zur Landkreiskarte               Ausführl.Beschreibg               Kirchen in der Gem.Vierkirchen


Filialkirche St. Nikolaus in JEDENHOFEN

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentür

Adresse : 85256 Vierkirchen, Kirchenstraße 5a
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Das zur Gemeinde und Pfarrei Vierkirchen gehörende Jedenhofen liegt zwischen Ebersbach und Pasenbach.

Der Ort wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 948 als "Uotinhovun" (bei den Höfen des Uto) genannt. Damals tauschte der Edle Isanhard mit dem Freisinger Bischof Besitztümer an sieben Orten, zu denen auch Jedenhofen gehörte, gegen einen zusammenhängenden Besitz in Straßbach.
1330 nannte man Jedenhofen "Uetenhofen,
1550: Yettenhofen.

Die erste Kirche in Jedenhofen wird 1315 in der Konradi-nischen Matrikel als Filiale von Vierkirchen erwähnt. 1479 wurde ein neues Gotteshaus im spätgotischen Stil errichtet. Seit 1524 (Sunderndorfer'sche Matrikel) ist das Nikolaus-patrozinium bekannt.

Größere Eingriffe in die Bausubstanz erfolgten im 17. und 18. Jahrhundert durch Einzug einer Flachdecke, Ver-längerung der Kirche um zwei Meter nach Westen und dem Turmbau über der Verlängerung (1716).
Seither besitzt die Kirche ihr heutiges Aussehen.

Im Zuge der Säkularisation war die Kirche 1804 für den Abriss vorge-sehen. Diese Vorhaben wurde aber wegen des Einspruchs der Orts-bewohner nicht ausgeführt.


Altarverzierung


Der markante achteckige
Dachreiter (Turm) auf viereckigem Unterbau ist mit einer Zwiebelhaube gekrönt.
Die älteste der vorhandenen Glocken stammt aus dem Jahr 1569.


Innenausstattung

Die Innenausstattung stammt überwiegend aus der Zeit nach dem 30jährigen Krieg.

Der prächtige Barockaltar wurde 1680 erstellt und kam 1739 nach Jedenhofen. Gedrehte Säulen tragen ein Gebälk mit Voluten-Sprenggiebeln, auf denen Engelsfiguren sitzen. Die Engel dürften in neuerer Zeit im barocken Stil geschnitzt worden sein.

In der Mittelnische des Altars sitzt eine Figur des Kirchenpatrons Nikolaus im Bischofsornat mit Krummstab, Buch und drei Goldkugeln.

Die Assistenzfiguren am Altar stellen St.Joseph und seinen Schwiegervater St.Joachim dar. Die Figuren sind Kopien für die 1980 gestohlenen Originalfiguren.

Im Altaraufsatz eine Gottvater-Halbfigur mit Weltkugel.

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Details (Prozessionsstangen-Engel, Hochaltar, Nikolausfigur)  per Mouseklick

Weitere Skulputuren -zumeist aus dem 20.Jh. - befinden sich an den Wänden der Kirche:
- St.Sebastian (an den Marterbaum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt),
- eine Muttergottesstatue (Jesuskind auf dem Arm und mit Königsinsignien),
- ein Kruzifix und schließlich
- über dem Eingang eine alte Engelsfigur von beachtlicher Ausdruckskraft.  

In der Kirche werden nur noch selten Gottesdienste gefeiert. Bis 2010 fand wenigstens zum Patrozinium am 6.Dezember eine Messe statt. Diese Regendete 2011 mit dem Ruhestand von Pfarrer Reichl.

Jedenhofen gehört zur Pfarrei Vierkirchen und mit ihr zum Pfarrverband Petershausen/Weichs/Vierkirchen, der vom Jetzendorfer Pfarrer als Pfarradministrator mitbetreut wird.

Jedenhofen liegt am sog. Dachauer Jakobsweg, den Dachau-Agil mit dem europäischen Jakobswegzeichen ausgeschildert hat. Die Karte mit dem Verlauf des Weges finden Sie hier...

Die Wege der Jakobspilger sind ein System von ausgeschilderten und in Führern beschriebenen Pilgerwegen, die von vielen Ausgangspunkten kommend, quer durch Europa bis nach Pamplona und von dort in einer Route nach Santiago de Compostela führen. Sie orientieren sich in der Regel an den historisch nachweisbaren Routen mittelalterlicher Jakobspilger.

 


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

Geschichte:  Matrikel 1315  Neubau 1479  Matrikel 1524  Visitation 1560  Umbau 1716
   Matrikel 1738  Abrissplan 1804  Beschreibg 1874/93  
Ausstattung:  Altar  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Figuren  Kirchenbänke
 Kreuzweg  Nikolausfigur  Reliquien  Wallfahrt  


Der Ort Jedenhofen wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 948 als "Uotinhovun" (bei den Höfen des Uto) genannt. Damals tauschte der Edle Isanhard mit dem Freisinger Bischof Besitztümer an sieben Orten, zu denen auch Jedenhofen gehörte, gegen einen zusammenhängenden Besitz in Straßbach.
1330 nannte man Jedenhofen "Uetenhofen, 1550: Yettenhofen. Später wurde es auch Jetenhouen genannt. Mundartlich sagen die Leute heute "Ianhof".


Geschichte der Kirche

Konradinische Matrikel 1315 01)
Die Kirche St. Nikolaus wird 1315 in der Konradinischen Matrikel des Freisinger Bischofs Konrad III. Sendlinger (unter der Bezeichnung "Uetenshoven") erstmals als Filiale von Vierkirchen genannt. Ein Friedhof fehlte schon damals.


Gotische Kirche 1479

1479 wurde ein neues Gotteshaus im spätgotischen Stil errichtet. Näheres ist mir leider nicht bekannt.

Sunderndorfer'sche Matrikel 1524 01)
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird Jedenhofen als Filiale "s.Nicolai in Jetenhouen sine sepult. (=ohne Friedhof)" erwähnt.

Visitationsbericht von 1560 10)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.

Im Bericht über die Pfarrei Vierkirchen ist auch die Filialkirche "St.Nicolaus in Jetenhoven" erwähnt. Sie gehörte nicht zum Landgericht Dachau, sondern zum Landgericht Kranzberg ("Crantsberger Gerichts"). Das eigene Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) betrug nur 1 Gulden. Gottesdienste wurden hier 3 mal im Jahr gefeiert ("Helt im Jar 3 meß alda"). Weiter heißt es unmissverständlich: "Ist ain arm gottsheusel. Hat kain kelch".


Verlängerung der Kirche 1716

Größere Eingriffe in die Bausubstanz erfolgten im 17. und 18. Jahrhundert durch Einzug einer Flachdecke und Verlängerung der Kirche um zwei Meter nach Westen (1716). Aus dieser Zeit stammt auch der Dachreiter; die Jahreszahl ist im Dachstuhl zu finden.


Schmidt'sche Matrikel 1738/40
01)
In den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikelauch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Nicolai in Jedenhoffen" bemerkte er, sie sei ein einfacher, etwas ärmlicher und schon alter Bau (die Arbeiten 1716 scheinen nicht viel gebracht zu haben). Sie hatte wie heute einen Altar, der dem Patron St.Nikolaus geweiht war. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag nach St.Michaeli (29.Sept). Die Messgewänder in der Sakristei waren ärmlich; deshalb wurden die Paramente in der Regel von der Pfarrkirche mitgebracht. Ein Friedhof war nicht vorhanden. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrvikar von Vierkirchen und der Landpfleger von Kranzberg. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen so in wenigen bestehen wirdet, ist aus Abgang der Rechnungs-Extracten dermahlen nit wüsslich".

Rd 30 Jahre später wurde eine Instandsetzung vorgenommen. Der Turm wurde neu eingedeckt. Diese Arbeit wurde vom Petershausener Schäffler Jakob Grueber 1768 erledigt.

Abrissplan 1804
Im Zuge der Säkularisation war die Kirche für den Abriss vorgesehen. Der Vierkirchner Pfarrer Prof.Markus Wankerl (1804-1829) beantragte am 19.9.1804 den Abbruch, um kostenloses Baumaterial für eine neue Schule in Vierkirchen zu gewinnen. Er hielt die Kirchen in Jedenhofen und (Rettenbach) "wegen der nahen Lage an der Mutterkirche ganz entbehrlich". Dieses Vorhaben wurde aber wegen des Widerspruchs der Ortsbewohner nicht ausgeführt.

Beschreibung 1874 02)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche von Jedenhofen als Nebenkirche von Vierkirchen enthalten. Zu ihr gehörten 65 Dorfbewohner (Seelen), die in 10 Häusern wohnten. Mayer schreibt zur Kirche: "Erbauungsjahr unbekannt. Stillos. Geräumigkeit genügend. Sumpfige Lage. Kuppel-Thurm mit 2 Glöckchen. 1 Altar, keine Orgel. Gottesdienst nur am Patrocinium (6.12.). Meßner ist ein Gütler, Cantor der Lehrer. Das Vermögen betrug 1870: rd. 600 Gulden.

Auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale Bayern, das 1893 Prof. von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums erstellten, finden sich ein Satz über die Jedenhofener Kirche. Dort ist zu lesen: Ausstattung mit Altar und den Figuren S.Nikolaus, Maria, Joseph etc. von ca. 1600. Handschriftlich ist ergänzt: Renov. Seibold, Glocken Wolf Steger 1561 und Massengrab.

Renovierungen
Die letzen Renovierungen fanden
1968/70 statt. Im Jahr 1998 wurde die barocke Fassung wieder hergestellt.

 

Baubeschreibung

Der kapellenartige Bau liegt in einem Gehöft. Dies erschwert den Zugang, zumal zur Kirche nur der Grund und Boden gehört, auf dem sie steht.

Der Bau wird durch sechs Fenster erhellt. Der nicht eingezogene Chor schließt mit drei Achteckseiten.

Das Langhaus, das Kirchenschiff, ist außen mit einem umlaufenden Sockel und ein Traufgesims gegliedert.

Der markante achteckige
Dachreiter (Turm) auf viereckigem Unterbau ist mit einer Holzschindel-gedeckten Zwiebelhaube gekrönt. Die Spitze der Zwiebel mit dem Kreuz scheint etwas verbogen zu sein.

Im Turm hängen zwei Glocken, von denen die kleinere mit einem Durchmesser von 43 cm aus dem Jahr 1569 stammen soll 13). Jedenfalls berichtet Pfarrer Steiniger in seiner Chronik der Pfarrei Vierkirchen im Jahr 1879 (Abschn.V Nr.5): "Auf dem Thurme finden sich zwei Glocken, von denen die kleinere die Inschrift trägt: "Gegossen von Michael Wallerstettner in München 1569". Max Gruber nennt für diese Glocke das Gussjahr 1596.
Auf der Größeren steht "Gegossen von Georg Hessern (Gößner ?) in München 1870 - gestiftet von Jakob und Monika Wenger". 03) Max Gruber nennt Hessern: Gößner 09).

Nach den Kirchenrechnungen wurde 1760 eine Glocke umgegossen und 1788 eine neue Glocke vom Münchner Gießer Lorenz Kraus beschafft. Ob diese Verhältnisse nach zwei Glockenablieferungsaktionen in den beiden Weltkriegen noch gültig ist, ist mir leider nicht bekannt.

Aus weiteren historischen Quellen lässt sich noch hinzufügen:
Iim Verzeichnis der Kunstdenkmale Bayern, das Jahr 1893 heißt es: Glocken Wolf Steger 1561 04)
Max Gruber schrieb 1984, dass Wolfgang
Steger im Jahr 1614 eine Glocke für Jedenhofen gegossen habe.09)


Innenausstattung

Das kleine Gotteshaus ist mit einer Flachdecke überdeckt. Sie besitzt Felderungen mit Stuck-rahmung aus der Zeit um 1700; es sind fünf Kreise mit Doppelrahmen.

Deckenstuck
Im größeren mittleren Rahmenfeld ist ein kleiner Cherub im Modelstuck zu sehen.
Die Innenausstattung stammt überwiegend aus der Zeit um 1660, also kurz nach dem 30jährigen Krieg. Der Altar wurde 1739 geweiht.


Altar

Der rd. 2 Meter breite und 3,30 m hohe Barockaltar wurde wohl schon um die Zeit 1680 geschaffen. Man nimmt an, dass er vorher in einer anderen Kirche stand und erst 1739 nach Jedenhofen kam. Dabei dürfte der Altaraufsatz etwas gekürzt worden sein. Das Holz des Altars ist rot, grau und grün marmoriert (= mit Marmormuster bemalt).

Altar 1680
Im Antependium des holzverkleideten Altartisches ist ein vergoldetes Rahmenfeld mit Mittelkreuz angebracht.
Gedrehte Säulen tragen ein Gebälk mit Voluten-Sprenggiebeln
, auf denen Engelsfiguren sitzen. Die Engel dürften in neuerer Zeit im barocken Stil geschnitzt worden sein.

Altaraufsatz

Im Altaraufsatz (Altarauszug) wird Gottvater als Halbrelief dargestellt. Er hält mit der linken Hand eine blaue (Welt)kugel, das Symbol für den Schöpfergott. Die rechte Hand hat er zum Segnen erhoben. Die drei abgespreizten Finger stellen den westlichen Segensgestus dar.


Gottvater

Um das Jahr 400 hatte sich in Rom das Ausstrecken von Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger und das Zurückbiegen der beiden anderen Finger durchge-setzt. Die drei gestreckten Finger weisen auf die Dreifaltigkeit hin.
Dagegen wurde in der Ostkirche ein anderer Segens-gestus verwendet wurde: Dabei berühren sich Ringfinger und Daumen, während die übrigen drei

  Finger ausgestreckt bleiben. Nachdem die Kirche sich in zwei Konfessionen gespalten hatte, legte Papst Innocenz III. (1198-1216) den lateinischen Segensgruß für die katholische Kirche verbindlich fest.

Mittelnische
In der Mittelnische des Altars, in der sich ursprünglich wohl ein Altarblatt befunden hat, sitzt seit der Aufstellung des Altars in Jedenhofen eine Figur des Kirchenpatrons, des heiligen Nikolaus', im Bischofsornat mit Krummstab, Buch und drei Goldkugeln. (Frau Barbara Deger hat einen Vergleich zwischen den Nikolausfiguren in Jedenhofen und Rettenbach gezogen. Interesse ?....)
Hinweis: Nikolaus, der Patron der Kirche, war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil.

St.Nikolaus
Der Legende nach konnte er durch Geldgeschenke (Goldkugeln), die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass ein armer Vater seine drei Töchter zur Prostitution bewegen musste.

Assistenzfiguren

St.Joseph
Die Assistenzfiguren am Altar stellen St.Joseph und seinen Schwiegervater St.Joachim dar.
Josef hält einen Zimmererwinkel in der Hand, Joachim eine Schäferschaufel. Beide Attribute weisen auf die Berufe der Heiligen hin.
Die Figuren sind aber keine Originale aus der Barockzeit. Sie wurden vielmehr vom Bildhauer Georg Sellmeier aus Zolling im Jahr 1984 angefertigt. Die Originale waren 1980 gestohlen worden. Da keine Bilder dieser alten Figuren vorhanden waren, konnte Sellmeier die neuen Figuren nur nach den mündlichen Beschreibungen der Jedenhofener nachschnitzen.

St.Joachim
  Hinweis: Der hl.Joachim wird in der Bibel nicht erwähnt. Nach dem apokryphen Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh war er der Vater Marias. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden sein Name und der seiner Frau Anna in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna.
St.Josef war früher Patron der Verwalter und Kaufleute, weil der für die rechte Finanzierung der hl.Familie sorgte. In der Barockzeit wurde er zum vielverehrten Patron eines guten Todes. Erst in neuerer Zeit wird er als Patron der Handwerker und Arbeiter verehrt (Fest seit 1955) Deshalb hält die Josefsfigur in Jedenhofen den Zimmererwinkel in der Hand.

Die mit Rankendekor und Zopffestons verzierten Kanontafeln am Altar sind aus Messing getrieben und versilbert. Auf die Rückseite der mittleren Tafel ist folgende Widmung geschrieben: "Der Pfarrkirche Vierkirchen gewidmet von Franz Seraph Zeiller. 1866. Renov. anno 1877". Die Tafeln kamen wohl erst später nach Jedenhofen.



Harmonium

Der Gesang der Gläubigen bei den wenigen Gottesdiensten wird von einem Harmonium begleitet, das neben dem Altar steht.
Es besitzt bereits Fußpedale; die Luft für die Pfeifen wird durch einen Elektromotor erzeugt.

Harmonium
zur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung der KreuzwegbilderKirchenbankwangenzur Beschreibung der Leuchterengelzur Beschreibung der LeuchterengelKirchenbankwangenzur Beschreibung der Engelsfigurzur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung des Weihwasserkesselszur Beschreibung des Türschloss


Kirchenbänke
Die Kirchenbänke aus Nadelholz (links und rechts jeweils acht Reihen) wurden zu Beginn des 20.Jh erstellt. Die geschweiften Wangen haben haben eine neubarocke Kontur.

Kirchenbank

Tragestangen
An den vorderen Kirchen-bänke sind zwei weiß-rote Tragestangen befestigt. Auf ihnen knien Leuchter-engel (im barocken Stil geschnitzt). Diese sind mit einer Inkarnatfassung (Hautfarbe) versehen; ihre Gewänder sind vergoldet.

Leuchterengel
Die Stangen werden bei Prozessionen und Bittgängen mitgetragen. Die übrige Zeit dienen sie dem Schmuck der Kirche. Die beiden heutigen Figuren wurden 1985 von Georg Sellmeier geschnitzt, nachdem die älteren Leuchterengel bei dem Kirchenraub von 1980 gestohlen worden waren.


Figuren an den Seitenwänden


St.Sebastian
- St.Sebastian ist an den Marterbaum gefesselt und von mehreren Pfeilen durchbohrt. Die farbig (polychrom) gefasste Figur wurde -wie die Assistenzfiguren am Hochaltar, die Leuchterengel und die Muttergottesfigur- 1985 vom Bildhauer Georg Sellmeier aus Zolling geschnitzt. Die frühere Figur war beim Einbruch in die Kirche 1980 gestohlen worden.
Hinweis: Sebastian soll im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.



Muttergottes

- Auch die Muttergottesstatue mit Jesuskind auf dem Arm stammt von Bildhauer Georg Sellmeier (1985).
Maria und Jesus tragen die königlichen Insignien, Krone, Zepter und Reichsapfel. Marias Fuß ruht auf einer Mondsichel. Diese Mondsichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1)
"von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen".

Wandkruzifix
- An der Wand hängt auch ein Kruzifix, das etwa 100 Jahre alt sein soll. Es zeigt in drastischer Formensprache das Leiden Christi am Kreuz.
Der Corpus Jesu ist als Inkarnat (=fleischfarbig) gefasst. Die Adern schimmern blau unter der Haut hindurch. Jesus hat sein dornengekröntes Haupt im Tode nach rechts geneigt; es ist von dem nur göttlichen Personen vorbehal-tenen dreistrahligen Heiligenschein umgeben. Aus den Wunden der Hände, der Füße, der Knie, der Seite und an der Stirn unter der Dornenkrone tropft Blut. Das um die Hüften geschlungene Lendentuch, in der Kunst auch Perizoma genannt,wird durch einen Strick gehalten. Die Füße sind, wie im Barock üblich, überkreuzt mit einem Nagel an das Holz geheftet (sog. Dreinageltypus).


Leuchterengel
- An der Westseite der Kirche (über dem Eingang) ist eine Figur angebracht, die in der Nähe der Kirche gefunden wurde. Es handelt sich um einen früheren Leuchterengel, der beim Kirchenraub 1980 gestohlen worden war. Die Diebe hatten ihn auf der Flucht verloren.
Der Engel besitzt -wie die heutigen Leuchterengel auf den Stangen- keine Flügel. Der Kerzenleuchter ist nicht mehr vorhanden. Bei der Figur handelt es sich um ein einfaches bäuerliches Schnitzwerk von beachtlicher Ausdruckskraft.



Kreuzweg-Stationsbilder

Die Bilder der Kreuzwegstationen sind 1787 entstanden. Es sind noch die ersten Kreuzwegbilder der Kirche.
Pfarrer Steinberger schreibt in seiner Chronik, dass der damalige Pfarrer von Vierkirchen, Joh.Baptist Graf von Edling die Jedenhofener Kirche erstmals mit einem Kreuzweg ausstatten ließ.
Vorher waren Kreuzwegstationen nur im Freien üblich. Die 54 x 30 cm großen Bilder wurden mit Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt. Der Maler ist mir nicht bekannt.
Die Kreuzwegbilder sind nach der gleichen Vorlage gemalt wie die Bilder in den Kirchen von Jarzt, Arzbach, Vierkirchen und im Freisinger Dom. Sie gleichen sich hinsichtlich der Szenerie sowie der Anzahl der Personen, deren Positionierung im Bild sowie der Gestik und Mimik.
Unterschiede bestehen nur in der Wahl der Hintergründe, in den Farben der Gewänder und natürlich in der Form des Rahmens. Während die Bilder in Jarzt und im Freisinger Dom eine ovale Form haben, sind die übrigen Bilder Rechtecke.

Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.


1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier..

Apostelkreuze

Die Apostelleuchter wurden zu Beginn des 18.Jh aus Schmiedeeisen gefertigt. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. An den Apostelkreuzen wurde die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt. Am Kirchweihfest oder bei anderen hohen Festen werden die Apostelkerzen angezündet.

Apostelkreuz

Die Apostelkreuze sind von alters her von einem Kreis umgeben (Nimbuskreuz). In der Barockzeit hat man diesen Kreis -wie hier in Jedenhofen- als Lorbeerkranz mit Schleifchen gestaltet.
Im Inneren des Kreises befindet sich ein gleichschenkliges oranges Kreuz (ähnlich Templerkreuz) auf weißem Grund oder vier Lilien auf orangem Grund, je nach Betrachtung. Lilien und Kreuz sollen Schöpfung und Erlösung symbolisieren.19)

Die Apostelkreuze in Jedenhofen sind ähnlich gestaltet wie die Kreuze in Mittermarbach, Indersdorf, Webling, Petershausen und Vierkirchen. Wenn Sie die Apostelleuchter und Apostelkreuze in den Kirchen unseres Landkreises vergleichen möchten, klicken Sie hier....


W
eihwasserkessel

An den hintersten Bänken, ganz in der Nähe des Eingangs, ist ein Weihwasserkessel aus Messing befestigt.
Dem Weihwasser kommt in der katholischen Kirche große Bedeutung zu. Es vermittelt Heilung, Segen, Reinigung und Gesundheit. Schon seit frühester Zeit wird mit ihm eine bewusste Erinnerung an das Wasser der Taufe verbunden.

Weihwasserkessel

 

Türschloss

Türschloss
Am Portal der Kirche ist neben noch das alte Schloss zu sehen. Es ist von einem Metallmantel umgeben.
Die Kirche ist inzwischen mit einer modernen Schließ- und Alarmanlage gesichert.

Reliquien-Ostensorium

Nicht mehr in der Kirche ist das Reliquienostensorium (= Schaugefäß). Es wurde Mitte des 18.Jh als Gürtlerarbeit aus Messing getrieben und vergoldet. Der querovale Fuß ist mit Rocaillendekor verziert. Das von einem gezackten Strahlenkranz umgebene Schaugefäß beherbergt Reliquien des hl.Apostels Jakobus, des Patrons der Pfarrkirche. Jedenfalls ist dieser Name auf die Cedulae, den Pergamentstreifen geschrieben.


Wallfahrt

Die Kirche war bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine kleine Wallfahrtsstätte.
  Hinweis: Einer Wallfahrt liegt die Überlegung zugrunde, dass an einem bestimmten Ort Gott mit seinen Gnadenkräften dem hilfsbedürftigen Menschen besonders nahe steht. Schon die Christen der ersten Jh. begannen das durch die irdische Pilgerschaft Jesu für sie heilige Land von überall her zu erwandern. Das früheste Wallfahrtsziel war das Heilige Grab, das damals als "Mittelpunkt der Erde" angesehen wurde. Dazu kamen bald die Gräber der Märtyrer und Heiligen, über die man Kapellen errichtete.

Hans Schertl


Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
03) Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
04) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
05) Dr.Gerhard Hanke, Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen, 1979
06) Andreas Berthold, Die Orte der früheren Gemeinde Vierkirchen, 1979
07) Max Gruber, Die Pfarrkirche Vierkirchen und ihre Filialkirchen sowie die Pfarrkirche Giebing, 1979
08) Georg Brenninger, Zur kirchlichen Kunsttätigkeit des 18.Jh im Freisinger Raum, Amperland 1983/3
09) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Steger, Hessern/Gößner )
  Ein Glockengießerei Hessern ist mir nicht bekannt. Dagegen war der von Max Gruber genannte Gießereibetrieb Georg Gößner aus Wien/Simmering, der in der 2.Hälfte des 19.Jh. existent. Georg Gößner liefterte 1850 für Königsbrunn am Wagram (Bezirk Tulln in Österreich) und 1896 für Gastern im Waldviertel Glocken. Auf einem alten Plakat empfahl sich die Glockengießerei Georg Gössner, Wien "zur Übernahme von Thurm-, Haus-, Uhr- und Signalglocken, sowie harmonischer Geläute jeder Grösse und Schwere und schmiedeeiserner Glockenstühle bester Construction. Im Jahr 1895, so schrieben sie, wurden ausser grossen Lieferungen 5 Glocken im Gesammtgewichte von 8920 Kilogramm für die Vorstadt-Pfarrkirche zu Marburg geliefert".
10) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
11) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Zimmermeister, Amperl 1986 (Gruber)
12) Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in den Kirchen des Gerichtes Kranzberg, Amperland 1987/2
13) Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1992
14) Dr.G.Brenninger, Kirchenabbrüche im Gebiet des Amperlandes als Folgen der Säkularisation v.1803, Amperland 1992/1
15) Dachauer Nachrichten 2001
16) Dachauer SZ 2001
17) Kreisbote 2001
18) Martin Sellmeier, Obersüßbach, 2011 (Georg Sellmeier)
19) Pfr. Josef Mayer, KLB-Gottesdienst in Jedenhofen, am 30.12.201 (Lilien u.Kreuz)

23 Bilder: Hans Schertl
Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

3.10.2015


St. Nikolaus Namenspatron der Filialkirchen in Jedenhofen und Rettenbach
betrachtet von Barbara Deger


Sie haben vieles gemeinsam - die beiden Gestalten, die den heiligen Nikolaus darstellen. Aber beim näheren Betrachten habe ich auch markante Unterschiede festgestellt.



Nikolaus von Jedenhofen

 

Gemeinsamkeiten

Gemeinsamkeit herrscht bei der Darstellung der Heiligen: Die Legende von den 3 goldenen Kugeln (oft sind es auch vergoldete Äpfel) verbindet beide. Diese hält jede der zwei Figuren in der rechten Hand. Die St.Nikolaus-Statue von Jedenhofen trägt in der rechten Hand noch ein dickes


Nikolaus von Rettenbach - ganz links
goldenes Buch, auf dem die Kugeln liegen. Diese Legende wird auch gerne im Kindergarten erzählt und gespielt. In der Geschichte geht es um einen Mann, dessen Frau gestorben ist und der nun die 3 Töchter alleine aufziehen muss. Eines Abends erklärt er den dreien, dass er sie alle am nächsten Tag zu reichen Männern geben müsse, da er keinen Ausweg mehr aus der Armut sehe. Nikolaus geht zufällig am Haus vorbei und hört dies. Daraufhin geht er heim, holt 3 goldene Kugeln (vergoldete Äpfel) und wirft diese durch das geöffnete Fenster. Am nächsten Tag findet die Familie das kostbare Geschenk und ihre Not hat ein Ende. Auch das Alter der beiden Statuen ist ähnlich. Während der "Rettenbacher Nikolaus" um das Jahr 1500 geschaffen wurde, ist die Heiligenfigur aus Jedenhofen auf das Jahr 1660 datiert. Beide halten in ihren Händen den Bischofsstab. Auch die Höhe der beiden Darstellungen ähnelt sich. So misst die Figur aus Rettenbach 83 cm, die Nikolausfigur aus Jedenhofen 94 cm ohne den 10 cm hohen Sockel. Die Künstler beider Figuren sind unbekannt.

Unterschiede

Als Hauptfigur, in einer Rundbogen-Nische sitzend "thront" der hl. Nikolaus in Jedenhofen. Mit lockig gewelltem Haar, das unter der Mitra hervorschaut und dem ebenfalls gewelltem Vollbart, sieht er so manchem "unechtem Nikolaus von heute sehr ähnlich. Seine Gesichtszüge sind sehr markant und der Ausdruck sehr lebendig. Ich habe versucht, ihm in die Augen zu schauen - doch sein Blick geht in die Weite. Er sitzt locker mit gekreuzten Beinen. Die Knie und die rechte Hand mit dem Stab ragen aus der Nische heraus; damit wirkt er für den Betrachter noch plastischer. Seine ganze äußere Erscheinung macht auf mich einen selbstbewussten, bodenständigen Eindruck.

Wenn ich mir dazu seinen "Namensvetter" aus Rettenbach anschaue, wirkt dieser eher "zart besaitet". Die schlanke Figur, das schmale Gesicht geben diesem Nikolaus etwas "Jünglingshaftes". Weil ich gerne Menschen ins Gesicht sehe, mache ich dies auch beim "meinen" beiden Nikoläusen. Ich verstehe dabei den Ausdruck des "jugendlichen" Nikolauses nicht. Wenn jemand so viel Gutes tat, wie dieser Heilige, dann ist er im Grunde doch ein fröhlicher Mensch. Doch die herabgezogenen Mundwinkel und die traurigen Augen dieser Heiligenfigur stimmen mich nachdenklich. Auch hätte ich noch große Lust, dem "Jedenhofener thronenden Nikolaus" fest in die Augen zu sehen; wenn dieser nicht immer über hinweg schauen würde.

Der 6. Dezember ist ihr großer Tag - um diesen Termin bekommen sie viele Menschen während des Patroziniums-Gottesdienstes zu sehen.

Barbara Deger

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür