Namen haben unterschiedliche Größen und Schrifttypen, um die Einzigartigkeit jeder Person sichtbar zu machen. Die Namen sind, so Hessler, wie die Sterne, sie leuchten in der Finsternis und weisen uns den Weg. Sie rufen uns auf, uns für die Freiheit einzusetzen, mit unsern Handlungen und unseren Gebeten.
Das Mahnmal wurde am bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (27.Januar) von Pfarrer Michael Bartmann eingeweiht. Die Genenaloberin Schwester Benigna Sirl sagte in ihrer Ansprache: "Das Mahnmal steht an zentraler Stelle in Schönbrunn, an der der Südseite der Kirche, damit die getöteten Bewohnerinnen und Bewohner immer in unserer Mittte sind und nie vergessen werden". Das neue Mahnmal stellt einen weiteren Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit der Anstalt dar.

Früheres Mahnmal
Von 1987 bis 2012 erinnerten ein unmittelbar an die Mauer gehefteter Korpus des Gekreuzigten und Gedenktafeln an die von den Nazis ermordeten Heimbewohner des Franziskuswerks.

Mahnmal bis 2012
Unter dem Kreuz stand auf einer Tafel ein Bibelwort aus dem Buch Hiob: "Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde Gott ich schauen". In der Steintafel links war der Text des "Vaterunsers" zu lesen.
 
Hinweis: Mit seinem "Euthanasiebefehl" vom Oktober 1939 verfügte Adolf Hitler die Tötung so genannten "lebensunwerten Lebens". Mit ihm begann die erste systematische Vernichtung von Menschen im Dritten Reich. Als "lebensunwert" galten nach Definition der Nazis vor allem missgebildete Kinder und an Geistes- und Erbkrankheiten leidende Erwachsene. Hitler und seine Helfer vertraten den Standpunkt, dass Menschen, die für Staat und Wirtschaft nicht nützlich sind, nur eine Belastung darstellen, derer man sich entledigen müsse. Die Vernichtung dieser Menschen wurde systematisch und bürokratisch durchgeführt. Bis 1941 fielen dieser Aktion in Deutschland mindestens 120.000 Menschen durch Vergasung und tödliche Injektionen zum Opfer. Den Hinterbliebenen teilten eigens für diesen Zweck in den Tötungsanstalten eingerichtete Standesämter den angeblich unerwarteten Tod ihrer Angehörigen mit.


Innenausstattung

Altarraum

Der stark eingezogene und mit einem Gewölbe versehene Altarraum wird durch 4 große Fenster erhellt. Die Kirche steht zwar in der üblichen Ost-West-Richtung; der Altarraum ist aber im Westen des Kirchenschiffs angebaut.

Altarraum

Der Altarraum wirkt durch seine vier hohen, rundbogigen Fenster lichtdurchflutet.
An den Wänden stehen Figuren, im Chorschluss ist ein moderner Tabernakel mit Anbetungsengeln angebracht. Der Altar und der Ambo sind mit Reliefs geschmückt.


Tabernakel

Der Tabernakel an Chorwand  wurde von Regina Setzkamp-Rohrmüller geschaffen. Er ist mit zwei Lebensbäumen aus russischer Jade und 12 Edelsteinen geziert. Diese Steine erinnern an die 12 Stämme Israels, 12 Apostel, 12 Tore des himmlischen Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes. Die Früchte an den Lebensbäumen sind rote Turmaline. Der steinerne Unterbau zeigt kräftiges Wurzelgeäst (Wurzel Jesse), das Schößlinge treibt (Es ist ein Ros entsprungen..).


Tabernakel
mit Anbetungsengeln
Links und rechts des Tabernakels zwei große Anbetungsengel. Sie weisen mit ihren Händen auf den Tabernakel und das Kreuz hin.
Die Engelsfiguren stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9).
Hinweise: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule wie hier in Schönbrunn.  
An den beiden Seitenwänden des Altarraums stehen auf filigran verzierten Sockeln Figuren von: Johannes Evangelist und des Kirchenpatrons St. Josef (links), sowie  Maria und Elisabeth v. Thüringen mit einem Krug in der Hand gegenüber. Elisabeth ist die Patronin der Ordensgemeinschaft der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung. Die Figuren wurden von den Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal geschnitzt.

Johannes


Josef

Hinweise: Johannes der Apostel und Johannes der Evangelist werden in der Überlieferung und in der Kunst häufig gleichgesetzt, obwohl es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Der Evangelist Johannes lebte wohl erst um das Jahr 95. Bei der Domitianischen Verfolgung soll er in einen Kessel mit siedendem Öl gesteckt worden sein, doch das Öl verwandelte sich in ein erfrischendes Bad. Er entstieg unversehrt und wurde auf die Insel Patmos verbannt, wo er das Buch der "Offenbarung" schrieb. Wegen seiner "hohen Theologie", wird er mit einem Adler dargestellt. Die Schlange im Kelch erinnert an den Versuch, Johannes in Ephesus zu vergiften. Das Gift entwich dem Kelch in Form der Schlange.   
Josef war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth.
Die hl. Elisabeth von Thüringen (1207-1231) ist eine historische Person. Sie stammte aus Ungarn und war Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen. Im Hungerjahr 1226 speiste sie die Armen vor den Toren der Wartburg. Als Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden.


Maria


Elisabeth


Mittelpunkt des Altarraums ist das große Kruzifix, das von der Decke hängt.
Es verweist auf den Opfertod Christi, an den am Altar darunter täglich erinnert wird. Möglicherweise ist es "das große, schöne Kreuz von akademischen Bildhauer Schwaighardt (Schweighardt) aus Dietramszell", das dieser 1936 für die damalige Schönbrunner Klosterkirche geschnitzt hat.
Hinweis: Ein Kruzifix (crux= Kreuz, fixum= angeheftet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kurzem bei uns der Galgen).



Kruzifix
im Altarraum

Auch in der jüdischen Tradition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter". Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.


Altar

Unter dem Kruzifix steht der aus einem behauenen Steinblock bestehende Altar. Er ist als Volksaltar konzipiert; der Priester steht hinter dem Altar mit dem Gesicht zu den Gläubigen.

Antependium des Choraltars - Letztes Abendmahl

Das Antependium von Karl Huber und Martin Bormann zeigt das letzte Abendmahl, als Relief in den Stein gemeißelt und bemalt. Jesus und die 12 Apostel sitzen nebeneinander an der Tafel.

Die etwas ratlos blickenden Jünger scheinen das Erlebte erst verinnerlichen zu müssen. Vor Jesus steht ein goldener Kelch. Die Reste der Mahlzeit liegen auf dem Tisch. Johannes (einziger Apostel ohne Bart) lehnt sein Haupt an die Schulter Jesu. Rechts neben Jesus sitzt Petrus. Er ist an seinem grauem, krausen Haarkranz um den Haarbüschel auf der Stirn zu erkennen. Ganz links ist Judas mit den dem Geldbeutel abgebildet; ihm fehlt der Heiligenschein. In die Bildende Kunst fand das Abendmahl erst im 5./6. Jh. Eingang. Ursprünglich wurde Jesus an der linken Ecke der Tafel sitzend wiedergegeben, ab dem 11. Jh. meist in der Mitte thronend, flankiert von seinen Jüngern, wie hier in Schönbrunn.

Die im Hochaltar eingeschlossenen Reliquien stammen von den Katakombenheiligen St. Clementia, St. Redemptor und St. Maximus.

Ambo

Auf der Frontseite des Ambos aus Stein sind die vier Evangelisten mit den Evangelienbüchern in der Hand abgebildet.


Evangelisten
am Ambo
Auch sie sind als Relief in den Stein gemeißelt. Johannes ist hier ohne Bart abgebildet; ein Relikt aus der Zeit, als man davon ausging, dass der Evangelist Johannes mit dem Apostel Johannes identisch war. Der Pultaufbau darüber mit 7 ovalen Öffnungen soll die 7 Sakramente symbolisieren.
  Hinweis:Die sieben Sakramente in der kath. Kirche bilden die Taufe, die Buße, die Kommunion, die Firmung, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung. Die protestantischen Kirchen kennen übrigens nur zwei Sakramente, die Taufe und das Abendmahl; es sind die Sakramente, die Jesus nach der Bibel persönlich eingesetzt und mit einem Zeichen (Wasser, Brot und Wein) versehen hat.
Zu beiden Seiten des Altars Steinblöcke mit Opferszenen aus dem Alten Testament. Nach der Typologie, d. h. der Lehre der Gegenüberstellung des Neuen Testaments (Antitypus) und des Alten Testaments (Typus) gelten die Opfer des Abel, des Abraham (Opferung Isaaks) und das Opfer des Melchisedech (mit Brot und Wein) als Vorboten des neutestamentlichen Opfers.
  Hinweis: Der Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist der Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen.
"Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.


Heiland an der Geißelsäule

In der Fastenzeit steht an der rechten Seite unter dem Chorbogen eine Figur des Heilands an der Geißelsäule, die in der übrigen Zeit weiter hinten untergebracht ist. Jesus im ungewohnten blauen Gewand wurde ein Strick um den Hals und den Körper gelegt. Seine Hände sind mit Ketten gefesselt und an die Geißelsäule gebunden.


Geißelheiland
Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Schönbrunn.


Kirchenschiff / Langhaus

An der Stirnseite des mit einer Holzdecke versehenen Kirchenschiffs (wo sonst die Seitenaltäre stehen), sind in großen Bildern Mariä Verkündigung und der hl. Franziskus (mit Wundmalen) dargestellt. 

 

  
Franz v.Assisi   Mariä Verkündigung
Im rechten Bild überbringt der geflügelte Erzengel Gabriel (hebräisch=Stärke Gottes)die Botschaft, die auf einer Schriftrolle in seiner Linken zu sehen ist. Die rechte Hand hat er mit dem Segensgestus (drei ausgestreckte, zwei zurück gebogene Finger) erhoben. Maria, die vor einem Lesepult mit aufgeschlagener Bibel steht, hört
  mit vor der Brust überkreuzten Händen die Botschaft und scheint deren Bedeutung zu überlegen.

Hinweis: Der hl. Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen. Klara gründete zusammen mit Franz von Assisi die Schwesterngemeinschaft der Klarissinnen, den späteren "Zweiten Orden" der Franziskaner. 
Die früheren Seitenaltäre hatten nur altaria portatilia und waren der Immaculata conceptio und Christkönig geweiht.
Allerdings befinden sich im Hebertshausener Pfarrhaus zwei rundbogige Altarblätter von Anton Rick (1820-1895) mit Darstellungen der Hl.Familie und der Steinigung des hl.Stephanus von denen es heißt, sie seien frühere Seitenaltarblätter in der Schönbrunner Klosterkirche gewesen.

Portal (bitte klicken)

Figuren im Kirchenschiff

An den Seitenwänden des Kirchenschiffs stehen auf Sockeln aus Akanthusornamentik zwei Figuren von Gottvater, dem Schöpfer der Erde und von Christus als dem Salvator Mundi dem Erlöser der Welt. Auch diese Figuren stammen von den Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal. Gottvater wird als alter Mann mit langem Bart und lichtem Haar dargestellt. Auf seinem Knie hält er die Weltkugel, die durch das Kreuz zum Reichsapfel, zur königlichen Insignie wird. Zu seinen Füßen schaut ein Putto aus dem Sockel hervor.
Christus ist in ein weites Gewand gekleidet, das aber den Blick auf die Seiten-wunde frei gibt.In der linken Hand hält er den Kreuzstab,die Rechte hat er segnend (mit drei ausgestreckten Fingern) erhoben.
        
Christus u. Gottvater
Der Figurentypus des Salvator Mundi entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland, der nach der Legende dem Papst Gregor bei einer Messe erschienen sein soll. Im Gegensatz zum Erbärmeheiland spiegeln sich im Gesicht des Salvators Mundi mehr die Glorie als die Schmerzen wider.

Kreuzweg

An den Seitenwänden des Kirchenschiffs hängen links und rechts beeindruckende Kreuzwegreliefs. Sie bestehen aus zwei 2 Reliefgruppen, die jeweils die Darstellung von sieben Stationen zusammenfassen. Auch diese Holzschnitzereien stammen wie die Figuren im Altarraum und im Kirchenschiff aus dem Grödner Tal.
 

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Seitenkapelle

In einer Seitenkapelle an der linken Seite sind Figuren aus der früheren Kirche untergebracht:
Eine Darstellung des hl. Geistes und eine überlebensgroße Figur der Patrona Bavariae. Maria mit Krone auf dem Kopf und einem Zepter in der rechten Hand ist in einen wallenden Mantel gehüllt. Ihr Fuß zertritt den Kopf einer Schlange die die Weltkugel umschlungen hat (Sinnbild von Maria als neuer Eva aus Gen 3,15). Auf ihrem linken Arm hält sie das mit ausgebreiteten Händen und gekreuzten Füßen sehr lebhaft wirkende Jesuskind

Patrona Bavariae

Krippe

In der Weihnachtszeit ist in der Seitenkapelle die große Krippe hinter einer Glasscheibe aufgestellt, die bei Einwurf von 50 Cent beleuchtet wird.

Weihnachtskrippe
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Seitenschiff


Im linken Seitenschiff steht vorne die Steinfigur des hl. Bischofs Nikolaus im vollen Bischofsornat. Nikolaus hält in der linken Hand ein Buch (die Bibel); darauf liegen drei Äpfe. lDiese Äpfel gehen auf eine bekannte Legende zurück:
In einer verarmten Familie konnte er durch gezielte Geschenke, die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass der Vater seine drei Töchter zur Prostitution bewegen musste. Die Geschenke bestanden aus drei Äpfeln, die durch seine Fürbitte bei Gott bis zum Auffinden am nächsten Morgen in Goldkugeln verwandelt worden waren.

St.Nikolaus


Empore

In den Aufgängen zur Empore steht eine Figur der hl. Barbara mit Kelch und Hostie in der Hand. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Königskrone.

St.Barbara
Hinweis: Die Heilige ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont bleiben mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm).

In diesen Aufgängen zur Empore sind noch ein weiteres Kruzifix und Kreuzwegbilder hinter Glas angebracht. Wahrscheinlich handelt es sich hier um Ausstattungsgegenstände aus der alten Kirche.
   
Kruzifix und Kreuzweg auf Empore
An dem Kreuzwegbild der 12.Station (Christus stirbt am Kreuz), das aus dem 19.Jh stammen könnte, ist Jesus nicht als der Leidende, sondern als der Triumphierende dargestellt, wie dies noch in romanischer Zeit üblich war. Sein Körper ist fast makellos; Spuren der Geißelung sind nicht zu erkennen. Die Füße stehen nebeneinander auf einer Unterlage, dem sog.Suppedaneum.
  Der Körper hängt nicht an den angenagelten Armen; sie erscheinen betend oder segnend ausgebreitet. Sein Blick ist nach oben gerichtet. Am Fuß des Kreuzes kniet Maria Magdalena (mit rotem langen Haar) um küsst den Kreuzesstamm. An der linken Seite des Bildes stehen der römische Soldat Loninus mit der Lanze, mit der er Jesus nach dem Tod die Seite öffnen wird, sowie Maria, Johannes und zwei weitere Frauen. Die beiden Räuber (Schächer), die mit Jesus gekreuzigt werden, sind mit Stricken an ihr Kreuz gebunden. Der von Jesus aus gesehene linke Räuber ist Dismas. Er blickt flehentlich zu Jesus, während der andere Räuber finster und verzweifelt nach unten schaut. Am Himmel vermag die blutrote, mit einer Aura umgebene Sonne den Hintergrund kaum mehr zu erhellen. Lukas (23,45) schreibt in seinem Evangelium (Lk 13,44-45) "Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne wurde verfinstert..."


Heilands auf der Rast

In der Nähe des Eingangs steht in einer Nische eine große Figur des Heilands auf der Rast. Jesus sitzt, nur mit dem Lendentuch (Perizoma) bekleidet, auf einem Stein. Mit der rechten Hand stützt er sein Haupt, das mit einer dichten Dornenkrone umwunden ist. Der Körper zeigt keine Geißelwunden.                   
Figuren von "Christus in der Rast" sind nicht selten in den Kirchen des Landkreises Dachau. Ähnliche Figuren stehen auch in Asbach,Bergkirchen,Biberbach, Haimhausen, Kleininzemoos,Kollbach,Röhrmoos,Rumeltshausen,Tandern u. Westerholzhausen.

Jesus auf
der Rast
  Hinweis: Die Darstellung Christus auf der Rast geht zurück auf die heimlichen Leiden Christi. Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den
Evangelien erwähnt werden. Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt. Zu diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker, von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast. Letztere stellen Jesus dar, der nach dem Kreuzweg, kurz vor seiner Kreuzigung auf einem Stein oder dem Kreuz sitzt, seinen Ellbogen an den Schenkeln aufstützt und das Kinn bzw. eine Wange mit einer Hand hält. Eine uralte Geste der Klage. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott".

Orgel

Auf der Doppelempore steht - in zwei Blöcke gegliedert - eine große Orgel mit Freipfeifenprospekt. Sie wurde um 1960 von den Orgelbauerfirmen Wilhelm Stöberl aus München und F.Wappmannsberger aus Prien errichtet (2 Manuale, 28 Register).
 

Disposition der Orgel (nach Brenninger Stand 1976):
I. Manual (C-g'''): Quintade 16', Principal 8', Rohrgedeckt 8', Sp 8', Octav 4', Schweizerpfeife 4', Nasard 2 2/3,
                        Nachthorn 2', Mixtur 4-5 fach, Trompete 8'
II. Manual (C-g'''): Singend Principal 8', Salicional 8', Holzgedeckt 8', Weitpr 4', Gemshorn 4', Quintflöte 2 2/3,
                         Schwiegel 2', Terz 1 3/5, Oktävlein 1', Scharfzimbel 3fach 1', Streicherschwebung 8',
                         Klarinette 8', Rohrschalmei 4'(Tremolo)
Pedal: (C-f'):        Subbaß 16', Quintade 16', Oktavbass 8', Choralflöte 4', Rauschbass 3 f 2 2/3, Fagott 16'
Koppeln:
             II-I, I-P, II-P

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  Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.
Die erste Orgel für die Klosterkirche in Schönbrunn war von der Firma A. Bouthillier aus Öttingen 1882 um 1800 Mark aufgestellt und 1891 an die Pfarrkirche Röhrmoos verkauft worden.
Als die 1. Klosterkirche in den Jahren 1898 – 1899 renoviert wurde, erklang deshalb schon die 2. Orgel in der Klosterkirche. Für die im Jahre 1932 konsekrierte Klosterkirche wurde von der Firma Leopold Nenninger in München im gleichen Jahr noch eine neue Orgel mit 22 Registern aufgestellt.

 

Heiliges Grab

Seit mehreren Jahren wird am Karfreitag unmittelbar vor dem Choraltar der Kirche ein Heiliges Grab aufgebaut. Das nebenstehende Bild stammt aus dem Jahr 2010.
Viele Blumen umgeben die nach vorne offene Grabkammer, in der eine von durchsichtigen Tüchern umhüllte Figur des toten Christus zu sehen ist. Die Grabkammer ist in ein geheimnisvolles Licht getaucht.
  Hinweis: Der Brauch des Hl.Grabes stammt aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens.
Die Glaskugeln waren früher mit farbigem Wasser gefüllt. Hinter ihnen wurden Öllampen angezündet. Dadurch entstand eine magische, theatralische Wirkung. Nach einer Aussage des früheren Dekans Langenberger aus Dachau haben die Glaskugeln die gleiche Bedeutung wie die Ostereier: sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen, reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen fällt.

Wenn Sie sich die übrigen "Heiligen Gräber" in den Kirchen des Landkreises anschauen wollen, klicken Sie hier....


Portal

Das Hauptportal im romanischen wirkenden, abgetreppten Rundbogen ist auf der Außenseite mit Kupferreliefs aus dem Alten und Neuen Testament von Karl Huber geschmückt.

In der Archivolte des Rundbogens sind in Stein dargestellt:
- oben Lamm Gottes,
- rechts und links: die Symbole der 4 Evangelisten.
Generalthema des rundbogigen Bronzeportals ist das Wirken des Dreifaltigen Gottes:


Wiederkunft Christi

oben links:
- Wiederkunft Christi, der
  den Drachen besiegte,
  umgeben von den 4
  "Lebewesen" und den
   7 Posaunen-Engeln


Reliefs von Karl Huber
oben rechts:
-Der Himmel (Auge im
  Dreieck) mit den vom
  Blut des Lammes
  Erlösten


Auge im Dreieck


Zug durchs Rote Meer

mitte links:
- Durchzug des Volkes
   Israel durch das Rote
   Meer
mitte rechts:
- Geburt Jesu
- Auferstehung
- Befreiung der Menschen   aus der "Vorhölle"

Geburt Jesu

Vertreibg aus Paradies
unten links:
- Vertreibung von Adam      und Eva aus dem
   Paradies.
unten rechts:
-Gottvater bei der
  Erschaffung der Welt,
  der Pflanzen und Tiere
  und der Menschen

Erschaffg der Welt
 

Das Kirchenportal ist in früheren Vorstellungen der Übergang von der durch Teufel und Dämonen verunsicherten Welt in das Haus Gottes. In dieser Funktion sollte es zum einen böse Geister abschrecken, zum anderen den eintretenden Gläubigen daran gemahnen, dass der Weg ins Himmelreich nur über die Befolgung der 10 Gebote und durch ein gottesfürchtiges Leben möglich war. Deshalb war das Portal meist reich geschmückt.

Die vier Symbole geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200).
Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: 
- Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt
  (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. 
- Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der
  Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und
  Todesüberwindung betont.
- Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit
  dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
- Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums,
  das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort".

 

Pfarrer in Schönbrunn

Am 23.November 1921 wurde der Erzbischöfliche Geistliche Rat Georg Röscher, Direktor der Anstalt, zu Grabe getragen. Darüber hat der Amperbote einen Bericht veröffentlicht. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...

Hans Schertl

Entstehung der Kirche in der Anstalt Schönbrunn
auf der Grundlage des Artikels von Pfarrer i. R. Karl Stadler

1. Geschichtliches zu Schloss und Anstalt

1200 Jahre Schönbrunn : 798 - 1998 Schönbrunn taucht in Urkunden unter verschiedenen Namen auf.
- Prunnen, Prunnon, Schoenporn, Schoenen-prunnen. 798 wird Prunnen erstmals in einem Verzeichnis von Orten genannt, die in der Zeit des (5.) Bischofs von Freising Atto (783-811) durch Kauf oder Tausch an das Domstift Freising gelangten. Name wie auch Wappen der "Schoenenprunner" (gelber Schöpfbrunnen in schwarz auf einem grünen Berg) deuten auf einen Brunnen in schöner Lage hin. Als Besitzer von Schönbrunn (Schloss und dazugehörige Güter) galt vermutlich schon früh das adlige Geschlecht der "Schoenenpronner u.a. 1230 Ulrich von Schonaprunn (Domvikar in FS), 1279 Heinrich von Schonenprunn (Dornherr und Domdekan von FS), 1290 Chunrades von Schonenbron .......

Anfang des 17. Jhd. tauchen andere Namen auf. Liegsalz (eine der angesehensten Patrizierfamilien von München): Alexander Liegsalz war Bürgermeister in München. 1642 kam Daniel Pfundmair durch Heirat mit Sabina Liegsalz in den Besitz von Schönbrunn. 1642 kaufte der Geheime Ratskanzler Freiherr Johann Caspar Schmid das Schloss von Daniel Pfundmair's Witwe Sabina. Während seiner Zeit wurde Schönbrunn zur Hofmark erhoben (1675). Johann Caspar Schmid starb 1693 (Grab in der Gruft der Dorfkirche).

Ihn beerbte sein Sohn Josef Martin. Dessen Tochter Maria Katharina Freifräulein von Schmid heiratete 1717 Freiherrn Franz von Unertl, der das Schloss durch den Westflügel erweiterte. 1723/4 ließ er die Hofmarkkirche (HI.Kreuz - Dorfkirche) errichten, ebenso 1724 die Mariensäule. Nach dessen Tod ging das Schloss an den Grafen von Piosasque über. Als dieser 1776 starb, kam das Schloss wieder in den Besitz der "Schmid's": Anton Freiherr von Schmid. Nach dessen Tod 1802 kümmerten sich seine Söhne als Erben nicht um das Schloss. Es kam zur Vergantung. Da kein Käufer zu finden war, ging das gesamte Gut 1830 in die Hände des Staates über. Noch im gleichen Jahr erwarb Dr. Conrad Pregler das Schloss, der zu schnellem Reichtum kommen wollte, vieles verkaufte und zu Geld machte, bis 1834 nichts mehr" zu holen" war. 1834/5 ist Besitzer Gastwirt Willibald von Ottershausen. 1835/7 Apotheker Traub aus Günzburg, 1837/45 Rittmeister a.D. Hch. Zeiß. Es kommt zu weiteren Vergantung. 1846 kaufte Pfr. Martin Forstmair von Buchbach das Schloss und 1857 erwarb es Maurermeister Gg. Schneller von Augsburg, veräußerte 1862 (26.5.) das Schloss mit 246,10 Tagwerk Grund an Gräfin Viktorine von Butler-Clonebough, Haimhausen. Sie erwarb es um 75.000 Gulden (bzw. 129.000 Mark) "zur Errichtung einer Anstalt zur Aufnahme geistig und leiblich armer Individuen.

Bereits im Juli 1861 schuf Gräfin von Butler als Mitglied des unter König Max 11. Joseph (1848-64) gegründeten "St. Johannes-Vereins" mit Kreszenz Schmittner einen Zweigverein und nannte ihn "Association der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung". (Associatlion = Vereinigung zur Erreichung bestimmter Zwecke). Das war der Anfang der "Anstalt Schönbrunn). Sie kaufte das Schloss mit 246 Tagwerk Grund um 75.000 Gulden. 1862 bezogen 6 Schwestern und 18 Mädchen aus München in Haimhausen in der Gräfin gehörendes Ökonomiegebäude, dann ein Häuschen der Gräfin in Ottershausen. 1863 erfolgte auf Betreiben der Gräfin die Trennung von den Schwestern und der Anstalt in München und die Übersiedlung ins Schloss Schönbrunn (21.8.) Eine der Schwestern ging nach München zurück. 1864 trennte sich die Gräfin von Schönbrunn. Sie starb am 2.2. 1902 in München. Geblieben sind die Schwestern der "Kongregation der Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung" (vom 111. Orden des hl. Franziskus - Kongregation bischöflichen Rechts - 1911), die das Werk weiterführten und mit großem Fleiß und wahrer Hingabe ausbauten zum heutigen "Franziskuswerk Schönbrunn".

2. Frühere Kirchenbauten

Kapelle 1863
1863 wurde H.H. Sebald Kanzler zum "Ersten Vorstand" (Direktor) vom Verwaltungsrat berufen. Er stellte das Haus unter den besonderen Schutz der Göttlichen Vorsehung und erwählte den hl. Josef zum Hausvater und Ratgeber. Da im Schloss 1831 unter dem Besitzer Pregler die bereits 1680 eingerichtete und am 30 Okt. 1724 von Bischof Johannes Franz Eckher von Freising konsekrierte Kapelle mit einem Teil der Gebäudlichkeiten abgebrochen wurde, machte sich mit dem Einzug der Association in Schönbrunn das Bedürfnis nach einem Betsaal geltend. Dafür wurde das Eckzimmer im 2.Stock auf der nordöstlichen Seite des Schlosses in einen solchen umgewandelt. "Diese Kapelle erhielt gotische Formen" hieß es.
1866 wurde die Kapelle (nach erhaltener Celebrationserlaubnis vom 9.Nov.) am 21.Nov. vom Röhrmooser Pfr. Reitmayr benediziert. Am 2. Juli 1867 wurde die Genehmigung erteilt, das Allerheiligste einzusetzen, was am 19. Aug. geschah. In der Kapelle befanden sich ein "authentischer Kreuzpartikel und Reliquien der Heiligen Franziskus, Antonius, Stephanus und Wenzeslaus". Gottesdienste fanden täglich um 1/2 6 oder 6 Uhr statt. An Sonn- und Festtagen Vortrag, Nachmittag Christenlehre u. eine musikalische Andacht; an hohen Festen Vesper. An den 3 Faschingstagen 40stündiges Gebet. Den Mesnerdienst besorgte der Schuhmacher der Anstalt.
Glocken
Im Jahr 1867 wurde auch ein Spitztürmchen errichtet. Darin hingen zwei von der Fa. Oberacher aus Reichenhall gegossene und am am 17. Aug. durch Erzbischof Gregorius geweihte Glöckchen mit den Aufschriften:
1. Glöckchen: "MarIa hILf Der AnstaLt SChoenbrVnn gegen aLLe VerfoLgVung". Die groß geschriebenen Buchstaben sind römische Zahlen, die zusammengezählt die Jahreszahl 1867 ergeben.
  M+I+I+L+D+L+C+V+L+L+V+L+V = 1000+1+1+50+500+50+100+5+50+50+5+50+5 = 1867
2. Glöckchen:"ICh bIn gegossen zVr Ehre Des Lieben heILIgen DIeners Gottes Franz.AssIss. gehörIg Der AnstaLt SChoenbrVnn". Auch dieses Chronogramm ergibt die Jahreszahl 1867.

Der Altar mit Beichtstuhl stammte vom Bildhauer Schmoker in München. Es war ein neugotischer Flügelaltar, denn es heißt, Hauptbild sei ein Maria-Hilf-Bild gewesen, darüber der hl. Franziskus v.A., rechts der hl. Josef, links hl. Theresia. Bei geschlossenem Altarseitenteilen zeigten sich die Apostelfürsten Petrus und Paulus, sowie die Heiligen Nikolaus und Wendelin. Sie wurden vom "Geistlichen Rat Wolfgang Braun, Stiftsdekan von Laufen, gefertigt und der Anstalt vermacht". Die Fenster waren mit Glasgemälden versehen, die das Herz Jesu, das Herz Mariens und zwei Ornamentikzeichnungen darstellten (Joseph Peter Bockhorni in München, 1876 - Preis 600 Mark). Ein Harmonium mit 10 Registern diente als Orgel zur Begleitung des Gesanges der Ordensschwestern. Vorhanden waren auch eine schöne Monstranz nach dem Muster der alten hölzernen Monstranz im Freisinger Dom. Der Kreuzweg wurde am 21.11.1867 eingesetzt.
Von Anfang an stand die Kapelle nicht nur den Schwestern und Pfleglingen, sondern auch auswärtigen Personen zur Feier der hl.Messe und zur Vornahme religiöser Andachtsübungen zum geistigen Nutzen zur Verfügung. Sie bot ungefähr 100 (andere Quelle: 200) Personen Raum. Der Priester hatte kein eigenes Einkommen sondern lebte "eben mit der armen Anstalt".

Kirche 1881
Doch bald wurde die Kapelle zu klein. Kanzler trug sich seit 1871 mit Bauplänen einer Kirche, die jedoch immer abschlägig beschieden wurden. 1880 reichte Kanzler einen Plan zum Bau einer Wäsche-Trocken-Halle ein, der am 31.7. genehmigt wurde. Am 30.8. war "Grundsteinlegung". Diese Trockenhalle wurde mit Ordinariatsgenehmigung vom 15.3.1881 in einen Betsaal bzw. eine Kirche im romanischen Stil umgewandelt. Hauptschiff mit 2 Nebenschiffen. Sie ruhte auf hölzernen, schön verzierten Pfeilern. (Länge im Inneren 71 Fuß -gut 21 Meter), Breite 35 Fuß -etwa 10,5 Meter, Höhe 34 Fuß -etwa 10,2 Meter).

Hochaltar: Hauptbild: Hl. Familie, darüber Statuen von hl. Franz v.A. und hl. Elisabeth und hl. Klara, darunter Tabernakel, links und rechts davon je 4 Nischen (3 x drehbar) mit Statuen bzw. Reliquiengefäßen. Zu beiden Seitens des Hochaltars Sakristeien, die rechts gelegene war heizbar. Im rechten Seitenschiff zeigte der Altar im Hauptbild das Hll. Herz Jesu, flankiert von den Hl. Franz von Sales und Alfons von Liguori. Im linken Seitenschiff Hauptbild Hl. Herz Mariä mit den Hl. Antonius von Padua und Bernhard von Clairvaux. Die Bemalung (Fassung) der Altäre stammten von den "strebsamen Gebrüdern Krafft aus Freising".
Oberhalb der Seitenschiffe und Sakristeien befanden sich Oratorien (Aufenthalt der Pfleglinge). Dort hingen die 14 Kreuzwegstationen, die für 60 Mark von der Pfarrkirche in Röhrmoos gekauft worden waren. Sie waren schon 1754 von Katharina Hörmann aus Röhrmoos gemalt worden. Auch im Kirchenschiff hingen Kreuzwegbilder, die vom Maler Riegg (= Anton Rick ?) aus Ebersberg stammten. Er hatte dafür 600 Mark erhalten. Im Anschluss an die Oratorien die Empore, über dieser der Singchor mit Orgel. Presbyterium und Hauptschiff waren getrennt durch die Kommunionbank. Das Holzgewölbe im Kirchenschiff war mit blauen Feldern, Goldsternen und einem großen Kreuz, das Presbyterium mit dem Auge Gottes ausgemalt. Im Mittelschiff befanden sich 10 Stühle (für 160 Personen), an 7 Bänken sind "Auszüge" in die Seitenschiffe (für 56 Personen). Diese Kirche hatte ein Türmchen aus Eisen, in dem sich die beiden Glocken der früheren Schlosskapelle befanden. Sogar eine Uhr war "eingebaut'. Benediziert wurde diese 1. Kirche am 21. Nov.1881 durch H.Geistl. Rat und Domkapitular Ostermair aus München, wozu sich die Pfarrherrn und zahlreiche Gläubige der Umgebung eingefunden hatten.

Kirche 1922
Nach 40 Jahren sollte die erste von H. Direktor Kanzler erbaute Kirche vergrößert werden. Herr Baumeister Vinzenz Götzl von München fand die glückliche Lösung, aus der schmalen, nicht sehr hellen Kirche eine größere und hellere Kirche zu machen, die von den Pflegepersonen leicht zugänglich sein sollte. Dies zu erreichen, war nicht leicht. Es genügte nicht ein bloßer Anbau nach Osten und nach Westen. Es musste die ganze Kirche innen umgebaut werden, die Galerien abgebrochen, Innenmauern herausgenommen werden: die Kirche vom Eingang der bestehenden im rechten Winkel nach Osten zu umgedreht werden. (Siehe alter Lageplan.)

Am 10. März 1922 wurde die Gartenmauer abgetragen, die Steine zum Kirchenbau bereitgestellt. Danach erfolgte der Abbruch des "Hubertuswohnhauses". Am 15. März begann man mit dem Ausheben des Grundes für den Bau des rückwärtigen Teiles der neuen Kirche. Es folgte das Betonieren und Aufmauern der tragenden Elemente. 22. Mai: Fundament für Presbyterium ausgehoben. 24. Mai: Aufmauern der Grundfeste. Anfangs Juni wurde im Inneren der (alten) Kirche ein Bretterverschlag angebracht, da die rechte Seitenmauer abgetragen wurde. Schon am 19. Juni kam der Dachstuhl auf den angebauten rückwärtigen Teil und wurde eingedeckt. Durch den Verschlag sollten die Heimbewohner möglichst lange in der Kirche noch Gottesdienste feiern können, doch die Staubbildung nötigte die Leitung ab 24. Juni das Allerheiligste in die Filialkirche (Dorfkirche) zu übertragen und dort die Gottesdienste zu feiern. Im Juli und August wurde das Presbyterium aufgemauert, ab 20. Juli begann man gleichzeitig die Innenmauern der Kirche zu verputzen. In der 4. Augustwoche erhielt das Presbyterium den Dachstuhl. Im Oktober wurde das elektrische Licht von H. Zillinger installiert, die Kirche getüncht, Ende Oktober die Fensterstöcke (10 größere und 8 kleinere) gesetzt.
Im Dezember kamen die vorderen Kirchenstühle , der Altartisch aufgemauert, Kanzel und Singchorbrüstung angebracht. Mit großer Freude sah man dem Tag der Benediktion entgegen, die am Sonntag, 24. Dezember 1922 (= Vigil von Weihnachten , Kommunion, 4. Adventssonntag) der Erbauer der Kirche, H. Direktor Joseph Steininger vornahm. Im März 1923 wurden die Postamente für die Statuen der Heiligen an den Kirchenwänden gefertigt, die Säulen und Kanzel mit Stuckaturen versehen. Im Mai der Sockel für die Mariensäule aufgemauert. Im Juni die Seitenaltäre aufgestellt, Ende August, anfangs September die Kirchenstühle gestrichen und vom 13. September - 17. Oktober die Kirche außen verputzt.

Kirche 1932

Wieder 10 Jahre später nach dem Kirchenbau war die Kirche zu klein geworden. Es wurde für eine neue Kirche ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich vier Architekten beteiligten. Reg. Baumeister Paul Gedon von München hatte dem 2. Preis erhalten. Ihm wurde die Ausführung übertragen und vom 1. Preisträger, Michael Kurz von Augsburg, das Recht erworben, einzelne seiner Gedanken und Formen zu verwerten.
So wurde unter Gedon von Mai bis Ende November 1932 die Kirche um 8 m verlängert und um 4 m erhöht. Die Kanzel, die bei der" 2. Kirche" am Eck des Presbyteriums war, wurde bei der "3. Kirche" auf der rechten Seite angebracht. Am 11 . Dezember (= 3. Adventssonntag) konsekrierte S. Em. Michael Kardinal Faulhaber diese neue Kirche, welche als erste Kirche im Erzbistum geheizt werden konnte. 1935 werden im März Gerüste aufgebaut, die Kirche wird getüncht und ausgemalt. 1936: Mitte März - das große, schöne Kreuz von akademischen Bildhauer Schwaighardt (Schweighardt) aus Dietramszell wird aufgestellt. Zu Pfingsten kam das Hochaltarbild von Kunstmaler Carl Schambeck aus Pasing und kurz vor dem 15. August erhält die Kirche die große Statue der Schmerzensmutter. Auf Kirchweih war das Gewölbe der Kirche fertig gemalt (bis zur Brüstung des Singchores). Das große Gerüst wird entfernt. 1937: Im Frühjahr wird von den Herren Kirchenmaler Dietrich und Kirchenmaler Theodor Gämmerler (1889-1973) aus München die Malerei beim Singchor fortgesetzt, wozu noch ein kleines Gerüst nötig war. Im Lauf der folgenden Jahre wird die Kirche mehrmals in der Ausstattung erweitert und verändert.

"Der Bau ist speziell für die Anstalt errichtet, sodaß möglichst viele Kranke dem Gottesdienst beiwohnen können und die Kirche hernach schnell wieder geräumt und gelüftet werden kann. Der praktische Zweckgedanke schloß aber den Schönheitsgedanken nicht aus", schrieb Pfarrer Endres. "Die Baulinien sind modern, nur in etwa(s) der romanischen Kunst angepaßt. Auch die moderne Forderung der strengen Schlichtheit und das Christo-zentrische Motiv kamen zur Geltung. In den letzten Jahren (nach dem 2.Weltkrieg) wurde die Kirche durch Figuren und Bilder an den Altären und den Wänden reich, fast überreich ausgestattet. Die Altartafeln der drei Altäre stammen von Carl Schambeck aus Pasing (1939). Über den Seitenaltären stehen gute Schnitzwerke in barocker Art, Christkönig und Marienkönigin, von Bildhauer Schratt, München-Sendling (1948 und 1951). Die Bilder im Langhaus und an den beiden Emporebrüstungen sind Fugelbilder [?]. Die malerische Ausschmückung des Chores erfolgte 1943 durch Seibold von Erding". Soweit die Beschreibung der Kirche bis 1985.

3. Heutige Kirche

Anfangs der 80-iger Jahre bereiteten sich die Kongregation der Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung und die frühere Anstalt Schönbrunn (jetzt: Franziskuswerk) auf ihr 125 jähriges Bestehen im Jahr 1986 vor. Aus diesem Anlass, sollte die Kirche St. Josef ein neues Kleid erhalten. Am 9. Januar 1984 (Montag) wurde das Allerheiligste in die Notkirche (Theatersaal) übertragen. Ab diesem Zeitpunkt arbeiteten Firmen aus dem Landkreis Dachau unter Bauleitung von H. Architekt Zaglauer in Zusammenarbeit mit der Leitung des Hauses an der Umgestaltung der Kirche. Nicht nur die Inneneinrichtung (von der ursprünglichen Kirche blieben nur die Mauern erhalten), auch die Außenanlagen und die Fassade der Kirche wurden verändert. Besonders lag aber allen Verantwortlichen unter Führung von H. Direkter Oster die künstlerisch-theologische Innenausstattung des sich m Basilika Stil zeigenden Baus am Herzen. Als am 25. August 1985 durch S.E. Joseph (Kurien-)Kardinal Ratzinger die feierliche Altarweihe vorgenommen und damit die renovierte Kirche wieder für den Gottesdienst übergeben wurde, zeigte sich die neu gestaltete Kirche St. Josef in ihrer ganzen Schönheit.

Gleichzeitig mit der Innenrenovierung wurde eine Bodenheizung eingebaut, die Orgel fast ganz erneuert, und eine Video-(Lautsprecher-)anlage installiert, um alle Gottesdienst in Ton und Bild in die Wohn- und Krankenzimmer der Heimbewohner im gesamten Bereich des

Portal (bitte klicken)
Blick von Osten
Franziskus-Werkes übertragen zu können und dadurch allen die Mitfeier zu ermöglichen.So werden alle, Schwestern, Heimbewohner und Mitarbeiter, eine große Familie, die gemeinsam feiert und sich immer neu freut über das schöne Gotteshaus. In ihm findet sich überall der Leitgedanke der Kongregation der Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung von Schönbrunn: Gott zu dienen und den Mitmenschen. das Leben mit denen zu teilen, die das Leben allein nicht meistern können.

Hauptportal: Im romanischen Rundbogen: oben Lamm Gottes, rechts und links: die Symbole der 4 Evangelisten. Rechte Türe: Wirken des Dreifaltigen Gottes (Strahlen nach unten): unten rechts: Gottvater: Erschaffung der Welt, Pflanzen und Tiere, Menschen - Vertreibung aus dem Paradies. Darüber: Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer, rechts davon: Geburt Christi; Auferstehung Jesu - Erlösung der Menschen in der "Vorhölle". Darüber: Der Himmel mit den vom Blut des Lammes Erlösten, daneben: Wiederkunft des Menschensohnes, der den Drachen besiegte, umgeben von den 4 "Lebewesen" und den 7 Posaunenengeln (vgl. Geh. Offenbarung). Wir sind eingeladen zum Lobpreis Gottes: "Heilig, heilig, heilig, ist der Herr, der Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung; er war, und er ist, und er kommt'(Offbg 4,8b)

 

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Quellen:
Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Pfarrer Johann v. G.Gierl, Schönbrunn- Schloß,Dorf, Associationsanstalt, 1882 (Kirchen von 1863 u.1881)
Niklas/Endres, Pfarrchronik Röhrmoos 1933-1953
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Pfarrer i.R. Karl Stadler, Schönbrunn, 2002, nicht veröffentlicht
www.shoa.de, 2004
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Wolfgang Joh.Beckh, H.Geipel, Rund um München-Kulturhistorische Wallfahrten, 2004 (1922,1932)
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Tabernakelengel)
Dachauer SZ vom 31.1.2012 (neues Mahnmal)
56 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

26.3.2015