zur Landkreiskarte                   Kirchen in der Gem.Odelzhausen

Hofkapelle in DIETENHAUSEN


Beschreibung

Ortschaft
Der Ort Dietenhausen wurde vor 1242 erstmals als "Tutenhusen" urkundlich erwähnt.
1420 musste Ulrich von Eisenhofen, da er als Raubritter in die Hände des Bischofs von Eichstätt gefallen war, sich aus dessen Gefangenschaft durch Aufgabe eines Lehens auf einen Hof zu Dietenhausen lösen.
01)

Kapelle
Die Kapelle St. Lantpert bestand wohl schon im 17. Jahrhundert. 01)

Das Gebäude gehört zu den schützenswerten Baudenkmälern.
In der vom Landesamt für Denkmalpflege herausgegebenen Liste der Baudenkmäler in Odelzhausen wird sie mit folgenden Worten beschrieben:
"einschiffig mit dreiseitigem Schluss und Giebelreiter, wohl 2. Hälfte 17. Jahrhundert; mit Ausstattung"
02)

Die Kapelle wurde auch in der Schmidt'schen Matrikel aus dem Jahr 1739/40 erwähnt, in der die Pfarreien des Bistums Freising mit all ihren Kirchen und Kapellen aufgeführt sind. Dietenhausen gehörte damals zur Pfarrei Sulzemoos. Der Text lautet:
  Capella s.Lamberti in Dietenhausen.
11. Capella haec cum uno altari in honorem s.Lamberti dedicata est. Divina fiunt in dedicatione & patrocinio. Proventus capellae sunt sub cura Parochi & Praefecti electoralis in Dachau. Das Vermögen dieser Capellen hat in letzter Zeit 56 fl. 28 kr. 4 hl. entworffen."
03)
Die Kapelle mit einem Altar ist zu Ehren des hl.Lambert
geweiht. Gottesdienste werden am Kirchweihfest und am Patrozinium gehalten.Die Einnahmen der Kapelle werden vom (Sulzmooser) Pfarrer und vom herzoglichen Pfleger in Dachau verwaltet.

Auch in der der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874/80 ist im Kapitel über die Expositur Odelzhausen die Kapelle von Dietenhausen enthalten.
Text: "In Dietenhausen ist eine kleine Capelle zu Ehren des hl.Lantpertus; ihre Benediction ist zweifelhaft und dient selbe jetzt nur zu
         Privat-Andachten der Ortsbewohner."
04)

.

Heute ist die Kapelle im Eigentum des benachbarten Landwirts.

 

Hinweis: St. Lantpert (895-957) war die letzten 20 Jahre seines Lebens Bischof von Freising. Tatsächlich war er in den Wirren jener Zeit wohl ein eindrucksvoller Bischof, der viel gebetet aber nicht gekämpft hat. Wichtig waren ihm die Erhaltung und die Erneuerung seiner Ortskirchen. Lambert wurde im Dom von Freising bestattet. Er wird -auch ohne offizielle Heiligsprechung- seit dem 11.Jh. in Bayern verehrt, im Dom von Freising steht seit 1973 ein kostbares Reliquiar mit seinen Gebeinen.
Im Landkreis Dachau gibt es eine Kirche mit dem Patronat des hl.Lambert: die Filialkirche in Riedenzhofen.
Mehr über St.Lantpert und seine Zeit finden Sie hier...

 

Quellen:
01) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
02) Liste der Baudenkmäler in Odelzhausen, Akten Nr. D-1-74-135-6
03) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
04) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1883


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