zur Landkreiskarte               ausführl.Beschreibung               Kirchen in der Gem.Röhrmoos


Filialkirche St. Peter und Paul in RUDELZHOFEN

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischmehr über den hl.Petrus
Adresse: 85244 Röhrmoos, Birketstraße 3
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Die Ortschaft Rudelzhofen ist seit 1158 als "Rudolteshoven" (bei den Höfen des Ruodolt) belegt. Rudelzhofen ist somit so alt wie die Stadt München.

Eine Kirche wird in Rudelzhofen urkundlich erstmals unter dem Namen "Rudoltzhouen" in der Konradinischen Matrikel von 1315 als Filialkirche von Vierkirchen erwähnt.

Die heutige Kirche St.Petrus und St.Paulus wurde in der Zeit von 1735 und 1750 von Gregor Glonner und Michael Pröbstl neu errichtet, nachdem der Turm und ein Teil der Seitenmauer eingefallen waren.  

Im Jahr 1807 wurde die Kirche als baufällig eingestuft und damit zum Abbruch freigegeben. Da aber die vier Bauern (Utz, Pfundmair, Hecker und Riedl) die Baulast übernahmen, blieb sie erhalten.
Den neuen Baulastträgern stand auch gleich die erste Renovierung ins Haus:

Das Kirchendach musste repariert werden, was Anton Glonner, der Sohn des Kirchenbaumeisters Gregor Glonner und der Zimmermeister Melchior Hochensteiner über-nahmen.


Schlüssel, Papstkrone und -kreuz

Die Kirche gehört trotz der geografischen Nähe zu Röhrmoos zur Pfarrei Vierkirchen. Die Pfarreien Vierkirchen, Weichs, Petershausen, Kollbach, Obermarbach und Asbach bilden seit einigen Jahren einen Pfarrverband mit insg. 17 Kirchen.

Innenausstattung

Der Altarraum ist etwas eingezogen und schließt halbrund. Die Flachdecke ist nicht bemalt.

Der Choraltar im Rokokostil wurde um 1750 vom Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) und vom Kunstschreiner Nikolaus Prugger (1684-1769) errichtet und durch den Maler Franz Mayr (1707-1752) gefasst.
Er ist heiligen Päpsten geweiht: Im Altarblatt wird die Übergabe der Himmelsschlüssel an St.Petrus gezeigt, die beiden Assistenzfiguren stellen Papst Pius V. und Papst Silvester I. dar.

Die schräggestellten Seitenaltäre sind der Muttergottes und Herz-Jesu geweiht.
Vom Chorbogen hängt eine Rosenkranzmadonna.

An den Wänden des Kirchenschiffs befinden sich neben einer Kreuzigungsgruppe noch Figuren des Geißelheilands und des Auferstandenen.


per Mouseklick zu den Beschreibungen
zur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung derMadonna im Rosenkranz - zur Vergrößerung bitte klickenzur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung des linken Seitenaltarszur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung des rechten Seitenaltars


Mit nur fünf Gräbern dürfte Rudelzhofen einen der kleinsten Friedhöfe der Diözese besitzen.

Die letzte Renovierung (Kosten 60.000 Euro) wurde 2015 abgeschlossen.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte:  Matrikel 1315  Matrikel 1524  Visitation 1560  Gotischer Kirchenbau  30jähriger Krieg
   Neubau 1735  Matrikel 1738  Abbruchplan 1807  Beschreibung 1874  
Ausstattung:  Altarraum

 Apostelleuchter

 Baubeschreibung  Choraltar  Chorgestühl
   Deckengemälde  Empore  Ewig-Licht-Ampel  Fenster  Figuren im Schiff
 

 Kanzelkreuz

 Kirchenschiff  Kreuzweg  Mater dolorosa  Rosenkranzmadonna
 

 Seitenaltäre

 Turm  

Die Ortschaft Rudelzhofen ist seit 1158 als "Rudolteshoven" (bei den Höfen des Ruodolt) belegt. Sie ist damit genau so alt wie die Stadt München und feierte 2008 ihr 850-jähriges Jubiläum.


Geschichte der Kirche

Konradinische Matrikel 1315
Eine Kirche wird in Rudelzhofen urkundlich erstmals unter dem Namen "Rudoltzhouen" in der Konradinischen Matrikel von 1315 als Filialkirche von Vierkirchen erwähnt. Auch heute noch gehört die Kirche zur Pfarrei Vierkirchen und mit der Pfarrei zum Pfarrverband Petershausen-Vierkirchen-Weichs. Schon 1315 hatte die Kirche einen Friedhof, was ihr schon früh einige Bedeutung zumisst. Dieser Friedhof besteht bis heute. Mit nur fünf Gräbern dürfte Rudelzhofen den kleinsten, noch genutzten Friedhöfe des Dachauer Landes, ja wohl der Diözese München-Freising besitzen.

Um 1500 gehörten drei der Bauernhöfe dem Domstift in Freising. Einer davon hatte dem Kanonikus Wolfgang von Weichs gehört, der als Domherr im geistlichen Dienst beim Bischof stand und den Hof 1473 dem Stift übereignete.

Sunderndorfer'sche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 wird erstmals das Peter und Paul-Patrozinium ("ss. Petri et Pauli in Ruedeltzhouen") genannt.

Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Vierkirchen ist auch die Filialkirche "St.Petrus et Paulus in Ruedeltzhoven" erwähnt. Die Kirche mitsamt der Kirchenmauer wird als baufällig beschrieben ("Die kirch und kirchmaur seind paufellig"). Das bedeutete damals aber nur, dass der Bau reparaturbedürftig war. Außerdem fehlten wohl eine Ausmalung und vielleicht auch Bilder ("wenig gmäl in der kirchen"). An Gerätschaften waren vorhanden: 1 Liturgiebuch, 1 Messbuch, ein Corporale und 2 Messgewänder. Der einzige Kelch war gestohlen worden ("hat ain kelch gehabt, ist gstolen worden"). Der Bericht endet mit dem Satz "Sonst kain mangel".
Wenn Sie ganzen Bericht über die Pfarrei Vierkirchen -in heutigem Deutsch- lesen möchten, klicken Sie hier...

Gotischer Kirchenbau
Wahrscheinlich wurde auch in Rudelzhofen - wie in den meisten anderen Ortschaften des Dachauer Landes- in gotischer Zeit (15. oder 16.Jh) eine neue Kirche gebaut. Aus dieser Zeit ist nur noch eine Kirchenrechnung vorhanden, als 1630, noch kurz vor dem Einmarsch der Schweden, Reparaturarbeiten notwendig wurden. Dieser Rechnung ist zu entnehmen, dass der Maurer Jonas Winklern aus Wessobrunn ein neues Pflaster legte und "die Khirchen allenthalben außbessert und abgeweisst hat". Er war drei Wochen beschäftigt und erhielt einen Tageslohn von 24 Kreuzern. Auch eine Sonnenuhr wurde an der Kirchenwand angebracht. Die Zimmererarbeiten erledigte damals Georg Stölzl aus Ampermoching.
Während dieser Zeit hat man übrigens auch die St.Albrechtskapelle (?) renoviert. Dazu heißt es in der Kirchenrechnung: "die alt St.Albrechts Capelln, so alher Paufellig und Teglich daß einfallen Zubesorgen gewesst wider aufgerichtet... die Capell deckht, in- und auswendig sauber ab- und außgebraith". Außerdem erhielt der Kistler zu Viehbach "von machung deß Täfls in die Capelln" 14 Gulden. Jakob Pichler lieferte ein Kapellengitter, Georg Stölzl erneuerte den Dachstuhl.

Dreißigjähriger Krieg
Im 30jährigen Krieg dürfte die Kirche abgebrannt sein. Jedenfalls findet sich in den Kirchenrechnungen von 1640 und 1650 entsprechende Vermerke ("von St.Peters abgeprentem Gottshauß alda"). Die Kirche war also mindestens ein Jahrzehnt eine Brandstatt. Auch die Mitteilung, dass 1650 von der Mess-Stiftung des Khürchenbrobsts (=Kirchenpflegers) Geörg Khreitmayr nichts mehr übrig war, lässt nichts Gutes ahnen. Khreitmayr hatte sich um 1630, "nachdem Er an seinen rdo. schenckhlen ain starckhe Kranckheit außgestanden, Zu dem Gottshauß verlobt" 10 Gulden zu spenden und hat jährlich Zinsen dafür gezahlt. Zwanzig Jahre später heißt es, er sei verstorben und verdorben, und es es seien keine Zinsen mehr zu erwarten "iezt und hinfiran" (=zukünftig).


Neubau 1735-1750

Doch der gotische Bau hielt nur noch 100 Jahre. Als 1735 (andere Quelle: 1739) der Turm und ein Teil der Seitenwand einstürzten, wurde an ihrer Stelle die heutige Kirche völlig neu errichtet. Die gotischen Teile wurden nicht verwendet. Die Bauzeit dauerte 15 Jahre, von 1735 bis 1750 und kostete 444 Gulden. Das war relativ günstig und entspricht heutigen 90.000 Euro, wenn man die Handwerkerlöhne von damals und heute -2010- vergleicht.
Baumeister waren Gregor Glonner (ca.1680-1745) und nach dessen Tod im Jahr 1745, Michael Pröbstl, wie Glonner aus Greiling gebürtig, der damals in München lebte. Eine erste Einweihung fand bereits 1742 statt. Damals dürfte der Altarraum mit Notaltar benutzbar gewesen sein. Wenn am Chorbogen eine Bretterwand mit Türe errichtet wurde, konnte gleichzeitig im Kirchenschiff weitergebaut werden.
Beteiligt am Bau waren auch der Vierkirchener Zimmermeister Jakob Öggl und mehrere Dachauer Künstler:
• der Kupferschmied Matthias Prandthuber (geb.in Kraiburg, 2 x verheiratet: 1708 u. 1723, gest.in Dachau) ,
• der Kistler Nikolaus Prugger (1684-1769), der den Hochaltar sowie die Kirchen- und Sakristeitüren anfertigte,
• der Bildhauer Bartholomäus Schupaur (1680-1750) mit dem Bau des Altars und
• der Maler Franz Mayr (1707-1752).
Die bischöfliche Weihe erfolgte erst 29 Jahre später, am 28.Juni 1779, durch den Freisinger Fürstbischof Ludwig Joseph. Grund für diese Auszeichnung dürfte die Tatsache gewesen sein, dass der Bischof ohnehin in der Gegend war: Einen Tag später hat er die neue Pfarrkirche in Vierkirchen "consecrirt" (= eingeweiht).

Schmidt'sche Matrikel 1738/40
Zu Beginn der Bauphase, um die Jahre 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis ss.Petri et Pauli in Ruedelzhoffen" bemerkte er, die alte Kirche sei eingestürzt. Sie habe drei Altäre aus Ziegelsteinen gehabt, die im Zeitpunkt des Besuchs nicht benutzt werden konnten. Gottesdienste fänden (nach Baufertigstellung) am Fest des hl.Innozenz sowie an allen Apostelfesten statt, außer an den Gedenktagen der Apostel Jakobus (25.Juli), Bartholomäus (24.Aug) und Apostel Johannes (27.Dez). Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag vor Jakobi. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen und Ausgaben der Kirche verwalteten der Vikar aus Vierkirchen und der Landpfleger aus Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Gottshauses wirdet wenig yber 200 fl. (=Gulden) betreffen". Das war auch für eine kleine Kirche ein geringer Betrag, ist aber wegen der laufenden Bauausgaben erklärbar.

Abbruchplan 1807
Im Jahr 1807, im Zeitalter der Säkularisation, wurde die Kirche als baufällig eingestuft und damit praktisch zum Abbruch freigegeben. Da aber die vier Bauern (Utz, Pfundmair, Hecker und Riedl) erklärten, sie würden künftig die Baulast übernehmen, blieb das Kirchengebäude erhalten.
Den neuen Baulastträgern stand auch gleich die erste Renovierung ins Haus. Das Kirchendach musste 1811 repariert werden. In den Unterlagen wird dieser Umbau dem Baumeister Anton Glonner und dem Zimmermeister Melchior Hochensteiner zugeschrieben, doch Glonner war 1811 schon 19 Jahre tot. Es verbleibt somit nur Hochensteiner, von dem ich aber keine Lebensdaten besitze.

Das Kirchendach hielt noch 50 Jahre. 1861 bekam die Kirche nach dem Plan des Dachauer Baumeisters Jakob Hergl einen neuen Dachstuhl.

Beschreibung 1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 wird bei der Pfarrei Vierkirchen auch die Kirche von Rudelzhofen erwähnt. Zu ihr gehörten 47 Dorfbewohner (Seelen), die in 5 Häusern wohnten. Über die Kirche schreibt er: "Erbauungsjahr unbekannt. Stillos. Geräumigkeit hinreichend. Die Baupflicht an der Kirche und am Cemeterium (= Friedhof) haben die dortigen 4 Bauern Utz, Pfundmair, Hecker und Riedl, welche den Friedhof nur für die Ihrigen benützen und für diesen wie für die Kirche schon große Opfer gebracht haben. Kuppel-Thurm mit 2 Glocken. 3 Altäre, keine Orgel. Gottesdienste: An den Apostelfesten durch den Cooperator (=Kaplan). Stiftungen: 1 Requiem, 1 Jahrmesse. Meßner ist der Utzbauer. Kirchenvermögen 1870 rd. 1100 Gulden.

Renovierungen
Die erste Restauration der barocken Kirche fand 1796 (Kirchendach und Friedhofsmauer),
weitere 1811 und 1861 (Dachstuhl) und 1978 statt.
Die letzte Renovierung wurde 2015 abgeschlossen. Dabei hatte man die Empore, die sich gesenkt hatte, wieder angehoben und stabilisiert. Die Wände wurden geweißelt, die Altäre und die Kreuzwegstationen farblich aufgefrischt. Sie hatte 60.000 Euro gekostet.


Berichte aus dem kirchlichen Leben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Leben der Pfarreien berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Rudelzhofen wird in einem Bericht über die Beerdigung von Kreszenz Polz in Rudelzhofen genannt. Wenn Sie Interesse am Berichten haben, klicken Sie hier....


Baubeschreibung

Die Kirche liegt im Dorf inmitten eines ummauerten Friedhofs. Es handelt sich um einen dreiachsigen Kirchenbau mit einem halbrund schließenden Chor. Acht Fenster, darunter zwei kleinere Rundfenster, erhellen den Kirchenraum. Die Wände sind weiß verputzt; die Architekturgliederungen und die Fensterumrahmungen sind rot abgesetzt.

Der mit einer Zwiebelhaube geschmückte Turm der Kirche steht an der Südseite, in Höhe des Übergangs vom Altarraum zum Kirchenschiff. Er hat im unteren Teil einen quadratischen, im oberen Teil einen achteckigen (oktogonen) Grundriss. Markant sind die rot gefärbten Ecklisenen, die den Turm gliedern. Pfarrer Steinberger schrieb 1879 in seiner Chronik, im Kuppelthurm hätten damals zwei Glocken gehangen. Eine habe die Inschrift: "Bernhardus Ernst in München goß mich 1655", die andere habe nur die Jahreszahl "1568" getragen. Die Glocken dürften wohl nicht mehr vorhanden sein, weil im Jahr 1905 und später nochmals 1924 jeweils zwei Glocken geweiht wurden. Eine der 1905 angeschafften Glocken war im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken eingeschmolzen worden; was mit der zweiten Glocke passiert war, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls war sie 1924, als zwei neue Glocken geweiht wurden, nicht mehr vorhanden.
Wenn Sie Berichte über die Glockenweihen 1905 und 1924 lesen möchten, klicken Sie hier...

Östlich des Turms ist die kleine Sakristei mit Pultdach angebaut.

Marien-Ädikula
Westlich des Turms ist in die Südmauer eine Nische eingearbeitet, in der eine schlanke Marienfigur steht.


Innenausstattung

Altarraum

Der Altarraum ist nur in der Höhe etwas eingezogen und schließt halbrund. Die gelbe Flachdecke ist nicht bemalt, sondern lediglich durch ein längsovales weißes Stuckrahmenfeld geschmückt. Zwei seitliche Fenster erhellen den Raum. Die sechseckverbleiten Fenster sind mit zwei kleineren runden Glasgemälden verziert.


Jesus mit
Dornenkrone

Ein Glasgemälde zeigt den ans Kreuz gebunden Jesus mit Dornenkrone. Hinter ihm das von Pilatus ange-brachte Schild mit dem Text: Jesus Nazarenus Rex Judaeorum (Jesus aus Nazareth, König der Juden). Inschrift: "Gestiftet v.Martin u. Theresa Deichl, Bauersehleute v.Rudelzhofen 1924".   Das gegenüber liegende Gemälde hat Maria als mater dolorosa, als die unter dem Kreuz stehende und mit Jesus leidende Mutter, zum Inhalt.

Inschrift: "Gestiftet v.Josef u.Anna Hörmanl, Bauerseheleute von Rudelzhofen 1924".


Mater dolorosa


Choraltar / Hochaltar

Am Bau des Choraltars beteiligt waren:
• der Kupferschmied Matthias Prandthuber (geb.in Kraiburg, 2 x verheiratet: 1708 u. 1723, gest.in Dachau) ,
• der Kistler Nikolaus Prugger (1684-1769), der auch die Kirchen- und Sakristeitüren anfertigte,
• der Bildhauer Bartholomäus Schupaur (1680-1750)
• der Maler Franz Mayr (1707-1752).

Der über drei Meter breite und fast raumhohe Choraltar ist rot-grau-grün marmoriert.
Er wurde 1745/50 von dem Bildhauer Bartholomäus Schupaur (1680-1750) und von Nikolaus Prugger (1684-1769) errichtet und durch Franz Mayr (1707-1752) gefasst (= bemalt). Die von zwei glatten Säulen und zwei
Pilaster gestützte Retabel trägt ein schweres, verkröpftes Gebälk. Der Altaraufsatz wird von zwei Voluten gestützt. Auf dem Gebälk stehen Ziervasen.
Der Choraltar ist ein Papstaltar. Drei heilige Päpste sind auf ihm im Bild und figürlich abgebildet.

Altaraufsatz
Im Altaraufsatz zeigt ein Ölbild (auf Leinwand) des sitzenden Gottvaters, mit langem, weißen Bart und dreieckigem Heiligenschein, wie er die vor ihm ruhende blaue Erdkugel segnet.

Gottvater im Aufsatzgemälde
Über dem goldumrahmten Bild schmückt eine mit Edelsteinen besetzte stilisierte Akanthusstaude die dargestellte göttliche Person.

Unter dem Altaraufsatz sind die dreistöckige Papstkrone (Tiara) und das Papstkreuz mit den drei Querbalken und der Himmels-schlüssel figürlich angebracht. Die drei Querbalken am Papstkreuz und die drei Stockwerke der Krone symbolisieren vermutlich die drei Reiche, über die der Papst Schlüsselgewalt haben soll: die Kirche, die Welt und den Himmel oder die Priester-, Hirten- und Lehrgewalt.
Hinweis: Die Tiara, die dreifache Krone, entstand aus der phrygischen Zipfelmütze des iranischen Hofzeremoniells des 5.Jh.v.Chr. In den ersten Jahrhunderten des Christentums waren Papst und Klerus barhäuptig. Die Tiara wurde erstmals im 8.Jh erwähnt.Ihre heutige Form stammt aus dem 14.Jh.

Tiara und Papstkreuz
Es gibt mehrere Deutungen für die dreifache Krone: Die eine besagt, sie sei das Gegenstück zu den weltlichen drei Kronen des Kaisers (Königs-krone von Aachen, Krone der Langobarden u.die Kaiserkrone von Rom).
Früher wurde dem neugewählten Papst die Tiara mit den Worten überreicht: "Empfange die dreifach gekrönte Tiara und wisse, dass Du der Vater der
  Fürsten und Könige, der Lenker des Erdkreises und der Vikar Jesu Christi, unseres Erlösers, auf Erden bist". Seit 1964 trägt der Papst keine Tiara mehr. Paul VI. schenkte seine Krone den amerikanischen Katholiken als Dank für die großherzigen Spenden zugunsten der Armen in der Welt.
Altarblatt
Das 2,26 x 1,39 m große Altarblatt im Zentrum des Altars wurde in der Zeit des Neubaus (um 1750) gemalt. Das Ölbild auf Leinwanduntergrund ist von einem doppelten, vergoldeten Rahmen umgeben und hat die Übergabe der Himmelsschlüs-sel an St.Petrus (in der Kunst auch "donatio clavis" genannt) zum Inhalt.

Jesus übergibt die Himmelsschlüssel

Petrus kniet auf dem Bild vor Jesus, der mit der linken Hand zwei prächtige Schlüssel (einen versilberten und einen vergoldeten) übergibt und die rechte Hand mit dem Segensgestus (drei ausgestreckte Finger) erhebt.
Über dem Altarblatt eine Schriftkartusche mit dem Hinweistext "S.Petrus".
  Hinweis: Die sog.Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.
Assistenzfiguren

Silvester I.
1710
Die beiden anderen Päpste sind in den 1,30 m hohen Assistenzfiguren dargestellt, die sich an die Säulen und Pilaster der Retabel lehnen:
Auf der linken Seite ist dies die Figur von Papst Silvester I.,
auf der rechten Seite die Figur von Pius V.
Die Figur von Silvester wurde um 1710 geschnitzt und wird von Kunstkennern dem Umkreis der Landsberger Schnitzerfamilie Luidl zugeschrieben, die auch in anderen Kirchen des Dachauer Landes künstlerisch tätig waren (z.B.Dachau/St.Jakob, Egenburg, Feldgeding, Lauterbach, Sittenbach, und Prittlbach).
Die Figur von Pius stammt aus der Zeit um 1910. Der Schnitzer ist unbekannt. Ob auch schon vor 1910 eine Piusfigur an dieser Stelle stand, ist mir nicht bekannt.

Pius V.
1910
Pius V. (1504-1572, ab 1566 Papst) war 1712, wenige Jahre vor dem Bau der Kirche in Rudelzhofen heilig gesprochen worden. Pius V. hatte ein für heutige Verhältnisse zwiespältiges Wirken. Der Papst war ein frommer Asket und ein Reformer von Verwaltung, Katechismus, Brevier und Messbuch, bekämpfte leidenschaftlich die Simonie (Kauf der geistlichen Ämter) und verfocht den Zölibat (Ehelosigkeit der Priester). Auch dass die Päpste bis heute weiße Gewänder tragen, ist auf ihn zurückzuführen. Als er zum Papst gewählt wurde, behielt er die weiße Soutane der Dominikanerpatres an und spätere Päpste folgten seinem Beispiel. Seinen Gebetsbemühungen wird der wunderbare Seesieg über die Türken bei Lepanto am 7. Oktober 1571 zugeschrieben. Nach außen machte er aber vor allem durch repressive Maßnahmen gegen Andersdenkende von sich reden, unterstützte die französischen Katholiken in ihrer Verfolgung der Hugenotten, vertrieb zahlreiche Juden aus dem Kirchenstaat, strafte schonungslos jeden Ketzer und zerstörte den Protestantismus in Italien. Gedenktag: 30.April.

Silvester I. (314 - 335) war der erste Papst, der nach der Verfolgung zum Papst gewählt wurde. Seine Vereh-rung als Heiliger beruht auf einer Reihe von Irrtümern und Legenden. Die Behauptung, er habe Kaiser Konstantin vom Aussatz geheilt und getauft, ist historisch nicht haltbar, ebenso wenig wie die Geschichte von der Konstantinischen Schenkung, die sich als Fälschung herausstellte. Silvester hat während seiner Amtszeit bei wichtigen Glaubensentscheidung nicht mitgewirkt. Er nahm weder an der Reichssynode in Arles (gegen Donatisten) teil, noch am 1. Konzil von Nicäa, wo es um die Wesensart Christi und die Auseinandersetzung mit den Arianern ging. Den Synodalen von Arles schrieb er, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Wahrscheinlich wollte er sich nicht den Vorwürfen stellen, er sei während der diokletianischen Verfolgung vorübergehend vom Glauben abgefallen. Silvester war in Bayern beliebt, nicht nur, weil sein Gedenktag der letzte Tag des Jahres ist und seinen Namen trägt. Früher wurden viele Buben auf den Namen Silvester getauft. Figuren von ihm stehen deshalb in mehreren Kirchen des Dachauer Landes (Ebersbach, Feldgeding, Hohenzell, Jarzt, Appercha, Kiemertshofen, Kleininzemoos, Puchschlagen, Westerholzhausen)

Tabernakel
Auch der Tabernakel (aus der Erbauungszeit um 1750) ist ganz im Stil des Rokoko mit seitlichen Voluten und einem geschwungenen Giebel gearbeitet. Er besteht aus Holz und ist hellbraun marmoriert (d.h. mit Marmor-maserung bemalt). Vor der schmucklosen Türe in der Mittelnische steht ein Kruzifix.

Tabernakel
Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Ster-benden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort
  der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jh. umge-setzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder moderni-sierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.


Chorgestühl

Das Gestühl an der südlichen Chorseite (aus neuerer Zeit) besitzt noch schöne, geschnitzte Eichenwangen
mit reichem Akanthusdekor aus der Zeit um 1680/1700. Sie sind älter als die heutige Kirche. Solch alte Stuhl-wangen sind selten in den Kirchen unserer Gegend.

Wenn Sie auch schön geschnitzte Stuhlwangen anderer Kirchen im Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier...

Stuhlwangen


Ewig-Licht-Ampel
Von der Decke des Altarraum hängt die 46 cm hohe Ewig-Licht-Ampel. mit drei flügelartigen Ansätzen und Blattornamentik (um 1840/50). Sie besteht aus getriebenem Messingblech mit Silberüberzug. "Getrieben" bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde.

Ewig-Licht-Ampel
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katho-lischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des"Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritter-orden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem
Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.

Kirchenschiff / Langhaus

Am leicht gedrückten Chorbogen sind drei kleine Cherubsköpfchen aus Stuck (18.Jh) angebracht.

Decke im Langhaus

Die Langhausdecke ist wie die Chordecke nicht bemalt, sondern mit einfachen geometrischen Figuren und Linien im Stuckrahmen verziert. In der Mitte der Decke ist das Heilig-Geist-Loch angebracht. Es ist von einem Stuckrahmen umgeben und mit einem mit dem Jesus-monogramm und drei Kreuznägeln bemalten Holzdeckel verschlossen.


Heilig-Geist-
Loch

Das Heilig-Geist-Loch (auch Pfingstloch genannt) in der Decke diente wohl in erster Linie der Entlüftung der Kirche. An Pfingsten (und an Christi Himmelfahrt) wurde es früher aber auch für eine Art Schauspiel genutzt: Während des Gottesdienstes wurde von oben entweder eine lebende weiße Taube freigelassen oder eine höl-zerne Taube als Symbol für den Hl. Geist an einer Schnur hinuntergelassen. Auch brennende (Flachs-)
  Flocken ließ man vom Pfingstloch aus in das Kircheninnere fallen; sie sollten die Flammenzungen des Hl. Geistes symbolisieren. Der Brand-gefahr wegen war dieser Brauch umstritten. Das Pfingstloch spielt auch in vielen alten Anekdoten eine Rolle, so z.B: Statt der Taube kam die Stimme des Mesners aus dem Pfingstloch: "Herr Pfarrer, den Heiligen Geist hat Katz gfressn".


Rosenkranzmadonna

Am Chorbogen ist eine große Figur der Rosenkranz-madonna aus der Zeit um 1700 befestigt. Sie besteht aus Holz und ist mehrfarbig gefasst. Die Muttergottes ist umgeben von 50 silbernen und 10 goldenen Kugeln, die die 50 "Gegrüßet seist Du Maria" und die 10 "Vater unser" versinnbildlichen.

Rosenkranzmadonna
Die Avekugeln für die Bitte um die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe fehlen. Die Madonnenfigur ist mit königlichen Insignien (Krone, Zepter) geschmückt. Ihr Fuß ruht auf einer Mond-sichel.
Eine Zusammenstellung von Rosenkranzmadonnen-Darstellungen in den Landkreiskirchen finden Sie hier...

Seitenaltäre

Die 2 Meter breiten Seitenaltäre stehen schräg am Chorbogen, um in der relativ schmalen Kirche den Blick der Gläubigen aus den Kirchenbänken auf den Hochaltar nicht zu beeinträchtigen. Sie haben ebenfalls Säulenretabel. Hier handelt es sich aber um grün marmorierte Wendelsäulen mit korinthischen Kapitellen. Auf den Volutensprenggiebeln des Gebälks sitzen jeweils zwei große Engel. Die Frisur der Engel ist so flach gestaltet, dass sie den Eindruck erweckt, die Engelsfiguren seien oben abgeschnitten. Die Auszugsbilder sind hochoval. Gekrönt werden die Seitenaltäre durch vergoldete Kreuze mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden und Strahlen zwischen den Balken.

Linker Seitenaltar

Altaraufsatz
Im Aufsatz des Altars zeigt ein hochovales Gemälde die Eltern Marias, Anna und Joachim mit ihrer Tochter. Maria steht auf einem Hocker und hält in ihrer Hand einen Rosenstrauß.Zwei Engel stützen den Aufsatz.

Heilige Familie
Anna und Joachim werden in der Bibel nicht erwähnt.Nach dem Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh waren Anna und Joachim die Eltern Marias und damit die Großeltern von Jesus. Im 5. und 6. Jh wurden ihre Namen in Marienlegenden verbreitet.
Mittelteil

In der Nische des Altars steht vor blauem Hinter-grund eine Madonnenstatue im Strahlenkranz aus der Zeit um 1740/50. Maria und der auf ihrem Arm sitzende Jesus sind mit den königlichen Insignien Krone, Zepter und Reichsapfel geschmückt.
Marias Fuß ruht auf einer Mondsichel. Diese Mond-sichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offen-barung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen.

Madonna 1750

Der Apfel war schon im Altertum Sinnbild für den Kosmos, später auch für die Erde, nachdem man deren Kugelform erkannt und akzeptiert hatte. Der mit dem Kreuz versehene Reichsapfel in der Hand des Königs ist seit 1191 Teil der königlichen Insignien und symbolisiert den von Gott verliehenen Herrschaftsanspruch. Gleiches gilt auch für das Jesuskind. Hier kommt aber die weitere Bedeutung des Apfels als Paradiesapfel und Sinnbild für den Sündenfall hinzu: Jesus weist den Betrachter darauf hin, dass er durch seinen Tod die Erbsünde überwindet.
Predella
In der Predella des Altars befindet sich eine große Schrifttafel aus Holz.

Schrifttafel 1685
Sie erinnert an die Errichtung dieses Marienaltares im Jahr 1685 durch den Vierkirchner Pfarrer Daniel Sartorius. Der Unterbau des linken Seitenaltars wurde 1685 aus der Pfarrkirche Vierkirchen hierher transportiert.


Rechter Seitenaltar

Auszugsbild Krönung Mariens
Im ovalen Auszugsbild des rechten Seitenaltars ist eine Darstellung der Krönung Mariens aus der Mitte des 19.Jh. zu sehen. Das Gemälde zeigt Gottvater mit der Erdkugel in der Hand sowie Christus, die der vor ihnen auf Wolken knienden Maria eine Krone aufsetzen.

Krönung Mariens 19.Jh
Darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Um das Haupt Marias rankt sich ein Kreis von zwölf Sternen. Sie sind Sinnbild für die zwölf Stämme Israels. Zwei Anbetungsengel mit erhobenen Händen begleiten das Bild.

Altarfigur Herz Jesu
Der rechte Seitenaltar ist seit 2007 dem Herzen Jesu geweiht. Die Herz-Jesu-Figur wurde von einer Rudelzhofener Familie gestiftet.

Herz-Jesu-Altar
Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes im Jahr 1765 durch Papst Clemens XIII. (1758-1769).
Bis zum Jahr 2006 war der rechte Seitenaltar den Schutzengeln geweiht. Eine Engelsfigur mit großen Flügeln und einem Hosenträger über dem Oberkörper, hält seine rechte Hand schützend über ein neben im gehendes Kind, das recht unbeholfen wirkt. Die fast lebensgroßen Figuren wurden um 1920/30 geschnitzt.
Hinweis: Die liturgische Verehrung der Schutzengel hat sich vor allem im 15. und 16. Jahrhundert verbreitet, zunächst in Verbindung mit dem Fest des Erzengels Michael (29. September); 1670 hat Papst Klemens X. das Schutzengelfest für die ganze Kirche vorgeschrieben und auf den 2. Oktober festgelegt. Der Glaube an die Schutzengel stützt sich vor allem auf Mt 18, 10. Dort ist zu lesen: Hütet Euch davor, einen dieser Kleinen zu verachten. Denn ich sage Euch Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

Früh.Schutzengelaltar
1930


zur Beschreibung der Kirchenbänkezur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Mater Dolorosazur Beschreibung des Kanzelkreuzszur Beschreibung des Auferstandenenzur Beschreibung der Apostelkreuzezur Beschreibung der Kirchenbänke
per Mouseklick zu den Beschreibungen

Kanzelkreuz und Mater Dolorosa

An der Südwand hängt ein großes barockes Kruzifix aus dem 18.Jh. (sog.Kanzelkreuz, weil es üblicher-weise der Kanzel gegenüber ange-bracht ist - auch wenn die Rudelz-hofener Kirche keine Kanzel mehr hat). Jesus ist mit offenen, aber gebrochenen Augen dargestellt.


Kanzelkreuz


Unter dem Kreuz steht die Figur einer mit einem roten Stoffumhang beklei-deten schmerzhaften Muttergottes (Mater dolorosa), deren Brust von einem Schwert durchbohrt wird, aus der Zeit um 1910/20. Sie trägt um die gefalteten Händen zwei Rosenkränze aus dem 18.Jh: einen mit rosafarbe-


Mater dolorosa

nen Steinen, einem Medaillon und grünem Email-Kruzifix, einen zweiten mit schwarzen Perlen, einem blauem/rosafarbenen Emaillekreuz und einer Medaille von 1816. Das Schwert in Marias Brust erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen"

Fenster im Langhaus

Das Kirchenschiff wird durch fünf kompositbogige Fenster (Nordseite 3, Südseite 2) und zwei Rundfenster (über dem Portal und auf der Westseite) erhellt. An einigen Fenstern sind auf Inschriften die Stifter vermerkt:
Kirchenschiff Südseite:
  "Gestiftet v.Jos. u.Anna Hörmanl, Bauerseheleute v.Rudelzhofen 1924".
  "Gestiftet v.Ursula Sedlmair, Bauerswitwe v.Rudelzhofen 1924".
Kirchenschiff Nordseite:
  "Gestiftet v.der Ortsgemeinde, Rudelzhofen 1924".


Kreuzweg-Stationsbilder und Apostelleuchter

Die 77 x 55 cm großen Kreuzwegbilder, die an den Wänden im Chor und Langhaus angebracht sind, wurden um 1770 (andere Quelle: 1750) mit Öl auf Leinwand gemalt.
  Hinweis: In der Fastenzeit wird in sogenannten Kreuzwegandachten der Leidensweg Jesus anhand der Bilder in der Kirche betend und meditierend "nachgegangen". Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Kreuzwegbilder
Unter den Kreuzwegstationen sind an den Wänden des Kirchenschiffs die einfachen schmiedeeisernen Apostelleuchter aus der Erbauungszeit (um 1750) angebracht. An der Wand die sog. Apostelkreuze als Fresko mit gleich langen Kreuzbalken und einem Strahlenkranz im Hintergrund.
  Die Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. .

Apostelleuchter


Weitere Figuren im Kirchenschiff

Im hinteren Bereich der Kirche stehen an den Wänden auf Postamenten kleinere Figuren, die auf das unmittelbare Heilsgeschehen, die Passion und die Auferstehung Christi hinweisen:

Geißelheiland
18.Jh.
An der westlichen Nordwand ist ein Geißelheiland aus der 1.Hälfte des 18.Jh zu sehen. Jesus, nur mit dem Lendentuch, dem Perizoma bekleidet, ist mit seinen Armen an eine Säule in barocker Form gekettet.
Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Rudelzhofen.
  An der Rückwand steht die Figur des Auferstandenen. Jesus hat die rechte Hand segnend erhoben; in der linken Hand hält er die Siegesfahne. Sein Leib ist von einem roten Gewand umhüllt, das die Seitenwunde Jesu freigibt. Die Figur wurde um 1880/90 geschnitzt. Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die Fahne zur Ostersymbolik.
Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe

Auferstandener
1890
 

über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende
Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altarstehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.      



Empore

   

 

Das Gestühl auf der Empore ist noch von der ursprünglichen Art wie sie nur in wenigen Kirchen des Dachauer Landes noch anzufinden sind.


rustikales Emporengestühl



Eine Orgel ist nicht vorhanden.

Frühere Kunstwerke
Die Kirche enthält keine Kanzel mehr. Sie wurde 1960 abgebrochen. Die Figuren der vier Evangelisten am Kanzelkorb kamen in die Pfarrkirche nach Vierkirchen und stehen dort an der Kanzel. Auch die Chor- und Beichtstühle, die Simon Prugger (1679-1769) im Jahr 1750 angefertigt hatte, sind leider nicht mehr vorhanden. Gleiches gilt für die Apostelbilder aus der selben Zeit von Franz Mayr (1707-1752). Zwei Bilder, die um 1890 aus Vierkirchen hierher kamen und vom Freisinger Hofmalers Johann Baptist Deyrer
(1738-1789) im Jahr 1787 gemalt worden waren (St.Sebastian und Mariä Heimsuchung) wurden wieder zurück nach Vierkirchen gebracht und zieren dort die Seitenaltäre als Altarblätter.

Hans Schertl



Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Amperbote vom 12.08.1905 u. vom 23.10.1924 (Glocken), vom 21.12.1934 (Beerdigung)
Max Gruber, Die Dachauer Schloßmaurerfamilie Glonner, Amperbote 1966
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Dr.Gerhard Hanke, Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen, 1979
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Alois Angerpointner, Wolfgang von Weichs, Freisinger Domherr, Amperland 1965/1
Max Gruber, Die Pfarrkirche Vierkirchen und ihre Filialkirchen sowie die Pfarrkirche Giebing, 1979
Max Gruber, Im Amperland tätige Architekten, Bau und Maurermeister, Amperland 1987/2
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (30jähriger Krieg)
Bürgerinformationen Gemeinde Röhrmoos,1997
Dachauer SZ 2001
Dr.G.Brenninger, Kirchenabbrüche im Gebiet des Amperlandes als Folgen der Säkularisation v.1803, Amperland 1992/1
Günter Meissner, Allgemeines Künstlerlexikon, Band 41, 2007 (Glonner Gregor, Todestag)
Josef Ostermair, Dachauer Nachrichten vom 11.6.2015 und 19.8.2015 (Renovierung 2015)
30 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

7.12.2015

Baumeister Gregor Glonner (ca.1680-1745)

Gregor Glonner wurde als Sohn der Bauerseheleute Johann und Katharina Glonner in Greilling bei Tölz geboren. In Dachau wird Glonner erstmals aus Anlass seiner Eheschließung mit der Dachauer Schlossmaurerswitwe Sabina Öttl am 11.1.1701 genannt. Durch diese Ehe wurde Glonner Amtsnachfolger von Johann Öttl. Die Ehe dauerte 13 Jahre. Sabina starb 1714. Glonner ehelichte noch im selben Jahr, am 21.8.1714, die Bäckerstochter Maria Babst; Trauzeuge war Schlossgärtner Christoph Effner. Schon nach drei Jahren verstarb Maria und Glonner musste eine dritte Ehe mit Maria Miller eingehen, einer Zimmermannstochter aus der Jachenau.
Glonner hatte aus den beiden letzten Ehen acht Kinder, darunter
- den am 14.10.1725 geborenen Sohn Franz Christoph, der später Gärtner wurde und
- den am 11.1.1723 geborenen Sohn Anton, dessen Taufpate der berühmte Baumeister Joseph Effner war und
  der als Maurermeister in die Fußstapfen seines Vater trat (er erbaute die Kirche in Vierkirchen).

Von Gregor Glonner sind folgende Werke bekannt:

- 1706 in Rottbach (Kostenvoranschlag für Friedhofsmauer-Reparatur)
- 1706 in Bogenried (Kostenvoranschlag für Kirchenerneuerung, Ausführung 1709)
- 1707 in Frauenberg (Kostenvoranschlag für Friedhofsmauer-Reparatur)
- 1708 in Freimann (Kostenvoranschlag zum Umbau)
- 1709 in Großberghofen (Kirchenneubau)
- 1709 in Bogenried (Kirchenerneuerung)
- 1710 in Aufkirchen a.d.Maisach ( Kostenvoranschlag für neues Gewölbe)
- 1710 in Etzenhausen (Ausbesserung der Kirche wegen Blitzschlags)
- 1711 in Bergkirchen (Reparatur des Kirchendachs und der Friedhofsmauer)
- 1712 in Niederroth (Kostenvoranschlag zur Reparatur von Kirchen- und Sakristeigewölbe)
- 1717 in Pellheim (Pfarrhofneubau-Planung)
- 1718 in Biberbach (Kostenvoranschlag für Friedhofsmauer-Reparatur)
- 1722 bis 26 in Oberbachern (Kirchenneubau)
- 1726 in Giebing (Kirchenreparatur)
- 1726 in Fahrenzhausen (Sakristei, Kanzelstiege, Fenstervergrößerung, Friedhofsmauer).
- 1726 in Etzenhausen (Friedhofsmauer)
- 1726 in Unterschleißheim (Kirchenbau)
- 1727 in Bergkirchen (Kostenvoranschlag für Kirchenneubau)
- 1730 in Bergkirchen (Kirchendach-Ausbesserung)
- 1730 in Mitterndorf (Kirchenturm-Dach)
- 1730 in Röhrmoos (Sakristei und Friedhofsmauer), zusammen mit J.Leithner
- 1731 bis 37 in Bergkirchen (Ausführung des Kirchenneubaus nach Plänen von J.M.Fischer)
- 1732 in Emmering (Kostenvoranschlag Turm- und Kirchendachreparatur)
- 1733 in Mitterndorf (Kostenvoranschlag zur Kirchenmauererhöhung und Dacherneuerung)
- 1740 in Rudelzhofen (Kirchenumbau)
- 1745 in Oberroth (Pfarrhofschätzung).

Glonner starb während des Baus der Kirche in Rudelzhofen am 1.September 1745 in Dachau.

 

Neue Kirchenglocken in Rudelzhofen
Amperbote vom 12.08.1905

Gestern wurden die für die Filialkirche Rudelzhofen bestimmten neugeweihten 2 Glocken in feierlicher Weise auf schön dekorierten Wagen unter Begleitung stattlicher Reiter überführt. Hochwürden Herr Pfarrer Kannreuther von Vierkirchen hielt am Bestimmungsort eine erhebende Ansprache, während religiöse Gesangsvorträge der Herren Lehrer der Umgebung zur Hebung der Feier beitrugen. Unter Gebet fand der Einzug statt. Die 2 Glocken wurden vom Ökonomen Utz und der Glockenstuhl vom Ökonomen Pfundtner daselbst gestiftet. Die beiden Glocken wiegen ca. 8 Zentner.

Glockenweihe in Rudelzhofen
Amperbote vom 23.10.1924

Der Kirchweihsonntag war für Rudelzhofen ein Festtag – der Tag der Glockenweihe. Gegen 2 Uhr kam der bekränzte Wagen mit den zwei neuen Glocken, eskortiert von schneidigen Reitern, an der Triumpfpforte an, erwartet nicht bloß von den Rudelzhofern, sondern auch von einer Menge von Leuten aus Biberbach, Schönbrunn, Ried usw. Nach einem sinnigen Prolog, vorgetragen von dem Töchterlein des Herrn Bürgermeisters Deichl, hielt dieser selbst die Festrede, in der er ausführte, dass auch Rudelzhofen im Weltkrieg die eine von seinen beiden Glocken abliefern musste; von heute ab aber sollen wieder zwei neue Glocken zur Ehre Gottes erklingen, wodurch ein längst gehegter Wunsch zur größten Freude aller Rudelzhofener in Erfüllung ginge. Die Weihe nahm hierauf Hochwürden Herr Kammerer Johann Söptzl von Vierkirchen vor. Eines soll auch an dieser Stelle betont werden. Die geradezu vorbildliche Opferwilligkeit der Rudelzhofener für ihre Filialkirche. Trotz der derzeitigen enormen öffentlichen Lasten, die auf den Schultern der Landwirtschaft ruhen und trotzdem Rudelzhofen nur vier Höfe zählt, ließen es sich die Rudelzhofener nicht nehmen, heuer im Juni ihr Gotteshaus mit sechs neuen schönen Fenstern zu schmücken, welche die aufstrebende Firma Eberle in Dachau lieferte. Und jetzt, nach vier Monaten, brachten sie schon wieder das Geld auf, um zwei neue Glocken im Gewicht von 5 und 3 Zentnern bei der Firma Hamm in Regensburg zu bestellen. Wahrlich eine Opferwilligkeit, die suchen braucht und die Gott den guten Rudelzhofenern reichlich vergelten möge.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)

 

Beerdigung von Kreszenz Polz
Amperbote vom 21.12.1934

Am Samstagmorgen läuteten von der Filiale in Rudelzhofen die Totenglocken, um mit dem Klang die im hohen Alter von 80 ½ Jahren verstorbene Hackermutter, Frau Kreszenz Polz, die in der Familie des Schwiegersohnes Deichl hier ihren Lebensabend verbracht hatte, hinüber zu geleiten über die Höhen des Dachauer Landes nach Asbach, wo sie im Familiengrab Polz-Loderer ihre letzte Ruhestätte finden sollte. Hochwürden Herr Kooperator von Biberbach segnete die Leiche im Sterbehaus aus. Den Sarg mit den sterblichen Überresten brachte der Bauer Josef Sedlmeier von Rudelzhofen nach Asbach, wo eine große Trauerschar die Verstorbene zu Grabe geleitete. HH. Pfarrer Geisenberger von Asbach hielt nach den kirchlichen Zeremonien eine tiefempfundene Grabrede, in welcher er die Heimgegangene als eine echte Bäuerin vom guten alten Schrot und Korn schilderte, deren Leben Arbeit und Pflichterfüllung war. Ihrem Gatten war sie eine treubesorgte Lebensgefährtin, ihren Kindern, deren sie elf das Leben schenkte, eine unermüdliche Mutter; sie hat alle Sorgen, die eine Frau und Mutter treffen können, miterlebt und gottergeben getragen. Der Tod raubte ihr acht Kinder und vor sechs Jahren verlor sie den Gatten durch Tod. Eine große Freude war ihrem Mutterherzen zuteil, als ihre jüngste Tochter in das Kloster Lauterbach bei Bregenz eintrat. Anschließend an die Beerdigung fand in Asbach der 1. Seelengottesdienst statt. Ebenso stark wie der Seelengottesdienst besucht wurde, war auch der 2. Seelengottesdienst in Rudelzholfen, der dort am Montag gehalten wurde, von einer großen Trauerschar besucht.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)