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Lourdeskapelle in ARNBACH

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch


Beschreibung

Die Dorfkapelle in Arnbach an der Straße nach Erdweg wurde 1986 von der Familie Simon erbaut
Sie ist 5,50 m lang, 2,70 m breit und 3,50 m hoch.

Auf der Ostseite des Satteldachs sitzt ein Dachreiter, in dessen Mauerwerk ein Kreuz eingelassen ist.

Zwei farbige Rundbogen-Glasfenster und ein Okulus über dem rundbogigen Eingangsportal erhellen den Innenraum, der mit einer leicht gewölbten Holzdecke versehen ist.


Fenstergemälde

 Innenraum

Mittelpunkt in der kleinen, eingezogenen Apsis ist ein rot marmorierter (= mit Marmormuster bemalter) Altar, der von zwei braun marmorierten Säulchen gestützt wird. Diesen Altar hat die Schülerin Verena Lerchl am Sophie-Scholl-Gymnasium in München, die in Großberghofen wohnt, als Facharbeit im Leistungskurs Kunst erstellt. Bei der Planung des Projekts holte sich Lerchl den Rat des Augsburger Stuckateurs Werner Schwendner ein, der ihr empfahl, "damit sich der Aufwand lohnt", den Altar für einen bestimmten Ort zu gestalten. So hat Verena Lerchl den Altar explizit für diese Kapelle gebaut. Am 16.Okt. 2005 wurde er von Pfarrer Lechner, der früher Kaplan im für Arnbach zuständigen Pfarrverband Erdweg war, gesegnet.

Der Altar hat eine Höhe von 2 m und eine Breite von 1,50 m. Er wiegt 250 kg.
Der Altar besteht aus Holz, Gips und Stuck-marmor und ist im barocken Stil gearbeitet. Die Säulen tragen einen
Volutensprenggiebel. Die weißen Teile des Altars (Kapitelle, Voluten, Dreieck und Schiff) bestehen aus Gips.


Schiff
Das Antependium des Altars ist mit dem Relief eines Schiffes mit Kreuz in einer ovalen Kartusche geschmückt; es soll nach Angaben der Künstlerin für den Übergang vom Leben zum Tod stehen.

In der Mittelnische steht die Gipsfigur der hl.Rita, die Verena Lerchl von einer Holzfigur abgeformt, in Gips gegossen und bemalt hat. Diese Heilige wurde in Erinnerung an die früh verstorbene Schwester des Kapelleneigen-tümers gewählt. Die Figur in der Kapelle ist die einzige Darstellung von St.Rita in den Kirchen des Dachauer Landes.

Auge GottesHerz-Jesu-FigurMuttergottes
Hinweis: Die Heilige lebte im 15.Jh als Klosterfrau in Italien und führte ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mys- tischen Erfahrungen reichten bis zur Stigmatisierung durch die Wundmale der Dornenkrone. Weil in ihrem Garten im Winter Rosen blühten, ist diese Blume zu ihrem Attribut geworden. Ihr Grab mit dem unverwesten Leichnam liegt in der Basilika in Cascia.


Auge-Gottes
im Dreieck
Gekrönt wird der Altar durch das strahlenumsäumte Auge Gottes im Dreieck, einem Sinnbild für die Hl.Dreifaltigkeit. Verena Lerchl hat es in Gips modelliert.

Hinweis: Das Auge Gottes im Dreieck verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater zu personifizieren. Im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) wird gefordert, kein Schnitzbild von Gott zu machen. In der Frühzeit des Christentums trat der Lebensquell an die Stelle Gottes, später eine Wolke als Hand Gottes. Erst seit der Neuzeit ist das Auge Gottes im Dreieck gebräuchlich. In der Kunst unserer Gegend ist es seit dem 18.Jh verbreitet. Es symbolisiert gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit und wird oft auch Dreifaltigkeitsauge genannt.
Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh) dargestellt


Herz-Jesu
    Lourdes-Madonna

Um den Altar herum sind mehrere Heiligenfiguren gruppiert. Darunter eine größere Statue der Muttergottes von Lourdes, die im früheren Altar der Mittelpunkt war. Schließlich handelt es sich um eine Lourdeskapelle.
Rechts steht neben dem Altar eine Herz-Jesu-Figur. Weitere, kleinere Figuren stellen den hl. Johannes den Täufer, den in fast allen bayerischen Kirchen verehrten Bauernpatron St.Leonhard und den hl.Georg (Ritter und Kämpfer gegen das Böse) dar

An den Seitenwänden hängen ein großes Kruzifix sowie Wachsbilder der Heiligen Familie und der Muttergottes mit dem Kind auf dem Arm.

Die Fenster enthalten Glasgemälde der Hl.Familie (links) und der hl.Rita (rechts).

Der Boden ist mit Solnhofener Platten belegt. 01) .


Kruzifix


Frühere Innenausstattung

Wandgemälde

Links ein Bild der Kapelle, wie sie bis zum Jahr 2005 ausgesehen hat.

Mittelpunkt war -wie erwähnt- die Figur einer Lourdesmadonna.
Über ihr -als Wandgemälde- Gottvater als alter Mann mit Bart und der Heilige Geist. Das Gemälde war von Ilse Höfel 1986 gemalt worden (sign) 01).
Auf den Außenseiten des Altars zwei Putten.

Hans Schertl

Quellen:
01) Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1982
02) Putz/Niederle, Kirchen und Kapellen im Gemeindebereich Schwabhausen, 1988
03) Münchner Kirchenzeitung vom 10.4.2005
04) Edeltraud Lachner, Dachauer Nachrichten vom 14.10.2005

10 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.3.2018