zur Landkreiskarte        ausführl.Beschreibung       Kirchen i.d.Gem.Röhrmoos

Filialkirche St. Johannes u. Paulus in ARZBACH

   

Adresse: 85244 Röhrmoos, Römerstraße 9
Lage der Kirche auf der Landkarte . .


Kurzb
eschreibung

Arzbach verdankt seinen Namen jenen Eisenerzvor-kommen, die schon im frühen Mittelalter aus dem südlich des Ortes vorbeifließenden Erzbach abgetragen wurden.
Der Ort und die Kirche wurden am 16. Juni 779 erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte eine Frau namens Hroadsuuind eine der Gottesmut-ter Maria geweihte Kirche in "Aruzzapah" dem Bistum Freising.

Die Filialkirche St.Johannes und Paulus gehört zur Pfarrei Pellheim und zum Pfarrverband Dachau.
Sie steht am südlichen Ende des Straßendorfes inmitten eines kleinen Friedhofs und ragt wegen des niedrigen Turms kaum über die umgebenden Häuser hervor.


Ministrantenglocken

Der jetzige Kirchenbau entstand schon im 13. Jh. und soll der Sage nach auf den Fundamenten eines römischen
Wachturmes stehen.

Das in seiner Einfachheit fast archaisch anmutende Gotteshaus ist ein verputzter Ziegelbau (Mauerstärke ca. 1 Meter) mit noch unverändertem Grundriss: ein einschiffiges, ziemlich kurzes, flachgedecktes Langhaus mit stark eingezogenem, rechteckigem Chor im Osten unter dem Turm (Chorturmanlage).

Inneneinrichtung

Der mit einem Kreuzgratgewölbe versehene Altarraum ist durch einen einfachen Rundbogen vom Langhaus getrennt.
Der Choraltar füllt fast den gesamten Raum aus. Auf dem Altargemälde sind die Wetterheiligen Johannes und Paulus (aus der Zeit um 300) dargestellt. Maler war Anton Huber d.Ä. aus Dachau (1849).

Das Langhaus ist ein schlichter, flachgedeckter Raum von bescheidenen Ausmaßen (7 mal 5 Meter).

An der Wand des großen Chorbogens sind mehrere Figuren angebracht:
In der Mitte über dem Bogen eine Kreuzigungs-gruppe mit einem noch aus gotischer Zeit stammenden Kruzifix, der im Schmerz versunkenen Muttergottes (mater dolorosa) und dem Apostel Johannes (rechts), der hinauf blickt zum Gekreuzigten (16.Jh).

An der Stelle der bis in die 1980er Jahre vorhandenen Seitenaltäre stehen Figuren der
Muttergottes (mit Kind) und des Apostels
Andreas
(mit Andreaskreuz).


zur Beschreibung der Madonna bitte klickenzur Beschreibung der Kreuzigungsgruppezur Beschreibung der Andreasfigur bitte klickenzur Beschreibung des Altarraumszur Beschreibung des Kreuzwegszur Beschreibung der Kreuzstange
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Die Ausstattung besitzt nach Meinung des Kunsthistorikers Gottfried Weber zwar nur "lokalen Kunstwert";
sie sei aber in ihrer Schlichtheit beeindruckend.

Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...


Beschreibung der Kirche
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte:  Erste Kirche 779  Matrikel 1315 u.1524  Visitation 1560  Matrikel 1738  Beschreibung 1855
   Beschreibung 1874  Beschreibung 1895        
 Ausstattung:  Altarraum  Baubeschreibung  Choraltar  Empore  Kirchenschiff
   Kirchenbänke  Kreuzweg  Kreuzigungsgruppe    Seitenaltäre
   Turm         

Arzbach verdankt seinen Namen den Eisenerzvorkommen, die schon im frühen Mittelalter aus dem südlich des Ortes vorbeifließenden Erzbach abgetragen wurden. Dies bestätigen Funde aus Eisenschlacken. Nördlich des Orts, in Richtung Schillhofen, weisen zwei Hügelgräber auf Ansiedlungen in vorchristlicher Zeit hin.
Bemerkenswert ist die Aussage des Historikers Ludwig Westenrieder, ihn habe "die schöne Aussicht bei Arzbach zu Thränen gerührt".

Geschichte der Kirche


Erste Kirche

Der Ort und die Kirche in Arzbach wurden am 16. Juni 779 als Aruzzapah erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte eine Frau namens Hroadsuuind (die Gattin des Frumolt) eine der Gottesmutter Maria geweihte Kirche in Aruzzapah dem Bistum Freising. Die Kirche sei von einem Maio gegründet worden, heißt es in der Urkunde, in der übrigens auch die Kirche in Großinzemoos erstmals genannt ist. (.. zum Bild der Originalurkunde von 779..).
28 Jahre später, im Jahr 807, erhielt der Bischof weiteren Besitz "zu Aruzapach" von dem Edlen Altman (Urkunde von 807...).


Die Kirche von Arzbach des 8.Jh. war somit eine Eigenkirche des Frumolt, die dieser auf seine Kosten und auf seinem Grund errichten ließ. Damals gab es noch keine Pfarreien. Bonifatius war erst 25 Jahre tot. Die Bischöfe versuchten allmählich eine Organisation zur Pastorisierung ihres neuen Bistums aufzubauen und ihr Augenmerk richtete sich praktischerweise auf die schon vorhandenen Privatkirchen. Deshalb versuchten sie diese adeligen Eigenkirchen an sich zu ziehen. Oftmals weihten sie solche Kirchen (nach Errichtung oder nach Umbau) nur, wenn der Eigentümer versprach, sie spätestens nach seinem oder der Ehefrau Tod dem Bistum zu überschreiben. Auf der Grundlage dieser Kirchen konnte der Bischof allmählich eine Seelsorgestruktur aufbauen, die in späteren Jahrhunderten in eine Pfarreistruktur überging.



romanisches Bogenfries auf der Nordseite

Der heutige Bau der zur Pfarrei Pellheim gehörenden Filialkirche St. Johannes und Paulus dürfte im 13. Jh. entstanden sein. Er soll der Sage nach auf den Fundamenten eines römischen Wachturmes stehen. Für sein Alter sprechen zum einen die romanischen Bogenfriese auf der Nordseite.

Zum anderen handelt es sich hier in Arzbach um eine Chorturmanlage, die in der Kunstepoche der Romanik (bis 1300) allgemein sehr beliebt war. Das Erdgeschoss des Turmes bildet den Altarraum. Dies hat zur Folge, dass zum einen der Turm im Verhältnis zum Kirchenschiff recht groß und massig wirkt und dass zum anderen der Altarraum dennoch relativ klein ist. Die Kirche bestand damals nur aus dem Turm; es war also eigentlich eine Turmkirche. Die Höhe war notwendig, weil eines der Merkmale dieser Anlagen das Vorhanden-sein eines oder mehrerer Obergeschosse ist. Dieses Obergeschoss diente in Friedenszeiten als Lagerraum für Getreide und Früchte, also für Lebensmittel, die die Bevölkerung als Kirchenzehent abzuliefern hatte. Dafür sprechen nicht nur schriftlich überlieferte Belege, sondern auch Spelzen, Getreidereste und Nussschalen, die man in einigen dieser Kirchtürme bei Renovierungen gefunden hat. In weniger friedlichen Zeiten diente die Chorturmkirche auch der Sicherheit; denn sie war eine Art Wehrturm und bot bei den häufigen Überfällen der damaligen Zeit einen vorübergehenden Schutz für die umwohnende Bevölkerung. Die oberen Stock-werke waren nur über einziehbare Leitern zu erreichen. Relativierend ist zu sagen, dass im 12./13. Jh die Landbevölkerung nicht nur in den um die Kirchen herum gewachsenen Dörfern siedelte, sondern in vielen einzelnen Höfen und kleinen Hofgruppen. Diesen Menschen konnte die Turmkirche nur Schutz bieten, wenn sie schneller waren, als die heranrückenden Feinde. Nicht vergessen werden sollte auch, dass Kirchen als geweihte Orte eine gewisse Sicherheit boten. Schließlich waren auch viele der Angreifer Christen, die eine gewaltsame Entweihung eines solchen Ortes wegen der zu befürchtenden schlimmen Jenseitsfolgen scheuten. Turmkirchen waren vor allem in Süd- und Westdeutschland und in Skandinavien verbreitet. In Norddeutschland, das damals konfessionell noch nicht getrennt war, sind und waren sie unbekannt. Im Landkreis Dachau gibt es zwölf heute noch bestehende Chorturmkirchen. Sie alle sind aus Turmkirchen durch den Anbau eines Kirchenschiffs zu Chorturmkirchen geworden. Lediglich im Unterweilbacher Schloss besteht noch die frühere Turmkirche, auch wenn sie inzwischen vom Schloss umgeben ist.



Freisinger Matrikel 1315 und 1524 
01)
In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist die Kirche unter der Bezeichnung "Ertzbach" enthalten. Damals hatte sie noch keinen Friedhof.
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird sie als "s. Egidii ac Joannis et Pauli in Artzbach" erwähnt.
Damals war also Maria schon nicht mehr Kirchenpatronin; das Patrozinium war in den vergangenen 750 Jahren zu St.Ägidius und Johannes und Paulus gewechselt. (1560 war dann nur noch von den Patronen Johannes und Paulus die Rede, 1738 war Ägid wieder dabei, seit 1874 fehlt er).


Visitationsbericht von 1560  12)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Pellheim ist auch Arzbach kurz erwähnt. Die Filialkirche "St.Johannes et Paulus in Ärtztpach" wird als guter Bau beschrieben ("das gottshauß ist bei guetem paw"), der alle Kirchenzier besitze ("hat sonst alle kirchenzier"). Ein Sakramentshaus fehle. Auch ein Mesnerhaus gebe es nicht (wahrscheinlich war einer der Gütler der Mesner). Das Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) bestehe aus jeweils einem Metzen (= 37 Liter) Roggen und Hafer ("khorn und habern") sowie 2 1/2 Pfund Wachs. An liturgischen Geräten seien vorhanden: Ein Kelch mit Corporale, 1 Messbuch, ein Liturgiebuch und ein Messgewand ("ain meßgwandt"). Zur Kirche sei eine Wochenmesse gestiftet, die aber nur unzuverlässig gehalten werde ("hat ain gestiffte wochenmeß, wirt mit unfleiß verricht"). Der Bericht endet mit dem Satz: "Sonst kain mangel".
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 über die Visitation der Pfarrei Pellheim (in heutigem Deutsch) lesen möchten,
klicken Sie hier...


Arzbach auf der Landkarte von Apian 1568

Der Kartograph Philipp Apian bezeichnet den Ort wenig später als "Aertzbach", wie Sie auf der Landkarte rechts sehen können.
Philipp Apian war der bedeutendste bayerische Kartograph seiner Zeit. Er wurde 1531 in Ingolstadt als Sohn des aus Sachsen stammenden Mathematikprofessors Peter Bienewitz (latinisiert:Apian) geboren und trat die Nachfolge seines Vaters an der Universität Ingolstadt an. Sein Lebenswerk war die erste Landesaufnahme des Herzogtums Bayern. 1563 schon hatte er eine erste große Karte des Herzogtums im Maßstab von ca. 1:45.000 fertig gestellt. Eine Verkleinerung dieser sehr unhandlichen Karte stellen die "24 Bairischen Landtaflen" (jeweils 40 mal 30 Zentimeter) im Maßstab von ca. 1:140.000 dar,


Auszug aus der Karte
von Apian 1568
die 1568 vom Züricher Formschneider Jost Amman in Holz geschnitten und vom Maler Bartel Refinger koloriert wurden. Apian musste noch im Jahr des Erscheinens seines Werkes (1568) nach Tübingen emigrieren, weil er "der Reformation zugetan" war. Er starb dort 1589.

Neuer Seitenaltar 1630
Im Jahr 1630, kurz bevor der 30jährige Krieg unser Gebiet erreichte, haben der Bildhauer Constantin Pader und der Maler Christoph Pfab einen neuen linken Seitenaltar erstellt.
Mehr über Constantin Pader, der übrigens Baumeister der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum war, erfahren Sie hier. .

Wallfahrten und Bittgänge
Aus dem Jahr 1730 ist bekannt, dass die Arzbacher alljährlich nach St.Benno in München (= Frauenkirche) gewallfahrtet sind, mit Sängern und Fahnenträgern, die dafür ein Entgelt von insgesamt 45 Kreuzern erhielten. Das Vermögen der Kirche hatte damals übrigens 429 Gulden betragen.
  Die Verehrung des hl.Benno in Bayern entstand erst im 16.Jh im Zusammenhang mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis 1106 in Meißen als Bischof gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre der Altäre gehoben. Luther verurteilte diese Heiligsprechung in seiner Schrift "Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden" aufs Schärfste. Als Sachsen 1539 protestantisch wurde, öffnete man das Grabmal Bennos und warf seine Gebeine in die Elbe. Allerdings behauptete der letzte Bischof von Meißen, der später übrigens selbst die evan-gelischen Konfession annahm, vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien, das Messge-wand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht zu haben. Sie wurden 1576 (wohl gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis dem bayerischen Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler Wallfahrer aus dem bayerischen Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher seine Patronate für München und Altbaiern sowie seine Funktion als Wetterheiliger.

Matrikel 1738/40 01)
Die erste detaillierte Beschreibung der Kirche ist der Schmidt'schen Matrikel enthalten, die der Freisinger Kanonikus Schmidt in den Jahren 1738 bis 1740 erstellt hat. Danach war die Kirche "ss.Joannis et Pauli atque Aegidii" ein unansehnlicher Bau mit zwei Altären. Der Hauptaltar hatte die Märtyrer Johannes und Paulus, und den hl.Abt Ägidius zum Patron, der andere Altar die Heiligen Sebastian und den Einsiedler Antonius. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei Glocken. Die Messgewänder bewertete Schmidt als dürftig und billig. Die Beschreibung endet mit dem einzige Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses wirdet diser Zeit yber 300 fl. (Gulden) nit betreffen". Das bedeutet, dass man innerhalb eines Jahrzehnts vor dem Besuch von Schmidt 130 Gulden ausgegeben hat. Interessant ist, dass das Patronat jedenfalls bis 1740 neben Johannes und Paulus auch St.Ägidius umfasste, und zwar 1524 an erster und 1740 an zweiter Stelle.


Ausschnitt aus der Karte von
Georg Philipp Finckh von 1655

35 Jahre nach der abschätzigen Bewertung durch Kanonikus Schmidt, im Jahr 1775, wurde die Kirche trotz des relativ geringen Vermögens renoviert.

Beschreibung Arzbachs 1844 27)
im Oberbayerischen Archiv für vaterländische Geschichte
, die im Verlag des Historischen Vereins veröffentlicht wurde.
Wenn Sie die Beschreibung, die sich vor allem mit der mittelalterlichen Herrschaft über Arzbach befasst, lesen möchten,
klicken Sie hier...


Beschreibung 1874
03)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche St.Johannes und Paulus von Arzbach als Nebenkirche der Pfarrei Pellheim enthalten. Damals wohnten hier 69 Gläubige (in 10 Häusern). Mayer schreibt:

  "Erbauungsjahr unbekannt. Thurm und Mauern uralt (man will sie als Römerbauten erkennen). Stil ursprünglich gothisch; einschiffig, später verzopft (=barock). Baupflicht: an der Kirche die Kirche(nverwaltung), am Cemeterium (=Friedhof) die Gemeinde. Kleiner Sattel-Thurm mit 2 wohltönenden Glöcklein. 3 Altäre. Gottesdienst am Patrozinium (=26.6.). Stiftung: 1 Jahrtag. Meßner ist ein Gütler. Vermögen 1870 rd. 3800 Gulden."


Beschreibung 1895 02)
Die Arzbacher Kirche wird auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns beschrieben, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:
 

Arzbach. - Kirche.
- Spätromanische Anlage, 13. Jahrhundert (?).
   Dem Langhaus schliesst sich ein eingezogener, rechteckiger Chor an. Spätere Zuthaten sind die Sakristei 
   an der Südseite des Chores und das Vorzeichen (Vorhalle) an der Westseite des Langhauses.
-  Langhaus flachgedeckt. Chor gewölbt, spitzbogiges Kreuzgewölbe ohne Rippen.
-  Die Fenster mit Ausnahme eines (an der Ostseite des Chores) erweitert
-  Die Westempore ist erneuert, war aber, wie ein Mauerabsatz im Innern beweist, schon ursprünglich vorhanden.
-  Am Aeusseren nördlich eine vertiefte Blende oben mit einem Rundbogenfries geschlossen (7 Bögen).
-  An der Nordseite des Chores einfache und doppelte Bogennischen.

Im Jahr 1953 wurde das Vorhaus an der Westseite dazu gebaut.

Die letzte Renovierung fand in den Jahren 1979-1982 statt.


Baubeschreibung


Das in seiner Einfachheit fast archaisch anmutende Gotteshaus steht am südlichen Ende der Ortschaft. Es ist von einem Friedhof umgeben. Die Kirche ist ein verputzter Ziegelbau (Mauerstärke im unteren Teil ca. 1 Meter) mit noch unverändertem Grundriss: einschiffiges, ziemlich kurzes, flachgedecktes Langhaus und stark eingezogener, rechteckiger Chor im Osten unter dem Turm (Chorturmanlage). Aus der Erbauungszeit stammt auch noch das kleine runde Fensterchen an der geraden Ostwand des Chores. Alle anderen Fenster wurden in der Barockzeit als Rundbogenfenster vergrößert.
Entgegen der üblichen Gepflogenheit romanischer Baumeister befindet sich der äußerliche Bauschmuck nicht an der Südseite, sondern ziert die nördliche Fassade von Langhaus und Chorraum; wohl deshalb, weil sie früher auch die Eingangsseite war. Das Portal wurde später auf die Südwestseite und 1775 auf die Westseite verlegt.

romanische Bauzier
Bei der romanischen Bauzier am Kirchenschiff handelt es sich um einen vertieften, sieben-fachen Rundbogenfries, am Chorraum um drei Bogennischen. Eine dieser Nischen steht frei, die beiden anderen sind als Paar zusammenge-fasst, lediglich durch ein Säulchen getrennt (siehe Bild links).

— Der Altarraum unter dem Turm besitzt innen eine Breite von 4,30 m.
Das dreiachsige Kirchenschiff ist mit 6,80 m erheblich breiter. Es wird durch vier, in der Barockzeit erweiterte Fenster erhellt.
    In Höhe der Empore enthält die Südseite eine Lichtscharte.

Die 4,37 x 7,20 m große Sakristei ist an der Südseite angebaut.

Der gedrungene Sattelturm auf der Ostseite besitzt auf drei Seiten rundbogige Schallöffnungen und springt gering in das
    Langhaus ein.
— Im Turm hängen zwei Glocken: die kleinere wurde von Joseph Ignaz Daller 1791 in München gegossen, die größere 1950 von Czudnochowsky in Erding.
J.I. Daller hat auch Glocken für Kirchen in Essenbach, Dachau-Krumpperkapelle und Feldgeding ge-schaffen. Czudnochowsky hat nach dem 2.Weltkrieg viele Kirchen im Landkreis mit Glocken ausgestattet.


Beinhaus-
Erinnerung

Seit 1953 ist der Eingang auf der Westseite durch ein Vorhaus, das von Süden her frei zugänglich ist, vor den Unbilden der Witterung geschützt. Im linken Bild sehen Sie die Nischen-artige, rundbogige Vertiefung mit vorgesetztem Holzgitter (80 x 63 cm) an der nördlichen Innenwand. Es erinnert an das früher wohl an dieser Stelle befindliche Beinhaus (Karner).
Das Bild rechts zeigt die Rückwand, an der ein Kreuz mit Leuchtern hängt, das von zwei Steintafeln mit den Namen der Gefallenen Arzbacher in den beiden Weltkriegen flankiert wird.

Gefallenentafel
  Hinweis: Das Beinhaus oder Karner (lat.carnarium=Fleischkammer) war vom Mittelalter bis zum 19.Jh. eine meist an die Kirche in der Nähe des Eingangs angebaute, zweigeschossige Friedhofskapelle, in deren Untergeschoss die Gebeine der schon lange Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu machen (Zweitbestattung). Ursprünglich hatte jeder Pfarrfriedhof, neben an oder unter der Kirche einen Karner. Auf den Synoden von Münster und Köln (1279/1280) wurden sie zwingend vorgeschrieben. In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung niedrig und die Kindersterblichkeit hoch; 42 Prozent der Kinder starben im ersten Lebensjahr 04) . Deshalb gab es damals im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Beerdigungen als heute. Friedhöfe waren immer um die Kirche herum angelegt und kaum erweiterungsfähig. Im Jahr 1058 beschränkte man die Grenzlinien der Friedhöfe auf 60 Schritte im Umkreis des Altars für Hauptkirchen und 30 Schritte für Kapellen. Weiter entfernt konnte man sich des Segens der im Altar ruhenden Reliquien und der Fürbitte des Heiligen nicht sicher sein. So war es üblich, die Gräber schon nach 5 bis 10 Jahren wieder zu verwenden. Zudem gab es keine Familiengräber; der nächste Tote erhielt das frei werdende Grab. Manche Totenschädel in den Beinhäusern wurden auch bemalt oder mit Inschriften versehen, um sie der Anonymität zu entreißen. Karner waren besonders in Bayern, Österreich und Ungarn verbreitet; sie standen an katholischen und protestantischen Gotteshäusern. In den letzten hundert Jahren wurden die Karner abgerissen bzw. in Lourdeskapelle, Abstellräume oder Vorhäuser umgewandelt. In manchen Kirchen wie hier in Arzbach erinnert aber noch eine Nische mit einigen Totenköpfen an die frühere Trauerkultur. Die aufgestapelten Gebeine sollen die Kirchenbesucher an die Vergänglichkeit des Menschen ermahnen.


Inneneinrichtung


Altarraum / Chor

Der Altarraum ist von einem rippenlosen, spitzbogigen Kreuzgewölbe überdeckt und durch einen einfachen Rundbogen vom Kirchenschiff getrennt. In der Decke sind noch die beiden ehemaligen Seilführungen für die Glocken sichtbar. Diese wurden inzwischen in die Sakristei umgeleitet, von der aus nun die Glocken geläutet werden.

Choraltar
Wegen der Enge des Chorraums, der ja nur die Grundmaße des Turms besitzt, ist kein Platz für Priester- und Ministrantensitze. Die ganze Breite und Höhe wird vom Choraltar ausgefüllt.

Am Übergang zum Kirchenschiff hat man einen Zelebrationsaltar aufgestellt.



Rundfenster
Ecce-Homo-Bild
Das Fenster an der Nordseite des Chores(siehe Bild links) besteht aus Antikglas in Sechseckverbleiung. Es enthält eine farbige Ecce-homo- Darstellung mit Kranzbordüre und der Aufschrift "Gestiftet / v. d. Ehemänner / Peter u. Johann", "Entw. u. Ausgef. /Syrius Eberle / Dachau". Ein Bild des Jammers und zugleich das Bild göttlicher Größe. Im roten Purpurmantel, einen Strick um die Brust, strahlt das Gesicht nicht Schmerz, sondern Erhabenheit und Stille aus, schrieb Horst Kaboth 1998.

Am Südfenster eine Darstellung der weinenden Maria und dem Text: "Gestift. v. / Maria Obermeier / Post-Bäurin / Arzbach / 1931".



Choraltar

Der Altar besitzt einen einteiligen, klassizistischen Aufbau aus der Zeit um 1849. Das Retabel, der Altaraufbau, besitzt die Maße
177 x 144 x 11 cm. Früher nahm man an, dass es aus Teilen seines Vorgängeraltars aus dem Jahr 1630 errichtet worden ist; dies scheint aber nicht der Fall zu sein.
Zwei Pilaster tragen einen Dreiecks-Giebelaufsatz. Die Stipes, der Altarblock, ist gemauert, das Antependium mit Holz verkleidet.

Auf dem 112 x 77,5 cm großen Altargemälde sind die Kirchenpatrone, die auch "Wetterherren" bekannten Heiligen Johannes und Paulus dargestellt. Auf dem Bild rechts stehen die beiden Heiligen in Soldatenkleidung im Vordergrund und blicken hinauf zum Himmel, von dem ein Gnadenstrahl, vom Auge Gottes ausgehend, zu ihnen herabführt.
Maler war Anton Huber d.Ä. aus Dachau (Signatur: "Huber pinx. Dachau /1849").

Altarblatt-
Johannes und Paulus

Hinweis: Die Brüder Johannes und Paulus waren Beamte am kaiserlichen Hof. Unter Kaiser Julian, dem Abtrünnigen, wurden sie wegen ihres christlichen Glaubens im Jahr 361 enthauptet. Sei dem 6. Jahrhundert werden sie als Märtyrer verehrt, später galten sie auch als Gewitterheilige. In Rom ist ihnen über der Stätte ihres Martyriums die Kirche San Giovanni e Paolo gewidmet.
Das Auge Gottes im Dreieck verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater zu personifizieren. In der Frühzeit des Christentums trat

  der Lebensquell an die Stelle Gottes, später die Hand aus der Wolke. Erst seit der Neuzeit ist das Auge Gottes im Dreieck gebräuchlich. Es symbolisiert gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit und wird deshalb auch Dreifaltigkeitsauge genannt.


Langhaus / Kirchenschiff

Das Langhaus ist ein schlichter, flach gedeckter Raum von bescheidenen Ausmaßen (7 mal 5 Meter). An der Nord- und Südwand tritt die Mauer in etwa 2/3 Höhe um etwas mehr als Handbreite zurück; die obere Mauer hat nicht mehr die Dicke des unteren, älteren Teils, der schon vor 700 Jahren errichtet wurde.


K
reuzigungsgruppe am Chorbogen

In der Mitte, über dem Zugang zum Chor, hängt eine Kreuzigungsgruppe (siehe Bild rechts):
- als Zentrum das Kruzifix,
- darunter die im Schmerz versunkene Muttergottes
  (mater dolorosa - links) und
- der Apostel Johannes, der hinaufblickt zum
  Gekreuzigten.

Kreuzigungsgruppe
Das Kruzifix ist die älteste Figur der Kirche und stammt aus der Zeit um 1400. Es steht stilistisch zwischen der Romanik und der Gotik. Zwar sind die Wunden Jesu schon blutüberströmt dargestellt und die Füße übereinander genagelt (sog.Dreinagelkreuz), doch die Haltung Christi, insbesondere seine wie zur Umarmung ausgebreiteten Arme erinnern noch an die romanischen Christkönig-Kruzifixe.
  Der Corpus besitzt außergewöhnlich lange Arme und Beine, am Oberkörper sind die Rippen einzeln zu zählen. Maria und Johannes stehen auf schmalen barocken Holzkonsolen und sind im Stile des 16.Jh geschnitzt ("gotischer Schwung" bei Maria).
Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.



Frühere S
eitenaltäre

Aus den Kirchenrechnungen ist ersichtlich, dass Constantin Pader im Jahr 1630 einen Altar auf der linken Seite erstellt hat, der vom Maler Christoph Pfab gefasst wurde. Und weil dieser Altar so gut gelungen war, hat man den Künstlern freiwillig einen Aufschlag von 2 Gulden gezahlt. In der Kirchenrechnung heißt es dazu:
   "Constandtin Paader, Pildthauer zu Dachau, lauth beyliegendere Visier, von dem seiten Altar uf der linckhen handt
    Zuschneiden sambt für die Khüsstler Arbeith, beschechnem abpruch nach bezalt 17 Gulden und 30 Kreuzer
    Christoph Pfaab Mallern Zu Dachau, solchen mit Proniertem Goldt, davon Zefassen bezalt 19 Gulden.
    Und weilln Sy, wie man in der besichtigung gefunden, ein mehrers verdient, Ihnen noch zum bessten verwilliget 2 Gulden."
Die aus Dachau stammenden Künstler Konstantin Pader (Bildhauer) und Christoph Pfab (Maler) haben öfters zusammengearbeitet. Bekannt ist dies aus den Kirchen (im Dachauer Gebiet:) Arzbach (Seitenaltar), Einsbach-Wallfahrtskirche Hl.Blut (Choraltar) und Mitterndorf (Choraltar) sowie aus Biberach /Württemberg.

1874 wurden lieferte Ludwig Hack aus Dorfen neue Seitenaltäre in den damals modernen Stilformen des Historismus.
Diese Altäre wurden bei den Restaurierungsmaßnahmen um 1980 entfernt.

An ihrer Stelle sind zwei Figuren angebracht:


Muttergottes
An der linken Seite eine große Madonnenfigur, im gotischen Stil, aber aus moderner Zeit (1982) stammend.
Maria trägt, wie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen ist, eine Krone auf dem Haupt. Sie ist mit einem schönen blauen Mantel mit Goldborte bekleidet und trägt auf ihrem linken Arm das lebhafte Jesuskind, dessen Blick auf den Apfel in seiner Hand gerichtet ist. Der Apfel symbolisiert den Sündenfall im Paradies. Jesus wird durch seinen Tod und seine Auferstehung die Sünde überwinden. Der Fuß Mariens ruht auf einer Mondsichel, die an Maria als die Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb.12,1) erinnert. Sie wird dort als "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen" beschrieben.
Rechts steht eine gotische Figur des hl. Andreas mit dem für ihn typischen langen Bart. In der rechten Hand hält er ein Buch; unter den linken Arm hat er sein Attribut, das Andreaskreuz, geklemmt.
Die Figur wurde neu gefasst.
Hinweis: Andreas war der Bruder des Petrus. Er wurde von Jesus als erster Jünger berufen und soll im Jahr 60 in Patras (Griechenland) an ein X-förmiges Kreuz gebunden worden sein, an dem er nach zwei Tagen starb. Das Buch weist ihn als Verkünder des Evangeliums aus.

Apostel Andreas

 

KreuzwegstationenKreuzwegstationenVortragekreuz


Reliquiar

Nicht mehr in der Kirche aufbewahrt wird ein Reliquiar mit rundem Fuß aus der Zeit des Übergangs vom 19. in das 20.Jh. Es besteht aus vergoldetem Messing. Das runde Schaugefäß enthält ein winziges sog. "Agnus Dei", umgeben von vier grünen, geschliffenen Steinen in Klosterarbeit.


Kirchenbänke

An den Kirchenbänken sind zwei Kreuzstangen befestigt:
- eine schwarze Kreuzstange mit
   beidseitigen Laternen (19. Jh.)
- eine Vortragekreuzstange mit
   vergoldetem Corpus, ebenfalls aus
   dem 19. Jh.


Kreuzstange

Das Laiengestühl besteht aus 5 bzw. 6 Reihen, die in neuerer Zeit gefertigt wurden.
  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeuti-gen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchi-tektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammen zu blei-ben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch in Arzbach (links Marienfigur, rechts Andreasfigur)


K
reuzweg-Stationsbilder

An den Seitenwänden hängen die 42 x 33 cm großen Kreuzwegbilder. Sie wurden um 1960 im Rokokostil gemalt (Signatur auf dem Bild der 14.Station: "Fr.N.S."). Der Maler hat die Kreuzwegbilder in Vierkirchen als Vorlage benutzt. Sie gleichen auch denen in Jedenhofen, Jarzt und im Freisinger Dom.
Hinweis: Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidens-geschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen.
Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.
1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

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Empore


Mauerstärke
unten und oben
Der Emporenaufgang und die Empore sind neu. Auffallend ist der Mauerabsatz, den sie auf dem Bild links neben dem kleinen Fenster sehen. Er steht für eine frühere, weniger tiefe Empore.

Neben dem einfachen Betstuhl steht ein Elektronium, mit dem der Gesang der Kirchenbesucher begleitet wird. Es wurde, wie einer Aufschrift zu entnehmen ist, von Brigitte Zschänderlein 1987 gestiftet.

Elektronium


Hans Schertl


Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
03) Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
04) Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Das Landgericht Dachau in der frühen Montgelaszeit, Amperland 1994
05) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1611, Nr.97, 265, 1070)
06) Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen u.Adelsgräber-Denkmalpfleg.Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-1158 (1.Kirche)
07) Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990
08) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
09) Sigfrid Hofmann, Arbeitsgemeinschaften bei oberbay. Altarbauten des 17.u.18.Jh, in ZBLG 35, 1972 (Pader/Pfab)
10) Wilhelm Störmer,Adelige Eigenkirchen u.Adelsgräber-Denkmalpfleger.Aufgaben,1975,ZBLG 38,S.1142-1158 (Eigenkirche)
11) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Daller)
12) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
13) Bürgerinformationen Gemeinde Röhrmoos, 1998
14) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
15) (Gerhard Hanke / Wilhelm Liebhart, Der Landkreis Dachau, S. 126, 1992 (Erding)
16) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Seitenaltäre 1630)
17) Unser Dachauer Land, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom Oktober 1998 (erste Erwähnung, Fenster)
18) Münchner Kirchenzeitung v. 30.10.2005
(Erlass von 1058)
19) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, herausgegeben v.historischen Verein von und für Obb.-1844


34 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

12.3.2018

Originalurkunde vom 17.Juli 779
mit der frühesten Erwähnung von Arzbach
(verteilt auf 4 Blätter)

 


DE ARUZZAPAH ----->
= von Arzbach

 





 

 

 

Schenkungs-Urkunde aus dem Jahr 807

  --------------------------------------------------------


Kurz-Beschreibung von Arzbach 1844
  19)
vom historischen Verein von und für Oberbayern

"In Arzbach (Arnzapah) erhielten die Freysinger Bischöfe Aribo +784, Atto +810 und Egilbert +1039 für ihre Kirche Besitzungen geschenkt, und namentlich schenkte der edle Mann Altman ein Gut zu Arzbach dem letztgedachten Bischof und seinem Hochstift. Die Kirche zu Arzbach St.Johann und Paul soll in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine Filiale der Pfarr Weilheim (richtig Pellheim) gewesen seyn. Allein dermal ist sie eine Filiale der Pfarr Röhrmos, oder es müßte ein anderes Arzbach gemeint sein."