zur Landkreiskarte          ausführl.Beschreibg        Kirchen i.d. Gem.Petershausen

Pfarrkirche St. Peter und Paul in ASBACH



Navi-Adresse: 85238 Petershausen, Dorfstraße 5
Lage der Kirche auf der Landkarte . .
Kriegerdenkmal


Kurzbeschreibung

Der kleine Ort Asbach mit ca. 160 Einwohnern liegt an der Glonn, zwischen Weichs und Petershausen.
Die Pfarrkirche St.Peter und Paul in Asbach ist heute ein sakrales Schmuckstück, das in Bau und Ausstattung die Stilrichtungen der Romanik, Gotik, Rokoko und Neuzeit verbindet

Das Gotteshaus wurde schon im 13.Jh gebaut. Von dieser romanischen Kirche sind noch große Teile erhalten:
- das  etwa 70 Zentimeter starke Ziegelmauerwerk des
   Kirchenschiffs sowie
- die beiden unteren Geschossen des quadratischen,
   ungewöhnlich reich gegliederten und verzierten Turmes.
Die typisch romanischen Rundbogenfriese sind noch an der Außenwand und an beiden Geschossen des Turmunterbaues zu sehen.
Der achteckige Turmoberbau mit seiner schönen Zwiebel-kuppel wurde in der Barockzeit hinzugefügt.
Die Kirche ist eine Chorturmkirche, das heißt, der Chor
mit dem Hochaltar ist im Erdgeschoss des Turmes unter-gebracht. Auch diese Bauform weist auf die Zeit der
Romanik vor 750 Jahren hin, als die Kirche Zufluchtsort in Kriegszeiten war.


An der Südseite der Außenwand befindet sich ein großes Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten der Pfarrei in den beiden Weltkriegen. An dieser Stelle war früher der Eingang, der an die Westseite mit Vorhaus verlegt wurde.

Die Innenausstattung stammt im Wesentlichen aus dem
18. Jh
. Damals wurde die Kirche im Stil des Rokoko mit neuen Altären und Figuren sowie reichem Stuckwerk ausgestattet.

Bis 1960 hatte die Pfarrei noch einen eigenen Pfarrer. Seit 1994 gehört sie mit Kollbach und Obermarbach zum Pfarrverband Peters-hausen. Dazwischen wurde die Pfarrei von Kollbach aus seelsorgerisch betreut.

Innenausstattung

Im Inneren ist die Kirche ist ganz im Stil des Rokoko ausgestattet.

-  Die Decken sind mit reichem Stuckwerk überzogen (von Benedikt Heiß).
-  Der Altarraum ist von einem gotischen Gewölbe überdeckt; die Konsolen sind als Tragengel gestaltet. Zwei Gemälde in ovalen
   Kartuschen zeigen die sel.Notburga und St.Aloisius.
-  Das Kirchenschiff besitzt eine Flachdecke. An deren Rändern sind unter Stuckgirlanden in kleinen Gemälden von Josef Albrecht
   aus München, die Heiligen Elisabeth von Thüringen, Florian, Katharina und Franziskus von Assisi dargestellt (
1917, sign).

zur Beschreibung der Prozessionslaternezur Beschreibung der Kirchenbänke mit Namensschildernzur Beschreibung der Prozessionslaternezur Beschreibung des rechten Seitenaltars (Augustinusaltar)zur Beschreibung des linken Seitenaltars (Dreifaltigkeitsaltar)zur Beschreibung des Taufsteinszur Beschreibung der Kirchenbänke mit Namensschildernzur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung des Stucks am Chorbogen
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Auch die Altäre sind prächtig gestaltet, mit Säulenretabeln, Altarblättern und großen Altaraufsätzen.

-  Der Hochaltar ist Maria gewidmet (im Altarblatt bitten Maria und St.Antonius den thronenden Christus um Gnade und Segen
   für die Menschheit).
-  Auf den seitlichen Durchgängen neben dem Hochaltar stehen als Assistenzfiguren die Kirchenpatrone St.Petrus (mit dem
   Himmelsschlüssel) und St.Paulus (mit Schwert).

Der linke Seitenaltar ist der Hl.Dreifaltigkeit, der rechte dem hl. Augustinus gewidmet, die auf den Altarblättern abgebildet sind. In den Altaraufsatzbildern sind St.Barbara (links) und St.Josef dargestellt.

In die Fenster des Langhauses sind acht kleinere Glasbilder eingesetzt, entworfen und ausgeführt von Syrius Eberle aus Dachau im Jahr 1941. Sie befassen sich mit Themen aus dem Leben der Kirchenpatrone Petrus und Paulus.

An den Kirchenbänken sind noch 55 Namensschilder z.Teil aus der Zeit um 1900 zu sehen, die früher jeder Familie den selben Platz in der Kirche sicherten. Auch auf der Empore befinden sich solche Namenschilder.

Figurenausstattung
In der Kirche stehen neben den Assistenzfiguren auf dem Choraltar noch Figuren von
- der Jungfrau Maria
- St.Antonius
- St.Leonhard
und eine Christusstatue.
Im Vorraum ist eine Ölbergszene mit einer großen Christusfigur aufgestellt.

Auf der Empore mit stuckierter Brüstung steht seit 2012 eine neue Orgel.

Chronologische Übersicht

«— 1100 sagenhafte erste Erwähnung der Ortschaft   «— 19.Jh. Drehtabernakel
«— 13.Jh. Bau der Kirche (Chorturmkirche) «— 19.Jh. Chorbänke mit integriertem Beichtstuhl
«— 1315 erste Erwähnung der Kirche 1876 Renovierung
«— 1464 Incorporation ins Kloster Indersdorf (bis 1751) «— 1888 Neue Orgel
  «— 19.Jh. Drehtabernakel
«— 1580 Brand in Asbach durch Blitzschlag (auch Pfarrhof) «— 19.Jh. Chorbänke mit integriertem Beichtstuhl
«— 1630 Umbau 1876 Renovierung
«— 17.Jh. Kanzelkreuz «— 1888 Neue Orgel
«— 1686 Hochaltarblatt von Philipp Huber «— 1917 Deckengemälde von Jos.Albrecht
«— 18.Jh. Stuck von Benedikt Heiß «— 1915 Neue Orgel
«— 1717 Neue Glocke von Joh. Matthias Langenegger «— 1934 Restaurierung siehe Bericht...
«— 18.Jh. neuer Taufstein mit Figur «— 1939 Volksmission (Inschriftentafel)
«— 18.Jh. neue Kirchenbänke 1941 Innenrenovierung
«— 18.Jh. Mater dolorosa- Figur «— neue Herzjesu-Figur
«— 18.Jh. mehrere Heiligenfiguren «— Glasbilder von Syrius Eberle
«— 1757 Kreuzwegbilder «— Emporenbild von Josef Albrecht
«— 1775 Neuer Hochaltar, «— 1946 Renovierung der Orgel
«—   neue Seitenaltäre «— 1948 neue Glocke von Czudnochowsky
«— 1791 Bauschäden an der Kirche festgestellt   1975 bis 1977 - Innenrenovierung
1850 bis 1851 - Umfassende Reparaturmaßnahmen unter Jakob Hergl «— 2012 Neue Orgel


Was noch interessiert...

Gottesdienste werden an Festtagen und an jedem zweiten Sonntag gefeiert.
Die Gottesdienstordnung finden Sie hier....
Wenn Sie die Internetseite des Pfarrverbands Petershausen lesen möchten, klicken Sie hier...




Ausführliche Beschreibung mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte:  Erste Kirche  Matrikel 1315  Inkorporation 1464  Matrikel 1524  Visitation 1560
 Visitation 1584  Matrikel 1740  Beschreibung 1820  Beschreibung 1880  Beschreibung 1895
 Pfarrerwechsel 1858  Statistik  Pfarrerliste  Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben
      Renovierungen  
 
Ausstattung:
 Altarraum  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Choraltar    Chorglocke  Chorgestühl
 Chorbogen  Deckengemälde  Epitaphe  Ewig-Licht-Ampel    Fenster
 Figuren im Chor  Figuren im Schiff  Kanzel  Kanzelkreuz  Kirchenbänke
 Kommunionbank  Kreuzweg  Lochstein  Mater dolorosa  Orgel
 Opferstock  Prozessionslaterne  Sakristeiglocke  Seitenaltäre  Taufstein
   Turm  Vorhaus    


Geschichte der Kirche

Asbach (Espengehölz) soll um das Jahr 1100 als "Pfarrdorf Asbach" erstmals erwähnt worden sein (die Quelle ist mir aber nicht bekannt). Demnach hätte es schon um diese Zeit eine Kirche besessen. Die heutige Kirche wurde wohl im 13.Jh errichtet und in späteren Jahrhunderten sehr stark verändert. Noch aus der ersten Bauphase sind die Wände des Langhauses und die unteren Teile des Turms erhalten.


Beschreibung 1315 03)
In der Konradinischen Matrikel von 1315 wird die Pfarrei Asbach als "Glandorf" (Glonndorf) bezeichnet, die zwei nicht näher bezeichnete Filialkirchen hatte und Teil des Dekanats Altomünster war ("Glandorf habet 2 filias").
Georg Westermayer vertritt in seiner Bistumsbeschreibung von 1884 zwar die Auffassung, dass mit Glandorf der Ort Glonn bei Indersdorf gemeint sei, weil Asbach zu jener Zeit bereits dem Kloster Indersdorf überlassen gewesen sei. Dies dürfte aber nicht zutreffen. Im Jahr 1315 war zwar Glonn, nicht aber Asbach dem Kloster incorporiert.
Denn erst vom 16.September 1464 (bis zum Jahr 1751) gehörte Asbach zum Kloster Indersdorf (Urkunden von Papst Paul II. und vom Freisinger Bischof Johann IV.); während dieser Zeit wurde es von den Patres des Klosters seelsorgerisch betreut. Vorher hatte die Pfarrei einen eigenen Pfarrer.


Inkorporation 1464

Unter einem dieser Pfarrer, Paulus Wimsen, wurde -wie erwähnt- am 16.9.1464 (Bestätigung durch Papst Paul II.) die Pfarrei Asbach in das Stift Indersdorf inkorporiert und zwar in der Weise, dass das Stift von der Pfarrei jährliche Abgaben beziehen und nach Belieben einen Welt- oder Ordenspriester präsentieren (vorschlagen und einsetzen) durfte. Indersdorf besetzte die Pfarr-stelle auch teils mit Weltpriestern, teils mit Konventsmitgliedern. Folgende Chorherren sind als Pfarrer von Asbach überliefert:
um 1524: Wolfgang Zott

 ab 1553: Michael Angermair

 ab 1645: Augustin Weißenprunner
 ab 1658: Paulinus Geyer  ab 1673: Johann Bapt.Sturm
             (Grabstein in Asbach)
 ab 1691: Dominikus Vent (später Propst)

 ab 1691: Ambrosius Schultes

 ab 1698: Dr.Augustin Michel   
Der letzte Vikar Dr.Michel war übrigens ein namhafter Schriftsteller auf dem Gebiet des Kirchenrechts und der Homiletik (=Predigt-lehre). Er starb im Alter von 90 Jahren.

Nach seinem Tode gestattete das bischöfliche Ordinariat Freising nicht mehr, dass die Pfarrei mit einem Stiftskanoniker besetzt wird; vielmehr "verfügt der Cardinal Fürstbischof Johann Theodor durch Erlass vom 30.Sept.1754, mit allem Nachdruck, es dürfe die Pfarrpfründe Aspach nur mehr einem Weltpriester verliehen werden". Dies vergrößerte den Einfluss des Bischofs.

Eine Aufstellung der Pfarrer in Asbach finden Sie hier...


Matrikel 1524
03)
Die nächste Beschreibung der Kirche stammt aus der Sunderndorfer'sche Matrikel
von 1524. Auch darin wird auf die Inkorporation mit dem Kloster Indersdorf hingewiesen. Der Vikar aus Indersdorf für Asbach hieß damals Wolfgang Zott. Die Zahl der Filialen war auf eine, nämlich Glonnbercha, zurückgegangen. Die Pfarrei hatte 100 Communicantes, d.h., Gläubige, älter als Erstkommuni-kanten. Asbach gehörte somit zu den kleineren Pfarreien. Die Matrikel endet mit dem Hinweis, das Pfarrhaus und die dazuge-hörenden Wirtschaftsgebäude seien baufällig und bedürften der Renovierung.

Apiankarte 1568
Der Kartograph Philipp Apian bezeichnet den Ort wenig später als "Aschpach", wie Sie auf der Landkarte rechts sehen können. Damals hatte die Kirche noch einen Spitzturm, denn Apians Zeichnungen sind, wie Dr.Peter Dorner schreibt, authentische Ansichten der dargestellten Gebäude. Philipp Apian war der bedeutendste bayerische Kartograph seiner Zeit. Er wurde 1531 in Ingolstadt als Sohn des aus Sachsen stammenden Mathematikprofessors Peter Bienewitz (latinisiert:Apian) geboren und trat die Nachfolge seines Vaters an der Universität Ingolstadt an. Sein Lebenswerk war die erste Landesaufnahme des Herzogtums Bayern. 1563 schon hatte er eine erste große Karte des Herzogtums im Maßstab von ca. 1:45.000 fertig gestellt. Eine Verkleinerung dieser sehr unhandlichen Karte stellen die "24 Bairischen Landtaflen" (jeweils 40 mal 30 Zentimeter) im Maßstab von ca. 1:140.000 dar, die 1568 vom Züricher Formschneider Jost Amman in Holz geschnitten und vom Maler Bartel Refinger koloriert wurden. Die Genauigkeit der Landkarten wurde erst im 19. Jh übertrof-fen; noch Napoleon benutzte sie für den Einmarsch in Bayern.
Apian musste noch im Jahr des Erscheinens seines Werkes (1568) nach Tübingen emi-grieren, weil er "der Reformation zugetan" war. Er starb dort 1589.


Auszug aus der Karte von Apian 1568
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Visitationsbericht 1560

Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte.
Im Visitationsbericht ist im Kapitel über das Kloster Indersdorf auch die incorporierte Pfarrei Asbach aufgeführt. Das Gestühl und die Kirchenmauer werden als baufällig beschrieben. Ein Mesnerhaus war vorhanden, darin wohnte ein Mesner, der gar fleißig läutete ("Mesner ist mit dem leuthen vleissig"). An Altartüchern, Fahnen und Glocken war zwar kein Mangel; doch ein Messgewand fehlte. Immerhin wurde das Allerheiligste rituell rein behandelt, ebenso das Taufwasser und die heiligen Öle. Doch die heilige Messe wurde nicht gelesen und der Kirchendienst kaum verrichtet. Nicht nur das Äußere der Kirche war also in schlechtem Zustand; auch das kirchliche Leben war nahezu zum Erliegen gekommen - was aber offenbar weniger an den Wirren konfessioneller Ausein-andersetzungen lag, als an Pfarrer Johann Haller, der "gar alt ist und gern trinckht". Ein Kaplan, ein Gsellpriester, fehlte. Die Asbacher starteten, was man heute eine Bürgerinitiative nennen würde, beschwerten sich ("das pfarrvolkh beschwert sich zum hechsten") und baten um einen neuen Pfarrer, "damit sy nit wie die verlornen Schäfel verirrt werden". Sie möchten wieder ein religiöses Leben wie früher führen ("theten geren das besst, wies ire eltern gehalten nhaben"). Ob sie ihn bekommen haben, ist nicht bekannt. Offiziell wurde aber erst 13 Jahre später ein neuer Pfarrer ernannt.

Am 29.Mai 1580, "am Dreifaltigkeitssonntage wurde fast das ganze Dorf Aspach durch einen Blitzstrahl eingeäschert; nur wenige Häuser blieben unverletzt" heißt es in einem Bericht des Archivs des Bezirks Oberbayern.



Visitationsbericht 1584

Eine weitere Visitation wurde eine Generation später, im Jahr 1584 durchgeführt. Der visitierte Pfarrer hieß Andreas Froschmair und war schon zwölf Jahre hier. "Der Pfarrer predigt alle Sonntage, verkündet und hält die Jahrtage" heißt es. Das Pfarrvolk sei gehorsam, "allein die gewöhnlichen Opfertage besucht es nie". Die Pfarrei wird als klein bezeichnet, sie sei nicht weitläufig, zähle aber rd. 420 Kommunikanten. Die Steigerung von 100 auf 420 Gläubige innerhalb von 60 Jahren erscheint kaum glaubhaft. Vielleicht ist es ein Schreibfehler. 120 anstelle von 420 wäre zutreffender, vor allem, weil im Jahr 1738 genau 181 Gläubige vorhanden waren. Vom Pfarrhof wird berichtet, er sei vor einiger Zeit abgebrannt und werde derzeit wieder aufgebaut. Wenn Sie den ganzen Bericht lesen möchten, klicken Sie hier...

Aus dem Jahr 1630 ist endlich von einer Renovierung der Kirche zu erfahren. Nun war sie wieder gar wohl erbaut, erfüllte aber hinsichtlich der Ausschmückung noch nicht alle Wüsche der Gläubigen ("wünschen mehrer Zierung an die grossen Pfarrkhürchen" und dass man "das neu gemachte Khürchen Täfelwerch am Lankhhaus mit wenigem Malwerch zieren liesse").



Asbach um 1700


Beschreibung 1738/40
03)
Nach der Beschreibung der Pfarreien des Freisinger Bistums durch Kanonikus Josef Schmid um 1740 (sog. Schmidt'sche Matrikel) zählte Asbach - mit Piflitz und halb Glonnbercha: 181 Communikantes, also Gläubige, die zur Kommunion gehen durften (1884 waren es 226 Gläubige mit Kindern, 1938 -ohne Glonnbercha und Piflitz-:106, 1998:188 Gläubige). Sie wurden seit 1698, also seit 40 Jahren, vom Vikar Dr. August Michel, einem Professor aus dem Kloster Indersdorf, seelsorgerisch betreut.
Die Pfarrkirche wird als klein, aber sehr schön beschrieben. Sie hatte auch damals drei Altäre: der Hochaltar war den Aposteln Petrus und Paulus, die Seitenaltäre der Dreieinigkeit und der hl.Margarete sowie den Heiligen Dionysos und Augustinus geweiht. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (15.Aug.). In der Kirche stand ein Taufstein. Im Turm hingen zwei Glocken. Um die Kirche lag der Friedhof mit Beinhaus. Glonnbercha ("Glon-Percha") war auch damals die einzige Filialkirche. Das Pfarrhaus bestehe teils aus Holz und offenbare erhebliche Baumängel, schreibt Schmidt. Die Einkünfte verwalte das Kloster Indersdorf.

Aus den Jahren 1791-92 ist bekannt, dass der Maurermeister Franz Xaver Lampel aus Eisenhofen zusammen mit Zimmermeister Jakob Doll die Bauschäden (Baufälle) am Pfarrhof besichtigt haben.


Reparatur um 1819
Wegen der hohen Schäden im 30jährigen Krieg fehlte bei vielen Kirchen das Kapital für Renovierungen oder Wiederaufbauten. Die (staatliche)
Kirchenbehörde des Kurfürstentums überprüfte die Kapitalien der bayerischen Kirchen und zwang über das Pflegamt Dachau diejenigen, die noch über Kapital verfügten, zu verzinslichen und unverzinslichen Kreditvergaben für kirchliche und später auch staatliche Zwecke (z.B. Schulhausbauten). Diese Praxis wurde über viele Jahrzehnte noch nach dem Krieg beibehalten.
Die Darlehen und ihre Rückzahlungen sind in den Kirchenrechnungen verbucht. So erfahren wir manchmal aus Kirchenrechnungen anderer Pfarreien, wann in einer Kirche eine Baumaßnahme durchgeführt wurde.

In der Kirchenrechnung von Sulzrain iaus dem Jahr 1819 ist ein Kredit in Höhe von 20 Gulden an die Kirche von Asbach ausgewiesen. Das spricht dafür, dass in Asbach eine größere Baumaßnahme durchgeführt wurde. Genaueres ist mir nicht bekannt.
40)

Beschreibung 1820  37), 38)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellte im Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer 06) die ausführlichste Darstellung.
Sie wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley ohne Namensnennung von Deutinger herausgegeben.
Die Pfarrei Asbach (Ruralcapitel Sittenbach) wird darin (S.273) wie folgt beschrieben:
 
"Asbach, Säcul.Pf. (Kl.Indersdorf), Pfarrkirche: Gottesdienste: 2 Sonntage nacheinander, und an allen hohen Festtagen etc.  Patron: hl. Peter und Paul. ; Kw (=Kirchweihfest) Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (= nach 15.8.).
Glonnbercha Gottesdienst jeden 3ten Sonntag (und) an Frauenfesten etc., Patron Unsere Frau; Kw Sonntag nach Maria Geburt (8.9.)
Seelenzahl:
Pfarrei Asbach:
171 Gläubige in
29
 Häusern
Ort Asbach:
108 Gläubige in
18
 Häusern
aus dem Dorf Kollbach*:  
  15 Gläubige in
2
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std
Weiler Piflitz :   
  18 Gläubige in
 2
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Std
aus Dorf Glonbercha*:   
  30 Gläubige in
5
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Std
* = die übrigen Gläubigen der Ortschaft gehören zur Pfarrei Kollbach

Neubesetzung der Pfarrei 1858 05)
Seit der Säkularisation lag das Besetzungsrecht beim Bayerischen König. Als der Pfarrer von Asbach im Jahr 1858 resignierte (sein Amt aufgab) hat man deshalb die Pfarrei im Amtsblatt (vom 5.7.1858) für eine Neubesetzung ausgeschrieben. Der neue Pfarrer musste für den Pfarrbauernhof 1500 Gulden zahlen.
  Im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern.
Die katholische Pfarrei Aspach ist durch Resignation des bisherigen Besitzers in Erledigung gekommen. Dieselbe liegt in der Erdiözese München-Freising, im Dekanate Scheyern und im Landgerichtsbezirke Dachau; sie zählt bei 2 1/2 Stunden im Umfange 200 Seelen, 1 Filiale, hat keine Schule und wird vom Pfarrer allein pastorirt.
Die Einkünfte dieser Pfarrei betragen, vorbehaltlich der Neuherstellung der Fassion:
I.   Aus dem Ertrage der Realitäten           
II.  Aus dem Ertrage der Rechte         
III. Aus den Einnahmen von besonders bezahlten
     Dienstesverrichtungen:
       1) Bezüge von gestifteten Gottesdiensten    
       2) an Stolgebühren
IV. Aus herkömmlichen Gaben und Sammlungen
Die Lasten bestehen
I. Wegen der Staatszwecke und bes.Verhältnisse d.Pfarrei
II.Wegen des Diözesan-Verbandes

wonach sich ein fassionsmäßiger Reinertrag ergibt:

     3 fl. 46 kr. 
  631 fl. 55 kr.


    26 fl. 26 4/8 kr
    49 fl. 48 kr
    12 fl. 37 kr

     57 fl. 48 1/8 kr
       3 fl. 12 kr
-------------------
  663 fl.

Die bei der Pfarrei befindliche Oekonomie besteht in 33 Tgw (1 Tagwerk =3407 qm) 16 Dez. Aeckern , 10 Tgw. 83 Dez. Wiesen und 8 Tgw. 13 Dez. Waldung.
Zur Führung derselben werden 2 männliche, 3 weiblich Dienstboten, 2 Pferde, 2 Kühe und zum Übernahmskapital beiläufig 1500 fl. erfordert.
Bewerber um diese Pfarrei haben ihre vorschriftsmäßig belegten Gesuche binnen 3 Wochen bei der unterfertigten Stelle zu übergeben.
München den 5.Juli 1858, Königl.Regierung von Oberbayern,
Kammer des Innern, Freiherr von Zu-Rhein, Präsident.
Pruch, Sekretär

Die Pfarrei wurde übrigens durch "allerhöchste Entschließung seiner Majestät des Königs vom 25.Oktober 1858 dem Priester Math. Kammerer, Pfarrer in Wenigmünchen, Landgs.Bruck" übertragen.


Beschreibung 1880 07)

Kirche und Pfarrei Asbach sind auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und -nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg Westermayer als Buch veröffentlichten. Diese bisher umfangreichste Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts- und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der Pfarrämter.
  Geographie: "Die Pfarrei gehört zum Decanat Scheyern. Pfarrsitz liegt etwas erhöht an der Glon und einer Brücke über dieselbe. Die Pfarrei hat 226 Seelen in 33 Häusern. Davon wohnen nur 147 Gläubige (in 21 Häusern) in der Ortschaft Asbach selbst, die Übrigen in Piflitz 27 (2), in zwei Häusern von Kollbach (19) und in der einen Hälfte von Glonnbercha 33 (6); die andere Hälfte Glonnberchas gehört zur Pfarrei Kollbach. Asbach gehört noch immer zu den kleinsten Pfarreien im Dachauer Land; und sie sollte noch kleiner werden, denn die Auspfarrung von Piflitz und der 2 hierher gehörigen Häuser von Kollbach ist gegenwärtig im Gang" schreibt Westermayer, und "Der Umfang der Pfarrei beträgt 11 km. Die Wege sind schlecht."
Pfarrei: "Das Präsentationsrecht für neue Pfarrer in Asbach liegt bei Seiner Majestät dem König. Die Kirchenrechnung weist bei 1908 Mark Einnahmen und 60 Mark Lasten einen jährlichen Reinertrag von 1848 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) umfasst Grundstücke von 57 Tagwerk (= 19 ha) Fläche. Das Pfarrhaus, 1755 vom Kloster Indersdorf erbaut, ist hinlänglich geräumig, passend und trocken. Die Matrikelbücher beginnen 1673".
Pfarrkirche: "Erbauungsjahr unbekannt; restaurirt 1876. Renaissancestyl. Die Geräumigkeit ist zureichend. Baupflicht hat die Kirche. Der Thurm ist ein Achteck mit Kuppel. 2 Glocken. 3 Altäre . Keine Orgel. Pfarrgottesdienste je 2 Sonntage nacheinander, jeden 3.Sonntag in Glonbercha. Stiftungen: 3 Jahrtage, 25 Jahrmessen. Den Meßnerdienst versieht ein jeweilig von der Kirchenverwaltung aufgestellter Privater. Die Kirche hat keine Orgel, daher auch keinen Cantor und keine Kirchenmusik. Kirchenvermögen: 3.400 Mark".



Beschreibung 1895
04)

Auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale Bayern, das 1895 Prof. von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums erstellten, finden sich einige Bemerkungen über die Asbacher Kirche. Dort ist zu lesen:

 

Asbach - Kirche.
- Spätromanische Anlage, nicht näher zu datiren. Im Beginn des 18. Jahrhunderts umgestaltet. 1876 restaurirt.
- Einschiffig mit eingezogenem, rechteckigem Chor.
- Sakristei an der Südseite zum Theil an den Thurm, zum Theil an dsis Langhaus angebaut
- Vorzeichen an der Westseite. Dieses, sowie die Sakristei erst im 18. Jahrhundert erbaut
- Das Langhaus ist flachgedeckt, der Chor gewölbt Kreuzgewölbe aus dem 18. Jahrhundert.
- Stuckdecorationen. Die Umrahmung der unbedeutenden Deckengemälde mit Fruchtschnüren u. dgl., in den Füllungen
   Akanthusranken. Vgl. das obere Refectorium in Indersdorf, Weichs und die Arbeiten, welche um die- selbe Zeit von
   der Wessobrunner Schule ausgeführt wurden.
Aeusseres:
- An der Südseite eine vertiefte Blende, oben mit einem Rundbogenfries (18 Bögen) geschlossen. Aehnlich die beiden
   unteren Geschosse des Thurmes, welcher weiterhin ins Achteck übergeführt und mit einer Kuppel bedeckt ist Das
   Achteck aus dem 18. Jahrhundert.
Ausstattung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
- Innen an der Nordwand des Schiffes ganz einfacher Grabstein des Pfarrers Joh. Bapt Sturm + 1691.
-  Außen an der Südwand der Kirche Grabstein eines Priesters Paulus +1480, mit der Flachrelieffigur des Verstorbenen.
   Rother Marmor. H. 183, br. 74,5 cm. Grabstein der Brüder Wilhelm und Hermann Geroldshaus er und des letzteren
   Hausfrau Anna {geh, Neuchinger). Mit Allianzwappen. Rother Marmor. 15. Jahrhundert H. 184, br. 73,5 cm.
- In der Sakristei: Kelch, mit Blattwerk und Reliefs (Abendmahl, Oelberg, Auferstehung, Andreas, Petrus und Paulus).
   Münchener Arbeit des 18. Jahrh. H

Statistik

Pfarrei
1823:
Pfarrei mit 189 Seelen 35)
1825:
Pfarrei mit 184 Seelen 35)
1828:
Pfarrei mit 193 Seelen 35
1833: Pfarrei mit 177 Seelen 35)
1845:
Pfarrei mit 181 Seelen 35)
1862:
Pfarrei mit 226 Seelen 35)
1865:
Pfarrei mit 214 Seelen 35)
1870:
Pfarrei mit 216 Seelen 35)
1876:
Pfarrei mit 201 Seelen 35)

Gemeinde Asbach
1868:
beschrieb Heyberger in seiner Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern
         die Gemeinde Asbach wie folgt:
         " Gemeinde Asbach, 245 Einw., 85 Gebäude in 2 Orten:
           Asbach, Pfarrdorf, Dekanat Scheyern, 118 Einwohner, 14 Gebäude, 1 Kirche.
           Ebersbach, Dorf, Pfarrei Vierkirchen u. Weichs, 127 Einw., 39 Gebäude." 06)

Dorf Asbach

1831 "Asbach, Pfarrdorf an der Glon, im Landgericht Dachau und Dekanat Sittenbach,
         mit 19 Häusern und 116 Einwohnern, 1 M. und Brücke über die Glon, 2 Stunden
         von Unterbruck".01)


Pfarrverband
Seit 1. Juli 1994 ist die Pfarrei Asbach Bestandteil des neu gegründeten Pfarrverbandes Petershausen.
Bis 1960 hatte sie noch einen eigenen Pfarrer; einer der letzten war Pfarrvikar Albert Kreitmayer, über den Hr.Albert Saumweber einige Lebensdaten und den Bericht über seinen Tod am Straßenrand zur Verfügung gestellt hat.
Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...


Berichte aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben von Asbach berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Einweihungen, Priesterjubiläen, Renovierungen und von Beschädigungen der Kirchenmauer. Wenn Sie Interesse an den Berichten haben, klicken Sie hier...


Baubeschreibung

Die spätromanische Pfarrkirche St. Peter und Paul liegt etwas erhöht in der Dorfmitte im ummauerten Friedhof. Sie ist mit ihrem stämmigen, ungewöhnlich reich gegliederten Ostturm im Wesentlichen ein Bau aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich romanisch sind aber nur noch das etwa 70 Zentimeter starke Ziegelmauerwerk des einschiffigen Langhauses und die beiden unteren Geschosse des quadratischen Turmes, in dessen Unterbau sich der Altarraum befindet (Chorturmkirche).
Diese Bauform war für die Zeit des 13./14.Jh typisch. Sie diente damals auch der Sicherheit; denn ein Turm bot bei den häufigen Überfällen der damaligen Zeit einen vorübergehenden Schutz für die umwohnende Bevölkerung. Die oberen Stockwerke waren nur über einziehbare Leitern zu erreichen.Nicht vergessen werden sollte auch, dass Kirchen als geweihte Orte eine gewisse Sicherheit boten. Schließlich waren auch viele der Angreifer Christen, die eine gewaltsame Entweihung eines solchen Ortes wegen der zu befürchtenden schlimmen Jenseitsfolgen scheuten.Chorturmkirchen waren vor allem in Süd- und Westdeutschland und in Skandinavien verbreitet. In Norddeutschland, das damals konfessionell noch nicht getrennt war, sind und waren sie unbekannt. Im Landkreis Dachau gibt es zwölf heute noch bestehende Chorturmkirchen. Das ist im Vergleich zu anderen Landkreisen eine hohe Zahl. So gibt es z.B. im Landkreis Erding z.B. keine Chorturmanlagen (mehr)


Turm
Der mächtige achteckige Aufbau des Turms mit seiner lebhaften architektonischen Gliederung und der großen Zwiebelhaube kamen in der Barockzeit hinzu. Er ist im unteren Bereich (bis zur Höhe des Dachfirsts der Kirche) quadratisch. Darüber sitzt ein etwas eingezogener, ebenfalls quadratischer Teil. Dann beginnt der achteckige Teil, der von einer Zwiebelhaube mit Schindelbedeckung und einem Kreuz bekrönt wird.

Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln im alten Baiern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".
Im Glockenstuhl hängen drei Glocken mit einem Gewicht von  14, 9 und 6 Zentnern.
- Die größte, 1948 vom Schreinerehepaar Maria und Michael Christoph aus Asbach gestiftet und gegossen bei Karl Czudno-
  chowsky
in Erding, trägt neben dem Stifterdatum ein Madonnen- und ein Sankt Michaels-Bildnis. Wegen der Umstellung von
  Reichsmark auf D-Mark verlangte die Glockengießerei
als Gegenleistung die Herstellung von zwei kompletten Schlafzimmern,
  zwei Küchenschränken, zwei Tischen und vier Hockern.
- Die kleine Glocke verrät ihre Herkunft durch die Aufschrift: "Zu Gottes Ehr goß mich Langenegger anno 1717 in München"
  (Johann Matthias Langenegger, München).
Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier. .
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An der Außenseite des Turms befinden sich drei Nischen mit den geschnitzten Figuren der Kirchenpatrone Petrus und Paulus und der thronenden Muttergottes. Die Marienfigur entspricht dem Typus jenes im Dachauer Land mehrfach (z.B. Bründlkirche in Haimhausen) als Kopie verehrten Gnadenbildes im Kloster Ettal (um 1330), das dem italienischen Meister Giovanni Pisano zugeschrieben wird.


Nischen an der Außenseite: Paulus, Maria, Petrus

Noch romanischen Ursprungs ist auch ein schöner, sich über die ganze Länge der Südwand ziehender Rundbogenfries. Einen vertiefter Bogenfries, in beiden Geschossen durch Ecklisenen gefasst, findet sich auch an der Süd- und Ostseite des massigen Turmunterbaues. Das ehemalige Südportal ist heute vermauert, dort befindet sich jetzt das Kriegerdenkmal. West- und Nordfassade blieben -wie bei so vielen anderen Kirchen- vernachlässigt.

An der Südseite der Außenwand befindet sich ein großes Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten der Pfarrei in den beiden Weltkriegen. Das Relief stellt zwischen Pilastern Christus und einen gefallenen Soldaten dar.


Kriegerdenkmal

Im Rundgiebel Fahnen und Helme. An dieser Stelle befand sich früher das Eingangsportal. Die Kirche wird nun von Westen vom später angebauten Vorhaus aus betreten.


Aus älterer Zeit stammen noch an der Sakristei-Südseite zwei spätgotische Wappensteine aus Rotmarmor:
—  einer für den Priester Paulus (+1480),
—  der andere für die Brüder Wilhelm und Hermann Geroldshauser und Anna Neuchinger, der Frau des letzteren, ebenfalls aus
    dem 15. Jahrhundert. Mit Allianzwappen. Höhe 184 cm, Breite: 73,5 cm.
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Inneneinrichtung

  Innenmaße des Kirchenbaus:
—  Länge des Kirche 14,10 m (davon Kirchenschiff: 9,14 m; Altarraum: 4,96 m incl. Chorbogen)
—  Breite der Kirche: Kirchenschiff: 6,46 m; Altarraum: 3,44 m
—  Höhe: Kirchenschiff: 4,80 m; Altarraum: 5,03 m (+ 1 Altarraumstufe)


Altarraum

Der Chor- bzw. Altarraum, der durch den quadratischen unteren Teil des Turmes gebildet wird (Chorturmkirche), ist stark eingezogen und besitzt ein spätgotisches Kreuzgratgewölbe. Er ist mit reichem, spätbarocken Stuck mit Akanthusranken, Fruchtschnüren, Rosen und Engelsköpfen im Stil von Nikolaus Lichtenfurtner, Freising um 1715 geziert.

Altarraum
Der reiche Stuck wurde von Benedikt Heiß
(† 1726) gestaltet, der dem italienischem Stil folgte.
Auffallend sind die Tragengel (Hermen) an Stelle von Gewölbekonsolen. Auch die Emporenbrüstung ist mit Engelsköpfchen geschmückt.


Gewölbekonsole

Deckengemälde
Das wahrscheinlich von Josef Albrecht im Jahr 1911 (andere Quelle: unbekannter Maler aus 18.Jh) gemalte Deckenfresko stellt die selige Notburga (mit Sichel und Getreidegarbe) und den heiligen Aloisius (rechts mit Kruzifix) dar.
Die in Bayern ungemein beliebte Notburga war eine Bauernsmagd aus Tirol, die der Aufforderung des Bauern, auch nach dem Gebetläuten noch auf dem Feld zu arbeiten, nicht nachkam und die Sichel in die Luft hängte. Sie ist eine der wenigen Heiligen, die aus ganz einfachen Verhältnissen kam und kein geistliches Amt innehatte.
  
Sel.Notburga und St.Aloisius inmitten des Deckenstucks
Aloisius, Erbprinz derer von Gonzaga, gelobte schon im Alter von zwölf Jahren ewige Keusch-heit, trat 1585 gegen den Willen des Vaters in den Jesuitenorden ein. Dort widmete er sich theologischen Studien und der Krankenpflege. In zahlreichen Briefen betrieb er auch Seelsorge an Jugendlichen. Aloisius starb während einer Pestepidemie,
nachdem er sich bei der Pflege von Kranken die tödliche Ansteckung holte. Die Volksfrömmigkeit verzeichnete das Bild dieses Heiligen zu einem keuschen Unschuldsengel, der sich nicht einmal getraut habe, seine Mutter anzuschauen und Frauen nur mit niedergeschlagenen Augen begegnet sei. Dies war nicht der Fall.

Deckengemälde waren auch früher schon vorhanden. Jedenfalls erwähnt sie der Kunsthistoriker Dr.Sighart im Jahr 1855. Sie scheinen ihn aber nicht beeindruckt zu haben, denn er qualifiziert sie mit der Bemerkung "unbedeutende Gemälde" ab. Als kunsthistorisch bedeutend hebt er aber die (Stuck)Umrahmung mit Fruchtschnüren hervor, die er mit dem Stuck des oberen Refectoriums in Indersdorf und der Kirchendecke in Weichs vergleicht.


Hochaltar / Choraltar

Der viersäulige Hochaltar mit seitlichen Durchgängen, in lebhaftem Spätrokoko, mit verkröpftem, ausladendem Gebälk und großem Aufsatz mit Rundbild wurde um 1775 errichtet.

Auf den Durchgängen sind die Assistenzheiligen postiert. Mittelpunkt ist ein großes Altarblatt; in der Predella steht ein prächtiger Tabernakel.


Hochaltar
Der Vorgängeraltar soll nach München abgegeben worden sein). Das Antependium ist mit einem Kreuz verziert.


Altaraufsatz
Im runden Auszugsgemälde, das von Blütenvasen auf dem Gebälk flankiert wird, sind Gottvater auf Wolken mit der blauen Erdkugel und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube dargestellt (um 1700). Gottvater ist in ein wehendes, rotes Gewand gekleidet. Er hat die drei Finger seiner rechten Hand zum Segensgruß geformt. Dazwischen blicken drei Putten aus dem Gewölk herab.

Gottvater
Zusammen mit dem Altargemälde, in dem Christus mit dem Kreuz gezeigt wird, ergibt sich so in der Vertikalen eine Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit.
Diese Zusammenstellung war in der Rokokozeit sehr beliebt.
  Hinweise: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der Heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk., 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach).
Altarblatt
Das Altarblatt stellt im oberen Teil als zentrale Figur Christus mit einem Kreuz auf Wolken dar. Seitlich daneben kniet Maria und -ein wenig niedriger- der hl. Antonius (andere Quelle: Franziskus).
12 Englein und Cheruben umgeben die Szene.

Christus mit Maria
und St.Antonius
Beide legen für die unten angedeuteten flehenden Gläubigen Fürsprache ein. Das deutet die oben befindliche Kartuscheninschrift an: "Parce, Domine, populo tuo'' (Schone, o Herr, dein Volk).
Das Gemälde stammt von Philipp Huber aus München und wurde schon 1686 gemalt (sign).
 
St.Petrus
Als Assistenzfiguren stehen auf den seitlichen Durchgängen mit den roten Vorhängen die Kirchenpatrone, die Heiligen Petrus (mit Buch und Schlüssel) und Paulus (mit Buch und Schwert) aus dem 18.Jh. Der sog.Himmelsschlüssel, den der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, hat den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen. Die St.Petrus-Figur in Asbach hat -wie in den meisten Darstellungen dieses Heiligen seit dem 4.Jahrhundert - einen runden Kopf, einen grauen, krausen Haarkranz und einen Bart.

St.Paulus
Der hohe Drehtabernakel aus dem 19.Jh. ist an der Vorderseite vergoldet, an den Seiten marmoriert (= Holz mit Marmormaserung bemalt). Die Vorderseite ist mit einem Kelchrelief geschmückt, das einen Kelch mit Hostie (darin eingraviert ein IHS-Zeichen) im Strahlenkranz zeigt.

Tabernakel
Auf dem Tabernakel stehen Leuchterengel in Gold- und Silberfassung und dazwischen ein Christuskind mit Weltkugel aus Gips (20.Jh).
Das Tabernakelkreuz in der Nische ist mit Schmuckwerk des Rokoko verziert. Besonders prächtig sind die Kreuzbalken-Enden mit breiten Silberapplikationen gestaltet.



Chorgestühl


Chorgestühl

Eine Besonderheit ist das hochbarocke Chorgestühl aus dem 19.Jh., in das eine Beichtvorrichtung eingebaut ist: Der Beichtvater setzte sich in den Chorstuhl, die beiden Flügel wurden zu einem Dreieck nach vorne um den Beichtvater geklappt (Bild rechts).

Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.


Beichtstuhl


Kommunionbank

Auch die reich verzierte, frühere Kommunionbank ist noch -in aufgeklapptem Zustand- in der Kirche zu sehen.

Kommunionbank
Sie trennte früher unter dem Chorbogen den Altarraum und das Kirchenschiff. Sie hat nicht die sonst üblichen Docken, sondern ein schmiedeeisernes Gitter in Holzrahmen.  
 
Hinweis: Die Kommunionbänke entwickelten sich aus den Cancelli (lat.Gitter), den Altarschranken altchristlicher Kirchen, die den Gemeinderaum, d. h. das Kirchenschiff, vom Altarraum trennten. An diese Kommunionbank knieten sich früher die Gläubigen, die kommunizieren wollten. Der Priester reichte von der dem Altarraum zugewandten Seite der Kommunionbank die Hostie aus dem Kelch. Ein Ministrant hielt unter das Kinn des Gläubigen die Patene, um ein Herunterfallen der Hostie zu vermeiden. Im Rahmen der Liturgiereform um 1970 wurde die Kommunionbank in den meisten Kirchen abgebaut, um so eine Einheit zwischen dem Priester und der Gemeinde zu schaffen. Zudem ist nach herrschender Auffassung der Altar auch Tisch des österlichen Mahles; von ihm empfangen die Gläubigen die Kommunion.



Ewig-Licht-Leuchte

An der Seitenwand ist das Ewige Licht angebracht, mit einem reich verzierten vergoldeten Rokokosockel.
  Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, in dem das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet. Das Ewige Licht war vom Johanniter-Ritterorden von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht worden. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.


Ewig-Licht




Chorglocke

Chorglocke
Hinter der Sakristeitüre hängt eine große Chorglocke. Sie besitzt eine aufwändige Aufhängung mit vielen Schmuckelementen.
Die Läutestange der Glocke ist aus Metall und endet unten mit einem Kreuz als Griff.

Die Chorglocke gibt das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes. Sie wird geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.

Griff

Vor 150 Jahren befand sich in der Sakristei noch ein wertvoller Kelch, eine Münchner Arbeit aus dem 18.Jh. Er war mit Blattwerk und Reliefs von Abendmahl, Oelberg, Auferstehung, Andreas, Petrus und Paulus verziert.
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Chorbogen

Der Chorbogen ist an seiner Unterseite mit viel Stuck und Farben ganz prächtig gestaltet. Drei Rechteckfeldern mit Rosetten in den abgeschrägten Ecken sind mit ineinander verschlungenen blühenden Akanthusranken gefüllt.

Chorbogenstuck
An der Ostseite des Chorbogens, der dem Altar zugewandten Seite, sind zwischen Ranken ein Cherub und zwei Putten zu sehen, die eine Muschel halten. Die Signierung lautet: "Restauriert 1941. Wieder restauriert 1977".


Taufstein

  
Taufstein

Der vasenförmige Taufstein aus der Mitte des 18.Jh ist aus hellem Marmor gefertigt. Er steht auf einem flachen Kalksteinfuß Auf dem gewölbten Kupferdeckel steht als Aufsatzskulptur die Schnitzfigur des hl. Johannes des Täufers (mit Kreuzstab und Spruchband). In der rechten Hand hält er die Taufschale, mit der er Jesus im Jordan getauft hatte.

Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. In der Barockzeit wurde -wie hier in Asbach- auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und  geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück.  Die Worte "Ecce Agnus Dei " (Seht das Lamm Gottes) auf dem Schriftband des Kreuzstabs- sprach Johannes der Täufer (auf aramäisch), als er Jesus erstmals begegnete (Joh.1,29)


Taufsteinfigur
Johanne Bapt.


Prozessionslaternen
Am Chorbogen sind auch die Prozessionslaternen aus Messing auf hohen Stangen befestigt.
Die Prozessionslaternen wurden früher bei den Flurumgängen und Prozessionen (z.B. Fronleichnamsprozession) mitgetragen. Die eigentliche Laterne ist in in einen Metallrahmen gehängt, wo sie mit Hilfe der Schwerkraft die Bewegungen des Laternenträgers ausgleichen kann. Ein achteckiger Aufsatz mit Perforation lässt die durch die Kerze erwärmte Luft ausströmen. Oben ein krönendes Kreuz.
Die Prozessionslaternen dienen in der Regel der Zierde. Die gleiche Funktion haben sie in der Kirche von Asbach.

Prozessions-
laterne


L anghaus / Kirchenschiff

Deckenstuck


Decke im Kirchenschiff
Das Langhaus besitzt eine flache Decke über einer profilierten Hohlkehle mit vielen Stuckverzierungen mit Bandlwerk und Blütengirlanden. Besonders intensiv ist der Stuck um das sog.Heilig-Geist-Loch im Zentrum der Decke wo auch der große Kristallleuchter für die Beleuchtung des Kirchenschiffs angebracht ist. Das Loch ist mit einem Holzdeckel (mit dem Jesusmono-gramm IHS) verschlossen und von mehreren Kränzen aus Akanthus- und Blatt-bzw. Blütenmotiven umgeben. Unter der Flachdecke verläuft ringsum ein profiliertes Gesims.

Deckenstuck
  Hinweise: IHS ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden:
- als die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu;
- als die Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" mit der Bedeutung: "Jesus, Erlöser der
   Menschen"


Deckengemälde

An den Rändern der Decke sind unter Stuckgirlanden in kleinen Gemälden von Josef Albrecht, München 1917 (sign), die Heiligen Elisabeth, Florian, Katharina und Franziskus von Assisi dargestellt.

Die hl. Elisabeth von Thüringen ist im Gewand der Zeit mit Rosen dargestellt. Elisabeth speiste gegen den Willen ihres Mannes die Armen vor den Toren der Wartburg. Als er sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Festtag: 17. Nov.


St.Elisabeth


St.Florian
St. Florian wird in römischer Rüstung mit einem Wasserschaff dargestellt, das er über ein schönes barockes Haus, das dem Gebäude unterhalb der Kirche in Asbach gleicht, ausschüttet. Florian war um das Jahr 304 römischer Offizier. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. In seiner
    Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. Festtag: 4.Mai
Franziskus v.Assisi ist im Ordenskleid mit den Wundmalen an den Händen dargestellt. Vom Himmel kommt ein Gnadenstrahl herab. Franziskus entsagte allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte da-mals schon viele Bewunderer und Verehrer. Kurz vor seinem Tod 1226 erhielt er die Wundmale (Stigmata). Festtag: 4.Okt.


S t.Franziskus


St.Katharina

Katharina in grünem wallendem Gewand, mit langen roten Haaren, hält einen Märtyrer-Palmzweig und das Marterrad in den Händen. Die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausge-peitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie
    zu den belieb-testen Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne) zugerechnet. Festtag: 25.Nov.


Seitenaltäre


Linker Seitenaltar
Dreifaltigkeit
Die beiden vergoldeten und marmorierten Seitenaltäre stammen wie der Hochaltar aus dem Jahr 1775 und sind ebenfalls im Rokokostil mit zwei Säulen und zwei Pilastern unter Gebälk mit Voluten konstruiert. Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform.

Der linke Seitenaltar ist ein Dreifaltigkeitsaltar (mit St.Barbara im Aufsatzbild)
der rechte Seitenaltar ist St.Augustinus geweiht (mit St.Josef im Aufsatzbild).

Rechter Seitenaltar
St.Augustinus

Linker Seitenaltar

Altaraufsatz
Im runden Auszugsgemälde ist die hl. Barbara (mit Märtyrerpalmzweig, Turm und Kelch) halbfigurig dargestellt. Sie ist als Königstochter in ein edles Gewand gekleidet. In ihrem lockigen Haar steckt eine Blume. Um den Hals trägt sie eine Perlenkette. Ihn ihren Händen hält sie einen Kelch mit Hostie und den Märtyrerpalmzweig. Hinter ihr ist ein Turm mit drei Fenstern zu sehen.

St.Barbara
Hinweis: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Drei-einigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte,
  dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin.
Altarblatt
Das Altarblatt (Ölbild auf Leinwand) am nördlichen Seitenaltar zeigt die Dreifaltigkeit in der Glorie. Christus mit dem Kreuz, Gottvater mit dem Zepter, in dem ein Auge abgebildet ist und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube gruppieren sich um die von Engeln getragene Weltkugel. Ein Englein hält ein brennendes Herz, das die Liebe zwischen den drei göttlichen Personen symbolisiert.


Dreifaltigkeit

Die christliche Trinitätslehre (ein Gott in drei Personen) war zu Beginn des Christentums umstritten. Sie wurde in der Zeit zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) durch mehrere Konzile und Synoden entwickelt.
Der Begriff "Dreieinigkeit" betont mehr die Einheit der drei göttlichen Personen,
der Begriff "Dreifaltigkeit" ihre Unterscheidbarkeit.


Muttergottes
Auf dem Altartisch steht seit einigen Jahren eine Muttergottesfigur mit dem segnenden Jesuskind auf dem rechten Arm.
Sie zeigt Maria als Königin: Auf dem Haupt trägt sie eine Krone, in der einen Hand hält sie das Zepter und das Jesuskind präsentiert den Reichsapfel. Das sind die Insignien der deutschen Könige und Kaiser.


Rechter Seitenaltar

Altaraufsatz

Im runden Auszugsgemälde der hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit.

 


St.Josef
In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.
Deshalb wurde Josef in der Kunst der früheren Jahrhunderte bewusst als alter Mann dargestellt, um dem biblischen Bericht von der Ziehvaterschaft mehr Glaubwürdigkeit zu geben.
  Dr.Johannes Eck, der katholische Gegenspieler von Luther, erregte sich im 16.Jh.darüber, dass man Josef "beim Breikochen" abgebildet hat, um ihn als harmlosen Greis darzustellen. 39)

Altarblatt

Mittelpunkt des südlichen Seitenaltars ist ein Altargemälde mit dem auf Wolken sitzenden Christus, der ein großes Kreuz in seinem rechten Arm hält; daneben Maria und der hl. Augustinus, der Jesus ein brennendes Herz (als Zeichen seiner Gottesliebe) entgegen hält. Ein Engel hält die Mitra, ein anderer den Hirtenstab des Bischofs. Das Bild stammt aus dem 18.Jh, wurde aber zwischenzeitlich stark übermalt.


Christus mit
Maria und Augustinus

Hinweis: Augustinus ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er wurde am 13.11.354 in Nordafrika geboren. Auf allerlei Irrwegen gelang-te er zum christlichen Glauben und wurde 387 vom hl. Ambrosius in Mailand getauft. 394 wurde er zum Bischof von Hippo bei Karthago geweiht. Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der abendländischen Kirche. Er starb am 28.8.430 während der Belagerung Hippos durch den Vandalenkönig Geiserich. Eine Stelle in seinem berühmtesten Buch "Confessiones", in der seine feurige Gottesliebe zum Ausdruck kommt, verhalf ihm zum Attribut des flammenden Herzens.

Figur auf dem Altartisch
Im Rahmen der Renovierungsarbeiten von 1941 erhielt die Pfarrkirche am 28. Februar 1942 eine neue Herz-Jesu- und eine Jesuskindstatue, die der Bildhauer Schratt in München anfertigte.
Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765.


Herz-Jesu-Figur



Kanzel

Auch die Kanzel an der Nordwand stammt aus der Rokokozeit und fügt sich harmonisch in den einheitlichen Stil der gesamten Kirche ein. Der Zugang ist über die Kanzeltreppe von vorne möglich.

Der grau-rot marmorierte Kanzelkorb ist an der Vorderseite etwas vorgebaucht und durch ein farblich etwas abgesetzte Kartusche mit Rokokorahmung. Zusätzlich wird der Korb durch Rocaille-Ornamente geschmückt.


Kanzel

Der Korb ist nach unten durch eine trichterförmige Konsole abgeschlossen, an der unten eine Weintraube angebracht ist.

Diese verweist auf den Bibeltext: "Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts tun". (Joh.15,15).

Lamm Gottes auf dem
Schalldecke der Kanzel
Der Schalldeckel ist besonders prächtig in Form eines Baldachins gestaltet. An der Unterseite eine Heilig-Geist-Taube. Gekrönt wird er durch eine Darstellung des Lamm Gottes, das ein Kreuz trägt sowie zwei Engeln:einer trägt die Gesetzestafeln von Mose. Der andere spielt Posaune und hält in der Hand ein Schriftband mit dem Text: Wer aus Gott ist, höre Gottes Wort".

Der Bildtypus des Posaunenengels geht auf Papst Leo I. (440-461) zurück, der schreibt, dass von der Kanzel die Posaune des Evangeliums ertönt.

Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten.
Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.
Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der Heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk., 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach).
In der christlichen Kunst wird Christus in Anlehnung an Textstellen im Alten (Jesaja 53,7) und Neuen Testament (Joh.1, 29) schon seit dem 4. Jh. symbolisch als Opferlamm dargestellt.

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Kirchenbänke

Die Kirchenbänke (acht und neun Reihen) haben glatte barocke Wangen und stammen aus dem 18.Jahrhundert.
In ihnen sind
insges. noch 55 Namensschilder z.Teil aus der Zeit um 1900 zu sehen, die früher jeder Familie den

Namensschild
an der
Kirchenbank
selben Platz in der Kirche sicher-ten. Diese festen Plätze in der Kirchenbank waren in der Regel an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl. Solche Namens-schilder sind auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Odelz-hausen, Altomünster, Dachau, Eglersried, Ebertshausen, Taxa Einsbach-Hl.Blut, Langenpetten-bach, und Puchschlagen erhalten Aus dem Hof Scherdy stammte übrigens der Geistliche Josef Kreitmeier, der am 29.Juni 1881 in Asbach seine Primiz feierte.

Kanzelkreuz und Mater Dolorosa

Der Kanzel gegenüber, an der Nordwand, hängt das sog. Kanzelkreuz, ein Kruzifix (wohl noch aus dem 17. Jh). Die kunstvoll geschnitzte Figur von Jesus am Kreuz besitzt eine sehr gute Inkarnatfassung.
Der Körper Christi ist mit drei Nägeln an das Kreuz geschlagen. Sein bärtiges Haupt trägt eine Dornenkrone; es ist im Tod nach rechts geneigt. Dahinter ein dreistrahliger Heiligenschein, der ausschließlich den göttlichen Personen vorbehalten ist.
Unter dem Kruzifix eine Textkartusche mit dem Text: "Mein Jesus Barmherzigkeit".
Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.

Kanzelkreuz


Darunter steht auf vergoldetem Postament die Figur einer Schmerzhaften Muttergottes (mater dolorosa) aus dem 18.Jh. im Stil der sog. Herzogspital-Muttergottes in München (des Gnadenbildes in der Herzogspital-kirche in München) aber ohne Schwert in der Brust. Die Marienfigur wird von Leuchterengeln begleitet.

Dass Maria unter dem Kreuz stand, ist durch die Bibel belegt. In Joh.19,25 heißte es: "Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala".


Mater dolorosa
Missionstafel
Unter der Gruppe hängt eine Texttafel, die an die Volksmission durch Kapuzinermönche 1939 erinnert.

Hinweis: Die Volksmission geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war Teil der kath. Gegen-reformation. In Bayern wurde die erste Volksmission 1843 in Tuntenhausen von den Redemptoristen abgehal-ten. Das kirchliche Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle. Durch die Volksmission sollten die Gläubigen in den katholischen Gemeinden in einer Art Crashkurs von zehn bis fünfzehn Tagen wieder intensiver an die Sakramente, die Glaubenslehren und die

Volksmissionstafel
1939
Moral herangeführt werden. Dies geschah in der Regel durch speziell geschulte Ordensleute mit beson-deren rhetorischen Bega-bungen. Sie hielten Predigten, luden zur Beichte ein, feierten Messen und hielten zahlreiche Vorträge. Mitunter wurden die Kan-zeln in dieser Zeit sehr beansprucht, da öfter einmal harte Schläge auf die Holzeinfassung erfolgten. Im Vordergrund stand aber nicht die Förderung der christlichen Gemeinschaft, sondern das persönliche Verhältnis zu Gott nach dem Motto "Rette deine See-le". Bei diesen Volksmissionen wirkte bis zum 2.Vatikanischen Konzil noch ganz die alte Frömmigkeitshaltung des Barock nach, auch seine starre Liturgie, bald als dunkle Wucht, bald als feierliche Pracht. Christliche Verkündigung, die Lebensfülle der hl.Schrift, wurde verengt auf moralische Verbote. Damals wurden das 6.Gebot und die Kirchengebote (Keuschheit, Sonntags-gebot, Fasten und Abstinenzen) zum wichtigsten Inhalt katholischen Lebens gemacht. Tugendbündnisse und Jungfrauenkongre-gationen entstanden. Der Zulauf zu den Volksmissionen war dennoch groß. Heutzutage wird die Volksmission durch neue Formen der Schulungs- und Missions- bzw. Evangelisationsarbeit ersetzt.



Kreuzwegbilder

Im Jahre 1757 stiftete die verwitwete Müllerin Maria Lichtensternin die 44 x 30 cm großen Kreuzweg-Stationsbilder. Dieser Kreuzweg musste vom bischöflichen Ordinariat in Freising bewilligt werden.
Es handelt sich um Ölbilder auf Leinwanduntergrund. Eingefasst sind sie von prächtigen vergoldeten Rokokorahmen mit Kreuz.
(Nach Auffassung von Georg Brenninger sind die heutigen Bilder eine Kopie der alten Bilder von 1757).

Kreuzwegbilder

Die ersten Kreuzwegstationen in den bayerischen Kirchen wurden um 1750 angebracht. Die Bilder in Asbach (bzw. deren Originale) gehörten somit zu den frühesten Kreuzwegbildern unserer Gegend.

Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen.

  Hinweis: Erst zur Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten die Kreuzwegstationsbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Zunächst waren es sieben Stationen (wie z.B. an der Wolfgangskirche in Pipinsried) mit den Themen (1-Ölberg, 2-Geißelung, 3-Dornenkrönung, 4-Ecce Homo, 5-Kreuzweg, 6-Kreuzigung, 7-Kreuzerhöhung), die thematisch die ganze Leidensgeschichte umfassten. Nach und nach wurde die Zahl der Stationen auf vierzehn erweitert und thematisch auf die Ereignisse zwischen Verurteilung und Grablegung eingeengt. Von diesen vierzehn Stationen haben acht eine direkte Grundlage in den Evangelien. Die übrigen (das dreimalige Fallen Jesu unter dem Kreuz, die Begegnung mit Maria, das Schweißtuch der Veronika, der Leichnam Jesu im Schoß seiner Mutter) entstammen der Volksfrömmigkeit oder sind legendenhaften Ursprungs. Dennoch sind sie häufig Gegenstand künstlerischer Darstellungen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt



Apostelleuchter und Apostelkreuz


Apostelkreuz
An den Seitenwänden sind auch die Apostelleuchter aus Messing befestigt, mit gemalten Apostelkreuzen als Hintergrundbildern. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. 


Opferstock

An den hintersten Bänken sind die beiden relativ kleinen Opferstöcke montiert. Sie bestehen voll aus Metall. Der flachere von beiden scheint schon einmal aufgebrochen worden zu sein.

In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.

      
Opferstock alt und neu

 

Kreuzstange / Vortragekreuz

An den Kirchenbänken ist eine Kreuzstange/ Vortragekreuz befestigt.
Auf einer Holzstange sitzt über einem Nodus ein glänzendes Messingkreuz. Die dreipassförmigen Kreuzbalkenenden weisen es auf die Zeit des Historismus
.

Vortragekreuz
Hinweis: Vortragekreuze und Kreuzstangen werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg.



Figuren an den Wänden


St.Antonius
hl. Antonius mit Jesuskind im hochbarocken Stil um das Ende des 17. Jh.(andere Quelle: Mitte des 18.Jh).

Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte. Festtag: 13.Juni


Joh. Nepomuk
hl. Johannes Nepomuk (im priesterlichen Chorrock unter dem Rochett mit Kruzifix in der Hand und einem Kranz von 5 Sternen über dem Haupt) aus der Zeit um die Mitte des 18. Jh. der mit der rechten Hand auf seinen Mund deutet. Die Figur wurde 2016 renoviert.
Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König Wenzel wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der auch Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gegeben habe. Das 1215 eingeführte Beichtgeheimnis hat in der kath.Kirche einen hohen Stellenwert. Der Fundort der Leiche in der Moldau wurde durch eine Erscheinung von fünf Sternen geoffenbart. Nepomuk ist neben Maria der einzige Heilige, der mit Sternen geschmückt ist. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zum Brückenheiligen. Erst als man über 300 Jahre nach seinem Tod, im Jahre 1719, bei der Öffnung des Grabes in der Prager Veitskirche die Zunge des Heiligen unverwest vorfand, hat die Verehrung an Dynamik gewonnen. Im Jahre 1721 wurde der Kult von Rom anerkannt, am 19.3.1729 folgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. Noch im gleichen Jahr wurde Nepomuk von Kurfürst Karl Albrecht zum Landespatron von Bayern (18.8.1729) erklärt. Die Jesuiten förderten die Verehrung kräftig und nach kurzer Zeit stand die Nepomukfigur auf vielen Brücken und in vielen Kirchen. Nepomuk war der Modeheilige der Rokokozeit. Festtag: 16.Mai

St.Maria
Auf dem Altartisch steht eine Marienfigur aus dem Ende des 20.Jh. vor einem großen Strahlenkranz.
Sie gehört zum Typus Maria Immaculata, der unbefleckten Empfängnis.
Die sehr jung dargestellte Maria hält eine Lilie in ihrer Hand, das Attribut für Reinheit und Enthaltsamkeit.

Das Thema der unbefleckten Empfängnis war um die Mitte des 19.Jh sehr aktuell. 1854 verkündete Papst Pius IX. nach längerer kontroverser Diskussion der Theologen das Dogma, dass Maria wie Jesus von der Erbsünde befreit gewesen sei.

St.Leonhard
Auf Nordseite im Chor steht in einer Wandnische die Figur des in unserer Gegend vielverehrten hl. Leonhard aus dem frühen 18.Jh. Er ist in ein Mönchsgewand gekleidet und hält einen großen Abtsstab in den Händen. Sei Haupt wird von einem strahlenförmigen Heiligenschein umgeben.
Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". Am Leonhardstag, dem 6. November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen.


Glasbilder im Kirchenschiff

In den Fenstern des Langhauses sind acht kleinere Glasbilder eingesetzt, entworfen und ausgeführt von Syrius Eberle aus Dachau 1941. Diese Art von Glasgemälden soll nur im Landkreis Dachau anzutreffen sein. 
Es sind folgende Themen dargestellt:
An der Südseite                                                                                                               An der Nordseite

Petrus verleugnet Jesus (Im Hintergrund eine Kirche, oben Gottvater)
Pauli Bekehrung, 1941 gestiftet von "A. S. Asbach" (Paulus in Rüstung stürzt vor Damaskus vom Pferd)
Petri Schlüsselübergabe (Jesus übergibt dem gutgewandeten Petrus vor dem Hintergrund einer Kirche einen großen Schlüssel.
Pauli Enthauptung (Bei der legendären Enthauptung des Paulus sollen drei Quellen aus seinem Blut entstanden sein; an dieser Stelle wurde später die Kirche S. Paolo alle Tre Fontane errichtet.
Petris Fischfang (Petrus zieht ein Netz mit Fischen an Land)
Paulus tut Wunder (In Paphos ließ er den Zauberer Elymas erblinden, heilte in  Lystra einen Lahmen und erweckte in Troas einen Knaben, der während seiner Predigt eingeschlafen (!) und tödlich vom Fenstersims gestürzt war, wieder zum Leben). 
Petri Kreuzigung
(Petrus wurde auf eigenen Wunsch im Zirkus des Nero umgekehrt ans Kreuz geschlagen, da er sich nicht für würdig hielt, denselben Tod wie Jesus Christus zu sterben).
Paulus predigt.

Petri Erscheinen
, gestiftet im Kriegsjahr 1941
von Albert Kreitmayr (Pfarrer in Asbach von 1939 bis 1947)



Empore

An der Innenseite der Emporenbrüstung sind viele Buchstaben und 10 Namensschilder aus Blech zu sehen. Auch an der Unterseite der Empore befinden sich Stuckfelder.
Die Empore besitzt eine Brüstung mit drei Feldern, dazwischen und außen Cherubim, Glöckchengehänge und Rosetten in Stuck. Die seitlichen Felder sind mit Goldbrokat bemalt; im mittleren Feld ein Fresko, das musizierende Engel mit der Gottesmutter Maria und einem Schriftband "Ave Maria" zeigt.

Musizierende Engel
Das Gemälde ist mit "Jos.Albrecht 1941" signiert. Die musizierende Engel fordern die Betrachter auf, in den Lobpreis Gottes einzustimmen (Psalm 150).

Josef Albrecht aus München, der 30 Jahre vorher auch die Deckengemälde geschaffen hatte, an der Emporenbrüstung musizierende Engel. Albrecht war auch in Gundackersdorf (Deckengemälde), Ainhofen (Votivbild der Gemeinde Langenpettenbach) und in Weichs (Kreuzwegbilder) künstlerisch tätig.
  Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind.




Orgel

Heutige Orgel:

Brüstungsorgel seit 2012

Seit 2012 ziert die Kirchenorgel aus den Händen der Orgelbaufirma Johannes Führer/ München die Kirche. Es handelt sich um eine einmanualige mechanische Schleifladenorgel mit 7 Registern. Die Kosten betrugen 80.000 Euro, die gänzlich von der kleinen Pfarrei Asbach aufzubringen waren.
Von den insg. 354 Pfeifen bestehen 64 aus Holz und 290 aus Metall (Zinn-Blei-Legierung). Die größte Pfeife hat eine Länge von 2,40 m; sie ist wegen der geringen Raumhöhe auf der Empore im 90 Grad-Winkel gekröpft.
Disposition 
der Orgel: 
Manual: C-g''': Gedeckt 8', Gamba 8', Oktave 4', Gedecktflöte 4', Quinte 2 2/3',
                    Waldflöte 2'
Pedal C-d':      Subbass 16', Koppel Man.-Ped.

Der Orgel-Spieltisch besteht aus naturbelassenem Kirschbaumholz. Das Orgelgebläse und die Balganlage befinden sich außerhalb des Orgelgehäuses auf der linken Emporenseite.
Den neuen Orgelprospekt aus Fichtenholz hat man an die Brüstung verlegt. Er wurde vom Dachauer Kunstmaler Christian Huber gefasst (= bemalt). Da der Brüstungssprospekt nicht alle 354 Pfeifen aufnehmen kann, hat man die Holzpfeifen des Bassregisters an die Emporenrückwand verlegt.
Am 7.Okt. 2012 hat Weihbischof Bernhard Haßlberger die Orgel im Rahmen eines Pontifikalamts geweiht. Der Ingolstädter Kirchenmusiker Franz Hauk gab ein Orgelkonzert.

Basspfeifen
Über den Klang der Orgel hat Intonateur Andreas Pürtinger ein kurzes Expose verfasst. Wenn Sie es lesen möchten,
klicken Sie hier...


O
rgel von 1915 bis 2012:


Orgel bis 2012

Die Orgel von 1888 war 1915 so schadhaft geworden, dass sie nicht mehr repariert werden konnte. Deshalb erwarb die Kirchenverwaltung vom Orgelbauer Franz Xaver Riederer eine gebrauchte Orgel mit einem Manual (54 Tasten) und sieben klingenden Registern. Disposition: Principal 8', Tibia 8',
Gedackt 8', Oktav 4', Flöte 4', Subbass 16', Oktavbass 8'. Die Orgel war in der Zeit um 1820/30
von einem unbekannten Orgelbauer erstellt worden.
Die Kosten von 600 Mark für die Orgel und 100 Mark für den Transport teilten sich die Ortskasse von Asbach (600) und der Ökonom Andreas Mayer (50). Die alte Orgel wurde mit 50 Mark angerechnet.

Die Orgel von 1915 war keine Ideallösung. Der Orgelrevisor Ludwig Berberich schrieb in seinem Gutachten vom 26.1.2016 u.a.: "Die Intonation und Stimmung der Orgel ist sehr erschwert durch die ganz Stumpfe Akustik der Kirche, sowie durch die niedrige Decke - eine große Menge Pfeifen musste gekröpft werden; ein Teil ragt durch die Decke hindurch in den Dachraum der Kirche hinauf".

Die Frontansicht zeigte einen fünfteiligen, marmorierten neugotischen Flachfelderprospekt mit geschnitztem Zweigmotiv. Der Spieltisch mit 1 Manual lag an der Brüstung. Die Orgel war für die Empore mit 2,20 m Deckenhöhe eigentlich zu hoch. Deshalb hat man den Blasebalg in den Dachraum ausgelagert; für einige Orgelpfeifen hat man Löcher in die Decke gebohrt, andere Pfeifen wurden gekröpft, also geknickt.
1946 und 1981 wurde die Orgel renoviert. Als 2012 die nächste Restauration anstand, hat man festgestellt, dass eine neue Orgel billiger kommt. Die alte, inzwischen historische und unter Denkmalschutz stehende Orgel hat man nach Ingolstadt abgegeben, wo sie nun - wieder restauriert- die Friedhofskirche ziert.

Orgel von 1888 bis 1915:
In der Zeit von 1888 bis 1915 stand in der Kirche eine Orgel der Münchner Firma Ludwig Frosch in der Kirche.
Sie besaß 4 Register ohne Pedal und ohne Bass. Der Kaufpreis betrug 500 Mark. Sie war von minderer Qualität und hielt nur 27 Jahre. Sie wurde bei der Beschaffung der Nachfolge-Orgel für 50 Mark in Zahlung gegeben.

Orgel von 1803 bis 1888:
Die Vorgänger-Orgel, ein vierregistriges Positiv, stammte aus der Zeit um 1740 und war 1803 von dem säkularisierten Kloster Indersdorf erworben worden.


Vorhaus

Im westlich gelegenen Vorhaus befinden sich noch Reste eines barocken Ölbergs. Ein betender Jesus mit dem Tränentüchlein in der Hand kniet auf der Erde und blickt zum Ölbergengel empor, der ihm in einem Kelch eine Stärkung reicht (Luk 22,43) und ihm das Kreuz zeigt.

Eine gleiche Gruppe ist übrigens auch auf der Empore der benachbarten Kollbacher Pfarrkirche zu sehen.


Jesus am Ölberg
Hinweis: Als die Araber um 1100 Jerusalem eingenommen und den Zugang zum Heiligen Land versperrt hatten, entstanden bei uns Ölberggruppen als Andachtsstätten. Um 1500 besaß fast jede katholische Pfarrkirche in Mitteleuropa eine Ölberggruppe als Relief oder vollplastische Darstellung. Die Gruppe meist wurde an der Süd- oder Friedhofseite (Mahnung und Trost) aufgebaut. Ab 1730 lösten die Kreuzwege in den Kirchen die Ölberggruppen vor den Kirchen ab. 32)
Die Ölbergszene ist in der Bibel mehrfach genannt (Mt. 26,36; Mk.14,32 und Lk.22,39).

Das Eingangsportal besteht aus einer zweiflügeligen Türe mit noch barocken Eisenbeschlägen und zwei vergitterten Fenstern. Das Türschloss stammt aus dem 19.Jh.




Epitaphe

Epitaph 1691
Mehrere Grabsteine erinnern an frühere Geistlichen. An der Nordseite des Langhauses ist der Grabstein aus rotem Marmor für Johann Baptist Sturm in die Mauer eingelassen; er starb am 1. Juni 1691 im Alter von 48 Jahren.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist das rautenförmige Epitaph aus dunklem Stein wurde für Pfarrer Ägidius Weingartner angebracht, der am 5.Mai 1786 im 59.Lebens-jahr gestorben ist.

Epitaph 1786



Aussichtspunkt mit Lochstein

Lochstein
Zwischen Asbach und Kollbach wurde im Rahmen der Flurbereinigung in den Jahren 1990 bis 1994 ein Aussichtspunkt mit Brotzeitplatz angelegt. Er hat -von oben betrachtet- die Form eines Drachens und soll damit die unzähmbare Natur symbolisieren. Am Kopf dieses Drachens steht ein sog.Lochstein. Der Besucher kann theoretisch durch die beschrifteten Gucklöcher neun Kirchtürme der Umgebung anvisieren. In der Praxis wird diese Zahl aber nicht erreicht, weil die Büsche und Bäume seither gewachsen sind und die meisten Kirchtürme verdecken. Aber die Kirchen in Petershausen und Kollbach sind gut zu erkennen.

Durchblick

Hans Schertl


Quellen :
01) Eisenmann-Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 1831,S.609 (1831)
02) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, herausgegeben v.historischen Verein von und für Obb.-1843
03) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
04) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
05) Königl.Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Oberbayern, 1858 (Pfarrausschreibung, Neubesetzung)
06) Heyberger, Landes- und Volkskunde des Konigreichs Bayern, 1868
07) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
08) Amperbote vom 11.07.1922 (Primiz),
09) Amperbote vom 20.03.1931 (Verabschiedung)
10) Amperbote vom 20.07.1934 (Renovierung)
11) Königlich Bayerisches Regierungsblatt S.998, 1814 (Rüstungsspende)
12) Josef Bogner, 1200 Jahre Fürholzen, Amperland 1974 (Namensschilder)
13) Josef Brückl, Zur Durchführung des Zölibats, Amperland 1974/2
14) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
15) Max Gruber, Für Dachau und sein Hinterland bis 1800 tätige Architekten, Bau- u. Maurermeister, Amperland 1982 (Lampel)
16) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
17) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
18) Gerhard Hanke / Wilhelm Liebhart, Der Landkreis Dachau, S. 126, 1992 (Erding)
19) Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
20) Dr.Georg Brenninger in Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte und Kultur, 2000
21) Dachauer SZ / Dachauer Neueste vom 5./6.April 1997
22) Dachauer Nachrichten vom 27.8.2001, 3.9.2012 (Orgel)
23) Augsburger Postzeitung von 1873 S. 1595 (Pfr.Fuchs)
24) Hans Kornprobst, Die in Indersdorf inkorporierten Kirchen, Amperland 2004/2
25) Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
26) Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
27) Dachauer SZ / Dachauer Neueste vom ?.?.2001
28) Dachauer SZ / Dachauer Neueste vom 9.8.2006,
29)
Dachauer SZ v.5.10.2012 (Orgelneubau)
30) Franz Hauk, Zur Geschichte der Orgel in Asbach, unveröffentlicht, 2012
31) Dr.Thomas Horst, Gericht und Herrschaft in Bayern, aus dem Buch Fürstliche Koordinaten, 2014 (Apian)
32) https://de.wikipedia.org/wiki/Ölberggruppe, Zugriff 2016
33) Dachauer SZ v. 1./2.9.2012,
34) Erwin Schmid, Festschrift zur Orgelweihe am 7.Okt.2012 (Orgel)
35) Schematismus der Erzdiözese München u. Freising, 5.Decanat Dachau, 1823-1870( Statistik)
36) Hochfürstlich-Freysingischer Hof- und Kirchenkalender 1743 (Pfr.Braun) und 1801 (Pfr.Ring)
37) Martin von Deutinger, Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, 1820
38) Peter Pfister, Von Arbeo zum Internet, Katalog zur Ausstellung "75 Jahre Diözesanarchiv Mch/Freising", 1999
39) Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters, 1919, S. 267, ISBN 978-3-15-020366-8 (Brei)
40) Georg Werner, Ortschronik des Pfarrsprengels Ampermoching, 2018
(Kredit für die Kirche)

90 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

12.3.2018


Pfarrer von Asbach

Name
von-bis
<=früher >= später
Name
von-bis
   

 

 

Anton Braun 36)
<1743>
Paulus Wimsen
<1464>
Ägidius Weingartner 59 Jahre   36)
<1757-1786>
Wolfgang Zott -Vicar-
<1524>
Sebastian Ring 36)
<1793-1801>
Michael Angermair -Vicar-
ab 1553>
Anton Ans. Wibmer 35) Benediktiner
(*2.5.1772 in Moosbg, Weihe 22.9.1799)
<1814-1835
Johann Haller -Vicar-
1560
Barth.Groß 35)
(*2.8.1800 in Straubing, Weihe 8.10.1822)
1836-1840>
Andreas Froschmair
(Weihe 1573)
 1572-1584>
Andreas Boltin 35)
(*26.11.1792 in Kärnten, Weihe 22.9.1823)
<1845-1858
Math. Kammerer 35) (vorh. Wenigmch.)
(*20.11.1810 in München, Weihe25.11.1845)
1858-1862>
Augustin Weißenprunner -Vicar-
1645-1657
Jos.Kißlinger aus Freising Pfarrvicar 35)
(*16.4.1822 in München, Weihe:29.8.1846)

1863
Paulinus Geyer -Vicar-
1658-1673
Joh.Baptist Fuchs 35)
(*5.4.1817 in Hetzles, Weihe 5.8.1833)
(danach Dachau) 23)
1864-1873
Joh.Baptist Sturm -Vicar-
1673 -1691
Andreas Hörl aus Schalldorf/Grafing 35)
(*14.2.1818, Weihe: 1.8.1847)
1874-    
Dominikus Vent (später Propst in Indersdorf)
1691
Weinmüller
1922-1931
Ambrosius Schultes -Vicar-
1691-1697
Albert Kreitmayer Pfarrvikar 35)
(*28.10.1881 in Griesstätt, Weihe 29.6.1905)
  1939 -1947
Dr.Augustin Michel -letzter Vicar-
 1698-1738>
 


..................................................................................

Bericht über die Pfarrvisitation in Asbach im Jahr 1584/85
durch einen Beamten des herzoglichen Rentmeisters

Andreas Froschmair, zwölf Jahr Pfarrer in Aspach, Anno 1573 ist er zum Priester geweiht worden, zu Freising ordiniert.
Der Dekan amtiert zu Hirtlbach und ist zum Dekanat tauglich. Die Priester kommen im Generalkapitel zusammen. Um ihrer Verbrechen wegen straft der Dekan sie mit Worten.
Am Samstag ist (in Aspach) weder eine Vesper noch ein Salve. Die Pfarrei zählt bei 420 Kommunikanten. Der Pfarrer predigt alle Sonntage, verkündet und hält die Jahrtage.
Er hat eine kleine Pfarrei, sie ist nicht weitläufig. Durch eine Feuersbrunst ist er einmal ins Verderben gekommen. Zur Pfarrei gehört die Filiale Glonbach. Der Pfarrhof ist ziemlich bei Bau. Nach Freising hat der Pfarrer 14 Scheffel Getreide als Absent (Abstandsgebühr) zu geben. Er hat ein gehorsames Pfarrvolk, allein die gewöhnlichen Opfertage besucht es nie.

Der Pfarrer hat seine Konkubine noch bei sich mit den gemeinsamen fünf Kindern. Das jüngste ist fünf Viertel Jahre alt. Er, der Pfarrer, kann die Köchin nicht auszahlen (abfinden). Der Amtmann Schrankh aus Indersdorf hat erst vor vier Tagen die Köchin gesucht, sie aber nicht gefunden. Sie hält sich in einem besonderen Hause auf. Wollte Gott, dass der Pfarrer es vermöge, dass sie von ihm wegziehen könne!
Dem Schergen hat der Pfarrer von Zeit zu Zeit ein Schütt Stroh oder sechs gegeben, nicht aber wegen der Köchin.
Der Scherge kennt die Köchin nicht. Sie hat ein heimliches Behältnis (Versteck), worin sie sich verbirgt.

  Hinweis: Berichte über das mangelnde Einhalten des Zölibats in früheren Jahrhunderten werden heute teils schockiert, teils belustigt zur Kenntnis genommen. Doch man sollte für die damalige Zeit nicht die heutigen Maßstäbe anlegen. Zwar wurde das Zölibat 1139 für die gesamte kath.Kirche erlassen, doch bis zum 30jährigen Krieg war es jedenfalls bei uns üblich, dass die Pfarrer mit einer Frau zusammenlebten und Kinder hatten. Dies wurde vom Volk anerkannt und vom Bischof (der selbst Konkubinen hatte) toleriert. Erst durch die Reformation, die den evang.Priestern das Heiraten erlaubte, änderte sich die Einstellung. Aber nicht die Bischöfe, sondern die bayerischen Herzöge setzten sich für die Einhaltung des Zölibats ein und sorgten sich um die Erhaltung des rechten Glaubens. Nach dem 1583 vom Papst erlassenen Mandat "Contra Clericos Concubinarios", waren die Landesherren befugt, nach den "Beischläferinnen" der Pfarrer zu fahnden und sie aus den Pfarrhäusern zu vertreiben. Die Visitation 1584 war u.a. eine solche Fahndung. Oftmals zogen die Frauen mit den Kindern für die Zeit der Visitation zu Verwandten.

Quelle:
Josef Brückl, Zur Durchführung des Zölibats, Amperland 1974/2

Zum Klang der neuen Asbacher Kirchenorgel 34)
von Andreas Pürtinger, Intonateur

"Nicht die Orgeln von beachtlichem Ausmaß sind die größte Herausforderung für einen Intonateur, sondern die von geringem Format." Diesen Satz hat vor vielen Jahren einmal ein großer Orgelbauer und Intonateur zu mir gesagt, den ich sehr geschätzt habe. Und wie recht er gehabt hat. Wie viel Überlegung und Abwägen in der klanglichen Gestaltung einer kleinen Orgel steckt, zeigt sich in dieser herrlichen behaglichen Dorfkirche von Asbach. Die Raumakustik reagiert hier sehr different auf jeden einzelnen Kirchenbesucher. Dies bedeutet, es sollte ein Musikinstrument geschaffen werden, das bei locker besuchtem Raum leicht und filigran klingt, bei vollbesetztem aber den Gemeindegesang kraftvoll zu führen vermag. Gesagt, getan.

Stilistisch angelehnt ist das Instrument nun an den typischen bayrischen Dorforgeln. Mitte bis Ende des 19.Jh. Dies bezieht sich natürlich auch auf die frühromanisch angelegte Klanggestaltung, die im Kern ihren Ursprung von dem berühmten bayerischen Hoforgelbauer Franz Borgias Maerz hat. Die Grundregister Gedeckt und Gamba 8', sowie der Principal 4' in Fugaramensur sind hier besonders zu erwähnen. Durch sie wird der Grundklang mächtig und warm. Um der lebensfrohen Leichtigkeit des barockisierten Kirchenraums Rechnung zu tragen, geben die eher barock intonierten Register Quinte 3' und Waldflöte 2' dem Orgelklang festlichen Glanz. Diese lassen sich in Bass- und Diskantlage geteilt registrieren und ermöglichen somit die ausdrucksvollen Akzente der Melodiestimme. Diese farbige und äußerst vielseitige Disposition wurde von dem Orgelsachverständigen, Herrn Dr. Hartmann, ausgearbeitet.
Um dem vielfältigen Orgelwerk ausreichendes Bassfundament zu geben befindet sich an der Emporenrückwand das in diesem Falle, sehr großzügig mensurierte Bassregister Subbass 16'. Es wird auch bei gefüllter Kirche fundamental zu hören sein, ohne für die Gläubigen auf der Empore unangenehm zu wirken.

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Kurz-Beschreibung von Asbach 1843   02)
vom historischen Verein von und für Oberbayern

"Aspach oder Aschbach gehörte sammt der Pfarr Aspach und der Filialkirche Glonpercha schon im 14ten Jahrhundert zum Kloster Indersdorf. Späterhin, 1694-95, gab Churfürst Max Emanuel dem Kloster für diesen Ort die Niedergerichtsbarkeit, und für beide Gotteshäuser zu Aspach und Glonberga auch den Kirchensatz, und machte Aschbach zu einer wirklich geschlossenen Hofmark, weil das Kloster das demselben gehörig gewesene St.Anna-Kirchlein zu München auf dem Kreuz an die dorthin verpflanzten Salesianer-Nonnen überlassen hatte. Zur Zeit der Klösteraufhebung wurde Asbach mit den Indersdorfer Kloster-Realitäten an einen Oekonomen verkauft. Wahrscheinlich ist dieses vormals im Landgericht Cansperg, dermal aber im Landgericht Dachau entlegene Aspach identisch mit dem Ort Aspach, aus welchem Pfalzgraf Friedrich, des Herzogs Otto I. von Bayern Bruder, Güter an das Kloster Indersdorf vermachte (M.f.Indersdorf), gelegen an der Glon oberhalb Kolbach und unterhalb Indersdorf. Die Pfarre gehört dermal unter das Decanat Scheyern und ist den Aposteln Peter und Paul geweiht, die Filial U.L.Frau zu Glonberga aber in der Gemeinde Kolbach."

 

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Berichte aus dem Pfarrleben von Asbach