Kirchen und Kapellen im Dachauer Land                   Kirchen in der Gemeinde Pfaffenhofen


Hofkapelle in EGENBURG

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch


B
eschreibung

Die Kapelle steht im Hof der Familie Kalmbach in Egenburg. Sie wurde wahrscheinlich im Jahr 1890 von Bernhard Stefan, dem damaligen Hofbesitzer, errichtet.

Die Kapelle ist dem Herzen Jesu geweiht.

Das kleine Gebäude schließt in drei Seiten. Über dem Eingang ist auf dem Dach ein verziertes Metallkreuz angebracht.

In den 1980iger Jahren wurde sie von der Familie Kalmbach von Grund auf renoviert.

 

Innenausstattung

Das Innere der Kapelle ist mit einem Altar und mit Figuren und Bildern aus der Erbauungszeit und aus dem 20.Jh. ausgestattet. Die Figuren bestehen aus bemaltem Gips.

Das Antependium des Altars ist mit einem Gemälde im neuromanischen Stil, der gegen Ende des 19.Jh sehr beliebt war, geschmückt. Das verschnörkelte Jesusmonogramm "IHS" vor dem Hintergrund des Kreuzes ist von Schriftbändern mit dem Text: "Siehe dieses Herz, das die Menschen - so sehr hat geliebt. Worte Jesu" umgeben. Zwischen den Schriftbändern ranken sich Akanthusblätter.

Auf dem Altar steht eine oben abgerundete Altarrückwand. Sie ist im unteren Teil mit vergoldetem Kreuzblumenmuster versehen. Im Außenrahmen sind die Worte "KOMMET ALLE DIE IHR MÜHSELIG UND BELADEN SEID: ICH WILL EUCH ERQUICKEN" zu lesen. (Matt.,11,28)
Der blau und goldfarben umrandete Innenteil der Altarrückwand besteht aus goldener Ornamentmalerei auf rotem Grund.


Auf dem Altar steht auf einem Sockel eine Herz-Jesu-Figur. Jesus zeigt mit der offenen rechten Hand auf seine Kreuzeswunde; die linke Hand deutet auf das mit einer Dornenkrone umwundene Herz.
  Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765.
  
I
nnenansicht

Neben dem Altar hängen Bilder mit den Motiven Herz-Mariä und Herz Jesu an der Wand.


Auf dem Altar ist noch die kleine Gipsfigur des Johannes des Täufers zu sehen. Der kindlich wirkende Heilige im Fellgewand lehnt sich an einen Felsen. Er hält ein Kreuz in der Hand; zu seinen Füßen liegt ein Lamm (siehe Bild oben rechts).


An der linken Wand hängt ein großes Kruzifix. Der tote Jesus hat seine ans Kreuz genagelten Hände zum Segensgestus (drei ausgestreckte Finger) geformt. Aus der klaffenden Seitenwunde rinnt das Blut.

Hinweis: Am Corpus des Kreuzes liegt -wie bei den meisten Kreuzigungsdarstellungen üblich- die Seitenwunde auf der rechten Seite des Brustkorbs. Die Lage der Seitenwunde wird in der Bibel nicht beschrieben. Bei Johannes (19,34) heißt es nur, "einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer". Da das Öffnen der Seite aber den Zweck hatte, zu prüfen, ob Jesus schon tot war, muss es sich um seine linke Seite gehandelt haben.

  Nach dem Tod eines Menschen sammelt sich im Herzen Blut und Wasser. Das herauslaufende Wasser war somit das Zeichen für den eingetretenen Tod. Die häufige Darstellung der Stichwunde auf der rechten Seite liegt in der mittelalterlichen Deutung begründet, dass es nur die rechte, die gute Seite sein konnte, durch die Blut und Wasser als Hinweis auf die kommenden Sakramente der Eucharistie und der Taufe auf die Menschheit herabströmte.

 

 

Links steht eine Marienfigur in einer Mauernische. Die Figur wurde als Lourdes-Madonna (im weiß-blauen Gewand, mit gefalteten Händen) gestaltet. Über dem Arm hängt ein Rosenkranz. Zu ihren Füßen liegen Rosenblüten.

Hinweis: Vom 11. Februar 1858 an erschien dem Mädchen Bernadette Soubirous an der Grotte von Massabielle beim Fluss Gave du Pau wiederholt die heilige Maria. Während einer dieser Visionen entsprang in der Grotte eine Quelle, deren Wasser als heilkräftig gilt. Die offiziellen Vertreter der Kirche sahen diese Erscheinungen zunächst mit Argwohn an. Erst nach einiger Zeit glaubten auch Pfarrer und Bischof dem Hirtenmädchen. Als der Pfarrer Bernadette aufforderte, die Erscheinung nach ihrem Namen zu fragen, und Bernadette ihm den Namen "unbefleckte Empfängnis" - ein theologischer Terminus, den Bernadette nach ihrer Meinung nicht wissen konnte - überbrachte, war er von der Authentizität der Erscheinung überzeugt. Bald entstand bei der Grotte ein "heiliger Bezirk" mit mehreren großen Kirchen und einem Prozessionsplatz. Der Ort zieht seither Millionen von Pilgern an, darunter viele Kranke, die sich vom vermeintlich wundertätigen Wasser Heilung versprechen.

Hans Schertl

Quellen:
Regina Kalmbach, 2005
Enzyklopädie Wikipedia, 2005

5 Bilder: Hans Schertl (2005)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür


9.3.2018