zur
Landkreiskarte ausführliche
Beschreibg. Kirchen
i.d. Gem. Vierkirchen
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Filialkirche St.Leonhard und Anna in PASENBACH
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Die Ortschaft Pasenbach wurde Ende des 8.Jhs erstmals als Pasinpah genannt. Eine Kirche im Ort ist schon im 9.Jh erwähnt. Als Leonhardskirche
wurde sie erstmals in der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524
bezeichnet. Aber St.Anna war zweite Patronin, denn in der Schmidt'schen
Matrikel von 1738 wird von einer Annakirche gesprochen. Die heutige Filialkirche St.
Leonhard und Anna der Pfarrei Vierkirchen ist ein gotischer Bau, der in
barocker Zeit umgebaut oder erweitert und vor allem neu ausgestattet wurde.
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Alljährlich am Sonntag nach dem Leonhardifest (6.November) findet seit 1994 in Pasenbach wieder ein Leonhardi-Umritt , der größte im Landkreis Dachau, statt.
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Innenausstattung Die Ausstattung der Kirche ist größtenteils barock. Mittelpunkt des 1678 errichteten Hochaltars ist eine Schnitzfigur der Anna selbdritt, die früher in der Kapelle des Schlosses von Pasenbach stand. Die Deckengemälde im Langhaus zeigen den Tod des hl. Leonhard, die Glorie des Patrons im Himmel und den Leonhardiritt in Pasenbach 1929. Kleine Glasgemälde in den Fenstern mit Wappenscheiben von 1584 und 1590 und viele Epitaphe an den Wänden des Kirchenschiffs im Fußboden am Chorbogen erinnern an die Patrizierfamilie Barth von Pasenbach.Die Seitenaltäre sind der Muttergottes (Figur Krönung Mariens durch die Hl.Dreifaltigkeit) und dem hl.Sebastian (Figur am Marterbaum, von Pfeilen durchbohrt) |
![]() 18 Details (Altäre, Figuren, Bilder, Epitaphe) per Mouseklick vergrößern |
Die Figurenausstattung entspricht der
vieler Kirchen im bäuerlichen Umfeld. Leider wurden viele originale Figuren
beim Kirchenraub im Jahr 1980 gestohlen. Heute sind zu sehen:
- St.Leonhard im Mönchsgewand mit Abtsstab und Ketten (am Hochaltar- stammt
aus der Schlosskapelle)
- St.Franziskus von Assisi , in der braunen Kutte mit einem Kreuz in der Hand
(am Hochaltar - stammt aus der Schlosskapelle)
- St.Josef, mit der Lilie der Keuschheit (im Auszug des Hochaltars)
- Marienstatue in der Art einer spätgotischen Madonna
- St.Rochus mit Pilgerstab, der auf seine Beinwunde zeigt und des hl.
- St.Konrad von Parzham mit dem Kreuz in der Hand
- St.Petrus mit Himmelsschlüsseln und St.Paulus mit Buch (Halbfiguren)
- St.Vitus im Kessel.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen
und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Pasenbach taucht um das Jahr 784 erstmals als Pasinpah in Urkunden auf. Auch in einer Urkunde vom 6.März 819 die von einem Tausch zwischen dem Herr Pupo und dem Freisinger Bischof berichtet (Bischof gibt Besitz in Pasenbach an Pupo), ist Pasenbach erwähnt (in Pasinpah iuxta fluvium qui dicitur Clana -Pasenbach am Fluss Glonn). Vorher hatte ein Kleriker namens Tozi den Besitz dem Bischof geschenkt.
Geschichte
der Kirche
Eine erste
Kirche (Kapelle) in Pasenbach wurde urkundlich schon im 9. Jh erwähnt.
In einer Urkunde vom 14.Juli 826 heißt es, der Priester Rathelm
begebe sich seines Lehens zu Basinbach (Pasenbach), d.h. er gab das Lehen an
den Bischof zurück.
Im Verzeichnis der Kirchen und Kapellen im Bistum Freising von 1315 (Konradinischen
Matrikel) ist Pasenbach aber nicht enthalten.
Gotik
In der Zeit der Gotik wurde eine neue Kirche gebaut, von der Teile (Altarraum
u. Turm) noch erhalten sind. Damals
kam die örtliche Hofmark in den Besitz der Münchner Patrizierfamilie
von Barth, die im Laufe der nächsten Jahrhunderte mit zur Ausstattung beitrug.
1468 kauft ein Hans Barth zwei Höfe in Giebing von Heinrich dem Kammerberger
zu Hilgerthausen; kurz nach 1521 erwarben die Barth die „Veste Pasenbach" von
der Münchner Familie Wilbrecht. Die Grabsteine der Barth, die sich in Pasenbach
ein Erbbegräbnis geschaffen haben, beginnen aber schon im Jahr 1491.
Pasenbach zählte damals vier Höfe, drei Huben und 18 Sölden (Kleinbauernhöfe),
von denen aber ein Hof und eine Hube zum Kloster Indersdorf gehörten.
Patrizierfamilie
von Barth
Das älteste nachgewiesene Familienmitglied
war der 3. Deutsch-Ordens-Meister „Hermann Bart", der 1210 erwähnt wird. Um
1346 übersiedelten die Barts von Augsburg nach München. Dort waren
sie bis ins 19. Jahrhundert hinein Mitglieder des Inneren Rat der Stadt. 1360
gelangte die Familie in den Besitz der Burg Harmating bei Wolfratshausen, nach
der sie sich dann auch benannte ("von Barth von und zu Harmating").
Der frühere Kreisheimatpfleger Alois Angerpointner beschreibt die beiden
bekanntesten Vertreter der Familie:
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"Ein sehr berühmter und bekannter
Familienangehöriger aus der Linie der Münchener Barth war ein Hans
Bart, der zuerst im Äußeren Rat der Stadt München erwähnt wird
zwischen 1395 bis 1425, im Inneren Rat der Stadt München 1414, 1415 und
1418. Die erste Ehefrau dieses Hans Barth dürfte Gertraud Ruedolfingerin
vom Anger (München) gewesen sein; die zweite Ehefrau war Dorothea Mauthner,
die an einem 18. März nach 1429 gestorben ist. Hans Barth hatte bereits
Besitzungen in Ramersdorf und Feldkirchen (bei München) besaß ein Haus
in der Weinstraße in München. Er starb vermutlich 1439. |
Benefizium von 1624
Am 1.Juli 1624 hatten die Hofmarksherren Bernhard und Balthasar Barth von
Harmating und Pasenbach ein Benefizium (Mess-Stiftung) gegründet. Aus den
Erträgen der Stiftung konnte ein Benefiziat und der Unterhalt für
ein Benefiziatenhaus bezahlt werden. Das Besetzungsrecht lag bei der freiherrlichen
von Barth'schen Familie. Der "vom Pfarrer unabhängige" Benefiziat
hatte pro Woche zunächst sechs, ab 1865 nur mehr vier Messen zu halten.
Dazu kamen 8 Quatembermessen (Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag).
Hauptverpflichtung aber war der Sonntagsgottesdienst in Pasenbach mit Vortrag.
Dem Benefiziaten waren das Recht und die Pflicht zur Weihe von Kerzen, Palmen,
Speisen, Feuer und Wein übertragen. Auch musste er bei Prozessionen der
Pfarrei präsent sein. Das Benefiziatenhaus wird 1874 als wohnlich, aber
im Erdgeschosse feucht bezeichnet. Die Baupflicht lag bei der Barth'schen Familie.
Zum Haus gehörte noch eine kleine Landwirtschaft mit 13 Tagwerk der Bonität
9.
Neubau im 17.Jh
Um die gleiche Zeit, also im 17.Jh, wurde das Kirchenschiff -etwas breiter und
höher - neu errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch ein Teil der barocken
Ausstattung.
Dreißgjähriger Krieg
Im 30jährigen Krieg hat auch Pasenbach stark gelitten. Mindestens 11 Anwesen
waren Brandstätten. Der genutzte Feldbau hatte sich so verringert, dass
kein Anwesen als Ganzhof mehr bezeichnet werden konnte.
Ob die Kirche Schäden davontrug, ist mir nicht bekannt; es wäre aber
außergewöhnlich, wenn die Soldaten die Altäre geschont hätten.
Schmidt'sche Matrikel 1738/1740
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In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt die Pfarreien des Bistums besucht und die nach ihm benannte Schmidt'sche Matrikel erstellt. Darin ist auch die "Ecclesia filialis s.Annae(!) in Pasenbach" enthalten. Schmidt bezeichnet sie als schmucken Bau, in dem viele Familiendenkmäler der Familie Barth zu sehen sind. Die Kirche hatte auch damals drei Altäre: der Hochaltar war der hl. Anna und dem St. Leonhard geweiht; in ihm befanden sich Kreuzreliquien. St.Anna, die Patronin der Schlosskapelle war also damals auch für die Kirche eine Patronin. Die Seitenaltäre waren den Heiligen Sebastian und Vitus gewidmet. In der Kirche fanden vor allem Benefiziumsgottesdienste statt; daneben noch an den Festen der Patrone Anna und Leonhard, des hl.Innocenz sowie am Dienstag nach Ostern und nach Pfingsten. Ein Friedhof war schon vorhanden; in ihm stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken (darunter die älteste Glocke im Landkreis-1128). Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Vierkirchen und die Familie der Barth's. |
![]() Ansicht um 1700 Stich vom Michael Wenig |
Beschreibung 1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche
von Pasenbach als Filiale von Vierkirchen enthalten. Zu ihr gehörten 211
Dorfbewohner (Seelen), die in 43 Häusern wohnten. Pasenbach war damals
die größte Ortschaft der Pfarrei Vierkirchen. Mayer beschreibt die
Kirche St.Leonhard wie folgt: "Pasenbach ist zwischen Giebing und Indersdorf
gelegen. Früher Sitz eines Patrimonialgerichtes. Die Kirche ist geräumig
und hell. Zopfstil (=barock). Erbauungsjahr unbekannt. Kuppel-Thurm mit
2 Glocken. Patrone: Hl.Anna und hl.Leonhard. 3 Altäre, keine Orgel. Cemeterium
(=Friedhof) ohne Capelle. Gottesdienste: An allen Sonn- und Festtagen
durch den Beneficiaten, nur an den Patrocinientagen (26.7. und 6.11.) durch
den Pfarrer, wo dann der Beneficiat Frühmesse hat. An Ostern, Pfingsten
und Weihnachten ist auch nur Frühmesse, damit die Parochianen (=Gemeindemitglieder)
in die Pfarrkirche kommen können. Stiftungen: 5 Jahrtage, 1 Jahrmesse,
8 Quatembermessen und 12 Jahrämter aus alter Zeit; durch den Beneficiaten
zu persolviren" (Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag).
Das Kirchenvermögen betrug 1870 rd. 4.500 Gulden.
1977 wurde die Kirche renoviert.
Ehemalige Schlosskapelle
Kanonikus Schmidt erwähnt in der Matrikel
von 1738 auch die Schlosskapelle in Pasenbach. Sie sei noch im Umbau begriffen,
schreibt er. Am Rande der Matrikel wurde später hinzugefügt, dass
die Kapelle "1739 consecrirt worden sey".
1813 berichteteJoseph
von Obernberg in seinem Buch 'Reisen
durch das Königreich Baiern,
die "in der Kapelle aufgehangenen Wappenschilde haben die Umschriften:
'1210 Horman Barth dritter deutscher Meister des löblichen Ritterordens
- 1210 Hans Barth, des innern Raths zu München. Gertraut Rudolphin von
Anger sein Hausfrau'.
Anton Mayer bemerkt dazu 1874: "In Pasenbach war früher ein herrschaftliches
Schloß, in dessen erstem Stockwerke sich eine kleine Capelle befand, welche
am 2.Oktober 1739 zu Ehren der hl.Anna consecrirt, aber im Jahr 1843, als der
sogenannte Schloßbauer Franz Krahamer Schloß und Capelle vom Grafen
von Spreti auf Abbruch kaufte, am 6. November vom Pfarrer Lohberger von Vierkirchen
execrirt wurde. Stiftungen bestanden bei selber nicht. Capelle und Schloß
bestehen nicht mehr".
Berichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem
Pfarrleben auch aus Pasenbach berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen
Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln
aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Für Pasenbach
existiert derzeit nur ein Bericht über den Mesner Georg Huber. Wenn Sie
Interesse daran haben, klicken Sie hier....
Die Kirche steht am westlichen Ortsrand inmitten eines ummauerten Friedhofs. Der zweiachsige Chor schließt in drei Seiten eines Achtecks. Das Kirchenschiff besitzt ebenfalls nur zwei Achsen. Die Außenmauern sind weiß verputzt, mit gelben Ecken, Fensterumrahmungen, Traufgesimsen und Sockel. Der quadratische Turm ist an den Chor angebaut (Chorflankenturm). Der achtseitige, etwas eingezogene Zwiebelturmhelm wurde im 17.Jh aufgesetzt. Er ist mit Schindeln gedeckt.
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Alljährlich am Sonntag nach dem Leonhardifest (6.November) findet seit 1994 in Pasenbach wieder ein Leonhardi-Umritt statt. Robert Böck geht in seinem Buch Wallfahrt im Dachauer Land davon aus, dass schon im 18.Jh Pferdesegnungen Brauch gewesen waren. Besonders rührig war dabei der von Mathias Kneißl 1762 gegründete Leonhardibund mit zuletzt 800 Mitgliedern (!), der an diesem Tag sein Bundesfest beging. Mitte des 19.Jahrhunderts erlosch der Brauch. Erst 1924 wurde wieder mit einem Leonhardiritt begonnen. Der damalige Pfarrer Johannes Spötzl berichtete davon: |
![]() Figur bis 2011 |
| "Alte
Leute erzählen noch, daß in Pasenbach beim Leonhardi-Bundesfeste
ein jährlich wiederkehrender Pferdesegen stattgefunden hat, wobei von
jedem Pferdebesitzer, der daran mit seinen Pferden teilnahm, ein Quantum
Getreide (Haber) an den Leonhardibund abgeliefert wurde. Dieser Segen ist
später, wohl schon in den ersten Jahrzehnten des 19.Jh, vielleicht
infolge des Aufklärungsrummels, abgeschafft worden. Nachdem schon bei
ein paar Bundesfesten nach dem 1.Weltkrieg seitens der Pfarrgeistlichkeit
der Vorschlag gemacht worden war, ging man im Herbst 1924 ernstlich daran,
für dieses Jahr einen Leonhardi-Ritt vorzubereiten, mit Absicht, ihn
im Falle des Gelingens künftig jedes Jahr abzuhalten. Ein Ausschuß
mit Kooperator Hörl an der Spitze wurde gebildet, in allen umliegenden
Gemeinden und Pfarreien wurde um Teilnahme geworben, die Aufnahme war überall
günstig, dennoch sahen wir mit Spannung und Bangen dem Tage 10.November
entgegen. Nachdem der Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder gehalten war, versammelte sich vor dem Gasthaus Großmann in Esterhofen eine Menge von geschmückten Wagen und Reitern, unter Assistenz des Herrn Pfarrer Huber, Weichs und Herrn Kooperator Hörl, beide ebenfalls zu Pferde und im Chorrock, den Segen über die Pferde. Nach dem 3.Umzug segnete ich vor dem Mesneranwesen jedes Pferd mit Weihwasser. An dem Umritt nahmen an prominenten Personen noch teil: Herr Pfarrer Ebert, Giebing, Herr Pfarrer Pschorr, Ampermoching, Herr Graf Spreti auf Unterweilbach, Herr Baron Vequel-Westernach auf Kammerberg, Herr Dr.Steinbacher, Schönbrunn, alle beritten. Das Ganze hatte, ohne allen Unfall, einen herrlichen Verlauf. Ein Fest, über dessen Schönheit wir uns alle nicht genug freuen konnten und das noch lange bei den Teilnehmern Tagesgespräch blieb und das uns ermutigt, es künftig, so Gott will, jedes Jahr zu begehen." |
| Am 10.11.2002 waren bei dem von der Feuerwehr und den Pferdefreunden Jedenhofen organisierten Leonhardiritt 110 Rösser, 10 Kutschen 2 Sulkies dabei. Vor mehr als 1000 (andere Zeitung: 3000) Zuschauern zogen sie vom Gewerbegebiet zu einer Wiese neben der Kirche. Eine besondere Attraktion waren dabei Wagen, auf denen große Modelle der Kirche und des ehemaligen Pasenbacher Schlosses (1843 abgerissen) standen. |
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An der Außenwand sind mehrere Epitaphe für frühere Geistliche angebracht. Das Bemerkenswerte der 96 x 91 cm großen Gedenkplatte aus Marmor für Pfarrer Karl Reindl, der am 19.2.1882 starb, ist ein relifierter Kelch, der aus dem Epitaph herausragt (sog.Hochrelief). Er wurde von M.Sepp aus München gestaltet. Der Kelch war ein beliebtes Symbol für Priestergräber. |
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Epitaph aus dem Jahr 1821 für Lorenz
u. Walburga Daurer. |
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Epitaph aus dem Jahr 1880 für Walburga
Doll |
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| Epitaph aus dem Jahr 1880 für
Josef u. Katharina Zotz Text: "Hier ruhet der ehrengeachtete Herr Joseph Zotz, Oberschneider von hier, geboren am 24.Jäner 1822, gestorben am 21.Juni 1880. Sowie dessen Ehefrau Katharina Zotz, gest.28.Mai 1899, im 79ten Lebensj. Weinet und trauert nicht, Wier seh'n uns wieder im ewgen Licht." |
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| Epitaph aus dem
Jahr 1931 für Schwestern Hölzl
Text: "Selig, die im Herrn sterben. Hier ruht in Gottes hl.Frieden die tugendh.Jungfrau Frl. Croladia(?) Hölzl. Krämereimitbesitzerin v.h(ier) geb. 8.Mai 1860, gest. 11.Febr. 1931. vers. mit den hl.Sterbesakramenten. Es folgte ihre Schwester, die tugendsame Jungfrau Frl. Ottilie Hölzl. Krämereibesitzerin v.hier, geb. 5.Nov. 1867, gest. 3.Okt. 193?" |
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Epitaph für Pfarrer Franz
Xaver Bärlehner, gest. 9.12.1934 |
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Epitaph für Adolf
Schlemmer |
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Epitaph für Pfarrer Andreas
Hörl, gestorben am 12.1.1900 |
Innenausstattung
Der eingezogene
Altarraum ist mit einem Tonnengewölbe
und gelb abgesetzten Stichkappen
überdeckt.
| Hinweis: Die Darstellung des Deckengemäldes greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird. |
| In der Mittelnische des Choraltars steht eine lebensgroße Schnitzfigur der Mutter Anna mit Maria und Jesus (Anna selbdritt im barocken Stil. Diese Figurengruppe befand sich bis zum Abriss des Pasenbacher Schlosses im Jahr 1843 in der Schlosskapelle. Danach lag sie unbeachtet auf dem Speicher der Kirche, bis sie 1938 wieder entdeckt und anstelle des damaligen Altargemäldes im Hochaltar aufgestellt wurde. Mutter Anna hält ihr sehr lebhaft wirkendes Enkelkind (mit Apfel in der Hand) auf dem rechten Arm. Zu ihren Füßen steht Maria. |
| Hinweis: Anna, Mitpatronin der Kirche war nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jh die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus.Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern,kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung, um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den sog.anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. |
| Hinweise: Leonhard,
der Patron der Kirche, (gehört zu den 14 Nothelfern) lebte
um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig
besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König
Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron
derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken,
die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er
Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet
wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung
im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den bayerischen Herrgott.
Am Leonhardstag, dem 6.November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen
vorgenommen (auch in Pasenbach). Der hl. Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen. |
| Im Auszug des Hochaltars eine Figur von von St.Josef, mit der Lilie der Keuschheit in der Hand (um 1680), flankiert von kleineren Statuen des hl. Ulrich im Bischofsornat mit einem Fisch (1.Hälfte des 16.Jh) und des hl. Benno (um 1680). | Die Josefsfigur war früher wohl eine Darstellung Christi. Später gab ihr ein Künstler eine Lilie -das Attribut des hl.Josef- in die Hand und der Bedeutungswandel war vollzogen. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann. |
| Hinweise: Ulrich
(890-973) war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über
die räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955.
Zum Dank verlieh ihm Kaiser Otto I. das Münzrecht
für Augsburg. Ulrich baute dann die von den Ungarn zerstörten
Klöster und Dörfer seines Gebiet wieder auf. Er selbst lebte bescheiden.
Als er starb, wurde er mit dem Teppich, auf dem er auf der Erde zu schlafen
pflegte, begraben. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend
mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich
beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein
Bote des Herzogs, dem Ulrich Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte.
Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des
Bratens, ein Gänsebein. Der Bote brachte dies dem Herzog, um den Bischof
nun seinerseits des Unrechts überführen zu können, dass er
am Freitag Fleisch esse; als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung
nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt.
Der heilige Benno entstammte einem sächsischen Grafengeschlecht, war Stiftsherr in Goslar und wurde 1066 Bischof von Meißen. Als sich Benno in der Frage des Investiturstreits (Recht zur Einsetzung der Bischöfe) auf die Seite Papst Gregors VII. schlug, setze ihn sein weltlicher Herr, Kaiser Heinrich IV. ab und zwang ihn zum Verlassen des Bistums. Nach der Legende hat Benno bei seinem Fortgang die Schlüssel der Domkirche zu Meißen in die Elbe geworfen, damit der Kaiser die Kirche nicht betreten konnte. Als er drei Jahre später, im Jahre 1088 wieder in sein Haus zurückkehrte, brachte ihm ein Fischer einen Fisch, an dessen Flossen die Schlüssel hingen. Deshalb ist auch er oft mit einem Fisch dargestellt. Benno ist der Stadtpatron von München. |
| Der um 1760 gebaute Tabernakel des Hochaltars steht erst seit 1939 an dieser Stelle. Pfarrer Bredl kaufte ihn damals bei einem Apotheker, der ihn als Giftschrank verwendet hatte. In den Besitz der Vorfahren des Apothekers dürfte das barocke Stück über Verkäufe im Rahmen der Säkularisation 1803 gekommen sein. Früher war darin auch die Kreuzpartikelmonstranz aufbewahrt, die bei der Segnung der Pferde beim Leonhardiritt verwendet wurde und seit einigen Jahren wieder wird. Diese kleine Monstranz in Kreuzesform aus dem Jahr 1730 ist aus Messing getrieben und vergoldet. Der vierpassförmige Fuß ist mit Gitter- und Bandlwerk, der Nodus mit Akanthusblättern verziert. |
| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| Hinweis: Die Abendmahldarstellungen sind heute die wichtigste künstlerische Ausdruck für die Einsetzung der Eucharistie. In den ersten Jahrhunderten waren dies -wie Darstellungen auf den frühchristlichen Sarkophagen zeigen- das Weinwunder von Kana und die Brotvermehrung. In die Bildende Kunstfand das letzte Abendmahl erst im 5./6. Jh. Eingang. Ursprünglich wurde Jesus an der linken Ecke der Tafel sitzend wiedergegeben, ab dem 11. Jh. meist in der Mitte thronend, flankiert von seinen Jüngern, wie hier in Pasenbach. |
| Am Zugang zur Sakristei hängen die Chorglocken (Sakristeiglocken), die das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes anzeigen. Es handelt sich um eine kleine Glocke sowie um drei Schellen, die mit einem reich bestickten Zugband zum Klingen gebracht werden. Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten. |
| An der Chornordseite befindet sich eine Marienstatue im Stil einer spätgotischen Madonna , die nach dem Raub fast aller Figuren im Jahr 1985 vom Bildhauer Georg Sellmeier aus Zolling nachgeschnitzt wurde. Maria, die Himmelskönigin, trägt auf dem Haupt eine Krone. Sie hat die Hände zum Gebet gefaltet. Unter ihren Füßen lugen zwei Putten hervor. |
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An der Chorsüdwand hängt das frühere Altarbildmit dem Thema "Anna lehrt Maria das Lesen" (Größe 183 x 126 cm). Es wurde 1842 von Anton Huber aus Dachau (sign.) mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt. Vor dem Hintergrund einer klassizistischen Architektur sitzt St.Anna, in das traditionelle grüne Gewand gekleidet. Ihre Tochter Maria (im traditionelle rot-blauen Gewand) kniet auf einem Schemel und liest in einem Buch, das auf dem Schenkel von Anna liegt. Ihr Finger folgt dem Lesetext. Hinter den beiden steht St.Joachim mit dichtem Bart und beobachtet die Szene. Der obere Teil des Bildes gibt einen Blick zum Himmel frei. Dort sitzen drei Englein auf Wolken, von denen einer eine Lilie, das Symbol für Maria, hält. Inmitten der Engel schwebt die Heilig-Geist-Taube, von der aus ein Gnadenstrahl zu Maria führt. |
| Hinweis: Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch Anna und Maria gerechnet werden. |
| Der Zelebrationsaltar (Volksaltar) besteht aus Holz. Seine Seiten sind durch Felder gegliedert; das vordere Feld enthält ein großes goldenes Kreuz. Passend zum Altar in Material und Stil ist der Ambo gleich daneben. Der Volksaltar wurde um 1970 aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. |
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
Im Altarraum
Im Chor und im vorderen Teil des Langhauses sind
Wappen-Grabmale (Epitaphe) der Münchner Patrizier Barth von Harmating
und Pasenbach aus dem 16.-18.Jh. angebracht.
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Neben dem Hochaltar ist das Grabmal für für Johann Hermann Barth von 1663 in die Mauer eingelassen (Rotmarmor 133 x 65 cm). Es besteht aus zwei übereinander angeordneten Kreisen. In den oberen Kreis ist der Text enthalten, der untere Kreis ist mit den prächtigen Wappen des Verstorbenen gefüllt. Der Text lautet: "Anno 1663, den 19. Nonembris starb der Woll Edl und gestrenge Herr Juhann Hermann Barth von und zue Harmating Basenbach Watterstoff (?) von Remthall auf Oellkonen und Lorenzenberg deme und allen Christgläubigen Seelen Gott genedig und barmherzig sein wolle. Amen" |
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| Gegenüber, auf der Südseite des Altarraums ist das Grabmahl des Jörg Barth und seiner Frau Emmerantia von 1667 zu sehen. Es ist ähnlich gestaltet, wie das Epitaph auf der Nordseite. Natürlich enthält es andere Wappen (das der Barth mit dem Bartgesicht sowie der Wallstadt mit dem "W"); darunter ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen. Der Text darüber lautet: "Anno 1667, den 5.Juny starb der Edl und gestrenge Herr Jörg Balthannser Barth von Harmating zu Basenbach, Humbach und Wallstadt. Anno 1663, den 5.Juny starb die woll Edl und gestrenge Frau Emmerita Barthin, geborene Illmgin von Trasberg zu Cammaberg, deren Gott Gnade. Amen" (Rotmarmor, 133 x 65 cm). |
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Direkt unter dem jetzigen Volksaltar befindet sich das 64 x 34 cm große Epitaph aus Rotmarmor für den verstorbenen edlen und gestrengen Herrn Hermann Barth. Ein Datum fehlt. Es erinnert nach Pfarrer Steinberger an den "dritten Deutsch-Ordensmeister Johann Hermann Barth", der 1610 gestorben ist. |
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| Unterhalb der zum Altarraum
führenden Stufe liegen vier Epitaphe, von denen zwei lesbar sind: Eines aus dem Jahr 1734 trägt neben dem bekannten Barth-Wappen die Inschrift "A.M.E.B.V.H.P. Anno 1734, Alt 66". Es ist die Grabinschrift für die "edle Anna Maria Eva Barth von Harmating-Pasenbach, die stets ihre freigebige Hand öffnete und reichlich spendete, wenn es galt, kirchlichen Nöthen abzuhelfen, wie ihre reichlichen Stiftungen bezeugen" (Rotmarmor, Größe: 34 x 32 cm). |
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| Das andere ist für den Benefiziaten (= Priester ohne Pfarrei) Johannes Johannes Schwarz gefertigt worden, der am 19.Januar 1695 starb und "dessen Seele bei Gott weiterlebt", wie es im lateinischen Text heißt. Dieser Grabstein ist mit Kelch und Hostie verziert, den Symbolen für ein Priestergrab (Rotmarmor, Größe: 49 x 38 cm). | |
| Ein weiteres Epitaph aus der Zeit um 1600 enthält nur noch Fragmente der alten Inschrift: "Beneficitat Petrus Die...." (Rotmarmor, Größe: 49 x 48 cm). | |
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Der vierte und mit 75 x 67 cm größte
Stein aus Rotmarmor ist leider nicht mehr lesbar. |
| Das prächtigste
ist an der Nordwand zu sehen und wurde 1623 für die
Brüder Gabriel und Balthasar Barth
errichtet (Rotmarmor, Größe: 159 x 71 cm). Im
Zentrum steht ein Kruzifix. Jesus am Kreuz zeigt noch im Tod mit seinen
an das Kreuz genagelten Händen den Segensgestus
(drei ausgestreckte, zwei zurückgebogene Finger). Unter dem Kreuz knien
die beiden Brüder und falten andächtig die Hände. Balthasar
ist mit einer Rüstung, der Canonicus Gabriel mit einem Klerikergewand
der damaligen Zeit bekleidet. Als Bildhintergrund sind im oberen Bildteil
die von Wolken umgebenen Gestirne Sonne und Mond zu sehen. Im unteren Teil
sind mit vielen Häusern und Kirchen bebaute Berge in Reliefform herausgearbeitet.
Wahrscheinlich handelt es sich um die Ortschaften, in denen die Brüder
Besitzungen hatten. Links jedenfalls sieht man einen Teil des früheren
Pasenbacher Schlosses in das Epitaph hereinragen. Umgeben ist die Szene
mit einem breiten Rand, der aus Wappen (oberer Teil) bzw. aus Memento-mori-Symbolen
wie z.B. Sanduhr, Zeigeruhr, Öllampe, Totenkopf, Helm, Birett und Bibel,
die auf dem Boden liegen, sowie trauernden Engeln besteht. Links sind die
Wappenschilde der Welser, Illsung, Rehlinger, Riedler, rechts die der Biterich,
Gumpppenberg, Endeltshausen, Barth von Harmating zu sehen. In Schriftband
neben dem Totenkopf ist der Text "BERN:BART:DE:HARM:FRATRIB:SUIS:ARMORIS:ERGO:P:"
(Dieses Denkmal setzte Bernhard Barth von Harmating seinen Brüdern
aus Liebe) zu lesen. Im unteren Teil des Epitaphs ist in einer Kartusche der Erinnerungstext (Balthasar Barth von Harmarting, dreier römischer Kaiser und ebensovieler Landesfürsten in Bayern Rat) eingraviert. Gabriel von Barth, der eigentliche Besitzer von Pasenbach, starb im Jahr 1600. Im Jahr 1582 hatte er das Schloss und Dorf Pasenbach zum „Fideikommiss" (zum unveräußerlichen und unteilbaren Erbgut und Stammgut) für seine Verwandtschaft erklären lassen. Gabriel war Chorherr der Frauenkirche in München. Sein Bruder Balthasar lebte noch bis 14.11.1623. Durch ihn bekam im Jahr 1609 das Geschlecht die „Edelmannsfreiheit" vom bayerischen Herzog Maximilian, dem späteren Kurfürsten (1597-1651), für die treuen Dienste verliehen . |
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| Ebenfalls an der Nordwand, aber etwas weiter rückwärts ist eines der ältesten Epitaphe aus dem Jahr 1566 für die edle und tugendhafte Frau Elena Barthin zu sehen, die am 10.3.1566 starb und "deren Seele", so der Text, "Gott gnädig und barmherzig sein wolle". Unter dem Text das Wappen der Familie Barth, gebildet nur aus dem auch später noch verwendeten bärtigen Gesicht (Rotmarmor, Größe 75 x 52 cm). | |
| Das Epitaph für
den Benefiziaten Ferdinand Reisner,
gestorben am 4.1.1789, besteht aus Solnhofener Stein und hat die Ausmaße 89 x 44 cm. |
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| Epitaph für
Carl Anton Joseph v.Barth,
gestorben am 27.1.1751 (Rotmarmor, Größe: 119 x 57 cm)
im 68. Lebensjahr. |
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| Epitaph für Franz Bernhard Ignaty von Barth, gestorben am 14.8.1758 (Rotmarmor, Größe: 101 x 57 cm) | |
| Epitaph für
Pfarrer Ferdinand Karer, gestorben am 4.8.1758 (Rotmarmor,
Größe: 90 x 55 cm) |
Die Langhausdecke ist ein unechtes Gewölbe. Die flache Tonne ist an darüber verlaufenden hölzernen Querbalken angehängt. Das von Georg Gschwendtner aus Reichenhall 1962 (sign.) geschaffene große Deckengemälde im Langhaus zeigt drei mit dem hl. Leonhard in Verbindung stehende Themen:
| im Osten den Tod
des hl. Leonhard. Der Heilige liegt auf einer Bahre, um die Mönche
mit zum Gebet erhobenen Armen stehen. Links ist St.Leonhard als Befreier von Gefangenen zu sehen. |
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| in der Mitte die
Glorie des hl. Leonhard. St.Leonhard schwebt nach seinem Tod auf Wolken zum Himmel empor. Seine Mitbrüder auf Erden schauen ihm mit Engel tragen seine Insignien. Erwartet wird er von der Hl.Dreifaltigkeit. Gottvater, der Schöpfer, mit einem dreieckigen Heiligenschein, lehnt mit einem Arm auf einer großen Weltkugel, die von einem Engel nur mühsam gehalten wird. Christus, mit dreistrahligem Heiligenschein ist in ein rotes Gewand gehüllt; in seinem Arm hält er das Kreuz. Darüber schwebt die Heilig-Geist-Taube. Weitere Engel begleiten St.Leonhard und tragen seinen Abtsstab. |
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| im Westen den
Leonhardiritt in Pasenbach
aus dem Jahr 1929 zu sehen. Das Bild zeigt den Pfarrer mit den Ministranten, die vor der Pasenbacher Kirche die vorbeireitenden Bauern und ihre Pferde segnen. Links in Hintergrund ist noch das damals schon längst abgerissene Pasenbacher Schloss zu sehen. |
Das heutige Deckengemälde trat an die Stelle eines Freskos von Anton Huber aus Dachau (1842), das die Heilige Familie darstellte.
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Hinweis: An Pfingsten (in manchen Kirchen auch an Christi Himmelfahrt) wurde es früher aber auch für eine Art Schauspiel genutzt: Während des Gottesdienstes wurde von oben entweder eine lebende weiße Taube freigelassen oder eine hölzerne Taube als Symbol für den Hl. Geist an einer Schnur hinuntergelassen. Das Heilig-Geist-Loch spielt auch in vielen alten Anekdoten eine Rolle, so z.B: Statt der Taube kam die Stimme des Mesners aus dem Pfingstloch: "Herr Pfarrer, den Heiligen Geist hat Katz gfressn". In Pasenbach ist das Loch mit einer Heilig-Geist-Taube verschlossen, die früher an der Unterseite des Kanzel-Schalldeckels befestigt war. Die Kanzel wurde 1960 entfernt. |
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Wohl aus der ehem. Schlosskapelle
stammen zwei 38 x 30 cm große Glasgemälde in den Langhausfenstern.
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Die 1,80 m breiten und fast raumhohen Seitenaltäre werden dem Dachauer Bildhauer Konstantin Pader zugerechnet (1678). Ihre rot und grau marmorierten Retabel (Aufbauten) sind von gewendelten Säulen eingerahmt und oben mit Sprenggiebeln abgeschlossen. Die beiden Antependien im barocken Schmuck mit Feldeinteilung und einem vergoldeten Kreuz in der Mitte, wurden erst vor einigen Jahren auf Initiative und Kosten von Kirchenpfleger Winterholler vorgesetzt. Sie entsprechen in Stil und Form dem Antependium des Hochaltars..
| Den linken Seitenaltar schmückt eine Darstellung der Krönung Mariens (um 1680). Maria kniet auf Wolken, zu ihren Füßen zwei Puttenköpfe (mit blondem und mit dunklem Haar). Darüber die Hl.Dreifaltigkeit mit Gottvater, Jesus Christus und dem Heiligen Geist in Gestalt einer Taube. Jesus trägt -im Gegensatz zur üblichen Darstellung- einen langen Bart. An seinen Händen und Füßen sind die Wundmale der Kreuzigung zu sehen. Gottvater, der Schöpfer, hält eine große blaue Weltkugel mit Kreuz in der Hand. Dazwischen schwebt die Taube des Hl.Geistes und sendet drei Gnadenstrahlen auf Maria herab. Im Jahr 1980 wurden die Originalfiguren von Christus und Maria bei einem Kirchenraub gestohlen. Die Polizei konnte nur die Marienfigur (bei Würzburg) sicherstellen und nach Pasenbach zurückbringen. Deshalb ist von der Figurengruppe Christus eine Nachbildung (1985). |
| Hinweise:
Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten
Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte
nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell,
die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert,
als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem
Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht
mehr gerecht. Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
Im Auszug des linken Seitenaltars eine Figur einer Heiligen mit Buch. Dass es sich dabei um die hl. Elisabeth handelt, wie eine Quelle zu wissen glaubt, ist eher unwahrscheinlich. Eine andere Quelle weist die um 1680 geschnitzte Figur der hl.Katharina zu.
Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht, dessen Statue (mit der Darstellung seines Martyriums) zwei Putten umschweben. Sebastian steht -von Pfeilen durchbohrt- etwas verrenkt am Marterbaum Die Körperproportionen (zu großer Kopf, zu lange Arme) scheinen nicht ganz stimmig (geschnitzt in der 1.Hälfte des 17.Jh).| Hinweis: Sebastian
soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier
der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde
er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber
durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut
zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung
hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian
wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der
Schützenbruderschaften verehrt. |
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Als Assistenzfiguren auf dem rechten Seitenaltar dienen Figuren des hl. Rochus mit Pilgerstab, der auf seine Beinwunde zeigt (spätes 16.Jh) und des hl. Konrad von Parzham mit dem Kreuz in der Hand. Beide Figuren wurden den 1980 gestohlenen Originalen nachgeschnitzt (von Georg Sellmeier Zolling 1985). Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (Pestbeule am Oberschenkel), zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert. Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. 1934 von Papst Pius XI. heilig gesprochen. |
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| Vitus wurde schon als Kind von seinem heidnischen Vater wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt. Den Folterknechten verdorrten die Arme, aber Vitus heilte sie. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete wurde er blind. Kaiser Diokletian wollte ihn mit schweren Eisenplatten erdrücken, in einem heißen Ölkessel sieden oder ihn den Löwen vorwerfen. Nichts gelang. Dann wurde er mit Haken zerfleischt. Vitus ist einer der 14 Nothelfer. Vitus ist Patron für 30 Krankheiten. Bekannt ist der Veitstanz, Chorea, eine Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegungen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädigung im Zentralnervensystem bedingt sind. Er ist auch Schutzpatron gegen das Bettnässen, weil man in früheren Jahrhunderten den den Ölkessel als großen Nachttopf deutete. |
![]() 6 Details ( Kreuzwegstationen, Fresken,Figuren) per Mouseklick vergrößern |
weitere
Leonhardfiguren
Die von Pfarrer Gröbmayrum
1760 erstmals eingeführten Kreuzwegbilder
wurden 1870 erneuert. Es handelt
sich um 53 x 27 cm großen Ölgemälde (auf Leinwand). Die Pasenbacher Kirche hatte bis 1960 eine Kanzel. Sie stammte aus dem Jahr 1678 und war inzwischen wohl reparaturbedürftig geworden; da sie für den Gottesdienst nicht mehr benötigt wird, wurde sie entfernt. |
Die Kirchenstühle aus der Zeit um 1720 wurden von der Kistlerwerkstatt Prugger gefertigt. Sie haben 22 kunstvoll geschnitzten Kirchenstuhlwangen aus Eichenholz. Das Muster entspricht dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Aufhausen, Bergkirchen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf, Ottmarshart, Pipinsried, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen und in Westerndorf verwendet.
| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
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An den Kirchenwänden noch ein Kruzifix (Kanzelkreuz) mit darunter stehender Mater dolorosa (um 1700). Jesus am Kreuz trägt den dreistrahligen Heiligenschein, den die Künstler immer Gott vorbehalten haben.
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| Im gesamten Inneren der Kirche sind an den Wänden sowie die Apostelleuchter angebracht. Diese Leuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. |
| An der Nordwand steht seit wenigen Jahren eine weitere Figur des Leonhard. Sie wurde von einem Künstler aus dem Bayerischen Wald geschnitzt und gleicht der Figur, die sich in der Nische an der Außenwand befindet. Der jugendlich wirkende Leonhard hält ein Buch mit 4 Zierknöpfen (Bibel und vier Evangelisten) sowie eine überdimensionale Kette in den Händen. Die Kette erinnert an den Schutzpatron derer, die in Ketten liegen. |
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Der 75 cm hohe Opferstock
aus Eichenholz mit einem waagerechten
und einem senkrechten Eisenband war über lange Zeit in der Außenmauer
eingemauert. Heute ist er an der Emporentreppe angebracht. Er könnte
noch aus gotischer Zeit stammen. |
| Unter der Emporentreppe liegt die Figur des sog. Grabchristus' aus der 1. Hälfte des 18.Jh. Die Holzfigur ist polychrom gefasst. | Sie war früher Bestandteil des hl.Grabes, das am Karfreitag und Karsamstag in der Kirche aufgebaut war. |
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Drei weitere große
Kruzifixe befinden sich noch in der Kirche an der Nordwand, im Vorhaus
(18.Jh.) und im Leichenhaus.
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Das Kreuz an der Nordwand ist
ein Vortragekreuz, erkennbar
am langen Kreuzesschaft. Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh |
Die stützenlose Empore besitzt an der Brüstung und der Unterseite kassettierte Weichholzfüllungen. Den Gesang der Gläubigen begleitet eine elektronische Orgel.
Das Portal der Kirche ist mit einer Eichentüre mit alten Beschlägen aus dem Ende des 17.Jh und einem Schloss aus neuerer Zeit verschlossen. Zusätzlich wird der Kirchenraum durch ein Eisengitter geschützt. In der Portalvorhalle hängt ein Kruzifix aus dem 18.Jh.
Außerhalb der Kirche untergebracht sind zwei Reliquienmonstranzen (Ostensorien).| In einer sind Kreuzpartikel verwahrt, mit denen bei den Leonhardiritten die Pferdesegnungen vorgenommen wurden. Die Kreuzreliquienmonstranz wird am 6.November zum Leonhardiritt wieder in die Kirche gebracht. | Die andere Reliquienmonstranz im neugotischen Stil enthält Splitter der Gebeine des hl. Martinus. Trotz der Namensgleichheit dürfte es sich nicht um den bekannten Heiligen mit Mantelteilung handeln, sondern um einen sog. Katakombenheiligen. |
| Hinweis: Im Mittelalter hatte man die Reliquien unsichtbar verschlossen gehalten. Erst seit Beginn des 13. Jahrhundert hat man sie den Gläubigen gezeigt. Die am meisten verbreitete Reliquiarform wurde das Ostensorium oder Reliquien-Monstranz ((lat. monstrare und ostendere= zeigen). Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten. |
Das Benefiziatenhaus war nach dem 2.Weltkrieg schon recht baufällig und feucht. Auf Drängen des Herrn Weihbischofs Neuhäusler sollte ein neues Haus erstellt werden. Der Plan für einen Neubau war bereits genehmigt. Da erließ die Erzbischöfliche Finanzkammer München einen Baustopp mit der Begründung, dass das Haus wegen des herrschenden Priestermangels ohnehin nicht mehr besetzt werden könne. 1967 riss man es ab und verwendete den Grund für die Erweiterung des Friedhofs.
| In Privatbesitz
befindet sich das Bild von Matthias
Kneißl, der 1762 die Leonhardsbruderschaft gegründet
hat. Auf der Rückseite des Portraits ist zu lesen: "Mathias Kneißl,
geb. zu Pipinsried, gest. als Apostel zu Indersdorf, 87 Jahre alt, dahier
zu Pasenbach Urheber des hiesigen St.Leonhard Bundes. Ettlinger Pinx (=hat
es gemalt)". Matthias Kneißl oder Knäußel war Dorfhirte in Pasenbach. In seinen späteren Jahren trat er als Laienbruder in das Kloster Indersdorf ein, wo er am 22.6.1792 verstarb. In der Kirche erinnert noch eine Fahne an den St.Leonhardsbund. Sie wurde im Jahr 1926 bestickt. |
Hans Schertl
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Quellen:
Joseph von Obernberg,
Reisen durch das Königreich Baiern, 1813
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 407,490,
539, 810)
Schulrat Angerpointer, Die Grabsteine der Barth in Pasenbach, 1964
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Max Gruber und Dr.Gerhard Hanke in der Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen, 1979
Pfarrer Wolfgang Lanzinger, Aus der Chronik der Pfarrei Vierkirchen über
das letzte Jahrhundert, Amperland 1979
Josef Strobl, Die frühere Gemeinde Pasenbach, Amperland 1979
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes, 1991
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1992
Josef Winterholler, Mesner und Kirchenpfleger 2002 und 2004
Dachauer SZ vom 12.11.2002
Dachauer Rundschau vom 13.11.2002
Dachauer Nachrichten vom 13.11.2002
Madonna-das Bild der Muttergottes, Dombergmuseum Freising, 2003
Helmut Größ, Der Leonhardiritt zu Pasenbach, 2003
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Martin Sellmeier, Obersüßbach,
2011 (Georg Sellmeier)
66 Bilder: Hans Schertl (63), Helmut Größ (3)
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INFO-Reihe: Die Kirchenglocken des Pfarrverbandes Vierkirchen
Die Glocken von St. Leonhard in Pasenbach
von Barbara Deger
Als ich vom Pasenbacher Mesner Josef Winterholler erfuhr, dass eine der beiden Glocken aus dem Jahr 1128 stammt und damit die älteste im Landkreis ist, wollte ich mehr darüber wissen. So konnte ich selbst die stark abgenutzten Stellen sehen, die der 8 kg schwere Schwengel seit dieser Zeit in die Glocke geschlagen hatte. Voriges Jahr (1998) wurde dieser vom Uhrmacher durch einen neuen ersetzt.
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Wem die "kleine Glocke" auch Sterbensglocke genannt, geweiht wurde, ist aus den stark abgeflachten Schriftzeichen nicht mehr zu entziffern. Es ist anzunehmen, dass die kleine Glocke seit über 870 Jahren zu verschiedenen Anlässen läutet bzw. seit dieser Zeit den Tod eines Menschen bekannt gibt. Im Jahr 1519 kam die zweite Glocke hinzu,
wie die älteste auch aus Bronze gegossen. Sie ist dem hl. Leonhard
geweiht. Laut einer im Jahre 1879 vom damaligen Vierkirchener Pfr. Mathias
Steinberger verfassten Chronik befand sich in Pasenbach "auch seit Urzeiten
eine dem hl. Leonhard geweihte Kirche". Beide Glocken blieben wegen ihres
Alters im 1. Und 2. Weltkrieg vom Einschmelzen verschont.Mesner
Winterholler berichtet auch, dass sein Vorgänger Georg Huber noch
bis zum Jahr 1962 die zwei Glocken mit dem Strick gezogen hat. Seither
haben sie ein elektrisches Läutwerk. Es lässt sich nicht mehr
nachvollziehen, weshalb die Einzelnen bzw. die beiden zusammen zu den
verschiedenen Anlässen läuten. |
![]() |
So läutet die "kleine Glocke":
| -bei
Bekanntgabe eines Todesfalls, samstags um 15.00 Uhr den Feierabend ein,
zunächst allein und dann zusammen mit der "Großen" - zusammen mit der Großen 1/4 Std. bzw. 5 Min. vor Beginn des Gottesdienstes. |
Die "Große " läutet:
|
- täglich um 5 Uhr (Sommer
wie Winter) das "Morgengebet" |
Mesner Winterholler spürte meine Faszination für Glocken und schenkte mit den ausgedienten Schwengel, der bis voriges Jahr die älteste Glocke zum Klingen brachte. So voller Ehrfurcht, wie ich die Glocke aus dem Jahr 1128 bestaunte, so empfinde ich nun eine tiefe Freude über das wertvolle Stück Eisen.
Barbara Deger
In dieser Reihe ist auch ein Artikel
über die Glocken von Vierkirchen
erschienen.
Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier....
Der
Reichtum der Höfe tat sich auf, und die Rösser tänzelten wie
ihrer Würde und Ehrung bewusst, imgroßen Umzug durch Pasenbach, durch
die Ortschaft, bis weit in die Flur hinaus, dann wieder herein, an der Kirche
vorbei, die dem hl.Leonhard geweiht ist. Vor dem Eingang nahm hoch zu Ross der
Geistlche, der Pfarrer von Pasenbach, die Segnung der Rösser mit Segen
und beherzter Weihwasser(be)sprengung vor. Jeder ritt einzeln vor, jedes Ross
wurde gesegnet. Der Reiter hielt kurz an, verbeugte sich, den samtenen Rundhut
samt Zügelzeug auf den Vorderzwiesel gestützt; dann machte er das
Kreuzzeichen und preschte ab, die Lücke wieder aufschließend. Hier
standen die Pferdekenner, die Reiterschätzer. Sie taxierten jeden Griff,
jede Bewegung an Ross und Reiter, wie die Zwischben am Pferdeleib sich knirschend
anschmiegen, die Hufeisen klingend schlagen.
Mit leisem Schenkeldruck und schenkendem Zügel galoppierte der Reiter nun
gegen Schwabhausen zur Rennbahn. Hier wurde das Rennats abgehalten, das zum
Leonhard, zu Pferd und Weihe gehört. Als Preise gabs Fahnentuch, auch an
Ziach, an Serch, Bettzeugtuch, an Barchent.
Auszug aus "Umritte im Dachauer Land", Kreisheimatpfleger Karlmax
Küppers, Amperland 1967
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23.3.2012