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Kriegerkapelle in UNTERBACHERN

Beschreibung

Die Kapelle steht in der Nähe des Bahnhofs Bachern auf einer kleinen Anhöhe.

Von der Straße nördlich der Bahn aus führen viele Stufen den Berg hinauf, gesäumt von hohen Bäumen und Büschen.

Die neubarocke Kapelle wurde, wie eine Steintafel über dem Eingang mitteilt, von den Ortschaften Ober- und Unter-bachern, Ried und Breitenau im Jahr 1921 "zum Andenken an die zwölf gefallenen Heldensöhne aus dem Weltkrieg 1914/18" errichtet.
Über die große Einweihungsfeier mit über 2000 Teilnehmern gibt es einen Zeitungs-bericht; klicken Sie hier...

Vor der Kapelle stehen zwei große Fahnenstangen. Auf dem Vorplatz ein Holzkreuz, wie es auf vielen Soldatenfriedhöfen steht, mit Blumenschmuck.


Fensterbild

Innenausstattung

In der halbrunden Apsis, die durch ein Holzgitter vom Vorraum abgetrennt ist, steht ein großer Altar. An seine Vorderseite ist in großen Buchstaben der Bibelspruch "Der Herr sei mit Dir, du tapferer Held" aus dem Buch der Richter, Kap.6, Vers 12 geschrieben.

Auf dem Altar steht zwischen Leuchtern und Kerzen ein Vesperbild (Pieta ).
Die Muttergottes trauert um ihren toten Sohn, der nach der Kreuzabnahme auf ihrem Schoß liegt. Zusätzlich steckt in der Brust Mariens ein Schwert, das die angekündigten Schmerzen und das Leid der Mutter versinnbildlicht.
Wenn Sie mehr über Vesperbilder in den Kirchen des Landkreises Dachau erfahren möchten, klicken Sie hier...

Am Sockel der Pieta zwei Putten, von denen die rechte eine Weinrebe in der Hand hält. Möglicherweise zeigte der linke früher ein Brot oder eine Hostie als Sinnbild für Brot und Wein am Altar.

In der Mitte des Raums hängt eine Ewig-Licht-Lampe von der Decke.
  Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, in das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet. Das Ewige Licht war vom Johanniter-Ritterorden von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht worden.Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.

An den Seiten der Kapelle wird auf zwei Steintafeln der Soldaten aus den letzten Kriegen gedacht:

—  Eine Tafel nennt die Namen der gefallenen Soldaten aus dem 1.Weltkrieg, sowie die Namen der Teilnehmer an den
     Kriegen gegen Preußen (1866) und gegen Frankreich (1870) sowie der Vermissten im 2.Weltkrieg.

— Auf der anderen Tafel sind die Gefallenen des 2.Weltkriegs genannt.

Die beiden Fenster der Kapelle sind mit runden bemalten Glaseinsätzen verziert.

Hans Schertl


Quellen:

8 Bilder: Hans Schertl (2003)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

18.3.2018

 

Einweihung der Kriegergedächtniskapelle
Amperbote vom 07.06.1921

Eine würdige und schöne Feier für die toten Helden der Ortschaften Ober- und Unterbachern, Ried und Breitenau fand am gestrigen Sonntag dahier statt. Unter riesiger Anteilnahme, es dürften wohl an die 2000 Personen gewesen sein, wurde die Einweihung der Kriegergedächtniskapelle auf der Anhöhe gegenüber dem Bahnhof vorgenommen. Etwa 40 Vereine und viele Ehren- und Festgäste beteiligten sich daran. Unter anderem Herr Oberamtmann, Dr. Decker und Herr Justizminister, Dr. Roth.

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen

 

Heldenehrung der Ortschaften Ober- und Unterbachern
Dachauer Volksbote vom 07.06.1921

Die nahen Ortschaften Ober- und Unterbachern prangten gestern im Festschmuck, galt es doch die Einweihung der Gedächtniskapelle zum Andenken an die 12 gefallenen Heldensöhne aus dem Weltkrieg 1914/18 festlich zu begehen. In den Morgenstunden wurde die ankommenden Veteranen- und Kriegervereine, besonders aus dem Bezirk Dachau, darunter auch die beiden Veteranenvereine Dachaus unter Böllerschüssen und Musikbegleitung empfangen; auch der Hauptverein München und die Bundesstandarte waren vertreten. Um halb 11 Uhr traten ca. 30 Vereine von Unterbachern aus den Festzug an, um der Einweihung der Kapelle und der Feldmesse beizuwohnen. Nach der kirchlichen Feier schloss sich an der nahen Festtribüne die weltliche Feier an; zunächst sprachen vier weißgekleidete Jungfrauen sinnvolle Prologe, worauf dann Herr Schulrat Dengler eine formvollendete Festrede hielt. Von den Frauen und Jungfrauen der Gemeinde Bachern wurde prächtig gestickte Fahnenbänder an die heimische Veteranen- und Kriegervereinsfahne überreicht und dann der Marsch in geteiltem Zug unter Vorantritt je eines Musikkorps nach den beiden Wirtschaften in Ober- und Unterbachern angetreten. – Bei vorzüglichen Speisen und Getränken entwickelte sich bald ein fröhliches kameradschaftliches Leben, bis die Scheidestunde die einzelnen Vereine zum Aufbruch mahnte.

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen