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Kapellen im Kloster INDERSDORF

Im Klosterbereich Indersdorf befindet sich nicht nur die großartige Klosterkirche, sondern auch zwei weitere, nicht so bekannte Kapellen,

die Nikolauskapelle und
die Hauskapelle der Barmherzigen Schwestern, in der früher auch die Internatsschülerinnen den Gottesdienst besucht haben.

Der nebenstehende Plan zeigt den westlichen Teil der Klosteranlage.

Die auf dieser Internetseite beschriebenen Kapellen finden Sie
wie folgt:
Nikolauskapelle:   E - blaue Farbe
Schwesternkap.:  K- grüne Farbe


Gelb sind übrigens die Kirche (A),
       die Annakapelle (B)
       und die Sakristei (D)
rot die Rosenkranzkapelle (C) eingezeichnet.


Nikolauskapelle

Beschreibung

Die Nikolauskapelle liegt im Ostflügel des Klosters, an dem im Kern noch gotischen Kreuzgang. Sie wurde um 1096 von Pfalzgraf Otto III. errichtet und bildete den Ausgangs- und den Kernpunkt für das 1120 von seinem Sohn Otto IV. gestiftete Kloster.
Zunächst wurde die rd. 6 x 9 Meter große Kapelle als Klosterkirche und als Grabstätte Ottos von Scheyern (II.), Ottos VI und vieler anderer Wittelsbacher verwendet. 1147 erhielt das Kloster das Sepulturrecht (Begräbnisrecht). Daraufhin erwarben sich begüterte Wohltäter mit großherzigen Schenkungen an das Kloster Indersdorf das Recht auf eine Begräbnisstätte im Kloster.

Ein Grab innerhalb dieses heiligen Ortes sicherte nach damaliger Auffassung zusätzliche Gnadengaben. Und so sind viele Mitglieder von Adelsgeschlechtern der Umgebung im Kloster beigesetzt.
Im Jahr 1189 (oder 1186) wurde die Kapelle renoviert und neu geweiht.


Kapelle im 18.Jh.
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1217 fand hier eine bemerkenswerte Beerdigung statt. Unter Beteiligung des bayerischen Herzogs Ludwig I., des Kehlheimers, wurden die sterblichen Überreste des Kaisermörders Otto VIII. von Wittelsbach bestattet; ohne den Kopf, der in die Donau geworfen worden war. Otto VIII., nach anderer Zählung auch Otto VII., ein Enkel des Klosterstifters, hatte bekanntlich im Jahr 1208 den deutschen König Philipp in Bamberg erschlagen. Daraufhin war er mit Reichsacht und Kirchenbann bestraft und von der Hand des Pappenheimers Calatin getötet worden. Die Verhandlungen, ob der Königsmörder in geweihter Erde ruhen darf, zogen sich acht Jahre hin, bis es endlich gelang, die Erlaubnis dazu zu bekommen. Während der acht Jahre war der Rumpf des Mörders in einem mit Pech ausgegossenem Fass im Kloster aufbewahrt worden.
1432 wurden die Gebeine der Wittelsbacher in der Klosterkirche übergeführt; zunächst in ein Hochgrab vor dem Choraltar.
1613
beseitigte Propst Kaspar Schlaich das Hochgrab, sammelte die Gebeine in einem gemeinsamen kupfernen Sarg und setzte sie in einer neu gemauerten Gruft bei. Drei Häupter waren unter den Gebeinen. Das legt nahe, dass unter Berücksichtigung des Kaisermörders vier Wittelsbacher (und zwei angeheiratete Frauen) hier in Indersdorf begraben sein dürften. Andere Quellen sprechen von 7 Toten, ohne jedoch die Namen zu nennen. Sicher bestattet sind Otto III. und seine Frau Richarda (die Eltern des Klostergründers), Otto V., Otto VI. und seine Gemahlin Benedikta, und Otto VIII.

Eine weitere Renovierung der Kapelle ist von 1483 überliefert. Damals wurde auch der Altar aus dem Jahr 1186 erneuert und von Weihbischof Erasmus Berchinger konsekriert. Der Altar enthielt folgende Reliquien: vom hl.Apostel Jakobus, vom hl.König Heinrich, dem Martyrer Mauritius, der hl.Jungfrau Klara und von den 11000 Jungfrauen.

Von 1604 bis 1618 wurde die Kapelle neu eingewölbt und das Pflaster erneuert.

1759 erhielt sie vom "Hausmaler des Klosters", Johann Georg Dieffenbrunner, ein Deckengemälde, das die Stiftung des Klosters darstellt. Es gehört zu seinen besten Werken.

Der in ein auffallendes, bis zur Taille geschlitztes Gewand mit exotischem Muster gekleidete Gründer, Pfalzgraf Otto IV. steht im rechten Teil des Bildes. Mit der rechten Hand weist er auf den Plan des Klosters, der vom Baumeister präsentiert wird, und zeigt ihn dem über ihm auf dem Wolkenband knienden hl. Nikolaus. Schließlich sollte das Kloster um das Nikolauskirchlein errichtet werden. Hinter dem Pfalzgrafen ist sein Vetter Otto von Indersdorf zu sehen, der später selbst in das Kloster eingetreten ist.
St. Nikolaus ist von zwei Engeln umgeben, die den Bischofsstab und ein Buch mit 3 golden Kugeln halten. Er empfiehlt diesen Plan wiederum dem Schutz der Heiligsten Dreifaltigkeit, die eine weitere Stufe über ihm, auf Wolken lagernd, dargestellt ist.
Das Fresko ist von einem gemalten Goldrahmen umgeben. Eine maltechnische Besonderheit stellt der Klosterplan in der Hand des Baumeisters dar. Er ist nicht als Fresko gemalt, sondern mit einem Bleistift gezeichnet.   77)


Detail aus dem Deckengemälde - im Hintergrund die Nikolauskapelle

Der Kunsthistoriker Dr.Georg Paula (1955-2014) schreibt zur Funktion des Wolkenbandes in diesem Bild: "Das den Rahmen überschneidende Wolkenband stellt die Verbindung zu einem zweiten, anders gearteten Bereich der Kapelle, den in die Wände eingelassenen Grabsteinen her. Zugleich übertrug Dieffenbrunner den Wolken drei weitere Funktionen. Einmal bilden sie die Grundlage des himmlischen Szenariums. Zum Zweiten wird durch sie das Bild in drei Abschnitte gegliedert (unten Baumeister und Stifter - darüber St.Nikolaus - und oben Dreifaltigkeit) und schließlich wird der Betrachter durch das Wolkenband zum schrittweisen Erfassen des wegen seiner Größe etwas unübersichtlichen Freskos veranlasst".
      
Wappen der hier begrabenen Adelsgeschlechter
Die sechs Stichkappen wurden mit den Wappen der hier begrabenen Adels-geschlechter geziert. Sie sind in Rocaille-kartuschen gemalt.

Dr.Georg Paula schreibt dazu:
"Mit ungeheuerer Sicherheit formte er die kurvigen Rocaillen, schloss sie zu Kartuschen zusammen und füllte diese mit den Wappen der in der Kapelle begrabenen Familien.
Vom Einfallsreichtum des Malers zeugen auch die auf Konsolen an den Eckzwickeln stehenden Vasen, die in ihrer fahrigen, doch gekonnten Malweise ausgezeichnet mit den aus ihnen hervorquellenden Blumen und den zerfaserten Zweigen korrespondieren".
Vier Putten in den Stichkappen versinnbildlichen die Gebiete, denen die Förderung
des Propstes Gelasius Morhart (1748-1768) galt: Bildhauerei, Stuckatur, Malerei und Genealogie.

Darunter hingen jeweils die entsprechenden, auf Holz gemalten, ovalen Portraits (13 kleine ovale und ein größeres rechteckiges Ölbild) der Wittelsbacher und anderer Guttäter des Klosters, die seit 1900 im rechten Seitenschiff der Klosterkirche angebracht sind. Bildnisse und Wappen bezogen sich auf die darunter in die Wand eingelassenen Grabsteine.

Der auf Georg Dieffenbrunners Stich gezeigte Altar mit Kruzifix, Maria und Johannes ist nicht mehr vorhanden. Den Altartisch ziert seit 1887 eine Pieta "Gewidmet von Franz Xaver Rietzler dem geistlichen Rat Gemminger, Wohltäter des Klosters".
...mehr zu Pieta-Darstellungen in den Kirchen des Landkreises...

Epitaphe und Wappenleisten


Probst Mohrhart ließ 15 Grabsteine aus der Kirche und dem Kreuzgang
in der Nikolauskapelle aufstellen. Links das Epitaph für Kaspar Sigmarshauser
1759 wurden 15 bisher in der Klosterkirche und im Kreuzgang verteilt liegenden Grabplatten in die Nikolauskapelle übertragen und mit einer Holz-Täfelung eingerahmt.
Darauf hat in den Jahren 1761 und 1767 Johann Georg Dieffen-brunner schwungvoll und plas-tisch die Wappen der hier begra-benen Adelsgeschlechter aus dem Dachauer Land (u.a. Weich-ser, Kammerberger, Massenhau-sener, Hohenkammerer, Eisen-hofener, Dachsberger) gemalt.

Steintafel mit Namen der
in Indersdorf begrabenen Adeligen 1120-1759

Eine von Propst Gelasius Morhart 1759 erneuerte Steintafel am Eingang enthält die Namen der adeligen Familien, die als Gönner und Wohltäter im Kloster beigesetzt wurden. Einige Grabsteine haben sich im Kreuzgang, Kirche oder Nikolaikapelle erhalten.

Massenhausener 06)
Die Reihe der Epitaphe beginnt an der Nordwand links vom Eingang mit einem 202 cm hohen und 86 breiten Epitaph aus Sandstein, das als schwaches Relief das Massenhausener Wappen trägt: eine goldene Parte (Streitaxt) auf blauem Feld.
Nach der Schildform ist der Stein wohl der älteste von allen (um 1300). Denn schon in der Mitte des 13.Jh schenkte Arnold von Massenhausen anlässlich der Beerdigung seiner Mutter dem Kloster ein Grundstück, um das Erbbegräbnis zu erhalten. Die Inschrift lautete: "Die von Mässenhausen ligen hie, die nach Ehren ringen je"
06)

Nach dem Grabsteinbuch des Fürstbischof v. Eckher (1695-1727) befand sich das Epitaph im 18.Jh.
im Kreuzgang des Klosters.


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Kammerberger 06)
Die nächsten Epitaphe tragen das Kammerberger Wappen mit jeweils einer Parte. Die Brüder unterschieden sich dadurch, dass bei dem einen die Parte nach rechts, beim anderen nach links gewandt war. Nach dem Grabsteinbuch des Fürstbischof v. Eckher (1695-1727) befanden sich beide Epitaphe im 18.Jh. noch im Kreuzgang des Klosters.

a) Zunächst das aus dem Anfang des 14.Jh (evtl. 1320) stammenden Epitaph des Ulrich von Kammerberch.
Es trägt das Wappen der Kammerberger in schwachem Relief; darunter eine große Rosette.
Die Inschrift ist aus gotischen Majuskeln gebildet. Sie lautet: "Da liegt Herr Ulrich und sein Erben" und "Die von Camer sint da begraben, Gott soll ihr aller Seel haben". Das Epitaph besteht aus Sandstein, ist 200 cm hoch und 65,5 cm breit.
Ulrich von Kammerberg hatte 1319 dem Kloster Indersdorf einen Weingarten zu Kehlheim als Seelgeräth geschenkt. Deshalb erhielt er hier das Erbbegräbnis.

b) Daneben das aus dem Anfang des 14.Jh. stammenden Epitaph der Kammerberger
Es trägt ebenfalls das Kammerberger Wappen; darunter eine große Rosette.
Die Inschrift ist aus gotischen Majuskeln gebildet. Sie lautet: "Die von Camer sint da begraben, Gott soll ihr aller Seel haben".
Das Epitaph besteht aus Sandstein, ist 206 cm hoch und 67 cm breit.
Ulrich von Kammerberg hatte 1319 dem Kloster Indersdorf einen Weingarten zu Kehlheim als Seelgeräth geschenkt. Deshalb erhielt er hier das Erbbegräbnis.

Hilgertshausener  06)
Ein weiteres Epitaph trägt das Hilgertshausener Wappen, darunter (als starkes Relief) die Helmzier der Fam. Rindsmaul, eine rechts gewendete Parte auf goldenem Grund. Der Stein erinnert an Johannes Hilgertshauser, dessen Gemahlin Agnes Rindsmaul gewesen ist. Die in Majuskeln gefasste Inschrift ist kaum mehr zu entziffern, auch weil an der linken unteren Ecke die Schrift ausgebrochen ist:
"Anno Domini MCCCLIII (= 1353) Feria secunda (= Montag) ante T[homae.O.Johannes].Dicdus. Helkgershusen".
Der Stein hing zu Eckhers Zeiten im Kreuzgang.

Partenecker  06)
Früher war wohl auch noch ein Grabstein derer von Parteneck (Weiler in der Gemeinde Kemnathen) vorhanden. Er war wohl in der Nachbarschaft der Steine der Hohen)Kammerer, der Kammerberger, der Massenhauser und der Hilgertshauser angebracht. Denn Adolf Wacker zitiert in seiner Klosterchronik von 1905 einen alten Spruch
06), der zeigen soll, warum Propst Morhart die Steine zusammenlegen ließ.
 
Parteneck kommt mit großem Sausen
mit ihnen die von Mäßenhausen
Camerperg derselben massen
und auf sye gelegt mit Jammer
so kommen darzu die von Camer
die fünf Geschlecht zusammen warten
  wenn sie führen all die parten.
Dann daß jede Farb hat unterschaidt
und jede Partei sonder beklaidt
und doch von alters eines namen
von Partenecken alle stammen.

 


Epitaph derer von Weichs.    06)
Die Weichser von der Glan
Haben nie übel getan
Die Weichser von Traubling
haben oft mit der Kling
viel ritterlichs erworben
nun seint sie all gestorben
  Sandstein aus der Zeit um 1350 mit Wappenschild: schwarze Spitze in weißem Feld. Darüber ein Kreis mit Vierpass, darunter einer mit Sechspass und Stern mit 6 Spitzen. Majuskelinschrift: "hie leit von Weichs Herr Cuenrat und sein Erben an der Stat."
Sandstein, Höhe 205, Breite 66 cm.


Ein 219 cm hoher und 113,5 cm breiter Stein aus Rotmarmor trägt zwei Wappen in der Mitte:
das derer von Weichs und das derer von Hohenkammer.
Über den Wappen sind vor dem Hintergrund eines Teppichs mit Granatapfelmuster ein Ritter im Plattenharnisch und seine kniende Frau mit gefalteten Händen abgebildet.
Auch hier die Inschrift in gotischen Minuskeln:
"1494 starb der edel und vesst Oswald von Weichs zu Weichs und alt Arnbach am Pfintztag vor Jörg Elspeth sein Hausfrau, geporn zu Camer.

Nach dem Grabsteinbuch des Fürstbischof v. Eckher (1695-1727) befand sich das Epitaph im 18.Jh. "an einem Pfeiler in der Klosterkirch".



Zwei Epitaphe erinnern an die Familie Egk.  06)

a) Einer aus Rotmarmor mit dem Egk'schen und Schmidhauser'schen Wappen trägt die Inschrift: "hie liegt der vest Leonhart von Egke und ist gestarbn an MCCCC und 1 jar (1501) Anno dni MCCCCLXXV (1475) starb Margaretha Scmydhawserin sein hausfraw". In den Ecken sind noch vier Ahnenschilde zu sehen.
Roter Marmor, Höhe: 192 cm, Breite 102 cm.
Der Stein hing zu Eckhers Zeiten im Kreuzgang.

b) Der andere, von Pilastern umrahmte Stein wurde 1530 für Leonhard von Randeckh gesetzt. Links unten der Eck'sche Wappenschild, rechts der Helm. "Staub sind wir und Schatten" heißt es unter anderem in der Inschrift, "wir waren was ihr seid und ihr werdet einst sein,was wir jetzt sind. Denn alles Geborene muß sterben. Lebet und wirket also im Andenken an den Tod, um ein gutes Leben zu führen."
Der Beginn des Textes ist ein alter Spruch über die Vergänglichkeit des Lebens, der schon auf einem römischen Grab aus der Antike gefunden wurde ("Quod sumus, hoc eritis. Fuimos quandoque, quod estis."). Aus Kehlheimer Stein.


Eisenhofen
 06)
An die Herren von Eisenhofen erinnern drei Steine. Einer in der Kirche, einer im Kreuzgang, der dritte hier in der Nikolaikapelle.
Dieses letztgenannte Epitaph aus dem 14.Jh. besteht aus Sandstein. In der Mitte enthält es das Eisenhofener Wappen, darunter und darüber eine Rosette und die Umschrift (in Majuskeln): "Da sint begraben die Eusenhofer. Got helff iren Selen us aller Swer".
Höhe: 202, Breite: 77 cm. Zu Bischof Eckhers Zeiten hing der Stein im Kreuzgang.

Pellhamer
Ein roter Marmorstein wurde für Hanns Pellhamer, gest. 1461, angebracht. Er enthält zwei Wappen

und in den unteren Ecken des Schriftrandes zwei Ahnenwappen.
Text: "hanns pelhamer †1461 an freitag vor sand anthony tag" (Freitag vor 13.Juni)
Roter Marmor, Höhe 208 cm, Breite 102 cm.

Brunner  06)
Ein weiterer Stein aus Rotmarmor wurde für Afra Brunnerin, der Mutter der beiden Pröpste Erhard und Johann Brunner/Prunner, erstellt. Darauf ist das Wappen der Prunner dargestellt. Oben der Text:
"anno dni MCCCCVII (1407) in die s.stephai ob affra Brunerin mat dnoru Erhardi ppti johis decani hui ecce".
Roter Marmor, 194 x 70 cm.
Eine einfache Inschriftentafel an der Wand des Westflügels des Kreuzganges bezeichnet die ehem. Begräbnis-
stätte der Prunner.

Ridler  06)
Auch das Epitaph für Martin Ridler ist aus Rotmarmor und besitzt in der Mitte das Ridlersche Wappen; das besteht aus einem schrägen Balken und einem Helm mit aufwärtsgerichtetem Pfeil.
Text: "hie ligt der Erbear martin Riedler purg vo minichen ist gestorben an sand michahels abent anno dni
MCCCCLXVI (1466) dem got genedig sey".
In den Ecken vier Ahnenschilde. Roter Marmor, Höhe 224 cm. Der Stein hing zu Eckhers Zeiten im Kreuzgang.
Ridler war ein Münchner Bürger.


Ein weiteres Epitaph der Ridlers zeigt einen Mönch in ganzer Figur, zu dessen Füßen das Riedlersche Wappen gezeichnet ist. Die Inschrift am Rande des Steins ist sehr verwittert. Oben links die Jahreszahl 1534.
Roter Marmor, Maße: 166 x 73 cm.

Epitaph aus Sandstein für Kaspar Sigmarshauser, der am "pfincztag nach de ufetag" (= Donnerstag nach dem Auffahrtstag - Christi Himmelfahrt) des Jahres 1456 starb. In die Sandsteinplatte seiner Grababdeckung ist das Wappen der "Simertshauser" eingearbeitet, die als Geschlecht in der Zeit von 1158-1245 mehrmals erwähnt wurden. Im oberen Bereich des Epitaphs ist eine Lilie dargestellt, darunter eine Ritterrüstung.
Dieses Wappen ist schon in einer Urkunde vom 14.Februar 1384 zu sehen und auch beschrieben.
Die Grabplatte hat eine Breite von 86 cm und eine Höhe bzw. Länge von 183 cm.


Besonders wichtig, so Dr.Morsch, war die Tumba-Deckplatte für den Klosterstifter Otto, der im Zuge der gotischen Kirchenerneuerung ein Hochgrab vor dem Altar erhalten hatte. Das Kirchenmodell in seiner Hand zeigt die Kirche mit zwei Türmen, die in dieser Zeit (um 1432 ) erst im Bau war.

Um 1900 wurden die inmitten des Kapellenbodens befindlichen Epitaphe Ottos V. (nach neuerer Zählung: Otto IV.), des Stifters, und Ottos von Indersdorf, in die Eingangswand eingelassen. Die Stifterplatte ist aus rotem Sandstein, 200 X 83 cm groß. Durch Verwitterung ist sie unleserlich. Relief und Inschrift des Denkmals kann heute nur noch aus alten Abbildungen ersehen werden .
Den ursprünglichen Zustand zeigt die 1759 gemalte hölzerne Schutzplatte darüber mit der Inschrift: "Anno 1146 starb Pfalzgraf von Vitlenspach, Gründer dieses Stifts".

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Die Schrift bezieht sich entweder
- auf Otto V., der nicht der Klostergründer war,
   aber 1146 gestorben und hier begraben liegt,
   oder doch auf
- den Stifter, Otto IV., der aber 1155 starb und in
   dem ebenfalls von ihm gegründeten Kloster    Ensdorf ruht. Auch die Gedächtnisplatte an Otto
   von Indersdorf ist eine nachträgliche Arbeit um
   1432.

Pfalzgraf Otto V. und die übrigen sechs in Indersdorf begrabenen Angehörigen des wittelsbachischen Geschlechts waren ursprünglich im Kapitelsaal beigesetzt. Propst Erhard übertrug 1432 die Gebeine in die Klosterkirche und setzte sie im Chor vor den Stufen des Hochaltars in einem neuen Hochgrab bei. Den Deckel dieser 1432 hergestellten Tumba bildete der eben beschriebene Grabstein. Propst Kaspar Schlaich (1604-1618) beseitigte 1613 das Hochgrab, begrub die Gebeine an derselben Stelle in einem kupfernen Sarg und stellte den Grabstein von 1432 an einer Wand des Chores auf. Propst Georg II. Riezinger (1704-1721) verlegte ihn in den Kreuzgang; von hier kam es 1759 in die Nikolaikapelle. 1756 erneuerte Propst Gelasius (1748-1768) das Gewölbe der Gruft vor den Stufen des Choraltars und setzte darüber einen neuen Inschriftenstein mit dem Text: "Hic requiescit Otto IV. fundator come de Witlspach cum vialys illustr. suae familiae obyt in Domino MCXLVI. Lapidem hunc novum posuit Gelasius praeposit, 1756."

Im Verzeichnis der Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern von 1895 steht zu dieser Tumba-Deckplatte Folgendes:
  Ein Vergleich dieser Abbildungen unter sich und mit den Resten am Grabstein selbst ergibt, dass die getreueste Darstellung der Figur des Stifters das Bild auf dem Kasten bietet ; darnach war der Stifter in Lebensgrösse in Hochrelief dargestellt, mit kurzem, zugespitztem Bart, Fürstenhut mit Straussenfedern, langem bis auf die Füsse reichendem Rock mit weiten hängenden Aermeln; in der R. hielt er das zweithürmige Kirchenmodell, mit der L. vor der Brust den Griff des auf dem Boden aufstehenden Schwertes; er stand auf einer mit Blattwerk belegten Schräge, unter welcher der Schild mit dem wittelsbachischen Wappen (dem gezackten Balken); der Grund seitlich vom Schild war mit Ranken belebt. Von dem unteren eben geschilderten Theil des Monumentes (mit Sockel und Wappenschild) gibt der (in Bezug auf die Figur ganz missglückte) Stich in den Mon. boica ein richtiges Bild. Rings am Rande lief in gothischen Majuskeln die Inschrift: ANNO . MCXLVI . UDO . NON AS . MARCI . O' . OTTO . PALATIN . D(E) . WITLENSPAH . HUIUS . LOCI . FUNDATOR . HIC . SEPULT . EST. (Das Todesdatum ist unrichtig; Otto V. starb am 4. August 1156 (1155).


Weitere Epitaphe für Angehörige edler Familien im Klosterbereich Indersdorf

für die Familien derer

- von Clamenstein (Konrad von Clamenstein, gestorben 1402).
Grabstein mit den Klammenstein'schen Wappen in Relief. Am abgeschrägten Rande in gothischer Majuskel; A . D . M . CCCC . II . O. DNS . CONRAD- . DlCr . CLAMENSTAINER . MILES . IN . VI- GILIA . ANNV (ntialionis Mariaej. H. 176, br. 70 cm. Vgl. W. Hundt, Stammenbuch I 253. Bemerkenswerth als sehr spätes Beispiel der gothischen Majuskel. Höhe 176 cm, Breite 70 cm.  06)

- von Dachsberg

In der Mitte der Indersdorfsche Wappenschild mit zwei steigenden Löwen. Am Rande in goth. Minuskel: hie . ligt, begraben , der . wolgeborn . herr . Otto . veyher . vo . vnderstorf . (v) n, ist . begrabe , m , c , xxxi . de . got . genadig . j?jv- Rother Marmor. H. 175, br. 80 cm. 15. Jahrhundert. Abg. mon. boica X. Lag bis in unser Jahrhundert herein in der Mitte des Bodens des Kapitelsaales. Otto de Undiesdorf schenkte 1130 das Dorf Indersdorf an das Kloster;

- von Ebran

- von Engelbrechtsmühle
Am 14. November 1273 trafen sich im damals noch romanischen Chorraum der Stiftskirche des Klosters Indersdorf vor dem Hochaltar: Probst Ulrich I., der Vogt, alle Priester und alle Kanoniker des Klosters, sowie an die zwanzig "geeignete und würdige" Personen. Luitoldus, der Mundschenk aus der Au und von Fluegelsberg (heute Schenkau, Lkrs. Pfaffenhofen) vermacht sein Eigentum, die "Engelprehtsmül", der Kirche der hl. Maria, also dem Dom zu Freising. In der Urkunde steht die Begründung für die Schenkung: "Dies geschah unter der Vorrausetzung, dass die Kanoniker und Mitbrüder der Kirche mich an allen ihren Wohltaten und Almosen teilhaben lassen und dafür Sorge tragen, mich und meine Vorfahren, insbesondere Vater und Mutter, in ihre Totenbücher förmlich einzutragen". Die Eintragung in das Totenbuch sicherte jährliche Messintentionen für ihn und seine Vorfahren.
Die Urkunde wurde mit dem Siegel des Luitpoldus versehen und von Anwesenden unterzeichnet. (Hundt Nr. 881). Das Wappen enthält ein Mühlrad.
 

- von Eisenhofen.  06)
   Im östlichen Kreuzgangflügel hat Ulrich Eysenhofer von Odelzhausen sein Denkmal aus Sandstein (+1459). Darauf das Wappen    derer von Wemding und Eysenhofen und noch ein Allianzwappen; in den Ecken das der Gumpenberger und Stain.
   Das Epitaph besteht aus stark verwittertem Sandstein, 155 x 79 cm. Zu Bischof Eckhers Zeiten hing in der Eisenhofener Kapelle
   an der Wand".
 
  "Eystenhofen von Adl vest - die beleiben auch nit im Nest - Wo man thurnierens wallt - so kommen jung und alt"


- von Eysenreich. Für Ulrich Eisenreich von Weilbach und seine Frau.
   Das Epitaph aus Rotmarmor ist 205 cm hoch und 100 cm breit. Es zeichnet sich durch ein Hochrelief aus, mit dem Bild der
   Auferstehung Christi und der Inschrift: "Hie ligt begraben der edl und vest Ulrich Eysenreich von Weilbach +1581"..auch Regina
   geborne Paumgarten sein elich Hausfrau +1598..." Dazu das Wappen, ein Mühlstein auf rotem Grund.
   Aus der Familie von Eisenreich stammte übrigens auch Propst Albert.


- von Fueßberg. Wohl aus dem Weiler nahe Kreuzholzhausen.  06)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- von Gumppenberg. Ihr Wappen besteht aus drei Seeblättern auf weißem Schrägbalken vor
   rotem Hintergrund (siehe Wappen rechts)

- von Harreszell. (Einöde in der Pfarrei Langenpettenbach)

- von Herzhausen  06)
   (von 1167 ?). Von der Jahreszahl sind die ersten vier Ziffern: m c 1 x
   zweifellos, dann folgt ein halbes x, also wohl v=:5, darauf 11, somit 1167
   Im schief gestellten Schild und auf dem Helm ein Turm.
   Oben in vier Zeilen steht in gotischen Minuskeln: "da ligt begrabn h Gotfrid von hertzhausen
   Ritter un ist gestarben anno dni 1167 dem got genad". Von der Jahreszahl sind die ersten
   vier Ziffern: m c 1 x zweifellos, dann folgt ein halbes x, also wohl v=:5,darauf 11,=1167
   Gottfried von Herzhausen schenkte um 1160 schon Güter an das Kloster .
   Epitaph aus Sandstein, Höhe 188 cm, Breite 67 cm.
   Zu Bischof Eckhers Zeiten hing es im Kreuzgang.
   

- von Jetzendorf (Landgericht Paffenhofen)

- von Junkenhofen (siehe Wappen links)

- von Muggenthal  06)
   aus Kehlheimer Marmor für den Kanoniker u. Dekan Dominikus von Muggenthal, gest.1678.

- von Paumgarten. Epitaph im nördlichen Kreuzgangflügel für Eustach von Paumbgarten zu
   Deittenhouven, Herr zu Maspach, fürstbischöflicher Rat und Pfleger zu Eysenhofen.
   Gestorben am 26.Juni 1686.

- von Ottmarshardt (siehe Wappen links)

- von Pettenbach (siehe Wappen links)

- von Praitenau (siehe Wappen rechts)

- von Puch (Weiler bei Ainhofen)  06)
   Aus Sandstein, für Ulrich Teufl. von Puchel, gest. 1437,
   für seine Frau Margret und deren Erben. Auf dem Stein vier Schilder mit Ahnenwappen
   (siehe Wappen rechts)
   Text:
   A.d. MCCCCXXXVII (1437) ist gestarben Ulrich Tewfl. vo Puchel und liegt da gebram un
   margret sein hausfrau mit ir erbn"

- von Rorbach (siehe Wappen links)

- von Schmidgaden

- von Schmidhausen.  06)
   Peter Schmidhauser war ein Chorherr zu Indersdorf. Auf dem Stein
   ein Wappen mit Steinbockhörnern im senkrecht geteilten Schild.

- von Sielenbach

- von Sigmarshausen (Sigmertshausen bei Röhrmoos)  06)
   Sandstein-Denkmal im Kreuzgang; 1456 starb Kaspar Sigmartshauser
   nur Wappen mit Lilie im Schild. 14.Jh., Höhe 195 cm, Breite 69 cm.

- von Sünzhausen. 06)
   Roter Marmorstein im Kreuzgang aus der Zeit um 1500 für Erhard Sintzhauser und
   seine Frau Anna. Auf dem Stein werden dargestellt: Christus am Kreuz, Magdalena
   im Strahlennimbus sowie ein Wappen mit unten gerundeten Schild und zwei
   gekreuzten Mooskolben. Text: "Erhart Sintzhawser, ann sein hausfraw"
   Maße: 155 x 79 cm.

- von Sprunzen

- von Stumpfenbach. 06)
   Epitaph im Kreuzgang für Ulrich Stumpf aus Sandstein mit Majuskel- Inschrift:
   "Hie liegt von Puhel der Stumph, Her Chunrat und sin Erbem." (siehe Wappen links)
   Sandstein, Höhe 110, Breite 81 cm. Aus dem 14.Jh.
   Hintergrund: Im Jahr 1306 schenkte Konrad von Stumph von Puchel dem Kloster ein Gut als
   Selgerait.
   

- von Vierkirchen (siehe Wappen rechts)

- von Waltenhofen. Die Waltenhofer schenkten dem Kloster einen Propst, Servatius
   Waltenhofer (1516-1537), der am 3.Januar 1537 gestorben ist. Dessen Grabstein ist im
   Kreuzgang zu sehen. Auf dem Rotmarmor-Stein die Halbfigur des Verstorbenen unter einem
   von Pfeilern getragenen Bogen. Das Kloster- und Waltenhofer-Wappen mit rückschauenden,
   nach links aufspringendem Fuchs. Maße: 180 x 87 cm. Der Stein stand zu Bischof Eckhers
   Zeiten an einem Pfeiler in der Klosterkirche.

- von Watten

- von Weickertshofen = Ober- und Unterweikertshofen (siehe Wappen links)

- von Weilbach =Unterweilbach (siehe Wappen rechts)

- von Wiesing. Auf dem Stein ein Schild mit kurzem Schwert.

- Im Kreuzgang ein weiteres Epitaph für Josef von Schmidt, gest. 1770 und seines Bruders
   Franziskus, gest. 1776.

- Grabstein aus der 2.Hälfte des 16.Jh. mit der Hochrelieffigur eines vor dem Gekreuzigten
   knienden Propstes; ohne Inschrift; aus rotem Marmor; Maße: 213 x 108 cm.
   Name des Begrabenen ist nicht bekannt.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Vierkirchen

 

 

 

 

 

Hans Schertl

Hauskapelle der barmherzigen Schwestern des Klosters Indersdorf
ehem.Sommerrefektorium

Bei der Neuerrichtung des Konventtrakts im Jahr 1694 unter Propst Domi-nicus Vent (1693-1704) wurde an der Südseite der neuen Gebäude ein weit nach Osten hervorsprin-gender Baukörper auf elliptischem Grundriss errichtet, der im Erdge-

schoss das Winterrefektorium und im ersten Stock das Sommerrefektorium enthielt. So bestätigte Probst Gelasius Morhart in seiner Chronik: dass
   ".. das obere Refektorium alleinig Sommers-Zeit statt
       eines Speiß-Saal an hohen Festivitaeten dienet".
In einem Visitationsprotokoll von 1702 wird anerkennend bemerkt, dass der Bau "aus des Closters aignen Mitlen" bestritten werden konnte und "hierzu khein anlehen aufgenommen" werden musste.
Der Bau dauerte einige Jahre; er war jedenfalls 1702 noch nicht beendet.
Baumeister war Antonio Riva, ein italienischer Pallier und Mitarbeiter von Enrico Zuccalli. Das wissen wir aus einem Eintrag im Rechnungsbuch von 1694 unter der Überschrift

"Außgab auf gepeu (Gebäude) und underschidliche Reparationes": "Sig (etc.) Anton Riva". Er erhielt hierfür 24 Taler. Dieser Rechnungseintrag ist der einzige (erhaltene) Hinweis darauf, dass Antonio Riva den Bau leitete.
Indirekt wird dies aber durch ein Empfehlungsschreiben des Rottenbucher Propstes Gilbert Gast (1690-1700) gestützt, in dem Riva als Baumeister in den Klöstern Passau, Regensburg, Freysing, Indersdorff, Rohr, Tegernsee und Rottenbuch aufgeführt wird.

Die heutige Hauskapelle der barmherzigen Schwestern war früher das Sommerrefektorium. Der Raum ist 21 m lang, 11 m breit und knapp 6 m hoch. Die Freskoausstattung dürfte hier im ersten Stock erst etwas später erfolgt sein. Die Verzögerung war durch durch den Spanischen Erbfolgekrieg (1704-1714) verursacht, der die finanziellen Mittel in Anspruch nahm.

Der Raum wird durch acht Fenster gut erhellt. Den stärksten Eindruck auf den Besucher macht der Stuck an der gut erhaltenen Spiegeldecke über einer Hohlkehle, die in geometrische Felder aufgeteilt ist. Der noch originale Stuck mit seinen italienisch beeinflussten Formen stammt vom Münchner Stuckatorentrupp des Bartholomäus Provisor. 

Er zaubert den Sommer an die Decke des Speisesaales: In Frucht-Girlanden werden auf der rechten Seite Blumen und auf der linken Seite Gemüse und Früchte dargestellt. Da blühen Wicken und Rosen, Sonnenblumen und Malven. Blätter rollen sich umschlungen von Bändern. Gebündelter Spargel erfreut die Feinschmecker. Pomeranzen, Weintrauben und Granatäpfel erinnern an die sonnigen Gärten des Südens. Auch viel Getier ist dazwischen eingestreut: Eine Libelle sonnt sich auf einem Blattrücken, ein Käfer krabbelt zwischen Ranken, auf einem Blatt hat sich eine Wespe niedergelassen und ein Frosch und ein Käfer sitzen einträchtig nebeneinander.

Früher war an den Wänden zwischen den Fenstern eine Bildergalerie angebracht, die die lückenlose Reihe der Indersdorfer Pröpste zeigte. Dies ist auf einem Stich zu sehen, der in der Chronik von Gelasius Morhart vom Jahr 1672 enthalten ist. Von diesen Bildern haben sich nur noch sieben erhalten, die heute aber an anderer Stelle hängen.

1672
Das obere Refektorium war nie ausgemalt. Das mittlere Feld mit leicht konkav eingezogene Ecken und seitliche Ausbuchtungen könnte vielleicht für Fresken vorgesehen gewesen sein, wie dies im Winterrefektorium der Fall ist; dies wurde jedoch nicht verwirklicht.


Die architektonische Form des doppelstöckigen, ovalen Baukörpers ist in Süddeutschland sehr selten.
Die architektonische Form doppelstöckigen, innen und außen in seiner ovalen Form erkennbaren Baukörpers ist in Süddeutschland sehr selten. Ähnliches ist nur in Schloss Hacklberg bei Passau und im Füssener Rathaus, dem ehem.Benediktinerkloster St.Mang zu sehen. Allerdings war das Oval am Kaiserhof in Wien und in Italien sehr beliebt.

Das Sommerrefektorium wird auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von Bezold/Riel aus dem Jahr 1895 erwähnt. Damals war der Raum noch keine Kapelle. Bezold/Riel schreiben dazu:
  "Das obere Refectorium über dem unteren gelegen hat die gleiche Grundform. Flachdecke über einer Hohlkehle, beide mit reicher Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. In die grösseren Füllungen der Decke sollten Gemälde kommen, welche nicht ausgeführt wurden, in den kleineren sind Akanthusranken. Die Füllungen sind mit Blattkränzen umrahmt. In den Zwischenräumen und in der Hohlkehle schwere Festons von trefflicher Wirkung. Auch in den Fensterleibungen sind Füllungen mit Akanthusranken. Soweit das Ornament in kräftigem Relief gehalten ist, ist es schön gearbeitet und sehr charakteristisch für das beginnende 18. Jahrhundert. - Schöner freundlicher Raum. Ein Saal in der südöstlichen Ecke hat eine ähnlich behandelte Decke."

Hans Schertl

Quellen:
Eberhard Graf von Fugger, Geschichte des Klosters Indersdorf, 1883
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
Adolf Wacker, Zur Indersdorfer Kloster- und Ortsgeschichte, 1905
Alois Stallwanger, Geschichte des Klosters Indersdorf, 1949
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Dr.Peter Dorner, Die Barockbauten des Indersdorfer Propstes Gelasius Morhart, Amperland 1973/2
Dr.Peter Dorner, Die verschollene Pröpste-Galerie im Indersdorfer Sommerrefektorium, Amperland 1974/4 (Stuck/Hauskp)
Dr. Georg Paula, Die Arbeiten Dieffenbrunners für das Kloster Inderdorf, Amperland 1984/3
Gemeinde Weichs, So wars bei uns, 1989
Carla Th.Müller, Zur Bautätigkeit des Klosters Indersdorf um 1700, Amperland 1990/4 (Riva,Füssen)
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
Schnell, Kleiner Kunstführer Nr. 242, 1992
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Dr. Dieter Morsch, Die Kirchen im Pfarrverband Indersdorf 2014 (Erbfolgekrieg)

Indersdorfer Hörpfade, Engelbrechtsmühle, 2018


33 Bilder: Heimatmuseum Indersdorf (1), Hans Schertl (32)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür


16.8.2018