Marterl bei Kaltenbach
für den ermordeten Johann Landmann aus Oberkaltenbach
Im Jahr
1827 geriet der Bauer von Oberkaltenbach Johann Landmann in einen Rechtsstreit
mit der Herrschaft Weyhern.
Es ging um das Wasser, das seit "urfürdenklichen Zeiten" aus
dem Kaltenbacher Weiher zum Biersieden ins Schloss geleitet wurde. Landmann
hatte die Leitung gesperrt, weil ihm das Schloss die Nutzung von Weidenflächen
und des Waldes von 200 Tagwerk genommen worden war. Der Gutsinspektor Ertl
bedrohte den Landwirt vor Zeugen mit seinem Hund und einem halbgezogenen Hirschfänger
(Messer). Der Fall ging vor Gericht und endete mit einem für die Herrschaft
günstigen Vergleich: Das Wasser floss wieder ins Schloss. Landmann bekam
die Weiden aber dennoch nicht. So musste er seinen Viehstand von 10-12 Pferden
auf 8, von von 48 Stück Hornvieh auf 28 und von 40 Schafen auf 20 vermindern.
Johann Landmann starb am 5.Juli 1834 auf dem Weg von der Gaststätte Weyhern
nach Hause. Er wurde überfallen und am Kopf tödlich verletzt. Das
Verbrechen blieb ungesühnt.
Quelle:
Axtner/Liebert/Mittelhammer,
Chronik der Gemeinde Pfaffenhofen/Glonn, 2014
zurück