zur Landkreiskarte         Pfarreien im Landkreis      

Johannes und Paulus
-Darstellungen in den Kirchen des Landkreises Dachau- 

Gedenktag 26. Juni
Märtyrer
im 4. Jahrhundert in Rom

Andreas-Kirchen im Landkreis Dachau:
Arzbach

Die Heiligen gelten als "Wetterherren" oder "Wetterpatrone",
die auch in Sittenbach, Westerndorf, Unterweikertshofen
und Glonn verehrt werden.

Johannes und Paulus waren wahrscheinlich Brüder, die hohe Beamtenstellungen am Hofe Kaiser Konstantins (Palastbeamte bei Konstantia, der Kaisertochter) inne hatten.

Unter Kaiser Julian, dem Abtrünnigen (361-363), der das Rad der Zeit zurückdrehen wollte und das kurz vorher anerkannte Christentum wieder bekämpfte, wurden sie im Jahr 362 enthauptet. Wegen der Beliebtheit der Märtyrer hat man sie aber in ihrem eigenen Haus auf dem Caeliusten heimlich begraben.
Der Begräbnisraum war schon vorher eine christliche Kultstätte, wie archäologische Grabungen belegt haben.

Später hat man über dem Grab die Titelkirche Pammachii errichtet. Die Basilika war zunächst nicht Johannes und Paulus geweiht. Erst im 6. Jh. ist die Weihe der Kirche als SS. Giovanni e Paolo nachgewiesen. Seitdem werden sie als Märtyrer öffentlich verehrt.

Ihre Kopfreliquien kamen 1344 in das (1803 säkularisierte) Zisterzienserkloster nach Altenberg im Bergischen Land, wo sie sich heute noch in der Kirche befinden.


Heiligenbild in Arzbach

Altaraufsatzbild in Westerndorf

1575 wurden unter dem Altar in der Katakombe die Gebeine mehrerer Menschen gefunden, die auf einen unbekannten Totenkult schließen ließen.

1892 hat man ein Fragment der antiken Altarinschrift im Begräbnisraum aufgefunden, mit folgendem Text:
  Hanc aram domi NI S ervant Paulusque Johannes martyrium Christi pariter pro nomine passi sanguine purpureo mercantes praemia vitae

Übersetzung:
Diesen Altar des Herrn behüten Paulus und Johannes/ die gemeinsam für Christus den Martertod erlitten und sich im Purpur des Blutes des Lebens Lohn verdienten.

Der Gedenktag der Heiligen (26.6.) zur Zeit der Sommersonnwende machte die beiden zu Wetterpatronen; schon 1150 werden sie in der Chronik der deutschen Kaiser als solche erwähnt.

Bauern erbitten von Johannes und Paulus das gewünschte Wetter, in ihrem Namen werden "Wetterkerzen" geweiht, sie sind Patrone von Bittprozessionen für gutes Wetter und helfen bei Gewitter, Blitz, Hagel und Pest.

Weil sie historisch nicht nachweisbar sind, wurden Paulus und Johannes bei der Reform aus dem römischen Kalender gestrichen, im Martyrologium von 2001/2004 sind sie wieder enthalten.

 


zum ökumenischen Heiligenlexikon Detailvergleiche insgesamt

     

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür