zur Landkreiskarte      ausführl.Beschreibung     Kirchen in der Gem.Haimhausen

Filialkirche St.Martin in AMPERPETTENBACH

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentür
85778 Haimhausen, Kirchberg
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die Filialkirche St. Martin in Amperpettenbach ist architektonisch die interessanteste Kirche in der Pfarrei Haimhausen Sie stellt einen der seltenen Fälle eines wenig veränderten mittelalterlichen Kirchenbaus dar.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kirche im Jahr 1315 in der Konradinischen Matrikel als "Petenbach" und später im Appendix zur Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 als "Bettnpach". Das Praefix "Amper" kam erst im 18. Jh. auf, zur Unterscheidung vom anderen Pettenbach bei Indersdorf, aus dem Langenpettenbach wurde.

Die Kirche hat eine Länge von 12 Metern und eine Breite von nur 4,65 Metern.
Das Langhaus ist der älteste Teil der Kirche. Er stammt noch aus der romanischen Zeit um 13.Jh. Die Nordseite ist ohne Fenster; an der Südmauer befindet sich romanische Bauzier: ein Rundbogenfries und ein sog. Deutsches Band.

Der Chorraum wurde in der Zeit der Gotik vor 1500 errichtet.


Ligsalz-Fenster v. 1516.

Der Turm (1677) besitzt einen reizvollen,
achteckige Aufbau, dessen Fassade durch Lisenen und ovale Felder gegliedert ist. Bedeckt ist er mit einer Zwiebelkuppel. An der Spitze ein sog. Scheyerner Kreuz mit Doppelbalken.

Die Filiale Amperpettenbach kam erst 1818 zur Pfarrei Haimhausen. Vorher gehörte sie zur Pfarrei Kollbach,  2 1/2 Gehstunden (!) entfernt.

Inneneinrichtung

Der Chor ist spätgotisch (Ende 15.Jh). Die Decken sind mit einem phantasievollen Netzgewölbe überzogen. Die gelb hervorgehobenen Rippen enden an zehn Kragsteinen, die mit originellen und nur noch selten zu findenden bunten Halbfiguren geschmückt sind. Auch die vier Schlusssteine der Gewölberippen, die das Mauerwerk verkeilen und dem statischen Gefüge den entscheidenden Halt geben, sind recht gut erhalten. Die Vielzahl der Rippen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein durch die Statik bedingt, sondern dient auch der Zierde.

Konsolenfigurzur Beschreibung der zur Beschreibung der  Seitenaltärezur Beschreibung der zur Beschreibung der  Seitenaltärezur Beschreibung der zur Beschreibung des Altarblattszur Beschreibung der zur Beschreibung des Hl. Kosmaszur Beschreibung der zur Beschreibung des Hl. Damianzur Beschreibung der Figuren im Kirchenschiffzur Beschreibung der zur Beschreibung des Altaraufsatzbildes St.Martin mit Ganszur Beschreibung der GewölberippenEpitaph von 1677zur Beschreibung der zur Beschreibung der  Konsolenfigurzur Beschreibung der zur Beschreibung der  Konsolenfigur musizierender Engelzur Beschreibung der zur Beschreibung der  WappenLigsalz-Fenster von 1516St.MadgalenaKreuzfresko über dem linken SeitenaltarSt.Petruszur Beschreibung des Salvator Mundizur Beschreibung der zur Beschreibung des Tabernakelszur Beschreibung der zur Beschreibung der  Konsolenfigur
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vergrößerte Ansicht
(Blick von oben) ...

Rechts im Chor ein besonders wertvolles Buntglasfenster im Renaissancestil aus dem Jahr 1516, gestiftet von der Münchner Patrizierfamilie Ligsalz.

Die Inneneinrichtung ist im Barockstil gefertigt. Auf dem Hochaltar (1677) ist über dem Leonhardsbild das prächtige Stifterwappen zu sehen. Als Assistenzfiguren stehen lebensgroße Staturen der Heiligen Cosmas und Damian (im Gewand der Hochschullehrer und mit Salbbüchse der Apotheker).

Die Seitenaltäre stehen aus Platzgründen an den Chor-Seitenwänden.
Am linken Altar sind die hl. Ursula (Altarblatt mit Martyrium) und die Heiligen Margareta (mit Drachen) und Barbara (mit Turm) Assistenzfiguren dargestellt. Am rechten Altar ein Gemälde der Heiligen Diakone Stephanus und Laurentius.

weitere Figurenausstattung:

- Muttergottesfigur mit Jesuskind auf dem Arm (und Königsinsignien)
- St. Antonius von Padua in der Franziskanerkutte mit dem Jesuskind auf dem Arm
-
Salvator Mundi mit Siegesfahne in der Hand-
- Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes. Unter dem Kreuz der Totenschädel Adams
- segnendes Jesuskind aus Gips mit Kreuzstab
- St. Petrus mit den Himmelsschlüsseln und einem Hahn zu seinen Füßen
- Maria Magdalena mit Kreuz und Totenschädel.


Derzeit wird die Kirche renoviert.
Der Zementputz auf der Westseite, der das Austreten der aufsteigenden Feuchtigkeit nach außen verhindert, ist bis zu einer Höhe von 2 Metern abgeschlagen worden. Daneben stehen die Sicherung des Fundaments gegen eindringende Feuchtigkeit,
die Sanierung der Fassade und des Turmes sowie die Behebung von Schäden an Dach und Dachstuhl auf dem Programm. Auch die Friedhofsmauer, die wegen Rutschgefahr schon seit Jahrhunderten Probleme bereitet, muss neu befestigt werden.
Die Kosten belaufen sich für die Außensanierung auf 210.000 Euro, für die Friedhofsmauer 290.000 Euro. Zuschüsse zu diesen Kosten haben zugesagt: Erzdiözese 440.000 €, Gemeinde Haimhausen 50.000 Euro. Der Rest verbleibt bei der Pfarrgemeinde.
Für das Jahr 2017 war eine Erhaltungssanierung des Innenraums vorgesehen (Behebung von Feuchtigkeitsschäden und Wiedererrichtung der Altarnische für den Ursulaaltar an der Nordseite).
47)


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte Matrikel 1315 Matrikel 1524 Gotischer Umbau 1500 Visitation 1560 Barockisierung 1677
Matrikel 1738 Umpfarrung 1818 Beschreibung 1874 Beschreibung 1895 Beschreibung 1900
    Pferderennen    
Ausstattung: Altarraum Baubeschreibung Choraltar Chorgestühl Empore
  Epitaphe Fenster v.1516 Figuren im Chor Figuren im Schiff Gewölbe
  Kirchenschiff Kirchenbänke Orgel Opferstock
  Portal Seitenaltäre Vortragekreuze Turm

Die Ortschaft Amperpettenbach wird schon lange vor der 1.Jahrtausendwende urkundlich erwähnt.
Lange Zeit glaubte man, eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 772, enthalte die erste Nennung von Amperpettenbach. Doch die Historiker nehmen an, dass der darin enthaltene Name "Petinpah" die Ortschaft Langenpettenbach bei Indersdorf bezeichnet. Denn im Schriftstück ist von einer Michaelskirche die Rede; Michael ist noch heute Patron in Langenpettenbach. Die Namensgleichheit der frühen Zeit (der Name Petinpah hat sich aus dem Namen Peto entwickelt) ist für die historische Zuordnung ein großes Problem. Der dreiteilige Ortsname mit dem Präfix "Amper" kam erst im 18. Jahrhundert auf.
Dagegen wird wohl die Tauschurkunde aus der Zeit des Bischofs Anno (855-875), die in der Zeit zwischen 859 und 864 ausgestellt worden ist und die die lange Zeit in der Urkundensammlung "Freisinger Traditionen" überlebt hat, unser Amperpettenbach bezeichnet. Denn damals tauschte der Freisinger Bischof mit dem Edlen Alprat Liegenschaften zu Petinpah mit solchen in Chuginhusin (Giggenhausen).
Das genaue Ausstellungsdatum wird nicht genannt. Das ist nicht ungewöhnlich, weil zum einen die Zeitrechnung "nach Christi Geburt" damals noch nicht verwendet wurde und zum anderen die auf römischen Brauch zurückgehende ausführliche Eingangsformel vereinfacht worden war. Nach früherem römischen Recht musste an den Anfang des Schriftstücks eine umfassende Darstellung des Rechtsgeschäfts, die Aufführung der Zeugen, das Datum und die Unterschrift des Schreibers gesetzt werden. Ab dem 8.Jh. begnügte man sich mit einer kurzen Erwähnung der Rechtshandlung und einer akribischen Aufzählung aller Zeugen des Vertragsabschlusses. Grund war, dass im Fall der Anfechtung der Rechtshandlung der Hauptbeweis in den Zeugen lag. Bei der Beschreibung der Rechtshandlung hat man aber auch die Namen der Rechtsbeteiligten aufgeführt. War eine der Parteien die Kirche, wurde der Name des Bischofs genannt. Da die Regierungszeit der Freisinger Bischöfe bekannt ist, lässt sich aus dem Bischofsnamen die Zeit ermitteln, in der die Urkunde ausgestellt worden ist. Prominente Zeugen, von denen ebenfalls Lebensdaten erhalten sind, lassen eine weitere Eingrenzung zu.
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Geschichte der Kirche


Konradinische Matrikel 1315
05)
Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche finden wir in der Konradinischen Matrikel von 1315 bei der Pfarrei in Kollbach. ("Ecclesia Cholbach .. habet in villa II sepulturas et filialem Petenbach").

Pfarrzugehörigkeit
Amperpettenbach gehörte nämlich bis zum Jahr 1818 zur Pfarrei Kollbach, 2 1/2 Gehstunden entfernt. Um in die Pfarrkirche zu kommen, mussten die Amperpettenbacher durch das Gebiet zweier anderer Pfarreien gehen. Doch ebenso oft hat wohl der Kollbacher Pfarrer die Strecke von rd. 10 km nach Amperpettenbach reiten müssen.
Im Jahr 1818 (dem Jahr in dem die bayerischen Gemeinden gegründet wurden) wurde Amperpettenbach nach Haimhausen umgepfarrt. Kommunal war Amperpettenbach aber von 1818 bis 1972 eine eigene Gemeinde.

Gotischer Umbau 1500
Um das Jahr 1500, wahrscheinlich mit Bauende um 1516 wurde die Kirche umgebaut.
Der alte, wahrscheinlich romanische Altarraum/Chor wurde abgebrochen und in gotischem Stil mit 3/8-Schluss neu errichtet. Allerdings ließ man, anders als in vielen sonstigen Ortschaften des Dachauer Landes, das Kirchenschiff stehen. Der Chor wurde in Breite und Höhe dem Langhaus genau angepasst, sodass der Bau von außen eine Einheit bildet.

Auch das Innere der Kirche wurde damals entscheidend verändert und der Raum mit einer phantasievollen Mischung aus Stern- und Netzgewölbe mit Schlusssteinen und Konsolenfiguren überzogen. Dies betraf nicht nur den neuen Chor, sondern auch das Langhaus,das früher wohl eine Flachdecke hatte. "Das sich selbst tragende Gewölbe fasziniert bis heute jeden Betrachter. Seine Elemente müssten herabstürzen und werden doch durch ein geniales System der Kräfteableitung zusammengehalten. Das Gewölbe ist nicht nur eine technische Hochleistung, sondern vermittelt, mehr als eine Flache Decke es vermag, Schutz und Geborgenheit", schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. 51)

Damals wurden auch das wertvolle Buntglasfenster und zumindest eine Figur von der Familie Ligsalz gestiftet. Weitere Figuren von St.Sebastian, die Muttergottes und St.Barbara und St.Margarete entstanden zu dieser Zeit und kamen damals wohl in die Kirche.

Um 1500 standen in Amperpettenbach 11 Anwesen, von denen fünf den Klöstern Indersdorf, Scheyern und Weihenstephan und eines der Münchner Familie Ligsalz gehörte. Die Ligsalz waren Münchner Patrizier und reichen Kaufleute (Salz, Roheisen und Tuche), die sich schon ab dem 14.Jh. im Umland Besitzungen kauften. Zum einen wohl als krisensichere Geldanlage, zum anderen auch aus Verbundenheit mit dem Bauernstande, dem sie letztlich entstammten. Karl Ligsalz, der Stadtkämmerer von München hatte den Hof in Amperpettenbach erworben; sein Enkel Hans hat 1516 das wertvolle Glasfenster hinter dem Altar und die Figur Urständ Christi gestiftet.


Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 05)
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird erstmals der Patron der Kirche, der hl. Martin genannt. Dort heißt es "Kolwach... habet unam filialem ecclesiam, videlicet s.Martini in Bettnpach". Das bedeutete, dass schon damals die Pfarrkirche und die Filialkirche den selben Patron, nämlich St.Martin, hatten. Das war und ist nicht üblich.
Der Haimhausener Pfarrer Knilling mutmaßte bei der Umpfarrung Amperpettenbachs im Jahr 1818 (von Kollbach nach Haimhausen), die Tatsache des gleichen Patronats "gebe einer alten Sage Wahrscheinlichkeit, in der es heiße, Amperpettenbach sei ursprünglich nicht mit Kollbach sondern mit einer anderen benachbarten Pfarrei vereinigt gewesen und erst im 15.oder 16.Jh dazugekommen. Sonst würde die Filialkirche nicht den gleichen patronus ecclesiae, den die Pfarrkirche hat, bekommen haben, damit nicht altare contra altare gestanden wäre!" Doch Knilling scheint die Matrikel von 1315 und 1524 nicht gekannt zu haben.


Visitationsbericht von 1560
25)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Im Bericht über die Pfarrei Kollbach ist auch Amperpettenbach unter der Ortsbezeichnung "Ambper Pettenbach" kurz erwähnt. Die Filialkirche St.Martinus habe ein jährliches Einkommen von 2 Gulden 1 ß und 21 d, Getreide von Ulrich Schmid in Höhe von einem halben Schäffel, ein Jahr Hafer, das andere Jahr Korn. Die "khirchenrechnung gehert gen Dachaw", die Einnahmen werden also vom Dachauer Gericht überprüft. Die Gottesdienste werden vom Kollbacher Pfarrer versehen. In der Kirche stand ein Sakramentshaus mit nächtlicher Beleuchtung. Der Pfarrer erhält außer dem Zehent und den Abgaben nach Kirchenrecht keine weiteren Zahlungen. Das Mesnerhaus gehört dem Schmid, der Grund aber der Kirche. Die Amperpettenbacher müssen ihre Kinder in Haimhausen taufen lassen (=wegen der großen Entfernung zur Pfarrkirche). Sorge um den rechten Glauben musste sich der Bischof nicht machen. Der Pfarrer "hellt alle ding catholisch", heißt es. Die Amperpettenbach hielten auch die Kreuzgänge und alle anderen Kirchenbräuche ("khirchenpreuch").In der Kirche befänden sich 2 leider gar "unsaubere" Kelche mit Corporale, "ainer ist guet, der ander kupferin" (=aus Kupfer), sowie 2 Messbücher, ein Gesangbuch und ein Liturgiebuch. Vorhanden waren außerdem vier gar alte Messgewänder. Das Sakramentshäuschen ist nicht gut verschlossen, wird aber beleuchtet. Das Taufwasser wird in einer Flasche aufbewahrt ("Baptismus ist in aim fleschel"). An Palmsonntag und am Ostermontag werde den Gläubigen vom Kollbacher Pfarrer die Kommunion in einer Gestalt (=Hostie ohne Kelch) gereicht. Der Bericht endet mit den Worten: "An altarthuechern ist mangel. Sonst kain defect verhanden".
Wenn Sie ganzen Bericht über die Visitation der Pfarrei Kollbach -in heutigem Deutsch- lesen möchten, klicken Sie hier...


Weihnachts-Pferderennen 17),26)
Die noch erhaltenen Kirchenrechnungen aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg enthalten Posten, die auf "Renneth am Hl.Kindltag" hinweisen. Es geht hier um ein Pferderennen, das jeweils am Tag der unschuldigen Kinder (28.Dezember) abgehalten wurde. Diese Rennen werden wohl keine originär kirchliche Veranstaltungen gewesen, sondern nur anlässlich des früher groß gefeierten Tags der Unschuldigen Kinder veranstaltet worden sein. Aber die Tatsache, dass die Einnahmen und Ausgaben in den Kirchenrechnungen auftauchen, legt doch eine enge Verbindung mit dem kirchlichen Bereich nahe. Die Reiter hatten als eine Art Teilnahmegebühr Getreide zu spenden, das sie vor den Altar schütteten; dafür wurden Ross und Reiter gesegnet. Das Getreide verkaufte die Kirche und nahm dadurch Geld ein. Der Sieger des Rennens erhielt ein großes rotes Tuch (s.o. 1654: "rott Tuech") als Siegerpreis, das damals neben dem ideellen auch einen hohen wirtschaftlichen Wert hatte; der rote Farbstoff war teuer. Die Nächstplatzierten dürften Schweine als weitere Preise erhalten haben (sog.Rennsäue).
Wenn Sie mehr über die Pferderennen in Amperpettenbach erfahren möchten, klicken Sie hier....


Barockisierung 1677 /1689

Leider wurde auch diese Kirche Ende des 17.Jh ohne Rücksicht auf den gotischen Bau mit einer barocken Inneneinrichtung versehen. Doch in dieser Zeit war Altes nicht wertvoll. Dies zeigt schon der Begriff "Gotik", der erst im Zeitalter der Renaissance (vom italienischen Kunsttheoretiker Giorgio Vasari) geprägt wurde. Gotico bedeutet fremdartig, barbarisch, geschmacklos; damit wollte Vasari seine Geringschätzung der mittelalterlichen Kunst zum Ausdruck bringen. Kein Wunder, dass man in dieser Zeit die gotische Ausstattung der Amperpettenbacher Kirche unbedingt loswerden wollte.
Nachweislich wurden damals der Hochaltar und die Kanzel neu eingebaut und die Fenster vergrößert. Auch die Seitenaltäre und die Figuren von St.Petrus, St.Magdalena, St.Antonius, die Altöttinger Madonna und eine Kreuzigungsgruppe stammen aus dieser Zeit.


Auszug aus einer Karte
von Philipp Finkh -1655
Amperpettenbach = Petnpach
Wann die Barockisierung vorgenommen worden ist, kann ich nicht eindeutig sagen. In fast allen Beschreibungen wird das Jahr 1677 genannt. Auf dem Hochaltar ist die Jahreszahl 1681 zu lesen. Eine Quelle, die Kirchenrechnung von Bergkirchen, spricht von den Jahren 1689 und 1691. Im Werkverzeichnis vom Dachauer Schlossmaurermeister Johann Öttl heißte es, Öttl habe 1698 (!) die Auswechslung der Hauptmauer in der Kirche durchgeführt.
Darlehen von anderen Kirchen
Wenn Kirchen nach dem 30jährigen Krieg neu gebaut oder aufwändig renoviert worden sind, war es üblich, dass das Pflegamt Dachau zinslose Darlehen vermittelte. Diese Darlehen mussten die übrigen Pfarreien aufbringen. So erfahren wir manchmal aus Kirchenrechnungen anderer Pfarreien, wann in einer Kirche eine Baumaßnahme durchgeführt wurde. In der Kirchenrechnung von Sulzrain ist ein Darlehen für den "Kirchenbau in Pettenbach" in Höhe von 1 Gulden im Jahr 1689 verbucht 50)
  In der Rechnung für Bergkirchen ist ein Betrag der Pfarrei zu den Baumaßnahmen am "Kirchenbau in Amperpettenbach" in den Jahren 1689 und 1691 enthalten. Dort sind auch die Gesamtkosten in Höhe von 200 Gulden genannt. Es ist anzunehmen, dass sich die Barockisierung in mehreren Bau- und Renovierungsabschnitten über mehrere Jahrzehnte hingezogen hat.


Schmidt'sche Matrikel 1738/40 05)

In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Kanonikus Schmidt aus Freising alle Pfarreien des Bistums besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Danach war die Kirche Ecclesia filialis s.Martini in Amperpettenbach von großer Zierde. Sie habe zwei Altäre, heit es: der Hochaltar, auf dem auch der Tabernakel stehe, sei dem hl.Martin, der Seitenaltar den beiden Märtyrerinnen Ursula und Margarete geweiht.
Messfeiern würden an Kirchweih, dem Sonntag nach dem Fest des hl.Bartholomäus (= nach 24.8.) und am Patrozinium, dem Martinitag (11.11.) gefeiert. Außerdem fänden 19 Gottesdienste an Wochentagen statt, die auf eine Stiftung vom 16.Dez.1599 zurückgingen. Im Friedhof stehe ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einkünfte würden vom Kollbacher Pfarrer und vom kurfürstl. Präfekten in Dachau verwaltet. Die Beschreibung endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Gottshauses würdet sich dieser Zeit gegen 400 fl. (=Gulden) erstrecken".

Umpfarrung 1818
Amperpettenbach gehörte -wie schon erwähnt- seit der Zeit der ersten Überlieferungen bis 1818 zur mehrere Gehstunden entfernten Pfarrei Kollbach. Wegen der großen Entfernung hatte der Pfarrer hier in Amperpettenbach einen Zehentstadel errichten lassen, in dem die Abgaben zwischengelagert wurde. Der Stadel brannte im II. Weltkrieg ab. Im Visitationsbericht von 1560 sind zwei eher gegensätzlich einzuschätzende Bemerkungen enthalten: 1. "Die Amperpettenbacher müssen ihre Kinder in Haimhausen taufen lassen" und 2."Das Taufwasser wird in einer Flasche in der Kirche von Amperpettenbach aufbewahrt".
Als 1818 in Bayern die Gemeinden ihre Selbstverwaltung erhielten, war wohl der Zeitpunkt gekommen, die seelsorgerische ohnehin schon teilweise vorweggenommene Zuordnung zur Pfarrei Haimhausen auch offiziell vorzunehmen.
Mit Ordinariatsdekret vom 7.Dez. 1818 ordnete Kapitelvikar Dr.Deutinger die Umpfarrung der Filialkirche Amperpettenbach von der Pfarrei Kollbach zur Pfarrei Haimhausen an. Pfarrer Knilling aus Haimhausen hatte diese Veränderung schon länger betrieben, denn schon vorher war Amperpettenbach großenteils von Haimhausen aus seelsorgerisch mitversorgt worden. Unter Pfarrer Knilling scheinen die Amperpettenbacher mit ihrer Einpfarrung zufrieden gewesen zu sein, als aber Knilllings Nachfolger, Merkl F.X., die vielen Gottesdienste in Amperpettenbach nicht mehr hielt, gingen fortwährend Klagen der Gläubigen beim Ordinariat ein.

Zum Zeitpunkt der Umpfarrung hatte die Kirche Amperpettenbach ein Vermögen von 1106 Gulden. 01)


Baumaßnahmen um 1822
In der Kirchenrechnung von Sulzrain sind weitere Darlehen an Amperpettenbach ausgewiesen. Es handelt sich um ein Darlehen von 44 Gulden, die im 1822 ausgegeben wurden und um 10 Gulden aus dem Jahr 1824. Als Begründung wird in beiden Fällen "Kirchenbau in Amperpettenbach" genannt. Allerdings ist aus dieser Zeit keine Baumaßnahme in den Unterlagen von Amperpettenbach bekannt. Die Summe von 54 Gulden spricht aber dafür, dass es sich um größere Maßnahmen gehandelt haben dürfte. 50)


1848 wurde die Sakristei an die Ostseite des Turmes vom Dachauer Maurermeister Hergl angefügt.


Statistik

In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarrangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde.

1831  hatte Amperpettenbach   97 Einwohner, die in 14 Häusern wohnten 04)
1840  war noch keine Änderung eingetreten 02)

1852  hieß es, in Amperpettenbach wohnten 61 Familien mit 395 Seelen 06)
1867
  hatte die Gemeinde 418 Einwohner in 99 Gebäuden
       
  die Ortschaft hatte 115 Einw, 24 Gebäude (daneben Oberndorf 99/21, Sulzrain 101/28, Westerndorf 72/18, Hörgenbch 19/5)
1868
  hatte war die Zahl bei  115 Einwohnern gleich geblieben  
1874
  waren es nur noch       112 Einwohner in 12 Häusern
1933
  Gemeinde mit  390 Einwohnern
1939
  Gemeinde mit  379 Einwohnern
2015
 lebten           164 Einwohner in Amperpettenbach


Beschreibung 1874

Die Kirche in Amperpettenbach ist auch in der Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising von Anton Mayer aus dem Jahr 1874 enthalten. Dort heißt es:
"Amperpettenbach, nahe der Amper gelegen, früher Filiale von Kollbach. Erbauungsjahr unbekannt. Ursprüngl. gothisch, dann verzopft (=barock). Baupflicht: An der Kirche die Kirche, am Cm. (=Friedhof) die Gemeinde. Geräumigkeit unzureichend. Kuppel-Thurm mit 2 Glocken. Cons.dub. Patron Hl.Martin. 3 alt. p. Ss. Cm. ohne Cap. Gottesdienste: Am Patrocinium und wöchentl. 1 hl.Messe. Meßnerdienste versieht der Schmied. Kirchen-Vermögen: Rent. 1659 fl. (=Gulden)- Nicht rent. 1197 fl. ".


Beschreibung 1895
Mit der Amperpettenbacher Kirche befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde.Schon damals sah die Kirche so aus, wie heute. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, klicken Sie hier....


Beschreibung 1900 In den Jahren 1900 und 1901 hat der Haimhausener Kaplan Hugo Straßer unter dem Titel "Nova et vetera de parochia Haimbhusiaria" (=Neues und Altes aus der Pfarrei Haimhausen) eine umfangreiche Pfarrbeschreibung verfasst. Im Abschnitt Filialkirchen ist auch Amperpettenbach aufgeführt. Wenn Sie am Text interessiert sind, klicken Sie hier...

Restaurationen wurden in den Jahren
1699 (Reparatur der Kirchenmauern um 59 fl. ),
1851 (Hochaltar- und Chorrenov.durch Maler Eller, Freising),
1878 und 1938 (durch den Freisinger Maler Seibold - Rücknahme der Veränderungen von 1851) durchgeführt.
1980 renovierte man den Turm, das Kirchendach und den Verputz am Langhaus. Außerdem erhielt sie einen neuen Bodenbelag (Restaurator Günter Stachl).

 

Baubeschreibung

Die Martinskirche steht auf einer kleinen Anhöhe am nördlichen Dorfrand von Amperpettenbach inmitten eines ummauerten Friedhofs. Sie ist ein nur wenig veränderter mittelalterlicher Kirchenbau. Solche findet man im südlichen Bayern nur noch selten.


Deutsches Band (oben)
Rundbogenfries (unten)

Das Kirchenschiff ist noch romanisch, der Chor schon gotisch. Der Turm stammt aus der Zeit des Barock. Der Chor wird außen durch Stützpfeiler gestützt. Das Langhaus stammt aus der Frühzeit des 13. Jh; darauf weist der romanischen Bogenfriesblende an der Außenwand hin, bei dem die 9 Bögen bereits auf Konsolen sitzen. Deshalb glaubt man zwei Bögen übereinander zu sehen. Darüber ein Zahnfries, auch Deutsches Band genannt. Diese Zierform wird dadurch erreicht, dass man eine Reihe Backsteine schräg einsetzt, also über Eck einbaut. Hier in Amperpettenbach sind es 31.

Die Kirche ist an der Westseite außen -mit Putz- 6,46 m breit. Innen sind es nur 4,60 Meter, am Übergang vom Kirchenschiff zum Chor 4,80 Meter. Die Länge beträgt innen 14,5 Meter. Das Ziegelmauerwerk des Langhauses besitzt somit eine Stärke von ca. 90 bis 100 Zentimetern (mit Putz) und ist ohne Sockel aufgeführt.
Der Bau ist in drei Achsen unterschiedlicher Breite gegliedert, nach Westen zu mit größerer Spannweite. West- und Nordfassade sind, wie in der Romanik häufig, glatt und schmucklos (siehe Bild links). Fenster sind -entsprechend der romanischen Bauweise nördlich der Alpen- nur auf der Südseite zu finden. Dies hat zwei Gründe: einen praktischen und einen symbolischen. Der praktische Grund: Die Fenster waren wegen des Lichteinfalls zwar notwendig, konnten damals aber nicht gut verschlossen werden. Auf der Südseite kommt mehr Licht und Wärme herein. Die Symbolik hat noch anderen Grund gefunden: Vom Norden kommt die Finsternis und mit ihr das Böse. Sie sollen nicht in die Kirche dringen können.
Alle Fenster wurden 1677 bei der barocken Umgestaltung dem neuen Bedürfnis nach mehr Licht entsprechend vergrößert. Die kleine Vorhalle an der Südseite vor dem Eingang ist dagegen jüngeren Datums (wahrscheinl. 1953). Dort befindet sich das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten.

Nord- und Westseite

Der Zwiebelturm (1677) mit reizvollem, achteckigem, sich nach oben verjüngendem Aufbau ist südlich am Chor angebaut. Gurtgesimse und vertiefte Ovale, schönes Kranzgesims. Allseitig schmale Schallöffnungen. Unter der mit dem Scheyerner Kreuz gekrönten Zwiebelkuppel befinden sich kleine kreuzförmige Öffnungen.

Hinweis: Die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform der Bedachung von Kirchtürmen -auch welsche Hauben genannt- stammt aus dem Orient. Sie wurde zuerst von den arabischen Baumeistern als Weiterentwicklung der Kuppeln von Hagia Sophia und Grabeskirche verwendet. Das erste Bild kam Ende des 15.Jh mit dem Buch "Pilgerreise in das Heilige Land" von Bernhard von Breitenbach nach Europa. Es enthielt einen Holzschnitt der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom). Breitenbach glaubte, die große zwiebelförmige Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verband mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Jörg von Halsbach war der erste Baumeister unserer Gegend, der Zwiebeltürme plante: die Münchner Frauentürme. Damals war die Zwiebel als Bauform schon im Italien der Renaissance sowie insbesondere in Rußland verbreitet. Die Zwiebeln der 1560 errichteten Basiliuskathedrale in Moskau ähneln unseren Zwiebeln, die vor allem nach dem 30jährigen Krieg errichtet worden sind, mehr als die byzantinischen Kuppeln. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barock und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". 36)
Wenn Sie die Zwiebeln auf den Kirchtürmen im Dachauer Land vergleichen möchten, klicken Sie hier...

Im Turm hängen zwei Glocken, die 1903 von Ulrich Kortler in München und 1954 von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen wurden. Die große Dreifaltigkeitsglocke besitzt ein Gewicht von 257 kg und einen Durchmesser von 80 cm. Auf der Glocke sind ein Bild der Dreifaltigkeit und die Texte: "gegossen von Ulrich Kortler-München 1903" und "Misericordias Domini in aeternum cantabo Ps.88" (Die Barmherzigkeit des Herrn werde ich in Ewigkeit besingen). Die kleinere Marienglocke (Ton c') enthält die Aufschriften: "Marianisches Jahr 1954 - gegossen von V.K.Czudnochows zu Erding".

Noch um 1900 hingen zwei wesentlich ältere Glocken in der Glockenstube. Kaplan Straßer berichtet:
  "Die größere ist bezeichnet: Bernhard Ernst in München Goss mich 1654, Bild: Muttergottes mit Kind und Kreuz und Buchstabe G". Die kleinere trägt als Inschrift: "Wofgangus Steger me fecit MDCVII Monachii (1557) A malo libera nos. Zeichen: WH und Wappen"
Möglicherweise waren diese Glocken bald nach 1900 schadhaft, denn sie wurden am 25. Mai 1903 durch zwei neue (mit 257 kg, und 120 kg, Töne C und E) ersetzt. Nur die größere hat die Weltkriege überstanden. Die kleinere dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit in einem der beiden Weltkriege zum Einschmelzen eingezogen worden sein.

 

Innenausstattung

Altarraum


Der nicht eingezogene, spätgotische Altarraum stammt aus der Zeit um 1500. Er war von Anfang an gewölbt und hat deshalb außen Stützpfeiler, im Innern Wandpfeiler als Träger des Gewölbes. Die Ecken dieser Pfeiler sind abgekantet; durch spitze Schildbögen sind sie miteinander verbunden. Die Pfeiler ruhen auf Konsolen in Polygonform (vieleckig), die mit kleinen Halbfiguren verziert sind. Der Chor wird durch drei Seiten eines Achtecks geschlossen.

Gewölbe

     

Konsolenfiguren
Keine andere Kirche im Landkreis Dachau hat eine derart große Zahl von Konsolenfiguren. Zwei der Figuren stellen musizierende Engel mit Orgel und Mandoline dar; ein weiterer Engel hält ein Wappenschild. Die übrigen Figuren (darunter ein Ritter) sind nicht zuzuordnen. Meist haben sich auch die Baumeister in einer der Figuren ein Denkmal gesetzt. Ob dies auch hier in Amperpettenbach der Fall ist und wenn ja, welche Figur ihn darstellt, ist leider nicht bekannt.

Schlusssteine
Die Gewölberippen bilden ein Konstrukt zu vier Achsen. In den Knotenpunkten der Rippen sitzen in jeder Achse Schlusssteine:
- in den beiden Chorachsen zwei runde Steine mit dem Bild des Kirchenpatrons St.Martin (im Bischofsornat mit einer Gans auf dem Arm) und von St.Leonhard (im Ordenshabit der Benediktiner mit Bibel und Tierketten in der Hand)
-im Kirchenschiff ein ebenfalls runder Schlussstein mit dem Relief von Maria (mit Krone auf dem Haupt, rotem Kleid und blauem Umhang und einem relativ großen Jesuskind im Arm).

Der vierte Schlussstein entspricht in Form und Verzierung nicht den übrigen dreien. Die genaue Konstruktion ist nicht zu erkennen, weil man -künstlerisch etwas unglücklich- darüber eine weitere Konsolenfigur (ein Mann in grüner Jacke mit sechs Knöpfen, der sich den Bauch hält) als Abdeckung gesetzt hat (siehe Bild links).

Die Schlusssteine werden als letztes in einen Bogen oder oder im Knotenpunkt von Rippen eingesetzt. Sie verteilen den Druck des Gewölbes auf die einzelnen Rippen und geben dem statischen Gefüge den entscheidenden Halt. sie Deshalb hat man sie auch besonders verziert.
Neben seiner bautechnischen Aufgabe hat der Schlussstein auch eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt im Epheserbrief (Eph. 2,19-22) :
"Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten. Der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph. 2,20-22)"
Und Goethe lässt in Faust II den Kaiser zum Erzbischof sagen: "Wenn ein Gewölbe sich dem Schlußstein anvertraut, dann ist`s mit Sicherheit für ewige Zeit erbaut".
51)

Hochaltar
Engel
Frau
St.Leonhard
Frau
Frau
Muttergottes

Ritter

 

Muttergottes
Schlussstein-Ersatz über der Empore

 

Empore /Eingang
In der Bildtabelle oben habe ich die Konsolenfiguren und die Schlusssteine
in der Reihenfolge angeordnet, in der sie in der Kirche zu finden sind.
Die obersten Figuren auf dieser Seite sind in der Kirche hinter dem Hochaltar,
die untersten neben bzw. über der Empore angebracht.


Gewölberippen

In der späteren Barockzeit war man mit der Innenausstattung, die in etwa der heutigen entspricht, zufrieden; denn 1739 wurde sie in der Diözesanbeschreibung als ganz besonders schmuckvoll bezeichnet.
Die Restauration, die 1851 der Maler Eller von Freising vorgenommen hatte, hatte den gotischen Charakter der Kirche aber falsch verstanden. Eller strich -ganz im Sinne des neugotischen Stils - die Rippen weiß und den Untergrund des Gewölbes blau, mit Sternen besetzt. Es sollte einein Blick in das Sternenzelt ermöglichen.
Diese Veränderung wurde inzwischen wieder rückgängig gemacht: die Rippen des Netzgewölbes sind wieder freigelegt und farblich hervorgehoben.

Netzgewölbe

Hinweis: Die Erfindung des Rippengewölbes, das zum Kennzeichen des gotischen Kirchbaus wird,
macht es möglich, die statischen Lasten zu reduzieren und so auch über verhältnismäßig dünne Wände mit größeren Fenstern in Verbindung mit entsprechenden Strebewerken in die Fundamente abzuleiten. Symbolisch kann das Gewölbe mit seinem Netzwerk auch die Strukturen des gewölbten Himmels abbilden.


Fenster

Auf der rechten Chorseite befindet sich ein besonders wertvolles Buntglasfenster, aus dem Jahre 1516, gestiftet von der Münchner Patrizierfamilie Ligsalz, die in Amperpettenbach einen Bauernhof besaß. Es war der Hof Nr. 2, beim Koch, den heute die Familie Hachinger bewirtschaftet. Das Gemälde zeigt vor einem Renaissance-Hintergrund die Stifterfamilie, die den Segen des auferstandenen Christus empfängt. Das Fenster ist 68 x 63 cm groß.

Vor dem Auferstandenen (im weitwallenden Purpurmantel mit Kreuzstab und den Wundmalen an Händen und Füßen und an der Seite) kniet der Ratsherr Hans Ligsalz, in einen Pelzrock gehüllt und mit einer hellen Haube bedeckt). Neben ihm seine drei Söhne, von denen der mit dem Buch zu seinen Füßen als Geistlicher (Kanoniker im Liebfrauendom) zu erkennen ist.

Zur Linken kniet die Ehefrau des Stifters, Katharina Knöll, mit gotischem Kopfputz, mit sicher wertvoller Halskette und und einem schönen geschnürten Kleid.
An ihrer Seite sieht man die vier Töchter, darunter eine Nonne in Klarissinnen-tracht. Es ist Regina, die spätere Äbtissin des Angerklosters in München (Äbtissin von 1530-36;gest. 1540).

Eingerahmt werden die Knienden von den Wappenschilden der Familien Ligsalz (mit krönendem Stulphut) und Knöll, der berühmten Ratsherren- und Bürgermeisterfamilie aus Salzburg. 03)
Interessant sind auch die Rosenkränze, die die beiden Hauptpersonen um die Hände tragen. Während bei Kath. Knöllin (ganz rechts) ein langer Rosenkranz mit 40 Aveperlen und 4 Paternosterperlen zu sehen ist, hält Hanns Ligsalz (ganz links) einen nur halb so langen Rosenkranz mit 20+4 Perlen in den Händen. Die heute üblichen drei zusätzlichen Aveperlen und das sog. Credokreuz am Anfang des Rosenkranzes fehlen. Dafür ist der Beginn des Rosenkranzes mit wertvollen Medaillen geschmückt.


Im Spruchband steht: "Hanns Ligsalz + Katharina Knöllin von Salzburg, seine Hausfrau anno 1516".

Die Glasmalereien wurden noch in der musivischen Technik erstellt. Das Glas wird nicht -wie später üblich- mit Farbe bemalt; die Fenster sind aus in der Masse durchgefärbten Gläsern in der Art eines Mosaiks zusammengesetzt. Die Hauptkonturen der Darstellung werden durch die Bleiruten vorgegeben, die die einzelnen Gläser verbinden.

Das Glasgemälde dürfte von Jakob Kistenfiger aus München geschaffen worden sein, dem auch die Fenster in Gauting, in Holzkirchen und auch z.T. in der Münchner Frauenkirche (Dreikönigskapelle 1518) zugeschrieben werden. Kistenfiger war zwischen 1496 und 1524 künstlerisch tätig. Das Fenster wurde im Jahr 1877 zum ersten Mal durch R.Jos.Bockhorn aus München renoviert. Darauf weist die Scheibe eines Glasfensters unterhalb des Gemäldes hin. Die Renovierung finanzierten Johann und Theresia Eberl.

Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Joachim Sighart beschrieb das Fenstergemälde in seinen Büchern
  1. Die mittelalterliche Kunst in der Diözese München-Freising, 1855
"Über Gesicht und die ganze Haltung aller dieser Personen ist jener selige Friede, jene Innigkeit der Andacht ausgegossen, welche den alten Bildern den unaussprechlichen Reiz verleihen. Es mahnt dieß Bild an Holbeins berühmte Bürgermeisterfamilie Meier von Basel (das 10 Jahre nach dem Fenster in Amperpettenbach gemalt wurde). Als Ornamente sind bereits nackte Genien hier angebracht, die auf antiken Pfeilern stehen. Wahrscheinlich hat jener Ligsalz als Grundherr des Ortes dieses Gemälde in dieß zierlich gothische Kirchlein geopfert."
2. Von München nach Landshut - Ein Eisenbahnbüchlein von Joachim Sighart, S. 26, 1859
"Die letzte Kirche des Amperthales, die man von der Bahn aus erblickt (??), ist Amperpettenbach, eine Filiale von Haimhausen. Die Kirche ist eine Stiftung der berühmten Münchner Patricierfamilie der Ligsalz, die hier begütert waren. Das sieht man an dem herrlichen Glasgemälde, das noch im Chore des gothischen Kirchleins prangt. Vor dem Bilde des Auferstandenen kniet der Rathsherr Hanns Ligsalz, in den Pelzrock gehüllt; ihn umgeben drei Söhne, von denen der mit dem Buch leicht als Geistlicher zu kennen ist. Weir sehen an ihm wohl den berühmten Kanonikus und Chronisten der Frauenkirche. Zur Linken kniet seine stattliche Hausfrau mit dem hohen Kopfputz, ihr zur Seite beten die vier Töchter, von denen eine Nonnentracht hat. Es ist Regina die Aebtissin vom Klarakloster in München, gestorben i.J. 1540. Ueber alle Figuren ist jener himmlische Friede, jene Innigkeit der Andacht ausgegossen, die den alten Bildern so hohen Reiz verleihen. Am Spruchband steht: Hanns Ligsalz und Katharina Knöllin von Salzburg, seine Hausfrau anno 1516".

Die Patrizierfamilie Ligsalz

Das Münchner Patriziergeschlecht der Ligsalz ist seit 1269 bekannt. Bereits 1300 saß ein Konrad Ligsalz im Rat der Stadt. Das Geschlecht teilte sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedene Linien.
Stammvater des Zweigs der Familie, die Grundbesitzer im Dachauer Land wurden, war der Münchner Stadtkämmerer und Bürgermeister Karl Ligsalz, der urkundlich 1420 genannt wird.

Sein Sohn Karl, wie sein Vater Stadtkämmerer, wurde 1432 mit einem Hof zu Oberndorf belehnt, der mindestens 1520 noch im Besitz der Familie war. Dieser Karl jun. (+1488) wird 1445 auch als Gerichtsbeisitzer in Dachau genannt. Er war es auch, der weiteren Grundbesitz in Amperpettenbach und die Vogteirechte für Röhrmoos und Hebertshausen an seine Familie brachte. 1469 erwarb er zusammen mit seinem Bruder Hans ( +1494) einen großen Besitz in Ascholding bei Wolfratshausen und nannte sich danach (Ligsalz von Ascholding); die Totenschilder der beiden Brüder sind noch heute in der Münchner Frauenkirche zu sehen. 1588, 1596 und 1601 erhielt die Familie Edelmannsfreiheit, d.i. die Bestätigung der adeligen Gerichtsbarkeit; 1696 wurde der Bürgermeister Friedrich Ernst Ligsalz von Ascholding in Bayern baronisiert. Das Geschlecht bestand noch rd. 40 Jahre und starb 1739 im Mannesstamme aus.
Der Enkel des obengenannten Karl jun., Hanns Ligsalz ist der Stifter des Amperpettenbacher Glasfensters (und der Figur des Auferstandenen im Langhaus) hat noch bis 1521 gelebt. Über ihn ist mir nichts weiter bekannt. Einer der drei im Glasgemälde abgebildeten Söhne wurde -wie oben erwähnt- Kanoniker im Liebfrauendom. Von dem anderen Sohn Andreas (gest. + 1.5.1564), wissen wir, dass auch er das Amt des Münchner Bürgermeisters und des herzoglichen Kämmerers ausübte. Sein Portrait (vom Maler Hans Mielich) hängt in der Alten Pinakothek. Andreas Ligsalz war einer der bedeutendsten Kaufleute seiner Zeit, trieb Handel mit Eisen, Salz und Tuchen und hatte sogar eine Niederlassung in Antwerpen. Er investierte in Staatsanleihen (Stadt Antwerpen, Statthalterin der Niederlande, Könige von Spanien, England und Frankreich) und ging daran finanziell zugrunde. 1561 musste er Konkurs anmelden. Seine Frau aus dem Geschlecht der Ridler erbte übrigens den Sitz Schönbrunn, einen gefreiten Sedelhof.
Die Ehefrau des Stifters Hans Ligsalz, die im Glasfenster abgebildete Katharina Knöll war wahrscheinlich die Tochter von Hanns Knöll, dem langjährigen Salzburger Ratsmitglied, der 1475, 1480-1482 und 1489 zum Bürgermeister gewählt worden war.


Figuren im Altarraum

An der südlichen Chorwand stehen Figuren der Heiligen Petrus (18.Jh) mit den einem versilberten und einem vergoldeten Himmelsschlüssel und einem Hahn zu seinen Füßen und Maria Magdalena mit den Attributen Kreuz und Totenschädel. St.Petrus hat -wie in den meisten Darstellungen dieses Heiligen seit dem 4.Jahrhundert - einen runden Kopf, einen grauen, krausen Haarkranz und einen Bart.
   
St.Petrus und Maria Magdalena
Die Petrusfigur hatte lange Zeit auf dem Kirchenspeicher gelegen, bis sie 1982 wieder in den Kirchenraum zurückgeholt wurde. Beide Figuren dürften vom einem Künstler geschnitzt worden sein.
Warum sind Petrus und Magdalena zusammen abgebildet ? Sie stehen hier für das Bußsakrament.

Petrus ist mit den Himmelsschlüsseln und dem Hahn zu seinen Füßen dargestellt. Der Hahn steht für die Verleugnung Jesu im Hof des Hohen Rates am Vorabend der Passion. Die Beschreibung der Begebenheit endet bei Matthäus (26,75) mit den Sätzen:
"Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich". Das Weinen, die Reue, ist die Verbindung von Hahn und Buße.
Noch deutlicher ist die Verbindung von Schlüssel und Buße. "Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein" (Mt. 16,19).

Maria Magdalena, war nach früherer Auffassung der Kirche (Entscheidung von Papst Gregor I. im Jahr 591) sowohl
- die die reuige Büßerin, die Jesus die Füße salbte (Luk 7, 37-38), als auch
- die Begleitperson Jesu auf seinen Predigtwanderungen (Luk.8, 3) bis unter das Kreuz, die auch die erste Zeugin nach der
   Auferstehung (Joh.20, 15-17) war und auch
- die Maria von Bethanien, die Schwester von Lazarus und Martha (Luk 10, 38-42).

Deshalb hat sie von den Künstlern mehrere Attribute erhalten:
- den Totenkopf, der in der abendländischen Kunst das Zeichen der Sterblichkeit, das Zeichen für die Vergänglichkeit irdischer
  Dinge und deshalb die Ermahnung zur Buße, um im Falle des plötzlichen Todes die Aufnahme in den Himmel nicht zu verpassen.
- das Kreuz, das an die andere Maria Magdalena erinnert, die Jesus bis unter das Kreuz begleitet hat.
- die Salbbüchse der Büßerin.
Die Figur in Amperpettenbach ist mit Kreuz und Totenkopf versehen.


Choraltar / Hochaltar

Der Hochaltar ist barock. Er wurde 1677/1681 von dem Pfarrer Wolfgang Welsch von Efferting an der Donau gestiftet. Die Weihe dürfte erst 1710 durch den Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (1695-1727) erfolgt sein. Jedenfalls ist dies so der Kirchenrechnung zu entnehmen ("Neuweihe von zwei Altären durch den Bischof von Freising 14 fl. ). Zum Zeitpunkt der Stiftung war eine solche Weihe nicht möglich, weil der damalige Fürstbischof Joseph Clemens von Bayern weder die Priester- noch die Bischofsweihe empfangen hatte.

Über dem Altarbild ist das prächtige Wappen des Stifers angebracht (siehe Bild rechts). Zwischen der vergoldeten Verzierung mit Akanthusranken und dem eigentlichen Wappen liegt ein Spruchband: "Wolfgangus Italus, Theologiae Doctor Linz, AD 1681". Der aus dem Schmiedbauernhof in Amperpettenbach stammende Pfarrer übersetzte seinen deutschen Namen Welsch, der auf eine romanische Abkunft hindeutet, in Latein mit Italus.

Stifertafel
Auf die Stiftung weist auch eine Steintafel neben dem Altar hin. Es heißt dort im oberen Teil:
"1677 - Hat der Wollehrwirdig, Edl und Hochgelehrte Herr Wolfgang Welsch der Heill. Schrifft Doctor und Pfarrer Zu Efferting disen Hoch-Althar Machen Lassen"
Im mittleren Teil der Steintafel wird auf eine von Pfarrer Welsch/Italus eingerichtete Stiftung aus dem Jahr 1692 hingewiesen: "1692-Einen ewigen Jahrtag mit einem Gesungenem Requiem und Zwey Heillmessen Für sein Gesambte Freindtschafft, am Montag nach der Kürchweich alhie, darzu gestüfftet". Das Kirchweihfest dürfte damals schon am Sonntag nach Bartholomäus, also am Sonntag nach dem 24.August gefeiert worden sein, wie dies für 1738 verbürgt ist.


Wappen des Altarstifters Dr.Welsch

Der dazu gehörende Jahrtagsbrief (vom 10.11.1692) hat sich im Kloster Indersdorf erhalten. Ihm sind die Details zur Stiftung zu entnehmen: Die Stiftung in Höhe von 100 Gulden war dazu bestimmt, aus ihren Erträgen all denen, die die Jahrtagsmesse für seine Verwandten in der Amperpettenbacher Kirche besuchten, eine Mittagssuppe zu reichen.

In der Kollbacher Kirchenrechnung von 1700 schlug sich dies in folgender Bemerkung nieder:
   "Absonderlich denen Welschischen befreunden, ds sie dem Gottsdienst beygewohnt, und der abgestorbenen Seell mit
   ihrem Gebett ingedenckh Gewesen, zu ainer Mittag Suppen obiger fundation Gemesß: 5 Gulden"
.
Der Jahrtag war über die lange Zeit in Vergessenheit geraten; doch seit einigen Jahren treffen sich die Mitglieder der Familie Welsch als Nachfahren des Hochaltar-Stifters alljährlich, um einen Gottesdienst am Altar ihres mehrfachen Ur-Großonkels zu feiern.


Wappen v.Wolfg. Welsch

Im unteren Teil der 101 x 64 cm großen Steinplatte
ist wiederum das Wappen des Stifters eingemeißelt.
44)
Die Tafel wurde im Jahr 1981 restauriert.
Mehr über Dr.Wolfgang Welsch finden Sie hier....

Eine weitere Inschrift an der Rückseite der nördlichen Konsole berichtet von der Altarrenovierung 1851 durch den Freisinger Maler Peter Ellmer. Ellmer wurde am 20.9.1793 in Regensburg geboren und starb am 18.6.1872 in Freising. Von ihm stammt die Lithographie mit der Übergabe der Stiftungsurkunde der Akademie der Wissenschaften an Sigmund von Haimhausen (um 1830).

Renovierung des Altars 1938

   
Tafel für Restaurierung    

Eine weitere Steintafel mit dem Welsch-Wappen an der Südseite des Altarraums erinnert daran, dass 1938 Oberstabsarzt Dr. Hans Welsch aus Dachau, ein Verwandter des Stifters, den Altar zum letzten Mal neu fassen ließ.
Text: "1938 - Hoc altare majus restaurare fecit - Dominus Dr.Johannes Welsch - natus in Etzenhausen - medicus in Dachau"
    
Wappen der Fam. Welsch

Hochaltarblatt
Das Hochaltarbild (1680) stellt die Glorie des hl. Leonhard dar. Der Heilige kniet im Ordenshabit auf einer Wolke. Er hält in seiner rechten Hand die Gefangenenketten. Ein Engel, der ihn zum Himmel emporführt, trägt seinen Abtsstab und ein Schriftband mit dem Text: "Per te rogo, o virgo afflictis et captivis" (durch dich bitte ich, o Jungfrau, für die Bedrängten und Gefangenen).
Hochaltarbild: Glorie des hl.Leonhard
Glorie des St.Leonhard
Über der Szene thront die angesprochene Maria zwischen vielen Putten auf Wolken und hält dem Ankommenden das Jesuskind entgegen. Auf der Erde stehen dankbare Menschen, denen Leonhard geholfen hat. Links Bauern mit Pferden, rechts Gefangene.
 
Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den bayerischen Herrgott. Am Leonhardstag, dem 6.November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen.

Assistenzfiguren

Rechts und links stehen die Figuren der beiden Ärztepatrone Cosmas und Damian. Sie sind als Universitätsprofessoren gekleidet; der hl. Cosmas scheint gerade seinen Schülern eine Vorlesung zu halten.
 Damian   Damian
St.Cosmas und St.Damian

Der hl. Damian ist schon etwas traditioneller mit Apothekertiegel zu sehen. Die Figuren kommen uns wegen ihrer langen Kleidung als zu groß vor, haben aber die normale Körperlänge. Interessant ist der (wohl damals übliche) Professorentalar mit den vielen Knöpfen und Schließen.


In das Buch, das Cosmas in der Hand hält, hat ein Restaurator die Mitteilung geschrieben, dass die Figuren 1681 neu gemacht und im Jahr 1712 renoviert wurden.


Buch des St.Cosmas

Hinweis: Die beiden Märtyrer Cosmas und Damian haben als Ärzte und Apotheker in Kilikien, dem heutigen Syrien gearbeitet und für ihre Dienste aus christlicher Überzeugung kein Geld genommen. Heilung sei gottgewollt, sagten sie. Deshalb haben sie den Beinamen "Anagyroi" (die umsonst arbeiten) bekommen. In der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian im 4.Jh. wurden sie enthauptet. Ihre Häupter befinden sich übrigens in einem Reliquienschrein in der Münchner Michaelskirche.

Das Bild im Auszug des Hochaltars zeigt den hl. Martin, den Patron der Kirche, im Bischofsornat mit einer Gans im Arm. Erstaunlicherweise hat ihm der Künstler Stigmata (Wundmale) verliehen. Dass Martin stigmatisiert war, ist aus keiner der vielen Legenden bekannt. Flankiert wird das Bild von zwei Engeln im Stil des 17.Jh., die auf den Voluten sitzen.

St.Martin mit Gans
Hinweis: Martin ist eine historische Person. Er wurde gegen seinen Willen 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten.
 
Auf dem marmorierten barocken Tabernakel (18.Jh) mit seinen vier gewendelten Säulchen und drei vergoldeten Muschelkalotten steht eine kleine Figur des hl. Martin.
Damian
Der kleine St.Martin
Sie zeigt den Kirchenpatron bei der Mantelteilung, der bekanntesten Legende des Heiligen. Martin sitzt zu Pferd und zerschneidet mit dem Schwert seinen Mantel in zwei Teile. Zu seinen Füßen kniet der Bettler, der die andere Mantelhälfte erhalten soll. Nach der Legende erschien dem Martin in der folgenden Nacht Christus mit dem verschenkten Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte.

Damian

Tabernakel

 

Epitaphe

Zwischen der Eingangstüre und der steilen Emporentreppe ist ein Epitaph (Grabplatte) aus Kalksandstein für Georg Neumair in die Wand eingelassen (58 x 47 cm). Der Text auf der Steinplatte lautet:
 
Epitaph 1659  

"Anno 1661 starb der erbare Georg Neumair Alhieseliger welcher 1659 zu Trost seiner sellen und seiner gesambten Neumairischen Freindschafft sellige Alhie zu Betenbach ainen ebigen Jartag gestifft denen Gott gnedig und barmherzig sein wolle. Amen"
In unserer heutigen Sprache bedeutet dies:
"Im Jahr 1661 starb der ehrbare Georg Neumair selig, der 1659 zum Trost seiner Seele und aller Verstorbenen der Neumair-Verwandtschaft in Amperpettenbach eine Jahrtagsmesse gestiftet hat. Gott wolle all diesen gnädig und barmherzig sein. Amen."


Chorstuhl

Eine Kanzel war für die kleine Kirche zwar aus akustischen Gründen nicht notwendig; doch sie wurde um 1677 dennoch eingebaut, weil man sich damals eine Kirche nicht ohne Kanzel vorstellen konnte. Sie war an der Stelle des heutigen rechten Seitenaltars an der Wand angebracht und vom Turm aus begehbar. 40 Jahre später hat man bemerkt, dass die Kanzel das Raumbild und den Blick auf den Choraltar stört und entfernte sie wieder. Der Kanzelkorb wurde zu einem Chorstuhl umgewandelt. Ein 47 x 27 cm großes Ölbild des begeisterten Predigers Paulus mit Schwert erinnert noch an die ursprüngliche Bestimmung des Stuhles.
  Hinweis: Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte.


Früherer Kanzelkorb


Die Kirche besitzt keinen Zelebrationsaltar (Volksaltar) obwohl viel Platz zur Verfügung stünde.
Die Aufstellung eines Zelebrationsaltars ist nur für Pfarrkirchen verpflichtend. Filialkirchen sollen damit ausgestattet werden, wenn es die Platzverhältnisse erlauben. Die Pfarrei Haimhausen hatte nach dem 2.Vatikanischen Konzil in keiner ihrer sechs Filialkirchen (einschl.Bründlkirche) Zelebrationsaltäre aufgestellt.


Kirchenschiff / Langhaus

Das Netzgewölbe mit seinen schönen Rippen erstreckt sich auch auf das Langhaus. Deshalb sind hier weitere Gewölbeschlusssteine und Konsolenfiguren zu sehen. Die rundbogigen Fenster wurden in der Barockzeit zu ihrer jetzigen Größe ausgebrochen.

Seitenaltäre

Linker Seitenaltar

Die Kirche hatte früher nur einen Seitenaltar, der auf der Nordseite (links) stand. Aus den Kirchenrechnungen ist zu ersehen, dass im Jahr 1700 zwei Altäre durch den Bischof von Freising Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (1694/1695-1727) geweiht wurden. Da der zweite Seitenaltar erst 1717 gestiftet worden ist, dürfte es sich um den Choraltar und den linken Seitenaltar gehandelt haben.

Linker Seitenaltar

Die Ausgaben für die Weihe und -wie es hieß- "weitere damit zusammenhängende Ausgaben" (insbesondere Bewirtung des Bischofs und seiner Begleitung) betrugen erhebliche 14 Gulden; das war mehr als der Wert von 10 Kälbern.

Über dem linken Seitenaltar wurde in einer Nische mit gotischem Spitzbogen ein Kreuzigungsfresko -wohl aus dem 16.Jh.- entdeckt und im oberen Teil freigelegt. Es ist nun anstelle eines Altaraufsatzes über dem Altarbild zu sehen. Tatsächlich handelt es sich hier um Reste der gotischen Ausmalung des Altarraum, die vielleicht sogar die ganze Kirche umfasste.

Kreuzigungsfresko 16.Jh
Das 143 x 107 cm große Altarbild (Öl auf Leinwand) zeigt die hl. Ursula aus Köln (18.Jh). Die Heilige steht im Vordergrund. Ein Pfeil steckt ihn ihrem Hals. In der Hand hält sie die blutrote Kreuzfahne der Märtyrer. Freundinnen stützen die Todgeweihte. Eine der Gefährtinnen liegt von einem Pfeil niedergestreckt zu ihren Füßen.
Ursulaaltar auf der linken Seite
Martyrium von St.Ursula
Engel halten den Lorbeerkranz und die Märtyrerpalme über sie. Im geöffneten Himmel schwebt die Heilig-Geist-Taube. Im Hintergrund der Szene sind der Rhein und die Stadt Köln zu sehen. Der Kölner Dom fehlt; er wurde ja erst 100 Jahre später fertig.
 
Hinweis: Ursula soll im Jahr 415 zusammen mit 11.000 Jungfrauen (u.a. auch Cäcilia,Odilia und Verena) nach der Rückkehr von einer Romreise in Köln von den Hunnen mit Pfeilen ermordet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, die Geliebte des Hunnenkönigs zu werden.
Der Kranz war das Ehrenzeichen des siegreichen Athleten, z.B. bei den Olympischen Spielen der Antike in Form eines Gewindes aus Laub, Blumen u.ä. Das Christusmonogramm war in der frühen Kirche öfters von einem Kranz umgeben und bezeichnete so Christus als den Sieger über den Tod (daher häufig auf Sarkophagen) oder - da die siegreichen römischen Kaiser den Lorbeerkranz trugen - als Kyrios, den Herrn der Welt. Als Siegeszeichen gebührte der Kranz auch den Märtyrern.
Assistenzfiguren
Ursulaaltar auf der linken Seite
St.Barbara
Daneben spätgotische Figuren (mit barocken Königskronen) der Heiligen Margarete (mit einem Drachen=Lindwurm=Teufel zu ihren Füßen, den sie an einer Kette hält) und Barbara (mit einem Turm mit drei Fenstern) aus dem Ende des 15.Jh.
Ursulaaltar auf der linken Seite
St.Margareta

 

 

 

Hinweis: Margareta (+305) aus Antiochien ist eine legendäre Märtyrerin. Häufig wird sie mit einem Drachen abgebildet, weil ihr nach der Überlieferung der Teufel als ein riesiger Drache erschienen sein soll, um sie zu verschlingen. Aber Satan wurde zerbrochen durch das das Kreuzzeichen, das Margareta über ihn machte. Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als Glück bringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperung des Bösen bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet. Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde.
Barbara
ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Verehrung der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen.

 

Rechter Seitenaltar

Den rechten Seitenaltar stiftete 1717 der kaiserliche Rechnungsoffizier Welsch (ein Verwandter des Stifters des Choraltars). Eine Steintafel berichtet: "1717 hat der edle Herr Franz Italus kaiserlicher Kriegsbuchhalteryi Rechnungsoffizier zu Wien dießen Seitenaltar mache lassen und einen eigenen Jahrtag gestifftet, deme Gott und allen christgläubigen Seelen gnädig sein wolle"; darunter das Ritterwappen der Welsch (Italus).

rechter Seitenaltar
An dieser Südseite war anstelle des Seitenaltars früher die Kanzel angebracht. Deshalb sieht man über dem Gesims des Altares noch ein Stück der Kanzeltüre, die durch den Namenszug Mariens verdeckt ist. Hier auf diesem Altar stand noch im Jahr 1900 die Muttergottesstatue aus dem Jahr 1516, die heute im Kirchenschiff zu sehen ist.
Im Aufsatz des rechten Seitenaltars ist in einem Bild die Muttergottes nach dem Bildtypus der sog. Passauer Madonna zu sehen. Dieses Bildnis ist in vielen Kirchen des Landkreises Dachau zu finden.

Maria-Hilf-Bild
Wenn Sie Interesse an der Geschichte dieses Madonnenbildnisses haben, das erstmals von Lukas Cranach gemalt wurde, klicken Sie hier...
Das jetzige Altarbild (Öl auf Leinwand, 158 x 90 cm) zeigt die beiden hl. Diakone Stephanus und Laurentius. Vor einem Säulenhintergrund sind sie in die kurzärmeligen und seitlich geschlitzten Gewänder der Diakone gekleidet.

SS.Laurentius u. Stephanus
Laurentius (links) stützt sich auf einen Rost, Stephanus hält einen Stein in der Hand. Im oberen Bildteil ist die Hl.Dreifaltigkeit auf einem dunklen Wolkenband zu sehen. Jesus mit dem Kreuz, Gottvater mit der Weltkugel und darüber -in Gestalt einer Taube- der Hl.Geist .
 
Hinweise: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der Heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk., 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam.
Stephanus
war einer der Diakone der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem, die neben der Glaubensverkündigung auch für die sozialen Belange der Gemeinde zuständig waren. Sie hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutung nahe an die Apostel heranreichten. Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den Juden in Konflikt. Sie brachten ihn vor den Hohen Rat. Die in Apostelgeschichte 7, 2 - 53 wiedergegebene, eindrucksvolle Rede belegt, dass Stephanus noch vor Paulus den universellen Anspruch des Christentums verkündete. Stephanus wurde als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge gesteinigt.
Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen austeilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze;als Laurentius sie nicht an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet. 


Auf dem Altar steht die spätgotische Figur des hl. Sebastian am Marterbaum, von Pfeilen durchbohrt; sie wurde um 1520 geschnitzt. Nach Auffassung des Historikers Dr. Michael Hartig sind Haltung und Haarform noch gotisch; im Übrigen sei bereits der Renaissancestil zu spüren. Denn, so Hartig, "der menschliche Körper ist geschickt anatomisch richtig behandelt und um diesen Körper war es dem Künstler in erster Linie zu tun".
Die bedeutende Skulptur befindet sich derzeit (= 2018) im Kunstdepot der Erzdiözese München und Freising. Dort soll sie eine ausgiebige Befunduntersuchung erhalten und anschließend restauriert werden. 49)
  Hinweis: Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
St.Sebastian
St.Sebastian

Nachbildung des Gnadenbildes von Altötting
Muttergottes
von Altötting
Der Altartisch ist an manchen Festtagen mit einer Nachbildung des Gnadenbildes von Altötting (Ende 18.Jh) geschmückt. Maria trägt das bekleidete Jesuskind auf dem rechten Arm. In der Linken hat sie ein Zepter. Gekrönt ist die Muttergottes mit einer Krone in Form einer flachen Mütze. Das Jesuskind hält in seiner Hand einen Apfel, die Vorläuferform des Reichsapfels. Auf der Rückseite der Figur ein zerbrochenes Siegel mit "IHS".Der Apfel ist Sinnbild des Paradiesapfels und damit des Sündenfalls. Jesus nimmt den Apfel entgegen und überwindet durch seinen Tod die Erbsünde.
Hinweis: Das aus Lindenholz geschnitzte Gnadenbild von Altötting ist wohl um 1330 am Oberrhein entstanden und kam um 1360 als Geschenk des Zisterzienserkloster Raitenhaslach nach Altötting. Die Figur war ursprünglich wohl rosa bemalt. Wahrscheinlich ist die schwarze Farbe im Laufe der Jahrhunderte durch Nachdunklung des Holzes und durch den Kerzenrauch in der engen Kapelle entstanden. Manche Historiker glauben auch, dass sie bewusst gefärbt wurde und verweisen auf das Hohe Lied des Salomons aus dem Alten Testament: "Schwarz bin ich, doch schön". Schwarze Madonnen galten im späten Mittelalter als besonders wundertätig. Dies mag seinen Grund auch darin haben, dass die schwarzen Madonnen besonders alt sind und ihnen deshalb eine größere Anzahl von Erhörungen zugeschrieben werden kann.



Vortragekreuze

An den relativ neuen Kirchenbänken sind zwei Vortragekreuze,
ein größeres Holzkreuz aus dem 18. Jh. mit dreipassförmigen Balkenenden; der 22 cm hohe Korpus ist neu gefasst (in roter Farbe) sowie
ein Metallkreuz, bei dem sich an den Balkenenden des Kreuzes Bilder der vier Evangelisten befinden.

Vortragekreuz


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Opferstock

An den hintersten Bänken ist ein schöner Opferstock befestigt. Der obere Teil ist mit festen Eisenbändern umgeben und durch Schließen gesichert. Ein aufgesetzter Bogen verhindert das "Fischen" nach Geldstücken oder Geldscheinen durch eine Einwurfschlitz. Der Opferstock ist mit "IS/1692" signiert und somit über 300 Jahre alt.
Opferstock
Opferstock 1692
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier....

Kirchenstühle

Die Kirchenbänke sechs bzw. vier Reihen beiderseits des Mittelganges, stammen wohl aus dem 19. Jh. Sie sind braun lackiert.
Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch in Amperpettenbach (links St.Margareta , rechts SS.Stefanus u.Laurentius).

 

Figuren im Kirchenschiff


Muttergottes 15.Jh
An der Nordostwand (links) ist -gut gesichert- eine spätgotische Marienfigur aus der Zeit um 1490 angebracht. Die Madonna dürfte ursprünglich in der Mitte eines gotischen Altarschreines gestanden haben. In barocker Zeit hatte man sie mit einer üppigen barocken Krone ausgestattet und wegen der besseren Passform dabei den oberen Teil des Kopfes abgeschnitten. Zudem wurde ihr ein Zepter in die Hand gegeben. In der Zeit um 1960/70 hat man diese barocke Krone durch die jetzige gotische Krone ersetzt. Dabei hat man auch das Zepter wieder entfernt. Das Jesuskind wurde im 18. Jahrhundert ganz neu geschnitzt. Die jetzige Fassung (Bemalung) hat wohl der Münchner Maler Eduard Simon angebracht.
Maria trägt unter ihrer Krone offenes Haar und ist in ein rotes Kleid und einen blau-goldenen Mantel gekleidet. Mit der rechten Hand rafft sie ihren Mantel. Das Jesuskind auf ihrem linken Arm (Herzseite) hält in seiner rechten Hand einen Reichsapfel.
  Hinweis: Der Apfel war schon im Altertum Sinnbild für den Kosmos, später auch für die Erde, nachdem man deren Kugelform erkannt und akzeptiert hatte. Der mit dem Kreuz versehene Reichsapfel in der Hand des Königs ist seit 1191 Teil der königlichen Insignien und symbolisiert den von Gott verliehenen Herrschaftsanspruch. Gleiches gilt auch für das Jesuskind. Hier kommt aber die weitere Bedeutung des Apfels als Paradiesapfel und Sinnbild für den Sündenfall hinzu: Jesus weist den Betrachter darauf hin, dass er durch seinen Tod die Erbsünde überwindet.

Auferstandener 16.Jh
Die Figur des Auferstandenen (Urständ Christi) an der Nordostwand, die nach dem Wappen im Sockel von Hans Ligsalz gleichzeitig mit dem Glasgemälde im Jahr 1516 gestiftet worden ist, ist sehr ausdrucksstark. Er hält die Siegesfahne in der linken Hand; seine Rechte hat er zum Segensgruß erhoben. Die Figur wurde 1654 (um 2fl. 16 kr) erneuert und im Jahr 1938 neu gefasst (=bemalt). Im Wappen ist der Stulphut als Hinweis auf die Ligsalz'schen zu sehen.
Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die dreispitzig endende Fahne (ähnlich dem karolingischen Königsbanner) zur Ostersymbolik.
  Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärmde-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.

An der südlichen Seitenwand eine Figur des hl. Antonius von Padua in der Franziskanerkutte mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Figur hatte lange Zeit auf dem Kirchenspeicher gelegen, bis sie 1982 wieder in den Kirchenraum zurückgeholt wurde
Hinweis: Der Heilige lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die Sekten der Katharer, Albigenser und Waldenser wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg: Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Das Jesuskind auf seinem Arm ist Hinweis auf eine seiner Visionen. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Wahrscheinlich geht das zurück auf die Legende, nach der er einem Geizhals half, dessen Herz zu suchen und es in der Geldtruhe fand.


St.Antonius
St.Antonius

Eine Kreuzigungsgruppe mit Jesus am Kreuz, Maria und Johannes darunter stehend. Das Kreuz steht auf einem Felsen, aus dem ein Totenschädel herausschaut. Der Schädel stellt die Gebeine von Adam, dem ersten Menschen dar.
Hinweis: Laut apokryphen Schriften sollen durch das Erdbeben, das beim Tode Christi einsetzte, die Gebeine des "alten Adam" am Fuße des Kreuzes Christi zutage getreten sein.


Kreuzigungsgruppe
Der Schädel Adams findet sich deshalb in der christlichen Kunst häufig am Fuße von Kruzifixen. Die Apokryphen berichten weiter, dass Noah durch seinen Sohn Sem und seinen Enkel Melchisedek die Gebeine Adams aus der Bestattungshöhle hatte holen und zum Mittelpunkt der Welt, nach Golgatha, bringen lassen, um sie dort erneut zu begraben. Dabei soll sich die Erde von selbst in Form eines Kreuzes geöffnet haben.

Nach der Typologie, der Lehre der Gegenüberstellung des NT (Antitypus) und des AT (Typus), bedeutet diese Darstellung der Gebeine Adams unterhalb des Kreuzes auch die Überwindung des Alten Bundes durch den Neuen Bund.

Eine Gipsfigur eines Jesuskindes aus dem beginnenden 20.Jh. Das Kind trägt ein graues Kleid mit den Initialen IHS. In der linken Hand hält es einen Kreuzstab, die rechte Hand hebt es segnend mit dem westlichen Segensgestus.

Jesuskind
Hinweis: IHS das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden.
Der Kreuzstab gilt, seit Kaiser Konstantin d. Gr. ihn als Feldzeichen führte, als Symbol der Macht.
Der westliche Segensgestus besteht aus den gestreckten drei ersten Fingern und den zurück gebogenen restlichen beiden Fingern. Die drei gestreckten Finger weisen auf die Dreifaltigkeit, die beiden zurückgebogenen Finger auf die beiden Naturen Christi (göttlich und menschlich) hin.


Empore und Orgel

Die Kirche besitzt eine tiefe, manche meinen, eine für den kleinen Kirchenraum zu mächtige Empore. Die hohe Emporenbrüstung ist nicht bemalt; doch scheint nach dem Fleck in der Mitte früher eine Figur oder ein Bild dort angebracht gewesen sein.


Harmonium

Seit ein paar Jahren steht auf der Empore ein großes gebrauchtes Harmonium, das Pfarrer Seidl vermittelt hat. Die zehn Register haben folgende Dispositionen:
Portal - Viola 4'- Viola d'amour 4'- Diapason 8'- Dulciana 8' - Vox Humana - Dolce 8'- Melodia 8'- Seraphone 8'- Vox Celeste 8'. Dazu kommen Basskoppel und Diskantkoppel

Das Gestühl auf der Empore gehört noch zu der rustikalen Art, die früher in allen Landkirchen üblich war (bestehend aus Holzschragen) und dürfte aus dem 18.Jh stammen.

   
Emporenstühle


Nach einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1980 hingen früher in der Kirche auch Kreuzwegbilder, die im Jahre 1886 gemalt worden sein sollen. Wann sie entfernt wurden, ist mir nicht bekannt.

Portal

 
Kirchentür    
Ein Schmuckstück ist auch die oben abgerundete Kirchentür aus Eichenholz mit ihren alten schmiedeeisernen Beschlägen und Türschlössern aus der Zeit um 1700.
Aus Sicherheitsgründen wurde außen noch eine Metalltüre mit modernen Sicherheitsschlössern davor gesetzt.
   
     Türschloss


Weitere sakrale Gegenstände

Die Kirche wurde 1938 und 1981/82 wieder restauriert. Restaurator und Kirchenmaler war Günter Stachl.

Monstranz
Damals wurden aus Sicherheitsgründen einige wertvolle Figuren aus der Kirche genommen. Unter anderem sind zwei wunderschöne Monstranzen seitdem auswärts untergebracht.

 


Monstranz
Kleinere Monstranz
Auf einem vergoldeten Hintergrund mit Strahlenkranz sind viele Gold- und Silberapplikationen mit 12 roten bzw. grünen Edelsteinen aufgebracht. Umgeben von Akanthusranken sind Figuren von Gottvater und von drei Anbetungsengel eingearbeitet. Besonders schön ist das Lunula, das sichelförmige Behältnis für die Aufnahme der Hostie hinter dem Schauglas, gestaltet.

große Monstranz
Rokoko-Monstranz
Die größere Monstranz stammt aus der Rokokozeit (nach 1730).
Vor einem prächtigen Strahlenhintergrund, sind Goldapplikationen mit vielen Details aufgebracht. Um den wappenförmigen Schaukasten sind 32 blaue bzw. rote Edelsteine aufgereiht; über die Monstranz sind weitere Edelsteine verteilt. Unter dem krönenden Kreuz mit Rubinen erinnert ein Edelsteindreieck mit Auge an die Hl.Dreifaltigkeit (siehe rechts). Über Gewölk schweben zu beiden Seiten des Dreiecks verehrende Englein. Getreideähren und Weinreben aus Gold und Silber zwischen Rocaillen, zwei weitere Engel unter dem Schauglas und ein Lamm auf dem Buch mit den 7 Siegeln vervollständigen den Schmuck.

Dreieck
mit Auge Gottes
Kelch von 1642
Auch ein 360 Jahre alter Kelch mit sechsblättrigem Fuss und sechskantigem Nodus ist noch vorhanden.
Am Fuss des Kelches (von dem ich kein Foto habe), sind die Worte: HANS ENDER 1642 und ein Münchener Goldschmiedezeichen "WR" eingraviert. WR verweist auf den Goldschmied Wolf Rieder aus Esslingen, der in München 1639 als Mitglied der Goldschmiedezunft aufgeführt wurde und 1690 gestorben ist. Hans Ender dürfte der Stifter gewesen sein.
 

Kelch von 1681
Die Pfarrei ist zudem im Besitz eines Kelches aus dem Jahr 1681, den der Stifter des Choraltars, Dr.Wolfgang Welsch, damals Pfarrer von Efferting bei Linz an der Donau, gestiftet hat.
Der Kelch besitzt Verzierungen:
- an der Kuppa in Form von floralen Silber-
   Applikationen,
- an dem in Form einer Ziervase gestalteten Nodus
   Gravuren und
- am breiten Fuß Silberapplikationen in Form von    Blüten.


Kelch v. 1681

Der Name des Stifters des Kelches ist in einer Umschrift am Fuß des Kelches festgehalten. Dort heißt es:
Übersetzt bedeutet die Umschrift:
"Wolfgang Italus(Welsch) hat diesen Kelch zum ewigen Andenken... gestiftet."

Umschrift



Die Martinskirche in Amperpettenbach gehört seit 1984 zu den schutzwürdigen Kulturgütern im Sinne der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

Hans Schertl


Quellen:
01) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis, 1819, S.605 (Vermögen 1819 - 1106fl.)
02) Max Siebert, Das Königreich Bayern topograph.-statistisch in lexicographischer u.tabellarischer Form dargestellt, 1840 S.28
03) Maria Vinzenz Süss, Die Bürgermeister in Salzburg 1433-1840,1840 (Stifterin Glasgemälde, Knöll)
04) Eisenmann/Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 1831
05) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50 (§ 411)
06) Pleickhard/Stumpf , Bayern ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches 1852 (Statistik)
07) Joachim Sighart, Die mittelalterliche Kunst in der Erzdiözese München-Freising (S.131), 1855
08) Dr.Joachim Sighart, Von München nach Landshut- Ein Eisenbahnbüchlein, S. 26, 1859 (Fenster)
09) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topographisch-statist. Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
10) Heyberger, Landes- und Volkskunde des Konigreichs Bayern,1868
11) Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
12) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
13) Hugo Straßer, "Nova et vetera de parochia Haimbhusiaria", 1901 (Umpfarrung, Glocken)
14) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.821, 1016)
15) Konrad Beyerle, Übersetzung der Handschrift Lex Baiuvariorum, 1926 (nach Christi Geburt)
16) Dr. M. Hartig, Die Kirchen des Dekanats Dachau, 1938
17) Rudolf Goerge, Pferderennen im Amperland, Amperland 1972
18) Bauer/Rupprecht, Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973 (S.223)
19) Markus Bogner, Die Geschichte der Ortsteile von Haimhausen, Amperland 1974
20) Niklas Frh.v. Schrenck-Notzing, Die Herkunft der Ligsalz im Dachauer Land, 1974 (Ligsalz)
21) Dachauer Nachrichten vom 23.5.1980 (Renovierung 80)
22) Max Gruber, Für Dachau und sein Hinterland bis 1800 tätige Architekten, Bau- u. Maurermeister, Amperl. 1982 (Öttl)
23) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Goldschmiede, Gürtler und Zinngießer, Amperland 1983 (Rieder)
24) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Steger)
25) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
26) Gerhard Hanke, Volks- und heimatkundliche Findlinge aus dem Amperland, Amperl.1986-S.167 (Rennet)
27) Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
28) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
29) Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990 S.323
30) Susanne Fischer, Glasgemälde des späten Mittelalters, Amperland 1991/1
31) Markus Bogner, Chronik von Haimhausen, 1991 (Welsch)
32) Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991 (MariaHilf)
33) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Altarweihen 1710, Baumaßnahme 1689)
34) Hans Schnell und Karl Wilhelm, Die Glocken der Pfarrei Haimhausen, 2002
35) Süddeutsche Zeitung vom 29.1.2003
36) Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
37) Sabine Remiger, Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
38) Bayer.Hauptstaatsarchiv, Kloster Indersdorf, Lit.Nr. 221 (Jahrtagsbrief)
39) Bernhard Hülsebusch, Tagung zu Schwarzen Madonnen in Oropa/It, MKKZ v. 8.8.2010
40) Helmut Größ/Robert Böck, Pferderennenn in Pasenbach an St.Leonhard, HausHofHeimat-Vierkirchen, 10/2010
41) Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Osterfahne,Netzgewölbe)
42) Dr.Andrea Kuffner, Mai-Gottesdienst mit Familienangehörigen des Hochaltarstifters, Gemeindeblatt Haimhausen, 5/2011
43) Prof.Dr. Hermann Welsch, 2013 (Welschbiografie)
44) Künstler in Haimhausen im Barock und Rokoko, Ausstellung 2014 (Ellmer)
45) Jahresstatistik 2014 über Haimhausen, Dachauer Nachrichten vom 19.1.2015
46) Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)
47) Bernhard Skrabal, Sanierung von St.Martin Amperpettenbach, Gemeindeblatt Haimhausen, Juli 2016, S.22
48) Bernhard Skrabal, Zum Bauen in Haimhausen u. Fahrenzhausen, Kath.Pfarrbrief, Herbst 2016 (Renovierung)
49) Kunstwerk der Woche, Münchner Kirchenzeitung vom 21.1.2018 (Sebastian Befunduntersuchung)
50) Georg Werner, Ortschronik des Pfarrsprengels Ampermoching, 2018 (Kredit 1689)
51) Der gebaute Himmel, Monumente, Magazin für Denkmalkultur in Deutschland, Dez. 2018

67 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

12.11.2016


Erste urkundliche Nennung von Amperpettenbach
Auszug aus: Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909

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über den
Stifter des Choraltars Dr.Wolfgang Welsch

Beschreibung 1901
von Kaplan Hugo Straßer