zur Landkreiskarte       ausführliche Beschreibg.       Kirchen i.d. Gem. Vierkirchen


Filialkirche St.Leonhard und Anna in PASENBACH

Adresse : 85256 Vierkirchen, Barthstraße 12
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Die Ortschaft Pasenbach wurde Ende des 8.Jhs erstmals als Pasinpah genannt.

Eine Kirche im Ort ist schon im 9.Jh erwähnt. Das Patronat des hl.Leonhard ist seit 1524 bekannt. Aber St.Anna war zweite Patronin, denn in der Schmidt'schen Matrikel von 1738 wird von einer Annakirche gesprochen.
St.Anna war auch Patronin der Schlosskapelle, die im Jahr 1843 abgebrochen worden ist. Viele der Schlossherren vom Geschlecht der Barth (im Wappen ein bärtiges Gesicht) sind in der Kirche begraben.

Die heutige Filialkirche St. Leonhard und Anna der Pfarrei Vierkirchen ist ein gotischer Bau, der in barocker Zeit umgebaut oder erweitert und vor allem neu ausgestattet wurde.
Der dreiseitig geschlossene, etwas eingezogene Chor ist mit einem Tonnen-gewölbe mit Stichkappen überwölbt.

Der im Kern spätgotische, quadratische Turm ist an die Nordseite des Chors angebaut. Seine Zwiebel-kuppel erhielt er im 17.Jh.
In ihm hängen zwei Glocken, darunter die älteste im Landkreis. Sie ist rd. 880 Jahre alt.

In einer Nische in der Außenwand des Chores steht die Figur des hl. Leonhard (17.Jh), der eine schwere Kette mit Schelle und Schloss in seiner Linken hält. Die Figur ist aus Ton gebrannt.

Sonnenuhr

Alljährlich am Sonntag nach dem Leonhardifest (6.November) findet seit 1994 in Pasenbach wieder ein Leonhardi-Umritt , der größte im Landkreis Dachau, statt.

Innenausstattung

Die Ausstattung der Kirche ist größtenteils barock.

Mittelpunkt des 1678 errichteten Hochaltars ist eine Schnitzfigur der Anna selbdritt, die früher in der Kapelle des Schlosses von Pasenbach stand.

Die Deckengemälde im Langhaus zeigen den Tod des hl. Leonhard, die Glorie des Patrons im Himmel und den Leonhardiritt in Pasenbach 1929.

Kleine Glasgemälde in den Fenstern mit Wappen-scheiben von 1584 und 1590 und viele Epitaphe an den Wänden des Kirchenschiffs im Fußboden am Chorbogen erinnern an die Patrizierfamilie Barth von Pasenbach.

Die Seitenaltäre sind der Muttergottes (Figur Krönung Mariens durch die Hl.Dreifaltigkeit) und dem hl.Sebastian (Figur am Marterbaum, von Pfeilen durchbohrt)

ApostelleuchterEpitaph von 1623 für Gabriel und Balthasar BarthKirchenbank-WangenKreuzwegbilderKreuzwegbilderKreuzwegbilderzu Beschreibung des ZelebrationsaltarsKirchenbank-Wangenzur Beschreibung der Deckengemälde im AltarraumEpitaph von 1663Epitaph für Jörg und Emmerantia BarthEpitaph von 1623 für Gabriel und Balthasar BarthApostelleuchterzur Beschreibung der Deckengemäldezur Beschreibung des Vortragekreuzeszur Beschreibung des rechten Seitenaltarszur Beschreibung des linken Seitenaltarszur Beschreibung des Choraltars
per Mouseklick zu den Beschreibungen

Die Figurenausstattung entspricht der vieler Kirchen im bäuerlichen Umfeld. Leider wurden viele originale Figuren beim Kirchenraub im Jahr 1980 gestohlen. Heute sind zu sehen:

- St.Leonhard im Mönchsgewand mit Abtsstab und Ketten (am Hochaltar- stammt aus der Schlosskapelle)
- St.Franziskus von Assisi , in der braunen Kutte mit einem Kreuz in der Hand (am Hochaltar - stammt aus der Schlosskapelle)
- St.Josef, mit der Lilie der Keuschheit (im Auszug des Hochaltars)
-      Marienstatue in der Art einer spätgotischen Madonna
- St.Rochus mit Pilgerstab, der auf seine Beinwunde zeigt und des hl.
- St.Konrad von Parzham mit dem Kreuz in der Hand
- St.Petrus mit Himmelsschlüsseln
- St.Paulus mit Buch (Halbfiguren)
- St.Vitus im Kessel.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte:  Erste Kirche  Matrikel 1524  Visitation 1560  Benefizium 1624   Neubau im 17.Jh
 Matrikel 1738  Beschreibung 1874   Ehem.Schlosskapelle   Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben
 Leonhardritt 1924  Pferderennen      
 Ausstattung:  Altarraum  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Bruderschaft  Choraltar
 Deckenfresken-1  Deckenfresken-2  Empore  Epitaphe im Chor   Epitaphe außen
 Epitaphe im Schiff  Fenster  Figuren im Chor  Figuren im Schiff  HeiligGrab-Christus
 Kirchenschiff  Kirchenbänke  Kreuzweg  Kreuzigungsgruppe  Orgel
 Opferstock  Portal  Reliquienmonstranzen  Sakristeiglocke  
 Seitenaltäre  Tabernakel  Vortragekreuze  Zelebrationsaltar  

Die Ortschaft Pasenbach taucht um das Jahr 784 erstmals als Pasinpah in Urkunden auf. Auch in einer Urkunde vom 6.März 819, die von einem Tausch zwischen dem Herr Pupo und dem Freisinger Bischof berichtet (Bischof gibt Besitz in Pasenbach an Pupo), ist Pasenbach erwähnt ("in Pasinpah iuxta fluvium qui dicitur Clana" -Pasenbach am Fluss Glonn). Vorher hatte ein Kleriker namens Tozi den Besitz dem Bischof geschenkt.


Geschichte der Kirche


Eine erste Kirche (Kapelle) in Pasenbach wurde urkundlich schon im 9. Jh erwähnt.
In der Urkunde vom 14.Juli 826 heißt es, der Priester Rathelm begebe sich seines Lehens zu Basinbach (Pasenbach), d.h. er gab das Lehen an den Bischof zurück.

Im Verzeichnis der Kirchen und Kapellen im Bistum Freising von 1315 (Konradinischen Matrikel) ist Pasenbach aber nicht enthalten.

Gotik
In der Zeit der Gotik wurde eine neue Kirche gebaut, von der Teile (Altarraum u. Turm) noch erhalten sind. Damals kam die
örtliche Hofmark in den Besitz der Münchner Patrizierfamilie von Barth, die im Laufe der nächsten Jahrhunderte mit zur Ausstattung beitrug. 1468 kauft ein Hans Barth zwei Höfe in Giebing von Heinrich dem Kammerberger zu Hilgerthausen; kurz nach 1521 erwarben die Barth die "Veste Pasenbach" von der Münchner Familie Wilbrecht. Die Grabsteine der Barth, die sich in Pasenbach ein Erbbegräbnis geschaffen haben, beginnen aber schon im Jahr 1491.
Pasenbach zählte damals vier Höfe, drei Huben und 18 Sölden (Kleinbauernhöfe), von denen aber ein Hof und eine Hube zum Kloster Indersdorf gehörten.


Patrizierfamilie von Barth
Das älteste nachgewiesene Familienmitglied war der 3. Deutsch-Ordens-Meister "Hermann Bart", der 1210 erwähnt wird. Um 1346 übersiedelten die Barts von Augsburg nach München. Dort waren sie bis ins 19. Jahrhundert hinein Mitglieder des Inneren Rat der Stadt. 1360 gelangte die Familie in den Besitz der Burg Harmating bei Wolfratshausen, nach der sie sich dann auch benannte ("von Barth von und zu Harmating").
Der frühere Kreisheimatpfleger Alois Angerpointner beschreibt die beiden bekanntesten Vertreter der Familie:
 

"Ein sehr berühmter und bekannter Familienangehöriger aus der Linie der Münchener Barth war ein Hans Bart, der zuerst im Äußeren Rat der Stadt München erwähnt wird zwischen 1395 bis 1425, im Inneren Rat der Stadt München 1414, 1415 und 1418. Die erste Ehefrau dieses Hans Barth dürfte Gertraud Ruedolfingerin vom Anger (München) gewesen sein; die zweite Ehefrau war Dorothea Mauthner, die an einem 18. März nach 1429 gestorben ist. Hans Barth hatte bereits Besitzungen in Ramersdorf und Feldkirchen (bei München) besaß ein Haus in der Weinstraße in München. Er starb vermutlich 1439.
Noch ein sehr berühmtes Mitglied dieser Familie aus dieser Zeit war der fürstliche Baumeister Heinrich Barth, der im Jahre 1492 die Kesselbergstrasse zwischen Kochel- und Walchensee ausbaut hat; die Linienführung dieser Strasse ist heute noch gut zu erkennen. Nach ihm ist die Barth-Straße in München benannt.

1558 wird Balthasar Barth als Besitzer der Hofmark Pasenbach genannt, "dreier römischer Kaiser und ebenso vieler Landesfürsten in Bayern Rath". Damals hatte Pasenbach neben dem Schloss rd. 30 Anwesen. Zwei Drittel waren aber nur Sölden, d.h. Anwesen mit sehr wenig Grundbesitz; meist bewohnt von Handwerkern und Tagwerkern. Balthasar ist in Pasenbach begraben; seinen Grabstein finden Sie hier...


Sunderndorfer'sche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird die Kirche unter der Bezeichnung "s.Leonardi in Basenpach" als eine der Filialen von Vierkirchen aufgeführt. Es ist auch die erste Erwähnung des Kirchenpatrons.
Leonhard, der Patron der Haustiere, war einer der wichtigsten Heiligen für die Landbevölkerung. Zwar kam es zu keiner größeren Wallfahrt nach Pasenbach, doch aus Ampermoching, Sulzrain, Vierkirchen Weichs und Walkertshofen führten Bittgänge hierher. Noch erhalten sind einige Votivgaben, wie Hufeisen oder die aus Nägeln geschmiedete einfache Rinderdarstellung (siehe Bild rechts).

1762 wurde eine Leonhardi-Bruderschaft gegründet; mehr dazu....

Votivgabe 18.Jh.

Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Vierkirchen ist auch die Filialkirche "St.Leonhardus in Päsenbach" kurz erwähnt. Die Kirche hatte wohl ein Sakramentshaus, weil das Allerheiligste als "wol beschlossen und beleucht" geschildert wird. Ein Sakramentshaus war der Hinweis auf die katholische Ausrichtung der Kirchengemeinde. Das Allerheiligste und die heiligen Öle waren liturgisch unrein aufbewahrt. Das Taufwasser befand sich in einer Flasche ("Baptismus ist in aim fleschel"). An Gerätschaften waren vorhanden: 2 Kelche mit Corporale ("hat zwen kelch"), 2 Messbücher, 1 Liturgiebuch ein zerrissenes Liederbuch, eine kleine Monstranz aus Messing ("messinge monstrantz") und 3 Messgewänder. Der Bericht endet mit dem Satz "Sonst kain mangel".




Auszug aus einer Karte von Apian 1568
Pasenbach = Bäsenpach


Benefizium von 1624
Am 1.Juli 1624 hatten die Hofmarksherren Bernhard und Balthasar Barth von Harmating und Pasenbach ein Benefizium (Mess-Stiftung) gegründet. Aus den Erträgen der Stiftung konnte ein Benefiziat und der Unterhalt für ein Benefiziatenhaus bezahlt werden. Das Besetzungsrecht lag bei der freiherrlichen von Barth'schen Familie. Der "vom Pfarrer unabhängige" Benefiziat hatte pro Woche zunächst sechs, ab 1865 nur mehr vier Messen zu lesen. Dazu kamen 8 Quatembermessen (Quatembertage sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag, Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag). Hauptverpflichtung aber war der Sonntags-gottesdienst in Pasenbach mit Vortrag. Dem Benefiziaten waren das Recht und die Pflicht zur Weihe von Kerzen, Palmen, Speisen, Feuer und Wein übertragen. Auch musste er bei Prozessionen der Pfarrei präsent sein.
Das Benefiziatenhaus wird 1874 als "wohnlich, aber im Erdgeschosse feucht" bezeichnet. Die Baupflicht lag bei der Barth'schen Familie. Zum Benefizium gehörte noch eine kleine Landwirtschaft mit 13 Tagwerk der Bonität 9.


Neubau im 17.Jh
Um die gleiche Zeit, also im 17.Jh, wurde das Kirchenschiff -etwas breiter und höher - neu errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch ein Teil der barocken Ausstattung.

Dreißgjähriger Krieg
Im 30jährigen Krieg hat auch Pasenbach stark gelitten. Mindestens 11 Anwesen waren Brandstätten. Der genutzte Feldbau hatte sich so verringert, dass kein Anwesen als Ganzhof mehr bezeichnet werden konnte.
Ob die Kirche Schäden davontrug, ist mir nicht bekannt; es wäre aber außergewöhnlich, wenn die Soldaten die Altäre und die übrige Einrichtung geschont hätten.



Schmidt'sche Matrikel 1738/1740
In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt die Pfarreien des Bistums besucht und die nach ihm benannte Schmidt'sche Matrikel erstellt. Darin ist auch die "Ecclesia filialis s.Annae(!) in Pasenbach" enthalten. Schmidt bezeichnet sie als schmucken Bau, in dem viele Familiendenkmäler der Familie Barth zu sehen sind. Die Kirche hatte auch damals drei Altäre: der Hochaltar war der hl. Anna und dem St. Leonhard geweiht; in ihm befanden sich Kreuzreliquien. St.Anna, die Patronin der Schlosskapelle war also damals auch für die Kirche eine Patronin. Die Seitenaltäre waren den Heiligen Sebastian und Vitus gewidmet. In der Kirche fanden vor allem Benefiziumsgottesdienste statt; daneben noch an den Festen der Patrone Anna und Leonhard, des hl.Innocenz sowie am Dienstag nach Ostern und nach Pfingsten. Ein Friedhof war schon vorhanden; in ihm stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken (darunter die älteste Glocke im Landkreis von 1128). Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Vierkirchen und die Familie der Barth's.

Ansicht um 1700
Stich vom Michael Wenig


Beschreibung 1874

In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche von Pasenbach als Filiale von Vierkirchen enthalten. Zu ihr gehörten 211 Dorfbewohner (Seelen), die in 43 Häusern wohnten. Pasenbach war damals die größte Ortschaft der Pfarrei Vierkirchen. Mayer beschreibt die Kirche St.Anna und St.Leonhard wie folgt: "Pasenbach ist zwischen Giebing und Indersdorf gelegen. Früher Sitz eines Patrimonialgerichtes. Die Kirche ist geräumig und hell. Zopfstil (=barock). Erbauungsjahr unbekannt. Kuppel-Thurm mit 2 Glocken. Patrone: Hl.Anna und hl.Leonhard. 3 Altäre, keine Orgel. Cemeterium (=Friedhof) ohne Capelle. Gottesdienste: An allen Sonn- und Festtagen durch den Beneficiaten, nur an den Patrocinientagen (26.7. und 6.11.) durch den Pfarrer, wo dann der Beneficiat Frühmesse hat. An Ostern, Pfingsten und Weihnachten ist auch nur Frühmesse, damit die Parochianen (=Gemeindemitglieder) in die Pfarrkirche kommen können. Stiftungen: 5 Jahrtage, 1 Jahrmesse, 8 Quatembermessen und 12 Jahrämter aus alter Zeit; durch den Beneficiaten zu persolviren" (Quatembertage sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag, Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag). Das Kirchenvermögen betrug 1870 rd. 4.500 Gulden.

Renovierungen
sind mir bekannt aus den Jahren:
1963 (Neufassung bzw. Vergoldung aller Figuren, neues Deckengemälde)
1977

Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei bzw. den Filialkirchenbezirk.
1852: Gemeinde Pasenbach mit 56 Familien und 242 Einwohnern
1867: Gemeinde mit 226 Einwohnern, 79 Gebäuden
         Ortschaft mit 214 Einwohnern in 76 Geb. (dazu Albertshofen 12/3)
1874: Filialkirche mit 211 Gläubigen in 43 Häusern
1933: Gemeinde mit  268 Einwohnern
1939: Gemeinde mit  264 Einwohnern .



Ehemalige Schlosskapelle
Kanonikus Schmidt erwähnt in der Matrikel von 1738 auch die Schlosskapelle in Pasenbach. Sie sei noch im Umbau begriffen,
schreibt er. Am Rande der Matrikel wurde später hinzugefügt, dass die Kapelle "1739 consecrirt worden sey".
1813 berichtete Joseph von Obernberg in seinem Buch 'Reisen durch das Königreich Baiern, die "in der Kapelle aufgehangenen Wappenschilde haben die Umschriften: '1210 Horman Barth dritter deutscher Meister des löblichen Ritterordens - 1210 Hans Barth, des innern Raths zu München. Gertraut Rudolphin von Anger sein Hausfrau'.
Anton Mayer bemerkt dazu 1874: "In Pasenbach war früher ein herrschaftliches Schloß, in dessen erstem Stockwerke sich eine kleine Capelle befand, welche am 2.Oktober 1739 zu Ehren der hl.Anna consecrirt, aber im Jahr 1843, als der sogenannte Schloßbauer Franz Krahamer Schloß und Capelle vom Grafen von Spreti auf Abbruch kaufte, am 6. November vom Pfarrer Lohberger von Vierkirchen execrirt wurde. Stiftungen bestanden bei selber nicht. Capelle und Schloß bestehen nicht mehr".

Berichte aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben auch aus Pasenbach berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Für Pasenbach existiert derzeit nur ein Bericht über den Mesner Georg Huber. Wenn Sie Interesse daran haben, klicken Sie hier....


B
aubeschreibung

Die Kirche steht am westlichen Ortsrand inmitten eines ummauerten Friedhofs. Der zweiachsige Chor schließt in drei Seiten eines Achtecks. Das Kirchenschiff ist kurz; es besitzt ebenfalls nur zwei Achsen. Die Außenmauern sind weiß verputzt, mit gelben Ecken, Fensterumrahmungen, Traufgesimsen und Sockel. Der quadratische Turm ist an den Chor angebaut (Chorflankenturm). Der achtseitige, etwas eingezogene Zwiebelturmhelm wurde im 17.Jh aufgesetzt. Er ist mit Schindeln gedeckt.
Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln im alten Baiern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".
Eine Übersicht über die verschiedenen Zwiebelformen können Sie hier sehen...

Im Turm hängen zwei Glocken, darunter die älteste im Landkreis aus dem Jahr 1128. Im Ersten Weltkrieg mussten auch die Glocken aus Pasenbach zum Einschmelzen für Kriegszwecke abgeliefert werden. Doch zum Glück lagen sie bei Kriegsende noch in Dachau und konnten -"eigenmächtig" wie es heißt- heimgeholt werden.
Mehr über die Glocken von Pasenbach finden Sie in einem gesonderten Aufsatz; bitte hier klicken...
Die zweistöckige Sakristei ist neben dem Turm, an der Nahtstelle zwischen Chor und Kirchenschiff angebaut.
In einer Nische in der Außenwand des Chores steht die Figur des hl. Leonhard, auf deren Rückseite die Zahl 1678 Auskunft über das Entstehungsjahr gibt. Der Heilige hält in der einen Hand eine schwere Kette mit Schelle und Schloss, in der anderen ein stilisiertes Buch.
   
Leonhardsfigur von 1678
Die Figur ist aus Ton gebrannt. Um sie herum hängen Votivgaben. Im Jahr 2011 wurde die Statue restauriert. Dabei hat man der Kutte wieder ihre schwarze Farbe gegeben, die Hautpartien erhielten eine Inkarnatfassung.

Leonhardi-Umritt
Alljährlich am Sonntag nach dem Leonhardifest (6.November) findet seit 1994 in Pasenbach wieder ein Leonhardi-Umritt statt. Robert Böck geht in seinem Buch Wallfahrt im Dachauer Land davon aus, dass schon im 18.Jh Pferdesegnungen Brauch gewesen waren. Besonders rührig war dabei der von Mathias Kneißl 1762 gegründete Leonhardibund mit zuletzt 800 Mitgliedern (!), der an diesem Tag sein Bundesfest beging. Mitte des 19.Jahrhunderts erlosch der Brauch. Einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1924 ist zu entnehmen, dass sich damals ein Herr Josef Strobl an die letzte Leonhardifahrt vor ca. 60-70 Jahren" erinnern konnte. Demnach hätte es die Umritte bis in die Zeit um 1860 gegeben. Erst 1924 wurde wieder mit einem Leonhardiritt begonnen.
Der damalige Pfarrer Johannes Spötzl berichtete davon:
  "Alte Leute erzählen noch, daß in Pasenbach beim Leonhardi-Bundesfeste ein jährlich wiederkehrender Pferdesegen stattgefunden hat, wobei von jedem Pferdebesitzer, der daran mit seinen Pferden teilnahm, ein Quantum Getreide (Haber) an den Leonhardibund abgeliefert wurde. Dieser Segen ist später, wohl schon in den ersten Jahrzehnten des 19.Jh, vielleicht infolge des Aufklärungsrummels, abgeschafft worden. Nachdem schon bei ein paar Bundesfesten nach dem 1.Weltkrieg seitens der Pfarrgeistlichkeit der Vorschlag gemacht worden war, ging man im Herbst 1924 ernstlich daran, für dieses Jahr einen Leonhardi-Ritt vorzubereiten, mit Absicht, ihn im Falle des Gelingens künftig jedes Jahr abzuhalten. Ein Ausschuß mit Kooperator Hörl an der Spitze wurde gebildet, in allen umliegenden Gemeinden und Pfarreien wurde um Teilnahme geworben, die Aufnahme war überall günstig, dennoch sahen wir mit Spannung und Bangen dem Tage 10.November entgegen.
Nachdem der Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder gehalten war, versammelte sich vor dem Gasthaus Großmann in Esterhofen eine Menge von geschmückten Wagen und Reitern, unter Assistenz des Herrn Pfarrer Huber, Weichs und Herrn Kooperator Hörl, beide ebenfalls zu Pferde und im Chorrock, den Segen über die Pferde. Nach dem 3.Umzug segnete ich vor dem Mesneranwesen jedes Pferd mit Weihwasser. An dem Umritt nahmen an prominenten Personen noch teil: Herr Pfarrer Ebert, Giebing, Herr Pfarrer Pschorr, Ampermoching, Herr Graf Spreti auf Unterweilbach, Herr Baron Vequel-Westernach auf Kammerberg, Herr Dr.Steinbacher, Schönbrunn, alle beritten. Das Ganze hatte, ohne allen Unfall, einen herrlichen Verlauf. Ein Fest, über dessen Schönheit wir uns alle nicht genug freuen konnten und das noch lange bei den Teilnehmern Tagesgespräch blieb und das uns ermutigt, es künftig, so Gott will, jedes Jahr zu begehen."

Nach dem beschriebenen guten Verlauf des Umritts 1924 und auch des nächsten Umritts 1925 beschloss man, eine Leonhardi-Standarte zu bestellen, die am Ostermontag 1926 feierlich geweiht wurde.
Aber ab 1927 nahm das Interesse am Leonhardiritt ab. Dafür gab es alljährlich größere Raufereien -insbesondere mit den Vierkirchnern- und daraus folgende Gerichtsverfahren. Deshalb verbot der Pfarrer 1929 weitere Wiederholungen.

Am 10.11.2002 waren bei dem von der Feuer-wehr und den Pferdefreunden Jedenhofen organisierten Leonhardiritt 110 Rösser, 10 Kutschen und 2 Sulkies dabei.

Modell der Kirche
beim Leonardiritt
Vor mehr als 1000 (andere Zeitung: 3000) Zuschauern zogen sie vom Gewerbegebiet zu einer Wiese neben der Kirche. Eine besondere Attraktion waren dabei Wagen, auf denen große Modelle der Kirche und des ehemaligen Pasenbacher Schlosses (1843 abgerissen) standen.

Wie es früher bei den Leonhardiritten zuging, hat Kreisheimatpfleger Karlmax Küppers beschrieben. Wenn Sie daran und am Zeitungsbericht über den Umritt 1924 interessiert sind, klicken Sie hier...

Pferderennen am Leonharditag
Noch älter als die Pferdeumritte und -segnungen waren die Pferderennen. Die noch erhaltenen Kirchenrechnungen aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg belegen, dass in Pasenbach (wohl alljährlich) am 6. November Pferderennen abgehalten worden sind. So lautet z.B. der Eintrag aus dem Jahr 1673:

Ausgaben:


Einnahmen:

"Alweihlen alten herkhommens nach, am Fest S: Leonhardti das Jährlich gewöhnliche Rennets gehalten worden ist zu solchem ende 1 1/4  Ellen (=105 cm) rotes Tuch erkhauft und dafür bezahlt worden. 2.fl.(= Gulden). Ingleichen für 5 Ellen schwarz Parchet (= Baumwollgewebe) zu 16 kr thuet 1 fl 20 kr."
"Am Fest S. Leonhardti für 1/2  Schäffl-Mezn geopfert underschiedliches Getraidt erlest. 2 fl 30 kr. "

Diese Rennen werden wohl keine originär kirchliche Veranstaltungen gewesen, sondern nur anlässlich der Feiern des Patroziniums veranstaltet worden sein. Aber die Tatsache, dass die Ausgaben für die Hauptpreise und die Teilnehmergebühren (Getreide) in den Kirchenrechnungen auftauchen, legt doch eine enge Verbindung mit dem kirchlichen Bereich nahe.
Solche Pferderennen gab es auch in anderen Orten in Oberbayern und auch des Dachauer Landes. Zu erwähnen sind hier Amperpettenbach, Fahrenzhausen und vor allem Kleininzemoos. Der frühere Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge hat 20 Orte im Gebiet der Landgerichte Dachau und Kranzberg aufgezählt, in denen solche Rennen stattfanden. Es handelte sich somit um einen allseits beliebten Brauch im sonst ereignisarmen Winter, in dem Mensch und Tier auch genügend Zeit hatten. Beliebte Renntage waren der 26.12 (Stefanitag), der 28.12. (Kindltag), der 31.12. (Silvester) und der 20.1.(Sebastianitag). Ein Rennen am Leonhardstag ist nur aus Pasenbach bekannt; insoweit hat Pasenbach eine Alleinstellung.
Wie verliefen die Rennen ?
Die Reiter hatten als eine Art Teilnahmegebühr Getreide zu spenden, das sie vor den Altar schütteten; dafür wurden Ross und Reiter gesegnet. Das Getreide verkaufte die Kirche und nahm dadurch Geld ein (siehe oben 2 Gulden 30 Kreuzer), wenn auch die Ausgaben für die Preise höher waren als diese Einnahmen.
Der Sieger des Rennens erhielt ein großes rotes Tuch als Siegerpreis, das damals neben dem ideellen auch einen hohen wirtschaftlichen Wert hatte; der rote Farbstoff war teuer. Die Nächstplatzieren dürften Schweine als weitere Preise erhalten haben (sog.Rennsäue); doch darüber ist in Pasenbach nichts dokumentiert.
Noch 1920 wurden solche Rennen abgehalten. Jedenfalls hat Kreisheimatpfleger Karlmax Küppers in seinem Aufsatz "Umritte im Dachauer Land" den Text über die Feier des Leonhardiritts in Pasenbach mit den Sätzen beendet:
  "Mit leisem Schenkeldruck und schenkendem Zügel galoppierte der Reiter nun gegen Schwabhausen zur Rennbahn. Hier wurde das Rennats abgehalten, das zum Leonhard, zu Pferd und Weihe gehört. Als Preise gabs Fahnentuch, auch an Ziach, an Serch, Bettzeugtuch, an Barchent".

Mehr Details über die Pferderennen in Pasenbach und anderen Orten haben Helmut Größ und Robert Böck 2010 in einem interessanten Aufsatz für die Zeitschrift "Haus, Hof und Heimat" vorgestellt. Wenn Sie den Aufsatz lesen möchten, klicken Sie hier...


E
pitaphe an der Außenwand

In die Außenwände sind mehrere Epitaphe für frühere Geistliche eingelassen.

An der Außenwand sind mehrere Epitaphe für frühere Geistliche angebracht. Das Bemerkenswerte der 96 x 91 cm großen Gedenkplatte aus Marmor für Pfarrer Karl Reindl, der am 19.2.1882 starb, ist ein relifierter Kelch, der aus dem Epitaph herausragt (sog.Hochrelief). Er wurde von M.Sepp aus München gestaltet. Der Kelch war ein beliebtes Symbol für Priestergräber.

Epitaph aus dem Jahr 1821 für Lorenz u. Walburga Daurer.
Text:
"Hier ruhen der ehrengeachte Lorenz Daurer, Zimmermann dahier, gest.am 8.Febr.1821 im 52.Jahr und dessen Ehegattin Walburga Daurer, gest. den 23. Okt.1841 62 Jahre alt. Friede ihrer Asche !"

Epitaph aus dem Jahr 1880 für Walburga Doll
Text:
"Hier ruhet die ehrengeachtete Walburga Doll, Näherin von hier, geb. am 13.Mai 1818, gest. am 18.Dezbr. 1880.
Nach überstandnen Leiden, Rief mich Gott zu seligen Freuden."

Epitaph aus dem Jahr 1880 für Josef u. Katharina Zotz
Text:
"Hier ruhet der ehrengeachtete Herr Joseph Zotz, Oberschneider von hier, geboren am 24.Jäner 1822, gestorben am 21.Juni 1880. Sowie dessen Ehefrau Katharina Zotz, gest.28.Mai 1899, im 79ten Lebensj.
Weinet und trauert nicht, Wier seh'n uns wieder im ewgen Licht."
Epitaph aus dem Jahr 1931 für Schwestern Hölzl
Text:
"Selig, die im Herrn sterben.
Hier ruht in Gottes hl.Frieden die tugendh.Jungfrau Frl. Croladia(?) Hölzl. Krämereimitbesitzerin v.h(ier)
geb. 8.Mai 1860, gest. 11.Febr. 1931.
vers. mit den hl.Sterbesakramenten. Es folgte ihre Schwester, die tugendsame Jungfrau Frl. Ottilie Hölzl. Krämereibesitzerin v.hier, geb. 5.Nov. 1867, gest. 3.Okt. 193?"

Epitaph für Pfarrer Franz Xaver Bärlehner, gest. 9.12.1934
(Muschelkalk, Größe: 78 x 56 cm)
Text:
"Hier harrt der Auferstehung hochwürdger Herr Dr. Fr.X.Bärlehner ?? Pfarrer von Mariakirchen-Nagy
* 2.X.1867 - 9.X.1934

Epitaph für Adolf Schlemmer
Text: "Zum Andenken an Adolf Schlemmer von Röhrmoos, Oberkanonier in einer Kistenbatterie
geb. 8.Dez.1909, gest. d.Unglücks im Wachdienst am 22.Okt.1941
beigesetzt im Ehrenfrdh.Dünkirchen

Epitaph für Pfarrer Andreas Hörl, gestorben am 12.1.1900
(Marmor, Größe: 94 x 54 cm)



Innenausstattung


Altarraum

Der etwas eingezogene Altarraum ist mit einem Tonnengewölbe und gelb abgesetzten Stichkappen überdeckt.



D
eckenfresko

An die Decke des Altarraums ist ein Fresko gemalt, das das Lamm Gottes zeigt, im Strahlenkranz mit Kreuzfahne. Es steht auf dem Buch mit den sieben Siegeln und ist von einem Wolkenkranz umgeben (Maler Georg Schwendtner, 1962).

Hinweis: Die Darstellung des Deckengemäldes greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf.

Deckenfresko
Lamm Gottes
Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte.Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden wäre und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird.
  In der christlichen Kunst wird Christus in Anlehnung an Textstellen im Alten (Jesaja 53,7) und Neuen Testament (Joh 1,29) schon seit dem 4. Jh. symbolisch als Opferlamm dargestellt. Die Kreuzfahne als Zeichen des Sieges taucht jedoch erst seit dem 10./11. Jh. in der Kunst auf. Die Fahne weist auf den Sieg des Lammes hin, das den Tod überwunden hat.



Choraltar / Hochaltar

Der 3,80 Meter breite und raumhohe Choraltar stammt aus der Barockzeit (1678). Er ist grau und rot marmoriert. Die Stipes, der Altarunterbau, ist in Sarkophagform mit Holz verkleidet. Das Antependium ist mit vergoldeter Rankenrahmung und Kreuz verziert. Die vier gedrehten Säulen mit Kompositkapitellen stützen ein verkröpftes Gebälk mit Sprenggiebeln und Cherubskopf. Auf der Rückseite die Inschrift: "Der Coraltar Von Neuen 16 gemachte worden 78". Man geht davon aus, dass der Altar (ebenso wie die Seitenaltäre) vom damals Münchner, vorher Dachauer Bildhauer Konstantin Pader gefertigt worden ist.
Altaraufsatz
Im Auszug des Hochaltars eine Figur des hl.Josef, mit der Lilie der Keuschheit in der Hand (um 1680), flankiert von kleineren Statuen des hl. Ulrich im Bischofsornat mit einem Fisch (1.Hälfte des 16.Jh) und des hl. Benno (um 1680).

Altaraufsatz-
St.Ulrich-St.Josef-St.Benno
Die Josefsfigur war früher wohl eine Darstellung Christi. Später gab ihr ein Künstler eine Lilie -das Attribut des hl.Josef- in die Hand und der Bedeu-tungswandel war vollzogen. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit.
 

In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.

Hinweise: Ulrich (890-973) war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Zum Dank verlieh ihm Kaiser Otto I. das Münzrecht für Augsburg. Ulrich baute dann die von den Ungarn zerstörten Klöster und Dörfer seines Gebiet wieder auf. Er selbst lebte bescheiden. Als er starb, wurde er mit dem Teppich, auf dem er auf der Erde zu schlafen pflegte, begraben. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des Herzogs, dem Ulrich Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte. Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehr-ten Rest des Bratens, ein Gänsebein. Der Bote brachte dies dem Herzog, um den Bischof nun seinerseits des Unrechts überführen zu können, nämlich, dass er am Freitag Fleisch gegessen habe. Als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt. Gedenktag: 4.Juli
Der heilige Benno entstammte einem sächsischen Grafengeschlecht, war Stiftsherr in Goslar und wurde 1066 Bischof von Meißen. Als sich Benno in der Frage des Investiturstreits (Recht zur Einsetzung der Bischöfe) auf die Seite Papst Gregors VII. schlug, setze ihn sein weltlicher Herr, Kaiser Heinrich IV. ab und zwang ihn zum Verlassen des Bistums. Nach der Legende hat Benno bei seinem Fortgang die Schlüssel der Domkirche zu Meißen in die Elbe geworfen, damit der Kaiser die Kirche nicht betreten konnte. Als er drei Jahre später, im Jahre 1088 wieder in sein Haus zurückkehrte, brachte ihm ein Fischer einen Fisch, an dessen Flossen die Schlüssel hingen. Deshalb ist auch er oft mit einem Fisch dargestellt. Benno ist der Stadtpatron von München. Gedenktag: 16. Juni.

In der Mittelnische des Choraltars steht eine lebensgroße Schnitzfigur der Mutter Anna mit Maria und Jesus (Anna selbdritt) im barocken Stil. Diese Figurengruppe befand sich bis zum Abriss des Pasenbacher Schlosses im Jahr 1843 in der Schlosskapelle.

Anna selbdritt
Danach lag sie unbeachtet auf dem Speicher der Kirche, bis sie 1938 wieder entdeckt und anstelle des damaligen Altargemäldes im Hochaltar aufgestellt wurde. Mutter Anna hält ihr sehr lebhaft wirkendes Enkelkind (mit Apfel in der Hand) auf dem rechten Arm. Zu ihren Füßen steht Maria.
 

Diese ist in ein rotes Kleid und einen blauen Überhang gekleidet. Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli). Maria hält dem Betrachter ein Spruchband ("Magnificat anima mea dominum"- hoch preist meine Seele den Herr) entgegen.

Hinweis: Anna, Mitpatronin der Kirche war nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jh die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus.Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. (1471-1484 ) im Jahr 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung, um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den sog.anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Gedenktag St.Anna: 36.Juli

Assistenzfiguren

St.Leonhard
Aus der Schlosskapelle stammen auch die großen Seitenfiguren am Hochaltar, die Heiligen Leonhard im Mönchsgewand mit Abtsstab und Ketten und Franziskus von Assisi , in der braunen Kutte mit einem Kreuz in der Hand (17.Jh). Sie stehen auf den seitlich auskragenden Figurenpostamenten.

Franz v.Assisi


Hinweise: Leonhard, der Patron der Kirche (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". Am Leonhardstag, dem 6. November, werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen. (auch in Pasenbach).
Der hl. Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abge-bildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei sei-ne Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.
Gedenktag 4.Oktober.


T
abernakel
Der um 1760 gebaute Tabernakel des Hochaltars steht erst seit 1939 an dieser Stelle. Pfarrer Bredl kaufte ihn damals bei einem Apotheker, der ihn als Giftschrank (!) verwendet hatte. In den Besitz der Vorfahren des Apothekers dürfte das barocke Stück über Verkäufe im Rahmen der Säkularisation 1803 gekommen sein.

Tabernakel - 1760
Früher war darin auch die Kreuzpartikelmonstranz aufbewahrt, die bei der Segnung der Pferde beim Leonhardiritt verwendet wurde und seit einigen Jahren wieder wird. Diese kleine Monstranz in Kreuzesform aus dem Jahr 1730 ist aus Messing getrieben und vergoldet. Der vierpassförmige Fuß ist mit Gitter- und Bandlwerk, der Nodus mit Akanthusblättern verziert.
Auf den Kreuz-Enden befinden sich Gitterwerkornamente mit farbigen Steinen. Der Kreuzpartikel selbst liegt hinter einem in Kreuzform geschliffenen Bergkristall und ist von einem geflammten Strahlenkranz umgeben. Bergkristall in Kreuzform als Einfassung einer Kreuzpartikel ist seit Jahrhunderten verbreitet. Während der Edelstein in der Antike als wertvoller Heil- und Zauberstein galt, ist er i im Christentum ein Zeichen für die Auferstehung Christi. So war auch für Rupert von Deutz († 1129) der Bergkristall das Sinnbild Christi, der die bewegliche, gebrechliche und sterbliche Natur des Menschen, die dem Wasser entspricht, durch seine Auferstehung überwand und in ewige Festigkeit verwandelte. Der Bergkristall wird auch als Sinnbild für das gläserne Meer um den göttlichen Thron verstanden, von dem in der Apokalypse (Apo 4,6) die Rede ist ("Und vor dem Stuhl war ein gläsernes Meer gleich dem Kristall...").

Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.
Die Tabernakeltür zwischen den kleinen Säulchen mit den korinthischen Kapitellen ist mit einer 41 x 30 cm großen Darstellung des Letzten Abendmahles bemalt. Das wegen der brüchigen Farbschicht renovierungs-bedürftige Bild stellt das Abendmahl mehr als Gelage denn als heilige Handlung dar. In der linken unteren Ecke steht noch das Gefäß, mit dem Jesus die Füße seiner Jünger wusch. Über der Szene schwebt ein Anbetungs-engel.

Abendmahl
  Hinweis: Die Abendmahldarstellungen sind heute die wichtigste künstlerische Ausdruck für die
Einsetzung der Eucharistie. In den ersten Jahrhunderten waren dies -wie Darstellungen auf den frühchristlichen Sarkophagen zeigen- das Weinwunder von Kana und die Brotvermehrung. In die Bildende Kunst fand das letzte Abendmahl erst im 5./6. Jh. Eingang. Ursprünglich wurde Jesus an der linken Ecke der Tafel sitzend wiedergegeben, ab dem 11. Jh. meist in der Mitte thronend, flankiert von seinen Jüngern, wie hier in Pasenbach.


S
akristeiglocken
Am Zugang zur Sakristei hängen die Chorglocken (Sakristeiglocken), mit denen das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes gegeben wird. Es handelt sich um eine kleine Glocke sowie um drei Schellen, die mit einem reich bestickten Zugband zum Klingen gebracht werden. Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Altarraum betreten.

Saakristeiglocken




F
iguren und Gemälde an den Wänden des Altarraums


Muttergottes
An der Chornordseite befindet sich eine Marienstatue im Stil einer spätgotischen Madonna, die nach dem Raub fast aller Figuren im Jahr 1985 vom Bildhauer Georg Sellmeier aus Zolling nachgeschnitzt wurde. Maria, die Himmelskönigin, trägt auf dem Haupt eine Krone. Sie hat die Hände zum Gebet gefaltet. Unter ihren Füßen lugen zwei Putten hervor.  

An der Chorsüdwand hängt das frühere Altarblatt mit dem Thema "Anna lehrt Maria das Lesen" (Größe 183 x 126 cm). Es wurde 1842 von Anton Huber aus Dachau (sign.) mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt. Vor dem Hintergrund einer klassizistischen Architektur sitzt St.Anna. Sie ist in das traditionelle grüne Gewand gekleidet. Ihre Tochter Maria (im traditionellen rot-blauen Gewand) kniet auf einem Schemel und liest im Buch, das auf dem Schenkel von Anna liegt. Ihr Finger folgt dem Lesetext. Hinter den beiden steht St.Joachim mit dichtem Bart und beobachtet die Szene. Der obere Teil des Bildes gibt einen Blick zum Himmel frei. Dort sitzen drei Englein auf Wolken, von denen einer eine Lilie, das Symbol für Maria, hält. Inmitten der Engel schwebt die Heilig-Geist-Taube, von der aus ein Gnadenstrahl zu Maria führt.


Anna lehrt Maria das Lesen
  Hinweis: Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch Anna und Maria gerechnet werden.


Z
elebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar (auch Volksaltar genannt) be-steht aus Holz. Seine Seiten sind durch Felder geglie-dert; das vordere Feld enthält ein großes goldenes Kreuz. Passend zum Altar in Material und Stil ist der Ambo gleich daneben.

Zelebrationsaltar
Der Volksaltar wurde um 1970 aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikani-schen Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
 
Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.

Der Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist der Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen.
"Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.


E
pitaphe in der Kirche

  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.

Im Altarraum

Im Chor und im vorderen Teil des Langhauses sind Wappen-Grabmale (Epitaphe) der Münchner Patrizier Barth von Harmating und Pasenbach aus dem 16.-18.Jh. angebracht.

1663

Neben dem Hochaltar ist das Grabmal für Johann Hermann Barth von 1663 in die Mauer eingelassen (Rotmarmor 133 x 65 cm). Es besteht aus zwei übereinander angeordneten Kreisen. Im oberen Kreis ist der Text enthalten, der untere Kreis ist mit den prächtigen Wappen des Verstorbenen gefüllt.
Der Text lautet: "Anno 1663, den 19. Nonembris starb der Woll Edl und gestrenge Herr Juhann Hermann Barth von und zue Harmating Basenbach Watterstoff (?) von Remthall auf Oellkonen und Lorenzenberg deme und allen Christgläubigen Seelen Gott genedig und barmherzig sein wolle. Amen"


1667
Gegenüber, auf der Südseite des Altarraums, ist das Grabmahl des Jörg Barth und seiner Frau Emmerantia von 1667 zu sehen. Es ist ähnlich gestaltet, wie das Epitaph auf der Nordseite. Natürlich enthält es andere Wappen (das der Fam.Barth mit dem Bartgesicht sowie der Fam.Wallstadt mit dem "W"); darunter ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen.
Der Text darüber lautet:"Anno 1667, den 5.Juny starb der Edl und gestrenge Herr Jörg Balthannser Barth von Harmating zu Basenbach,Humbach und Wallstadt. Anno 1663, den 5.Juny starb die woll Edl und gestrenge Frau Emmerita Barthin, geb. Illmgin von Trasberg zu Cammaberg, deren Gott Gnade. Amen" (Rotmarmor,133 x 65 cm).

Am Übergang vom Altarraum zum Kirchenschiff sind noch fünf weitere Epitaphe in den Fußboden eingelassen. Leider sind nicht mehr alle gut zu entziffern.

1610

Direkt unter dem jetzigen Volksaltar befindet sich das 64 x 34 cm große Epitaph aus Rotmarmor für den verstorbenen edlen und gestrengen Herrn Hermann Barth. Ein Datum fehlt. Es erinnert nach Pfarrer Steinberger an den "dritten Deutsch-Ordensmeister Johann Hermann Barth", der 1610 gestorben ist.


1734
Unterhalb der zum Altarraum führenden Stufe liegen vier Epitaphe, von denen zwei lesbar sind:

Eines aus dem Jahr 1734 trägt neben dem bekannten Barth-Wappen die Inschrift "A.M.E.B.V.H.P. Anno 1734, Alt 66". Es ist die Grabinschrift für die "edle Anna Maria Eva Barth von Harmating-Pasenbach, die stets ihre freigebige Hand öffnete und reichlich spendete, wenn es galt, kirchlichen Nöthen abzuhelfen, wie ihre reichlichen Stiftungen bezeugen" (Rotmarmor, Größe: 34 x 32 cm).

1694
Das andere ist für den Benefiziaten (= Priester ohne Pfarrei, der aus den Erträgen eines Benefiziums bezahlt wird) Johannes Johannes Schwarz gefertigt worden, der am 19.Januar 1695 starb und "dessen Seele bei Gott weiterlebt", wie es im lateinischen Text heißt. Dieser Grabstein ist mit Kelch und Hostie verziert, den Symbolen für ein Priestergrab (Rotmarmor, Größe: 49 x 38 cm).
Ein weiteres Epitaph aus der Zeit um 1600 enthält nur noch Fragmente der alten Inschrift: "Beneficitat Petrus Die...." (Rotmarmor, Größe: 49 x 48 cm).

1541 o.1491

Der vierte und mit 75 x 67 cm größte Stein aus Rotmarmor ist leider nicht mehr lesbar.
Nach der von Pfarrer Steinberger verfassten Chronik der Pfarrei Vierkirchen (1879) könnte es sich um eines der folgenden Epitaphe handeln:
- aus dem Jahr 1541 und der Inschrift: "für Balthasar Barth und seine Hausfrau Maria Schrenk" mit
  Barth'schen Wappen
- aus dem Jahr 1491, das an Georg Balthasar von Barth zu Basenbach und seine Hausfrau Magdalena
   Riedlerin von Reichertshausen zu Bäsenbach
erinnert.
Anhand des Ehegattenwappens rechts unten könnten Heraldiker die Frage klären.

Epitaphe im Kirchenschiff

In die Wände des Kirchenschiffs sind weitere Epitaphe eingelassen, von denen einige ebenfalls nicht mehr zu entziffern sind:

Das prächtigste ist an der Nordwand zu sehen und wurde 1623 für die Brüder Gabriel und Balthasar Barth errichtet (Rotmarmor, Größe: 159 x 71 cm). Im Zentrum steht ein Kruzifix. Jesus am Kreuz zeigt noch im Tod mit seinen an das Kreuz genagelten Händen den Segensgestus (drei ausgestreckte, zwei zurückgebogene Finger).

Unter dem Kreuz knien die beiden Brüder und falten andächtig die Hände. Balthasar ist mit einer Rüstung, der Canonicus Gabriel mit einem Klerikergewand der damaligen Zeit bekleidet. Als Bildhintergrund sind im oberen Bildteil die von Wolken umgebenen Gestirne Sonne und Mond zu sehen. Im unteren Teil sind mit vielen Häusern und Kirchen bebaute Berge in Reliefform herausgearbeitet. Wahrscheinlich handelt es sich um die Ortschaften, in denen die Brüder Besitzungen hatten. Links jedenfalls sieht man einen Teil des früheren Pasenbacher Schlosses in das Epitaph hereinragen. Umgeben ist die Szene mit einem breiten Rand, der aus Wappen (oberer Teil) bzw. aus Memento-mori-Symbolen wie z.B. Sanduhr, Zeigeruhr, Öllampe, Totenkopf, Helm, Birett und Bibel, die auf dem Boden liegen, sowie trauernden Engeln besteht. Links sind die Wappenschilde der Welser, Illsung, Rehlinger, Riedler, rechts die der Biterich, Gumpppenberg, Endeltshausen, Barth von Harmating zu sehen. In Schriftband neben dem Totenkopf ist der Text "BERN:BART:DE:HARM:FRATRIB:SUIS:ARMORIS:ERGO:P:" (Dieses Denkmal setzte Bernhard Barth von Harmating seinen Brüdern aus Liebe) zu lesen.
Im unteren Teil des Epitaphs ist in einer Kartusche der Erinnerungstext (Balthasar Barth von Harmarting, dreier römischer Kaiser und ebensovieler Landesfürsten in Bayern Rat) eingraviert.
Gabriel von Barth, der eigentliche Besitzer von Pasenbach, starb im Jahr 1600. Im Jahr 1582 hatte er das Schloss und Dorf Pasenbach zum "Fideikommiss" (zum unveräußerlichen und unteilbaren Erbgut und Stammgut) für seine Verwandtschaft erklären lassen. Gabriel war Chorherr der Frauenkirche in München.
Sein Bruder Balthasar lebte noch bis 14.11.1623. Durch ihn bekam im Jahr 1609 das Geschlecht die "Edelmanns-freiheit" vom bayerischen Herzog Maximilian, dem späteren Kurfürsten (1597-1651), für die treuen Dienste verliehen .


1623

 

 

 

 

Ebenfalls an der Nordwand, aber etwas weiter rückwärts ist eines der ältesten Epitaphe aus dem Jahr 1566 für die edle und tugendhafte Frau Elena Barthin zu sehen, die am 10.3.1566 starb und "deren Seele", so der Text, "Gott gnädig und barmherzig sein wolle".
Unter dem Text das Wappen der Familie Barth, gebildet nur aus dem auch später noch verwendeten bärtigen Gesicht (Rotmarmor, Größe 75 x 52 cm).

1566
Das Epitaph für den Benefiziaten Ferdinand Reisner, gestorben am 4.1.1789, besteht aus Solnhofener Stein
und hat die Ausmaße 89 x 44 cm.

1789
Epitaph für Carl Anton Joseph v.Barth, gestorben am 27.1.1751 (Rotmarmor, Größe: 119 x 57 cm)
im 68. Lebensjahr.

1751
Epitaph für Franz Bernhard Ignaty von Barth, gestorben am 14.8.1758 (Rotmarmor, Größe: 101 x 57 cm)

1758
Epitaph für Pfarrer Ferdinand Karer, gestorben am 4.8.1758 (Rotmarmor, Größe: 90 x 55 cm)



K
irchenschiff / Langhaus


Die Langhausdecke ist ein unechtes Gewölbe. Die flache Tonne ist an darüber verlaufenden hölzernen Querbalken angehängt. Das von Georg Gschwendtner aus Reichenhall 1962 (sign.) geschaffene große Deckengemälde zeigt drei mit dem hl. Leonhard in Verbindung stehende Themen:

Im Osten den Tod des hl. Leonhard.
Der Heilige liegt auf einer Bahre, um die Mönche mit zum Gebet erhobenen Armen stehen.

Tod des hl.Leonhard
Links ist St.Leonhard als Befreier von Gefangenen zu sehen.
In der Mitte die Glorie des hl. Leonhard.
St.Leonhard schwebt nach seinem Tod auf Wolken zum Himmel empor. Seine Mitbrüder auf Erden schauen ihm mit hinauf.
Engel tragen seine Insignien.

Glorie des hl.Leonhard
Erwartet wird er von der Hl.Dreifaltigkeit.
- Gottvater, der Schöpfer, mit dem dreieckigen Heili-genschein, lehnt mit einem Arm auf einer großen Weltkugel, die von einem Engel nur mühsam gehalten wird. Christus, mit dreistrahligem Heiligenschein ist in ein rotes Gewand gehüllt; in seinem Arm hält er das Kreuz.
Darüber schwebt die Heilig-Geist-Taube.
Im Westen den Leonhardiritt in Pasenbach aus dem Jahr 1929. Das Bild zeigt den Pfarrer mit den Ministranten, der die vor der Pasenbacher Kirche die vorbei reitenden Bauern und ihre Pferde segnet.

Leonhardiritt in Pasenbach

Links im Hintergrund ist noch das damals schon längst abgerissene Pasenbacher Schloss zu sehen; ein anachronistisches Bild.

Das heutige Deckengemälde trat an die Stelle eines Freskos von Anton Huber aus Dachau (1842), das die Heilige Familie darstellte.


H
eilig-Geist-Loch


In der Nähe des Chorbogens ist in der Decke ein Loch. Es wird Heilig-Geist-Loch oder auch Pfingstloch genannt. In erster Linie dient es der Entlüftung der Kirche.


Heilig-Geist-Loch

 

Hinweis: Früher wurde an Pfingsten (in manchen Kirchen auch an Christi Himmelfahrt) das Heilig-Geist-Loch auch für eine Art Schauspiel genutzt: Während des Gottesdienstes hat man von oben entweder eine lebende weiße Taube freigelassen oder eine hölzerne Taube als Symbol für den Hl. Geist an einer Schnur in den Raum herabgelassen. Das Heilig-Geist-Loch spielt auch in vielen alten Anekdoten eine Rolle, so z.B: Statt der Taube kam die Stimme des Mesners aus dem Pfingstloch: "Herr Pfarrer, den Heiligen Geist hat Katz gfressn". In Pasenbach ist das Loch mit einer Heilig-Geist-Taube verschlossen, die früher an der Unterseite des Kanzel-Schalldeckels befestigt war. Die Kanzel wurde 1960 entfernt.



G
lasgemälde an den Fenstern


Glasgemälde von 1584

Wohl aus der ehem. Schlosskapelle stammen zwei 38 x 30 cm große Glasgemälde in den Langhausfenstern.
Es handelt sich um Wappenscheiben
der Patrizier Barth
von Pasenbach
aus den Jahr 1584 und 1590. Die Glasgemälde sind von Bleiruten eingefasst, die zu 75 % aus Blei und zu 25 % aus Zinn bestehen.


Glasgemälde von 1599


S
eitenaltäre

Die 1,80 m breiten und fast raumhohen Seitenaltäre werden dem Dachauer Bildhauer Konstantin Pader (1605-1681) zugerechnet (1678). Ihre rot und grau marmorierten Retabel (Aufbauten) sind von gewendelten Säulen eingerahmt und oben mit Sprenggiebeln abgeschlossen. Die beiden Antependien im barocken Schmuck mit Feldeinteilung und einem vergoldeten Kreuz in der Mitte, wurden erst vor einigen Jahren auf Initiative und Kosten von Kirchenpfleger Winterholler vorgesetzt. Sie entsprechen in Stil und Form dem Antependium des Hochaltars.

Linker Seitenaltar

Im Auszug des linken Seitenaltars eine Figur einer Heiligen mit Buch. Dass es sich dabei um die hl. Elisabeth handelt, wie eine Quelle zu wissen glaubt, ist eher unwahrscheinlich. Eine andere Quelle weist die um 1680 geschnitzte Figur der hl.Katharina zu.

Den linken Seitenaltar schmückt eine Darstellung der Krönung Mariens (um 1680). Maria kniet auf Wolken, zu ihren Füßen zwei Puttenköpfe (mit blon-dem und mit dunklem Haar). Darüber die Hl.Dreifal-tigkeit mit Gottvater, Jesus Christus und dem Hei-ligen Geist in Gestalt einer Taube. Jesus trägt, im Gegensatz zur üblichen Darstellung, einen langen Bart. An seinen Händen und Füßen sind die Wund-male der Kreuzigung zu sehen.

Krönung Mariens
Gottvater, der Schöpfer, hält eine große blaue Weltkugel mit Kreuz in der Hand. Dazwischen schwebt die Taube des Hl.Geistes und sendet drei Gnadenstrahlen auf Maria herab. Im Jahr 1980 wurden die Originalfiguren von Christus und Maria bei einem Kirchenraub gestohlen. Die Polizei konnte nur die Marienfigur (bei Würzburg) sicherstellen und nach Pasenbach zurückbringen. Deshalb ist nur die Figur von Christus eine Nachbildung (1985).
Hinweise: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam.



Rechter Seitenaltar

Im Altaraufsatz eine interessante Figur des hl. Vitus, der im Kessel sitzt (1680).
Vitus wurde schon als Kind von seinem heidnischen Vater wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt. Den Folterknechten verdorrten die Arme, aber Vitus heilte sie. Der Vater schloss ihn mit musi-zierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn ver-führen sollten. Als der Vater ihn dabei durchs Schlüs-selloch beobachtete, wurde er blind. Kaiser Diokletian wollte Vitus mit schweren Eisenplatten erdrücken, in einem heißen Ölkessel sieden oder ihn den Löwen vorwerfen.


St.Vitus
im Kessel

Nichts gelang. Dann wurde er mit Haken zerfleischt. Vitus ist einer der 14 Nothelfer und Patron für 30 Krankheiten. Bekannt ist der Veitstanz, Chorea, eine Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegun-gen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädi-gung im Zentralnervensystem bedingt sind. Er ist auch Schutzpatron gegen das Bettnässen, weil man in frühe-ren Jahrhunderten den den Ölkessel als großen Nacht-topf deutete. 
Mittelteil
Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht, dessen Statue (mit der Darstellung seines Martyriums) zwei Putten umschweben. Sebastian steht -von Pfeilen durchbohrt- etwas verrenkt am Marterbaum Die Körperproportionen (zu großer Kopf, zu lange Arme) scheinen nicht ganz stimmig zu sein. (geschnitzt in der 1.Hälfte des 17.Jh).

St.Sebastian
Hinweis: Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.  Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
Assistenzfiguren

St.Rochus
mit Beinwunde

Als Assistenzfiguren auf dem rechten Seitenaltar dienen Statuen des hl. Rochus mit Pilgerstab, der auf seine Beinwunde zeigt (spätes 16.Jh) und des hl. Konrad von Parzham mit dem Kreuz in der Hand. Beide Figuren wurden den 1980 gestohlenen Originalen nachgeschnitzt (von Georg Sellmeier aus Zolling 1985).

Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (Pestbeule am Oberschenkel) und zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion


Konrad
v.Parzham

 

gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert.
Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte; keines von ihnen ging leer aus. 1934 wurde Konrad von Papst Pius XI. heiliggesprochen. Damals wurden in unseren Kirchen viele Figuren dieses Volksheiligen aufgestellt.



St.Petrus

Auf dem Altartisch des rechten Seitenaltars stehen Halbfiguren der Heiligen Petrus (mit Himmelsschlüsseln) und Paulus (mit Buch) Auch diese Figuren sind Nachbildungen von Georg Sellmeier aus Zolling (1985). Die Originale aus der Zeit um 1700 sind seit dem Raub im Jahr 1980 verschwunden.

Hinweis: Petrus (Simon) wurde gemeinsam mit seinem Bruder Andreas von Jesus in seine Jünger-gruppe berufen. Er wird in den Evangelien häufig genannt. Der sog. Himmels-schlüssel, den der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum

  
St.Paulus
Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen
Paulus hieß eigentlich Saulus. Er war von Beruf Zeltteppichweber und jüdischer Theologe im Laienstand, verfolgte mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er von einer   Erscheinung Christi getroffen, fiel zu Boden und erblindete kurzzeitig. Missionsreisen durch den Nahen Osten und seine Briefe (7 der 13 Briefe stammen von ihm) machten ihn bekannt. Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Gott schenkt seine Gnade den Menschen nicht aufgrund ihrer guten Taten, sondern einfach, weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist. Nach traditioneller Auffassung verblasste Paulus'Denken schon bald neben anderen theologischen Lehren und wurde erst im 5. Jahrhundert von Augustinus und im 16. Jahrhundert von Martin Luther wiederentdeckt.


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weitere Leonhardfiguren
Am Erntedankfest 2002 war auf dem Seitenaltar ein Mosaik aus Körnern und Samen aufgestellt, das den hl. Leonhard darstellt. Es wurde von Pasenbacher Frauen gelegt.

Körnerbild
Vorbild war eine alte, wertvolle Leonhardsfigur, die aber nur zu den Hochfesten in die Kirche gebracht wird.

St.Leonhard
An der Nordwand steht seit wenigen Jahren eine weitere Figur des Leonhard. Sie wurde von einem Künstler aus dem Bayerischen Wald geschnitzt und gleicht der Figur, die sich in der Nische an der Außenwand befindet. Der jugendlich wirkende Leonhard hält ein Buch mit 4 Zierknöpfen (Bibel und vier Evangelisten) sowie eine überdimensionale Kette in den Händen. Die Kette erinnert an den Schutzpatron derer, die in Ketten liegen.

St.Leonhard

Kreuzwegbilder
Die von Pfarrer Gröbmayr um 1760 erstmals eingeführten Kreuzwegbilder wurden 1870 erneuert. Es handelt sich um 53 x 27 cm großen Ölgemälde (auf Leinwand).

Kreuzweg
Hinweis: Kreuzwegbilder in unseren Kirchen sind erst seit 1700 üblich. Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...


Die Pasenbacher Kirche hatte bis 1960 eine Kanzel. Sie stammte aus dem Jahr 1678 und war inzwischen wohl reparaturbedürftig geworden; da sie für den Gottesdienst nicht mehr benötigt wurde, hat man sie entfernt.



K
irchenbänke

Die Kirchenstühle aus der Zeit um 1720 wurden von der Kistlerwerkstatt Prugger gefertigt. Sie haben 22 kunstvoll geschnitzten Kirchenstuhlwangen aus Eichenholz. Das Muster entspricht dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land.

Kirchenbank
Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Aufhausen, Bergkirchen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf, Ottmarshart, Pipinsried, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen und in Westerndorf verwendet.  
  Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst eine Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt; beim Sitzen ist der Zuhörer aufmerksamer, geduldiger und ruhiger. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.



               K
reuzigungsgruppe

An den Kirchenwänden noch ein Kruzifix (Kanzelkreuz) mit darunter stehender Mater dolorosa (um 1700).

Der Corpus Jesu ist als Inkarnat (=fleischfarbig) gefasst. Die Adern schimmern blau unter der Haut hindurch. Er hat sein dornengekröntes Haupt im Tode nach rechts geneigt; es ist von einem dreistrahligen Heiligenschein umgeben, der in der Kunst den göttlichen Personen vorbehaltenen ist. Aus den Wunden der Hände, der Füße, der Knie, der Seite und an der Stirn unter der Dornenkrone tropft Blut. Das um die Hüften geschlungene Lendentuch, in der Kunst auch Perizoma genannt, ist vergoldet und weht faltenreich im Wind. Die Füße sind, wie im Barock üblich, überkreuzt mit einem Nagel an das Holz geheftet (sog. Dreinageltypus).
  Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Maria unter dem Kreuz ist in das traditionelle rot-blau-goldene Gewand gekleidet. Sie umfängt mit ihren Händen das Schwert, das in ihrer Brust steckt. Dieses Schwert erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".

KanzelkreuzMater dolorosa
Keuzigungs-gruppe
1700




A
postelleuchter

Im gesamten Inneren der Kirche sind an den Wänden die aufgemalten Apostelkreuze sowie die Apostelleuchter aus geschmiedetem Eisen angebracht.

Apostelkreuze
Diese Leuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.



O
pferstock

Der 75 cm hohe Opferstock aus Eichenholz mit einem waagerechten und einem senkrechten Eisenband war über lange Zeit in der Außenmauer eingemauert. Heute ist er an der Emporentreppe angebracht. Er könnte noch aus gotischer Zeit stammen.
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..




G
rabchristus

Unter der Emporentreppe liegt die Figur des sog. Grabchristus' aus der 1. Hälfte des 18.Jh. Die Holzfigur ist polychrom gefasst.
Sie war früher Bestandteil des hl.Grabes, das am Karfreitag und Karsamstag in der Kirche aufgebaut war.

 


K
ruzifixe

Drei weitere große Kruzifixe befinden sich noch in der Kirche an der Nordwand, im Vorhaus (18.Jh.) und im Leichenhaus.
Das Kreuz an der Nordwand ist ein Vortragekreuz, erkennbar am langen Kreuzes-schaft.
Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh


E
mpore und Orgel

Die stützenlose Empore besitzt an der Brüstung und der Unterseite kassettierte Weichholzfüllungen. Den Gesang der Gläubigen begleitet eine elektronische Orgel.



Portal

Das Portal der Kirche ist mit einer Eichentüre mit alten Beschlägen aus dem Ende des 17.Jh und einem Schloss aus neuerer Zeit verschlossen. Zusätzlich wird der Kirchenraum durch ein Eisengitter geschützt. In der Portalvorhalle hängt ein Kruzifix aus dem 18.Jh.


Ostensorien

Außerhalb der Kirche untergebracht sind zwei Reliquienmonstranzen (Ostensorien).
In einer der beiden sind Kreuzpartikel verwahrt, mit denen bei den Leonhardiritten die Pferdesegnungen vorgenommen wurden. Die Kreuzreliquienmonstranz wird am 6.November zum Leonhardiritt wieder in die Kirche gebracht.
     
Die andere Reliquienmonstranz im neugotischen Stil enthält Splitter der Gebeine des hl. Martinus. Trotz der Namensgleichheit dürfte es sich nicht um den bekannten Heiligen mit Mantelteilung handeln, sondern um einen sog. Katakombenheiligen.
  Hinweis: Im Mittelalter hatte man die Reliquien unsichtbar verschlossen gehalten. Erst seit Beginn des 13. Jahrhundert hat man sie den Gläubigen gezeigt. Die am meisten verbreitete Reliquiarform wurde das Ostensorium oder Reliquien-Monstranz (lat. monstrare und ostendere = zeigen). Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten.


Benefiziatenhaus

Das Benefiziatenhaus war nach dem 2.Weltkrieg schon recht baufällig und feucht. Auf Drängen von Weihbischof Neuhäusler sollte ein neues Haus erstellt werden. Der Plan für einen Neubau war bereits genehmigt. Da erließ die Erzbischöfliche Finanzkammer München einen Baustopp mit der Begründung, dass das Haus wegen des herrschenden Priestermangels ohnehin nicht mehr besetzt werden könne. 1967 riss man es ab und verwendete den Grund für die Erweiterung des Friedhofs.


L
eonhardsbund

In der Kirche erinnert noch eine im Jahr 1926 bestickte Fahne an den St.Leonhardsbund, der 1762 von Matthias Kneißl gegründet wurde.
Der Leonhardsbund sollte "zur Gewinnung eines besonderen Schutzes aller Viehgattungen durch den hl.Leonhard" beitragen. Die Mitglieder zahlten einen geringen Jahresbeitrag, der für die Messen der Verstorbenen verwendet wurde. Sie waren -wie im Leonhardsbundesbrief ausdrücklich vermerkt- verpflichtet, "ein frommes christliches Leben zu führen, unter dem Jahre öfters zu beichten und das heilige Abendmahl zu empfangen, den heil.Leonhard zu verehren und ihn um Fürbitte für sich und für das gute Gedeihen des Vieh- und Pferdebestandes anzurufen, um so durch Gottes Gnade glücklich auf Erden zu leben und ein seliges Lebensende zu erreichen". Am Sonntag nach Leonhardi (= nach dem 6.Nov.) wurde für die lebenden Mitglieder ein Amt mit Predigt, am Montag darauf für die Verstorbenen ein Requiem mit Beimesse gefeiert.
Wenn Sie einen kurzen Bericht über die Feier 1924 lesen möchten, klicken Sie hier...


  
Mathias Kneißl  

Vom Gründer Matthias Kneißl existiert noch ein Ölgemälde, das (1741-1819), ein Portraitmaler des Münchner Hochadels, geschaffen hat. Es befindet sich in Privatbesitz. Auf der Rückseite des Portraits ist zu lesen:
    "Mathias Kneißl, geb. zu Pipinsried, gest. als Apostel zu Indersdorf, 87 Jahre alt, dahier zu Pasenbach
     Urheber des hiesigen St.Leonhard Bundes. Ettlinger Pinx (= hat es gemalt)".

Eleonore Philipp hat das Leben von Matthias Kneißl erforscht. Danach wurde er am 21.2.1712 in Pipinsried geboren. Wahrscheinlich war er als Kutscher oder Pferdeknecht im Chorherrenstift Indersdorf beschäftigt.
Es wird vermutet, dass Kneißl in späteren Lebensjahren als Laienbruder in das Kloster Indersdorf eintrat.
Nach Aufhebung des Klosters 1783 soll er mit anderen Chorherren ins Priesterhaus gezogen sein, wo er im Jahr 1792 im Alter von 80 Jahren starb. Die Altersangabe auf der Rückseite des Bildes von 87 Jahren dürfte somit falsch sein (Zahlendreh ?). Im Sterbebuch Indersdorf von 1792 ist zu lesen: "Mit allen Sterbesakramenten rechtzeitig versehen starb Mathias Kneißl, ein Hirte, der sich um Pferde verdient gemacht hat."
Den Titel "Apostel" könnte er als Teilnehmer der Fußwaschung erworben haben, die der bayerische Kurfürst am Gründonnerstag im Herkulessaal der Residenz an den "zwölf ältesten und würdigsten armen Männer des Landes" vornahm. Belege für Kneißls Berufung gibt es nicht. Aber die Teilnehmer wurden danach allgemein als "Apostel" bezeichnet, weil sie während der Fußwaschung in der Residenz die Rolle der Apostel in Jerusalem einnahmen.
In den katholischen Pfarreien hat sich der Brauch der Fußwaschung am Gründonnerstag bis heute erhalten. Allerdings sind inzwischen an die Stelle der "alten würdigen Männer" Gläubige aus allen Alters- und Bevölkerungsschichten getreten.





Hans Schertl

Quellen:
Joseph von Obernberg, Reisen durch das Königreich Baiern, 1813
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 407,490, 539, 810)
Dachauer Nachrichten vom 24.4.1963 (Renovierung 63)
Schulrat Angerpointer, Die Grabsteine der Barth in Pasenbach, 1964
Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1 (Choraltar)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Max Gruber und Dr.Gerhard Hanke in der Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen, 1979
Pfarrer Wolfgang Lanzinger, Aus der Chronik der Pfarrei Vierkirchen über das letzte Jahrhundert, Amperland 1979
Josef Strobl, Die frühere Gemeinde Pasenbach, Amperland 1979
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1992
Josef Winterholler, Mesner und Kirchenpfleger 2002 und 2004
Dachauer SZ vom 12.11.2002
Dachauer Rundschau vom 13.11.2002
Dachauer Nachrichten vom 13.11.2002
Madonna-das Bild der Muttergottes, Dombergmuseum Freising, 2003
Helmut Größ, Der Leonhardiritt zu Pasenbach, 2003
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Robert Böck und Helmut Größ, Pferderennen in Pasenbach an St. Leonhard, "Haus,Hof und Heimat", 2010
Martin Sellmeier, Obersüßbach, 2011 (Georg Sellmeier)
Bruno Reudenbach,Gia Toussaint, Reliquiare im Mittelalter, 2011 (Bergkristall)
Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)
Eleonore Philipp, Vermuteter Lebenslauf Mathias Kneißls, 2016, nicht veröffentlicht


71 Bilder: Hans Schertl (64), Helmut Größ (7)

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Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür




 


INFO-Reihe: Die Kirchenglocken des Pfarrverbandes Vierkirchen

Die Glocken von St. Leonhard in Pasenbach
von Barbara Deger

Als ich vom Pasenbacher Mesner Josef Winterholler erfuhr, dass eine der beiden Glocken aus dem Jahr 1128 stammt und damit die älteste im Landkreis ist, wollte ich mehr darüber wissen. So konnte ich selbst die stark abgenutzten Stellen sehen, die der 8 kg schwere Schwengel seit dieser Zeit in die Glocke geschlagen hatte. Voriges Jahr (1998) wurde dieser vom Uhrmacher durch einen neuen ersetzt.

Wem die "kleine Glocke" auch Sterbensglocke genannt, geweiht wurde, ist aus den stark abgeflachten Schriftzeichen nicht mehr zu entziffern. Es ist anzunehmen, dass die kleine Glocke seit über 870 Jahren zu verschiedenen Anlässen läutet bzw. seit dieser Zeit den Tod eines Menschen bekannt gibt.

Im Jahr 1519 kam die zweite Glocke hinzu, wie die älteste auch aus Bronze gegossen. Sie ist dem hl. Leonhard geweiht. Laut einer im Jahre 1879 vom damaligen Vierkirchener Pfr. Mathias Steinberger verfassten Chronik befand sich in Pasenbach "auch seit Urzeiten eine dem hl. Leonhard geweihte Kirche". Beide Glocken blieben wegen ihres Alters im 1. Und 2. Weltkrieg vom Einschmelzen verschont.Mesner Winterholler berichtet auch, dass sein Vorgänger Georg Huber noch bis zum Jahr 1962 die zwei Glocken mit dem Strick gezogen hat. Seither haben sie ein elektrisches Läutwerk. Es lässt sich nicht mehr nachvollziehen, weshalb die Einzelnen bzw. die beiden zusammen zu den verschiedenen Anlässen läuten.
Der jetzige Mesner hat dies von den vielen Vorgängern so übernommen.

So läutet die "kleine Glocke":

  -bei Bekanntgabe eines Todesfalls, samstags um 15.00 Uhr den Feierabend ein,
   zunächst allein und dann zusammen mit der "Großen"
- zusammen mit der Großen 1/4 Std. bzw. 5 Min. vor Beginn des Gottesdienstes.

Die "Große " läutet:

 

- täglich um 5 Uhr (Sommer wie Winter) das "Morgengebet"
- täglich um 11 Uhr (früher Mittagszeit) zunächst allein, dann zusammen mit der "Kleinen"
- täglich um 12 Uhr (zuerst allein, dann zusammen mit der Zweiten)
- während der Wandlung im Gottesdienst läutet sie alleine.

Mesner Winterholler spürte meine Faszination für Glocken und schenkte mit den ausgedienten Schwengel, der bis voriges Jahr die älteste Glocke zum Klingen brachte. So voller Ehrfurcht, wie ich die Glocke aus dem Jahr 1128 bestaunte, so empfinde ich nun eine tiefe Freude über das wertvolle Stück Eisen.

Barbara Deger

In dieser Reihe ist auch ein Artikel über die Glocken von Vierkirchen erschienen.
Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier....


11.8.2015