zur Landkreiskarte           ausführliche Beschreibg.      Kirchen in der Marktgem.Indersdorf

Filialkirche Heilig Kreuz in ALBERSBACH

   Sonnenuhr

Für Navi-Nutzer: 85229 Markt Indersdorf Albersbach 28
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

Kurzbeschreibung

Die Ortschaft Albersbach wird erstmals um 12oo erwähnt. Ab 1385 gehörte sie zum Kloster Indersdorf.

Wann die erste Kirche gebaut wurde, ist nicht bekannt. Im Jahr 1481 bestand jedenfalls schon eine Heilig-Kreuz-Kapelle.

Die jetzige Filialkirche Hl. Kreuz der Pfarrei Indersdorf hat mit dieser Kapelle nichts mehr zu tun; sie wurde in ihrer heutigen Form vom Indersdorfer Probst Innozenz Weiß von Grund auf neu errichtet.
Am 1.Oktober 1739 weihte der Freisinger Weihbischof Joh. Ferdinand Freiherr von Bödigheim das Gotteshaus zusammen mit der damals nach dem selben Bauplan er-richteten Mauritiuskirche in Ottmarshart ein.

Der Kirchenbau besticht durch die gelben Lisenen an den Außenwänden und die halbrunde Apsis. Überhaupt sind Run-dungen ein maßgebliches gestalterisches Element. Das unterstreichen die Fenster mit Rundbogen oder in Rundformen sowie die kleine an der Südseite angebaute Sakristei, die wie eine kleinere Ausgabe der Kirche erscheint. Lediglich der holzverkleidete Dachreiter mit Spitz-türmchen passt stilistisch nicht dazu.


Die früher im Tabernakel verwahrten Kreuzpartikel, die an das Kirchenpatronat erinnert, waren viele Jahre lang Ziel einer kleinen Wallfahrt.

Die letzte Renovierung fand in den Jahren 1975-1983 statt.

 Innenausstattung

Die Kirche ist ein kleiner halbrund geschlossener Saalbau.
Der nur um 1 Stufe höhere Altarraum ist nicht eingezogen. Auch ein Chorbogen fehlt.
So hat man konsequent auch auf Seitenaltäre verzichtet.
Die Decke ist mit einfachen Stuckarbeiten in Felder eingeteilt.

Der Hochaltar im Rokokostil mit seinem ausladenden, stark verschnörkelten Aufsatz wurde 1739 bei der Ausstattung der neu errichteten Kirche eingebaut. Er stand vorher wohl schon in der alten Kapelle oder in einer anderen Kirche und wurde für den Neubau angepasst.
Mittelpunkt ist das schon 1716 entstandene und zunächst für das Kloster Indersdorf vorgesehene wertvolle Altarbild mit dem Titel: "Christus der Salvator (Erlöser), der die Laster besiegt" (Maler Joh.Andreas Wolff).
Assistenzfiguren sind der hl.Augustinus in vollem bischöflichen Ornat mit brennendem Herzen (Sinnbild der Liebe zu Gott) sowie eine Figur von Franz Xaver im priesterlichen Gewand seiner Zeit mit einem Palmzweig in der Hand.
Im Altarauszug eine Holzplastik der hl. Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin; sie soll um das Jahr 300 das Kreuz Christi aufgefunden haben.

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Der Altarraum wird von zwei bemalten Fenstern im Stil des beginnenden 20.Jh erhellt.

Figuren- und Bilderausstattung an den Wänden:
- hl. Josef mit Jesus auf dem Arm und einer Lilie in der Hand
- hl. Barbara mit Kelch
- hl. Sebastian
am Marterbaum, von Pfeilen durchbohrt
- Erzengel Michael mit Schwert und Seelenwaage
- Evangelist Johannes mit einem Kelch, aus dem sich eine Schlange windet.

Besondere Beachtung verdient das vor kurzem renovierte Ölbild "Christus auf dem Dreikant" an der Emporenbrüstung. Es zeigt den am Hals, an den Hand- und Fußgelenken mit Ketten an eine schwere Steintrommel gefesselten, auf einem hölzernen Dreikant sitzenden Heiland.

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Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte:  Beschreibg.1880
Ausstattung:  Altarraum  Apostelleuchter  Choraltar  Fenster  Figuren
 Kanzel  Kanzelkreuz  Kirchenbänke  Kreuzweg  Mater dolorosa
 Orgel  Opferstock  Portal  Sakristei  Tabernakel
 Weihwasserkessel      


Die Ortschaft Albersbach wird erstmals um 1200 erwähnt. 1385 kam sie in den Besitz des Klosters Indersdorf: Damals wurde Albersbach mit Dorfgericht und Vogtei und -vermutlich- den pfarrlichen Rechten von Franz dem Impler, einem Bürger aus München, unter Zustimmung der bayerischen Herzöge Stefan III. (1375-1413), Friedrich dem Weisen (1375-1393) und Johann II. (1375-1397) an das Kloster verkauft.

Geschichte der Kirche

Wann die erste Kirche gebaut wurde, ist nicht bekannt. Im Jahr 1481 bestand jedenfalls schon eine Heilig-Kreuzkapelle, die zum Kloster Indersdorf gehörte. Die Hofmarksordnung aus dem Jahr 1493 macht dies deutlich. Dort heißt es:
  "Algerspach hofmarch, dorffgericht, herrlichait und alle öbrigkait ist unnsers wirdigen gotzhauß freys unuogtpers aigen, grundt und poden mitsampt der kirchen oder capellen des heilig Kreutz, all zehent klein und groß.. si gehörn in unser pfarr und süllen in unnserm gotzhauß ire gotsrecht empfahen".
In heutigem Deutsch: "Die Hofmark Albersbach, das Dorfgericht, die Herrschaft und alle Obrigkeit sind zusammen mit dem Grund und Boden und der Kirche oder Kapelle zum Heiligen Kreutz freies Eigentum unseres würdigen Gotteshauses (= Indersdorf). Der gesamte Großzehent und Kleinzehent gehört in unsere Pfarrei. Die Albersbacher sollen die Sakramente in unserem Gotteshaus empfangen".
Auch das Urbar (Güterverzeichnis) des Klosters unterstreicht diese Abhängigkeit mit den Worten:
   "Da selben die capell des hl.Creutzen zu kirch unnser pfarr Unndensdorf ist unnsers wirdigen gotzhauß freiß eingeleibts aigen
    mit alen zehenten, klain und groß. pfärrlichen rechten und allen zugehörn".


In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird eine Kirche in Albersbach (vielleicht wegen der Zugehörigkeit zum Kloster) aber nicht erwähnt.


Apiankarte 1568
  
Kartograph Philipp Apian hat in seiner Bayerischer Landtafel Nr. 13 auch den Ort und die alte Kirche von Albersbach unter der Bezeichnung "Alderspach" dargestellt (siehe Landkarte links). Damals hatte die Kirche wohl einen Spitzturm, denn Apians Zeichnungen sind, wie Dr.Peter Dorner schreibt, authentische Ansichten der dargestellten Gebäude.

Philipp Apian war der bedeutendste bayerische Kartograph seiner Zeit. Er wurde 1531 in Ingolstadt als Sohn des aus Sachsen stammenden Mathematikprofessors Peter Bienewitz (latinisiert:Apian) geboren und trat die Nachfolge seines Vaters an der Universität Ingolstadt an. Sein Lebenswerk war die erste Landesaufnahme des Herzogtums Bayern. 1563 schon hatte er eine erste große Karte des Herzogtums im Maßstab von ca. 1:45.000 fertig gestellt. Eine Verkleinerung dieser sehr unhandlichen Karte stellen die "24 Bairischen Landtaflen" (jeweils 40 mal 30 Zentimeter) im Maßstab von ca. 1:140.000 dar, die 1568 vom Züricher Formschneider Jost Amman in Holz geschnitten und vom Maler Bartel Refinger
koloriert wurden. Die Genauigkeit der Landkarten wurde erst im 19. Jh übertroffen; noch Napoleon benutzte sie für den Einmarsch in Bayern. Apian musste noch im Jahr des Erscheinens seines Werkes (1568) nach Tübingen emigrieren, weil er "der Reformation zugetan" war. Er starb dort 1589.

Neubau 1739
Die jetzige Filialkirche Hl. Kreuz der Pfarrei Indersdorf wurde in ihrer heutigen Form vom Indersdorfer Probst Innozenz Weiß (1728-1748) errichtet. Der Altarraum ist nicht ausgeschieden; deshalb hat man keine Seitenaltäre eingebaut. Auch auf eine aufwändige Stuckierung oder Freskierung (Deckengemälde) wurde verzichtet. Man wollte wohl die finanziellen Mittel schonen; schließlich hat das Kloster zur gleichen Zeit auch die Kirche in Ottmarshart gebaut. Da beide Kirchen nach dem gleichen Plan errichtet wurden, konnte man zum einen Planungskosten sparen und zum anderen bei Handwerkern eine Art Mengenrabatt beziehen können. Zudem wird wohl die kommende aufwändige Erneuerung der Klosterkirche (um 1755) schon die Finanzabteilung des Klosters beschäftigt haben.
Der Altar wurde damals nicht neu erstellt, sondern entweder aus der alten Kirche oder aus einer anderen Kirche übernommen und angepasst.
Am 1.Oktober 1739 wurde das Gotteshaus vom Freisinger Weihbischof Johann Ferdinand Freiherr von Bödigheim eingeweiht, zugleich mit der Kirche von Ottmarshart auf der anderen Glonnseite; dabei erneuerte er auch alte Ablässe.


Schmidt'sche Matrikel von 1738/1740 
01)

In der Schmidt'schen Matrikel von 1738/1740 wird die damals noch ganz neue Kirche als Filiale von Indersdorf mit einem dem Hl.Kreuz geweihten Altar (mit Kreuzreliquien) beschrieben. Sie hatte keine Sakristei; auch ein Friedhof war nicht vorhanden. Die Einnahmen verwaltete das Kloster Indersdorf. In dem als Dachreiter gestalteten Türmchen hingen auch damals zwei Glocken. Ob es sich dabei um dieselben Glocken handelte, die Ersten Weltkrieg zum Einschmelzen abgeliefert werden mussten, ist nicht sicher, aber doch wahrscheinlich. Jedenfalls entging eine der beiden Glocken der Schmelze, weil sie noch vor ihrem endgültigen Abtrans-port von der Sammelstelle in Indersdorf heimlich zurückgeholt ("zruckgstoin", wie die Albersbacher sagen), dann versteckt und nach dem Krieg wieder im Turm aufgehängt wurde. Die 2. Glocke wurde von der Gießerei Perner in Passau 1983 gegossen.


Auszug aus einer Karte
von Philipp Finkh -1655

Beschreibung 1880 02)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1880 ist im Kapitel über die Pfarrei Indersdorf auch die Kirche von Albersbach enthalten. Im Dorf selbst wohnten 51 Seelen (in 7 Häusern). Über die Kirche schreibt er:
  "Liegt in einem Thalkessel zwischen Indersdorf, Westerholzhausen und Hirtelbach. Erbaut unter Probst Innozenz Weiß (1728 bis 1748). Restaurirt 1858. Renaissancestyl. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht die Filial-gemeinde. Thurm: ein Dachreiter mit 2 Glocken. Consecrirt 1738. Patrozinium 3.Mai. 1 Altar. Stiftungen 5 Jahrmessen. Meßner ist ein Ortsangehöriger. Kirchenvermögen: 6.400 Mark".

Die früher im Tabernakel verwahrten Kreuzpartikel (jetzt in Indersdorf) waren viele Jahre lang Ziel von Wallfahrern. Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 326 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kam ab 950 nach Deutschland. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt. 07)
    
Sonnenuhr
An der Südwand ist Zwischen dem Eingang und dem ovalen Emporenfenster eine Sonnenuhr aufgemalt.
Wenn Sie mehr über Sonnenuhren an den Kirchen des Dachauer Landes erfahren wollen, klicken Sie hier...
                                   Die letzte Renovierung fand in den Jahren 1975-1983 statt. Zu den Kosten für die Restauration der Innenausstattung, die die Pfarrei aufbringen muss, trugen die Einwohner von Albersbach dadurch bei, dass jede Familie die Kosten für eine Heiligenfigur oder einen anderen sakralen Gegenstand übernahm. 08)

Innenausstattung

Altarraum

Die Kirche ist ein kleiner, halbrund geschlossener Saalbau. Der Altarraum ist architektonisch nicht ausgeschieden; lediglich der Fußboden ist im Chor um eine Stufe höher gesetzt. Die Decke ist mit einfachen Stuckarbeiten in Felder eingeteilt.

Altar

Der Hochaltar mit seinem glatten, marmorierten Säulenpaar und dem reich verzierten Altaraufsatz stammt in großen Teilen aus der Zeit der Erbauung der Kirche um 1739. Aber es sind auch einige Teile des alten Altars von 1680/90 wiederverwendet worden, wie die seitlich angefügten Assistenz-figuren und das durchgehende Gebälk zeigen.
Dies hatte sicher auch finanzielle Gründe. Nach dem Neubau der Kirche 1739 war der alte Altar zu klein und musste der neuen Raumhöhe angepasst werden. Dies erforderte erhebliche Umbaumaßnahmen.
Zudem war das neue Altarblatt höher als die Säulen des Altars. Da man die Säulen nicht verlängern konnte, hat man die Predella, den Teil zwischen Mensa und Retabel, erhöht. Das Altarblatt reicht nun unter die Sockelhöhe der Säulen in den Predellabereich hinab, obwohl das nicht dem damaligen Kunst-geschmack entsprach.

Altaraufsatz

Der Altarauszug/Altaraufsatz dürfte um 1770/80 seine heutige Form erhalten haben. Im ihm steht -passend zum Patrozinium der Kreuzauffindung- eine Holzplastik der hl.Helena mit Kreuz. Die Mutter von Kaiser Konstantin hatte im Jahre 320 nach dem Kreuz Christi graben lassen. Als man drei Kreuze gefunden hatte, wurde ein Toter nacheinander auf die Kreuze gelegt. Beim Kreuz Christi wurde er wieder zum Leben erweckt.


St.Helena
Die beiden auf Bögen sitzenden Engel stammen noch vom alten Altar aus der Zeit um 1680/90.

Altarblatt  11)
Das 234 x 115 cm große Altarblatt, eine höchst qualitätsvolles Gemälde aus der Zeit um 1716, stellt Christus als Salvator (Erlöser) dar, der die Laster besiegt.
Der mit einem Lendentuch und einem blau-roten (Spott-)Mantel bekleidete Christus weist mit seiner linken Hand auf das Kreuz in seinem rechten Arm, durch das die Laster besiegt wurden. Die Augen von Christus blicken auf den Betrachter wo immer der in der Kirche steht. Christus wird nicht mehr als Leidender dargestellt, sondern als Auferstandener: von Marterspuren ist nichts mehr zu sehen; auch seine Wundmale sind kaum noch zu erkennen. Das Haupt ist von einem blauen Strahlenkranz umgeben. Die Darstellung erinnert schon an den Christus, der am Ende der Tage als Richter wiederkehren wird.


Christus als
Salvator Mundi




Das vom Patrozinium "Auffindung des Hl.Kreuzes" abweichende Bildthema weist darauf hin, dass man 1739 wohl aus Ersparnisgründen in den neuen Altar ein im Klosterbereich Indersdorf wohl schon vorhandenes Gemälde eingesetzt hat. Es hatte von 1717 bis 1730 den Allerseelenaltar, den heutigen Antoniusaltar in der Klosterkirche geschmückt. Dann war es durch das Antoniusbild ersetzt und damit frei geworden.
Der Kunstexperte D.G.Morsch 11) nimmt an, dass das Salvator-Bild vom kurfürstlichen Hofmaler Johann Andreas Wolff (1652-1716) geschaffen worden ist. Die Christusfigur auf dem Gemälde in Albersbach gleiche in frappierender Weise der im Dreifaltigkeitsgemälde in der Freisinger Domvorhalle. Dafür spreche, so Morsch, "der wolffische Christus-typus, die Verteilung der relativ großen Figuren, die den Bildraum fast vollständig ausfüllen und die Koloristik" (Farbgebung). Christus ist farblich aufgehellt dargestellt, um das Leuchten des Auferstanden zu betonen.

  Der Künstler Wolff hat für das Kloster und die Kirchen von Indersdorf mehrere Bilder geschaffen. Das Albersbacher Bild war wohl eines der letzten Bilder des Künstlers, denn die letzten Pinsel-striche (z.B. das Rot am Mantel Christi) hat erkennbar der Schüler von Wolff, der Maler Joh. Degler (1667-1729) gesetzt. Degler hat auch den Nachlass von Wolff verwaltet. ..mehr zu Andreas Wolff...

Detail aus dem Salvatorgemälde
Unter den Füßen Christi winden sich drei Gestalten. Sie stehen allegorisch für die durch den Tod und die Auferstehung besiegten Laster.
- Links der Teufel. Er hält eine Schlange in der Hand.
- In der Bildmitte liegt eine Frau mit heller Haut und Haarschmuck.
  Sie kehrt Christus den Rücken zu und versinnbildlicht so die Abkehr des Sünders von Gott.
- Rechts darüber im Halbdunkel duckt sich der Tod, dargestellt durch ein Skelett.
   Er hält einen gebrochenen Pfeil in seiner Hand. Das ist der "Stachel", von dem im "Exultet"
  der Osternacht jubilierend gesungen wird: "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?"
  (1 Kor,15,55)

Im oberen Teil des Bildes ist Christus von sieben Engel umgeben. Der größte Engel hat seine Hände zum Gebet gefaltet. Wie bei Christus folgen auch seine Augen dem Betrachter im Raum.
Links stemmen zwei Putten die blau schimmernde Erdkugel in die Höhe. Der Maler gewährt einen Blick in das Innere der Kugel, also ins Erdinnere, wo damals die Unterwelt vermutet wurde. Dort sind als Vertreter der vor der Erlösungstat Christi verstorbenen Menschheit Adam und Eva zu sehen. Christus soll nach traditio-neller christlicher Vorstellung zwischen Kreuzigung und Auferstehung in den Limbus, die Vorhölle (auch Schoß Abrahams genannt) gekommen sein, um die Seelen der Gerechten, die auf die Öffnung des Himmels durch Christus gewartet haben, zu befreien. Dies wird auch als "Höllenfahrt Christi" bezeichnet. Im Glaubensbekenntnis weist der Text "Hinabgestiegen in das Reich des Todes" darauf hin. Im Albersbacher Bild stürmt Christus geradezu in die Vorhölle und packt Adam am Handgelenk, um ihn nach oben in den Himmel zu ziehen.


Höllenfahrt


Assistenzheilige


St.Augustinus
Assistiert wird das Altarblatt von zwei großen Heiligenfiguren, die auf Postamenten stehen und von Baldachinen überdeckt werden. Diese Figuren stammen aus der Erbauungszeit der heutigen Kirche (1739).
Links der hl.Augustinus in vollem bischöflichen Ornat mit dem brennenden Herzen (Sinnbild der Liebe zu Gott) in der Hand.  Rechts eine Figur von Franz Xaver im priesterlichen Gewand seiner Zeit, mit Palmzweig in der Hand.

Franz Xaver
Hinweis: Augustinus (354-430) ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er war Bischof in Hippo in Nordafrika. Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der Kirche. Eine Stelle in seinem berühmtesten Buch "Confessiones/Bekenntnisse", in der seine feurige Gottesliebe zum Ausdruck kommt, verhalf ihm später zum Attribut eines flammenden Herzens. Gedenktag: 28.August
Hinweis: Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Am 3. Dezember 1552 starb der Heilige auf der Insel Sancian (Santschao) bei Kanton in China. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission Gedenktag:3.Dezember.
Tabernakel  
Sehr schön gestaltet ist der reich verzierte, barocke Tabernakel des Altars, der aus der Zeit des späten Rokoko (um 1770/80) stammt.
Tabernakel mit Reliquiaren
Er wird von Reliquienschreinen gleichen Alters eingefasst. Sie enthalten jeweils drei Wachs-medaillons und drei von blauen Steinen geschmückten Reliquien. Die Namensschilder der Reliquien (Cedulae) aus Pergament sind leider nicht mehr zu entziffern.

Drei Wachsmedaillons

 

 

 


Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

An der mit bäuerlicher Rosenmalerei verzierten Predella lehnen Tafeln mit den gleichbleibenden Messgebeten (Kanontafeln) in vergoldeten Rahmen.

Maibuschen

Maibuschen

Auf den Altar hat man zu beiden Seiten des Tabernakels Maibuschen aufgestellt. Sie dienen als Altarschmuck. Es handelt sich dabei um "künstliche, von sogenannten Kränzleinbindern aus Papier etc. verfertigte Gebinde, die als Altarornamente in Maikrügen aufgestellt wurden", schrieb Dr.Gerhard Hanke. Hier in Albersbach werden es wohl Stoffblumen sein.
Von der Barockzeit bis Ende des 19.Jh. waren diese Maibuschen auf den Altären der bayerischen Kirchen üblich. Künstliche Maibuschen wurden den natürlichen Blumen vorgezogen, weil diese das Sterbenmüssen betonen. Eine angemsessene Verzierung für Altäre waren nur dauerhafte Schmuckstücke. Noch in der 2.Hälfte des 19.Jh. waren Kunstblumen auch in Wohnzimmern Attibute des Wohlstands, wie auf alten Gemälden zu sehen ist. Später hat man die Kunstblumen sowohl in den Privatwohnungen als auch in den Kirchen durch natürliche Blumen ersetzt. Bei Feierlichkeiten verwandelte man die Kirche in ein Blütenmeer. Die Maibuschen wanderten auf die Seitenaltäre und schließlich auf den Dachboden.



Fenster



St.Helena
Der Altarraum wird von zwei bemalten Fenstern im Stil des beginnenden 20.Jh erhellt. Die Glasmalereien wurden vor etwa 3 Jahren durch ein Zusatzglas geschützt.

Das linke Fenster ist der hl. Helena geweiht, der Mutter von Kaiser Konstantin, die das Kreuz Christi aufgefunden haben soll. Ihr Bild ist wohl dem Patronat des Hl.Kreuzes geschuldet.

Das Gemälde im rechten Fenster zeigt die hl. Veronika, eine im Dachauer Raum (außerhalb des Kreuzwegs) selten dargestellte Heilige. Veronika reichte Jesus auf dem Kreuzweg ein Tuch, mit dem er sich Blut und Schweiß aus dem Gesicht wischen konnte. Sie ist mit dieser Tat auf dem 6. Kreuzweg-Stationsbild verewigt. Der Name Veronika geht wahrscheinlich auf das lateinische"vera icon" = wahres Bild (Jesu) zurück.

St.Veronika


Figuren- und Bilderausstattung

St.Josef
Im Chor noch eine lebhaft wirkende Figurengruppe des hl. Josef mit Jesus auf dem Arm und einer Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit) in der linken Hand. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Gedenktag: 19. März

Rechts vom Altar steht auf einem Sockel die Figur der hl. Barbara mit Kelch und Hostie in der Hand.
  Die Heilige ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm).
Gedenktag 4.Dezember.

St.Barbara


Christus auf dem Dreikant
Besondere Beachtung verdient das vor kurzem renovierte Ölbild an der Emporenbrüstung "Christus auf dem Dreikant".
Es zeigt den mit Ketten am Hals, an den Hand- und Fußgelenken eng an die Wand bzw. eine schwere Steintrommel gefesselten, auf einem hölzernen Dreikant sitzenden Heiland. Der Dreikant ist auf die Sitzfläche einer Holzbank gelegt und wird so zum Folterwerkzeug des darauf Sitzenden.
In der rechten oberen Bildecke erscheint auf einer Wolke ein weinender Engel, der ein Spruchband hält mit der Inschrift: "Am Jüngsten Tag würds offenbahr werden".

Jesus auf dem Dreikant
Das Bild ist nach Dr.Morsch eine Kopie des Gnadenbildes aus der Gruftkirche in München, die bis 1803 am Marienhof stand. Diese Kirche wurde nach der Vertreibung der Juden aus München (1442) durch Herzog Albrecht III. an der Stelle der früheren Synagoge errichtet (mir ist aus der Gruftkirche nur die berühmte Pieta aus der Zeit um 1340 bekannt, die sich seit 1803 in Salmdorf befindet).
  Hinweis: Die Darstellung Christus auf dem Dreikant geht (wie auch "Christus auf der Rast") zurück auf die "Heimlichen Leiden Christi". Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den Evangelien erwähnt sind. Sie entstammen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt.

An den Seitenwänden des Langhauses stehen noch weitere Heiligenfiguren auf schön geformten Podesten:


St.Sebastian

- vorne links eine Figur des hl. Sebastian am Marterbaum, von Pfeilen durchbohrt. Sebastian wurde wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus (St.Irene), bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.  Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Gedenktag: 20.Januar



Erzengel Michael

- in der Nähe der Empore die Figur des Erzengels Michael mit Schwert und Seelenwaage in den Händen. Das Schwert versinnbildlicht den Kampf gegen Luzifer, der sich Gott gleichstellen wollte.
Die Seelenwaage, auf deren linker Schale ein kleiner Teufel als Sinnbild für das Böse sitzt und rechts ein kleiner Engel für das Gute, weist darauf hin, dass Michael die Seelen der Verstorbenen nach Abwägung der guten und schlechten Taten ins Paradies geleiten soll. Gedenktag: 29.September

Gegenüber auf der Südseite steht die Figur des Evangelisten Johannes mit einem Kelch, aus dem sich eine Schlange windet. Nach der Legende sollte Johannes vergiftet werden. Doch das Gift kroch in Gestalt einer Schlange aus dem Trinkbecher. Gedenktag: 27.Dezember


St.Johannes Ev.

Alle sieben Heiligenfiguren im Kirchenraum stehen auf barocken Sockeln und haben als Heiligenschein (Nimbus) einen
Strahlenkranz um das Haupt.

Kanzel



Kanzel

 

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1685. Am schön verzierten Kanzelkorb sind in kleinen, durch Säulen getrennten Nischen die 4 Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) als Figuren dargestellt. Die Figuren sollen nicht für diese Kanzel geschnitzt worden sein, sondern aus Indersdorf stammen.
An der Unterseite des Schalldeckels ist eine Heilig-Geist-Taube vor blauem Hintergrund angebracht.
Nach unten schließt eine vergoldete Weinrebe die Kanzel ab.
Auf der Innenseite des Kanzelkorbs hat sich in einer eingeschnitzten Inschrift der Stifter verewigt: "Gott zu Lob und einem christlichem Angedenchen hat Maister Alexander Götschl Kirschner dise Canzl von Kistler bezahlt und machen lasen 1685".

Hinweise: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der Heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk., 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach). Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt



Kanzelkreuz u. Mater dolorosa

Der Kanzel gegenüber, auf der Nordseite, hängt das sog. Kanzelkreuz mit stark überzeichneten Blutspuren auf dem Korpus und einem -den göttlichen Personen vorbehaltenen- dreistrahligen Heiligenschein.

Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog.Viernageltypus. Die Beine liegen nebeneinander am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt, zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernageltypus".
  Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.

Darunter steht -wie in den meisten Kirchen üblich- eine Figur der Mater dolorosa, der schmerzensreichen Mutter in gold-rot-blauem Mantel mit einer barocken Krone auf dem Haupt und einem langen Schwert in ihrer Brust. Dieses Schwert erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". Die Verehrung der Mater dolorosa in Deutschland ist bis auf das 13.Jh. zurückzuverfolgen. Gedächtnis der Gedenktag für die Schmerzen Mariens ist der 15. September.

 

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Kirchenbänke

Das Muster der kunstvoll ge-
schnitzten
Wangen der
Kirchenstühle entspricht dem
vieler Kirchen-
stühle im
Dachauer Land.

Kirchenbank
wange
Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 auch in Ainhofen, Arnbach, Arnzell, Aufhausen, Bergkirchen,
Hilgertshausen, Markt Indersdorf, Ottmarshart, Pasenbach, Pipinsried, Sig-
mertshausen, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen und in Westerndorf verwen-
det.
Wenn Sie die Muster ver-
gleichen wollen, klicken Sie hier....

Stiftertafel

Stiftertafel

In der Nähe der Kanzel ist in die Mauer eine Steintafel eingelassen, die daran erinnert, dass Josef Walter 1858 die Kirche restaurieren ließ:

Anno Domini 1858              
half dieses hl.Kreuzkirchlein restauriren, versah selbes mit einen neuen Kreuzweg und stiftete zu ewigen Zeiten Quatember-Messen Joseph Walter, Bauers Sohn dahier, was zum Andenken dieser Stein bekundet.
O. A. M. D. G.          
(= Omnia Ad Majorem Dei Gloriam - Alles zur größeren Ehre Gottes)

 


Kreuzwegbilder

An den Seitenwänden des Kirchenschiffs hängen die großen Kreuzwegbilder in schön verzierten neubarocken Rahmen aus der Mitte des 19.Jh. Sie wurden vom Bauern Joseph Walter im Jahr 1858 gestiftet, wie auf der o.a.Steintafel zu lesen ist.


Kreuzwegbild

Allerdings sind die Bilder selbst durch das Tageslicht sehr ausgebleicht. Dies gilt vor allem für die linke Wandseite (Stationen 8-14), an der sich die durch die Südfenster einfallenden Sonnenstrahlen bemerkbar machen.


Hinweis: Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird zum
Tode verurtheilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
das erstemal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner betrübten
Mutter
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweisstuch
7. Station
Jesus fällt
das zweitemal
unter dem Kreuze
8. Station
Jerusalems Töchter weinen über Jesu
9. Station
Jesus fällt
das drittemal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz genagelt
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuze
13. Station
Jesu Leichnam im Schosse seiner Mutter
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier...



Apostelleuchter

Dazwischen sind die kunstvoll geschmiedete Apostelleuchter angebracht, die an einfachen, aufgemalten Apostelkreuzen an der Wand befestigt sind.

sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. 


Apostelleuchter


Opferstock


Opferstock

In der Nähe des Eingangs ist ein alter, sehr urig wirkender Opferstock zu sehen. Sein Mantel besteht aus Metall.
Der Opferstock in den Kirchen dient zur Aufnahme von Geldspenden in Kirchen. Der Name rührt daher, dass der Opferstock ursprünglich aus einem großen ausgehöhlten Holzstock bestand.

In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..

 

Orgel

Auf der von zwei elliptischen Fenstern (sog.Ochsenaugen) erhellten Empore steht eine im Verhältnis zur Kirche große Orgel mit einem wohl neubarocken Gehäuse. 
Die Orgel kam 1988 aus der Klosterkirche Indersdorf, die damals eine neue Orgel erhielt. Gebaut wurde die Orgel aber für die Pfarrkirche in Vagen, von der sie 1982 nach Indersdorf verkauft wurde, um dort die Zeit bis zum Bau einer neuen Orgel zu über-brücken.
  Die Orgel hat 10 Register (Principal 8'- Gedeckt 8'- Octave 4'- Octave 2'- Mixtur 1 1/2' sowie Offenflöte 8'- Weidenpfeife 8'- Gemshorn 4'- Quartan 1 1/3+1').


Sakristei

Sakristei
Beeindruckend in ihrer Schlichtheit ist Einrichtung der kleinen Sakristei im halbrunden Anbau.
Dort werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig bzw. geweiht".

 

Weihwasserkessel
Dass die Kirchen in Albersbach und Ottmarshart nicht nur den gleichen Bauplan hatten, ist auch an den Weihwasserkesseln am Eingang zu sehen. Sie stammen sicher aus der gleichen Werkstatt. Könnte das gleiche Aussehen dafür sprechen, dass sie schon so alt wie die Kirche sind ?

Hinweis: Weihwasserbecken gehören zu den Kennzeichen einer katholischen Kirche. Sie befinden sich gleich neben dem Eingang. Nach heutiger Lesart laden sie ein, im Gebrauch des Weihwassers beim Betreten der Kirche die innere Bereitschaft zur Erneuerung durch Gott auszudrücken und beim Verlassen sich unter Gottes Sendung, Führung und Schutz zu stellen. Das stehende, leicht verderbliche (und meist gesundheitsschädliche) Wasser galt früher, als Bakterien noch unbekannt waren, als der Sitz dämonischer Kräfte. Deshalb wurde es vor dem Gebrauch gesegnet, um es von diesen Dämonen zu befreien.

Weihwasserkessel

 

Portal

Die Kirche hatte zwei Zugänge von der Süd- und der Nordseite. Die Türen sind mit schönen Türbeschlägen verziert, die das gleiche Muster haben wie in Ottmars-hart. Bei der Renovierung 1983 wurde der Nordeingang außen mit einer schmalen Backsteinwand zugemauert. Innen ist aber -zu Dekorationszwecken- noch die alte Türe angebracht.


Portal mit barocken Beschlägen

Ältere Albersbacher können sich noch erinnern, dass die Kirche in die Flurumgänge nach Pfingsten mit einbezogen war: die Prozession führte durch die Kirche, durch das eine Portal hinein, durch das andere Portal hinaus.



F
rüheres Kreuz-Reliquiar

Albersbach war früher Ziel einer kleinen, regionalen Wallfahrt zum Hl.Kreuz. Mittelpunkt war ein 1715 entstandenes Reliquiar, das aus einem Brustkreuz (Pectorale) und einem Haltefuß zusammengesetzt war. Im Reliquiar war hinter einem Schauglas die winzige Kreuzpartikel angebracht. Als nach 15 Jahren das Zertifikat für die Echtheit der Kreuzreliquie verloren ging, hat man 1731 eine neue Kreuzpartikel erworben und über die alte gelegt, um ganz sicher zu sein, auch wirklich eine Kreuzreliquie zu verehren. Das Reliquiar befindet sich heute in Indersdorf


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Hans Schertl


Quellen :
01) Dr.Martin v. Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
03) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
04) Josef Berghammer, Die Orgel in der Pfarrkirche Kloster Indersdorf, Amperland 1987/3
05) Josef Berghammer, Orgelweihe in der Pfarrkirche Kloster Indersdorf, Amperland 1989/2
06) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
07) Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991 (Einweihung 1739)
08) Peter Bartl, Mesner, 2003
09) Hans Kornprobst, Die in Indersdorf inkorporierten Kirchen, Amperland 2004/2
10) Sebastian Kottermair, ehem.Kirchenpfleger, 2007 (Flurumgang)
11) Dr. Dieter Gerhard Morsch, St.Salvator in Albersbach, Amperland 2011/2 (Altar u.Altarblatt)
12) Dr. Dieter Morsch, Die Kirchen im Pfarrverband Indersdorf 2014 (Altar, Wolf, Gruftkirche,Reliquiar)


51 Bilder: Hans Schertl

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29.9.2019