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Vorläufige kurzgefaßte Nachricht von einigen Klöstern
Teil 8. MARIA - ALTO-MÜNSTER
§ 200. Um die Reformation dieses Klosters für die Birgittiner-Geistliche zu bewirken, soll Wolfgang Sandizeller, welcher aus adelichem Bayerischen Geschlecht entsprossen, dessen Bildniß Raderus aufbehalten hat, nach Rom verschicket worden seyn, woselbst er für die Birgittiner-Geistliche viel Gutes ausgerichtet, anbey nicht unterlassen Herzog Georgen mehr und mehr für selbige zu disponiren. Er hat dem Kloster nicht allein einen ansehnlichen thesaurum reliquiarum (Reliquienschatz) procuriret, sondern ist selbst 1517 als Bruder ins Kloster gegangen, und hat darin den 18.April 1525 sein Leben beschlossen. § 201. Nach errichtetem Gebäude hat der Bischof Sixtus zu Freisingen den 12. Jan. 1497 oder vielmehr 1494 den 11ten die Consecration (=Einweihung) verrichtet, und 15 Schwestern aus dem Kloster Marien-Meyingen, im Oettingischen gelegen, und auch 10 Brüder in dieses neue Kloster eingeführet. § 202. Es lieget fast in gleicher Weite von der Chur-Bayerischen Residenz Stadt München, und der Reichs-Stadt Augsburg, jedoch näher an Augsburg in Ober-Bayern, Bischofthums Freisingen, Renth Amts München, Pfleg-Gerichts Ausa, und ist vom heiligen Altone in einem dicken Walde zuerst angeleget worden. § 203. Der heilige Vater Julius hat im Jahr 1504 dieses Kloster in nostram & Beati Petri protectionem genommen, wie auch mit vielen Exemptionen und Freyheiten versehen, und Herzog Albertus V. hat die von seinen Vorfahren diesem Kloster ertheilte Freyheiten, Handvesten und Herkommen im Jahr tin 1551. bestätiget. § 204. Nach Anordnung des Pabstes Innocentii VIII. ist es in einem für Schwestern und Brüder abgesonderten Gebäude zu 60 Kloster-Frauen und 25 Mönchen angeleget worden; das Absterben aber des Stifters Georgii, welches den 1. Dec. 1503 erfolget, soll verursachet haben, daß die Anzahl unvollkommen verblieben, dahero Raderus bemerket, wie im Jahr 1624 nur 36 Schwestern und 13 Brüder, wegen Theurung und anderer Umstände, sich darin befunden hätten. § 205. Gegenwärtig soll der Conventus Fratrum aus 22 bis 23 bestehen, als 13 Sacerdotibus (=Priester), 4 Diaconis (=Diakone) und 5 Laicis (=Laien); Hingegen der Conventus derer Schwestern bis auf etliche 40 samt denen Focariis sich belaufen. § 206. Die Einkunfte bestehen aus dem, was von beyden ersteren Fundationen und Acquisitionen übrig verblieben, nachhero aber dahin vermachet, geschenket und erworben worden, so daß es ein reiches und ansehnliches Kloster seyn soll. § 207. Die Kirche des Klosters soll ebenmäßig prächtig seyn, und findet man darin verschiedene Monumenta, hölzerne Statuen und Gemählde, von welchen allen R. P. SCHECKH eine Verzeichniß gegeben, anbey die anniversarias fundationes, was der Kirche geschenket, die reliquias und indulgentias umständlich anzeiget, denen er cap. 20 pag. 55 einen Vorrath von MSCt. und Literis Principum, Cardinal. u. s. w. beyfüget, sonderlich aber eine ziemlich vollständige Sammlung derer verschiedenen Editionen von denen Revelationibus St. Birgittę. § 208. Das Kloster har ERTEL in Kupfer stechen lassen; die Verzeichniß aber derer Abbtißinnen findes man beym HUNDIO, welche vom P.Scheckh bis auf seine Zeiten fortgesetzet worden, dahero dessen Verzeichniß derer Abbtißinnen und Priorum allhier beyfügen will. § 209. Die Abbtißinnen werden in folgender Ordnung angeführet (mit Sterbedatum):
§
210. Die Rev.Priores & Confessores generales sollen in dieser
Ordnung gefolget haben:
§ 211. Von diesem Kloster ist mir sonst keine besonders gedruckte Nachricht bekannt, ausser der oft berührte Tract. des R. P. P. SCHECKS; wiewohl ich wünschen möchte, daß er einige Stücke umständlicher ausgeführet, und die Urkunden nebst denen Siegeln hätte beydrucken lassen, da aus dieser Schrift zu ersehen, wie zu Marien-Alto-Münster ein schöner Vorrath von Nachrichten, welche die Birgittiner-Klöster betreffen, vorhanden seyn müsse, womit diese Geschichte noch besser erläutert werden können. |