zur Landkreiskarte    Pfarreien im Landkreis Dachau     Detailvergleiche


Die 50 ältesten Glocken im Landkreis Dachau

Kirche
Jahr der Herstellung

Kirche
Jahr der Herstellung
1
Pasenbach
1128
29
Eglersried
1585
2
Dachau-Krumpperkapelle
1406
30
Altomünster-Museum früher Lorettokp
1587
3
Oberhausen     -vom Gießer Paulus Mch-
1412
31
Unterweilbach Schlosskapelle
1591
4
Ottershausen
1419
32
Edenholzhausen   -von Wolfg.Steger & Sohn-
1593
5
Aufhausen    -von Heinrich Zingieser-
1423
33
Edenholzhausen   -von Wolfg.Steger & Sohn-
1596
6
Einsbach
1433
34
Pellheim                              -von Martin Frey-
1599
7
Indersdorf-Klosterk.-3 Glocken-.Geläute hören.
1442
35
Wiedenzhausen  -von Bartholomäus. Wengle -
1605
10
Glonnbercha
1462
36
Rettenbach                       -von Sixtus Steger -
1611
11
Oberhausen                            ...Geläute hören..
1463
37
Aufhausen                        -von Xaver Beyer -
1620
12
Sigmertshausen          -von Hans v. Rosen-
1474
38
Pellheim                           -von Bernhard Ernst -
1629
13
Webling                     -von Ulrich v. Rosen-
1481
39
Sulzemoos                     -von Bernhard Ernst -
1636
14
Pipinsried                    -von Stefan Wiggard-
1484
40
Ebersbach
1640
15
Mühldorf                       -von Ulrich v. Rosen-
1486
41
Weyhern                         -von Bernhard Ernst -
1641

16

Mühldorf                       -von Ulrich v. Rosen-
1486
42
Einsbach-Hl.Blut         -von Bernhard Ernst -
1645
18
Pipinsried (2 Glocken)   -von Stefan Wiggard-
1487
43
Einsbach-Hl.Blut         -von Bernhard Ernst -
1646
19
Indersdorf Marktkirche -Ulrich v. Rosen-
ca.1490
44
Jedenhofen             -von Wolfg.Steger & Sohn-
ca. 1650
20
Pellheim                        -von Ulrich v. Rosen-
ca.1490
45
Goppertshofen             -von Bernhard Ernst -
1655
21
Ottmarshart             -von Ulrich v. Rosen-
1495
46
Prittlbach
1664 
22
Pasenbach
1519
47
Rumeltshausen             -von Bernhard Ernst -
1665
23
Arnbach                       -von Wolfgang Steger -
1527
48
Puchschlagen          -von Bernhard Miller -
1670
24
Obermarbach
1550

49

Puchschlagen          -von Bernhard Ernst -
1671
26
Vierkirchen               -von Wolfgang Steger -
1554
50
Gundackersdorf             -von Paul Kopp-
1687
27 Inhausen                     -von Wolfgang Steger -
1551

51

Deutenhausen               -von Paul Kopp-
1691
28
Inhausen                   -von Wolfgang Steger -
1566

52

Hebertshausen-St.Georg -von Paul Kopp-
1692

Woher kommt das Wort Glocke ?
Das Kirchenlatein des Mittelalters kennt kein eigentliches Wort für Glocke, sondern spricht vielmehr von den "signa ecclesiae", von den "Zeichen der Kirche". Iroschottische Wandermönche brachten die ersten Glocken mit nach Bayern. Das deutsche Wort "Glocke" leitet sich deshalb vom irischen Wort "cloch" und dem lateinischen "clocca" ab, was "lautmalend" bedeutet, her. Bereits in der Antike waren die Glocken als private und öffentliche Rufzeichen bekannt - ein frühes Massenkommunikationsmittel, wenn man so will.

Glockenformen

Die christlichen Klöster übernahmen das Glockenläuten für ihr Leben, um die Mönche und Nonnen zu wecken oder zum Gebet zu rufen. Von dort her fand es auch Eingang in das Leben der Gemeinden.
Die ersten Kirchenglocken wurden um das Jahr 1100 n.Chr. gegossenen. Sie hatten die Form eines Bienenkorbes und klangen nur geringfügig besser als eine Blechtonne. In den folgenden Jahrhunderten bemühte man sich um klangliche Verbesserungen. Es entstanden die Zuckerhutglocken, die schon recht gut klangen. Dann kam die Birnenform und schließlich um 1400 n.Chr. die gotische Rippe. Sie ist die heute bekannte Glockenform. Charakteristisch für die gotische Rippe ist , dass die Höhe der Glocke ohne Krone gleich dem Durchmesser unten ist. Nachträgliche Experimente wie z.B. die französische Rippe mit erweitertem Durchmesser brachten keine besseren Ergebnisse mehr.

Glockenton
Der Glockenton ist noch immer ein wissenschaftliches Rätsel. Er besteht aus dem primären Schlagton und den sog. Heultönen, die einen Dreiklang bilden. Darum redet man auch von der gotischen Dreiklang-Rippe. Der Schlagton (z.B. FIS) selbst existiert eigentlich gar nicht. Er besteht aus einem Gemisch vieler Frequenzen. Unsere Ohren und letztlich das Gehirn bilden daraus diesen Ton. Somit hört jeder eine Glocke ganz individuell läuten.


Glocke in Karlsfeld St.Josef

Glockenmaterial
Das Glockenmaterial, die Glockenbronze, besteht aus einem Gemisch von 22% Zinn und 78 % Kupfer. In dieser Zusammensetzung verwendet man schon seit dem 12. Jahrhundert. Es gibt aber auch Stahlglocken. Sie sind fast unverwüstlich und überstehen auch Kirchturmbrände. Aber sie haben einen harten Klang. Ihr Ton wird nicht als so angenehm empfunden. Einige Kirchen erhielten schon im 12. Jahrhundert ein Geläute. Die Verbesserung der Gießer-Kunst und der Klangqualität im 13. Jh. trugen zur weiten Verbreitung bei.

Glocken für Kriegszwecke
Ein Drama für die Glocken war, dass sie aus dem gleichen Material bestanden, wie die Munition und Kanonen des Militärs
(etwa 78 Teile Kupfer und 22 Teile Zinn). Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg wurden deshalb in Deutschland Glocken beschlagnahmt, und zu Kriegsgerät eingeschmolzen.
Für die Ablieferung im 1.Weltkrieg war die Bekanntmachung vom 1.März 1917 maßgebend:
U
nter die Beschlagnahme fielen alle Glocken, die nach 1770 gegossen worden waren und die mehr als 20 kg wogen.
Meist hat man aber die vor 1860 gegossenen Glocken verschont.
Im Jahr 1917 wurden in Bayern 11.482 Glocken (= 40 % des Gesamtbestands) eingeschmolzen.
Im 2.Weltkrieg gab es einen generellen Schutz nur für historisch wertvolle Glocken. Glocken des 16.u.17. Jhh wurden nicht grundsätzlich verschont. Meist wurde jeder Kirche nur eine Glocke, die kleinste, belassen.

Glockenweihe
Die Glocken werden für ihre Aufgabe geweiht; dies ist erstaunlicherweise einem Bischof vorbehalten. Allerdings kann er dazu auch einen Priester beauftragen (siehe Bericht über die Glockenweihe 2001 in Oberroth).

Übrigens: Die schwerste Glocke des gesamten süddeutschen Raums hängt auf dem Nordturm des Münchener Liebfrauendoms: die 1490 von Hans Ernst in Regensburg gegossene "Salve-glocke" einem Gewicht von 8 Tonnen.

Die Glocken in Vierkirchen und Pasenbach wurden durch Frau Deger aus Vierkirchen beschrieben.

Das 12-Uhr-Läuten hat seinen Ursprung im Sieg der Christen gegen die Türken 1456 bei Belgrad. Es wurde von Papst Calixtus III. am 14.7.1456 eingeführt. Während des Läutens soll der "Engel des Herrn" gebetet werden.


 

Detailvergleiche insgesamt

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

Quelle:
www.de.wikipedia.org/wiki/Glockenfriedhof (1860)
Dr.Peter Dorner, Der Abtransport der Dachauer Glocken 1917 (1770)

6.2.2015