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    Sonnenuhren an den Kirchen im Landkreis
Sonnenuhr in Bogenried


in Oberhandenzhofen

In allen Kulturen stellte die Sonnenuhr das erste Zeitmessinstrument dar.

Zwischen dem 8. und 15. Jhdt. wurden in Europa an südlich ausgerichteten Kirchenwänden Sonnenuhren errichtet, die sich von den antiken Sonnenuhren ableiten lassen. Meist dienten sie der klösterlichen Zeiteinteilung.

Auch nach Erfindung der Räderuhr war die Sonnenuhr noch längere Zeit für das Richten der Räderuhr notwendig.

Heute haben die Sonnenuhren ihre Bedeutung als Zeitmesser längst verloren; Räderuhren und Funkuhren haben sie abgelöst. Doch die meisten Menschen sind immer noch von ihnen fasziniert.
Es ist Solartechnik pur.

 

 

Zur Technik der Sonnenuhr:

Der Stab muss parallel zur Erdachse ausgerichtet sein. Das heisst, dass ein Blick in Richtung des Stabes (durch die Kirchenmauer hindurch) in etwa zum Polarstern ginge.

Im Dachauer Land bedeutet dies einen Winkel von 48.


in Schwabhausen

 

 


Sonnenuhr in Webling, ren. 1990


in Mittermarbach

 

 


in Albersbach

Auf die Technik solcher sog. erdachs-paralleler Schattenstäbe kamen die Menschen erst in der 2. Hälfte des 15. Jh.

Vorher waren es die mittelalterlichen Sonnenuhren mit senkrecht zur Hauswand stehendem Schattenstab.

Strahlenförmige Linien in oft gleichen Winkelmaßen ließen keine Stunden, sondern jahreszeitlich bedingt, temporale Abschnitte des Tages ableiten.

Kirchliche Gebetszeiten wie:
Prim (Morgengebet),
Terz (Stundengebet,
3. Std. nach Beginn des lichten Tages),
Sext (Mittagsgebet),
None (Stundengebet,
9. Std. nach Beginn des lichten Tages) und
Vesper (Abendgottesdienst)
wurden in diese temporalen Abschnitte gelegt.


in Dachau-St.Jakob


in Großberghofen

in Prittlbach

Aber auch die erdachsparalleler Schattenstäbe zeigen nicht immer die exakte Zeit.
Zum einen sind die meisten auf die örtliche Zeit eingestellt; d.h., sie zeigen (in der Winterzeit) beim Sonnenhöchststand an der Kirche 12 Uhr an. Die Mitteleuropäische Zeit ist aber in ganz Deutschland gleich, obwohl z.B. die Sonne an der Ostgrenze eine halbe Stunde früher aufgeht als an der Westgrenze. Im Landkreis Dachau beträgt der Unterschied z.B. zwischen Haimhausen und Pfaffenhofen rd. 3 Minuten.


in Sickertshofen

Noch zwei weitere Gründe sorgen für eine zusätzliche Abweichung von bis zu 16 Minuten:

Die Erdbahn (Ekliptik) ist um etwa 23,5 gegen den Himmelsäquator geneigt, die Tageslängen werden dadurch jahreszeitlich verzerrt.

Ferner schwankt der Abstand Erde-Sonne im Laufe des Jahres durch die elliptische Erdbahn. Dadurch dreht sich die Erde schneller oder langsamer. Ein Tag im Sinne von Mittag zu Mittag dauert daher im Winter etwas länger als im Sommer, d.h. die Sonnenuhr läuft im Winter langsamer.


in Kreuzholzhausen

in Rumeltshausen

Und schließlich kommt noch die Sommerzeit dazu.

Richtig geht die Sonnenuhr deshalb nur am 26.Dezember; wegen der Sommerzeit geht sie am 16.April., 14.Juni. und am 2.September genau eine Stunde nach.

Aber auch an diesen Tagen gilt das lateinische Sprichwort:
Nihil sum sine sole - Nichts bin ich ohne die Sonne.

Hans Schertl


in Pasenbach

in Aufhausen

in Hilgertshausen


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Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür