zur Landkreiskarte           ausführliche Beschreibg.        Kirchen i.d.Gem.Hebertshausen


Filialkirche Mariä Geburt in UNTERWEILBACH

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch Grabmal der Grafenfamilie SpretyLourdesgrotte
Adresse: 85241 Hebertshausen, Graf-Spreti-Straße 4
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Unterweilbach liegt zwischen Ampermoching und Röhrmoos nahe der Bahnlinie München- Ingolstadt. Der Ort wurde im Jahr 802 (als Wilpah) erstmals erwähnt. Bekannt ist auch das Schloss Unterweilbach der Grafen von Sprety.

Eine Kirche der Pfarrei Ampermoching wurde erstmals 1315 in der  Konradinischen Matrikel (als Nidernweilpach mit Friedhof) genannt. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um die schon im 12.Jahrhundert bestehende Turmkirche an der Stelle beim jetzigen Schloss.
Eine Marienkapelle an der Stelle der heutigen Kirche entstand wohl erst in späteren Jahren; sie dürfte die Funktion der Dorfkirche erst über-nommen haben, als die Turmkirche in eine Burgkapelle umgebaut wurde (vor 1524).

Der heutige Bau der Filialkirche Mariä Geburt ist eine barocke Saalkirche mit halbrunder Apsis. Er stammt zum Teil aus dem Jahr 1596 (Altarraum und unterer Teil des Turmes), zum anderen Teil aus der Zeit um 1740, als ein größeres Kirchenschiff mit moderner Flachdecke angebaut wurde.

Der Turm auf der Nordseite des Chores, der auf dem Wening-Stich von 1700 noch ein Satteldach zeigt, erhielt beim Umbau 1740 eine Zwiebelkuppel. Er hat im unteren Teil einen viereckigen Grundriss. Der Aufbau ist achteckig mit unterschiedlich breiten, durch Ecklisenen gegliederte Seiten.  


Dachungsengel am Choraltar

Die Kirche war schon in früherer Zeit eng mit den Hofmarksherren im nahe gelegenen Schloss verbunden. Vor allem Epitaphe erinnern an die gräfliche Familie derer von Sprety, wie z.B. das große dekorative Grabmal am Südgiebel der Sakristei.

Inneneinrichtung

Die Kirche besitzt einen prächtigen Hochaltar mit bebilderten Seitentüren und vielen Figuren Er ist um 1741 entstanden.
Mittelpunkt ist die eine Muttergottes-Statue  aus dem Jahre 1450.
Assistenzfiguren
sind die Eltern von Maria
- der hl.Joachim links und
- Mutter Anna rechts. 
Hochaltar und die Außenwände sind mit Bögen und Türen verbunden, auf denen Bilder und Figuren der Heiligen Franziskus, Antonius, Katharina und Barbara zu sehen sind.

Die beiden Seitenaltäre aus dem Jahr 1741 wurden viele Jahre lang renoviert und stehen nun seit 2007 wieder an ihrem Platz. Sie sind dem hl.Wolfgang und der Heiligen Familie gewidmet.

Über der Sakristei ist das Oratorium der Hofmarksherren eingebaut,

Der Zelebrationsaltar ist eine Besonderheit. Es handelt sich um einen alten Tragaltar, mit vier herausziehbaren Griffen, mit denen der Altar bei Prozessionen mitgetragen und an den Stationen als Altar verwendet werden kann.

zur Beschreibung der Kirchenbank-Wangenzur Beschreibung des VortragskreuzesHochaltar mit Figuren zur Beschreibung der Deckengemälde im Altarraumzu den Beschreibungen der Deckengemälde im Langhauszu den Beschreibungen der Kanzelzur Beschreibung des Zelebrationsaltars zur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung des linken Seitenaltarszur Beschreibung des rechten Seitenaltars -Hl.Familie
per Mouseklick zu den Beschreibungen

Auf mehreren Ölbildern in der Kirche sind Heilige dargestellt:
- St. Leonhard mit Tieren, Kette und Abtsstab
- St.Franz Xaver auf dem Sterbelager mit einem Kreuz in der Hand
- St.Josef
mit Jesus auf einer Windel
- St.Joachim
, der Großvater Jesu mit seinem Attribut, der Schäferschaufel in der Hand.

An der Orgel aus dem Jahr 1867 ist noch der alte Blasebalg erhalten.

Der Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können.
Klicken Sie hier....


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Matrikel 1315 Matrikel 1524 Visitation 1560 Neubau 1596 Matrikel 1740
Beschreibung 1874
Einrichtung: Altarraum Apostelleuchter Baubeschreibung Bilder im Schiff Choraltar
Chorglocke Deckenfresken Epitaphe Fenster Figuren im Schiff
Kanzel Kanzelkreuz Kirchenbänke Kreuzweg Mater dolorosa
Orgel Opferstock Oratorium Reliquiare Seitenaltäre
Tabernakel Turm Vortragekreuze Zelebrationsaltar Gottesdienstzeiten

Unterweilbach liegt zwischen Ampermoching und Röhrmoos an der Bahnlinie München- Ingolstadt.
Der Ort wurde im Jahr 802 (als Wilpah) erstmals erwähnt, als ein Herr Toti und seine Frau Galilea Teile ihres Besitzes in Weilbach der Domkirche in Freising schenkten. Am 23.6.2002 feierten die Bewohner das 1200-jährige Bestehen mit einem großen Fest. Bekannt ist auch das Schloss Unterweilbach der Grafen von Sprety.

Geschichte der Kirche


Matrikel von 1315 01)
                  
Eine Kirche der Pfarrei Ampermoching wurde erstmals 1315 in der  Konradinischen Matrikel (als Nidernweilpach mit Friedhof) genannt. Wahrscheinlich handelte es sich um die schon im 12.Jahrhundert bestehende Turmkirche an der Stelle beim jetzigen Schloss. Eine Marienkapelle an der Stelle der heutigen Kirche entstand wohl erst in späteren Jahren; sie dürfte die Funktion der Dorfkirche erst übernommen haben, als die Turmkirche am Schloss in eine Schlosskapelle umgebaut wurde.


Auszug aus der Karte
von Apian 1568
Vergrößerung per Mouseklick

Schlossbenefizium 1444
Im Jahr 1444 haben die damaligen Schlossherren, die Münchner Patrizier-Brüder Joannes und Petrus Schluder zu Weilbach, auf Wunsch ihres Vaters ein Benefizium "bei der Kapelle St.Martin" eingerichtet. Das Stiftungsgut umfasste neben anderem Vermögen auch zwei Güter in Appercha und eines in Pullhausen. Aus den Erlösen konnte ein als Benefiziat bezeichneter Pfarrer bezahlt werden. Die Stiftungsverpflichtung betraf zunächst 6 Messen in der Woche; 1740 wurde die Verpflichtung auf 3 Messen und 1792 auf nur noch zwei Messen wöchentlich herabgesetzt, die zum Teil in der Kirche, zum Teil in der Schlosskapelle gefeiert wurden.
Eine Liste der Schlossbenefiziaten, die zum Teil auch die Seelsorge in der Unterweilbacher Kirche übernommen haben, finden Sie hier...

Matrikel 1524
01)
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 ist die Filialkirche "Beatae Mariae Virginis in Weilbach cum sepultura (mit Friedhof)" mit einem Benefizium erwähnt. Aus diesem Benefizium, das auf der Schlosskirche und der Marienkirche lag, wurde wohl nicht nur die Stelle eines Capellanus (Kaplan) im Schloss finanziert, sondern auch die eines Frühmessers in der Dorfkirche. Ein Frühmesser hatte den ersten Gottesdienst i.d.R. um 5:30 oder 6 Uhr zu halten.


Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien >gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.

Im Protokoll der Visitation von 1560 wird der schon 1524 erwähnte Frühmesser mit Namen genannt. Johannes Peckh aus Mammendorf, in Freising zum Priester geweiht, halte zweimal in der Woche die Frühmesse, um 5:30 oder 6 Uhr. Die Visitatoren notierten, dass er täglich seine Stundengebete verrichte, die Messe auf Latein lese und sich sonst "priesterlich helt", also das Zölibat beachte. Seine Freizeit widme Peckh dem Lesen und Studieren. Er habe auch versichert, dass er der katholischen Religion treu bleiben wolle. Sein Einkommen betrage 14 Schäffl. Korn, 1/2 Schäffl. Weizen, 13 Schäffl. Habern und 15 Gulden in Geld. Offensichtlich war er aber nur eine Aushilfe, weil im Protokoll vermerkt wird: "Ist i(h)me dise Meß allein verlihen worden, bis Hieronimus Kheiß wiederumb kombt". In der Kirche "Underweilbach" fanden die Inspektoren einen Kelch mit mit Corporale, ein Messbuch und zwei Messgewänder.
Das Sakramenthauß (Tabernakel) ist nit wol beschlossen, aber beleucht (wohl Ewiges Licht). Das Tauföl werde in einem Krug aufbewahrt. "Ist ain arm gottshauß; sonst kain mangel" heißt es zum Abschluss des Berichts.


Ausschnitt aus der Karte des
Freisinger Geografen Georg Philipp Finckh von 1655


Neubau 1596
Die Kirche wurde wohl im Jahr 1596 neu erbaut. Dieses Datum soll in einem alten Messbuch von Unterweilbach als handschriftlicher Vermerk stehen; so besagt das eine Notiz im Erzbischöflichen Archiv. Finanziert wurde der Neubau vor allem von Barbara Kheiss zu Weilbach, der Witwe des früheren Hofmark-Mitbesitzers Hieronimus Kheiß († 1588) ("hat Frau Kheissin Hofmarks Fraw Anno 1596 die Khürchen auff iren Khosten erweitern und bauen lassen"). Am 28.August 1596 wurde die Kirche geweiht.

Dreißigjähriger Krieg
Schon zu Beginn der Kampfhandlungen in Bayern, beim Einmarsch der Schweden in Bayern 1632, wurde Weilbach finanziell in Mitleidenschaft gezogen. Es konnte sich nur durch Zahlung einer Brandsteuer von der Vernichtung freikaufen. Das Benefiziatenhaus soll dennoch abgebrannt oder doch ruiniert worden sein (1642 brachte der Verkauf des verbliebenen Restholzes nur noch 5 Gulden ein). 1633 verlor das Benefizium von 1444 schlagartig zwei Drittel seiner Einkünfte, als Soldaten den Bauern des Stiftungshofs in Pullhausen umbrachten und die Gebäude brandschatzten.

Matrikel 1738/40 01)


Ansicht um 1700
In den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis Beatae Mariae Virginis in Weilbach" bemerkt er, dass die Kirche von schlechter Bausubstanz sei.
Sie hatte auch damals drei Altäre, die -wie heute noch- der Jungfrau Maria, der hl.Anna und dem hl.Wolfgang geweiht waren. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag nach Mariä Geburt (8.Sept). In der Sakristei wurden nur wenige Messgewänder und auch die nur von geringer Qualität aufbewahrt. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen drei geweihte Glocken (mehr als in der Pfarrkirche).
Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer von Ampermoching und der Schlossherr in Unterweilbach, Graf Spreti. Letzterer ließ den Kanonikus nicht in die Bücher schauen, denn der vermerkte "Das Vermögen dieser Kirchen ist aus Abgang der Rechnungs-Extracten nit wüßlich".

Das schlechte Zeugnis, das der Kanonikus Schmidt dem Bauzustand der Kirche ausstellte, war eine Folge der Misswirtschft von Baron Johann Josef Zech (Hofmarksherr von 1701-1738). Der hatte den überteuerten Kaufpreis für die Hofmark über Schulden finanziert und dafür auch das Unterweilbacher Kirchenvermögen herangezogen. So blieb für Reparaturen kein Geld übrig.
1714 zog der Freisinger Bischof das Präsentationsrecht an sich. Es folgten -so Mittelstraß- Streitigkeiten um Kompetenzen, Zuständigkeiten und Verpflichtungen zwischen dem Ampermochinger Pfarrer und dem Unterweilbacher Benefiziaten.

Umbau 1741
Nach dem Tod von Zech wurde die Hofmark zusammen mit der Hofmark Großinzemoos für 38.000 Gulden an Hieronymus Graf von Spreti verkauft. Die Erben von Zech mussten das entnommene Kirchenvermögen von 1500 Gulden zurückzahlen. Damit konnte die Kirche im Jahr 1741 umgebaut und "in der alten Form" durch den Dachauer Baumeister Johann Göttschl (1684-1747) und den Zimmermeister Anton Straßer (Überschlag) 23) auf rd.18 x 9 Meter erweitert werden. Vom alten (wohl noch spätgotischen) Bau blieb insbesondere die Nordmauer erhalten. Neu dazu kamen der achteckige Turmaufsatz, der halbrunde Chorabschluss, die Sakristei und das Oratorium für die Patronatsherren sowie eine Erhöhung des Kirchenraums.



Beschreibung 1874

Um das Jahr 1870 erstellte der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising und veröffentlichte sie 1874 als Buch. Über Unterweilbach ist zu lesen, dass in dem "an der Ingolstädter Eisenbahn" gelegene Ort damals 160 Seelen in 18 Häusern lebten. Der Stil der Kirche sei unausgeprägt. Im "Kuppel-Thurm" hingen zwei Glocken. Im Kircheninneren stünden drei Altäre, die 1848 renoviert worden seien. Stiftungen: 5 Jahrtage, 8 Jahrmessen und 12 Monatsmessen. Meßner sei ein Gütler, Cantor der Lehrer. Das Kirchenvermögen betrage 6.841 Gulden.

Die letzte umfassende Renovierung fand in den Jahren 1968/69 und von 1988 bis 2007 statt.

Innenansicht vor 1968
Wenn Sie die Kirche vor der Renovierung von 1968 sehen möchten, klicken Sie auf das nebenstehende Bildchen.

1912 fand in der Kirche die Primizfeier des aus Unterweilbach stammenden Josef Niklas statt. Das erfahren wir aus einem Bericht der Wochenzeitung Amperbote vom 03.08.1912. Wenn Sie den Text lesen möchten, klicken Sie hier...

1933: Kurz nachdem die Nazis die Macht übernommen hatten, gingen sie gegen ihre erklärten Gegner vor. Im Amperboten 15.3.1933 wird berichtet, dass der Benefiziat Behr aus Unterweilbach auf Anordnung der Regierung in sog. Schutzhaft genommen und später wieder entlassen wurde.

Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei bzw. den Filialkirchenbezirk.
1852: Gemeinde Unterweilbach mit 38 Familien und 190 Einwohnern
02)  
1867: Gemeinde mit 206 Einwohnern, 69 Gebäuden
     Ortschaft mit 143 Einwohnern in 43 Geb. (dazu Oberweilbach 45/17, Reipertshofen 18/7)
1874: Filialkirche mit 160 Gläubigen in 18 Häusern.

 

Baubeschreibung

Die Kirche liegt an der Hauptstraße im Ort inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Es handelt sich um eine barocke Saalkirche zu vier Achsen (Joche) mit halbrund geschlossener Apsis.
Der Bau ist weiß, glatt verputzt, mit aufgemalten gelben Lisenen. Er besitzt rundbogige Fenster mit gelben Umrahmungen.


Grabmal für
Grafen v.Sprety

An der Südseite des nicht eingezogenes Chores ist eine zweistöckige Sakristei angebaut. Im oberen Stockwerk befand sich das Oratorium für die Hofmarksherren.  An deren Südgiebel steht ein großes, dekoratives Grabmal für die Grafen von Sprety aus dem nahen Schloss Unterweilbach mit einer Kreuzigungsgruppe über dem Spreti-Wappen. Es wurde von Prof. Endreß entworfen, der 1845 den Umbau der Schlosskapelle geleitet hatte.

 Nicht weit davon entfernt ist die Gedenktafel für die Unterweilbacher Gefallenen des Ersten Weltkriegs angebracht.


Kriegerdenkmal

Der Turm auf der Nordseite des Chores, der auf dem Wening-Stich von 1700 noch ein Satteldach zeigt, erhielt 1741 eine Zwiebelkuppel, die 1969 mit Kupfer beschlagen wurde. Er besitzt im unteren Teil einen viereckigen Grundriss. Der Aufbau ist achteckig, mit unterschiedlich breiten, durch Ecklisenen gegliederte Seiten. Die Kuppel bekam 1969 ein Kupferbedeckung. In der Glockenstube hängen zwei Glocken. Eine wurde um 1830 bei Nikolaus Regnault in München, die andere 1959 bei Karl Czudnochowsky in Erding gegossen.

Turmzwiebel
1741
Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln im alten Baiern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".
Im kleinen Vorhaus an der Südwestseite, das das Eingangsportal vor der Witterung schützt, ist eine kleine Lourdesgrotte hinter einem Ziergitter eingerichtet.

Lourdesgrotte

 

Inneneinrichtung

Altarraum

Der hohe Altarraum besitzt eine halbrunde Apsis mit drei Rundbogenfenstern und einem einfachen Gemälde an der Flachdecke.
Bei dem Gemälde handelt es sich um ein Rundbild im feurigem Strahlenkranz. Das Bild selbst bildet aus vielen Heilig-Geist-Zungen, einem Kreuz und einem Herzen mit drei Nägeln das Jesusmonogramm IHS.

IHS-Monogramm
Hinweise: das Jesusmonogramm kann auf zwei Arten gedeutet werden:
- als die Anfangsbuchstaben des in griechischen
   Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu   (JHSOUS);
- als die Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum
   salvator" mit der Bedeutung: "Jesus, Erlöser der
   Menschen"


Fenstergemälde


Herz-Jesu
Die Fenster im Altarraum enthalten farbige Glaseinsätze, die
im Nordosten das Herz Jesu (gestiftet von Franziska, Gräfin Kreit, geb. Gräfin Spreti im
   Jahr 1899) und
im Südosten das Herz Mariä darstellen (Maria weist mit ihrer linken Hand auf das
   brennende Herz, in der anderen Hand hält sie eine Lilie, ein Kranz von 12 Sternen umgibt
   ihr Haupt);das Bild wurde von Anna Stadelmeier, 1839-1899, Louise, Gräfin Spreti gestiftet.

Herz-Mariä
  Hinweis: Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758-1769) im Jahr 1765. Das Herz Mariens ist Zeichen für die mütterliche Liebe.



Choraltar / Hochaltar

Der Hochaltar mit einer prächtigen Altarrückwand (Retabel), bebilderten Seitentüren und vielen Figuren stammt aus der Zeit um 1700. Er wurde um 1741 im Rahmen des Neubaus der Kirche stark überarbeitet und 1848 renoviert.

Choraltar
Die marmorierte Altarrückwand wird durch vier Säulen gestützt; seitlich lugen die (1968 nach Vorlagen neu geschnitzten) Enden eines Vorhanges hervor, die den Eindruck vermitteln, der Altar sei auf der Rückseite von diesem Vorhang umhüllt.

Altaraufsatz
Der Altaraufsatz besteht aus einem hochovalen Auszugsbild zwischen zwei Säulchen, die ein gesprengtes Gebälk tragen.
Im Bild ist die Hl. Dreifaltigkeit dargestellt.
Seitlich sitzen auf den Gebälkstücken zwei Engel.

Hl.Dreifaltigkeit
Um die große blaue Erdkugel gruppieren sich Gottvater (rechts), Christus mit dem Kreuz im Arm (links) und die Heilig-Geist-Taube (oben).
Darüber ist eine weitere Heilig-Geist-Taube befestigt, die früher an der Kanzel angebracht war
 
Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der Heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus her-nieder wie eine Taube (Lk., 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam.
Auf dem Aufsatzbild stehen die aus dem Ende des 17. Jh stammenden Heiligenstatuen von Katharina (links mit Schwert und Radl) und Barbara (mit Kelch und Schwert). 
Hinweis: Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Fest: 25.Nov. Hinweis: Barbara soll von ihrem heidnischen Vater während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst (deshalb das Schwert in der Hand).
  Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Fest: 4.Dez.

Mittelteil
Mittelpunkt des Altars ist die eine Muttergottes-Statue aus gotischer Zeit, die aber sicher im Barock überarbeitet wurde. Sie steht unter einem Baldachin mit seitlichen Vorhängen und ist von zwei Putten umgeben. Maria trägt das Jesuskind auf dem linken Arm; in der rechten Hand hält sie ein Zepter. Ihre Füße stehen auf einer Mondsichel.

Muttergottes
Hinweis: Diese Mondsichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb.12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen". Über das Alter der Figur gehen die Angaben auseinander: eine Quelle ordnet sie dem Jahr 1450 zu, eine andere Quelle dem beginnenden 17.Jh.´
Unter der Marienfigur sind zwei Leuchterengel angebracht.

Assistenzfiguren am Hochaltar sind die Eltern von Maria, der hl.Joachim (mit Schäferschaufel) links und Mutter Anna rechts.  Die beiden Figuren wurden um 1740 geschnitzt.
 
   
Joachim   
Hinweis: Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts die Eltern der Maria und somit die Großeltern von Jesus. Anna war schon betagt, als sie ihre Tochter Maria gebar; sie wird meist mit dem Kopftuch der verheirateten Frau dargestellt. Joachim hat eine Schäferschaufel in der Hand, weil er auf dem Feld die Herden hütete, als ihm ein Engel erschien.
  
   Anna

Durchgänge

St.Franziskus
Der Hochaltar wird abgerundet durch die beiden bis zur Außenmauer reichenden Durchgänge mit Seitentüren. Die Türen sind mit leider schon sehr nachgedunkelten Bildern der Heiligen Franziskus (links) und Antonius (rechts) bemalt.
Die altersbedingte dunkel-bräunliche Verfärbung von Ölgemälden wird in der Kunst "Galerieton" genannt. Sie rührt vom Oxydationsprozess öliger Bindemittel oder vom Vergilben des Firnis her. Mögliche Ursache ist aber auch Rauch durch offenes Feuer und einfallendes Tageslicht.

St.Antonius   
Hinweis: Franziskus von Assisi gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Er wählte für den Ordenshabit die braune Farbe. Diese Farbe steht in der Tradition für Demut und Bescheidenheit. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.
Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurück-erstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte.
Auf den Türen sind geschweifte Aufsätze im Akanthusdekor mit hochovalen Holzbildern von zwei Heiligen aufgebracht.
  
Judas Thaddäus und Magdalena
Bei der weiblichen Heiligen handelt es sich um Maria Magdalena (mit Salbbüchse).
Der männliche Heilige soll den Apostel Judas Thaddäus darstellen; die Attribute Kreuz, Buch, Totenschädel und Trompete sind für diesen Heiligen aber sehr ungewöhnlich.
  Hinweise: Maria Magdalena ist aus der Bibel bekannt. Sie wurde Jüngerin Jesu, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Luk. 8, 2). Magdalena sorgte für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh.20,15-17). Ob es sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Jesus die Füße salbte (Luk 7, 37 - 38), wie die Legenden behaupten, ist ungewiss. Aber meist wird sie mit einer Salbbüchse abgebildet.
Judas Thaddäus war einer der Jünger Jesu; er ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat. Der Legende nach wirkte Judas später in Babylon. Dort forderte er mit Wundertaten die örtlichen Zauberer heraus, die Judas mit einer Keule erschlagen ließen.

Der Tabernakel aus dem Ende des 19.Jh in den Stilformen des Historismus wird durch vier vergolde-te kleine Säulchen und ein verkröpftes Gesims gegliedert.
Neben dem Tabernakel stehen Kerzenleuchter aus der Zeit um 1820; sie haben einen Holzkern, der von getriebenem, versilberten Messingblech umgebenen ist.

Tabernakel
Die ebenfalls vergoldete Türe ist durch Schnitzwerk des Neurokoko verziert das ein "Auge Gottes im Dreieck" umgibt. Das "Auge Gottes" verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater zu personifizieren. Es symbolisiert die erste göttliche Person und durch das Dreieck gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh) dargestellt.
  Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

Reliquiare

Reliquiar
In der Predella des Choraltars sind Reliquienbehälter aus dem 18.Jh. in das Retabel eingelassen. Sie enthalten neben den Reliquien, farbige Steine, Stickereien, Perlen, ein Wachsmedaillon (sog.Agnus Dei) sowie Filigran-arbeiten aus Gold- und Silberfäden. Auf kleinen Pergamentstreifen (Cedulae) sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen, verzeichnet. Es sind u.a.:
- links: s.Clementia, S.Quilielmus Mart. s.Martialis mart. S.Pranquilinus Mart. s.Speciosa
- rechts. s.Gaudenti Mart. s.Crescentia Mart. s.Quirinus Mar.
Die Abkürzung Mart. weist auf den Status als Märtyrer hin. Bei den Reliquien handelt es sich um Partikel von sog. Katakombenheiligen
. Die in den Katakomben Roms gefundenen anonymen Knochenreste wurden generell als Gebeine von Märtyrern angesehen, mit einem Namen versehen (getauft) und als Reliquien an alle Kirchen des Abendlandes verkauft.
Die Agnus-Dei-Medaillons, die nicht nur in Unterweilbach, sondern auch in vielen anderen Orten des Landkreises in die Reliquiare aufgenommen wurden, sind schon seit dem Mittelalter bekannt. Damals ließen die Päpste zunächst im ersten sowie in jedem siebenten Jahr ihres Pontifikats, später dann jährlich aus den Resten der geweihten Osterkerze zuerst runde, in der Folge meist ovale "Agnus-Dei-Medaillons" gießen. Diese Wachsreliefs zeigen auf der Schauseite das Gotteslamm, oft mit einer Umschrift "ECCE AGNUS DEI QUI TOLLIT PECCATA MUNDI" (dies ist das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt) versehen, sowie den Papstnamen. Die in der Regel nicht sichtbare Rückseite ist häufig mit dem Bild eines Heiligen versehen. Wegen ihrer großen Wertschätzung stellte man Agnus-Dei-Medaillons in späterer Zeit auch außerhalb Roms her.


Chorglocke


Chorglocke
Neben dem Sakristeieingang ist die sog. Chorglocke angebracht, die in einem schmiedeeisernen Rahmen wohl aus dem ausgehenden 19.Jh hängt. Mit ihr wird das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes gegeben. Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.


O
ratorium

Über der Sakristei ist das Oratorium der Hofmarksherren eingebaut, das von den Grafen Spreti noch nach dem 2.Weltkrieg genutzt wurde. Zur Zeit stehen dort Gipsfiguren und Einrichtungsgegenstände, die nur für bestimmte Feste gebraucht werden:

Ein altes Kruzifix aus dem 17.Jh wurde bei der Dekoration des Hl.Grabes verwendet, das früher am Karfreitag aufgerichtet wurde und bis Karsamstag Mittag dem Gedenken an den Tod Christi gewidmet war.  Wenn Sie sich für Hl. Gräber in den Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier...
  Hinweis: Am Corpus des Kreuzes liegt -wie bei den meisten Kreuzigungsdarstellungen üblich- die Seitenwunde auf der rechten Seite des Brustkorbs. Die Lage der Seitenwunde wird in der Bibel nicht beschrieben. Bei Johannes (19,34) heißt es nur, "einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer". Da das Öffnen der Seite aber den Zweck hatte, zu prüfen, ob Jesus schon tot war, muss es sich um seine linke Seite gehandelt haben. Nach dem Tod eines Menschen sammelt sich im Herzen Blut und Wasser. Das herauslaufende Wasser war somit das Zeichen für den eingetretenen Tod. Die häufige Darstellung der Stichwunde auf der rechten Seite liegt in der mittelalterlichen Deutung begründet, dass es nur die rechte, die gute Seite sein konnte, durch die Blut und Wasser als Hinweis auf die kommenden Sakramente der Eucharistie und der Taufe auf die Menschheit herabströmte.

Kruzifix
Die Statue des Auferstandenen (Gipsfigur) mit der Fahne in der Hand hat in der Osterzeit ihren Platz auf dem Tabernakel. Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die Fahne zur Ostersymbolik.
  Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärmde-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.

Auferstandener

  Zur Weihnachtszeit ist auf dem Taber-nakel dieses Jesuskind zu sehen. Es besteht aus Gips und stammt aus dem 20.Jh. Die blaue Farbe des Gewands weist auf eine Entstehungszeit nach dem 1.Weltkrieg hin.

Jesuskind

Auch die Gipsfigur des hl.Josef mit dem Jesuskind auf dem rechten Arm und einer Lilie in der Linken dürfte aus dem 20.Jh stammen.


St. Josef


E
pitaphe

In die Seitenwände des Chores und des Kirchenschiffs sowie an den Außenseiten der Kirche sind mehrere Epitaphe eingelassen, die an die Grafenfamilie v.Sprety und an frühere Geistliche in Unterweilbach (meist Benefiziaten = Inhaber kirchlicher Pfründe / Einnahmen) erinnern. Viele Grabsteine der Spretys waren früher an der Münchner Franziskanerkirche aufgestellt und wurden nach deren Abbruch vor 200 Jahren nach Unterweilbach gebracht. 
  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.


1749

1772

1802

1804

1898

1810

1895

1925

1932

1945

 

1772

 

An der Nordseite des Altarraums befindet sich das Epitaph für Franz Johann Hieronymus Innozenz Graf von Spreti (gest. 25.4.1772). Es ist aus Grau- und Rotmarmor zusammengesetzt. Auf dem Epitaph ist ein hölzerner Wappenaufsatz mit heraldischen Motiven befestigt. Maße: 173 x 98 cm, ohne hölzernen Wappenaufsatz

An der Südseite des Langhauses ist das klassizistische Epitaph aus Graumarmor für die gräfliche Familie von Sprety eingelassen. Es ist 168 cm hoch und 74 cm breit.
Der Text lautet: Hier ruhet die hochgebohrne Frau Mar.Clemen. Gräf.v.Spreti, gebohrne Freyin v.Schurf genannt Thann. Sie starb am 22.Mai MDCCCII (1802) im LXIV (64). Jahr ihres Alters. Beweint als die beste Mutter, zärtlichste Gattin und Wohltheterin viller Leidenden. Sie war vermählt den III.Oktob.MDXXLVIII (1758) mit dem hochgeb.Herrn Sigmund Graf v.Spreti, churbayerischer Kammerer, Hofrath und St.Georgsordenes Ritter......".
An der Nordseite des Langhauses befindet sich das Epitaph für Maria Carolina von Sprety. Sie starb am 13.6.1749. Das Epitaph besteht aus Rotmarmor. Darüber neigen sich zwei Wappen zueinander. Eines davon zeigt den Baum der Spretis, das andere einen Rechen. Maße: 104 x 65 cm .
1836
An der Südseite des Altarraums ist das Epitaph für Josepha Gräfin von Sprety eingelassen. Sie starb am 21.1.1836. Das fast einen Meter hohe Epitaph besteht aus schwarzem Marmor. Im oberen Bereich enthält es ein Allianzwappen (Maße: 96 x 63 cm).
1759

An der Nordseite des Altarraums ist das Epitaph aus Graumarmor für Maria Barbara Prehanber (gest. 1759) zu finden.

An den Außenseiten der Kirche finden wir


Spreti-Grabmal

Die Grabstätte der Familie Spreti mit dem großen dreiteiligen Grabdenkmal im neugotischen Stil. Es wird überragt von einer Kreuzigungsgruppe aus Stein: Christus am Kreuz, darunter stehen Maria und der Apostel Johannes. Im mittleren Feld sind ein Engelskopf mit gekreuzten Flügeln, darunter ein mit Akanthusblättern und einer Krone verzierte Wappen der Spretis. In den beiden Außenfeldern sind die Namen der hier begrabenen Angehörigen der Grafenfamilie eingemeißelt. Sie reichen von Graf Sigmund (gest.1843) bis Joachim von Trebra-Lindenau (gest.26.8.2000). Das Grabdenkmal stammt von Prof. Endres, der 1845 den Umbau der Schlosskapelle leitete.


1802


Epitaph für Benefiziat (= Priester ohne Pfarrei) Bartholomäus Sailer (1731-1802) aus Sandstein
(Maße: 88 x 51 cm)

Epitaph für den am 13.5.1804 im Alter von 56 Jahren gestorbenen Benefiziaten Georg Braun mit Totenkopf und gekreuzten Oberschenkelknochen, Kelch, Stola, Blüten und Hostie (Kalksandstein, 75 x 35 cm)
Rautenform hat das Epitaph für das Kind Louise Sprety.
Text: Hier ruhet Louise Sprety. Töchterchen des Sign. Sprety Grafen v.Weilbach durch dessen gliebte Gattin Josephine gebohrne Freyin v.Boslar erzeugt am 19.May 1897 gestorben den 13. (31.?) März 1808."

Epitaph aus Kalksandstein für Benefiziat Georg Joseph Wandinger:
Text: Hier ruht für den großen Tag der Garben die sterbliche Hülle des Hochw.Herrn Georg Josef Wandinger, Benefiziaten in Weilbach. Er ward geboren am 7.Juny 1777, starb am 21.Nov. 1810, Friede umwehe seine Asche."
Über dem Stein ist auf dem Teilstück eines (unbekannten) Epiaphs aus Rotmarmor (38 cm) eine Kelchdarstellung zu sehen. Maße der Grabplatte: 58 x 51 cm

1836
An der Südseite des Altarraums ist das Epitaph für Josepha Gräfin von Sprety eingelassen. Sie starb am 21.1.1836. Das fast einen Meter hohe Epitaph besteht aus schwarzem Marmor. Im oberen Bereich enthält es ein Allianzwappen.
Die Form eines neugotischen Fensters mit Maßwerk hat das Epitaph für Gräfin Anna (Kalksandstein).
Text: "Hier ruhet in Frieden an der Seite seiner innigst geliebtesten Gattin Anna Gräfin von Spreti der hochwohlgeborne Herr Oscar Freiherr Ruffin, k.Kammerer und Rektor des k.Verwaltungsgerichtshofs a.D. Ritter des Verdienstordens der Krone vom hl.Michael, geb. den 17.Dez 1821 auf Schloss Weyhern, gest. den 1.Aug.1895 (?) in München. R.I.P."
1815

Epitaph für den am 28.5.1815 gestorbenen Benefiziat Joseph Anton Fritz (Kalksandstein, mit schmiedeeisernen Kreuz, Maße: 54 x 44 cm)

Das Epitaph für Franz Graf von Spreti ziert ganz oben das mit einer Krone versehene Wappen mit dem stilisierten Baum.
Text: Hier ruht in Gott der Hochgeborene Herr Franz Graf von Spreti, k.b. Kämmerer u. Oberstleutnant a.D. Ritterlicher Orden. Geb. 3.Oktob.1857 zu Unterweilbach, gest.4.April 1932 zu München - Maria Gräfin von Spreti, geb. Freiin von Freyberg, geb. zu Jetzendorf 6.Febr.1868, + zu München 25.Jan.1951. R.I.P."
Wappenförmig ist das Epitaph für den Rittmeister Adolph Graf von Spreti aus Kalksandstein. Unter dem Stein ist ein Weihwasserbecken angebracht.
Der Text lautet: "Hier ruhen der k.b.Rittmeister a.D. Adolph Graf von Spreti, geb. 21.4.1841, gest. 20.12.1925 und seine Gemahlin Karolinke Gräfin von Spreti, geb.Hartmann, geb. 29.6.1842, gest. 27.11.1915, Antonie Gräfin von Spreti, geb. 4.8.1856, gest. 7.1.1937, R.I.P."
Das Epitaph für den Generalintendanten Kurt Freiherrn Kress von Kressenstein, gest. 17.8.1945 und seine Kinder Martina (1 Tag alt) und Kurt (6 Tage alt) ist rechteckig und besteht aus Rotmarmor. Der Stein erinnert auch an Martina Braun von Kress, verwitwete Freifrau Kress von Kressenstein, geb. Gräfin von Spreti, die am 13.5.1998 im Alter von fast 98 Jahren gestorben ist. Den oberen Teil des Epitaphs schmückt der Baum aus dem Wappen der Spreti. Zum Zeichen der Trauer ist er geneigt.
1949

Aus schwarzem Marmor besteht das 60 cm hohe und 37 cm breite Epitaph für Pfarrer Dr. Josef Link (1881-1949).

 



Z
elebrationsaltar


Der Zelebrationsaltar ist eine Besonderheit. Die Tücher, die ihn umgeben, lassen ihn zunächst wie einen der üblichen Altäre aus Holz oder Stein erscheinen lassen.

Zelebrationsaltar
Ein Blick darunter zeigt aber, dass es sich um einen tragbaren Altar handelt, mit vier herausziehbaren Griffen, mit denen der Altar -wie der Name schon vermuten lässt- bei Prozessionen (denkbar bei der Fronleichnamsprozession) mitgetragen und an den Stationen als Altar verwendet werden konnte.

Tragaltar
Hinweis: Seit dem frühen Mittelalter gab es solch kleine tragbare Altäre, die altare portatile (lat. portare = tragen). Sie konnten auf Reisen mitgeführt und an jedem beliebigen Ort aufgestellt werden, um die Messe zu zelebrieren. Die einfachste Form ist der tafelförmige Tragaltar, ein geweihter und mit Reliquien versehener Altarstein, der in einem Rahmen oder in einer Holztafel eingelassen ist. Der Altarstein muss so groß sein, dass ein eucharistischer Kelch, in der Regel ein kleinerer Reisekelch mit Patene, darauf Platz finden konnte. Neben die tafelförmigen traten seit dem 11. bis in das 13. Jahrhundert kasten- und altarförmige Tragaltäre, wie in Unterweilbach. Sie haben stets einen Holzkern, in den man eine größere Zahl von Reliquien eingeschlossen hat. Viele Tragaltäre sind reich mit Goldschmiedearbeit versehen und eher Prunkaltäre, die wohl in erster Linie die Funktion eines Reliquiars hatten.


Kirchenschiff / Langhaus


L
anghausdecke


Die Decke des Kirchenschiffs und der Chorbogen sind mit Ornamentschmuck bemalt.
An der Decke ist in der Mitte eines großen Feldes ein Kreuz im Strahlenkranz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden zu sehen.

Deckengemälde
Das Gemälde wurde erst 1860 in den Stilformen des Historismus erstellt, später als "stilistisch nicht zur übrigen Barockeinrichtung passend" übermalt und schließlich 1992 wieder freigelegt.



S
eitenaltäre


Linker Altar
St.Wolfgang

Die beiden Seitenaltäre aus dem Jahr 1741 wurden erstmals 1848 und nochmals 1968 renoviert. Die letzte Restauration dauerte 40 Jahre. Schuld an der Verzögerung waren die Kosten (letztendlich 200.000 Euro), die zu tragen sich zunächst niemand bereitgefunden hatte. Seit 2008 erstrahlen sie wieder in neuem Glanz.
Die Altarbilder hingen während dieser Zeit als Einzelstücke im Chor und an der Kirchenwestwand auf der Empore. Die Assistenzfiguren standen an der Stelle der Seitenaltäre.
Auch an den Seitenaltären sind Reliquiare angebracht. Dort befinden sich Reliquien der Katakombenheiligen s.Venantius Mart., s.Tonantius Mart., s.Margaretha, ss.Caspar, Melchior, Balthasar, s.Ruperti Episcopus, s.Renantius


Rechter Altar
Hl.Familie


Linker Seitenaltar


Altaraufsatz

Das Ovalbild im Altarauszug zeigt den hl.Joachim, den Großvater Jesu, mit seinem Attribut, der Schäferschaufel in der Hand.


St.Joachim

Der kleine Engel links oben erinnert an die Schilderung im apokryphen Jakobusevangelium, wonach ihm auf dem Feld bei seinen Herden ein Engel erschienen sein soll.
Das Bild wurde im 18.Jh. in Ölfarbe auf Leinwand gemalt.

Auf dem linken Altar ein im Nazarenerstil gemaltes Bild des hl. Wolfgang in rundbogigem Rahmen.

Auf dem Bild zu sehen sind auch die beiden hauptsächlichen Attribute des Heiligen, das Kirchenmodell und die (von einem Engel gehaltene) Axt.


St.Wolfgang
Hinweis: St.Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedler-leben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, sodass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen.
  Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde. Danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten.


St.Sebastian

Als Assistenzfiguren stehen am Seitenaltar Skulpturen aus der Zeit um 1700:
- links der hl. Sebastian am Marterpfahl von Pfeilen durchbohrt,
- rechts der hl. Florian in römischer Soldatenkleidung mit Wasserschaff und brennendem Haus.

Hinweise: Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin


St.Florian

 

 

soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.  Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben.


K
rippe

In der Weihnachtszeit steht auf dem linken Seitenaltar eine kleinere, kompakte Krippe mit bemalten Schnitzfiguren. Sie wurde in Schönbrunn wohl in der Werkstätten der damaligen Anstalt (heute Franziskuswerk) gefertigt und kam um das Jahr 1950 nach Unterweilbach.
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Rechter Seitenaltar

Altaraufsatz
Im Ovalbild des Altaraufsatzes ist St.Josef dar-gestellt. Er präsentiert dem Betrachter seinen Sohn auf einem Tuch oder einer Windel. In der Hand hält er auch eine Lilie.

St.Josef mit Jesuskind
Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. Im Zusammenhang mit Josef sollen sie auf die sexuelle Abstinenz von Josef und letztendlich auf die göttliche Abstammung von Jesus verweisen.
Das Bild wurde im 18.Jh. in Ölfarbe auf Leinwand gemalt.

Mittelteil - Altarblatt und Assistenzfiguren
Auf dem Altarblatt des rechten Seitenaltars (19.Jh.) sind Mutter Anna, ihre Tochter Maria und das Jesuskind (Anna selbdritt) mit einer daneben stehenden Wiege dargestellt. 
Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt.


Anna selbdritt
Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. . Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden.

St.Georg

Die Assistenzfiguren am linken Seitenaltar zeigen links St.Georg mit dem Speer in der Hand und einem sich zu seinen Füßen ringelnden Drachen  und rechts die hl Theresia mit Schreibfeder und Buch.

Hinweise: Georg war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians und wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda enthauptet. Bei uns wird der hl. Georg vor allem als Patron der Pferde verehrt (Georgiritt). Meist wird er als Ritter dargestellt, der einen Drachen tötet.


St.Theresia

Hinweis: Nach der Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache, dem die Einwohner täglich Lämmer und später Kinder opfern mussten. Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperung des Bösen und als Teufel bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. Festtag: 23.April.
Theresia (1515-1582) war Klosterfrau bei den Karmelitinnen und erlebte eine Reihe von Visionen. Sie setzte als Äbtissin gegen viele Anfeindungen eine Reformation des Ordens durch und gründete die unbeschuhten Karmelitin-nen" mit strenger Klosterzucht. Ihre Schriften bezeugen Teresa als Mystikerin von einer nie zuvor oder danach erreichten Tiefe des Erlebens. "Das große Buch von der Erbarmungen Gottes", "Der Weg zur Vollkommenheit", "Die Seelenburg", ihre Autobiografie und mehr als 400 erhaltene Briefe begründen das ihr zugemessene Prädikat der Kirchenlehrerin. Festtag: 15. Oktober



K
anzel

Die mit Putten verzierte Kanzel stammt aus der Zeit um 1700. Auch sie war 1968 abgebaut und 40 Jahre lang beim Restaurator renoviert worden. Seit 2008 ist sie wieder an ihren alten Platz an der Nordseite der Kirche angebracht.
Der rot-blau-grau marmorierte Kanzelkorb ist fünfteilig und durch Felderungen mit Fruchtschnüren und Puttenköpfen gegliedert.

Kanzel
Der Kanzelkorb ruht auf einer rundbogigen Konsole, an deren unteren Ende eine stilisierte Weintraube als Hinweis auf das Bibelwort "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben (Joh.15,5)" hängt.
Das von zwei Pilastern eingerahmte Dorsale, die Rückwand der Kanzel ist mit einem Ölgemälde auf Leinwanduntergrund verziert. Es stellt Jesus als Guten Hirten mit einem Lamm auf der Schulter dar. Diese Darstellungen waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt. .18,12-14). In der Barockzeit, in der dieses Bild in Unterweilbach entstand, trat die von Jesus auf die Priester über-tragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. So wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.

Guter Hirte
Nach oben abgeschlossen wird die Kanzel durch den prächtigen Schalldeckel, der dazu dient, die Worte des Predigers gezielt in Richtung der Gläubigen zu reflektieren und ihr Verhallen im hohen Kirchenschiff zu verhindern. Der Deckel ist mit Quasten verziert.

Schalldeckel
Auf seiner Unterseite ist die Figur einer
silbrigen Taube angebracht. Sie ist Symbol für die Gaben des Heiligen Geistes, die den Prediger unterstützen sollen.
Gekrönt wird der Schalldeckel durch einen Sockel und ein Kreuz mit dreipassförmigen Balkenenden.
 
Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.



S
onstige Figuren und Bilder im Kirchenschiff 

An der Nordwand des Langhauses steht eine barocke Figur des hl. Johannes Nepomuk aus der Mitte des 18.Jh.
Der Heilige hält ein Kreuz in seiner rechten Hand. Der Zeigefinger seiner linken Hand deutet auf seine Lippen als Zeichen für die Verschwiegenheitspflicht des Beichtvaters.

Joh.Nepomuk
Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König Wenzel wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der auch Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gegeben habe. Das 1215 eingeführte Beichtgeheimnis hat in der kath.Kirche einen hohen Stellenwert. Der Fundort der Leiche in der Moldau wurde durch eine Erscheinung von fünf Sternen geoffenbart. Nepomuk ist neben Maria der einzige Heilige, der mit Sternen geschmückt ist. Die Verehrung von Nepomuk ist zwar schon seit 1400 nachweisbar; sie war aber nicht sehr umfangreich und zudem auf Prag beschränkt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zum Brückenheiligen. Erst als man über 300 Jahre nach seinem Tod, im Jahre 1719, bei der Öffnung des Grabes in der Prager Veitskirche die Zunge des Heiligen unverwest vorfand, hat die Verehrung an Dynamik gewonnen. Im Jahre 1721 wurde der Kult von Rom anerkannt, am 19.3.1729 folgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. Noch im gleichen Jahr wurde Nepomuk von Kurfürst Karl Albrecht zum Landespatron von Bayern (18.8.1729) erklärt. Die Jesuiten förderten die Verehrung kräftig und nach kurzer Zeit stand die Nepomukfigur auf vielen Brücken und in vielen Kirchen. Nepomuk war der Modeheilige der Rokokozeit. Festtag: 16.Mai


Kirchenbank-Wangen zur Beschreibung der Orgel zur Beschreibung der Emporengemälde zur Beschreibung der Emporengemälde zur Beschreibung der Deckengemälde zur Beschreibung der Kreuzwegbilder zur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung der St.NepomukfigurKirchenbank-Wangenzur Beschreibung der Vortragekreuzezur Beschreibung der Vortragekreuzezur Beschreibung der Kanzel  
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Kreuzwegbilder
Die Bilder der Kreuzwegstationen hat der Maler Johann Nepomuk Keis im Jahr 1785 geschaffen. Sie wur-den 1876 von Theodor Almer restauriert und im Jahr 1976 auf eine Hartfaserplatte aufgezogen. Nach Unterweilbach kamen die Bilder aber erst im Jahr 1905, als sie vom

Kreuzwegbild
Münchner Vergolder J.B. Rupprecht
angekauft wurden. Sie hängen in Neurokokorahmen im hinteren Bereich an den Wänden des Kirchen-schiffs. Der alte Kreuzweg kam übrigens nach Oberweilbach, wo er seit über 100 Jahren hängt und dort auch renoviert wurde.

Apostelleuchter
Die Apostelleuchter sind aus Holz geschnitzt. Die Haltestange hat die Form eines aus der Wand ragenden menschlichen Armes. Die Finger umfassen den eigentlichen Leuch-ter mit der Kerze.
Hinweis: Die Apostelleuchter erin-nern
an das in der Apokalypse

Apostelleuchter
(2 1,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.



K
anzelkreuz und Mater Dolorosa

Das barocke Kruzifix auf der Südseite (Kanzelkreuz) entstand um 1700.
  Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.


Kanzelkreuz
Um die Figurengruppe schweben Englein mit Leidenswerkzeugen (Lanze und Schwamm auf Ysopstange).

 

 

Hinweis zum Schwamm auf der Ysopstange:
Der 60 cm hohe Ysop ist ein aromatisch duftender Halbstrauch mit meist blauen Blüten. Er gehört zu den Mysterien-pflanzen des Altertums und wird im Mittelmeerraum seit etwa 2000 Jahren als Heilpflanze verwendet. Personen und Dinge, die mit einem Leichnam in Berührung gekommen waren, wurden mit dem Ysopbüschel besprengt. "Reinige mich mit Ysop und ich werde frei von Schuld sein" steht in der Bibel (Psalm 51,7). In der frühen christlichen Tradition war Ysop Symbol für die Taufe. Der essiggetränkte Schwamm, mit dem Jesus am Kreuz gelabt wurde, war auch auf einen Ysopstengel gesteckt. Ysop findet an vielen Stellen der Bibel Erwähnung. Bis heute weiß man aber nicht, ob es sich dabei um das selbe Kraut handelt, das wir zur Zeit unter diesem Namen kennen. Dass dem sterbenden Jesus am Kreuz Wasser mit Essig vermischt gereicht wurde, war für diese Zeit üblich. Leicht gesäuertes Wasser wurde viel getrunken. So erhielten z.B. die Soldaten auf ihren Fußmärschen größere Mengen verdünnten Weines oder Weinessigs. In der Passionsgeschichte ist deshalb davon auszugehen, dass die Soldaten Jesus das Getränk reichten, das sie gerade zur Verfügung hatten.

Unter dem Kanzelkreuz steht eine zeitgleiche Figur der Mater dolorosa, der schmerzhaften Muttergottes.
Sie ist in ein rot-blau-goldenes Gewand gekleidet. Ihr Haupt ist mit einem Kranz von 12 Sternen umgeben; in ihrer Brust steckt ein großes Schwert.
  Hinweise: Das Schwert in Marias Brust erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". Die zwölf Sterne erinnern an die Apokalyptische Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat. Sie war in der Vision vom Strahlenkranz der Sonne umgeben, über ihrem Haupte standen zwölf Sterne als Symbol für die zwölf Stämme Israels. Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeit als Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert.

Mater dolorosa


K
irchenstühle


Auch die Kirchenstühle (insges. 19 Bankreihen) mit klassizistischen Mustern am Kopf der Wange sind neueren Datums. Sie wurden jedoch nicht für Unterweilbach gefertigt, sondern erst im Jahr 1973 von der Fürstenrieder Exerzitienkapelle in München erworben.

Kirchenbankwange
In den Kirchen des Dachauer Landes gibt es an den Wangen der Kirchenstühle viele verschiedene Muster und Formen. Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...
  Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst eine Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottes-dienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt; beim Sitzen ist der Zuhörer aufmerksamer, geduldiger und ruhiger. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.



Vortragekreuze


Vortragekreuz
für Flurumgänge
An den Kirchenstühlen ist -neben zwei kleineren- auch ein schön gestaltetes großes Vortragekreuz aus der Zeit der Wende vom 18. ins 19.Jh befestigt. Der Korpus besteht aus Holz und ist in Inkarnatfassung (= fleischfarben) bearbeitet. Es wird bei Flurumgängen vorangetragen.
Ein kleineres Vortragekreuz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden auf einer Stange (rechts) wird dagegen bei den Bittgängen nach Ampermoching, Mariabrunn und Röhrmoos mitgeführt.

Vortragekreuz
für Bittgänge
                     Das dritte Vortragekreuz aus dem 18.Jh mit schwarz-weißer Bemalung der Stange wird dient dem Zug bei Beerdigungen auf dem Weg von der Kirche zum Grab. Dadurch werden die vom Priester gesprochenen Worte "Jesus geht uns voraus" sowie "Das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus sei aufgerichtet über deinem Grab" sinnfälliger.


Vortragekreuz
für Beerdigungen
Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der ver-leugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen
  Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh.



O
pferstock

Der mit Schmiedeeisen ummantelte alte Opferstock aus der Zeit des 19.Jh, der in der Nähe des Eingangs stand, ist schon seit vielen Jahren verschwunden.

Der heute verwendete kleine Opferstock an der Wand neben der Türe (Bild rechts) ist ganz aus Eisen gefertigt.

Opferstock
Die Bezeichnung Opferstock rührt daher, dass er -so wie früher in Unterweilbach- aus einem großen ausgehöhlten Holzstock besteht.
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..



E
mpore

An der Emporenbrüstung hängen zwei Bilder aus der Zeit um 1720 in barockem Rahmen, die früher in den Predellen der beiden Seitenaltäre eingebaut waren. Sie zeigen auf der Südseite den hl. Leonhard (mit Tieren, Kette und Abtsstab -südl.).

St.Leonhard
  
    St.Franz Xaver
Wen das nördliche Bild darstellt, ist nicht geklärt. Wahrscheinlich ist es der hl.Franz Xaver auf dem Sterbelager mit einem Kreuz in der Hand. Im Hintergrund ist eine Meereslandschaft zu sehen.
  Hinweise: Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission.
Leonhard
(einer der 14 Nothelfer) setzte sich als Abt für Gefangene ein. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete.  


O
rgel

Die von Max Maerz 1867 als "opus 75" in München für eine Kirche in Unterbrunn angefertigte Orgel mit 8 Registern kam im Jahre 1912 durch Vermittlung von Graf v.Spreti nach Unterweilbach. Sie besitzt eine mechanische Schleiflade.

Orgel-Brüstungswerk
 

Blasebalg
Ein Teil der Orgel ist als Brüstungswerk mit dreiteiligem Flachfelderprospekt mit erhöhten Außenfeldern im klassizistischen Stil ausgestaltet.
Noch erhalten ist der alte Blasebalg, mit dem früher (von Ministranten, Mesnern) die Pneumatik bedient wurde.
Er wird wohl erst aus dem 19.Jh. stammen, dann bis dahin war es üblich, die Orgel durch Ziehen der am Balg befestigten beiden Riemen mit Luft zu versorgen. Diese Technik wurde dann durch die Einführung des Magazinbalges und das damit verbundene Orgeltreten abgelöst. Diese Tätigkeit konnte auch von Kindern erledigt werden; meist wurden Knaben aus minderbemittelten Familien mit dieser bezahlten Arbeit bedacht. 24)
  
   
Disposition der originalen Maerz-Orgel von 1867
(nach Brenninger -Stand 1975-):
Manual (C-c''', 49): Principal 8'. Dulcian 8', Bordun 8', Gamba 8', Flöte 4',   
                          Octav 4', Mixtur 3fach2'
Pedal (C-c, 13):     Subbaß 16'angehängt.
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  Hinweis: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln ange-hören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelpros-pekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. 



Portale

Die Kirche besitzt zwei Zugänge an der Südwest und der Nordwestseite.
Beide Eingangsportale bestehen aus zweiflügeligen Türen mit prächtigen Eisenbe-schlägen (mit barocken Mustern) und alten Türschlössern, die in ihrer Funktion von modernen Sicherheitsschlössern unterstützt werden.
Der tatsächliche Zugang erfolgt aber durch das Portal an der Südwestseite.

 

Früher stand vor dem Nordportal ein zweiteiliger kastenförmiger Beichtstuhl aus der 1.Hälfte des 20.Jh.

Hans Schertl

Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
03) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topograph.-statist.Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
04) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
05) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 599, 732, 950)
06) Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
07) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
08) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
09) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
10) Georg Brenninger, Kunsttopographie der Erzdiözese München-Freising, 1982
11) Max Gruber, Für Dachau und sein Hinterland bis 1800 tätige Architekten, Bau- u. Maurermeister, Amperland 1982 (Göttschl)
12) Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
13) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
14) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986 (Straßer)
15) Georg Otteneder, Unterweilbach, 2002, 2005 (Neubau 1596)
16) Alois Angepointner, Schlösser und Hofmarken Unterweilbach und Deutenhofen, Amperland (
Brandschatzung)
17) Franz Thaler, Unterweilbach feiert 1200jähriges Bestehen, Röhrmooser Heimatblätter Okt.2004
18) Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
19) Dachauer Nachrichten vom 25.6.2002
20) Eduard Kopp in Chrismon 06.2007 (Essigwasser)
21) Dachauer Nachrichten vom 11.1.2008
22) Tilman Mittelstrass, Turmkirche, Burgturm, Schlosskapelle in Altbayern, Amperland 2011/3 u.4, 2013/1
23) Anton Straßer (gest.1752) aus Eggstett/Gericht Kling, erhielt 1739 das Bürgerrecht
in Dachau und heiratete im gleichen
     Jahr die soeben verwitwete Besitzerin der Zimmerei
Falter und übernahm auch deren Haus am Karlsberg (neue Nr.36).
     Straßer erstellte 1741 für die Kirchenerweiterung Unterweilbach den Überschlag. Er starb am 18.11.1752. Seine Witwe
     ehelichte übrigens wieder einen Zimmermeister, den Johann Wildgruber aus Andorf, der den Betrieb weiterführte und 1756
     den Pfarrhof in Mitterndorf baute.
24) Georg Brenninger, Beiträge zur Kirchenmusik des 17.Jh. in Dachau-St.Jakob, Amperland 1977

78 Bilder : Pfarrei (3), Hans Schertl (73)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

16.3.2018


Primizianteneinzug
Amperbote vom 03.08.1912

Am Sonntag fand hier unter großer Teilnahme der Bevölkerung aus der Umgebung der Einzug des hochwürdigen Herrn Primizianten, Josef Niklas aus Unterweilbach, statt, welcher sich zu einer erhebenden Feierlichkeit gestaltete. Hochw. Herr Pfarrer Spötzl von Ampermoching war in einem von der gräflich Spretischen Gutsherrschaft zur Verfügung gestellten, festlich geschmückten Wagen dem Herrn Primizianten nach Lohof entgegengefahren, woselbst auch eine Menge Radfahrer ihn erwarteten. In Ottershausen hatten sich etwa 30 geschmückte Reiter eingefunden. Nach Ankunft des Hochw. Herrn Primizianten gings in langem Zug, voran die Reiter, dann die Radfahrer, der Ehrenwagen, dem mehrere Wägen mit den Eltern und Verwandten des hochwürdigen Herrn folgten, nach Ampermoching, wo in der Kirche eine kurze Andacht erfolgte. Sodann gings nach Unterweilbach. Hier hatte sich vor der Ortschaft die Feuerwehr unter dem Kommandeo ihres Hauptmannes Blümel aufgestellt. Gegen 5 Uhr Nachmittag traf der Zug, dem sich noch Reiter aus Ober- und Unterweilbach sowie von Arzbach anschlossen, hier ein. Weißgekleidete Mädchen standen mit der ganzen Ortsbewohnerschaft an einer Ehrenpforte zum Empfang bereit. Ein Ortskind sprach ein Gedicht, und nun zog man zur Kirche. Von da gings ins Schloss, an dessen Portal die gräfliche Familie mit ihrem Dienstpersonal den Hochw. Herrn empfing; das liebliche Töchterlein des Schlossherrn trug ein Gedicht vor und dann ging es zur Schlosskapelle, wo der Herr Primiziant den Segen spendete. Hierauf wurde dieser sowie Herr Pfarrer Spötzl und die Eltern des Primizianten von der Gutsherrnschaft noch zu Kaffee und Kuchen geladen.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen
)