|
Im 10. und 11. Jahrhundert erscheinen in den Freisinger Traditionen freie
Vasallen der Freisinger Domkirche, die mehrmals Liegenschaften zu Weichs
tradieren. Vermutlich handelt es sich um den Ortsadel.
Im Jahre 1147 tradierte ein Vdelschalcus de Wihse "annuente Domino
Welfone" zusammen mit seinen Erben Chunradus und Vdelschalcus dem
Kloster Altomünster einen unehelichen Sohn. Man kann daraus schließen,
daß diese Familie, die kaum in genealogischem Zusammenhang mit dem eingangs
erwähnten freien Geschlecht stehen dürfte, zur welfischen Ministerialität
gehörte. 1177 aber erscheint ein "Chunrat de Wihse" mit einem
gleichnamigen Sohn bereits im Gefolge des Pfalzgrafen Otto des Älteren
von Wittelsbach.
Im 13. und 14. Jahrhundert lassen sich die ritterbürtigen Weichser urkundlich
gut verfolgen. Sie standen in enger Beziehung zum Kloster Indersdorf wo
sie ihre Familiengrabstätte hatten. 1439 verkaufte diesem Kloster
Paul von Weichs die Hofmark und Gericht zu Glonn mit aller Zubehör, nachdem
er bereits 1424 seinen erst 1420 von den Wagenriedern erkauften Sedl zu
Wagenried an das gleiche Kloster veräußert hatte. Zwei der Söhne dieses
Paul von Weichs, der Pfleger zu Friedberg Wiguläus und der Pfleger zu
Traunstein Engelhard, begründeten eigene Linien dieses Geschlechts, während
die Linie des dritten Sohnes Oswald auf Unterarnbach schon mit dessen
Kindern wieder erlosch.
Wiguläus
Sohn Wolfgang, Pfleger Zu Dachau, erwarb 1521 die Hofmark
Dasing (Ldg Friedberg), wo seine Nachkommen noch bis 1644 saßen. Sein
Sohn Jörg (gest. 1565), Rat und Marschall Herzog Ludwigs zu Landshut,
vermachte den seiner Linie zustehenden 1/3 Anteil des Stammsitzes Weichs
als Seniorats-Fideikommiß jeweils dem ältesten des Geschlechts.
Die anderen 2/3 Anteile an der Hofmark blieben allodialer Besitz der Nachkommen
Engelhards von Weichs. Nach dem Tode des Jörg von Weichs 1565 fiel
der Senioratsfideikommiß 1/3 Weichs zunächst an den Inhaber der Hofmark
2/3 Weichs, Joachim von Weichs, so daß für kurze Zeit der gesamte Besitz
nochmals in einer Hand war.
Nach
dem Ableben Joachims von Weichs finden sich jedoch verschiedene Besitzer
für die beiden Hofmarksteile:
Hofmark
2/3 Weichs:
Um 1588 war Wolf von Weichs, der Sohn Joachims aus der Linie des
Engelhard, Hofmarksherr.
1618 und noch 1640 wird Hanns Wolfgang von und zu Weichs als Besitzer
genannt. Dessen Witwe Maria Elisabeth, eine geborene v. Schurff, vermachte
die Hofmark 2/3 Weichs testamentarisch den Schürffschen Erben Maria Freiin
von Tannberg und den Brüdern Karl und Ferdinand von Schurff.
Diese genossen die Hofmark gemeinsam, bis Franz Heinrich von Tannberg
1668 nach Ablösung aller übrigen Ansprüche Alleinbesitzer der Hofmark
2/3 Weichs wurde.
Um
1725 gelangte durch Heirat Freiherr Anton von Stromer zu
Jetzendorf in den Besitz der Hofmark.
1773 brachte sie Freiherr Joseph Ignaz von Leyden auf Affing
durch Kauf an sich.
Um 1780 besaß sie der Vitztum zu Straubing, Joseph Maria Frh. von
und zu Weichs auf Steingriff.
1806 erscheint die Hofmark 2/3 Weichs im Besitz des Grafen Eduard
von Spreti, dem sie 1820 als Patrimonialgericht II. Kl. bestätigt
wurde.
Hofmark
1/3 Weichs:
Gemäß dem Statut des Seniorats-Fideikommiß’ verblieb die Hofmark Weichs
immer im Besitz eines Angehörigen dieses Geschlechts. Um 1588 ist
Joachims Bruder Ott-Heinrich als Inhaber bezeugt, 1625 war Jörg
Sigmund von Weichs Hofmarksbesitzer.
Um 1700 besaß Johann Wolf von Weichs auf Steingriff den Senioratsfideikommiß.
1752 erscheint Freiherr Max von Weichs zu Reichertshausen als Besitzer.
1782 wird als Inhaber der Hofmark 1/3 Weichs der kaiserliche Generalleutnant
Franz Niklas von Weichs zu Steingriff, Herr von Granßdorf in Schlesien,
erwähnt.
1820 wurde dem k. preußischen Oberst Max Friedrich Freiherrn von Weichs,
Herrn auf Schloß Roßberg, ein Patrimonialgericht II. Klasse auf der Grundlage
der Hofmark 1/3 Weichs bestätigt. Das Geschlecht der Weichser blüht heute
noch in einer bayerisch-österreichischen (von Wiguläus abstammenden) und
in einer bayerischen-kurkölnischen Linie (von Engelhard abstammend).
Weichs
(D, Gde), 55 Anw.:
Hofmark 1/3 Weichs
2 je
1/1i (Wegenbauer, Spanninger), 1/4 (Thurl),
8 je 1/8 (Has, Lorenz, Maurermann, Glonnschuster, Schuhwastl, Fischer,
Goribauer, Schmied),
3 je 1/16 (Mühle);
Hofmark
2/3 Weichs
4 je 1/1 (Scheck, Schüller, Metzgerbauer, Heißbauer),
4 je 1/4 (Wirt, Langmarter, Baader, Wangergörgl),
17 je 1/8 (Mesner, Stechlmartl, Schuhwolfl, Wendl, Stefflblasi, Ziegler,
Schäffler, Schneideranderl, Bäck, Zänkl, Kaindl, Metzenschneider, Metzgeranderl,
Weber, Matheis, Kaiser), 12 je 1/16;
Gmain: Hüthaus.
Pfarrkirche St. Martin, Pfarrhof.
Hofmarksschloß. Spital. Unter Weichs erscheint ferner:
Erlbach
(W, Gde Weichs), 5 Anw.: Hofmark 2/3 Weichs
1/8 (Salomon), 4 je 1/16 (Bachmichl, Bachfranzi, Joachim, Brenner).
Aufhausen
(D, Gde Weichs), 24 Anw.:
Hofmark 1/3 Weichs
1/1 (Ströber), 4 je 1/8 (Bimbauer, Aberl, Kuchler, Kropfgütl); Kloster
Indersdorf (Lehen)
2 je 1/1 (Pirschl, Riß);
Hofmark 2/3 Weichs
2 je 1/2 (Gail, Kropf), 1/4 (Mesner),
6 je 1/8 (Schneidermichl, Pfeiffmartel, Schuster, Krautmann),
8 je 1/16
Einschichtig: Hofmarkt Indersdorf 1/1 (Theurer oder Reischl).
Filialkirche St. Stephan der Pf Weichs.
Erlhausen
(W, Gde Weichs), 6 Anw.:
Hofmark 1/3 Weichs
2 je 1/1 (Schnack, Bartlbauer), 1/8 (Maurer), 3 je 1/16
Einschichtige Güter der Hofmarken 1/3 und 2/3 Weichs: Tafern (E, Gde Ainhofen),
2 Anw.: Hofmark 2/3 Weichs 2 je 1/2 (Taferlbauer, Thumm).
Weitere
einschichtige Güter der Hofmarken 1/3 u. 2/3 Weichs lagen in den Orten
Petershausen, Ebersbach, Langenpettenbach, Fränking und in Vierkirchen
(Ldg Dachau).

|