zur Landkreiskarte         ausführl.Beschreibung           Kirchen in der Gem.Erdweg


Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in WALKERTSHOFEN

Adresse : 85253 Erdweg, Kirchfeldweg 6
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (früher St.Katharina) steht auf einer Anhöhe im Süden des Ortes.
Sie wurde urkundlich wohl erstmals um 810 erwähnt. Bei einem Gerichtstag in Walkertshofen mit mehreren Bischöfen ging es um Kirchenbesitz; deshalb geht davon aus, dass hier auch ein Gotteshaus stand.

Die Kirche wurde in den 1000 Jahren ihres Bestehens sicher mehrmals gebaut und noch öfter renoviert.
Die ältesten Teile des derzeitigen Baus stammen aus der Stilepoche der Gotik, wahrscheinlich aus dem 15.Jh.

Das Kirchenschiff wurde um 1730, nach der wirtschaftlichen Erholung vom 30jährigen Krieg, im barocken Stil umgebaut und neu ausgestattet.

1884
hat man die Kirche nochmals um fünf Meter erweitert.

Walkertshofen war früher eine besonders arme Pfarrei, die auch in normalen Jahren auf Zuschüsse anderer Pfarreien angewiesen war.

Der Sattelturm mit 4 Eck- und 2 First-türmchen steht an der Nordseite. Die Außenmauern des Chors sind durch abgetreppte Stützpfeiler verstärkt.

Im dem 1884 errichteten Vorbau aus dem Jahre 1884 sind mehrere Epitaphe in die Wand eingelassen, z.B. eine stark verwitterte Rotmarmortafel mit Kelch und Datum 1494

Die Pfarrei Walkertshofen gehört zum Pfarrverband Erdweg, der 1970  

Innenausstattung

Die Deckenfresken zeigen:
- im gewölbten Altarraum die Speisung der 5000 (Brotvermehrung)
- an der Flachdecke des Kirchenschiffs die "Verurteilung der hl. Katharina" (Maler A.Joseph Mangold im Jahr 1802)

Am Hochaltar (1756) ein Gemälde der hl. Katharina, der früheren Kirchenpatronin (mit zerbrochenem Marterrad und Schwert); im Auszug die Hl. Dreifaltigkeit. Auf den Blendwänden zwischen Altar und Chorseitenwänden stehen Figuren der Heiligen
- Florian (rechts, mit brennendem Haus) sowie
- Sebastian (von Pfeilen durchbohrt am Marterbaum) über den Durchgängen.

 zur Beschreibung der Floriansfigurzur Beschreibung des  Josefsaltars zur Beschreibung des linken SeitenaltarsKanzelzur Beschreibung des Deckenfreskoszur Beschreibung des Choraltars zur Beschreibung der Floriansfigurzur Beschreibung der St.Sebastiansfigurzur Beschreibung des Kanzelkreuzeszur Beschreibung des Zelebrationsaltarszur Beschreibung des Taufsteins hier klickenzur Beschreibung der Kreuzstange
per Mouseklick  zu den Beschreibungen


Die Seitenaltäre aus der Zeit um 1770 sind dem hl. Josef und der hl. Maria geweiht.  Sie sind noch ganz im Stil des Rokoko gearbeitet, obwohl sich damals die Blütezeit dieses Stils schon stark dem Ende zuneigte.
Die Patrone sind auf den Altarblättern aus dem 18. und 19.Jh dargestellt.
Das rechte Altarblatt stammt noch aus der Barockzeit. Auf ihm ist St.Josef mit dem Jesuskind umgeben von Putten zu sehen.
Das Bild auf dem linken Altarblatt aus dem 19.Jh. zeigt Maria als Immaculata auf einem Halbmond stehend; das erinnert an die Bibelstelle "den Mond zu ihren Füßen".
Die Seitenaltäre haben hohe Aufsätze, bei denen Strahlenkränze ins Auge fallen. Sie haben das Herz Mariens (mit Blumenkranz) und das Herz Jesu (mit Dornenkrone) als Mittelpunkt.

Neben dem rechten Seitenaltar steht der hochovale Taufstein aus marmoriertem Holz (18.Jh). Auf dem Deckel stehen die Figuren von Jesus und Johannes dem Täufer.

Die barocke Kanzel aus dem Jahr 1690 gehört zu den ältesten Ausstattungsstücken.

An der Emporenbrüstung enthalten Fresken Erzählungen aus der Katharinenlegende.

Die Innenseite der Emporenbrüstung ist mit alten Apostelbildern auf Holz verkleidet.

Die kleine Orgel mit dreiteiligem klassizistischen Prospekt stammt aus dem Jahr 1885.


Chronologische Übersicht

«—
784
Erste Erwähnung der Ortschaft   «—
1792
Umbau
«—
810
Gerichtstag in Walkertshofen
(=indirekte Erwähnung einer Kirche)
«—
1802
bis 1809: Ausmalung der Decken durch J.Mangold
«—
957
Erste schriftliche Erwähnung einer Kirche «—   neue Altarblätter
«— 1340 Petersbergbasilika wird Filiale von Walkertshofen «—   Kreuzwegstationen
«—
15.Jh.
2.Hälfte: (Um)Bau der gotischen Kirche
(Turm und Altarraum noch erhalten)
«—
1825
Pfarrhaus erbaut
«—
1494
Ältestes Epitaph für Pfarrer Johannes «—
1830
Neubesetzung der Pfarrstelle
«—
1524
Kleinste Pfarrei im Dachauer Land: 40 Gläubigge «—
1870
Bruderschaft vom heiligsten Herzen Jesu
«—
1598
Kirche wird als reparaturbedürftig bezeichnet. «—
1871
Zugehörigkeit vom Dekanat Egenhofen zum Dekanat Sittenbach geändert
«—
1626
Beginn der Matrikelbücher in Walkertshofen «—
1884
Verlängerung des Kirchenschiffs,
 
1675
Kostenvoranschlag für den Bau eines Kirchenvorhauses durch Maurermeister Bernhard Schmidt aus Eisenhofen 16) «— neues Vorhaus
«—
1676
Schweres Unwetter beschädigt die Kirche «— 1885 Neue Orgel (evtl. von März ?)
«—
1690
Neue Kanzel «— 1920 Orgel-Restauration durch Orgelbauer G.Behler und G.Waldemaier, München
«—
1695
Kirchendachreparatur durch Maurermeister Bernhard Schmidt aus Eisenhofen 24) 16) «— 1922 Drei neue Glocken
«—
1722
Neue Glocke von Anton Benedikt Ernst und Johann Matthias Langenecker aus München 18) «— 1929 Restaurierung der Deckengemälde durch Joseph Zimmermann 24)
«—
1725
Neues Weihwasserbecken «— 1957 Restaurierung der Deckengemälde durch Karl Eixenberger 24)
«—
1727
-1733: Stuckierung des Kirchenschiffs «— 1970 Pfarrverband Erdweg gegründet
«—
1756
Neuer Choraltar,(evt. 1770)   erster Zelebrationsaltar
«—
evtl. neuer Taufstein «— 1977 bis 1978: Volksmission und Anbringung des Kruzifixes an der Außenseite
«—
neue Seitenaltäre «— 1986 Außenrenovierung 25)
«—
Figuren von Florian und Sebastian   2010 Große Renovierung
«— 1770 Chorgestühl      

 


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
07)


Geschichte: Erste Kirche 950 Matrikel 1315 Matrikel 1524 Gotische Kirche Visitation 1560
Visitationen 1600 Matrikel 1738 Beschreibung 1820 Beschreibung 1880 Beschreibung 1895
  Verlängerung 1884 Pfarrerliste Sage vom Emporenfenster
Ausstattung: Altarraum Apostelleuchter Baubeschreibung Choraltar Chorbogen
Deckengemälde-1 Deckengemälde-2 Empore Epitaphe Kanzel
Kanzelkreuz Kirchenschiff Kreuzweg         Krippe Mater dolorosa
Orgel Pfarrhaus Sakristei Seitenaltäre Taufstein
Vorhaus Kirchenstühle      

Walkertshofen ist einer der ältesten Orte im Landkreis Dachau. In der Urkunde Nr. 118 der Freisinger Traditionen 06) wird er im Jahr 784 im Rahmen einer Schenkung erstmals erwähnt. Damals vermachte ein Mann namens Helmker seine Besitztümer in Singenbach (jetzt Gemeinde Geroldsbach), Ried bei Indersdorf und eben Walkertshofen damals "Uvaldkereshova" (Hof des Waldker) genannt, der von ihm erbauten Eigenkirche zu Singenbach [.."in ripa fluminis, quod vocatur Clana, villa nuncupante Uualdkereshova sita est"]. Einer der Zeugen, die bei jedem dieser Rechtsgeschäfte dabei sein mussten und auch in den Urkunden einzeln namentlich erwähnt wurden, war ein Uualdkeri. Er gehörte -nach Prof.Strömer- dem uralten bayerischen Adelsgeschlecht der Huosi an und könnte der Gründer und Namensgeber von Walkertshofen gewesen sein. 21)

Gerichtstag in Walkertshofen um 810  
06)
Ein Jahr später schenkte Helmker die Kirche von Singenbach dem Bistum Freising unter Bischof Atto (783-811). Als die Schenkung um das Jahr 800 angezweifelt wurde, fand ein paar Jahre später in Walkertshofen ein großer Gerichtstag statt
10) . An ihm nahmen neben Bischof Atto auch der Salzburger Erzbischof Arno (785-821), der Stellvertreter Karls d.Großen von 799 bis 819, der Gesandte Audulf, der Bischof Adelwin von Regensburg (791-816) und fünf Äbte u.a. aus Tegernsee (Abt Meginhart), Moosburg, Altomünster und aus Wessobrunn (Abt Snello) teil 17) Dabei soll es auch um den Kirchenbesitz von Walkertshofen gegangen sein. Deshalb kann man von einer ersten, wenn auch indirekten Erwähnung der Kirche um 810 sprechen. Im Übrigen ist davon auszugehen, dass ein Ort, der so bedeutend war, dass sich in ihm drei Bischöfe, fünf Äbte und der Stellvertreter des Kaisers trafen, auch eine Kirche hatte. Es wird angenommen, dass bei dem Gerichtstag mindestens 1000 Personen mit ca. 1200 Pferden anwesend waren, die alle untergebracht und verpflegt werden mussten 17).

Die Kunde vom Gerichtstag entnehmen wir der Urkunde Nr. 242, die in der Urkundensammlung Freisinger Traditionen aufbewahrt wird. Das genaue Ausstellungsdatum wird nicht genannt. Das ist nicht ungewöhnlich, weil zum einen die Zeitrechnung "nach Christi Geburt" damals noch nicht verwendet wurde und zum anderen die auf römischen Brauch zurückgehende ausführliche Eingangsfor-mel vereinfacht worden war.
08) Nach römischen Recht musste an den Anfang des Schriftstücks eine umfassende Darstellung des Rechtsgeschäfts, die Aufführung der Zeugen, das Datum und die Unterschrift des Schreibers gesetzt werden. Ab dem 9.Jh, also zu der Ausstellungszeit unserer Urkunde, begnügte man sich mit einer kurzen Erwähnung der Rechtshandlung und einer akribischen Aufzählung aller Zeugen des Vertragsabschlusses. Grund war, dass im Fall der Anfechtung der Rechtshandlung der Hauptbeweis in den Zeugen lag. Bei der Beschreibung der Rechtshandlung hat man auch die Namen der Rechtsbeteiligten aufgeführt. War eine der Parteien die Kirche, wurde der Name des Bischofs genannt. Da die Regierungszeit der Freisinger Bischöfe bekannt ist, lässt sich aus dem Bischofsnamen Atto der Zeitraum, in dem die Urkunde ausgestellt worden sein muss, eingrenzen. Ein solcher Fall liegt auch bei der Urkunde Nr. 242 vor. Da beim Gerichtstag aber so viele prominente Tagungsteilnehmer und Zeugen anwesend waren, von denen ebenfalls Lebensdaten bekannt sind, konnte der Ausstellungszeitraum für die Urkunde auf die Zeit 806-810 eingegrenzt werden.
Solche Gerichtstage, publica placita genannt, fanden in der Zeit zwischen 788, dem Sturz des Stammesherzogs Tassilo III und der Zeit um 850 im Landkreis Dachau mehrfach statt, so steht es in der Walkertshofener Chronik
17) ; neben Walkertshofen auch in Ampermoching, Haimhausen, Vierkirchen, Bergkirchen, Ainhofen und Tandern.

Ortsentwicklung

Walkertshofen hatte
im Jahr
Anwesen
(Gebäude)
Einwohner
(Ober)Eigentümer dieser Anwesen waren das Kloster Scheyern, die Herren von Unterweikertshofen, das Kastenamt Dachau und die Kirchen von Schwabhausen, Petersberg und Walkertshofen.
Zur Walkertshofener Kirche gehörten zwei 1/16-Höfe und natürlich der Pfarrhof mit den Ökonomiegebäuden und den Pfarrgründen mit 14 Tagwerk Äckern, 5 Tagwerk Wiesen und 15 Tagwerk Wald. Es war -mit insg. 11 ha- ein kleiner Hof.
Anfang des 16.Jh war Walkertshofen eine der kleinsten Pfarreien des Bistums Freising.
1485
15
17)
1500
16
17)
1760
18
1868
(42)
127 04)
1884
23
132 17)  
1984
80
250 17)
 

Geschichte der Kirche

Die Pfarrkirche wurde -neben der indirekten Erwähnung um 810- auch in der Zeit zwischen 937 und 957 urkundlich genannt 10) . Damals vertauschte der später heilig gesprochene Bischof Lampert (937-957) seinen Besitz in Walkertshofen mit Kirche und allen Einkünften aus dem Ort an einen Edlen namens Papo (Urk.Nr. 1090 J) und erhielt dafür dessen Besitztümer in Biberbach und in Tirol.
Walkertshofen gehörte damit dem Edlen Papo, dem Sohn des Pilgrim. 06)   Später ging der Ort in den Besitz des Grafen Perichtold von Burgeck über. Dieser Graf stiftete um 1100 den Benediktinern von Fischbachau die Kirche und einen Hof. Der Orden wandelte 1104 auf dem Petersberg die Burg Glaneck in ein Kloster um und ließ dort die noch heute vorhandene Basilika errichteten.

Patrozinium 17)
Das Patrozinium hatte ursprünglich St.Maria inne (Fest Mariä Himmelfahrt am 15.August). In der Zeit zwischen 1621 und 1738 (das genaue Jahr ist nicht bekannt - vielleicht bei den Umbauten 1695 oder 1733) wechselte das Patrozinium zu St.Katharina von Alexandrien. Einige nehmen an, dass die aufkommende Wallfahrt zu Maria-Stern in Taxa das Muttergottespatrozinium verdrängt hat. Seit 1957 ist wieder zu Maria die Kirchenpatronin.

Walkertshofen war früher eine besonders arme Pfarrei, die auch in normalen Jahren auf Zuschüsse anderer Pfarreien angewiesen war. So schrieb 1777 Pfarrer Aegidius Daubenberger, der von 1676-1692 hier Seelsorger war, sein Gotteshaus habe gar nichts, er habe es selbst aus eigenen Mitteln "cultifiziert und aufgerichtet". 24)


Beschreibung von 1315
03)
In der Konradinischen Matrikel von 1315 ("Walkershouen cum sepult sol XI sol") wird bei der Pfarrkirche Walkertshofen ein Friedhof erwähnt. Eine Filialkirche wird nicht genannt. Die Petersbergbasilika gehörte damals kirchenrechtlich noch zum Kloster Scheyern.


Gotische Kirche
Der heutige Kirchenbau wurde wohl in gotischer Zeit (2.Hälfte des 15.Jh)
10) errichtet und seither mehrfach verändert. Turm und Altarraum stammen noch aus gotischer Zeit, mit Stützpfeilern außen und Netzgewölbe innen.

Beschreibung von 1524 03)
Nach der Sunderndorfer'schen Matrikel aus dem Jahr 1524 war die Pfarrei "B.Mariae Virginis in Walckershoven" dem Pfarrherrn Joannes Errman übertragen. Die Seelsorge in Walkertshofen versah aber Capellanus Leonhard Seidl; er betreute nur 40 Communicantes, d.s. Gläubige nach der Erstkommunion
37) . Damit war Walkertshofen die kleinste Pfarrei des Dachauer Landes. Sie hatte inzwischen eine Filiale bekommen, nämlich "s.Petri in Petersberg".
Das Patronatsrecht (Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrstelle) an der Pfarrei besaß damals noch das Kloster Scheyern. 20 Jahre später, am 4. Aug. 1544, wird dieses Recht vom Scheyrer Abt Andreas Pankraz auf den Besitzer der Hofmark Eisenhofen, den Kanzler Leonhard Eck, übertragen (1740 lag das Recht bei den Bischöfen von Freising. Um 1850 war das Recht auf den Staat übergegangen; dem Bistum war nur noch gestattet, "drey Candidaten vorzuschlagen"). Das Pfarrhaus in Walkertshofen und die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude zeigten im Jahr 1524 keine Schäden, heißt es in der Matrikel.

Visitation 1560 14)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Walkertshofen heißt es, dass der Pfarrer Wolfgangus Peitzhofer in ausreichendem Maße gelehrt, katholisch und fromm sei, die Sakramente spende und die Zeremonien katholisch und andächtig verrichte. Die Pfarrangehörigen seien alle katholisch geblieben. Dennoch wusste der Visitator in seinem Bericht über ein unziemliches Verhalten einiger Personen zu berichten. Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 (in heutigem Deutsch) lesen möchten, klicken Sie hier...

Visitationen um 1600 09)
Aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg sind Bemerkungen über die Pfarrei aus drei weiteren Visitationsberichten erhalten.
1598:
1598 hieß es, die Kirche sei reparaturbedürftig. Das Innere sei kaum ausgemalt. Altartafeln (mit den darauf geschriebenen Mess-Gebeten) und Altartücher sowie Fahnen seien vorhanden. Auch am Kirchengestühl bestehe kein Mangel.
  Originaltext: "Die Khirch und pfarrhoff seindt paufällig, sunst an altern Tafln, alter diecher, fanen, gstiel ist nit mangl. hat wenig gmäl in der Khirchen". (B 571, S.420)

1617:
Als Ergebnis der Visitation 1617 wurde festgehalten: Walkertshofen habe drei Altäre. Der erste sei Maria geweiht, der zweite St.Katharina und der dritte St.Anna. Das Kirchweihfest werde am Sonntag vor Weihnachten gefeiert. Möglicherweise hat sich der Schreiber beim Kirchweihtag auch geirrt; denn 100 Jahre später wurde die Kirchweihe am Sonntag vor Mariä Geburt (nicht Jesu Geburt) gefeiert. Ein Kirchweihfest im Advent ist undenkbar. 1820 wird als Kirchweihtag der
1ste Sonntag im August genannt.
  Originaltext: "Walkertshofen: Patrona Ecclesiae S.Maria, 2. alt. S.Catharina 3.alt. S.Anna. Dedicatio Dominica ante nati vitatem Domini". (B 598, S.321)

1621:
Keine gutes Haar lässt der Visitationsbericht 1621 an der Pfarrei: Die Pfarrkirche sei von schlechter Bausubstanz In der Sakristei gehe es unordentlich zu, alles liege durch- und übereinander und verschimmle.
  Originaltext: "Parochalis Walcherzhofen ad B.Virginem ist ein schlechts Khirchlein. In der Sacristei Kein Ordnung. ligts alles undereinander und ergräblt alles". (B 598, S.378)

Dabei muss man darauf hinweisen, dass der 30jährige Krieg zwar schon ausgebrochen war, die Kampfhandlungen mit Zerstörung und Plünderung aber erst 1632 mit dem Schwedeneinfall nach Bayern kamen. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und auch noch Jahrzehnte danach wurden die Pfarreien Walkertshofen und Welshofen (wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen) von einem Priester zusammen versehen.

Im Jahr 1676 wurden Walkertshofen und die Kirche von einem schweren Unwetter getroffen.
Der Pfarrer schrieb an das Ordinariat, durch "das schädliche fruehe Hochgewitter und Schauer" seien die Dächer der Pfarrkirche, der Maria-Hilf-Kapelle und der Friedhofsmauer ringsum zerschla-gen und das Gemäuer vom Regenwasser beschädigt worden und die Reparatur habe 100 Gulden gekostet.



Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1663


Pfarrbücher/Matrikelbücher
Die Matrikelbücher der Pfarrei Walkertshofen beginnen 1626. Das teilen uns Mayr/Westermayr in ihrer Beschreibung von 1884 mit. In diesen Matrikelbüchern sind die Taufen, die Hochzeiten und Sterbefälle eingetragen. Damit gehören sie im Dachauer Land mit zu den am weitesten zurückreichenden Büchern. Lediglich das Kloster Indersdorf besitzt noch ältere Bücher (Beginn: 1601).

Matrikelbücher gab es
in vielen Pfarreien schon viel früher. In protestantischen Pfarreien hat man sie meist kurz nach der Reformation eingeführt. In katholischen Pfarreien sind sie seit dem Tridentinischen Konzil (1546-1564) allgemein vorgeschrieben und sogar durch Formulare vereinheitlicht. In unserem Gebiet sind aber viele der Matrikelbücher durch die Wirren des 30jährigen Kriegs verloren gegangen. Deshalb beginnen die ältesten Eintragungen meist erst nach dem Krieg, manchmal ergänzt durch Angaben aus den Erinnerungen von überlebenden Gläubigen. Ob es sich hier in Walkertshofen auch um solche ergänzte Bücher aus der Zeit nach dem Krieg handelt oder ob die die Vorschrift des Tridentinischen Konzils erst mit 60jähriger Verspätung umgesetzt wurde, ist mir nicht bekannt. Im letzteren Falle hätten die Matrikelbücher in Walkertshofen den 30jährigen Krieg überstanden.


Umbau 1695
Das Langhaus, das Kirchenschiff, wurde 1695, nach der wirtschaftlichen Erholung vom 30jährigen Krieg, und nochmals in den Jahren 1727-33 im barocken Stil umgebaut und neu ausgestattet.
1695 hatte Hans Maurer aus Hirtlbach einen Überschlag (=Kostenvoranschlag) für das Pflaster und eine Kirchendachreparatur vorgelegt
13) . Die Arbeiten wurden von Maurermeister Bernhard Schmidt aus Eisenhofen durchgeführt. 24), 16)
Von 1727/33 stammt die Stuckierung des Altarraums.
24)

Angstläuten
Der Kirchenrechnung von 1730 ist zu entnehmen, dass der Mesner eine spezielle Vergütung für das Angstläuten erhalten hat
("Dem Mesner Von der Angst zu leuthen ... 12 Kreuzer"). Das ist zwar ein geringer Jahresbetrag, doch die Arbeit war auch nicht umfangreich.
14)
"Angstläuten" war die volkstümliche Bezeichnung für das spezifische Glockenläuten am Donnerstag Abend. Dieses Gedächtnisläuten sollte die Gläubigen an die Todesangst Christi im Garten Gethsemane erinnern. Meist läutet dazu nach dem abendlichen Angelus-Gebet oder einer anderen, besonders festgelegten Zeit eine Einzelglocke, bevorzugt die größte des bestehenden Ensembles.


Beschreibung von 1738/40 03)
In den Jahren 1738 bis 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'sche Matrikel. Über die Pfarrei "s.Catharinae in Walkhertshoffen" berichtete er: Der erst 1737 installierte Pfarrer heiße Johannes Jobst. Er wohne in einem Pfarrhaus, das -ebenso wie die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude- keine bemerkenswerte Schäden aufweise. Die Zahl der Communicantes habe sich in den vergangenen 200 Jahren von 40 auf 150 fast vervierfacht. Das war im Vergleich zu den umliegenden Pfarreien ein doppelt so hoher Anstieg der Gläubigenzahl; nur bei Welshofen war die Entwicklung vergleichbar. Als Filialkirche wird neben der Petersbergbasilika noch die "Capella Beatae Mariae Virginis auf dem Prunberg" (=Klausenkapelle) genannt.
Die Pfarrkirche selbst sei von guter Bausubstanz (kein Wunder, sie war ja im Wesentlichen erst 10 Jahre zuvor erbaut worden).
In ihr stünden drei Altäre, schreibt Schmidt; der Hochaltar sei der jungfräulichen Märtyrerin Katharina, einer der Seitenaltäre der Muttergottes geweiht. Der Patron des anderen Seitenaltars ist nicht mehr leserlich. Gottesdienste würden an allen Sonn- und Feiertagen gehalten, außer an den Tagen, an denen die Messen auf dem Petersberg gelesen werden. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag vor Mariä Geburt (So vor 8.Sept).
In der Kirche befänden sich Taufbecken und hl.Öle. In der Sakristei würden schöne Messgewänder aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Pfarrgottshauses hat in letzter Rechnung 773 fl (=Gulden) 1 kr. (=Kreuzer) 4 hl. (=Heller) betroffen". Das war für eine Pfarrkirche kein hoher Betrag, ist aber einerseits mit dem Kirchenbau einige Jahre zuvor und der geringen Gläubigenzahl zu erklären.


Umbau 1792
17)
Um 1792 gestaltete Pfarrer Leonhard Huber, der 31 Jahre lang Pfarrer von Walkertshofen war, die Pfarrkirche so um, wie wir sie heute noch sehen können. Bei der Neu-Einweihung hat man einen neuen Altarstein wie folgt beschriftet:
  "Am 15.4.1792 weihen wir, durch die Gnade Gottes Joseph Konrad (von Schroffenberg), Bischof von Freising und Regensburg, Propst von Berchtesgaden, der Heiligen Römischen Kirche Fürst, diesen tragbaren Altarstein und schlossen die Reliquien der Heiligen Eutropius, der Heiligen Honoratus, der Heiligen Genoveva" (ein).
Hinweis:
St. Eutropius, war im 3.Jh. Bischof von Saintes
St. Honoratus war um 600 Bischof von Amiens
St. Genoveva war Jungfrau und Märtyrerin in Paris und starb am 3.1.512


Beschreibung 1820  33), 34)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellteim Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer 05) die ausführlichste Darstellung.
Die Beschreibung wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley ohne Namensnennung von Deutinger herausgegeben.

Die Pfarrei Walkertshofen wird darin (S.124) wie folgt beschrieben:
  "Walkertshofen, Säcular Pfarrei (Bischof). Pfarrkirche Patronin hl. Kathar(ina); Kw (=Kirchweihfest) Sonntag vor Mariä Geburt. Capelle daselbst; Patronin hl.Anna, Kw: 1sten Sonntag im August
Petersberg, Patron hl.Petrus; Kw: 6ten Sonntag nach Ostern.
Seelenzahl:
Pfarrei Walkertshf.: 214 Gläubige in 29 Häusern
Dorf Walkertshofen: 155 Gläubige in  21 Häusern
Dorf Erdweg:   45 Gläubige in     5 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/4 Stunde
Petersberg: 14 Gläubige in     3 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Stunde"


Besetzung der Pfarrei 1830 01)
Als im Jahr 1830 die Pfarrei nach der Versetzung des Pfarrers Franz Xaver Deyrer frei geworden war, suchte das Ordinariat im Bayerischen Intelligenzblatt, einem Vorläufer des Bayr.Staatsanzeigers, einen Bewerber um diese Pfarrei:
                                Bekanntmachungen
(Die erledigte Pfarrey Walkertshofen, K.Landgerichts Dachau betreffend.)
Durch die Beförderung des Priesters Franz Xaver Deyrer ist die landesfürstliche Patronats-Pfarrey Walkertshofen, im Decanate Egenhofen und Königl.Landgerichte Dachau gelegen, in Erledigung gekommen.
Da Seiner Excellenz, dem hochwürdigsten Herrn Erzbischofe von München-Freiysing, auf die genannte Pfarrey das Vorschlagsrecht zusteht; so haben die Bewerber um dieselbe, wenn sie mit dem landesfürstlichen Tischtitel und den übrigen nöthigen Eigenschaften versehen sind, ihre Gesuche binnen vier Weochen hierorts einzureichen.
München den 11.Nov.1830, Das Erzbischöfliche Ordinariat München-Freysing, Senestrey, Gem.Vic. Sellmayr, Secr.



Beschreibung 1880
05)
Kirche und Pfarrei Walkertshofen sind auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-80 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und später Pf. Georg Westermayer als Buch veröffentlichten:
Geographie:"Der Pfarrsitz liegt 1 km abseits der Landstraße von Dachau nach Aichach, hoch gelegen. Die Pfarrei hat 200 Seelen in 32 Häusern. Davon wohnen 132 Gläubige (in 23 Häusern) in der Ortschaft Walkertshofen selbst, die Übrigen in Erdweg 48 (6) und am Petersberg 20 (3). Der Umfang der Pfarrei beträgt 6 km. Die Wege sind gut." Walkertshofen gehört noch immer zu den kleinsten Pfarreien im Dachauer Land. In Walkertshofen unterrichtet 1 Lehrer 82 Werktags- und 48 Feiertagsschüler.
Pfarrei
: "Das Präsentationsrecht liegt beim Domkapitel in Freising (=das Domkapitel, der engste Mitarbeiterstab des Bischofs, war eine eigenständige juristische Person, die unabhängig vom Bischof selbst kirchlichen Besitz und Rechte haben konnte. Lediglich weltliche Geschäfte war ihm verwehrt; dafür benötigte das Domkapitel einen Vogt). Die Kirchenrechnung weist bei 1613 Mark Einnahmen und 57 Mark Lasten einen jährlichen Reinertrag von 1555 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) umfasst Grundstücke von 60 Tagwerk (= 20 ha) Fläche der Bonität 11. Das Pfarrhaus -1825 erbaut- ist geräumig, passend und trocken, ebenso die Ökonomiegebäude. Die Matrikelbücher beginnen 1626.

Westseite
Pfarrkirche: Erbauungsjahr unbekannt. Ursprünglich gothisch, jetzt Renaissancestyl. Die Geräumigkeit ist
zureichend. Sattel-Thurm mit 3 Glocken, gegossen 1874 von Schmid in Augsburg. 3 Altäre; Orgel mit 6 Registern. In bzw. an der Kirche befinden sich Grabsteine der Pfarrer Balthasar Paur +1624, Sigmund Faber +1722, Johann Jobst +1745. In der Vorhalle ein kaum mehr leserlicher Stein mit der Jahreszahl 1494. Cemeterium (= Friedhof) bei der Kirche ohne Kapelle. Stiftungen: 17 Jahrtage und 43 Jahrmessen. Seit 24.Juni 1870 gibt es eine Bruderschaft vom heiligsten Herzen Jesu (Gebetsapostolat), deren Hauptfest am 3.Sonntag nach Pfingsten gefeiert wird. Meßner und Cantor ist der Lehrer; eigenes Meßnerhaus nicht vorhanden. Kirchenvermögen: 11.400 Mark".


Verlängerung des Kirchenschiffs 1884

Im Jahr 1884 wurde die Kirche unter Pfr. Anton Immler um 5,50 Meter nach Westen verlängert. Dabei hat man die Empore zurückgesetzt und von 2,50 auf 5 m erweitert.
24) Auch der Kirchturm wurde renoviert und dabei in die heutige Fassung gebracht. Die Erweiterung wird "heute als recht unglücklich angesehen", steht in der Chronik.


Beschreibung 1895 
36)
Die Kirche von Walkertshofen ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde:
   "Altäre um 1760. Im westlichen Vorzeichen Grabstein des Pfarrers Johannes (?) de augo, +1494
"die sat.floriani" Rother
    Marmor. Mit Kelch und Wappen. H. 120, br. 55 cm. Aussen an der Südwand des Chores Grabstein des Pfarrers Balthasar
    Paur + 18. Februar 1624."


Bruderschaft
05)
Am 24.6.1870 wurde die "Bruderschaft zum heiligsten Herzen Jesu" oberhirtlich bestätigt. Hauptanliegen war das Gebet (Gebetsbruderschaft). Die Teilnahme an Leichenbegängnissen von Mitgliedern galt als selbstverständlich. Das Totengedächtnis wurde entsprechend den Wurzeln des Bruderschaftswesens in den frühmittelalterlichen Gebetsverbrüderungen zur zentralen Aktion aller Bruderschaften. Das Bruderschaftsfest war auf den 3.Sonntag nach Pfingsten festgesetzt. Herz-Jesu-Bruderschaften, entstanden vor allem nach dem Tod der französischen Mystikerin Marguerite Marie Alacoque (1647-1690)
.

Pfarrei-Statistik
1524 40 Communicantes 37)
1560 90 Communicantes 37)
1738 150 Pfarrangehörige
1847 185 Pfarrangehörige 02)
1880 200 Pfarrangehörige 05)
1884 200 Pfarrangehörige(132 in Walkertshofen, 48 in Erdweg, 20 am Petersberg) 17)


Dekanat

Die Pfarrei gehörte Jahrhunderte lang zum Dekanat Egenhofen. 1871 wurde sie mit den im Landkreis Dachau liegenden Pfarreien Oberroth, Arnbach, Schwabhausen und Welshofen dem Dekanat Sittenbach zugeteilt. Ab 1924 hieß dieses Dekanat Altomünster (wegen "der vormals angesehenen Abtei und der vom hl.Bonifatius geweihten Kirche") und seit 1973 Indersdorf.

Pfarrverband
Am 1973 schloss sich Walkertshofen mit den Pfarreien Arnbach, Großberghofen, Welshofen, Kleinberghofen und Hirtlbach zum Pfarrverband Erdweg zusammen, dem ältesten Pfarrverband in der Erzdiözese München und Freising.
Der Pfarrer von Erdweg wird weiterhin auf die Pfarrei Walkertshofen investiert, da es eine Pfarrei Erdweg nicht gibt.
17)


Berichte aus der Pfarrei

Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit den Kirchengebäuden, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit.
Unter anderem Berichte über Primizen und Installationen oder wie hier in Walkertshofen, die Beerdigung eines Pfarrers im Jahr 1919. Wenn Sie den Bericht lesen möchten, klicken Sie hier...


Pfarrerliste
Der erste bekannte Pfarrer war ein Johannes de Augo, der 1494 gestorben ist. Dies ist auf seinem Grabstein noch zu entziffern.
Nach ihm sind 34 weitere Pfarrer namentlich bekannt. Der letzte (alleinige) Pfarrer von Walkertshofen hieß Cherubin Uhl. Pater Heinz Wipfler war bereits für Walkertshofen und Welshofen zuständig. Unter Engelbert Wagner wurde der Pfarrverband Erdweg gegründet, dessen erster Leiter er war. Wenn Sie die Pfarrerliste sehen möchten, klicken Sie hier...

 

Baubeschreibung

Die Kirche liegt auf einer Anhöhe am südlichen Ortsrand in einem ummauerten Friedhof.
Das Kirchenschiff besitzt vier Joche, der etwas eingezogene Chor 2 Joche. Außen am Chor abgetreppte Stützpfeiler. 13 Fenster (im Altarraum und nach Westen spitzbogig, sonst segmentbogig) geben dem Innenraum Tageslicht.
Am Chorscheitel ist ein großes Eisenkreuz aus dem 20.Jh angebracht. Eine Kalksteintafel darunter erinnert an die Gemeindemission der Jahr 1977/78.
  Hinweis: Die Volksmission geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war Teil der kath. Gegenreformation. Sie wurde in regelmäßigem zeitlichen Abstand in allen Pfarreien abgehalten. Das kirchliche Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle.

Missionskreuz

Turm:
Der 23 m
hohe 17) Sattelturmaus gotischer Zeit mit vier Eck- und zwei um 45 Grad gedrehten Firsttürmchen, steht an der Nordseite zwischen Chor und Langhaus. Sein Grundriss ist quadratisch. Die Seiten sind durch Felderrahmungen gegliedert. Im Turm-Erdgeschoss bedeckt ein altes Tonnengewölbe mit Stichkappen den Raum. Der Zugang zum Altarraum führt durch ein spitzbogiges Portal. Die Schallfenster sind unterschiedlich gestaltet: Nach Westen ein Rechteckfenster, an den anderen drei Seiten Zwillingsfenster.
Glocken:
Im Jahr 1722 hatte
Anton Benedikt Ernst zusammen mit Johann Matthias Langenecker aus München eine Glocke für Walkertshofen gegossen 18) 19) . Sie dürfte nicht mehr vorhanden sein, weil 1922 drei neue Glocken angeschafft worden waren, wie aus einem Bericht des Amperboten vom 23.9.1922 hervorgeht (klicken Sie hier...). Ob alle diese drei Glocken den 2.Weltkrieg überstanden haben, ist mir nicht bekannt.
Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier.....


Die Sakristei ist an der Nordseite der Kirche, an den Turm anschließend, angebaut.
Das Vorhaus stammt aus dem 20.Jh.
25)

 

Innenausstattung

Innenmaße des Kirchenbaus:

—  Länge des Kirche 21 m (davon Kirchenschiff: 13,05 m ; Altarraum: 7,20 m; Chorbogen 0,80 m); Vorhaus 1,50 m
—  Breite der Kirche: Kirchenschiff: 6,56 m; Altarraum: 6,10 m
—  Höhe: Kirchenschiff: 5,61 m; Altarraum: 5,55 m (Altarstufe 0,20 m); Empore beginnt in 2,37 m Höhe

Der Boden der Kirche ist mit alten Solnhofener Platten, teils im Rosenspitzmuster, teils wandparallel ausgelegt. 25)


Altarraum / Chor

Der 5,55 m hohe Altarraum ist nur leicht eingezogen und schließt mit den 3 Seiten eines Achtecks und ist mit einem noch aus gotischer Zeit stammenden Netzgewölbe überdeckt.
Die Vielzahl der Rippenbögen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippen-gewölbe- allein durch die Statik bedingt, sondern dient auch der Zierde.


Altarraum
Das Gewölbe endet auf profilierten Konsolen mit Eierstabverzierungen. Der um 1730 24) aufgebrachte Stuckrahmen besteht aus  Laubgurten. Unter den Chorfenstern flache Nischeneintiefungen.

Der Altarraum ist über den Fenstern mit hohen Stichkappen versehen, deren grau-grundierte Zwickel mit vier Grisaille-Vasen, goldenen Blüten und Fruchtfestons bemalt sind.


Deckenfresko

Von Stuck umrahmt ist auch das ovale Deckenfresko, das die Speisung der Fünftausend (wunderbare Brotvermehrung) darstellt. Darüber die Verehrung der Eucharistie durch Engel. Es dürfte -wie das Deckengemälde im Langhaus- von A.Joseph Mangold (um 1802-09) gemalt worden sein.

Das Gemälde wurde wegen der Armut der Pfarrei von Pfarrer Leonhard Hueber und vom Ehepaar Paßl (Bauer auf dem Paßlhof in Walkertshofen) im Jahr 1802 privat gestiftet. Die Stifter sind in einem kleinen Bild auf der Innenseite des Chorbogens abgebildet.

Das 5 x 1,9 m große Fresko zeigt Männer, Frauen, Kinder und einen Soldaten, die sich auf einem spärlich bewachsenen Hügel um Jesus und seine Jünger versammelt haben.


Speisung der
Fünftausend

Jesus sitzt auf einem Stein und segnet die beiden Fische, die ihm von einem Knaben gereicht werden. Die Apostel sind rings um Jesus geschart. Am linken Rand steht Petrus mit ausgebreiteten Armen. Zu beiden Sei-ten der Apostel sieht man im Hintergrund Frauen mit Broten. Über dieser Szene ermöglicht das Gemälde einen Blick in den Himmel, wo eine Monstranz auf Wolken steht, die von Engeln verehrt wird. Die Monstranz soll darauf hinweisen, dass die Brotvermehrung als Hinweis auf die später eingesetzte Eucharistie zu verstehen ist.


Choraltar / Hochaltar

Der Hochaltar/Choraltar besitzt einen Säulenaufbau mit zwei glatten Säulen (mit Rokokokapitellen) auf jeder Seite und einem tief eingeschnittenem Gebälk, auf dem zwei Engel in vergoldeten und versilberten Gewändern sitzen. Der Altar ist wohl 1756 entstanden; jedenfalls ist diese Jahreszahl auf der Rückseite eingeschnitzt".
Der Altaraufbau (Retabel) aus Holz ist rosa und grau marmoriert (= mit Marmormuster bemalt). Der Altar wurde von Thomas Plabst errichtet ("Thomas Plabst constitutus"). Säulen an den Altären haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb sind Säulenretabel eine beliebte Bauform.

Altaraufsatz
Im Auszug (Aufsatz) des Hochaltars eine Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit, wie sie in der Barockzeit (hier 17.Jh)   25) gerne gemalt wurde: Auf eine große blaue Weltkugel stützen sich rechts Gottvater mit wallendem Bart und dem dreieckigen Heiligenschein sowie links Christus im roten Mantel, der ein großes Kreuz im Arm hält

Hl.Dreifaltigkeit
Darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Zu beiden Seiten des üppig umrahmten Bildes Cherubim, zwei Ziervasen und vier weitere sitzende Engel. Ein Teil der Engel könnte noch vom Vorgängeraltar stammen 10) .
  Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam.

Mittelteil
Das 170 x 92 cm 25) große Altarblatt stellt die Glorie der heiligen Katharina dar, die vom beginnenden 18. Jh bis 1957 Kirchenpatronin war.

Engel halten das Richtschwert und reichen der in einen roten Mantel gehüllten Heiligen Lorbeerkranz und Märtyrerpalme (beides Attribute von Märtyrern) herab. Die Krone auf dem Haupt weist sie als Königstochter aus. Neben der Heiligen ein weiteres Attribut der hl. Katharina, ein zerbrochenes Marterrad. Zu ihren Füßen liegt ein vom Himmel bestrafter Henkersknecht.

Das oben geschweifte Ölgemälde (auf Leinwand) wurde von Joseph Mangold in der Zeit kurz nach 1800 geschaffen. Von ihm stammen hier in der Kirche auch das Altarblatt des rechtenSeitenaltars, die Deckenbilder und die Kreuzwegstationen.


Martyrium
der hl.Katharina


Hinweis: St. Katharina soll im Jahr 306 nach der Legende wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft (sie führte erfolgreich mit 50 alexandrinischen Gelehrten ein Streitgespräch) soll ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach-enthauptet worden sein.

Sie gehört zu den 14 Nothelfern (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne).
Festtag: 25.November

Die Stipes, der Altarunterbau, ist gemauert und sarkophagähnlich mit Holz verkleidet. An der Vorderseite, dem Antependium, ist sie mit einem Kreuz versehen.

Blendwände

   St.Sebastian
Der Altar ist mit den Seitenwänden des Chorraums durch lettnerartige, geschnitzte Blendwände verbunden. Sie sind -wie das Retabel- marmoriert und mit Rocailledekor versehen. Auf den Blendwänden stehen, flankiert von je zwei vergoldeten Vasen mit Blumenschmuck, die Figuren der Heiligen Florian in römischer Soldatenkleidung mit brennendem Haus und Wasserschaff (rechts) und der mit Pfeilen durchbohrte Sebastian (beide 1756). Sie sind mit Gold- und (etwas schadhafter) Inkarnatfassung versehen. Die kleinere Figur von Florian ist hinten ausgehöhlt, die größere von Sebastian nicht.
Die Durchgänge wurden bei Altarumrundungen benutzt, wie sie beim Opfergehen bei Beerdigungen und Hochzeiten oder beim Verabreichen des Johanniweins am 27.12. üblich waren. Bei Beerdigungen diente der Altarrundgang auch dazu, dass die Angehörigen des Verstorbenen leicht erkennen konnten, wer den Gottesdienst besucht hat.
17)
 
St.Florian  
  Hinweise: St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Er war in St.Pölten in Oberösterreich stationiert. Nachdem der Christ geworden war, trat er aus der Armee aus. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben; aber erst im 15. Jh setzte sich diese Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung als Schutzpatron vor Feuersgefahr begründet.
Sebastian war im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian (Kaiser von 284 bis 305) mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege von Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
Der Tabernakel besitzt eine konvexe Türe mit Kruzifix und Rocaillenschmuck. Auf den seitlichen Voluten knien anbetende Rokokoengel aus Holz mit Gold- und Inkarnatfassung. Auf der rundbogigen Tabernakeltüre ist ein von vielen Rokokoelementen umgebenes Kruzifix befestigt.

Tabernakel
Die Engelsfiguren, die zu beiden Seiten des Taber-nakels angebracht sind, stellen nicht nur eine Ver-zierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurück-zuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels ange-sehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9). 28)



Sakristei

In der Sakristei werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig bzw. geweiht".

Sakristeitüre

In das Untergeschoss des Turmes und weiter in die Sakristei führt eine alte Türe, deren Beschläge aus Eisenbändern mit Lilienenden und aus Türklopfern besteht. Sie ist von einem spitzbogigen Gewände (= angeschrägte Mauerfläche seitlich des Portals) umgeben, das mehrfach abgestuft ist.
Neben der Sakristeitüre ist die Sakristeiglocke angebracht.
Früher bestand das "Sakristeiglockengeläute" aus zwei einzelnen Glocken (9 cm und 17 cm mit Aufschrift "20"), deren Eisengestänge durch eine Schnur verbunden waren. Nach der Renovierung um 2010 ist nur die vordere Glocke verblieben.
Die Chorglocken geben die akustischen Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes. Sie werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.


Sakristeiglocke



Chorgestühl

Chorgestühl
Das um 1770 10) (andere Quelle: 1700 25) ) entstandene Chorgestühl an den beiden Seiten des Altarraums ist aus Eichenholz mit einfach geschnitzten Wangen gefertigt.  Die Rückwand ist durch Felder gegliedert.
Eine Wange ist mit Akanthusmotiven verziert. Diese alte Stuhlwange sollen von den Bildhauern Nikolaus und Simon Prugger aus Dachau, die bis 1769 gelebt haben, stammen. Früher waren damit alle Kirchenstühle ausgestattet, bis sie 1967 durch moderne Bänke ersetzt wurden, die dem heutigen Sitzkomfort besser entsprechen.


Magdalenenbild


Maria Magdalena
An der Wand über der Sakristeitüre hängt ein Gemälde der Maria Magdalena aus der Barockzeit. Es ist von einem versilberten Barockrahmen umgeben.
Hinweis: Maria Magdalena ist aus der Bibel bekannt. Sie wurde Jüngerin Jesu, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Luk. 8, 2). Magdalena sorgte für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh 20,15-17). Ob es sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Jesus die Füße salbte (Luk 7,37-38), wie die Legenden behaupten, ist ungewiss; die Kunst der früheren Jahrhunderte ging aber davon aus. Deshalb wurde sie meist mit einer Salbbüchse abgebildet.


Chorbogen
Die Innenseite des Chorbogens schmückt ein flaches Eierstabrelief aus Stuck. Dort befindet sich auch ein interessantes Stifterfresko mit fragmentarisch erhaltener Schriftkartusche: "Titl. Herr Leonhart Hueber und Georg Paßl auch".

Stifterfresko
Links der weiß gekleidete Geistliche,
rechts, mit gefalteten Händen, das bäuerliche Stifterpaar mittleren Alters, in der Tracht des späten Rokoko.
10)
Pfarrer Hueber und das Ehepaar hatte 1802 wegen der Armut der Pfarrei die Deckengemälde gestiftet.
24)

Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar (Volksaltar) besteht aus rot und gelb marmoriertem Holz. Er ist in seinen Formen dem Rokokostil angepasst um ein stilistisch einheitliches Bild im Altarraum zu erhalten. In der Mitte des Zelebrationsaltars ist in einer Plakette das Lamm Gottes dargestellt, das auf dem Buch mit den sieben Siegeln steht. Über dem Lamm weht die Fahne des Sieges über den Tod.
Wann der Zelebrationsaltar aufgestellt wurde, ist mir nicht bekannt. Es muss nach 2008 gewesen sein; vorher stand an dieser Stelle ein Zelebrationsaltar in Form eines einfachen Tisches. Dieser Altar war um 1970 aufgestellt worden, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils.


Zelebrationsaltar

Ambo
Passend zum Altar in Material und Stil steht der geschmückte Ambo neben dem Altar. "Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacro-sanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.
Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar. 23)

 


Kirchenschiff / Langhaus

Deckenfresko im Kirchenschiff

Die flache Langhausdecke (über einer Hohlkehle) ist mit einem 5,50 x 4,90 m 24) großen Deckenfresko aus dem Jahr 1802 geschmückt. Das Gemälde nahm im Zeitpunkt seines Entstehens die gesamte Decke des Langhauses ein. Wegen der späteren Verlängerung des Schiffes (1884) liegt es nun nicht mehr zentral, sondern scheint nach vorne verrutscht zu sein. Das Fresko wurde in der zweiten Hälfte des 19.Jh., sowie 1929 durch den Kirchenmaler Joseph Zimmermann) und 957 durch Karl Eixenberger aus München restauriert. 24)
Der Ortshistoriker Helmut Schneider bewertet das Deckenbild wie folgt: "So schmucklos und phantasiearm auch die Stuckierung geworden ist; das Fresko - erst ein Jahr vor der Säkularisation entstanden- ist ein allerletztes Werk der Rokokoempoche und zeigt exemplarisch, wie zählebig sich die bayerisch-schwäbische Freskotradition auf dem Lande entgegen allen modernistischen, aufklärerischen und rationalistischen Tendenzen und Erlassen behauptet".
10)

An den Ecken befinden sich stuckierte Medail-lons mit Rundgemälden von stilisierten Blumen und Früchten.
Das noch ganz im Geiste des Rokoko gemalte Fresko ist mit "1802 Joseph Mangold" signiert. Mangold hat die Gemälde entworfen und gemalt. Der sonst kaum bekannte Freskant stammt aus Ichenhausen im Landkreis Günzburg. Im Landkreis Dachau war er auch in der Kirche von Inhausen tätig; zudem hat er die Kreuzwegbilder in St.Petrus und Paulus Oberroth gemalt. Arbeiten von ihm sind von 1791-1809 belegt. Mangold zeigt in seinen Figurentypen und in der Art des Aufbaus von Bildschauplätzen große Ähnlichkeit mit Ignaz Baldauf. 24)


Verurteilung von St.Katharina
Thema des Gemäldes ist die Verurteilung der hl. Katharina. Links spricht der Kaiser vom erhöhten Thron aus mit drohenden Gebärden das Todesurteil. Ein malerischer Hofstaat und viele Gewappnete umgeben ihn. In der Mitte steht Katharina in hellem Kleid und rotem Mantel, die mit theatralischer Gestik das von ihr geforderte heidnische Opfer ablehnt. Der hinter ihr stehende  Henkersknecht mit dem Schwert in der Hand blickt noch zum Kaiser und wartet auf den Befehl. Im Hintergrund sind jüdische Schriftgelehrte zu sehen oder die Philosophen der Universität Alexandria, mit denen sie vorher disputiert hatte. Zu Füßen der Heiligen liegt ihr Attribut, das zerbrochene Marterrad. Im Himmel warten schon Engel mit dem Lorbeerkranz. Das Gemälde wird von Stuckleisten eingerahmt. 24)


Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre sind wegen der besseren Sicht der Gläubigen auf den Hochaltar schräg gestellt. Die Altäre wurde wohl um 1756/1770 errichtet und im 19.Jh verändert. Sie sind, wie der Choraltar, rosa und grau marmoriert. Beide haben seitliche glatte Säulen, die ein Gesimsfragment mit Volute und darauf sitzendem Englein tragen. Die Altarbilder haben oben einen geschweiften Rahmen, der von einem zweiten, geschnitzten, sehr regelmäßigen Rocaillerahmen umfangen wird.

Im hohen Altarauszug ist jeweils ein Herz im Strahlenkranz (links: Herz Mariä mit Blumenkranz, rechts: Herz Jesu mit Dornenkrone) dargestellt. Die Herzen sind von sechs Cheruben umgeben und mit einem Kreuz gekrönt. In der Predella sind 70 cm hohe Tabernakel angebracht, in deren Nischen Figuren stehen.

 


Linker Seitenaltar

Mittelpunkt des linken Altars ist ein Mariengemälde aus dem Ende des 19. Jh. im Nazarenerstil.
Maria steht als Immaculata, in ein weißes Kleid und einen blauen Umhang gehüllt, auf Wolken.

Unter ihren Füßen eine Mondsichel, in ihrer Hand eine blühende Lilie. Maria steht auf einer blauen Kugel (=Welt), die von einer Schlange (=Teufel) umschlungen wird. Im Maul der Schlange befindet sich ein Apfel.

Das 148 x 81 cm große Ölbild (auf Leinwand) wurde von P.M.Weinzierl v.Isen im Jahr 1868 gemalt (sign.)
Der Ortshistoriker Helmut Schneider nannte das Bild "eine trockene, unbeseelte Arbeit".
10)


Immaculata
Hinweis: Die Mondsichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen.
Die Weltkugel und die Schlange sind Symbol für die Rolle Mariens als zweite Eva: So wie Eva die Sünde, hat Maria den Erlöser in die Welt gebracht.Weiße Lilien gelten seit dem Mittelalter als Symbol für Reinheit und Keuschheit. St.Mechthild von Magdeburg betete im 13.Jh: "empfange Herr, deine Bräute und begegne ihnen mit den Lilien der lauteren Keuschheit alle ihre Tage"



Rechter Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht, der auf dem Altarblatt mit dem Jesuskind auf dem Arm und einem blühenden Aaronstab inmitten von zehn Englein etwas süßlich dargestellt ist. Das Bild wurde von Joseph Mangold gemalt, der hier in der Kirche auch das Altarblatt am Choraltar, die Deckengemälde und die Kreuzwegstationen geschaffen hat (1802). 24)

Hinweis:Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde.



St.Josef

Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth.
Der Aaronstab erinnert an eine Legende von der Brautwerbung Josephs. Demnach war Maria Tempeljungfrau in Jerusalem und sollte einem Mann verheiratet werden, der sie unberührt lassen würde ("Josephs-Ehe"). Jeder Bewerber - allesamt waren Witwer - sollte einen Stab auf dem Altar des Tempels niederlegen. Josephs Stab grünte und blühte wie einst der des Hohenpriesters Aaron (4 Mos.17,1-13); zudem ließ sich eine Taube als Zeichen der göttlichen Bestätigung auf seinem Kopf nieder
38).Festtag: 19.März

Predella
In der Tabernakelnische steht eine kleine Figur des Johannes Nepomuk, des "Modeheiligen" der Spät-barockzeit, ohne den keine Kirche, Kapelle oder Brücke denkbar war. Die bayerischen Kurfürsten förderten die Verehrung von Nepomuk. Die Fassung der Figur aus der 2.Hälfte des 18.Jh.25) ist leicht beschädigt; ein Daumen fehlt.

Joh.Nepomuk
Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König Wenzel wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken.


Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der auch Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gegeben habe. Das 1215 eingeführte Beichtgeheimnis hat in der kath.Kirche einen hohen Stellenwert. Der Fundort der Leiche in der Moldau wurde durch eine Erscheinung von fünf Sternen geoffenbart. Nepomuk ist neben Maria der einzige Heilige, der mit Sternen geschmückt ist. Die Verehrung von Nepomuk ist zwar schon seit 1400 nachweisbar; sie war aber nicht sehr umfangreich und zudem auf Prag beschränkt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zum Brückenheiligen. Erst als man über 300 Jahre nach seinem Tod, im Jahre 1719, bei der Öffnung des Grabes in der Prager Veitskirche die Zunge des Heiligen unverwest vorfand, hat die Verehrung an Dynamik gewonnen. Im Jahre 1721 wurde der Kult von Rom anerkannt, am 19.3.1729 folgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. Noch im gleichen Jahr wurde Nepomuk von Kurfürst Karl Albrecht zum Landespatron von Bayern (18.8.1729) erklärt. Die Jesuiten förderten die Verehrung kräftig und nach kurzer Zeit stand die Nepomukfigur auf vielen Brücken und in vielen Kirchen. Nepomuk war der Modeheilige der Rokokozeit. Festtag: 16.Mai

Vortragekreuz

Hinter dem Chorbogen, auf der dem Altarraum zugewandten Seite hängt ein großes Vortragekreuz-wohl aus der Barockzeit um 1700. Der ausgemergelte Körper Jesu besitzt eine wunderbare Inkarnatfassung. Das Perizoma, das Lendentuch, ist rechts zu einem großen Knoten gebunden. Dass es sich um ein Vortragekreuz handelt ist an der schmalen Verlängerung des Kreuzbalkens unten zu erkennen. So kann der Träger den Stamm besser mit den Händen umfassen.


Vortragekreuz
zur Beschreibung der Kreuzwegbilder zur Beschreibung der Brüstungsbilder zur Beschreibung der Deckengemälde im Langhaus: Martyrium der hl.Katharina Kanzel zur Beschreibung der Kreuzwegbilder zur Beschreibung der Kreuzwegbilder zur Beschreibung der Orgel   
per Mouseklick  zu den Beschreibungen

Kreuzstange

Im Altarraum hat eine reich ge-schmückte Kreuz-stange ihren Platz gefunden. Auf einer weiß lackierten Stange sind zwei blau und golden ver-zierte Nodi ange-bracht.

Kreuzstange

An der Spitze der Stange befindet sich ein Kruzifix mit dreipassförmi-gen Kreuz-balkenenden. Der Corpus dürfte Messing sein.
Hinweis: Kreuzstangen u. Vortrage-kreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorange-tragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach".




Kreuzwegbilder

An den Langhauswänden hängen stimmungsvolle Kreuzwegbilder  in kräftiger Farbgebung. Die 46 x 37 cm großen Bilder wurden mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt. Die weiß-goldenen Rahmen mit Kettenornament sind im klassizistischen Stil gehalten.

Die 14.Station ist mit "J.M 1802" signiert. Es ist die Signatur von Josef Mangold, der in dieser Kirche auch zwei Altarblätter und die Deckenbilder geschaffen hat. Josef Mangold malte übrigens 5 Jahre später auch die Kreuzwegbilder in der Pfarrkirche von Oberroth.


Kreuzwegbild
Hinweis: Als Kreuzweg werden die aufeinander-folgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nach-zugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuz-verehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit

wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen,
klicken Sie hier...


Apostelkreuze und -leuchter

Über den Kreuzwegbildern sind die Apostelkreuze an die Wand gemalt. Ein Teil von ihnen stammt aus einer früheren Ausmalung. Die übrigen wurden

An ihnen sind die Apostelleuchter aus Schmiedeeisen (20.Jh
25) ).

Apostelkreuze
Hinweis: Die Apostelkreuze und -leuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems. 

 


Kanzelkreuz und Mater Dolorosa

Gegenüber der Kanzel, an der Südwand, hängt ein großes Kruzifix, das sog. Kanzelkreuz aus der Zeit um 1800.
Es handelt sich dabei um einen sog. Viernageltypus, d.h. die Füße sind nicht, wie sonst bei den Barockkreuzen, mit einem, sondern mit zwei Nägeln an das Holz geschlagen. Der Corpus ist mit einer Inkarnatfassung (d.h. hautfarbene Bemalung) versehen.

Der Ortshistoriker Schneider nannte die Figur ein "ausdrucksloses Kruzifix, das den Niedergang der künstlerischen Ausdrucksfähigkeit des 19.Jh. und beginnenden 20.Jahrhunderts in der religiösen Kunst verdeutlicht.
10)

Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Unter dem Kreuz steht eine Mater dolorosa, die Schmerzensmutter Maria. In ihrer Brust steckt ein Schwert. Die farbenprächtig gefasste Figur stammt aus neuester Zeit.
Das Schwert erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium(Kap 2,35) bei der Darstellung Jesu im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".

Kanzelkreuz



Taufstein

Taufstein
Vor dem rechten Seitenaltar steht der 1,57 m hohe Taufstein aus dem 3.Viertel des 18.Jh.25) Er besteht aus marmoriertem Holz und hat einen Balusterfuß. Über der schmalen Schale wölbt sich ein hoher Deckel mit einer Figurengruppe, die die Taufe Jesu im Jordan darstellt.
Johannes hält mit der linken Hand einen Kreuzstab mit einem Schriftband "Ecce Agnus Dei" (seht das Lamm Gottes). Mit der Rechten gießt er aus einer Muschel-schale Wasser über das Haupt Jesu.  
Die Darstellung der Taufe Jesu am Taufort in der Kirche als Vorbild für das Taufsakrament war vom Konzil von Trient (1545 bis 1563) vorgeschrieben.

Taufsteinfiguren

Kirchenbänke

10 Reihen links und 8 Reihen rechts bieten den Besuchern Platz. Die Bänke wurden im 20.Jh. erstellt.


Kanzel


Mit zur ältesten Ausstattung gehört die einfache Kanzel an der Nordseite des Kirchenschiffs (um 1690) 10) . Sie wurde aber zwischenzeitlich verändert.
Den sechseckigen Kanzelkorb verzieren ungefasste, braun-graue Eichenschnitzerei mit vier gedrehten Säulchen, Fruchtgehängen und vergoldeten Muschelornamenten. 

Kanzel v. 1690
Der Schalldeckel ist an der Unterseite mit einer schlichten, silberfarbigen Hl.Geist-Taube geschmückt. Der Aufsatz auf dem Schalldeckel besteht aus einem kleinen Kuppelabschluss über Voluten und Blumenvasen.
Auf die Kanzel führt keine Treppe; sie ist von außen durch eine Tür begehbar, die in die Sakristei führt .

 


Weitere Figuren

Neben der Kanzel steht eine Marienfigur. In ihrer rechten Hand hält sie weiße Lilien (Madonnenlilien), die grundsätzlich Sinnbild der Reinheit und Unversehrheit sind. In der Hand von Maria können sie ein Hinweis auf das Dogma der unbefleckten Empfängnis (immaculata conceptio) sein. Danach war die Gottesmutter Maria vor jedem Makel der Erbsünde bewahrt. Diese Lehre bezieht sich nicht auf die Empfängnis Jesu, sondern auf die seiner Mutter Maria. Sie wurde zwar auf natürliche Weise von ihren Eltern Anna und Joachim gezeugt, empfangen und geboren, blieb dabei aber von der Erbsünde frei ("ohne Makel"). Das Fest "Mariä unbefleckte Empfängnis" wird am 8.Dezember, neun Monate vor dem Fest Mariä Geburt, gefeiert.

Auf der Südseite eine Figur des hl.Konrad von Parzham.


St.Maria



Empore

Die Empore wird von zwei schlanken, runden Holzpfeilern gestützt. Die Emporenbrüstung ist verputzt. Drei Bankreihen bieten oben den Besuchern einen Sitzplatz. An der Südseite befindet sich ein Rundfenster, um das sich eine Sage rankt. Zwei Kirchgänger sollen auf der Empore während der Wandlung Karten gespielt haben. Da ist der Teufel gekommen, hat den Schlimmeren der beiden gepackt und ist mit ihm durch die Wand verschwunden. Dabei hinterließ er an der Stelle des heutigen Fensters ein Loch, das man nicht zumauern konnte. Nur das Fensterglas hielt. Seither befindet sich an dieser Stelle das kreisrunde Fenster.  31)



Apostelbilder
Die Innenseite der Brüstung ist mit 13 hochformatigen, farbkräftigen, aber stark beschädigten Ölbildern ausgekleidet. Es sind die Arbeiten eines ländlichen Malers und zeigen Christus und die Apostel mit ihren jeweiligen Attributen. Die Bilder waren ursprünglich sicher an der Außenseite einer Empore angebracht. Es könnte sich auch um die Bilder handeln, die Frater Schlein 1706 für die Emporenbrüstung in der Bründlkapelle Walkertshofen malen ließ.

Auch wenn die teils ungelenk gemalten Bilder keine besonders hohe künstlerischen Qualität besitzen, haben sie doch aufgrund ihres Alters und ihrer hohen Ausdruckskraft einen besseren Standort verdient. An der Innenseite der Emporenbrüstung sind sie den Füßen und Knien der Besucher ungeschützt ausgesetzt.
   
Philippus
Matthäus
Johannes
Andreas
Bartholomäus
Paulus
Jakobus d.Ältere
Christus
Jakobus d.Jüng.
Petrus
Jud.Thaddäus
Thomas

Die Holzbilder zeigen folgende Motive: Simon mit der Säge , Jakobus d.Jüngere mit der Walkerstange, Thomas mit der Lanze, Johannes mit dem Kelch, Paulus mit dem Schwert, Matthäus mit dem Beil, Bartholomäus mit dem Messer und seiner Haut, Andreas mit dem Schrägkreuz, Christus mit der Erdkugel in der Mitte, Judas Thaddäus mit der Keule, Philippus mit Kreuzstab und offenem Buch, Jakobus d.Ältere mit dem Pilgerstab und Petrus mit den Himmelsschlüsseln. Es fehlt der Apostel Matthias, der als Ersatz für Judas Ischariot nachgewählt worden war (Apostelgeschichte Kap 1, Verse 23-26).

Außenseite der Emporenbrüstung

An die Außenseite der Emporenbrüstung drei kleinere Fresken mit Erzählungen aus der Katharinenlegende gemalt. Die Gemälde sollen aus der Mitte des 18.Jh. stammen und bei der Verlängerung des Kirchenschiffs mit der Empore versetzt worden sein.

   Disputatio / Streitgespräch


Glorie
  
Enthauptung von St.Katharina
linksDisputatio der Katharina. Katharina widerlegt vor dem Kaiser Maxentius 50 alexandrinische Gelehrte. Auf dem Thron in der Mitte des Bildes sitzt Kaiser Maxentius und lauscht den Worten der als Königstochter gekleideten Heiligen.

Mitte
:  In einem Vierpassfeld ist die Glorie der hl. Katharina zu sehen. Die Heilige wird mit Krone und Hermelinmantel als Königstochter dargestellt. In ihrer Rechten hält sie die Märtyrerpalme und das Schwert. Zu ihren Füßen das zerbrochene Rad.

rechts
Enthauptung der Katharina nach gescheitertem Rad-Martyrium.
Katharina kniet als Königstochter gekleidet auf einem Hügel. Ihre Hände sind gefesselt. Der Henker holt mit dem Schwert zum tödlichen Streich aus. Hinter dem Hügel sehen Leute dem Schauspiel zu. Rechts davon ist das zerbrochene Marterrad zu sehen, mit dem der Kaiser die Heilige zuvor töten lassen wollte. Um das Marterrad liegen Erschlagene, die bei dem Wunder, der Zerstörung des Marterrads durch göttliche Einwirkung, ums Leben kamen.

Auf der Empore ist an der Westfront ein rundes Fenster zu sehen. Darüber gibt es eine Sage von Kartenspielern und dem Teufel. Wenn Sie an der Sage interessiert sind, klicken Sie hier...

Orgel  15)

Die kleine Orgel mit dreiteiligem klassizistischen Prospekt stammt aus dem Jahr 1885 (evtl. von März ?) und wurde 1920 restauriert (Orgelbauer G.Behler und G.Waldemaier, München).


Orgel von 1885

Die Orgel hat ein Manual und 8 Register.
Der dreiteilige Prospekt in neuromanischem Gehäuse ist weiß gestrichen.
 

Disposition der Orgel (nach Brenninger -Stand 1975-):
Manual (C-f'''): Principal 8', Salicional 8', Gedeckt 8', Trompete 4', Soloflöte 2'
Pedal:  (C-d):  Subbaß 16'
Koppeln:         Ok I, I-P

Wenn Sie sich für Orgelgehäuse interessieren und vergleichen möchten, sollten Sie hier klicken...
  Hinweis: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.

Weihwasserbecken

An der Eingangstüre ein Weihwasserbecken mit einer Inschrift und der Jahreszahl 1725.

Ich habe übrigen eine Seite mit schönen Weihwasserbecken aus den Kirchen des Landkreises zusammengestellt. Wenn Sie Interesse haben: hier klicken....

Weihwasserbecken


Vorhaus


Kruzifix
Der westlich angebaute Vorraum schützt das Portal vor den Unbilden der Witterung. Er hat Zugänge von der Süd- und der Nordseite. In ihm ist neben einigen Epitaphen ein großes Kruzifix angebracht.
Der Corpus besitzt eine Inkarnatfassung. Das Kruzifix ist zwar in barocken Stil gearbeitet, dürfte aber dennoch erst 100 Jahr später, im 19.Jh. geschnitzt worden sein. Der Kreuzesstamm ist eingemauert.
Unter dem Kreuz ist eine Karnernische mit Holzgitter angebracht. Vor einigen Jahren waren dort noch Totenschädel und einige Knochen ausgestellt.


Krippe

In der Weihnachtszeit wird im der Kirche eine alpenländische Krippe aufgebaut.
Der Stall wurde von Michael Tätter neu gebaut;
die Figuren sind schon wesentlich älter. 29)


Krippe
Wenn Sie sich auch für andere Krippen interessieren, klicken Sie hier..



Epitaphe

Der Vorbau stammt aus dem Jahre 1884. Möglicherweise hatte er einen Vorgängerbau, denn 1675, kurz nach dem 30jährigen Krieg, hat der Maurermeister Bernhard Schmidt aus Eisenhofen einen Überschlag (=Kostenvoranschlag) zum Bau eines Kirchenvorhauses erstellt. 16)
Im Vorbau sind mehrere Epitaphe zu sehen:
  Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.

1494
Das älteste Epitaph ist eine stark verwitterte Rotmarmortafel mit sechs Zeilen Text in gotischer Schrift (Pfarrer Johannes. . ?). Der Kelch deutet auf den Priester hin. Das Wappen kann nicht gedeutet werden.
Der Text ist nicht mehr vollständig zu entziffern: "1494 die ...Johannes ...., de augo die Sat.floriani". Dabei könnte augo die Herkunftsbezeichnung Au oder Augstgau (vom Paartal bis zu Ammer) sein, "die sat.floriani" ist wohl der Tag des hl.Florian = 4.Mai.
Maße 114 x 56 cm

1901
Epitaph für Pfarrer Anton Immler, gest. 1901, aus Rotmarmor,
Maße 59 x 60 cm, mit abgerundeten Ecken
Text: "Andenken an den Hochwürden Herrn Joseph Ant. Immler 33 Jahre Pfarrer in Walkertshofen, Kammerer Jubelpriester Inhaber des kgl. Ludwig Ordens. Zum Priester geweiht den 29.Juni 1850 - geb. a. 1.Dezemb. 1812 zu Biesenberg i.Allgäu, gest. a. 18.März 1901 dahier. R.I.P."

1818
Epitaph für Pfarrer Baptist Rothnfußer, Pfarrer zu Bruk bey Grafing, hier geboren, gest. 1818,
Obelisk aus Kalkstein  mit aufgezeichnetem Kelch und halbrunden Marmorabschluss unten,
Maße 99 x 52 cm

1836
Text: "Zum Andenken des HochwürdigenHerrn Franz Xav.Deyrer 13 Jahre Pfarrer dahier. Er starb den 30.April 1836 im 57ten Lebensjahre R.I.P. Felsen verwittern, Eichen vermodern, im Sturm der Zeit, baue auf Sand nicht, Mensch deine Hoffnung nicht in die Luft. Alles vergeht eines nur bleibt dein Gott dein Gast".
Epitaph aus Kalkstein


1823

Bemerkenswert auch der Gedenkstein in klassizistischer Obeliskenform und Inschrift
"Dem Andenken des Hochw. und Wohlgeborenen Hr. Leonhard Huber durch 31 Jahre Pfarrer dahier,
geb. 6. November 1745 gest. 23. Febr. 1823.
Text: "Er war der guten Hirten Musterbild für Arme reich, für Kranke mild.
Er that für Kirche, Schule, Lehrer viel und alles gerne, damit nach seinem frommen Sinn ein jeder dies erlerne."

Pfarrer Huber war einer der Stifter des Deckengemäldes.

an der Außenwand:


1624
Epitaph für Pfarrer Balthasar Paur, gest. 1624, aus Kalkstein,
Maße 68 x 58 cm, mit Kelchrelief
Text: "... hochwürdig und Geisstiche Herr Balthasar Paur gewester Pfarrer zue Walckertshoven welcher den 18. ... Ao 1624 In gott ....deme der Allmechtig .. sein. Amen."

1817

Epitaph für Expositus Egidius Daubenberger in Großberghofen, gest. 1817, aus Kalkstein,
Maße 52 x 53 cm, mit Kelchrelief.
Text: "Hier ruhet der Hochwürdige Herr Egidius Daubenberger, Kuratus Expositus in Großberghofen im 93ten Jahr seines Altars. Gestorben den 20ten Juny Ao 1817. Gott lasse ihm Ruhen in Frieden. Amen"

Daubenberger war von 1767 bis 1792 Pfarrer in Walkertshofen, danach bis 1816 Expositus in Großberghofen.


1917

Epitaph für Gastwirt Nikolaus Weißenböck in V.F.Bruck, gef. 1917 in Frankreich,
aus Kalkstein, Maße 52 x 39 cm
Text: "Zum Andenken an den wohlgebohrnen Herrn Nikolaus Weißenböck, gew. Gastwirt in F.Bruck, Wehrmann i. 12.Landw.Inf.Rg. in .. geb. 20.Feb. 1888, gef. 3.Novem. 1916, im Gef.bei Klein-Seberan in d.Vogesen, geg.Frankreich. R.I.P."


Pfarrhof


Walkertshofen besitzt einen schönen Pfarrhof mit Walmdach und vielen Fenstern aus dem 18.Jh.25) bzw. 1825 05)
Er steht unterhalb der Kirche am Hang. Der Pfarrhof wurde Ende des 20.Jh renoviert.


Pfarrhof

Wenn Sie noch andere alte Pfarrhöfe im Dachauer Land sehen möchten, klicken Sie hier...
 

Hans Schertl

Quellen:
01) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis, Sp. 1017, 1830
02) Georg Friedrich Kramer, Pfarreien-Statistik des Regierungsbezirks von Oberbayern, 1847
03) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
04) HeybergerVon Ramberg , Bavaria Landes- und Volkskunde im Konigreich Bayern, Obb, Landgericht Dachau, 1868
05) Anton Mayer /Georg Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising. München 1874-1880
06) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.118,119, 1091)
07) Amperbote vom 24.11.1919 und 23.9.1922
08) Konrad Beyerle, Übersetzung der Handschrift Lex Baiuvariorum, 1926 (nach Christi Geburt)
09) Jakob Mois,Geschichtliche Notizen über Kirchen im Landkreis Dachau, ca. 1950, unveröffentlicht (Visitationen 1600 )
10) Helmut Schneider, "Walkertshofen, Pfarrkirche St. Katharina"
12) Dachauer Nachrichten vom 14.07.1951 (Gold.Priesterjubiläum)
13) Max Gruber, Zwei Dorf-Genies aus dem Dachauer Land: Ulrich Gailler und Hans Maurer, 1968/4 (Überschlag1695)
14) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (1630, 1640)
15) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
16) Max Gruber, Für Dachau....bis 1800 tätige Architekten, Bau-u.Maurermeister,Amperl.1982 (Schmidt)
17) Chronik 1200 Jahre Walkertshofen, 1984
18) Neue Deutsche Biographie 4, Anton Benedikt Ernst, 1959, S. 626, www.deutsche-biographie.de/pnd135912881.html
19) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Anton Benedikt Ernst und Mathias Langenegger)
 

Der Münchner Glockengießer Anton Benedikt Ernst (um 1700-1749) war einer der Nachfolger von Bernhard Ernst, der 100 Jahre vorher hier lebte und den Betrieb leitete. 1718 wurde er in die Gießerei seines Stiefgroßvaters Joh.Matthias Langenegger aufgenommen, mit dem er bis 1735 eng zusammenarbeitete. Seit 1728 signierte er allein. Die beiden hatten bedeutende Aufträge. So gossen sie z.B. die über 5.000 kg schwere Korbiniansglocke für Freising. Sie gilt sie als eine der größten und besten Glocken bei uns. Die Glockenbronze stammt aus türkischen Kanonen, die der Kurfürst bei der Belagerung von Belgrad 1688 erbeutet hatte.
Gemeinsame Arbeiten Ernst und Langenegger:
Während der Zusammenarbeit von Ernst mit Langenegger bestimmte Langenegger den Stil der Glocken, die sich durch ihren üppigen Barockdekor auszeichnen, zum Beispiel Friesen aus Engelsköpfen, die in Akanthuslaub übergehen, und tanzenden und spielenden Putten; typisch für den Stiefgroßvater ist die Einfassung der Flankenreliefs durch Arabesken aus Akanthus. Aus der gemeinsamen Schaffensperiode waren 1913 noch circa 50 Glocken in der Diözese München-Freising erhalten.
Für die Kirchen im Dachauer Land haben beide Meister folgende Glocken gegossen: Petersberg (1708 u. 1710), Einsbach-Pfarrkirche (1719), Walkertshofen-Kirche (1722) u. Walkertshofen-Klausenkp (1722).
Arbeiten von Anton Benedikt Ernst:
Bei seinen eigenen Werken bevorzugt Ernst Friese im Regencestil. Er verzichtete auf die Arabeskeneinfassung der Reliefs. Von den mit "A. B. Ernst" signierten Glocken sind noch circa 135 nachweisbar; doch wurde diese Signatur auch von der Witwe beibehalten, die die Gießerei -zeitweise mit dem Gesellen Johann Carl Schelchshorn - weiterführte.
Im Dachauer Land hat Ernst allein Glocken gegosen für: Wiedenzhausen (1718), Pellheim (1723 Pfarrhofglocke), Orthofen (1738), Essenbach (1740 kleine Glocke). Anton Benedikt Ernst starb 1749. Seine Witwe lieferte noch an Glonn (1750 drei Glocken), Vierkirchen (1758).
Arbeiten von Joh.Matth.Langenegger (genannt von 1700-1735):
Oberhandenzhofen (1704 aus Kloster Taxa), Goppertshofen (1707), Walkertshofen (überschlag für zwei Glocken um 586 Gulden), Odelzhausen (1710), Langenpettenbach (1711), Oberweilbach (1712), Asbach (1717) und Einsbach Pfarrkirche (1727 Urbansglocke).           Quelle: Fn 18 u. 19

21) Prof.Dr. Wilhelm Störmer, Singenbach, Ried, Walkertshofen und Pleitmannswang im Jahre 784, Amperland 1984/4
22) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
23)
Dr Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetzt Hochaltar)
24) Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
25) Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1982
26) Amperbote vom 23.9.1922
27) Krippenausstellung Erdweg, Dezember 2009
28) Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Tabernakelengel)
29) Walter Pötzl, Bruderschaften, veröffentlicht im Historischen Lexikon Bayerns, 2013
30) Heinrich u.Margarete Schmidt, Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Aaronstab)
31) Alois Angerpointner, Altbairische Sagen, Geschichten und Legenden aus dem Dachauer Land, 1985, 3-922394-58-2
32) Der bayerische Volksfreund, Band 18, Nr. 105 v. 30.Okt.1841 (Pfr.Vordermayr)
33) Martin von Deutinger, Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, 1820
34) Dr.Peter Pfister, Von Arbeo zum Internet, Katalog zur Ausstellung "75 Jahre Diözesanarchiv Mch/Freising", 1999
35) Dr.Birgitta Unger-Richter, Kirchenführer Basilika auf dem Petersberg, 2014
36) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895, Seite 324
37) Dr.Peter Pfister, Ausstellungskatalog Oberammergauer Passionsspiele 1999, S.27
  'Communicantes' waren Gläubige, die die Erstkommunion gefeiert hatten und zur Kommunion gehen durften. Wenn wir daraus die tatsächliche Zahl der Gläubigen herleiten wollen, müssen wir -so Peter Pfister- "noch etwa 15 bis 20 % für Kinder und Unzurechnungsfähige hinzuzählen".


82 Bilder: Hans Schertl


Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür


6.3.2017

Neue Glocken für die Pfarrkirche in Walkertshofen
Amperbote vom 23.9.1922

Zu einer wahren Familienfeier gestaltete sich der Empfang der drei neuen Glocken für die Pfarrkirche Walkertshofen. Vom Pfarrdorfe bewegte sich nachmittags um 3:00 Uhr der festliche Zug nach Erdweg, voran 10 stattliche Reiter auf geschmückten Pferden, dann folgend zwei Chaisen mit der Geistlichkeit und Lehrerschaft, anschließend daran ein mit Bäumchen gezierter Wagen mit weiß ge-kleideten Mädchen, Knaben mit Fähnchen und der Musikkapelle Welshofen. Schließlich folgten noch mit mehreren gezierten Wägen die Angehörigen der Pfarrei. In Erdweg harrte bereits der herrlich geschmückte Wagen mit den neuen Glocken bei Herrn Müller Huber der Abholung. Dem ganzen stattlichen Festzug schlossen sich nun auch noch die zur Pfarrei gehörigen Erdweger und Peters-berger an und nun ging's unter den festlichen Klängen der Musik zurück zum Pfarrort Walkertshofen. Im Hof des Kirchenpflegers Perchtold Johann, der sich die größte Mühe zur würdigen Empfangsfeier der neuen Glocken gab und auch bedeutende finanzielle Opfer brachte, hielt Herr Pfarrer von Vogelstein eine der Feier angemessene Ansprache an die Gläubigen. Zum Schluss fand noch die fotografische Aufnahme des Glockenfestwagens statt, um welche sich die froh bestimmte Menge gruppierte. Die Weihe der Glocken erfolgt in den nächsten Tagen.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen
)

Pfarrerliste
klicken Sie hier...

Bericht über die Visitation im Jahr 1560
klicken Sie hier...

Sage vom Rundfenster in Walkertshofen
mehr darüber...

Hochwürden Herr Pfarrer Klotz von Walkertshofen verstorben
Amperbote vom 24.11.1919

mehr darüber...

Goldenes Priesterjubiläum des ehemaligen Pfarrherrn von Walkertshofen
Dachauer Nachrichten vom 14.07.1951
mehr darüber...

Vorahnung bei Abschiedstour?
Pater Cherubin tödlich abgestürzt
Trauer im ganzen Landkreis um Seelsorger von Walkertshofen
mehr darüber...