Schwabhausener Vikare und Pfarrer
Josef Höckmayr
Pfarrer 1913-1927


Josef Höckmayr war vor seiner Ernennung zum Pfarrer in Schwabhausen (mit 41 Jahren) Benefiziat in Neufahrn bei Freising. Er betreute Schwabhausen während des Ersten Weltkriegs.
Höckmayr war auch der letzte Pfarrer der Pfarrei, bei dessen Berufung der Staat mitwirkte. Ab 1925 ging das Recht auf den Bischof über.
Am Ende des Weltkrieges hat man die Mariensäule in Schwabhausen aufgestellt und eingeweiht.
1919 wurde vom 4. bis 9. November eine Volksmission abgehalten. Beim Abholen der Prediger in Dachau geschah ein Unglück: Die Pferde gingen durch, der Wagen fiel um und ein Pferd wurde schwer verletzt. Aber sonst war die Mission ein großer Erfolg.

Um den Kirchenneubau voranzutreiben, schlug Höckmayr 1921 vor, die (zur Pfarrei Kreuzholz-hausen gehörende) Sickertshofer Kapelle abzutragen und die Steine als Baumaterial für die Schwabhausener Kirche zu verwenden. Gottseidank lehnte das Ordinariat den Vorschlag ab. 1922 wurde die Decke der Kirche Schwabhausen restauriert. Bezahlt wurde die Renovierung von zwei Bauern und dem Pfarrer. Nach Abschluss der Arbeiten, schrieb Höckmayr dankbar, "... es wäre zu wünschen, dass das Äußere der Kirche dem Inneren der Pfarrangehörigen entspräche".

1923 feierte Höck 25jähriges Priesterjubiläum. Die Gemeinde wollte ein Fest veranstalten. Der Pfarrer war dagegen.
Höckmayr selbst schilderte den "Zwist" wie folgt:
  In dieses Jahr fällt das 25jährige Priesterjubiläum des Ortspfarrers. Derselbe hatte zu wiederholtem Male aufs bestimmteste erklärt, daß er eine weltliche Feier und jede Art von Geschenken von vorherein ablehne. Natürlich wollte das der Herr Bürgermeister nicht gelten lassen, und so kam es halt wie schon manchmal zu ziemlichen Meinungsverschiedenheiten. (Nebenbei sei bemerkt: Sooft sich der Pfarrer und der Bürgermeister zerkriegten, so war das nie von Bedeutung und längerer Dauer. Nach einigen Tagen legte sich der Sturm wieder, und H. Bürgermeister war wieder gerne bereit zu weiterer Mitarbeit, wie denn auch der Pfarrer in mancher Beziehung ihm viel zu danken hatte ). Allein der Pfarrer blieb fest auf seiner Meinung bestehen und drohte, wenn eine weltliche Feier geplant und ausgeführt werden sollte, damit, daß er an seinem Jubiläumstage überhaupt verreisen würde. Das brachte natürlich den Bürgermeister in die größte Siedehitze. Aber es half nichts, der Pfarrer gab nicht auf. Er sagt, wenn die Gemeinde etwas zum Jubiläum tun wollte, dann möge sie für die Kirche etwas kaufen. Ein Meßbuch und eine Fahne, das erste wäre - weil notwendiger - dem Pfarrer lieber. Die Gemeinde respektierte den Wunsch des Pfarrers und kaufte - eine Fahne um 300 000 M. Das Meßbuch hätte 340 000 M gekostet. Am Vortag des Jubiläums übermittelte der Gemeinderat dem Pfarrer die Ehrenbürgerrechtsurkunde, und am Abend brachte der Kirchenchor ein Ständchen, wobei auch die Musikkapelle ein Stück spielte. Die Leute waren sehr zahlreich erschienen, aber alles war so ruhig und feierlich, als sei es ein religiöser Akt; um 10 h abends war die Sache zu Ende. Am Festtage selbst fand feierlicher Kirchenzug statt, mittags war ein kleines Mahl am Pfarrhof, wozu der Lehrer, Bürgermeister und Kirchenpfleger geladen waren, und als der Festtag vorüber war, sagten die Leute : "so war die Feier am schönsten".

Während der Amtszeit von Pfr. Höckmayr wurden die Orte Sickertshofen (1921) und Rothof (1926) aus der Pfarrei Kreuzholzhausen nach Schwabhausen umgepfarrt. Zu seinem 25jährigen Priesterjubiläum 1923 erhielt er von der Gemeinde eine neue Fahne für 300.000 Mark.
Am 11.Mai 1927 wechselte Höckmayr nach Sulzemoos. Er wurde mit einem Fuhrwerk von Schwabhausen nach Sulzemoos gefahren. Dort wurde er zum Dekan ernannt. Nach Ansicht seines Nachfolgers war ein ungemein seeleneifriger Priester und dabei doch voller Güte, sodass er in der Pfarrei Schwabhausen in bestem Andenken stand. Am 8.Nov. 1941 starb Höckmayr in Jetzendorf, wo er auch begraben wurde.

 

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