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Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in DACHAU

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentür 
Adresse: 85221 Dachau Am Heideweg 3
Lage der Kirche auf der Landkarte ...
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alle Kirchen und Kapellen in der Stadt Dachau auf der Landkarte


Kurzbeschreibung

Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als der neue Stadtteil Dachau-Süd errichtet wurde. 1956 hat man sie als Kuratie von der Pfarrei St.Jakob abgetrennt und 1959 zur selbstständigen Pfarrei erhoben.

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt liegt an der Ecke Heideweg/Pfarrer-Kölbl-Straße im Süden der Stadt.
Sie wurde in den Jahren 1954 bis 1956 nach Plänen Friedrich Haindls gebaut und am 30.9.1956 nach zweijähriger Bauzeit von Weihbischof Neuhäusler eingeweiht.
Die Innenausstattung wurde in den folgenden acht Jahren komplettiert.

An der modernen Außenfassade sind Keramikplatten mit verschiedenen Darstellungen zum Thema "Menschen der heutigen Zeit auf dem Weg zu Christus" angebracht. Entwurf und Ausführung lagen in den Händen des Dachauer Keramikers und Bildhauers Gerd von Stokar.

Im Turm hängen sechs Glocken, die eines der "klangschönsten Großgeläute in der Erzdiözese München und Freising" bilden.

Die Kirche steht als wichtiges Baudenkmal aus den Fünfziger Jahren des 20.Jahrhunderts unter Denkmalschutz.
Die letzte große Renovierung wurde in den Jahren 2002 bis 2007 durchgeführt.

Innenausstattung

Der moderne Kirchenbau wird durch den stark eingezogenen Chor mit der großen Marienfigur an der Rückwand, Glasbausteinen an den Seitenwänden und durch große weiße Wandflächen im Kirchenschiff geprägt.

Die Chorrückwand und die Decke im Langhaus sind mit moderner Al-Secco-Malerei des Dachauer Künstlers Richard Huber geschmückt.

Die Seitenaltäre sind in Nischen angebracht, deren Rückwände durch Mosaike von Wilhelm Dieninghoff gestaltet sind. Der linke Seitenaltar ist dem hl. Josef, dem Patron der Arbeiter geweiht. Am rechten Seitenaltar sind der leidende Christus, ein Atompilz und ein Wachturm zu sehen (sog. "Heimkehreraltar").

Die Kreuzwegbilder sind in Emailtechnik erstellt.


per Mouseklick zu den Beschreibungen Amboneue Leuchtenneue Leuchtenneue Leuchtenneue LeuchtenGlasbausteineMarienfigurlinker SeitenaltarHeimkehreraltarDeckenmalereiChoraltarGlasbausteineEwig-LichtAmboChorglockeKreuzwegbilderTaufbereich


Die Orgel von der Fa. Staller aus Grafing (1959) besitzt zwei Manuale und 22 Register.

Zwischen Kirchenraum und Turm wurde für die Gottesdienste am Werktag ein Kirchensaal gebaut. Dort ist die alte Orgel aus der Filialkirche St.Johannes Evangelist untergebracht.
Im Untergeschoss des Turmes ist eine Marienkapelle eingerichtet.

Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte der Pfarrei

Schon Ende des 19.Jh kamen Bestrebungen auf, im Unteren Markt Dachau eine Kirche zu bauen. 1900 wurde deshalb ein "Filial-Kirchenbauverein" gegründet. Doch erst 1933 wurde hier in der Schillerstraße eine kleine Kirche errichtet, die dem Evangelisten Johannes geweiht war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der neue Stadtteil Dachau-Süd erbaut. Hier wohnten insbesondere Heimatvertriebene und Flüchtlinge. Durch die Zunahme der Bevölkerung wurde die Pfarrei St.Jakob zu groß. Dachau-Süd sollte deshalb eine eigene Pfarrei werden. Die Kirche St.Johannes war als Pfarrkirche zu klein. So wurde von 1954-56 eine neue Pfarrkirche gebaut. Am 16.Sept.1956, 2 Wochen vor der Weihe des Gotteshauses, hat man den Stadtteil als Kuratie von der Pfarrei St.Jakob abgetrennt, am 21.4.1957 zur Pfarrkuratie und am 15.August 1959 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Zu dieser neuen Pfarrei kam auch die Kirche St.Johannes Evangelist. Seit dem Jahr 2000 wird diese Kirche von der griechisch-orthodoxen Gemeinde genutzt.
Als Pfarrer wirkten in Mariä Himmelfahrt:
1954 -1988:  Josef Kölbl
1988 - 1992: Januz Zurawski
1992 - 1998: Carl-Friedrich Burkert
1998 - 2007: Reinhold Langenberger

 

Geschichte der Kirche

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt an der Pfarrer-Kölbl-Straße wurde in den Jahren 1954 bis 1956 nach Plänen Friedrich Ferdinand Haindls aus München von der Baufirma Otto Reischl aus Dachau gebaut (Kosten: 600.000 DM).
 

Die Architektenfamilie Haindl führt schon in dritter Generation ein Architekturbüro. Das alle Architekten den Vornamen Friedrich trugen/tragen, ist das Werksverzeichnis der Familie nicht einfach zu erstellen.
Der Gründer Friedrich Haindl wurde jedenfalls 1872 in Piding bei Reichenhall geboren Er absolvierte eine Lehre als Holzbildhauer in Berchtesgaden und war dann in mehreren Werkstätten in München als Bildhauer tätig. Es folgte eine Ausbildung zum Architekten und Tätigkeiten in den Büros Prof. Romeis (München), Prof. Moritz (Köln), Deininger und dem Baubüro der Reichsbahn. 1911 gründete er das eigene Architekturbüro.
Der Sohn Friedrich Ferdinand Haindl (1910-2002) studierte an der Technischen Hochschule München u. a. bei Robert Vorhoelzer und German Bestelmeyer. Schon während des Studiums arbeitete er im väterlichen Büro. Nach Abschluss des Studiums folgte die Referendarausbildung in München. Der abschließende Staatskonkurs zum Regierungsbaumeister erfolgte 1938 in Berlin.Seit 1935 bearbeitete Friedrich F. Haindl eigene Aufträge - vornehmlich Großwohnanlagen und Kirchen, aber auch viele Wettbewerbe. Nach dem Wehrdienst 1939 bis 1945 war er wieder als selbständiger Architekt tätig. Von 1948 bis 1956 war Friedrich F. Haindl als Dozent für Entwurf am Polytechnikum (heute Fachhochschule) tätig. Haindl hat mindestens 23 Kirchen und verschiedene andere öffentliche Gebäude geplant. Darunter auch die Kirchen St.Anna in Karlsfeld (1952), Mariä Himmelfahrt (1954) und Hl.Kreuz in Dachau (1963).

1951 wurde der Enkel Friedrich Carl Haindl geboren, der ebenfalls Architekt wurde und noch heute in dritter Generation mit Kollegen das Architekturbüro Haindl in München führt.

Am 10.Oktober 1954 legte Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler den Grundstein und konsekrierte (weihte) den Bau zwei Jahre später, am 30.September 1956.
Das Patrozinium Mariä Himmelfahrt wurde gewählt, weil Dachau damals noch keine Marienkirche besaß. Die übrigen drei Kirchen im ursprünglichen Stadtgebiet sind den Aposteln Petrus, Jakobus und St. Johannes geweiht. Mitterndorf mit seiner Pfarrkirche St.Nikolaus und Maria wurde erst 1972 eingemeindet.
Die Ausstattung der Kirche wurde in den nächsten Jahren komplettiert.

.... weitere Details über die Geschichte finden Sie auf der Homepage der Pfarrei Mariä Himmelfahrt.


Baubeschreibung

An der modernen Außenfassade sind Keramikplatten mit verschiedenen Darstellungen zum Thema "Menschen der heutigen Zeit auf dem Weg zu Christus" angebracht. Entwurf und Ausführung lagen in den Händen des Dachauer Keramikers und Bildhauers Gerd von Stokar.

Keramikplatten an der Außenfassade


Der Künstler wurde am 3.10.1922 in Donauwörth geboren. Von 1952 bis 1958 leitete er den Betrieb der Schwäbischen Majolika-Manufaktur in Krumbach. 1958 übersiedelte er nach Dachau und führte hier die staatlich anerkannte Lehrwerkstätte für Keramik und Keramische Bildhauerei. Die Gestaltung der Außenfassade der Kirche Mariä Himmelfahrt war eines seiner Hauptwerke. 1962 wanderte die Familie mit den Kindern Ulrike und Thomas nach Afrika (Ghana und Nigeria) aus. Gerd von Stokar hatte dort bis 1974 eine Professur an einer Universität inne. Der Künstler verstarb am 04.05.1986 in Kufstein; er ist auf dem Waldfriedhof in Dachau begraben. Die Stadt hat an seinem Grab eine Bronzeplakette mit dem Dachauer Stadtwappen anbringen lassen.

Das schwere Metallportal ist mit reliefartigen Verzierungen geschmückt. Es handelt sich um ein Kreuz, um das Auge im Dreieck als Symbol für die Hl.Dreifaltigkeit und um den Erdkreis mit drei parallelen Wellenlinien. Die Türklinken haben Fischform. Der Grundriss des Kirchenschiffs zeigt ein langgezogenes Achteck mit angefügtem Altarraum.

Das Dach ist sehr steil. Nach der Pfarrbeschreibung von Dieter Reinke ist der Dachstuhl filigran und besteht aus relativ schwach dimensionierten Holzbalken. Die Statik wurde auf dem untersten Level berechnet.

In dem etwas vom Kirchenschiff abgesetzten 45 m hohen Turm hängen sechs in den Jahren 1958 u. 1963 von der Fa. Perner gegossene Bronzeglocken, die elektronisch gesteuert werden. Das Geläute ist nicht nur das größte in der Region, sondern wird auch zu den "klangschönsten Großgeläuten in der Erzdiözese Mch-Freising" gezählt. Insbesondere die große Glocke soll nach einer Aussage im Internet einen "gewaltigem und sehr voluminösen Klang haben, gepaart mit einem sehr kräftigen und singenden Anschlag".
Über die Glockenweihe 1958 gibt es einen Zeitungsbericht, den Sie lesen können, wenn Sie hier klicken..

Sechs Glocken
Name der Glocke
Jahr
Gewicht
Ton
Durchmesser
Aufschrift auf der Glocke
Heiliggeist-Glocke (Festglocke)
1963
2800 kg
H
167,5 cm
Ich lege meinen Geist in euch, damit ihr zum Leben erwachet.
Marien-Glocke
1958
1570 kg
d'
141,5 cm
Aufschrift: Patronin voller Güte, uns alle Zeit behüte
Hedwigs-Glocke(Angelusglocke)
1958
825 kg
fis'
113 cm
Herr, du bist meine Zuflucht in den Tagen der Trübsal.
Josefs-Glocke(Wandlungsglocke)
1958
496 kg
a'
94 cm
Unser Hände Werk lass gelingen, o Herr.
Herzjesu-Glocke(Totenglocke)
1958
336 kg
h'
84 cm
Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.
Schutzengel-Glocke (Taufglocke)
1958
211 kg
d''
71 cm
Begleite uns auf allen Wegen.

Im Internet gibt es vom Glockengeläute in Mariä Himmelfahrt eine interessante Videoaufnahme. Wenn Sie sie hören und sehen möchten, klicken Sie hier...

Um die Schalllöcher herum gruppieren sich die Stundenanzeigen der großen Turmuhr von der Fa. Neher aus München (1960, 10.000 DM). Die Zeiger sind 4 m bzw. 2,5 m lang.

Die Kirche steht als wichtiges Baudenkmal aus den Fünfziger Jahren des 20.Jahrhunderts seit 1996 unter Denkmalschutz. Sie ist nahezu unverändert im Stil und Zustand der Entstehungszeit erhalten geblieben. Als zeittypisch für die 50er Jahre gelten die Fenster aus Beton-Glas-Elementen im Altarraum, die Form der Kanzel und der Apostelleuchter, die asymmetrische Empore sowie das steile Dach.

Große Renovierungen wurde in den Jahren 1987 sowie 2002 bis 2007 durchgeführt.
Dabei wurden restauriert:
die Madonnenfigur am Chorschluss sowie die Gemälde an Wand und Decken,
Sitzbänke, Ambo, Beichtstuhl und Beleuchtungs- u. Heizungsanlage,
Glockenturm, Aufhängung der Glocken, Turmuhr sowie die baufällige Sakristei.
Neu gebaut wurden ein Kirchensaal mit Foyer und Nebenräumen sowie eine Kapelle im Untergeschoss des Turmes.

2014 wurde die Pfarrkirche liturgisch umgestaltet und erhielt dabei einen neuen Volksaltar aus Aluminium. Der bisherige Altar(Choraltar) wurde zurückversetzt. Der Tabernakel fand nun wieder Platz auf dem Choraltar. Der Taufort wurde aus dem südwestlichen Bereich des Kirchenschiffs nordöstlich neben den Altarraum umgesiedelt.


Innenausstattung

Altarraum

Der moderne Kirchenbau wird durch den stark eingezogenen Chor mit der großen Marienfigur an der Rückwand und Beton- Glaselementen an den Chorseitenwänden sowie den hohen weißen Wandflächen im Kirchenschiff geprägt. Die Betongusssteine gleichen in ihrer Form denen in der Kirche St.Jakob am Anger in München.

Die drei Meter hohe Figur der in Himmel auffahrenden Maria aus Zirbelholz stammt aus der Hand des Bildhauers Prof. Lorch aus München (1961).
Sie wurde von Richard Huber passend zu der von ihm gestalteten Rückwand gefasst, d.h. bemalt.



Muttergottes v.Richard Huber
Vor einem sternenbesetzten Strahlenkranz schwebt die in Gewänder mit den traditionellen Marienfarben Rot, Blau und Gold gekleidete Muttergottes nach oben und breitet ihre Hände aus.
Die Gemälde auf der Altarraum-Rückwand wurden bei der Renovierung 2006/07 vollständig erneuert.


C
horaltar

Der elegante Choraltar aus Stein scheint aus dem Boden herauszuwachsen. Er steht relativ nah an der Chorrückwand und ist deshalb weit entfernt von den Gläubigen im Kirchenschiff. Die Zelebration ist von beiden Seiten aus möglich. Bis zur Liturgiereform war der Altar entsprechend dem damaligen Ritus verwendet worden; der Priester stand mit dem Rücken zu den Gläubigen. Nach dem II. Vaticanischen Konzil wurde er ohne Aufwand in einen Zelebrationsaltar (Volksaltar) umgewandelt; der Priester stellt sich zur Feier des Messopfers auf die andere Seite, mit dem Gesicht zum Volk.
Allerdings stand der Altar nach wie vor weit entfernt von den Gläubigen. Deshalb hat man im Jahr 2014 einen neuen Volksaltar an die Stufen des Altarraums gestellt und den Choraltar um einen Meter weiter in Richtung Ostwand gerückt.

Choraltar vor 2014
Der Tabernakel, der bis 1970 noch hinter dem Altar stand, wurde in der Zeit, in der der Choraltar als Volksaltar genutzt wurde, auf eine Stele an der Seite gesetzt. Seit 2014 steht der Tabernakel wieder auf dem Choraltar.


Glasbaustein


Tabernakel

Der Tabernakel wurde vom Goldschmied Ernst Zick aus München angefertigt. Das würfelförmige Gehäuse steht auf einer mit geometrischen Formen verzierten Stele. Auf der Türe des Tabernakels sind das Jesuszeichen "IHS" im Dreieck zu sehen, umgeben von Weinranken und Getreideähren, den Symbolen für Brot und Wein.

Tabernakel
Die ersten Jahre und seit 2014 wieder steht/stand der Tabernakel an der Rückseite des Hochaltars. Im Zuge der Liturgiereform nach dem II.Vaticanum war er auf die rechte Seite des Altarraums verlegt worden, um die Messfeier nach dem neuen Ritus (versus populum) zu ermöglichen.

Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen wie hier in Mariä Himmelfahrt frei auf einer Säule.


Zelebrationsaltar und Ambo


Im Rahmen der Sanierungsarbeiten 2007 hatte man einen neuen Ambo aufgestellt. Im Jahr 2014 kam auch ein in Form und Material passender Zelebrationsaltar dazu. Beide bestehen prismenförmigen, 15 mm bzw. 8 mm starken Aluminiumplatten, die je nach Beleuchtung und Standort des Betrachters in verschiedenen Farben schillern. Die geometrischen, polygonen Formen übersetzen nach Dieter Reinke die in der Wandbemalung der Kirche vorherrschenden Dreiecke und Rauten in die dritte Dimension.


Volksaltar u. Ambo
seit 2014

Altar und Ambo wurden von den Architekten Christoph Wollmann und Anton Mang entworfen. Die Ausführung hat Kunstschmiedemeister Matthias Larasser-Bergmeister aus Langwied bei Ebersberg übernommen. Die Einzelteile von Altar und Ambo wurden verschraubt, weil Löten oder Schweißen Farbspuren hinterlassen hätte.
Unter dem Altar sind in einem Reliquienbehälter Partikel der Gebeine des sel. Otto von Freising und des sel. Kaspar Stanggassinger "beigesetzt".

 

Otto war von 1138 bis 1158 Bischof von Freising. Er gilt als einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters. Der 1998 selig gesprochene Kaspar Stangassinger (1871-1899) war Redemptoristenpater und ein begnadeter Pädagoge in der Priester-ausbildung. Über den Festgottesdienst zur Altarweihe am Sonntag, 9. November 2014 hat Dieter Reinke einen interessanten Bericht auf die Homepage der Pfarrei geschrieben.
Wenn Sie Interesse haben, klicken Sie hier...


Altarweihe

Der Ambo steht zwei Stufen tiefer als der Altar; dies wird als Bewegung um zwei Schritte auf die Gläubigen zu interpretiert. Der frühere Ambo stammte aus einer anderen Kirche und wurde zurückgegeben.
 

Hinweis: Der Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche, zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist der Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen. "Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Ambos sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.
Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar.


Ewig-Licht


Ewig-Licht-Ampel
Das Ewig-Licht ist nicht -wie in barocken Kirchen- in eine Ampel integriert, sondern wird in einer Schale präsentiert. Sie ist an der linken Wand des Altarraums über dem Ambo angebracht. Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden.


Chorglocke/Sakristeiglocke

Hinter der Sakristeitüre hängt eine große Chorglocke. Sie ist mir Reliefs geschmückt, die verschiedene Mariendarstellungen zeigen. Die Chorglocke gibt das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes. Sie wird geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.
Bis 2015 war die Glocke vor der Sakristeitüre im Altarraum angebracht.
Hinweis: In der Sakristei werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften
            aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen
            Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig,
            geweiht".


Chorglocke


Taufbereich

   Ambo

Der Taufort ist seit November 2014 links neben den Altarraum angesiedelt. Das neue Taufbecken besteht wie der Zelebrationsaltar und der Ambo aus prismenförmigen, 8 mm starken Aluminiumplatten. Es ist Teil der Neugestaltung des Altarraums Ende 2014.

Im ehem. Taufbereich hinten rechts sind seit 2007 Messingschreine in die Wand eingelassen, in denen die heiligen Öle aufbewahrt werden. Die Schreine wurden in der Kunstschmiede Bergmeister in Langwied bei Ebersberg gefertigt,

                      aus der auch der Ambo und der Volksaltar stammen. In den Schreinen wird neben dem Krankenöl, dem oleum infirmorum, auch das Chrisam-Öl aufbewahrt, das bei der Taufe und der Firmung Verwendung findet. Es besteht aus Olivenöl, dem zur Verbesserung des Geruchs Balsam beigemischt wird. Der geistliche Sinn der Beimischung besteht darin, dass die mit Chrisam Gesalbten, die Christen, den "Wohlgeruch Christi", nämlich das Evangelium, verbreiten sollen.
(Der fehlerhafte Text auf dem Messingschrein "Sanctum Crysam" wurde inzwischen korrigiert).

Schrein für hl.Öle


Früherer Taufbereich
Vor einigen Jahrzehnten wurde rechts neben dem Eingang ein Taufbereich eingerichtet. Das Taufbecken aus Messing -es stammt ebenfalls von den Künstlern Hößle aus Ebertshausen- stand bis 2007 in einer eigenen Nische, deren blaue Rückwand mit der Heilig-Geist-Taube vor einem Kreuz bemalt war.
   
Taufbecken
Dann wurde es zusammen mit der Osterkerze rechts vom Eingang auf einer hellen, kreisrunden Steinplatte, die im Boden eingelassen ist, aufgestellt. Die Osterkerze ist Symbol für den auferstandenen Christus. Sie wird in der Osternacht im Exultet besungen.

Glasfenster mit Osterkerze
Dahinter ein Fenster mit Glasgemälden. Das Glasfenster ist an der Stelle eines früheren Seiteneingangs eingebaut worden. Es zeigt eine Heilig-Geist-Taube als Symbol für die Taufe. Darunter der rote Buchstabe "M" unter einer gelben Krone (wohl Sinnbild für Maria). Die beiden Glasgemälde waren schon seit längerer Zeit im Turmbereich eingebaut. Nun hat man sie mit einigen Ergänzungen zu einem Fenster zusammengefügt.
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Kirchenschiff / Langhaus

Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.

Die Decke im Langhaus ist mit moderner Malerei geschmückt. Auch sie stammt vom Dachauer Künstler Richard Huber. Sie wurde nicht als Fresko sondern als Al-Secco-Malerei (Farbe auf trockenem Grund) ausgeführt. Diese Technik ist nicht so haltbar.

Deckengemälde
von Richard Huber

Die Decke selbst besteht aus Holzbalken mit darunter genagelten Brettern, auf deren Unterseite der Putz mit den Malereien aufgetragen ist. Durch die Temperaturschwankungen und die dadurch bedingten Spannungen und Risse wurde das Deckengemälde schadhaft. Bei der letzten Renovierung wurden deshalb eine Wärmedämmung und Lüftungsschächte für das Dach eingebaut, die Malerei gereinigt und die beschädigten Stellen retuschiert (2006).   

 

Seitenaltäre

Die einfachen Seitenaltäre sind in Nischen angebracht. Die Rückwände bestehen aus Mosaiken, die
von Wilhelm Dieninghoff (1903-1984) im Jahr 1961 gestaltet wurden.
Mehr zum Künstler Dieninghoff...

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht. Seine Figur ist in der Mitte der Rückwand zu erkennen. Der Heilige sitzt auf einem thronähnlichen Stuhl. Sein Haupt ist von einem vergoldeten Heiligenschein umgeben. In den Händen hält Josef Latte und Axt, Attribute, die auf seinen Zimmermannsberuf hinweisen.

St.Josefsaltar

Diese Darstellungsform ist relativ neu. Früher war Josef meist mit einer Lilie oder einem blühenden Aaronstab abgebildet oder als Ziehvater mit dem Jesuskind. Heute wird Josef meist als Handwerker gezeigt; er ist seit 1955 auch Patron der Arbeiter. Dazu als Inschrift den Wahlspruch der Benediktiner: Bete und arbeite (ora et labora). Umrahmt wird St.Josef von stilisierten Fabrik-gebäuden. Das rechte soll die Papierfabrik in Dachau darstellen, den ersten und ältesten Großbetrieb in der Stadt, der viele Arbeitsplätze bot, bis er 2007

  geschlossen wurde.Das Mosaik am linken Seitenaltar entwarf Otto Grassl (1891-1976), der auch die Fresken in der Kirche St.Peter in Dachau gestaltete.



Rechter Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar ist der sog. "Heimkehreraltar" oder auch Ecce-Homo-Altar.
In der Mitte sitzt die Mosaikfigur des gegeißelten Heilands, dem die Soldaten einen roten Mantel umgehängt, ein Schilfrohr als Zepterersatz in die Hand gegeben und eine Krone aus Dornen auf sein Haupt gedrückt haben.Eingerahmt ist Christus von einem Atompilz und von einem Wachturm mit Stacheldraht.


Heimkehreraltar

Der Atompilz symbolisiert die weit verbreiteten Ängste der Menschen in der 2.Hälfte des 20.Jh vor einem Krieg zwischen Ost und West mit Atomwaffen. In der Zeit um 1960/61, als der Altar errichtet wurde, waren viele Menschen überzeugt, dass ein solcher Krieg unvermeid-lich sei. Erst der Zusammenbruch der Kommunistischen Herrschaft um 1990 ließ diese Ängste erlöschen. Der Wachturm mit Stacheldraht erinnert nach Dieter Reinke "an das Leid, das Menschen durch den Verlust der Freiheit und ihrer Würde erfahren mussten und noch
  müssen". Das trifft hier in Dachau natürlich besonders auf die Opfer des Konzentrationslagers zu. Erinnert wird damit aber auch an die Kriegs-gefangenen im Zweiten Weltkrieg. Die letzten deutschen Gefangenen in der Sowjetunion waren wenige Jahre zuvor, 1955, entlassen worden. Diese Heimkehrer sollen aus Dankbarkeit für die glückliche Rückkehr zu den großzügigsten Spendern für die Innenausstattung der Kirche gezählt haben (deshalb die Bezeichnung "Heimkehreraltar").
Das Mosaik entwarf der Dachauer Maler Richard Huber (1902-1982), dessen Kunstwerke auch in mehreren anderen Kirchen des Dachauer Landes zu sehen sind.



Kreuzwegbilder

Die Kreuzwegbilder wurden 1962 (1964 ?) vom Goldschmied-Ehepaar Therese und Erhard Hössle aus Ebertshausen in Emailtechnik geschaffen. Sie zählen zu den bemerkenswertesten Kunstwerken in der Kirche.

Ehrhard Hössle lehrt(e) an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Er baute zusammen mit Werner Kraus die größte (begehbare) Kamera der Welt, ein Kunstobjekt, mit dem Menschen die Möglichkeit gegeben wird, sich darin zu fotografieren.


Bei den Kreuzwegbildern in Dachau handelt sich um 19 x 19 cm große Zellenschmelz-Emailplatten. Auf einer Eichenholzplatte sind ein dünnes Messingblech und -seit 2007-eine Ausgleichsschicht fixiert. Darauf ist das Bild aus Emaille und Schildpatt aufgebracht.

Wegen der Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Schwankungen waren die Bilder nach 40 Jahren zerbröselt und wurden 2007 von Elena Agnini aus München mit großer Kunstfertigkeit restauriert.
Während der mehrjährigen Renovierung der Emailbilder waren die Kreuzwegstationen
in der Kirche durch Kinder-zeichnungen ersetzt. Eine

Kreuzwegbild 2006
gute Idee mit guten Ergebnissen

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier...

1. Station
Jesus wird von Pilatus verurteilt
2. Station
Jesus nimmt das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt zum ersten
Mal unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene hilft
Jesus d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt zum zweiten
Mal unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet die
weinenden Frauen
9. Station
Jesus fällt zum dritten
Mal unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird vom
Kreuz abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

 


Apostelleuchter
Bei den Kreuzwegbildern sind die schmiedeeisernen Apostelleuchter angebracht. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.

Apostelleuchter

 

Kanzel

An der linken Seite ist eine Kanzel im eleganten Stil der 1950er Jahre angebracht. Es war wohl die letzte Kanzel, die in eine Kirche im Dachauer Land eingebaut wurde.
Hinweis: In altchristlicher Zeit wurde die Predigt -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.

Kanzel
neue Leuchtenzur Beschreibung des AmbosGebetbuchständerneue Leuchtenneue Leuchtenneue Leuchtenzur Beschreibung der DeckenmalereiBeichtstuhlOpferstockzur Beschreibung der OrgelApostelleuchterneue LeuchtenErinnerungstafelGebetbuchständerGlasgemälde und OsterkerzeÖlezur Beschreibung des Gnadenstuhls
Vergrößerung von 12 Details ( Orgel, Beichtstuhl, Figur, Kreuzweg u.a.) per Mouseklick

Im Zuge der Renovierung 2007 wurden im Kirchenschiff auch neue Lampen eingebaut.

Leuchten
Der Beichtstuhl wurde 2007 restauriert und von seinem früheren Standort an der Rückwand wenige Meter weiter in die bisherige Tauf-beckennische verlegt. Er schließt nun bündig mit der Wand ab.

Beichtstuhl

Neben dem Beichtstuhl in eine Erinnerungstafel für den ersten Pfarrer Josef Kölbl in die Wand eingelassen. Er hatte die Pfarrei in den ersten 32 Jahren maßgebend geprägt.

Erinnerungstafel
Die Gebetbücher (Gotteslob) werden in einem formschönen Ständer in der Nähe des Eingangs aufbewahrt.

Gebetbuchständer


Gnadenstuhl
Rechts neben dem Portal befindet sich eine gotische Figurengruppe, die als Gnadenstuhl bekannt ist. Auf der Darstellung hält der bärtige Gottvater den toten Sohn unter der Schulter und präsentiert ihn so dem Betrachter. Jesus, mit langem, bis zum Bauchnabel reichendem Kopfhaar, ist mit den fünf Wundmalen der Kreuzigung gezeichnet.

Gnadenstuhl

Die Lanzenwunde ist hier -medizinisch richtig- auf der linken Seite zu sehen. Sonst wird diese Wunde oft auf der rechten Körperseite dargestellt. Die Skulptur soll aus der Schule des bedeutenden Bildhauers Erasmus Grasser (1450-1518) stammen, der u.a. die Moriskentänzer am Münchner Rathaus geschnitzt hat. Anhaltspunkte für diese Annahme sind die Übereinstimmungen in den Augenpartien oder bei der Haltung der Füße des toten Christus mit den entsprechenden typischen Elementen bei anderen Figuren aus der Werkstatt Grassers. Die Figurengruppe aus Birnbaumholz befand sich

  ursprünglich in einer Kapelle in Österreich, die durch eine Brand zerstört worden ist. Ein Bauer hat damals die Skulptur gerettet und in seinem Haus aufgestellt. Jahrhunderte später ist die Figur im Kunsthandel aufgetaucht. Dort konnte sie die Pfarrei sie dank einer großherzigen Spende kaufen.

Hinweis
: Der Gnadenstuhl ist ein Darstellungstypus der göttlichen Dreifaltigkeit in der christlichen Kunst. Gott Vater präsentiert Christus den Betrachtern als denjenigen, der für ihre Sünden am Kreuz gestorben ist. Der Heilige Geist, der zwischen Gott und Christus steht, vermittelt zwischen beiden. Die Aussage des Gnadenstuhls kann mit den Worten "Zugang zu Gott nur über Jesus Christus" beschrieben werden. Das Wort Gnadenstuhl ist erst von Martin Luther geprägt worden. Gnadenstuhl entspricht dabei der Übersetzung der Formel von thronum gratiae, die sich im Hebräerbrief (9,5) findet. Dort beschreibt Paulus die Bundeslade: "Oben darüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenthron". Die Anfänge des künstlerische Gnadenstuhl-Motivs sind auf Illustrationen des um 1120 entstandenen Messkanons zu finden. Der Gnadenstuhl gilt als die bedeutendste mittelalterliche Bildschöpfung für die Darstellung der Dreifaltigkeit.



Opferstock
Neben der Eingangstür hängt ein schön gestalteter Opferstock aus Schmiedeeisen. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..

Opferstock



Orgel

Seit Oktober 2015 besitzt die Kirche eine neue Orgel.

 
Die neue Orgel
in der Entwurfsansicht

Die neue Orgel wurde 2015 von der Fa Christoph und Matthias Kaps aus Eichenau gebaut. Sie ist mit 3 Manualen, 41 Registern und 2530 Pfeifen die größte Orgel im Dachauer Land (noch vor den Orgeln in St.Jakob, Indersdorf und St.Peter). Die Orgelweihe durch Weihbischof Bernhard Haßlberger fand am 25.Oktober 2015 unter Mitwirkung des Münchner Musik-Professors Karl Maureen statt. Der bezeichnete die Orgel als Instrument, das "in seiner klanglichen und technischen Qualität internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht".
Auch i
n der Presse wurde das neue Instrument in höchsten Tönen gepriesen:
   "Durch die Verwendung hochwertigster Materialien, modernster Technik und meisterhafter Verarbeitung
    wurde ein hervorragendes Instrument geschaffen. Das klangliche Ergebnis darf als Meisterleistung
    bezeichnet werden - darin sind sich die Experten schon jetzt einig".

Die neue Orgel war notwendig geworden, weil das frühere, 1959 eingebaute Instrument in einem sehr schlechten technischen Zustand war. Ein Teil der dünnwandigen Pfeifen war wegen des hohen Bleianteils zusammengesackt und konnte die Tonhöhe nicht mehr halten; die 1300 Ledermembranen waren trocken und undicht geworden, viele Elektrokontake oxidiert. Zudem hatte das Instrument -als Geburtsfehler- eine "ungünstige Klangabstrahlung zum Spieltisch". Eine Reparatur war nicht mehr möglich.

Technische Daten:
Maße: Höhe 7,46 m, Breite 7,50 m,
         Tiefe 2,70 m.
Gewicht: 10 Tonnen,
2530 Pfeifen (darunter:
                   2016 Metallpfeifen,
                    248 Holzpfeifen,
                    266 Zungenpfeifen)
Größte Pfeife 5,30 m, 85 kg,
Kleinste Pfeife 5 mm, 10 g
Spieltisch mit 3 Manualen und
mechanischer Spieltraktur

mehr Daten zur neuen Orgel
finden Sie hier...

 Disposition der neuen Orgel (nach Angaben der Hersteller Kaps):
 Hauptwerk I. Manual C-g3
       Bourdon 16', Principal 8',Gamba 8', Gedeckt 8', Soloflöte 8',Octave 4',Nachthorn 4',
       Quinte 2' 2/3,Superoctav 2', Mixtur 4-Fach 2', Cornett 4-Fach 4', Trompete 8'  
 Positiv II. Manual C-g3
       Rohrflöte 8', Quintade 8', Principal 4', Holzflöte 4', Sesquialter 2-fach 2',
       Doublette 2', Sifflöte 1' 1/3, Scharff 3-fach 1' 1/3, Dulcian 8',
 Schwellwerk III. Manual C-g3
       Geigenprincipal 8', Hohlflöte 8', Salicional 8', Schwebung 8', Fugara 4', Traversflöte 4',        Nasat 2' 2/3, Flöte 2', Terz 1' 3/5, Mixtur 4-fach 2', Trompette harm.8', Oboe 8'
 Pedal C-f'
       Untersatz 32', Principalbass 16', Subbass 16', Octavbass 8', Gedecktbass 8',
       Choralbass 4', Bombarde 16', Trompete 8'
 Koppeln
       II - I, III - I, III - II, III - I 16', III - II 16',
       III 16', III 4', I - P, II - P, III - P, III - P 4'

Orgel von 1959-2013

Die von der Fa. Staller aus Grafing hergestellte Orgel wurde 1959 als erste Orgel der Kirche für 36.000 DM beschafft und fügt sich mit ihrem geschwungenen Prospekt harmonisch in den Kirchenraum ein. Die asymmetrische Form entsprach dem Stil der 1950er-Jahre. Einweihung war am 26.Juli 1959.

bisherige Orgel
Die Orgel besaß zwei Manuale und lediglich 28 Register. Die mittleren Pfeifen waren aus Kupfer. Nach 44 Jahren war der technische Zustand der Orgel -wie oben erwähnt- sehr mangelhaft geworden. Das Instrument konnte nur noch bei bestimmter Witterung gespielt werden.
Im Oktober 2013 wurde die Orgel an einen Sammler aus Holzkirchen verkauft.

 

 Ausstattung an Ostern und Weihnachten
Auferstandener u. Krippe 

In der Osterzeit steht am Chorbogen eine schöne Figur des auferstandenen Christus, der seine Kreuzigungswunden zeigt und den Betrachter segnet.


Auferstandener
Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen ent-wickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den
auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.
 
   
   Krippe 2003      
Südlich der Eingangstüre ist an Weihnachten
die Krippe aufgebaut.
Im Jahr 2005 wurde die Krippe erneuert.
Wenn Sie sich für Krippen interessieren,
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   Krippe  2005


K
irchensaal


   Kirchensaal
Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten von 2002 bis 2007 wurde der sog. Kirchen- saal gebaut. Es handelt sich um einen Raum mit 50 Sitzplätzen, in dem an Werktagen, wenn die Zahl der Kirchenbesucher sehr gering ist, Messen stattfinden. Außerdem können dort andere Veranstaltungen abgehalten werden. Dies ist wichtig, weil das Pfarrheim sehr weit von der Kirche entfernt ist. Große Teile des Raumes sind mit Holz verkleidet. Die linke Seite besteht aus einer durchgehenden Fensterfront. Die Ausstat-tung ist sehr schlicht. Blickfang sind lediglich die alte Orgel aus der Johanneskirche

   Kirchensaal
und eine Madonnenfigur. An der Rückseite hängen rote Bänder mit auf Stoff gedruckten Bildern aus dem Pfarrleben.
An der Seite steht eine geschnitzte Madonnenfigur (Maria Königin). Die Figur ist nicht gefasst. Maria trägt das segnende Jesuskind auf dem linken Arm. Das Kind hält einen Reichsapfel in der Hand, das Zeichen für den Herrschaftsanspruch über die Welt.

   Madonnenfigur
Ähnliches bedeutet das Zepter in der Hand Mariens (in der Aufnahme links noch nicht vorhanden), das sie als Königin ausweisen soll. Dieses Zepter und zwei Finger der rechten Hand fehlten lange Zeit; sie wurden im Jahr 2008 wieder hinzugefügt.
Die Figur stand viele Jahre auf dem rechten Seitenaltar im Kirchenschiff.
Die Orgel kommt aus der Filialkirche St.Johannes Evangelist. Diese Kirche wird seit 2000 von der griechisch-orthodoxen Gemeinde genutzt. Die orthodoxe Liturgie kennt nur den Gesang; sie hat für eine Orgel keine Verwendung.


   Orgel
Die Renovierung des 1963 angeschafften Instruments war schwierig, doch sie gelang - mit starker Eigenbeteiligung durch Orgelbaumeister Kaps aus Obermenzing (2005). Die Orgel mit 5 Registern wurde sogar noch mit zusätzlichen Basspfeifen (von der Fa.Steinmeyer aus Öttingen) komplettiert. Das Klangvolumen ist nun ideal für die Begleitung der Gesänge im Kirchensaal.

An der Rückseite hängen rote Bänder mit auf Stoff gedruckten Bildern aus dem Pfarrleben.

Pfarrer Langenberger
bei der Erstkommunion

Grundsteinlegung durch
Weihbischof Neuhäusler


Glockenweihe

klicken Sie auf die Bilder;
sie werden dann vergrößert.

 

Marienkapelle im Turm


   Turmkapelle
Die Turmkapelle ist der Muttergottes geweiht. Die heutige Kapelle wurde im Rahmen der Sanierungsarbeiten um das Jahr 2002 errichtet. An der Rückwand hängen naive Votivbilder. Unter dem Fenster ist ein Lichtspalier aufgebaut, auf das Opferkerzen gestellt werden können.

   Votivbild
Schmuckstück der Marienkapelle im Turm ist eine farbig gefasste "Sitzende Madonna" aus Lindenholz, die in gotischer Zeit, um 1450, wahrscheinlich in Niederbayern geschnitzt wurde. Maria, mit einer mittelalterlichen Krone auf dem Haupt und mit einem faltenreichen Mantel bekleidet, sitzt auf einem Thron.

   Madonna 1450

In ihrem linken Arm hält sie das nackte Jesuskind, das auf ihrem Schoß steht. Mit der rechten Hand umgreift sie einen Apfel, Symbol für Maria als neue Eva. Die Figur, die in den letzten 250 Jahren in einem Gutshof in Niederbayern stand, wurde im Jahr 2002 aus Spendenmitteln erworben. In einer kunsthistorischen Expertise zu dieser Muttergottesfigur heißt es: "Ihr Blick, der etwas schwermütig in die Ferne schweift, scheint bereits den Erlösungstod ihres Sohnes vor Augen zu haben und weist somit auf die Passion

  Christi hin. Auch die Haltung des Christusknaben wird weniger durch kindliche Unbefangenheit als durch wissende Voraussicht bestimmt. Trotz der auf die Passion abspielenden Stimmung vermittelt die Figurengruppe den Eindruck von Güte und christlicher Hoffnung".


Die Pfarrei Maria Himmelfahrt hat auch eine interessante Homepage (www.mariae-himmelfahrt-dachau.de). Wenn Sie mehr über die Gottesdienstzeiten, die haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter der Pfarrei und die sonstigen Aktivitäten der Pfarrei Maria Himmelfahrt erfahren wollen: klicken Sie hier...

Hans Schertl


Quellen:
Heimatbuch der Stadt und des Landkreises Dachau, 1971
Dachauer Nachrichten vom 30.9.1981
Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
Unser Dachauer Land, Heimatbeilage der Dachauer Nachrichten, 9/1996
Dachauer Nachrichten vom 19.8.2002
Dachauer SZ vom 6.5.2003
Dachauer SZ vom 12.9.2003
Dachauer SZ vom 11.2.2004,
Dachauer Nachrichten vom 9.6.2005,
Dieter Reinke, Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Dachau, 2007
Sonderpfarrbrief für Dekan Reinhold Langenberger, 2007
Vier Pfarreien verbünden sich, Dachauer Nachrichten vom 20.7.2011
Gregor Schiegl, Meister der Steinchen, SZ vom 3.9.2012
Dieter Reinke, Okt.2013 (Crysam)
Dachauer SZ vom 18.10.2013 (neue Orgel)
Dachauer Nachrichten vom 19./20.10.2013
http://www.youtube.com/watch?v=B_jwYgwTNX0; 2014-10-30(Video des Glockengeläutes)
http://www.augsburger-allgemeine.de/krumbach/Kuenstlerfamilie-mit-Krumbacher-Wurzeln-id15877906.html (v.Stokar)
Dr Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetz Hochaltar)
Dachauer Nachrichten vom 14.Oktober 2015 (neue Orgel, Einweihung)
Dachauer Nachrichten vom 26.10.2015 (Orgelrenovierung)  
Münchner Kirchenzeitung v. 1.11.2015 (Orgeleinweihung)
Internetseite des Architekturbüros Haindl, Zugriff 2016
Liste_von_Orgeln_in_Oberbayern, Zugriff 2016 (41 Register)
Dorothea Friedrich, Die himmlische Konzertmaschine, Dachauer SZ vom 27. Dezember 2017 (Maureen)

61 Bilder: Dieter Reinke (1), Hans Schertl (60)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

27.12.2017


Fünf Mahner zum Frieden in der Stadt
Weihbischof Dr. Neuhäusler weiht die Glocken von Maria-Himmelfahrt
Dachauer Nachrichten vom 01.04.1958

Dachau - Viele hundert Gläubige, nicht nur aus der Kuratie Maria Himmelfahrt, sondern auch von den anderen Pfarreien der Stadt Dachau, hatten sich am Palmsonntagnachmittag am Heideweg in Dachau-Süd eingefunden, um an der Weihe der fünf neuen Glocken durch Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler teilzunehmen. Die Geistlichkeit erwartete den Bischof vor der Kirche, um ihn im feierlichen Zug in das Gotteshaus zu geleiten. Prälat Pfanzelt hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz seiner Erkrankung zur Glockenweihe zu kommen und traf kurz vor Dr. Neuhäusler vor der Kirche ein und nahm gleich im Pesbyterium Platz.
Um 15 Uhr fuhr der Wagen mit dem hohen Gast vor. Kurat Kölbl begrüßte den Weihbischof, worauf sich die Priester in die Kirche begaben. Voran gingen Buben mit Palmbuschen, es folgten die Banner der katholischen Jugend, die Ministranten und die Geistlichkeit, darunter die Pfarrherren Schwankl von St Peter, Mühlhauser von St-Anna in Karlsfeld, Studienrat Metzger, Kaplan Eggendinger, als Diakon Pater Grösmar von Birkeneck und als Subdiakon der Minorit Reichelmayer, ein zukünftiger Neupriester aus Dachau. Auch Kämmerer Eicher erschien zu Beginn der Weihefeierlichkeiten im Gotteshaus. Weihbischof Dr. Neuhäusler war mit seinem Sekretär, Domvikar Dr. Stich, erschienen.
Die fünf neuen Glocken hatten vor den Stufen des Altars ihren Platz bekommen und waren mit Blumen geschmückt. Auf dem Erz sah man die Abbildungen der Heiligen, denen die Glocke gewidmet war. In der Mitte stand die schwerste, die den Namen "Maria, Schutzpatronin Bayerns" erhielt. Die zweitgrößte Glocke bekam den Namen der heiligen Hedwig als Patronin der schlesischen Heimatvertriebenen, die dritte Glocke den Namen des heiligen Joseph, die vierte wurde als Sterbeglocke "Herz Jesu" genannt während die fünfte zur Schutzengelglocke erklärt wurde.
Die fünf Glocken wurden von der Glockengießerei Rudolf Perener aus Passau hergestellt und mit Perner-Läutemaschinen ausgestattet. Sie sind auf die Töne d, fis, a, h, d, gestimmt. Nachdem der Weihbischof die entsprechenden liturgischen Gewänder angelegt hatte, begann er mit der Weihe der Dinge, die für die Weihe der Glocken gebraucht werden. Vorher sangen die Priester gemeinsam die Bußpsalmen. Wasser mit Salz gemischt, Chrysam und Krankenöl sowie Thymian und Myrrhen bekamen die Weihe. Laudate dominum
Dann schritt der Bischof die Stufen des Altars hinunter und versah die fünf erzenen Rufer mit Weihwasser, salbte sie mit dem Krankenöl und dem Chrysam. Zuletzt wurde unter jede Glocke ein Weihrauchfass gestellt um das Innere mit dem geweihten Rauch zu erfüllen. Kurat Kölbl las für die Gläubigen vor, um welchen Vorgang es sich gerade handelte, als Weihbischof Dr. Neuhäusler die heiligen Handlungen vornahm. Der Kirchenchor sang äußerst präzise das "Laudate dominum" (Lobet dem Herrn) und dann sang wieder gemeinsam das Kirchenvolk.
Als die Weihehandlung beendet war, hielt der Bischof vor dem Altar mit Hirtenstab und Mytra die Festpredigt. "Ich freue mich mit euch", sagte er, "dass durch die Rührigkeit eures Pfarrers und eure Wohltätigkeit es seit der Einweihung des Gotteshauses vor eineinhalb Jahren doch nur eine kleine Weile bis zur Weihe der fünf Glocken gedauert hat. Ich möchte allen, die dazu beigetragen haben. Aber so anerkennenswert dieser Eifer auch ist, die Opferbereitschaft darf nicht nachlassen. Der Weihbischof erinnerte daran, dass man nicht nur die Glocken hören, sondern auch ihren Ruf verstehen und befolgen sollte, da wir alle durch die vielen täglichen Sorgen in Gefahr seien, zu vergessen, dass der Glockenruf hinweise auf die Wahrheit die Gnade und den Glauben. Leider gäbe es auch Menschen, die heutzutage das Geläut der Kirchenglocken als lästigen I arm empfänden und sogar wegen Ruhestörung Prozesse angestrengt hätten, um das Läuten zu verhindern. "Gerade aber am Sonntag klingen alle Glocken zusammen, um zu sagen: "Habt den Mut den Sonntag wieder dem Herrn, der Kirche, der Familie und dem Frieden zurückzugeben". Ich habe es bei der Weihe den Glocken ganz besonders gewünscht dass nicht wieder ein Krieg kommt und sie zerstört Sie mögen nur den Frieden verkünden für die ganze Stadt Dachau mit ihren Pfarreien und Kuratien Frieden künden zwischen Alteingesessenen und Neubürgern. Deswegen ist eine von ihnen auch der heiligen Hedwig, der Schützpatronin Schlesiens geweiht. Legt daher eure Hände in Friedfertigkeit zusammen, um einander zu helfen. Mag auch die Stadt Dachau noch in weitere Pfarreien aufgeteilt werden müssen, aber nach wie vor soll der Geist der ganzen Bevölkerung eins sein im Glauben und im Dienste Gottes." Der Weihbischof richtete dann noch an die Gläubigen die Bitte, mitzuhelfen zur weiteren Verschönerung des neuen Gotteshauses, in dem noch sehr viel fehle.
Nach dem gemeinsam gesungenem Lied "Großer Gott wir loben dich" zog der Bischof wieder mit der Geistlichkeit aus dem Gotteshaus, darunter als Vertreter der Stadt Kulturreferent Burghart und Stadtrat Bruno Rathai.
Heute Probeläuten
Wie wir aus dem Pfarrhaus am Heideweg erfuhren, sind bereits am Montag gegen Mittag zwei Glocken auf den Turm aufgezogen worden. Heute Abend werde man die ersten Töne erklingen lassen, damit dann zur Auferstehungsfeier an Ostern das gesamte Geläut erstmals über die Stadt erklingen kann. In d, fis, a, h und d werden dann die fünf erzenen Rufer zusammentönen, um das Osterfest in Dachau-Süd einzuläuten.


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