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Die 50 ältesten Glocken im Landkreis Dachau

Kirche
Jahr der Herstellung

Kirche
Jahr der Herstellung
1
Pasenbach
1128
29
Edenholzhausen -von Wolfg.Steger & Sohn-
1593
2
Dachau-Krumpperkapelle
1406
30
Edenholzhausen   -von Wolfg.Steger & Sohn-
1596
3
Oberhausen     -vom Gießer Paulus Mch-
1412
31
Pellheim                               -von Martin Frey-
1599
4
Ottershausen
1419
32
Wiedenzhausen             -von Barth. Wegerle -
1605
5
Aufhausen    -von Heinrich Zingieser-
1423
33
Rettenbach                       -von Sixtus Steger -
1611
6
Einsbach
1433
34
Aufhausen                           -von Xaver Beyer -
1620
7
Indersdorf-Klosterk.-3 Glocken-
1442
35
Pellheim                           -von Bernhard Ernst -
1629
10
Glonnbercha
1462
36
Sulzemoos                       -von Bernhard Ernst -
1636
11
Oberhausen
1463
37
Ebersbach
1640
12
Sigmertshausen          -von Hans von Rosen-
1474
38
Weyhern                          -von Bernhard Ernst -
1641
13
Webling                     -von Ulrich von Rosen-
1481
39
Jedenhofen             -von Wolfg.Steger & Sohn-
ca. 1650
14
Pipinsried                    -von Stefan Wiggard-
1484
40
Goppertshofen              -von Bernhard Ernst -
1655
15
Mühldorf                       -von Ulrich von Rosen-
1486
41
Prittlbach
1664 

16

Pipinsried (2 Glocken)   -von Stefan Wiggard-
1487
42
Rumeltshausen               -von Bernhard Ernst -
1665
18
Mühldorf                       -von Ulrich von Rosen-
1487
43
Puchschlagen           -von Bernhard Miller -
1670
19
Pellheim                        -von Ulrich von Rosen-
ca.1490
44
Puchschlagen           -von Bernhard Ernst -
1671
20
Pasenbach
1519
45
Gundackersdorf              -von Paul Kopp-
1687
21
Arnbach                       -von Wolfgang Steger -
1527
46
Deutenhausen                -von Paul Kopp-
1691
22
Obermarbach
1550
47
Hebertshausen-St.Georg  -von Paul Kopp-
1692
23
Vierkirchen               -von Wolfgang Steger -
1554
48
Kleininzemoos   -von Joh. Math.Langenegger -
1706
24
Inhausen                     -von Wolfgang Steger -
1551

49

Goppertshofen    -von Joh. Math.Langenegger
1707
26
Inhausen                   -von Wolfgang Steger -
1566
50
27 Eglersried
1585

28
Altomünster-Museum früher Lorettokp
1587

Woher kommt das Wort Glocke ?
Das Kirchenlatein des Mittelalters kennt kein eigentliches Wort für Glocke, sondern spricht vielmehr von den „signa ecclesiae“, von den „Zeichen der Kirche“. Iroschottische Wandermönche brachten die ersten Glocken mit nach Bayern. Das deutsche Wort "Glocke" leitet sich deshalb vom irischen Wort "cloch" und dem lateinischen "clocca" ab, was "lautmalend" bedeutet, her. Bereits in der Antike waren die Glocken als private und öffentliche Rufzeichen bekannt - ein frühes Massenkommunikationsmittel, wenn man so will.

Glockenformen

Die christlichen Klöster übernahmen das Glockenläuten für ihr Leben, um die Mönche und Nonnen zu wecken oder zum Gebet zu rufen. Von dort her fand es auch Eingang in das Leben der Gemeinden.
Die ersten Kirchenglocken wurden um das Jahr 1100 n.Chr. gegossenen. Sie hatten die Form eines Bienenkorbes und klangen nur geringfügig besser als eine Blechtonne. In den folgenden Jahrhunderten bemühte man sich um klangliche Verbesserungen. Es entstanden die Zuckerhutglocken, die schon recht gut klangen. Dann kam die Birnenform und schließlich um 1400 n.Chr. die gotische Rippe. Sie ist die heute bekannte Glockenform. Charakteristisch für die gotische Rippe ist , dass die Höhe der Glocke ohne Krone gleich dem Durchmesser unten ist. Nachträgliche Experimente wie z.B. die französische Rippe mit erweitertem Durchmesser brachten keine besseren Ergebnisse mehr.

Glockenton
Der Glockenton ist noch immer ein wissenschaftliches Rätsel. Er besteht aus dem primären Schlagton und den sog. Heultönen, die einen Dreiklang bilden. Darum redet man auch von der gotischen Dreiklang-Rippe. Der Schlagton (z.B. FIS) selbst existiert eigentlich gar nicht. Er besteht aus einem Gemisch vieler Frequenzen. Unsere Ohren und letztlich das Gehirn bilden daraus diesen Ton. Somit hört jeder eine Glocke ganz individuell läuten.


Glocke in Karlsfeld St.Josef

Glockenmaterial
Das Glockenmaterial, die Glockenbronze, besteht aus einem Gemisch von 22% Zinn und 78 % Kupfer. In dieser Zusammensetzung verwendet man schon seit dem 12. Jahrhundert. Es gibt aber auch Stahlglocken. Sie sind fast unverwüstlich und überstehen auch Kirchturmbrände. Aber sie haben einen harten Klang. Ihr Ton wird nicht als so angenehm empfunden. Einige Kirchen erhielten schon im 12. Jahrhundert ein Geläute. Die Verbesserung der Gießer-Kunst und der Klangqualität im 13. Jh. trugen zur weiten Verbreitung bei.

Glocken für Kriegszwecke
Ein Drama für die Glocken war, dass sie aus dem gleichen Material bestanden, wie die Munition und Kanonen des Militärs
(etwa 78 Teile Kupfer und 22 Teile Zinn). Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg wurden deshalb in Deutschland Glocken beschlagnahmt, und zu Kriegsgerät eingeschmolzen. Im Ersten Weltkrieg fielen alle Glocken unter die Beschlagnahme, die nach 1770 gegossen worden waren und die mehr als 20 kg wogen. Im Jahr 1917 wurden in Bayern 11.482 Glocken (= 40 % des Gesamtbestands) eingeschmolzen.

Glockenweihe
Die Glocken werden für ihre Aufgabe geweiht; dies ist erstaunlicherweise einem Bischof vorbehalten. Allerdings kann er dazu auch einen Priester beauftragen (siehe Bericht über die Glockenweihe 2001 in Oberroth).

Übrigens: Die schwerste Glocke des gesamten süddeutschen Raums hängt auf dem Nordturm des Münchener Liebfrauendoms: die 1490 von Hans Ernst in Regensburg gegossene „Salve-glocke" einem Gewicht von 8 Tonnen.

Die Glocken in Vierkirchen und Pasenbach wurden durch Frau Deger aus Vierkirchen beschrieben.

Das 12-Uhr-Läuten hat seinen Ursprung im Sieg der Christen gegen die Türken 1456 bei Belgrad. Es wurde von Papst Calixtus III. am 14.7.1456 eingeführt. Während des Läutens soll der "Engel des Herrn" gebetet werden.


 

Detailvergleiche insgesamt

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

6.4.2004