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Hofmark  1/3  und  2/3  Weichs
geschlossen - Besitzer: Freiherren v. Weichs ca. 1100—1848 bzw. Freiherren v. Stromer 1725—1773

Im 10. und 11. Jahrhundert erscheinen in den Freisinger Traditionen freie Vasallen der Freisinger Domkirche, die mehrmals Liegenschaften zu Weichs tradieren. Vermutlich handelt es sich um den Ortsadel.
Im Jahre 1147 tradierte ein Vdelschalcus de Wihse "annuente Domino Welfone" zusammen mit seinen Erben Chunradus und Vdelschalcus dem Kloster Altomünster einen unehelichen Sohn. Man kann daraus schließen, daß diese Familie, die kaum in genealogischem Zusammenhang mit dem eingangs erwähnten freien Geschlecht stehen dürfte, zur welfischen Ministerialität gehörte. 1177 aber erscheint ein "Chunrat de Wihse" mit einem gleichnamigen Sohn bereits im Gefolge des Pfalzgrafen Otto des Älteren von Wittelsbach.

Im 13. und 14. Jahrhundert lassen sich die ritterbürtigen Weichser urkundlich gut verfolgen. Sie standen in enger Beziehung zum Kloster Indersdorf wo sie ihre Familiengrabstätte hatten. 1439 verkaufte diesem Kloster Paul von Weichs die Hofmark und Gericht zu Glonn mit aller Zubehör, nachdem er bereits 1424 seinen erst 1420 von den Wagenriedern erkauften Sedl zu Wagenried an das gleiche Kloster veräußert hatte. Zwei der Söhne dieses Paul von Weichs, der Pfleger zu Friedberg Wiguläus und der Pfleger zu Traunstein Engelhard, begründeten eigene Linien dieses Geschlechts, während die Linie des dritten Sohnes Oswald auf Unterarnbach schon mit dessen Kindern wieder erlosch.

Wiguläus Sohn Wolfgang, Pfleger Zu Dachau, erwarb 1521 die Hofmark Dasing (Ldg Friedberg), wo seine Nachkommen noch bis 1644 saßen. Sein Sohn Jörg (gest. 1565), Rat und Marschall Herzog Ludwigs zu Landshut, vermachte den seiner Linie zustehenden 1/3 Anteil des Stammsitzes Weichs als Seniorats-Fideikommiß jeweils dem ältesten des Geschlechts.
Die anderen 2/3 Anteile an der Hofmark blieben allodialer Besitz der Nachkommen Engelhards von Weichs. Nach dem Tode des Jörg von Weichs 1565 fiel der Senioratsfideikommiß 1/3 Weichs zunächst an den Inhaber der Hofmark 2/3 Weichs, Joachim von Weichs, so daß für kurze Zeit der gesamte Besitz nochmals in einer Hand war
.

Nach dem Ableben Joachims von Weichs finden sich jedoch verschiedene Besitzer für die beiden Hofmarksteile:

Hofmark 2/3 Weichs:
Um 1588 war Wolf von Weichs, der Sohn Joachims aus der Linie des Engelhard, Hofmarksherr.
1618 und noch 1640 wird Hanns Wolfgang von und zu Weichs als Besitzer genannt. Dessen Witwe Maria Elisabeth, eine geborene v. Schurff, vermachte die Hofmark 2/3 Weichs testamentarisch den Schürffschen Erben Maria Freiin von Tannberg und den Brüdern Karl und Ferdinand von Schurff. Diese genossen die Hofmark gemeinsam, bis Franz Heinrich von Tannberg 1668 nach Ablösung aller übrigen Ansprüche Alleinbesitzer der Hofmark 2/3 Weichs wurde.

Um 1725 gelangte durch Heirat Freiherr Anton von Stromer zu Jetzendorf in den Besitz der Hofmark.
1773 brachte sie Freiherr Joseph Ignaz von Leyden auf Affing durch Kauf an sich.
Um 1780 besaß sie der Vitztum zu Straubing, Joseph Maria Frh. von und zu Weichs auf Steingriff.
1806 erscheint die Hofmark 2/3 Weichs im Besitz des Grafen Eduard von Spreti, dem sie 1820 als Patrimonialgericht II. Kl. bestätigt wurde.

Hofmark 1/3 Weichs:
Gemäß dem Statut des Seniorats-Fideikommiß’ verblieb die Hofmark Weichs immer im Besitz eines Angehörigen dieses Geschlechts. Um 1588 ist Joachims Bruder Ott-Heinrich als Inhaber bezeugt, 1625 war Jörg Sigmund von Weichs Hofmarksbesitzer.
Um 1700 besaß Johann Wolf von Weichs auf Steingriff den Senioratsfideikommiß.
1752
erscheint Freiherr Max von Weichs zu Reichertshausen als Besitzer.
1782
wird als Inhaber der Hofmark 1/3 Weichs der kaiserliche Generalleutnant Franz Niklas von Weichs zu Steingriff, Herr von Granßdorf in Schlesien, erwähnt.
1820
wurde dem k. preußischen Oberst Max Friedrich Freiherrn von Weichs, Herrn auf Schloß Roßberg, ein Patrimonialgericht II. Klasse auf der Grundlage der Hofmark 1/3 Weichs bestätigt. Das Geschlecht der Weichser blüht heute noch in einer bayerisch-österreichischen (von Wiguläus abstammenden) und in einer bayerischen-kurkölnischen Linie (von Engelhard abstammend).

 

Weichs (D, Gde), 55 Anw.:

Hofmark 1/3 Weichs
2 je 1/1i (Wegenbauer, Spanninger), 1/4 (Thurl),
8 je 1/8 (Has, Lorenz, Maurermann, Glonnschuster, Schuhwastl, Fischer, Goribauer, Schmied),
3 je 1/16 (Mühle);

Hofmark 2/3 Weichs
4 je 1/1 (Scheck, Schüller, Metzgerbauer, Heißbauer),
4 je 1/4 (Wirt, Langmarter, Baader, Wangergörgl),
17 je 1/8 (Mesner, Stechlmartl, Schuhwolfl, Wendl, Stefflblasi, Ziegler, Schäffler, Schneideranderl, Bäck, Zänkl, Kaindl, Metzenschneider, Metzgeranderl, Weber, Matheis, Kaiser), 12 je 1/16;
Gmain: Hüthaus.
Pfarrkirche St. Martin, Pfarrhof.
Hofmarksschloß. Spital. Unter Weichs erscheint ferner:

Erlbach (W, Gde Weichs), 5 Anw.: Hofmark 2/3 Weichs
1/8 (Salomon), 4 je 1/16 (Bachmichl, Bachfranzi, Joachim, Brenner).

Aufhausen (D, Gde Weichs), 24 Anw.:
Hofmark 1/3 Weichs
1/1 (Ströber), 4 je 1/8 (Bimbauer, Aberl, Kuchler, Kropfgütl); Kloster Indersdorf (Lehen)
2 je 1/1 (Pirschl, Riß);
Hofmark 2/3 Weichs
2 je 1/2 (Gail, Kropf), 1/4 (Mesner),
6 je 1/8 (Schneidermichl, Pfeiffmartel, Schuster, Krautmann),
8 je 1/16
Einschichtig: Hofmarkt Indersdorf 1/1 (Theurer oder Reischl).
Filialkirche St. Stephan der Pf Weichs.

Erlhausen (W, Gde Weichs), 6 Anw.:
Hofmark 1/3 Weichs
2 je 1/1 (Schnack, Bartlbauer), 1/8 (Maurer), 3 je 1/16
Einschichtige Güter der Hofmarken 1/3 und 2/3 Weichs: Tafern (E, Gde Ainhofen), 2 Anw.: Hofmark 2/3 Weichs 2 je 1/2 (Taferlbauer, Thumm).

Weitere einschichtige Güter der Hofmarken 1/3 u. 2/3 Weichs lagen in den Orten Petershausen, Ebersbach, Langenpettenbach, Fränking und in Vierkirchen (Ldg Dachau).