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Lamplkapelle bei der Furthmühle

Totenbretter


Beschreibung

Die Waldkapelle liegt im Humsenholz zwischen Dietenhausen und Furthmühle knapp hinter der Landkreisgrenze auf dem Gebiet der Gemeinde Egenhofen / Landkreis Fürstenfeldbruck. Sie ist von Dietenhausen aus über einen Fußweg, von Furthmühle aus über einen Feldweg zu erreichen.

Die Kapelle ist aus Holz gebaut; sie steht auf einem rot gestrichenen Betonfundament. Der Baukörper besteht aus einem schmalen Kapellenraum, der seitlich durch Fenster erhellt wird. Nach vorne gibt eine große rundbogige Öffnung in der Holzwand den Blick ins Innere frei. Diese Öffnung ist durch ein schmiedeeisernes Gitter gesichert.

Die weit nach vorne gezogene Dachkonstruktion mit Kupferblech ruht auf zwei Holzstützen. Sie erzeugt einen geschützten Raum für die Besucher, die auf einer zwischen den Stützen aufgestellten Bank sogar einen Sitzplatz finden.

Die bogenförmige Konstruktion verleiht der Kapelle den Anschein von Leichtigkeit und Eleganz.

Auf dem Giebel sitzt ein kleines Türmchen, ein sog. Dachreiter, in dem eine kleine Glocke hängt.

Glockentürmchen

Wann und aus welchem Grund die Kapelle gebaut wurde, ist mir leider nicht bekannt. Über die Erbauer könnten die neben der Kapelle aufgestellten schönen Totenbretter Auskunft geben: Sie erinnern beide an Mitglieder der Familie Lampl aus Pfaffenhofen an der Glonn.


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Im oberen Teil ein rundbogiges Bild mit einer Darstellung des Erzengels Michael beim Kampf gegen Satan.
Text auf dem Brett:
oben:
Zum frommen Gedenken an Herrn Michael Lampl, ehem. Gastwirt, zuletzt Privatier in Pfaffenhofen
* am 29.Sept. 1869
† am 20.Juni 1938
unten:
Zur Erinnerung an Herrn Josef Lampl
Land- und Gastwirt in Pfaffenhofen
* am 8.Febr. 1902
† am 7.Febr. 1952

Text oben:
Zum frommen Gedenken an Herrn Gregor Lampl, Gastwirt, zuletzt Privatier in Pfaffenhofen
* am 20.April 1834
† am  2.Juli 1908
unten:
Zur Erinnerung an Herrn Xaver Lampl
Gasthofbesitzer in Fischbachau
Unteroffizier im 1.bayr.Res.Inf.Regt. 6.Komp. Gefallen auf dem Felde der Ehre am 21.Okt. 1915 m 39.Lebens-
jahr.



Im Inneren der Kapelle ist vor einem grottenförmigen Hintergrund die Figur einer Lourdesmadonna im traditionell weiß-blauen Gewand.

 

Über die Kapelle freut sich auch eine streng geschützte Spezies, die hinter der Verkleidung eine Unterkunft gefunden hat: Hornissen, die unterhalb des Türmchens an einem Loch im Brett eifrig ein- und ausfliegen.  

Hans Schertl    



6 Bilder: Horst Lachmann

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür